von | Aug 19, 2019

Über den Thalhoferpreis 2019 namens „Ausbilderstolz“

Allgemein, Die Gute Form, Über uns

Ausbilderin Christiane Suttner, Preisträger Hannes Wein und Meister Stefan Winter im Jahr 2018

Im Jahr 2007 gewannen wir einst einen Thalhoferpreis für das beste Marketing im Schreinerhandwerk. Die Themen wechseln jährlich, aber natürlich weiß man ja nie, ob man bei den Preisträgern sein wird. Vor diesem Hintergrund haben wir unsere Bewerbung zum großen Thema Nachhaltigkeit im Jahr 2016 für die Jury sicherheitshalber gleich im passwortgeschützten Blog formuliert, denn der Aufwand für eine Bewerbung ist hoch. Von der Jury erfährt man im Fall des Dachverbandes der Schreinerinnung (anders als bei transparenteren und aufwändigeren Preisprojekten) leider keine fachliche Auswertung als Gegenwert, sondern nur eine Nachricht, dass man entweder nicht oder halt doch gewonnen hat.

Macht ja nix, wenn Nina Brunner und Ute Danzer die Daten schon mal zusammengefasst haben, stellen wir sie auch gerne unseren Lesern und Kunden zur Verfügung. Denn im Jahr 2019 geht es um die Qualität und das Engagement bei der Ausbildung der Schreinerinnen und Schreiner, was der Ausrichter des Preises für uns ein wenig befremdlich mit „Ausbilderstolz“ betitelte.  Mit dem Begriff  „Stolz“ auf die Leistung einer oder eines anderen fühlen wir uns irgendwie nicht so wohl, wir freuen uns viel lieber über die Auszeichnungen, die sie sich selbst verdient haben.  Und hier ist unsere Bewerbung.

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Bewerbung um den Thalhofer-Preis 2019 „Ausbilderstolz“

Die Lehrlingsausbildung ist seit Bestehen unseres Betriebs „die Möbelmacher“ unsere soziale und gesellschaftliche Aufgabe. Besonders stolz sind wir darauf, die höchste weibliche Ausbildungsquote in bayerischen Schreinereien, vermutlich sogar in ganz Deutschland zu haben (laut Aussage der Handwerkskammer).

Weit vor den Diskussionen rund um „Quotenfrauen“ oder „Gleichstellung“ hat im Jahr 1989 den ersten Lehrvertrag in unserem Betrieb eine Frau unterschrieben und zwar als Auszubildende zur Schreinerin. Und seitdem bereichern viele Frauen die Entwicklung unseres Betriebes – von insgesamt 52 Auszubildenden, die in den letzten 31 Jahren bei den Möbelmachern angefangen haben, waren 20 Frauen.

Besonders freut uns, dass eine unserer ehemaligen Auszubildenden nach einigen Gesellenjahren bei uns und gerade auf der Meisterschule zum Jahresende als Schreinermeisterin in unseren Betrieb zurückkehrt.

Um die Grundlagen und den Fortbestand des Handwerks zu sichern sind wir stolz darauf, das eigene Wissen und die langjährige Erfahrung aus traditionellem Handwerk und technischen Entwicklungen an nachfolgende Generationen weitergeben zu dürfen. Die Möbelmacher fertigen seit 1988 ausschließlich hochwertige Möbel aus dem Massivholz der Region und vermitteln als nachhaltig geführter Betrieb seit dem Neubau in Unterkrumbach 1997, ganzheitliche Ausbildungsinhalte: Möbelproduktion „vom Baum zu Tisch“ beginnend im Wald. Jeder Auszubildende hat die Möglichkeit diesen Prozess von der Holzauswahl, dem Entrinden und Sägen der Bäume, des Stapelns und dem Trocknen der rohen Bretter, die Bearbeitung der Hölzer auf modernen Maschinen (u. a. CNC-Bearbeitungszentrum) bis zu den geschliffenen und mehrfach geölten Oberflächen und die Montage des fertigen Möbels beim Kunden zu erleben.

Wie unsere Möbel entstehen – vom Baum zu Tisch: https://www.die-moebelmacher.de/firma/vombaumzutisch.html

Durch zusätzliche Maßnahmen die jungen Menschen noch besser auf den Beruf des Schreiners vorzubereiten, schaffen wir die Möglichkeiten, an Exkursionen (Auslandspraktikum in Finnland) oder überbetrieblichen Schulungen wie Fensterbau (Austausch mit Schreinerei Seitz – Fenstermanufaktur), Drechselkurse, Bodenschleifkurse mit Kollegen bei Partnerfirmen, teilzunehmen. Durch diese Erfahrungen ergänzen wir die Ausbildung bei uns am Gelände und in der Berufsschule, mit interessanten Aspekten, die trotz des zeitlichen Mehraufwandes gerne angenommen werden.

Alle Berichte von Sophias Auslandspraktikum „Schreinern auf Finnisch“ im Nachhaltigkeitsblog: https://www.nachhaltigkeitsblog.de/praktikum

Wir sind besonders stolz auf die sehr guten Leistungen unserer Auszubildenden bei Innungswettbewerben, schulischen Bestnoten und Wettbewerben auf Bundesebene. Diese herausragenden Ergebnisse haben wir in einer Statistik zusammengefasst: Auf 47 Auszubildende, die Ihre Ausbildung abgeschlossen haben, verteilen sich 46 Preise. (Siehe beigefügte Statistik, aktualisiert auf 48 Preise für 48 Auszubildende)  Diese Ausbildungsstatistik spricht für sich und ist zugleich Motivation für unsere Auszubildenden, denn jeder möchte gerne ein weiteres Glied in der Erfolgskette der Preisträger sein.

Ein Handwerk richtig gut zu beherrschen ist in unserer schnelllebigen und anonymen Internetwelt ein wichtiger Faktor um sich selbst zu verwirklichen, zu erden und Freude an dem Erschaffenen zu haben.

Mit unseren seit 1998 jährlich stattfindenden Unterkrumbacher-Werkstatt-Tagen bieten wir unseren Kunden und auch unseren Mitarbeitern eine interessante Mischung aus Kunst, Kultur und Politik. Auch unsere Auszubildenden sind in diese Veranstaltungen von Anfang an involviert, dürfen und sollen sich auf der Homepage oder im Blog und bei Messen und Ausstellungen nicht nur handwerklich, sondern auch technisch und sozial mit einbringen.

Wir halten gemeinsam mit unseren Auszubildenden und dem gesamten Team Vorträge über das Schreinerhandwerk in Schulen, organisieren Führungen mit Schulklassen, Kindergruppen und Interessengruppen.

Im letzten Jahr durften wir im Rahmen des jährlichen Berufsorientierungs-Projektes der Jugendsozialarbeit zusammen mit einer Deutschklasse Teil eines Kooperationsprojektes sein und zusammen mit Jugendlichen Gartenmöbel bauen. Die Jugendlichen erhielten so einen Einblick in den Beruf des Schreiners und dessen Tätigkeitsfeld.

Blogeintrag zu dem Projekt: https://www.nachhaltigkeitsblog.de/gartentisch-und-baenke-als-kooperationsprojekt-in-derfuerther-kiderlein-schule.html

 

In einem Praktikum haben Schüler die Möglichkeiten unseren Betrieb kennenzulernen. Meist folgt nach dem Praktikum eine Bewerbung.

Viele Berichte von begeisterten Praktikanten finden Sie im Blog: https://www.nachhaltigkeitsblog.de/praktikum

Unsere Auszubildenden sind ein wichtiger Baustein in unserem Betrieb. Sie dürfen von Anfang an Verantwortung übernehmen und bereits nach wenigen Monaten der Ausbildung kleinere Aufträge komplett bauen und auch beim Kunden montieren. Durch Rollenwechsel (Auszubildender ist beispielsweise während „seiner“ Montage der Montageleiter und wird von den Gesellen nur im Hilfsfall angeleitet.) bei der Montage wird die Verantwortung symbolisch übertragen und der Auftrag im Anschluss gemeinsam nachbereitet. Das schafft Selbstvertrauen.

  

Oft durften wir bereits bei der Vorstellung hören, dass unsere Auszubildenden nicht nur Schreiner/Tischler werden wollen, sondern auch Möbelmacher. Das macht uns sehr stolz. Und hatte auch bereits in vielen Fällen zur Folge, dass unsere Auszubildenden viele Jahre bei uns als Geselle weiterarbeiten, sich selbstständig machten oder nach Jahren wieder zurückkehrten und uns teilweise bereits seit 30 Jahren die Treue halten. Eine ehemalige Gesellin, die derzeit in Paris lebt ließ sich kürzlich ein Massivholzmöbel als Erinnerung an Ihre glückliche Ausbildungszeit von uns anfertigen.

Der Geschäftsführer der Möbelmacher, herwig Danzer, ist Pressesprecher der Innung Nürnberger Land. Wir übernehmen als Betrieb in Zusammenarbeit mit Innungskollegen organisatorische Aufgaben (Zusammenstellung und Einladung der Jurymitglieder, Erstellung der Urkunden für die Sieger und deren Betriebe), um die Freisprechung und die Feierlichkeiten zur Verleihung des Innungswettbewerbs „die gute Form“ für die angehenden Junggesellen zu einem besonderen Ereignis zu machen.

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