von | 14. März 2022

Ulrich Grober: „50 Jahre Grenzen des Wachstums“

Allgemein, Bücher | 0 Kommentare

Im März 1972 (da war ich 9 Jahre alt) bekam das 205-seitige Paperback „Die Grenzen des Wachstums“ unglaublich viel Aufmerksamkeit: „Vom Wissenschaftsjournal Science bis zum Playboy, vom Economist bis zur Peking Rundschau.“  Es war einer der größten Bucherfolge des 20. Jahrhunderts und es wahr der Auftakt eines ökologischen Wendejahres. Das schreibt unser nachhaltigkeitsmoralischer Kompass Ulrich Grober in seinem Artikel „Die Erde zuerst“ in der ZEIT Nr. 4 vom Januar 2022.

Ich habe den Autor des für uns so wichtigen Buches „Die Entdeckung der Nachhaltigkeit“ (ein Standardwerk der Umweltgeschichte von 2010) bei einer Lesung in Berlin besucht, er hat am Tag des Schreiners 2016 aus seinem neuen Buch „Der leise Atem der Zukunft“ bei uns gelesen und seitdem sind wir immer wieder in Kontakt und lesen uns.

Lieber herwig Danzer,

auf Ihren Rückblick in das Jahr 1988 (im aktuellen Jahrbuch) setzte ich einen drauf: meinen  aktuellen Blick zurück auf das Schlüsseljahr 1972. Sie sehen, ich verfolge den Weg der Möbelmacher weiter, wenn auch nur aus der Ferne. Und: meinem Thema bin ich treu geblieben. „Die Erde zuerst“ ist auch Ihr Leitmotiv, oder? Siehe Anhang (Artikel der Zeit).
In stürmischen Zeiten grüßt herzlich

Ulrich Grober

In den Club of Rome lud der italienische Industriemanager Aurelio Peccei seit 1968 Philanthropen, Wissenschaftler und Kader der OECD und der UNESCO zu regelmäßigen Gesprächen ein. Der Club erkannte 5 Megatrends:

  • beschleunigte Industrialisierung
  • rasches Bevölkerungswachstum
  • Unterernährung
  • Erschöpfung nicht erneuerbarer Ressourcen
  • Verschmutzung der Umwelt

Sie erteilten dem Experten für Systemdynamik Dennis Meadows (28) vom renommierten MIT (Massachusetts Institut of Technologie) den Auftrag, diese fünf variablen Wachstumsprozesse mithilfe der Computersimulationen abzubilden, sie in Relation zu setzten und daraus zukünftige Entwicklungen abzuleiten. Das Team aus 5 Frauen und 12 Männern (Durchschnittsalter unter 30) wurde nicht zuletzt auch durch die Volkswagenstiftung mit 775 000DM finanziert, denn dessen Kuratoriumsmitglied Wolfgang Pestel war ebenfalls Mitglied im Club of Rome.

„Der Bericht entwarf ein „Weltmodell“. Die Erde ist begrenzt. Wenn Wachstum und Expansion von Teilsystemen ungebremst weitergeht, erleben wir eine Periode des „overshoot“, also das Überschreiten von Grenzen. Diese Prozesse würde um die Mitte des 21. Jahrhunderts zu einem plötzlichen und unkontrollierbaren Niedergang der gewohnten Lebensbedingungen führen, zum Kollaps.“

50 Jahre nach der Veröffentlichung der „Grenzen des Wachstums“ (lesen Sie unbedingt den ganzen spannenden Artikel von Ulrich Grober) ist der „Erdüberlastungstag“ (Earth Overshoot Day: der Tag, an dem die nachhaltig nutzbaren Ressourcen eines Jahres verbraucht sind.) vom 10. Dezember (1972) auf den 29. Juli (2021) vorgerückt.

Schon immer wurde der Bericht heftigst angezweifelt und -gegriffen, dass das „Weiter so“ sich nicht bewährt hat, ist heute eine Binsenweisheit.

Grober beschreibt das ganze Dilemma ausgesprochen spannend und mit interessanten Details (noch vor Kriegsausbruch in der Ukraine) und offensichtlich hat er noch immer die Energie sich an die „Duty to hope“ (Pflicht zur Hoffnung) von Barbara Ward zu halten. Die britische Ökonomin gab 1972, zwei Generationen vor Greta Thunberg, das Motto „Only one Earth“ für ihren UN-Umweltgipfel heraus, heute muss man dieses Motto leider für Klimawandel UND Krieg wählen.

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Der Artikel in der Zeit

Erkenntnisse einer Berlinreise zur Lesung mit Ulrich Grober : Was gutes Fleisch und gute Möbel verbindet

Kulinarische Lesung zum Tag des Schreiners: Ulrich Grober brachte zum Nachdenken, Diana Burkel den Genuss

“Das kalte Herz” im Film von Johannes Naber und Thema unserer Lesung mit Ulrich Grober am 4. November

Noch ein faszinierender Artikel von Ulrich Grober:

Über die Langlebigkeit von Holz am Beispiel einer 1500 Jahre alten Tür – von Ulrich Grober

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