von | 19. September 2021

Wie wir wegen einer kaputten Brikett- und Späneaustragung den Saugbagger lieben lernten

RUND(um´s)HOLZ | 2 Kommentare

 

 

Die Späne unserer Holzmaschinen werden abgesaugt, unter der Absaugung zu Briketts gepresst und in den Bunker befördert, der sich über der Heizung befindet. Der Bunker ist 370 cm im Quadrat und er war am Samstag früh noch auf rund 3,5 Meter Höhe befüllt, was knapp 50 Kubikmetern an Briketts – die haben rund 6 cm Durchmesser – und Späne entspricht. Zusätzlich werden die Bretteranschnitte vom Besäumen im Zerhacker zerteilt, abgesaugt und ebenfalls brikettiert.

 

Unsere Holzheizung läuft auch den ganzen Sommer durch, weil die Trockenkammer geheizt und die Möbelmacher und das regionale Musterhaus auch warmes Wasser brauchen.  Dasselbe kühlt leider schnell ab, wenn die Austragung am Fuße des Bunkers sich nicht mehr dreht und damit kein Material nachkommt. Den ganzen Tag haben Stefan Winter und ich am Mittwoch telefoniert, um eine Lösung zu finden und die hieß zunächst mal Saugbagger.   Die Firma Brochier in Lauf besitzt aktuell drei von denen (bald 4) und Klaus und Pascal haben uns zuliebe den Samstag bei richtig gutem Wetter für eine verdammt aufwändige Aktion geopfert – o.k., sie haben auch Geld dafür bekommen, aber sie haben den schnellen Termin ob unserer misslichen Lage vereinbart, weil die Saugbagger ansonsten ausgebucht waren.

Am Donnerstag Früh kam Maik und Pascal um die Lage zu besprechen, denn natürlich würden wir gerne weder unsere Photovoltaikanlage, noch unser Blechdach beschädigen, die Saugschläuche sind aber verdammt schwer (4 Meter rund 80 Kilo) und haben an den Enden richtig dicke Metallmanschetten. Es war nicht leicht, die Schläuche aufs Dach zu bringen, weil unser Stapler nur bis zur unteren Dachkante auf 4,50 Metern kommt, aber der Personenbeförderungskorb schaffte dann doch die notwendige Höhe. Zum Schutz des Daches bauten wir drei Paletten unter die Kupplungsstelle und legten noch ein paar Matten aus.

 

Der eigentliche Plan seitlich, oberhalb der Photovoltaikanlage durchzukommen, scheiterte an der mangelnden Länge der Schläuche, also befestigte Klaus noch 4 Meter starre Rohre an seinem frei beweglichen Greifarm, danach kam 1,5 Flexschlauch und an den hängten wir noch die 4 Meter, die dann bis auf den Boden des Bunkers reichten – der allerdings noch von 3,5, Meter Briketts entfernt war. Um seine volle Saugleitung zu entfalten und sich nicht an die Wand zu kleben oder durch zu viele Briketts verstopft zu werden, muss der Schlauch ständig in Bewegung sein, was alleine kaum zu schaffen war. Also saugten wir zu zweit bis zu Mittagspause mit Weißwürsten – Pascal ist aber Vegetarier – immerhin schon mal bis zum Boden runter, was rund 27 Kubikmetern entsprach.

Geisterfahrer

Lustig zu sehen ist, wie Klaus mit seiner Fernbedienung nicht nur den Sauger und die Greifarme bewegen kann, sondern auch den LKW steuern. Sieht schon seltsam aus, wenn so ein 30-Tonner ohne Fahrer über das Gelände düst. Die Fotos sind übrigens aus den Videos kopiert (und deswegen nicht immer scharf), die meist von der stationären Kamera aufgenommen wurden, wir mussten ja was arbeiten.

Wohin mit dem Zeug?

 

Ursprünglich dachten wir, wir hängen den Schlauch ab, wenn das Auto voll ist und kippen es bei uns im Hof gegen die Wand. Aber das Andocken der Schläuche war so aufwändig und riskant, dass er seinen Behälter in unsere Schaufel des Gabelstaplers lehrte und Stefan fuhr sie weg. Zum Teil legten wir es wie geplant an die Wand, zwei große Hänger voll holte unser Nachbar Philipp vom Hof Scharrer ab und wenn Zeit war, füllten wir unsere großen Säcke, die wir noch aus der Zeit haben, als wir die Briketts auch verkauft haben.

     

18 Kubikmeter später waren wir am Kegel und der Schnecke, in die die Briketts von einem Greifarm geschoben werden und dann direkt in die Heizung befördert werden. Wir befürchteten, dass ein Metallteil die Schnecke blockierte, aber wir werden wohl nie erfahren, was es wirklich war, nach dem Freilegen der Schnecke lief das ganze wieder, was uns einerseits natürlich freute, andererseits hätten wir gerne gewusst, was das eigentliche Problem war? Den in 24 Jahren ziemlich verbeulten Blechkegel haben wir auf Anraten des Herstellers Klaus Endress  (bei dem wir uns übrigens eine komplette neue Anlage als Ersatzteillager abholen durften)

Dann kam noch viel Abbau- und Aufräumarbeit, gottseidank haben wir unsere Kehrmaschine im letzten Jahr wieder restauriert. Die Heizung schaffte es gerade noch so das Wasser zu wärmen, dass ich frisch geduscht um 19 Uhr an einer virtuellen Partie zum 60. Geburtstag einer lieben Kundin teilnehmen konnte, für die wir den Wein und das Essen per Post bekommen haben (absolute Empfehlung: Irori).

Wir bedanken uns bei unserem Team Stefan Winter und Oliver Mayer, bei Philipp vom Kühnhofener Hof-Scharrer und vor allem bei Pascal (der mit den wenigen Haaren) und Klaus für den Samstagseinsatz und bei Maik, der ihn organisiert hat. Jetzt weiß man es wieder zu schätzen, wenn man an einem Wasserhahn dreht und heißes Wasser rauskommt.

2 Kommentare

  1. Neuner Melanie

    Hallo liebe Möbelmacher,
    aus reinem beruflichen Interesse, dürfte ich mal fragen, wann ihr den Bunker mit den Briketts das letzte Mal sauber gemacht habt? Bei dem Anteil an Sägespänen im Lager, würde ich sagen, es war ‘ne “Verstopfung”!

    Antworten
  2. herwig Danzer

    Liebe Melanie, in den letzten 24 Jahren war er ab und zu mal leer, aber die Greifarme und die Schnecke haben noch nie blockiert. Klar war das Material unten ein wenig fest, aber das kennen wir schon immer so. Wenn Dich Details interessieren, ruf mich einfach an, Du kannst auch gerne das Bildmaterial haben, wenn es Dir hilft. Was machst Du denn beruflich?

    Antworten

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