von | 23. März 2015

„Die verkaufte Demokratie“ – Lesung mit Autor Christian Nürnberger am 26. Juni 2015

Bücher, Slowfood & Cittaslow | 0 Kommentare

Bevor ich das Buch lobe, das ich gestern von Früh um 9 bis Abends um 22 Uhr auf einmal gelesen habe, sollte ich ehrlicherweise erst drauf hinweisen, dass die Möbelmacher und ganz viele unserer Freunde aus der Hersbrucker Alb, aber auch aus ganz Deutschland, Österreich und Italien darin vorkommen. Dabei geht es nicht nur um das Naturschutzzentrum Wengleinpark, Heimat auf´m Teller und die Cittaslow Hersbruck, sondern auch den Holzexperten Erwin Thoma, Claudia Langer von Utopia, Günther Bachmann vom Rat für Nachhaltige Entwicklung, Daniel Überall vom Kartoffelkombinat, die GLS-Bank oder auch Klaus Töpfer, der unsere erste Nachhaltigkeitskonferenz in Nürnberg bereicherte.

ChristianNürnberger

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Das eigentliche Verdienst des Buches ist weniger die Beschreibung der einzelnen Menschen oder Aktivitäten (wobei da schon sehr spannende Beispiele, wie Lesegespräche dabei sind), sondern das Einbetten aller Aktionen und Ideen in den großen Zusammenhang der erhofften gefahrlosen und friedlichen Mittelmeerumrundung seiner Kinder, dem eigentlichen Aufhänger – sicher aber auch die Motivation  – des Buches.

Im Vorwort heißt es: „Meine 21 und 24 Jahre jungen Kinder glauben, dass die Zukunft besser wird als die Gegenwart. Sie haben vor ein paar Jahren mal beiläufig ihre Erwartung erwähnt, eines Tages mit dem Auto gefahrlos ums ganze Mittelmeer herumzufahren und dabei durch eine einzige zusammenhängende Zone des Wohlstands, des Friedens und der Freiheit zu kommen, in der Menschen unterschiedlichster Kulturen freundlich miteinander leben und arbeiten.

Jetzt kann man sich natürlich schwer vorstellen, dass unsere Regionalinitiativen die Mörder des Islamischen Staates zur Einsicht bringen werden, aber so wie Nürnberger im ersten Teil ausführlich und dank seines persönlichen Schicksals als Bundestagskandidat auch glaubwürdig begründet, warum er keine Hoffnung in die Politik (mehr) setzt, so versucht er im zweiten Teil die Arbeit von Internetpionieren, Landwirtschaftsfachleuten und allen anderen engagierten Unternehmern und Menschen so zu vernetzen, dass dadurch die kritische Masse erreicht werden kann, die für die anstehenden Veränderungen nötig sei. Am schönsten fand ich den Ausdruck der „Entschlechterung der Welt“ denn der aktuell von ihm beschriebene Zustand Europas, ist nicht wirklich ein Grund für Optimismus.

Und trotzdem macht er auch ein wenig Hoffnung. Seine nahezu tagesaktuellen Analysen der Anschläge in Vorra oder Paris werden mit positiven Beiträgen kontrastiert, zum Beispiel mit dem Bürgermeister von Oldenburg, der Kriminologen durch seine beispiellos niedrige Gewaltquote bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund auffiel. Seine so erfolgreiche Aktion bestand einfach aus dem Zusammentrommeln aller Schulleiter und seiner Bitte die Eltern anzuhalten, bei Kindergeburtstagen auch die Migrantenkinder einzuladen. So weit, so einfach.

Die Umsetzung seiner vielen Forderungen – bis hin zum vernünftigen Vorschlag Eward Snowden in Deutschland Asyl zu gewähren – wird da schon deutlich schwieriger, aber das darf kein Grund sein, nicht daran zu arbeiten. Er schreibt:

„Die Vernetzung mit Kunden und Konsumenten zu einer richtigen Regionalwirtschaft steckt noch ganz in den Anfängen, und jeder weitere Entwicklungsschritt erfordert das Engagement weiterer Bürger.“

Aus genau diesem Grund haben wir ihn zu unseren 17. Unterkrumbacher Werkstatt-Tagen für den Freitag, den 26. Juni zu uns eingeladen. Wir hoffen, dass aus der Lesung und vor allem durch die Diskussionen mit ganz vielen Mitstreitern neue Ideen entstehen, wie wir die Hersbrucker Alb, aber auch Europa ein wenig entschlechtern können.

PS:

Was mich absolut verwundert ist, dass das Buch bei Randomhouse (Bertelsmann) herausgegeben wird – auch wenn als Verlag „Ludwig“ draufsteht. Kann mir kaum vorstellen, dass die Inhaberfamilie Mohn ein Fan dieses Buchs werden könnte, wo der Konzern doch nahezu alles auf sich vereint, was im Buch kritisiert wird.

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Christian Nürnberger
Die verkaufte Demokratie (Niemals bei Amazon bestellen, sondern beim regionalen Buchhändler!)
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag,
368 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-28070-0
€ 19,99 Verlag: Ludwig

 

Artikel von Ulrike Heidenreich in der SZ

Das gesamte Interview auf der Seite http://christian-nuernberger.de

Ein Artikel vom Freelanceteam über das Buch

 

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