von | 6. November 2011

Neue Messungen von Induktionskochfeldern

Die Massivholzküche, Nachhaltigkeit, Bio und Messen | 25 Kommentare

Induktion_Uwe_Muenzenberg_0049Vor rund 20 Jahren (au weia ist das lang her) wurden von unserem damaligen Lieferanten für Küchengeräte  Atag die ersten Induktionskochfelder in Deutschland geliefert.(Wolfram Siebeck nahm nach meinem Schreiben im Zeitmagazin seine Aussage zurück, dass man in Deutschland keine Induktionskochfelder kaufen könne (leider erklärte er nicht, wo es sie schon gab).

Sofort baten wir unserem  Sachverständigen für Baubiologie Uwe Münzenberg die Stärke des magnetischen Wechselfeldes zu messen und dessen Gefährlichkeit einzuschätzen. Damals kam er und sein Institut stark vereinfacht zu dem Schluss, dass man in der direkten Nähe zum eingeschalteten Kochfeld nicht schlafen sollte, dass das Kochen damit aber kein konkretes Risiko bedeute.
Während wir also die Mikrowelle schon immer vermieden, verkauften wir wegen deren unschlagbaren Vorteile bei Geschwindigkeit, Stromverbrauch und Pflegeleichtigkeit bis heute viele hundert Induktionskochfelder und nur ganz wenig andere.

Induktionskochfeld_messung_uwe_0087In letzter Zeit gab es kritische Stimmen zur Induktionstechnik (die übrigens schon Rudolf Steiner als Zukunft des Kochens sah), die einige unsere Kunden verunsicherten. Leider wurden hier die Magnetfelder nur nach deren Wert, nicht aber nach deren Einwirkzeit bewertet, das wäre etwa vergleichbar mit der generellen Warnung vor der Sonne, denn deren Strahlung löst – bei entsprechender Dosis – nachweislich Krebs aus. Also gaben wir im Oktober 2011 beim ökologischen Forschungsinstitut Anbus wieder bei Uwe Münzenberg eine Untersuchung in Auftrag, die die Werte mehrerer aktueller Induktionskochfelder beurteilen sollte. Das Problem ist dabei weniger das Ermitteln der Werte, denn das geht mit modernen (und teuren) Messgeräten ziemlich einfach, sondern diese Werte so zu deuten, dass sich unsere Kunden eine eigene kompetente Meinung zur Gefährdung bilden können.
Vor-dem-KochfeldWEB
Leider gibt es in dem in Induktionsfelder eingesetzten Bereich der magnetischen Wechselfelder (ca. 100 Kiloherz) keine in unserem Alltag vergleichbare Technik, hauptsächlich der Bildschirmarbeitsplatzvorsorgewert von 0,025 Mikrotesla für den 8-stündigen Arbeitstag dient einer groben Orientierung. Da die Dosis aus einem Faktor aus Zeit und Feldbelastung besteht, führt eine Umrechnung des Arbeitstages bereits bei einer angenommen reinen Kochzeit von einer Stunde zu einem "erlaubten" Abstand vom Kochfeld von rund 30 cm. Wer schon mal gekocht hat weiß, dass das selbst bei Frühstück, Mittag und Abendessen praktisch nicht zu erreichen ist (nichtmal mit der bekannten Fußkette).

 
Nach der  "Berufsgenossenschaftlichen Unfallverhütungsvorschrift Elektromagnetische Felder" darf im sogennanten Expositionbereich 2 (entspricht dem normalen Büroarbeitsplatz) der Wert von 21 Mikrotesla nicht überschritten werden, das schafft man nichteinmal, wenn man sich als sozialversicherter Arbeitnehmer auf 10 arbeitetende Kochfelder gleichzeitig setzt. Wir sehen uns durch diese Messungen in der Auffassung bestätigt, dass die Vorteile der Induktionskochfelder gegenüber deren vermeintlichen Gefahren überwiegen, wir geben diese Zahlen aber gleichzeitig bekannt, auf dass sich jeder seine eigene Meinung bilden kann.Messtabellen
 
Wundern würde uns auf jeden Fall, wenn uns jemand vor dem Bildschirm sitzend, beleuchtet von einer "Energiesparleuchte" via mobilem Haustelefon (das sind die übelsten) erklärt, er wolle wegen der Feldbelastung auf Induktionskochfelder verzichten und danach auch noch unter die Sonnenbank geht.
 
Achja und einen kleinen Trick haben wir auch noch aus den Messungen abgeleitet: je mehr magnetischer Stahl in den Töpfen verarbeitet ist, desto geringer ist die Feldbelastung (kann man mit einem Magneten testen). Der Unterschied zwischen einem Edelstahltopf (der meist nur im Boden magnetisch ist) und einem Emailtopf, der komplett aus Stahl besteht, betrug 2:1, mit Stahltöpfen kann man also die Feldbelastung beim Kochen nochmal halbieren.

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Ein kleiner Beitrag in der ZEIT, auch über Herzschrittmacher und Induktionskochfelder.

25 Kommentare

  1. Friedel

    Danke für diesen Beitrag. Induktionskochfelder haben bei einigen Leuten immer noch einen eher schlechten Ruf. Dass jemand sein Bett direkt neben der Herdplatte aufgebaut hat, kann man wohl eher ausschließen. Die Sache mit den Töpfen aus Stahl ist auch gut zu wissen.

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  2. herwig Danzer

    Gerne, mussten unsere Messungen einfach auf den neuesten Stand bringen, weil einige Menschen unsere Kunden verunsichern. Ich glaube, dass die meisten damit zurechtkommen und wer mit den gemessenen Werten Probleme hat, bekommt ja gerne auch ein konventionelles Kochfeld. Aber wenigstens kann er oder sie es dann einigermaßen einschätzen.

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  3. Kocher

    Hallo
    Also aus meiner Sicht widerspricht sich der “kleine Trick” doch, oder?

    …je mehr magnetischer Stahl in den Töpfen verarbeitet ist, desto geringer ist die Feldbelastung

    … und einem Emailtopf, der komplett aus Stahl besteht

    …mit Stahltöpfen kann man also die Feldbelastung beim Kochen nochmal halbieren

    Wenn aber doch der Emailtopf mehr Stahl hat, dann ist dieser doch besser geeignet, oder?

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  4. herwig Danzer

    Ich glaube das Missverständnis ist der Unterschied zwischen Edelstahltopf und Emailtopf: Der Emailtopf ist der (Roh-)Stahltopf mit Emailoberfläche von dem die Rede ist, der schneller arbeitet und noch dazu die Feldbelastung reduziert. Ist es damit aufgeklärt?

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    • Ziergras

      Gefahren des Lebens könnte man ins unendliche treiben. Jedoch finde ich den Bericht als sehr verwirrend geschrieben. Schade eigentlich. Schön wäre es, wenn Sie sich hier etwas deutlicher Ausdrücken! Zu dem ist es nicht immer die Intensität der Quelle, sondern eher die Masse der Strahlungen, denen wir uns tagtäglich aussetzen. Von daher sehe ich dringenden Handlungsbedarf in der Abschirmung von elektronischen Geräten im allgemeinen. Wenn ich z.B. Schon allein die WLan’s zähle in meiner Umgebung, werde ich nicht fertig. Dazu das eigene Mobiletelefon inklusive Sendeanlagen + Decttelefon + PC Bildschirm + Fernseher inkl. Teristische Sendeanlagen, Energiesparlampem USW. Ich habe bestimmt einige vergessen. Und jetzt noch diese Induktonsfelder, wo auch keiner so richtig weis, ob es Langzeitfolgen gibt?
      Von der allgemeinen Umwelt- und Lärmbelastung ganz zu schweigen 😉 meine persönliche Meinung dazu ist. Die Menscheit hat es bereits eindeutig übertrieben. Und es ist nur noch eine Frage der Zeit bis wir wieder mit Pfeil und Bogen auf die Jagt gehen, unser Essen über dem Feuer zu bereiten und über Bongos kommunizieren. TM

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      • herwig Danzer

        Liebe(r) Ziergras,
        wir haben die gemessenen Daten neutral veröffentlicht, um jedem selbst seine persönliche Entscheidung für oder gegen Induktion zu ermöglichen. Und ja, so ein Lagerfeuer hat auch was.
        Mit herzlichem Gruß,
        herwig Danzer

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  5. Vomitorium

    Top, danke für die Infos.
    Dann habe ich jetzt was zum Argumentieren in der Hand 🙂
    Grüße

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  6. Neuner

    Hallo,
    wenn die Strahlung so ungefährlich ist, warum unterhalten wir uns dann über bessere und schlechtere Töpfe?
    Grüße

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    • herwig Danzer

      Weil wir über die technischen Zusammenhänge informieren wollen, auf dass jeder selbst entscheiden kann.

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  7. Jan

    Hallo und Vielen Dank für diesen Beitrag, sehr interessant wie ich finde! Und immer schön Nachhaltig bleiben 😉

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  8. Greenlady

    Du meine Güte, wo sind boss all die unkomplizierten Gasherde hin? Ich koche nur mit Gas! War in der Gastronomie und auch dort gab es nur Gas. Mikrowelle ist ein No Go. Mit Gas kocht man eben mit Feuer – meines Erachtens immer noch die natürlichste, unkomplizierteste und schnellste Art zu kochen.
    Keine Angst vor falschen Töpfen, zu kleine zu große, Magnetleitfähigkeit hin oder her, keine Angst vor Strahlen, keine Angst vor’m nicht Beherrschen der übertriebenen Nonsens-Elektronik.
    Gas an, kochen, fertig! Wie einfach kann das denn sein?
    Für die meisten scheinbar zu einfach und nicht zu glauben, wie schlicht und simple man noch kochen kann!

    Kommt mir jetzt bloß nicht mit der Angst vor dem Feuer auf dem Herd! Selbst Kinder verbrennen sich bei offenem Feuer weniger die Finger als bei einer heissen Elektro-Herdplatte.

    Liebe Grüße,
    eine Köchin mit 40jähriger Erfahrung auf allen Kochgebieten!

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    • herwig Danzer

      Liebe Greenlady,
      niemand hat was gegen Gas. Meine Aufgabe sah ich als Informationspflicht gegenüber meinen Kunden und Lesern, die durch einige neu aufgetauchte (alte) Argumente gegen Induktion verunsichert wurden. Wenn Sie lieber mit Gas, also einer Primärenergie kochen, dann hat es sogar ökologische Vorteile. Für uns ist viel wichtiger, dass die Küchen von den Möbelmachern kommen …
      Schöne Grüße
      herwig Danzer

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  9. Peter Braun

    Na, da bin ich jetzt aber irritiert, dass Gas (Primärenergie) ökologische Vorteile hat. Wenn dagegen Induktion steht, die ihren Strom nicht grade vom Atomkraft- oder Kohle-Kraftwerk, sondern aus einer regenerativen Quelle bezieht, dann sollte die doch wohl ökologischer sein. Und ich will mich damit nicht gegen den Gas-Herd aussprechen :-), nur nachfragen.

    Antworten
  10. herwig Danzer

    Richtig, den kleinen Nebensatz mit der Strom-Herkunftsfrage hatte ich bei der Formulierung zwar im Kopf, aber er hat es nicht bis auf die Tastatur geschafft. Vermutlich zu viel an die Küchenherkunft gedacht.

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  11. veci

    Heisst das, dass ich unbedenklich induktion benutzen kann wenn ich schwanger bin oder kinder habe

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    • Johannes

      Vom Schweizer BAG wurde eine Studie zur Messung der Feldstärken gemacht und sie sind zum Schluss gekommen, dass gerade Schwangere bei einigen Geräten Feldstärken ausgesetzt sind, die teilweise beträchtlich höher sind als der gesetzliche Grenzwert in der Schweiz. Die Hersteller könnten das Problem ziemlich einfach eindämmen, haben aber bisher keine Anstrengungen vorgenommen. Im Gegenteil. Die neuen Herde von Bora etc. wo ein ganzes Feld von Spulen wild verteilt ist, die sich anhand eines Magnetsensors von selbst aktivieren, haben signifikantes Potential für Streustrahlung.

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  12. herwig Danzer

    Liebe Veci,
    nachdem es zu dieser Problematik viele Meinungen gibt, haben wir hier unsere Messdaten neutral veröffentlicht, auf dass sich jeder seine eigene Meinung bilden möge. Aus unserer Sicht ist die Antwort ein klares “Ja,” aber es gibt einige Menschen, die das Gegenteil behaupten werden. Ich behaupte, dass sie keine wissenschaftlich nachweisbaren Argumente haben, aber entscheiden kann man immer nur selbst. Wünsche noch eine schöne Schwangerschaft und glückliche Kinder,

    herwig Danzer

    Antworten
  13. Jan Zimmmermann

    Danke für den Artikel und der Induktionskochfeld Messergebnisse!

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  14. Diana

    Danke für diesen tollen Blog. Der Artikel war sehr interessant zu lesen.

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  15. Johannes

    Vielen Dank für Ihre Messwerte. Leider kann ich diese bei mir nicht nachvollziehen. Wenn unser Induktionsherd läuft, dann habe ich bei 20cm Entfernung locker Mikrotesla im zweistelligen Bereich. Im Powermodus, mit einem etwas kleineren Herd (stärkeres Feldbluten) bei ca. 10cm auch gerne mal weit über 100 Mikrotesla.

    Das gleiche hat auch eine Messung der ETH ergeben, die ermittelt hat, dass in unmittelbarer Nähe vom Kochfeld (was beim Kochen regelmäßig der Fall ist) bei einigen Herstellern teils das 16fache des gesetzlichen Maximalwertes erreicht wird (und damit über 16 Mikrotesla, denn in der Schweiz liegt der Grenzwert bei Dauerbelastung bei 1 Mikrotesla und Spitzenbelastung bei 100 Mikrotesla).

    Mit dieser Sache beschäftigt habe ich mich nur, weil wir in eine Wohnung mit Induktionsherd gezogen sind, bei dem meine Frau beim Einschalten auf hohen Stufen augenblicklich Kopfschmerzen bekommt. Wir waren eigentlich zuerst begeistert davon, wir haben die plötzlich auftretenden Kopfschmerzen zuerst nicht dem Herd zugeordnet.

    Wir werden bald eine neue Küche für unser Haus bekommen, das wir gerade bauen und werden dort ein Cerankochfeld einbauen. Dessen Werte sind nichtmal ein zehntel der Induktionsfelder. Unabhängig davon könnte ich kein Kochfeld gebrauchen, das meine Frau wegen Kopfschmerzen nicht verwenden kann.

    In jedem Fall ist die Diskussion über Induktionskochfelder sicher nicht erledigt und sollte meines Erachtens nach weiter kritisch beobachtet werden. Der Drang nach mehr Power, mehr Geschwindigkeit, mehr Luxus (keine markierten Felder mehr, sondern ein Spulenfeld, wo sich Spulen selbsttätig aktivieren sobald ein Topf teilweise drauf steht – gigantisches Feldbluten) führt dazu, dass gesetzliche Grenzwerte mit Füßen getreten werden. Dazu kommt, dass die gesetzlichen Messungen in ca. 50cm Abstand vom Kochfeld gemacht werden. Ein völlig unrealistisch großer Abstand, wie jeder Küchenbenutzer weiß.

    Antworten
    • herwig Danzer

      Lieber Johannes,
      richtig, die Diskussion ist nicht erledigt, es kommen ja neue Aspekte und Messungen dazu, vielen Dank für Deine Info. Ich finde die Kochfelder mit der Menge von Spulen ebenso sinnlos wie überflüssig und verwende Kochfelder, die nur jeweils eine Spule pro Kochfeld haben, diese haben wir auch gemessen. Mögen alle das Kochfeld Ihrer Wahl finden, für mich ist es eh der Tepan Yaki: https://www.die-moebelmacher.de/produkte/massivholzkuechen/tepanyaki.html

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