von | 6. August 2015

Massivholz und die Wahrhaftigkeit im Design – erklärt von Professor Klöcker bei der Guten Form 2015

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Die Jury hat sich intensiv mit den Gesellenstücken befasst und zum Probesitzen sogar Stühle angeschleppt. Der Tisch in der Mitte von Anna Domaischel hat den ersten Preis gewonnen.

Die Jury des Designwettbewerbs “Die Gute FoGuteForm15KlöckerEisenbrandWagnerGanser_0017rm” – seit vielen Jahren die kompetenteste, gewissenhafteste und kommunikativste Bayerns, wie ich selbst zu behaupten pflege – hat wieder mal getagt. Wieder muss ich betonen, dass ich nur der Organisator im Namen der Schreinerinnung Nürnberger Land bin und aus Befangenheitsgründen (die Möbelmacher bekamen schon 43 Preise) die Sitzung nur begleite, manchmal mit Vorschlägen rein  organisatorischer Natur.

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Die Jungs wollen alle versteckten Details erkunden, schließlich geht es um eine glaubwürdige und nachvollziehbare  Begründung von Preisen

Diesmal war das unproblematisch, weil der Möbelmacherlehrling Frank Scharf  erst nächstes Jahr Prüfung macht, dennoch halte ich eine selbstständige und ehrenamtliche Jury, die sich strikt an die definierten Regeln der guten Form hält – und nicht an geschmackliche Vorlieben –  für ein großes Glück und die Innung kann der jährlich nur mit kleinen Abweichungen zusammenstehenden Gruppe aus Architekten, Grafikern, Künstlern, Schreinern und Professor Klöcker nicht dankbar genug sein. Die offiziellen GuteFormKriterien kann man hier herunterladen.

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Anna Domaischel und Ihr Tisch aus massivem Kirschbaum wurde von Professor Klöcker heftigst gelobt

Dieses Jahr waren es Angelika Eisenbrand- Leykauf (Diplom-Designerin),  Gerd Wagner (Schreinermeister und Berufsschullehrer), Wolfgang Ganser (Architekt) und Professor Dr. Ingo Klöcker (Hochschullehrer, Produktdesigner und Künstler) und sie hatten in ausgiebigen Diskussionen die drei am überzeugendsten gestalteten Möbelstücke ausgewählt und zwar, nach absolut zeitlosen Designkriterien und nicht nach den Wellenbewegungen persönlichen Geschmacks.

Andrea Pitsch berichtet anschaulich in Ihrem Bericht der Hersbrucker Zeitung davon, der leider ein zufälliges Stimmungsfoto wichtiger war, als das Foto der Siegerin mit Ihrem Gesellenstück, was die Innung bei einer Veranstaltung zur “Guten Form”  irritierte. Dankenswerter Weise wurde aber der im Artikel übersehbare Hinweis, wer den ersten Preis gemacht – Anna Domaischel von der Schreinerei Lehr – nachgereicht. Jetzt sind wieder fast alle zufrieden.

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Die drei jungen Preisträger der guten Form:

Die “Wahrhaftigkeit des Designs” im Möbelbau heißt  Massivholz

Wir haben eine kleine Sequenz aus Klöckers Rede aufgezeichnet, in der er die Wahrhaftigkeit im Design durch Massivholz erklärt, was wir zwar schon seit 26 Jahren versuchen, aber noch nie auf den überzeugenden  Vergleich mit der “vermeintlichen” (soll heißen: neu aufgebauten) Nürnberger Altstadt kamen.

 

Also wieder ein herzlicher Dank an die Jury, alle  Redner und die Sparkasse, die unsere Freisprechungsfeier im Nürnberger Land zu einer hochgradigen Veranstaltung machen.

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Hier sind alle Preise, die die Möbelmacher seit 1991 gewonnen haben.

Erstmals haben wir alle bisherigen Beiträge über die Gute Form in einer Kategorie zusammengefasst, wo Sie die letzten Jahre nachverfolgen können: Die Gute Form- Designwettbewerb

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Der Artikel der Hersbrucker Zeitung von Andrea Pitsch

HERSBRUCK – „Das hier ist der wichtigste Meilenstein in Ihrer Karriere!“, meint Heinz Oppel, Obermeister der Schreiner-Innung Nürnberger Land. Er hatte den dreijährigen Weg der 12 Damen und Herren begleitet, die mit der Freisprechung im Schreiner-Handwerk den Sprung von „Azubi zu Geselle“ geschafft haben. Belohnt wurde das natürlich mit einem Zeugnis und bei einigen sogar mit weiteren Preisen für besonders gelungene Gesellenstücke im Rahmen des Innungs-Wettbewerbs „Die gute Form“.

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Besonders viele Blicke zog das Gesellenstück von Florimel Herbst auf sich. Foto: A. Pitsch

Nein, die Hersbrucker Sparkasse bietet neben Immobilien jetzt nicht auch noch die passenden Möbel an: Was da diese Woche in der Schalterhalle stand, waren die praktischen Abschlussarbeiten der Schreiner-Azubis. Schlicht gehaltene Tische überzeugen dabei durch versteckte Laden als Finessen sowie durch Verarbeitung und Material. Daneben locken kreative Vitrinen und ein Hochschrank mit beleuchteter Glaseinlage zum Schauen.

Couchtisch, Stehpult, Nachttisch und Sideboard präsentieren sich mit schönen Maserungen und in interessanten Formen. Besonders ins Auge sticht Besuchern, Freunden und Familien der Junggesellen eine alte Werkbank, die auf einen Ast montiert ist und einen schwenkbaren Unterschrank darunter hat. Wer jetzt denkt, Erbauerin Florimel Herbst (Schreinerei Albatros, Förrenbach) hat sicher einen Preis bei der „Guten Form“ eingeheimst, der irrt. „Geschmack ist nicht gleich Design“, macht denn auch Jury-Mitglied Prof. Ingo Klöcker bei der Verleihung klar.

Ausgewählt haben er und seine Kollegen die besten Stücke nach festgelegten Kriterien, die die Azubis in einem extra angebotenen Workshop auch alle hätten mitbekommen können: „Aber von 12 sind nur fünf gekommen“, schimpft Klöcker kurz, „bei denen hat sich s gelohnt“. So wie vielleicht bei Dominik Schäfer (Schreinerei Gumann, Lauf), dessen „freistehende Säule in Stollenbauweise“ mit beleuchteten Muscheln unter einer Glasplatte am oberen Ende ihm eine Belobigung einbringt. Dass die Jury rätseln musste, wie der Schrank aufgeht – nämlich durch Drücken -, verhinderte ein besseres Resultat.

Auch das Hänge-Sideboard von Julian Dupke (Schreinerei Wölfel, Neunhof) war noch nicht perfekt: Die Platte oben in Form eines Winkels hätte besser abgesetzt sein müssen, befand das Gremium und vergibt Platz drei an ihn. Mit „toll und super“ lobt Klöcker den Vollholz-Tisch aus deutscher Kirsche von Anna Domaischel (Schreinerei Lehr, Engelthal) mit seinen unterschiedlich dicken Holmen. Für was er denn gedacht sei, will der Professor wissen. „Das ist einfach nur ein Tisch“, begründet Domaischel die schlichte Form.

Doch nicht nur auf die Leistungen beim Wettbewerb konnten die Familien „richtig stolz sein“, wie Thomas Häußler, stellvertretender Bereichsleiter der Sparkasse Nürnberg, feststellt. Auch darauf, dass alle ihren Abschluss zum Facharbeiter im Schreinerhandwerk erworben haben. Dieses hat für Michael Gebhard, stellvertretender Schulleiter der staatlichen Berufsschule Lauf, mit Emotionen zu tun: „Das Meister-Eder-Bild mit dem Geruch nach frischem Holz, Leim und Harz könnt Ihr mit modernem Design und Technologie verbinden.“

Für Stephan Czwalina, stellvertretender Leiter der Beruflichen Schule 11 Nürnberg, sind diese beiden Dinge sowie Kreativität, Geschick, Leidenschaft und Feingefühl in der Ausstellung sichtbar. „Es hat richtig Spaß gemacht mit Euch!“, sagt er und dankt dabei Lehrern, Betrieben und Eltern für die Unterstützung der jungen Leute. „Bleibt dem Schreinerhandwerk treu“, ist sein Wunsch. Die Voraussetzungen dafür haben die 12 jedenfalls geschaffen, denn „die komplette Mannschaft hat bestanden“, freut sich Obermeister Oppel bei der Freisprechung.

In Theorie, Gesellenstück und praktischer Arbeit schnitt Jonas Neumann (Schreinerei Albatros, Förrenbach) mit einem Notendurchschnitt von 1,5 am besten ab. Knapp dahinter reihten sich Domaischel (1,6) und Dupke (1,9) ein. Ihre Zeugnisse erhielten außerdem Herbst, Schäfer, Jonas-Laurin Lell (Lebensgemeinschaft Münzinghof), Christopher Süß (Schreinerei Süß, Happurg), Andreas Himmler und Matthias Brandl (Schreinerei Maiß, Alfeld), Jonas Andreas Barthel (Oppel Schreinerei, Schönberg), Robert Ekkert (Schreinerei Hubner, Hersbruck) und Louis Kurasch (Schreinerei Knodt, Hersbruck).

„Ihr seid nun junge Fachkräfte, die Verantwortung tragen und Kundenwünsche umsetzen können“, macht Thomas Pirner, Präsident der Handwerkskammer für Mittelfranken, in seiner Festrede klar. Das Rüstzeug haben die jungen Leute durch ihre Ausbildungsbetriebe erhalten. Nun stehen ihnen die Wege offen zu Meister, Betriebswirt oder Studium, wenn sie ein Gespür für Trends und neue Maschinen entwickeln, wirft er einen Blick voraus.

 

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