Deshalb kenne ich die meisten Künstlerinnen und Rapper, um die es im Buch geht, so gut wie gar nicht, auch wenn ich von Madonna schon mal gehört habe. Dass ich das Buch trotzdem jedem empfehlen kann, der sich jemals mit Musik beschäftigt hat, hängt damit zusammen, dass es nicht auf der Rammstein-Ebene bleibt, sondern wesentlich tiefer geht. Dabei deckt es menschliche, überwiegend männliche Abgründe auf, die meinen Blick auf die Musikszene mit einem Mal verändert haben.
Die tragischen Geschichten von Tina Turner über Britney Spears und Michael Jackson bis hin zu weiblichen Fans von heutigen Rappern sind eben keine zufälligen Einzelgeschichten, sondern die Folge einer weltweit akzeptierten Struktur des Machtmissbrauchs in der Musikindustrie (vermutlich nicht nur hier). Diesen decken Daniel Drepper und Lena Kampf zusammen mit vielen Kolleginnen nicht nur auf, sondern bringen sie auch in den historischen, politischen und juristischen Kontext. Es ist kein schönes Buch, aber eines, das sich zu lesen lohnt, unbedingt in der Buchhandlung Ihres Vertrauens bestellen.
Mehr zufällig suchte ich letzte Woche nach Stevie Nicks Alter und entdeckte, dass sie tags darauf Geburtstag hatte. Weil ich da wohl der einzige Gratulant war, bekam ich nicht nur ein Like ihrer offiziellen Seite (nebst Erwähnung in der Story), sondern auch Ihres privaten Accounts, wofür echte Fans (zu denen ich mich eigentlich schon zählen könnte) durchaus aus dem Häuschen wären. Für die Gratulation machte ich ein paar Fotos und im Zusammenhang mit dem Buch Row Zero entdeckte ich ein sogar ein Interview mit Stevie Nicks, Christine McVie und Lindsey Buckingham, in dem er gefragt wird, wie das denn so mit Frauen in der Band wäre?








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