von | 21. Dezember 2005

Pflichtlektüre “Hutanger – Natur und Kulturerbe mit Zukunft”

Bücher, Hutanger | 4 Kommentare

Hutanger_1

Dieses Buch haben wir bereits im Kalender 2006 und im letzten Newsletter empfohlen,  weil wir wussten, dass die Autoren kompetent sind und keinen Öko-Mist erzählen. Aber letzte Nacht habe ich das Buch auch noch durchgearbeitet und da fiel mir vieles wie Schuppen aus den Haaren. Alles habe ich schon mal irgendwo aufgeschnappt, aber – offengestanden – noch nie im Zusammenhang begriffen. 

Die Autoren:
Heinz und Karl Heinlein sind seit über 20 Jahren im Umweltschutz  aktiv, aber mit Ihren Forderungen immer mit beiden Füßen auf dem real-regionalen Boden geblieben.  Familie Dres. Hemp sind beide Biologen, deren langjährige sorgfältige Begleitung dem Buch und dem Projekt zu den naturwissenschaftlichen Weihen verhelfen, während Dr. G. Rainer Schöller für die historischen Zusammenhänge zuständig ist. Gerhard Schütz ist ein Grundschullehrer, dessen Liebe zu Kindern sich auch auf deren natürliche Umgebung und die Vermittlung derselben erstreckt (ich beneide meine Tochter um ihr bei ihm erworbenes Wissen) und Rainer Wölfel (Naturschutzzentrum Wengleinpark) ist der arbeitende Mann im Hintergrund, ohne den unsere Köche nicht "Heimat auf´m Teller", das Streuobst nicht in Flaschen und Hersbruck nicht Slow City wäre. Michael Scholz ist einer der leider nicht zu häufig anzutreffenden Journalisten, die das was sie schreiben nicht nur sorgfälig recherchiert haben sondern es auch noch begründen können.   

Zugegeben, ich bin mit den meisten der Autoren befreundet oder bekannt, weshalb meine überschwengliche Empfehlung mit Vorsicht zu genießen ist, aber wer sich wirklich mal auf diesen regional-historisch-ökologischen Rundumschlag "Hutanger" einlässt, wird danach unsere Hersbrucker Alb mit anderen Augen sehen. Und zwar nicht nur die Vergangenheit derselben, sondern vor allem die Zukunft. Wie können wir Tourismus, Landwirtschaft, Gastronomie und Handwerk  so vernetzen, dass sich für Auswärtige ein schlüssiges Bild zum Beispiel im Sinne von Slow City ergibt? Welche Produkte kann unserer Region als Markenzeichen herausstellen, die andere Regionen nicht zu bieten haben? Wie lassen sich diese mit Slow City, mit dem Thermalbad und mit der Gesundheitsregion vernetzen? Warum sind unsere eigenen Regionalinitativen vielleicht nicht so laut und prospektverschleudernd wie königlich-bayerisch gefördete, blicken dafür aber auf 20 Jahre Erfahrung, wissenschaftliche Zusammenarbeit und ebenso konkrete wie erfolgreiche Projekte zurück?

Das Buch belegt die gesammelte Kompetenz am Beispiel der Hutanger von der andere Funktionäre nur originell regional träumen können, es versucht aber vor allem die daraus entstehenden Perspektiven für eine bzw. unsere Gemeinschaft aufzuzeigen. Jeder Einzelne muss Verantwortung für die Lebensqualität in einer Region übernehmen: durch die Auseinandersetzung mit dem Thema, durch den bewussten Einkauf, durch die Mitarbeit bei zielgerichteten Projekten oder ganz einfach durch die Erkenntnis, dass jeder Bewohner selbst auch die Visitenkarte der wunderschönen Hersbrucker Alb ist.

Kaufen Sie das Buch bei Martin Lösch oder dem Pfeiffer Verlag (das Buch habe ich leider noch nicht auf deren  Verlagshomepage  gefunden), lesen Sie es und verschenken Sie es danach an unsere kommunalen Entscheidungsträger. Fragen Sie zwei Wochen später, ob sie es schon gelesen haben und hören Sie damit nicht auf, bis diese fehlerfrei zitieren können. Denn die Zukunft heißt selbst mit deutschem Papst nicht "aldi et obi" oder Geiz und Gier, sondern Qualität und Genuß.

In den nächsten Weblogbeiträgen, sind wir nicht mehr so theatralisch – versprochen -, aber hier ging uns der regionale Gaul durch, der für die Hutangerbeweidung übrigens nur bedingt geeignet ist, Rindviecher (lustigerweise die Hinterwälder) sind viel besser.

4 Kommentare

  1. Rainer Wölfel

    Was soll ich dazu sagen – es ist eine der schönsten Buchbesprechungen, die wir bisher bekommen haben. Vielen Dank! Ich freue mich, dass wir bei dir eine so große Begeisterung für die Hutanger wecken konnten (und dabei dein Interesse am Holz der alten Hutbäume immer noch so gering geblieben ist -)).
    Vielleicht kann man noch ergänzen, dass beim Kauf des Buches 3 Euro als Spende an unser Hutangerprojekt gehen.
    Vg
    Rainer

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