von | 25. Oktober 2021

Die Relevanzreporter, ein neues Nürnberger Medien StartUp

Allgemein | 0 Kommentare

von Thomas Geiger

Derzeit reden mal wieder alle über „die Medien“. Letzte Woche kommt die Springerpresse ausnahmsweise selbst „in die Medien“, weil man mal, schwups, bei BILD den Chefredakteur entlässt. „Übergriffigkeit“ Untergebenen gegenüber war wohl der Grund. Einen Tag später spricht der oberste Chef selbst, also der Vorstandsvorsitzende des Axel Springer Konzerns, von den Kolleginnen und Kollegen Journalisten, natürlich meint er nur alle anderen und nicht die Springerpresse, als „Propaganda Assistenten“. Nur der jetzt entlassene Julian Reichelt würde gegen den „neuen DDR-Obrigkeitsstaat“ aufbegehren. What?

Da ist der immer noch fortschreitende Personalabbau des Verlags Nürnberger Presse, also der bekannten NN und NZ, ja fast „harmlos“. Er schaffte es allerdings kaum „in die Medien“. Was füllt den frei werdenden Raum? Blogs und Podcasts von PR- und Marketingagenturen ohne journalistisch-kritische Berichterstattung schießen plötzlich wie Pilze aus dem Boden. Man hört lieber auf „Influencer“. Neutrale Berichterstattung? Fehlanzeige. Selbst in den Qualitätsmedien tauchen auf Grund der Sparzwänge immer häufiger PR Meldungen auf, die nicht als solche gekennzeichnet sind.

Alexandra Haderlein

Überall schlechte Nachrichten was „die Medien“ betrifft? Doch nein, ein kleines gallisches Dorf… bzw. eine junge Nürnberger Journalistin begehrt dagegen auf. Alexandra Haderlein, vor etwa zwei Jahren als eine der ersten beim großen NN Personalabbau gegangen, hat nach ihrem Weggang nicht besseres zu tun, als ihr ganzes Abfindungsgeld in ein Medien StartUp zu stecken und gründet die „Relevanzreporter“ als neues Lokaljournalismus-Projekt. Und damit gleich klar ist – Transparenz ist in dieser Branche wichtig – warum ich hier schreibe: Ich als “alter Hase” mit 30 Jahren Selbstständigkeit versuche meiner jungen Kollegin Alexandra Haderlein so gut es geht zu helfen.

Was ist an den Relevanzreportern anders?

  • wir sind 1 von nicht mal 10 Medien-StartUps in Deutschland mit einer weiblichen Gründerin;
  • wir sind 1 von gerade mal einer Hand voll lokaljournalistischen StartUps in ganz Deutschland;
  • wir sind die einzigen, die Journalismus derart branchenverbindend denken: Wer sagt, dass Journalismus nur gedruckte Buchstaben sein können?
  • wir sind diejenigen, die den sog. konstruktiven (=lösungsorientierten, nuancierten, demokratische Debatten fördernden) Lokaljournalismus nach Deutschland geholt haben;
  • wir sind das einzige Lokalmedium in ganz Deutschland, das gemeinnützig ist (Volks- Berufsbildung, Stärkung der Toleranz, des bürgerschaftlichen Engagements, der Demokratie).

Das kommt schon mal in der Branche sehr gut an, denn wir fahren renommierteste Stipendien und Preisnominierungen ein:

  1. Lokaljournalismus für Millennials im Medienstartup-Inkubator “Media Lab Bayern”
  2. konstruktiver Lokaljournalismus als Pilotprojekt für/nach Deutschland holen, im Rahmen des von der EU-Kommission geförderten Medien-Austauschprogramms “Stars4media” mit  dänischen Medienpartnern)
  • Weiterbildungen zur Entwicklung unternehmerischen Journalismus’ durch US-amerikanische Stipendien, wie dem “Membership Puzzle Project” des Lenfest Institute und ab Oktober 2021 dem “Entrepreneurial Journalism Creators”-Program an der City University New York mit 19 anderen weltweiten Stipendiat:innen
  • Stipendium für eine Weiterbildung zur Entwicklung des Community-Journalismus der Relevanzreporter in einem Workshop von “Correctiv
  • und last but not least die persönliche Nominierung von Gründerin Alexandra Haderlein für den SheWow-Award 2021 in der Kategorie “Musterbrecherin” – Zwischenzeitlich ist sie sogar eine der drei Finalistinnen.

Derzeit arbeiten etwa 20 Menschen jeden Alters und mit unterschiedlichsten Berufserfahrungen ehrenamtlich bei dem StartUp mit, weil sie daran glauben, dass es auch einen anderen Journalismus gibt. Unser Einsatz in den letzten eineinhalb Jahren: Ideen, Engagement, Arbeitszeit und echtes Geld , alles in allem etwa im Wert von 200.000 Euro. Wir wollen unbedingt weitermachen und die Relevanzreporter langfristig ausbauen! Was kannst Du, was können Sie dazu beitragen? Um als neues Medienangebot langfristig Fuß zu fassen, benötigen wir vor allem Unterstützung bei unserem Crowdfunding: Bis 8. November müssen wir 20.000 Euro auftreiben. Das Geld füllt unseren Honorartopf, um nach 16 Monaten vorwiegend ehrenamtlicher Arbeit endlich erste realistische Honorare zahlen zu können.

Unterstützung gefragt

Bitte unterstütze uns/unterstützen Sie uns bei:

https://www.startnext.com/relevanzreporter

Das kann man machen, als Mitglied, Freund oder Förderer. Mit dem Angebot der Relevanzreporter wollen wir die Macher:innen in der Region sichtbar machen und so das bürgerschaftliche Engagement, den sozialen Zusammenhalt und damit langfristig auch die Demokratie stärken. Du kannst/Sie können dabei sein.

Lokaljournalismus ist nicht old school und unsexy. Wir, die Relevanzreporter, erfinden ihn nämlich gerade gemeinsam mit Dir/mit Ihnen komplett neu.

Jeder Euro hilft! Danke für Deine/Ihre Unterstützung!

Am Schluss sei mir der Bogen zum Holz und damit zu den Möbelmachern gestattet: Bereits im Oktober letzten Jahres erschien unser Artikel über den Nürnberger Reichswald. Und der steht sogar öffentlich, also nicht hinter der Bezahlschranke: 

Wie der Reichswald der Zukunft aussehen könnte

Thomas Geiger, Gastautor

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