von | 16. Januar 2018

Möbelmesse IMM Köln 2018 in der Bettenhalle 9: Eine Matratze für alle und das Zirbenbett

Jahrbuch, Messen und Veranstaltungen, Möbelmesse, Nachhaltigkeit, Bio und Messen, Pro Natura, RUND(um´s)HOLZ | 0 Kommentare

Auch im Jahr 2018 interessieren wir uns bei jeder Möbelmesse für alles, was mit dem gesunden Schlaf zu tun haben könnte. Für Gesprächsstoff in der berühmten Schlafhalle 9 sorgte in diesem Jahr nicht nur am Stand von Pro Natura unser Zirbenholzblogartikel vom Sonntag, in dem wir ganz klar Stellung für gesunde Naturmaterialien wie Massivholz – am liebsten aus der Region – beziehen und gleichzeitig den unwissenschaftlichen Grund für den Hype des Zirbenholzbettes anhand vieler Quellen erläutern.

Kritik am wissenschaftlichen Anspruch als Orientierungshilfe für unsere Kunden

Betten aus Massivolz machen Freude, die Holzart ist dabei nicht so wichtig

Natürlich bauen wir für Kunden, die den Geruch und die Optik der Zirbelkiefer schätzen auch gerne Zirbenbetten, aber die überall zitierte Untersuchung aus dem Jahr 2002 liefert  keine wissenschaftlich nachvollziehbare gesundheitliche(!) Argumente für die Bevorzugung der Zirbelkiefer. Aus einer eher zufällig entstandenen Untersuchung, wurde ein geschickt gesteuerter PR-Coup, nicht mehr, aber auch nicht weniger und er war sehr erfolgreich, denn der Zirbenpreis hat sich seitdem mehr als verdreifacht.

Aus Zirbenholz ist diese Liege nicht gemacht und trotzdem fliegt „Big Ufo“ aus der Moonshine Gang von Sigikid begeistert auf Larissa.

In der Studie ging es ausschließlich um den Vergleich zwischen Spanplatte, Zirbe und dem gewohnten Bett, weshalb auch jedes andere Massivholz die positive Wirkung auf den Schlaf haben könnte, wofür es sogar schon Anhaltspunkte gibt. Der komplette Hintergrund mitsamt einer spannenden Diplomarbeit mit Interviews der Protagonisten ist in diesem Artikel nachzulesen. Mit einigen Fachleuten haben wir uns auf der Möbelmesse über diesen erstaunlichen Zirbentrend unterhalten und auch darüber, dass die Reiter dieser Welle den Artikel gar nicht so doll finden werden. Wir haben ihn aber mit allen Hintergrundinformationen veröffentlichen müssen, weil wir unseren fragenden Kunden eine fundierte Orientierungsmöglichkeit schuldig sind. Denn deren Vertrauen ist auf Dauer viel mehr Wert, als eine schnell verkaufte Trend-Bettstatt.

Humorvolle Anwort auf die Einheitsmatratze „one fits all“

„Die vielleicht größte Kraft der Menschen, liegt in Ihrer Vielfalt“ – ein wohlformulierter und humorvoller Text zu verbraucherfeindlichen Marketingentwicklungen. Wer den Autor des vielzitierten Satzes kennt, möge ihn uns bitte übermitteln.

Und noch eine neue Sau wird auf der Messe nicht nur durchs Internetdorf getrieben: die Einheitsmatratze, die von 45 bis 120 kg, kleine wie große Menschen angeblich gut liegen lassen soll – was natürlich nicht geht – wofür es hier ganz viele logische Gegenargumente gibt. Auf gut 300 Quadratmetern hat der Verband der Matratzenindustrie darauf mit einer ebenso intelligenten, wie humorvollen Ausstellung reagiert und augenzwinkernd die Frage ONE-FITS-ALL oder NONE-FITS-ALL gestellt.

Alleine der Gedanke an meine modebewusste Tochter macht diese Präsentation der neuen bequemen Einheitshose witzig.

 

Auch für das Friseurhandwerk wäre die Einheitsfrisur sicher eine willkommene Erleichterung, wie auch bei den Matratzenberatern: „Unser Schnitt passt immer!“

Auch der Optiker weiß, dass die Einheitsbrille seinen Kunden wertvolle Dienste leisten würde, nur sehen tun sie halt nix. Wie bei der Einheitsmatratze, nur im Schlaf.

Vorgestellt wird die Einheitshose, die Einheitsbrille, der Einheitsschuh und die Einheitsfrisur, was wir hier einfach in Bildern wiedergeben, wie auch den gelungenen kurzen Text, der – wie auch bei der Zirbe – aktuelle Marketingtrends kritisch hinterfragt und den Verbraucher auffordert, sich mit den für ihn wichtigen Themen auch ernsthaft zu befassen und nicht auf billigen Preis und 100 Tage Rückgaberecht reinzufallen.

Besonders Sportgeschäfte wären so froh, wenn sie nur noch einen Skischuh in links und rechts vorhalten müssten …

Wir haben uns lange mit dem Chef des Verbands der Matratzenindustrie und dieser Kampagne Dr. Ulrich Leifeld unterhalten und so unterschiedlich unsere Auffassungen des gesunden Schlafes an manchen Punkten auch sein mögen, in diesem Zusammenhang müssen alle Hersteller von individuellen und an die Kunden angepasste Lösungen zusammenhalten: die Einheitsmatratze ist ein Marketinggag, aber keine sinnvolle oder nachhaltige Lösung für ernst genommene Kunden.

Ludwig Völk findet Gefallen an dem kurzfristige Gejammer um die Einheitsmatratze, weil der Fachmann einschätzen kann, dass in ein paar Monaten die enttäuschten Kunden nach guten Lösungen jenseits der Billigschiene suchen werden.

Aber es gibt auch völlig entspannte Pro Natura Fachleute. Ludwig Völk sagte: „Man muss das postiv sehen. In ein paar Monaten brauchen ganz viele Menschen wieder neue Matratzen und sie sind von Billiglösungen geheilt.“ Hoffen wir mal, dass sie sich dann vernünftig beraten lassen. Wir sind auf jeden Fall jederzeit auch am Samstag für unsere Kunden da und mit dem persönlich angepassten Bettsystem von Pro Natura konnten wir schon ganz viele Kunden seit über 25 Jahren glücklich betten.

Wenn im Ankleideraum nur noch eine Hose, eine Brille, ein Paar Schuhe und eine Frisur angeboten werden, wir die Welt der preisbewussten Verbraucher sehr vereinfacht. Wirklich?

 

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