von | 27. Mai 2018

Impressionen zur Küche, Kunst und Kuriosem aus Paris

Paris | 0 Kommentare

Während Unterkrumbach mit seinen 106 Einwohnern eher zu den kleinen Metropolen zählt, darf man Paris – wo es uns aus familiären Gründen ab und zu hinzieht – durchaus zu den großen zählen.

Lange Nacht der Museen im Nationalarchiv

Dort haben wir uns wie immer auf die Suche nach Einrichtungsinspirationen gemacht, gleich in der ersten Nacht im Nationalarchiv, das dank der langen Nacht der Museen geöffnet hatte.  Wie in ganz Paris, war auch dort eine interessante Ausstellung zur 68-er Revolution zu sehen. In den folgenden Räumen machten wir in den historisch eingerichteten Zimmern die Entdeckung, dass es schon Jahrhunderte vor den Boxspringbetten hohe Betten gab.

Gerne würden wir so ein Modell ja für unsere Kunden verwirklichen, aber sie müssten für die Himmelkonstruktion in 4 Metern Höhe wohl auf den ersten Stock ihres Hauses verzichten.

Natürlich würden wir auch diese Bettstatt mit dem Bettystem von Pro Natura ausrüsten, denn die Liegehöhe von 90 cm alleine verspricht noch lange kein ergonomisches Liegen.  Auch der Rest des Schlafzimmers dürfte dann eine gewisse Großzügigkeit ausstrahlen.

Im Nationalarchiv sind viele Bibliotheken und Archivschränke mit über tausend Jahren alten Dokumenten zu bewundern, die stattlichen Bibliotheksleitern, die in ungeahnte Höhen der Zeitgeschichte führen, sehen wirklich beeindruckend aus.

 

Ausflug in die Küchengeschichte im Gastronomieladen

Auf dem Weg zu einem der ältesten Läden für Gastronomiebedarf entdeckten wir zunächst einmal  dieses Kunstwerk des Inders Subodh Gupta, das ein mit Kannen, Töpfen und ganz viel Küchwerkzeug behängter Baum ganz aus Edelstahl war. Aber der „People Tree“ hat gar nicht unbedingt das Kochen zum Thema, was man hier nachlesen kann.

Danach erreichten wir – mit Einkaufszettel unseres befreundeten Kochs Stefan Rottner bewaffnet – „E. Dehillerin“ das Geschäft direkt neben den neuen Les Halles  und tauchten in eine Welt ein, die sich seit 1820 nicht geändert zu haben scheint.

 

Wir rätseln immer noch, ob sich die Staubschichten einfach so anhäuften, oder ob sie zum Marketingkonzept gehören, denn es waren wohl mehr Touristen, als Köche im Geschäft, aber die meisten haben dann auch etwas gefunden und stolz mit nach Hause genommen. Wir kauften für Stefan  „Schlesinger“, was der alte Name für Teigschaber ist, die aus der Zeit vor dem Plastik nach dem Schulterknochen des Kalbes benannt sind.

In diesem Geschäft gab es Töpfe, in denen drei Kinder zusammen baden könnten, aber auch ganz normales Schneid- und Kochwerkzeug in Profiausführung. Wir lernten mal wieder, dass wir seit 1991 mit unseren Spachteln, Paletten, Schneebesen und eigentlich allen Kochwerkzeugen von Rösle eine super Qualität mit einer ansprechenden Optik verkaufen, denn die gastronomieüblichen, preiswerten Kunststoffgriffe fassen sich ganz anders an.

Trotzdem erbeutete ich just eine solche Palette für den Tepan Yaki, die deutlich größer und weicher ist, als die aus dem Röslesortiment.Beim Braten am Tepan  ist sie genial, weil sie den Umgang mit viel mehr Flüssigkeit und Soße ermöglicht, was ich mir mal im „Ishihara Tepan Yaki Restaurant in Nürnberg abgeschaut habe.

Haus und Garten von Claude Monet mit Anstehtipp

Am Pfingstmontag machten wir uns nach Giverny auf, 63 km nordöstlich von Paris. Eine Idee, die viele andere auch hatten, was sich an der Kassenschlange bemerkbar machte. Deshalb wieder ein Tipp (wie schon damals für das Centre Pompidou):

Beim nächsten Mal werden wir uns nicht am vollen Haus vor den Gärten anstellen, sondern die Doppeltickets (Museum und Garten) im fast leeren Museum am anderen Ende des Geländes holen und  damit dann – ohne Anstehen – in den Garten gehen. Ein Gartenmuffel meinte, „mit ein paar Tonnen Pflastersteinen kann man sich hier viel Arbeit ersparen“, ein Kunstbanause behauptete, Monet hätte gemogelt, seine Bilder seien im Original  größer, als sein Seerosenteich in echt.

Insgesamt war der Ausflug und vor allem das moderne Museum absolut lohnend. Es war trotz des Touristenansturms sogar kulinarisch angenehm, weil wir uns einfach für Wurst/Schinken- und Käseteller im hinteren Hofbereich des Hauptcafés entschieden und entspannt mit einer köstlichen Flasche Rosé genossen.

Die Küche von Claude Monet

Die Küche des Hauses würde auch heute noch beim Kochen für viele Gäste Freude machen. Ein Riesenherd, 90 Grad dazu die große Spüle, ganz viel Platz in der Mitte und eine ganze Wand mit Pfannen und Stauraum. Früher haben nur die Bediensteten darin gekocht, heute würde man sich eine so große Küche sicher mit riesiger Kochinsel einrichten, an der die Gäste zunächst mal den Aperitif einnehmen und beim Kochen zuschauen, bis man sich dann zum gemeinsamen Essen in den gelben Salon begäbe.

 

Küchen in dieser Größe sind leider nicht mehr sehr häufig, aber der gleiche Effekt gelingt uns auch bei heutigen Grundrissen. So eine Wand nur mit Kupferpfannen und einem Zubereitungstisch hat auch was, heute ist mehr versteckter Stauraum gefragt, der in der Monetküche übrigens noch in Form der gesamten Rückwand aus Einbauschränken zur Verfügung stand. Ein Kochworkshop in dieser Küche ist leider nicht organisierbar, aber wir haben auch tolle Tage in unseren eigenen Küchen in Unterkrumbach, wer Interesse daran hat, sagt uns einfach Bescheid.

Betten mit Fußteil und funktionaler Waschtisch 

In Zeiten ohne Zentralheizung und nächtlicher Kälte war man froh über die wärmende Wirkung des umschließenden Holzes. Heute wollen nur noch 10 Prozent unserer Kunden ein nur wenig erhöhtes Fußteil, um einen Anschlag für Füße und (hauptsächlich) die Zudecke zu haben. Ganz hohe Fußteile haben wir seit 20 Jahren nicht mehr gebaut, sie machen auch optisch die Schlafzimmer deutlich kleiner, aber irgendwie haben sie auch was heimeliges.

Monets Waschtisch ist erstaunlich modern, das Warmwasser fehlt, aber moderne Bäder haben nur einen anderen Stil, keine anderen Funktionen. Und genau das ist es , was unsere Badezimmerplanung mit Kunden so angenehm macht: die wichtigen Funktionen muss das Bad erfüllen, aber den Stil kann jedes Ehepaar für sich alleine bestimmen. Und so ein Waschtisch wäre sicher mal ein Hingucker.
Aber dieser kleine Cartoon zu den Dire Straits  von Oliver Hilbring darf hier auch nicht fehlen:

 

Bäume an der Seine

Ausgesprochen liebevoll uns ästhetisch sind die Sitzbäume entlang der Seine aufgestellt, und sogar noch mit der jeweiligen Holzart beschriftet, Érable heißt zum Beispiel Ahorn. So etwas würde sich in einer Cittaslow auch gut machen. Allerdings wird der Widerstand der Pariser gegen die Schließung der Uferstraße für den Verkehr ob der unendlichen Staus  immer größer. Mal sehen, wie lange die Bürgermeisterin ihr Lieblingsprojekt noch durchhalten kann.

  

Es läuft auch mal was schief in Paris

Natürlich hat man als Möbelmacher einen eigenen Blick für schiefe Schubladen (sie stammt aus dem empfehlenswerten Restaurant Le Pré aux Clercs , überrascht waren wir, dass sie doch noch in Betrieb war. Deswegen empfehlen wir auch an dieser Stelle mal wieder den Handwerker Ihres Vertrauens.

Ist das Kunst?

Ausgesprochen spannend war ein Aufenthalt in der Pariser Kunstakedemie, in der ich mich an eine Wand in unserer Werkstatt erinnert fühlte. Aber nein, es war Kunst, denn die Künstlerin hatte Passanten gefragt, wie lange sie glauben, dass ein Meter sei. Sie hat danach an deren Strich die Dachlatte abgelängt und die Kunden signieren lassen.

Deutlich funktionaler war da die Tischtennisplatte auf dem Unfallauto, das sich vermutlich nicht just an dieser Stelle überschlagen hat. Aber wie gesagt, die ganze Akademie ist unbedingt einen Besuch wert.

Geheimtipp für Katzenfans

Speziell für unsere Küchenkunden und Katzenfans Laura und Dieter haben wir diesen Laden und seine Homepage verlinkt, es gibt sogar einen Olineshop, in dem man sich umsehen kann.

Cafe Charlot im Marais

Es ist ein Glück im Ortsteil Marais übernachten zu dürfen, wo sich das Café Charlot für uns zur zweiten Heimat entwickelt hat. Morgens früh um 7 ist die Welt noch in Ordnung, wenn die Stadt zum Beispiel am Pfingsmontag gerade erst erwacht, oder ganz spät, wenn man den erlebnisreichen Tag beim Glas Brouilly Revue passieren lässt.

Dort könnte man auch zum Streetfotografen werden, denn direkt gegenüber des „Marche Des Enfants Rouges“ (Markt der roten Kinder – dort war einst ein Waisenhaus, dessen Kinder rot gekleidet wurden) zieht das Leben vorbei und alle Lieferanten bringen den Tages- oder Wochenbedarf eines von 7 bis 2 Uhr geöffneten Cafés. Ich sah Fleisch, Käse, Bier und Getränke im Kelleraufzug verschwinden und genoss meine Situation des interessierten aber unverantwortlichen Beobachters.

 

Das ist das vorerst letzte Foto aus dem Café Charlot während dieses Besuchs weil der Parkhauswächter den Schlüssel seines Kunden erst abholen musste, der unser Auto zuparkte. Das war ärgerlich, aber ein ganz klein wenig war ich ihn für den letzten Kaffee mit Croissant auch dankbar, denn an der Rue de Bretagne ist das geschäftige Treiben immer wieder ein Erlebnis.

 

 

 

 

Wer noch mehr Bilder sehen will, findet sie hier.

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