Das ist die Bildergeschichte vom Nachmittag mit André Tischendorf (BigBagMeal) und dem Großhändler Mario Finarolli (Frischdienst-Union) an dem wir uns gemeinsam mit dem Team des Roten Kreuzes, Bereitschaft Hersbruck, über die Produkte von BigBagMeal intensiv informiert haben.
Vorabinfo
Am 29. Juli 2026 wurde auf unserem Gelände die Einsatzzentrale für eine Vermisstensuche eingerichtet und so wurden wir von 14:00 bis 1:30 Anlaufpunkt für 150 Einsatzkräfte und über 30 Spezialfahrzeuge (hier haben wir die ganze Aktion beschrieben). Gemeinsam mit dem Roten Kreuz bereiteten wir ab 18 Uhr knapp 300 frische Mahlzeiten zu, die aus einem großen Beutel kamen, dessen Ursprung mich nicht losließ. Also telefonierte ich lange mit dem Vertriebsleiter der Firma Tactical Solutions und lud ihn nach Unterkrumbach ein. Natürlich haben wir das uns schon vertraute Team des Roten Kreuzes zum Beisein eingeladen, denn auch wenn ich selbst von Katastropheneinsätzen nicht ganz frei bin, sind sie nur selten mit der Notfallversorgung von ganz vielen Menschen verbunden.
Dialektik in der Massivholzküche
Mit meiner Begeisterung für das Kochen mit dem Team des BRK Hersbruck mit Bigbagmeals habe ich offensichtlich einige Newsletterleser, Küchenfans und sogar Freunde und Familienmitglieder zumindest hoch erstaunt (diplomatisch formuliert!). „Ist das nicht geschäftsschädigend, passt das zu Eurer Philosophie?“, wurde ich gefragt. In Erinnerung an meine Ausbildung als Deutschlehrer fällt mir zur Klärung dieser Frage der dialektische Besinnungsaufsatz in der Kollegstufe ein: mit einer These aus Massivholz, einer Antithese aus gefriergetrockneten Großportionen und einer hoffentlich genießbaren Synthese.
Der Aperitif mit André, Mario und dem Rot-Kreuz-Team

Von re. nach li.: Mario, André, Phillip, Kristina, Hannah, Max, Nils Im Vordergrund: Hefeteigknabberzeug vom Tepan Yaki und ganz viele Tüten
Wie vereinbart, sind die beiden schon vor den Rotkreuzlern eingetroffen, wir machten die übliche Führung vom Holzlager über die Werkstatt, das regionale Musterhaus und die Ausstellung, auf dass die beiden wussten, dass sie eigentlich nicht im Zentrum für Fertiggerichte gelandet sind, sondern in der Keimzelle für frisches, gesundes und gehobenes Kochen. Aber die Zeit verging wie im Flug. Als der Einsatzwagen mit den 5 Kräften eintraf, ließ ich es mir nicht nehmen, erstmal einen Aperitif mit Hefeteignabbereien am Teppanyaki zuzubereiten und mit Secco mit und ohne Alkohol zu ergänzen. Leider habe ich es versäumt, zusätzlich zu den Namensschildern auch eine Vorstellungsrunde wie bei unseren anderen Kochworkshops einzuläuten, das ist im Nachhinein immer ein wenig schade. Nach einigen allgemeinen Erklärungen zur Firmengeschichte und -philosophie aus Estland ging es gleich zum Produkt.
Die unterschiedlichsten Zubereitungsmethoden
Kochen ohne Topf und Herd
Wir begannen mit der Zubereitungsmethode, für die man gar keine Küche mehr braucht, sondern nur kaltes Wasser. In dem Beutel ist ein kleines Päckchen zum Aufreißen, welches in Verbindung mit wenig Wasser ebenso schnell wie überraschend so heiß wird, dass man den mit 300 ml Wasser gefüllten Beutel mit dem gefriergetrockneten Essen reinstellt, beide Beutel verschließt, sich über den bald austretenden Dampf wundert und eine Viertelstunde später ein fertiges Essen hat. Perfekt für den Weltraum, Outdoor auf der Erde oder auch für Handelsreisende im Auto, die das im Sommer aber auch einfach unter der Windschutzscheibe schaffen würden.
Kochen mit dem Quooker
Ausgesprochen hilfreich ist in diesem Zusammenhang natürlich kochendes Wasser direkt aus der Mischbatterie, wie zum Beispiel unserem Quooker, der nicht nur alle Gäste mit gekühltem Sprudelwasser versorgt, sondern auch viele Beutel direkt mit kochendem Wasser füllte. Also eine Technik, die zwar ohne Herd, aber wenigstens nicht ohne Küche auskommt. Dank der Linien im Beutelinneren braucht man nicht mal einen Messbecher. (Auch im Video ganz oben zu sehen)
Kochen mit dem Druckdampfgarer

Wohl zum ersten Mal wurde dieses Beutelgericht im Druckdampfgarer zubereitet, mit mindestens Halbierung der Zubereitungszeit
Für André war es das erste Mal, dass ein Beutel auch im Druckdampfgarer zubereitet wurde. Zwar im ungelochten Garbehälter, aber man hätte auch einfach nur den aufgefüllten Beutel reinstellen können. Wir haben gelernt, dass die 4 Minuten bei 120 Grad nicht ganz ausreichen, 5 wären perfekt, was dank des Drucks mindestens eine Halbierung, fast eine Drittelung der Zubereitungszeit bedeutet.


Kochen mit dem Tepan Yaki
Natürlich wollten wir alle Möglichkeiten ausprobieren und haben auch einen gefüllten Beutel auf den 180 Grad heißen Tepan Yaki gstellt, was genauso funktioniert hat, wie es auch der Rand eines Lagerfeuers getan hätte, denn die Beutel sind auch feuerfest. Nicht direkt auf dem Gaskocher, aber mit ein wenig Fingerspitzengefühl mit allem, was heiß ist, wärmbar. Natürlich könnte man auch ganz viele Beutel gleichzeitig draufstellen, dann hat man alle im Blick und kann schlimmstenfalls noch ein wenig Wasser nachgießen.


Was ist die beste Methode?
Alle Methoden erzeugten feines Essen, es kommt einfach drauf an, was man zur Verfügung hat. Die einfachste Methode ist der Quooker, wenn das kochende Wasser einfach aus dem Wasserhahn kommt. Ohne Quooker würde ich den mit dem wärmsten Wasser aus der Leitung gefüllten Beutel wohl in den Druckdampfgarer stellen, weil das dank der 120 Grad die schnellste Methode ist. Ansonsten ist das kochende Wasser vom Induktionskochfeld (das ist schneller als der Wasserkocher) wohl das Vernünftigste. Und außerhalb der Küche die Sonne, das Lagerfeuer oder der raffinierte selbsterhitzende Beutel.
Der ultimative Geschmackstest
Alle Gerichte der unterschiedlichsten Zubereitungsarten richteten wir danach in heißen Tellern aus unseren Tellerwärmern an – ein wenig Stil gehört auch bei Fertiggerichten dazu. Den passenden Beutel stellten wir dahinter, denn der Zweck der Übung war ja auch, dass das Bereitschaftsteam mit seiner großen Erfahrung die Gerichte auswählt, die die Einsatzkräfte auch begeistern, und darüber gab es ganz viele Diskussionen. Jeder konnte dann Versucherle auf seinen heißen flachen Teller platzieren und den ultimativen Geschmackstest einleiten. Sogar einem veganen Gericht (Perlgraupen mit Roter Bete) wurden hohe Akzeptanzchancen eingeräumt, die höchsten, wenn man es den Gästen nicht verrät.





Das Aufräumen
Noch nie war so schnell eine Küche sauber, weil wir tatsächlich nur Teller und Löffel in die Spülmaschine packen mussten (beim Katastropheneinsatz war es leider Einweggeschirr, vielleicht kann man das ja irgendwann auch vermeiden?). Vermutlich kam es mir aber nur so vor, weil das Team vom Roten Kreuz das in Windeseile selbst erledigte, die sind das gewöhnt. Und über einen feinen Dornfelder mit dem Titelbild des Rotkreuzgründers Henry Dunant durfte ich mich auch noch freuen.
Einsatzmöglichkeiten
Fazit
Dialektisch betrachtet zeigt sich, dass „perfektes Kochen“ nicht immer dasselbe bedeutet. Im privaten Alltag geht es in der individuell geplanten Küche um Geschmack, Ästhetik, handwerkliche Verfeinerung und sogar die Unterstützung unserer Direktvermarkter in der Hersbrucker Alb. Im Katastrophenschutz bedeutet perfektes Kochen dagegen, viele Menschen unter schwierigen Bedingungen schnell, sicher und schmackhaft zu versorgen. Gerade beim vor kurzem erlebten Einsatz ergänzten sich beide Ansprüche: Die hochwertige Küche stellte mit dem flotten Induktionskochfeld die Technik bereit, während die gefriergetrocknete Großverpflegung wahnsinnig schnell die notwendige Menge und Einfachheit gewährleistete. Die vermeintlichen Gegensätze wurden harmonisch zu einer ebenso pragmatischen wie funktionalen Lösung vereint.
Herzlichen Dank für den informativen Nachmittag an André und Mario und an das Rot-Kreuz-Team der Bereitschaft und Respekt vor eurem ehrenamtlichen Engagement für die Gesellschaft.
Gr0ßhändler Fischdienst Union (liefert ab 250 € Auftragssumme nur an Gewerbetreibende)
Kleine Portionen für Privatleute leider nur über Amazon (Tactical Solution suchen, da verlinken wir natürlich nicht hin)






















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