von | 20. August 2007

Diknu Schneeberger Trio bei den Möbelmachern

Gitarrenfestival, Presse - über und von uns, Veranstaltungen, Werkstatt-Tage | 4 Kommentare

 Für die Hersbrucker Zeitung schrieb Thomas Raum (selbst
hervorragender Musiker) eine feinfühlige Kritik über das
Eröffnungskonzert in unserer Werkstatt.
Gitarrenfestival600_3

von Thomas Raum

UNTERKRUMBACH — Was der 17-jährige Gitarrist Diknu Schneeberger mit
seinem Vater Joschi am Kontrabass und seinem Gitarrenlehrer Martin
Spitzer an der Rhythmusgitarre bereits beim Auftaktkonzert des 8.
Hersbrucker Gitarrenfestivals dem Publikum boten, ließ keine
musikalischen Wünsche offen. Herrlicher Gypsy Jazz und Djangoswing,
authentisches Material und Kreationen aus eigener Feder, jedoch im
typischen Gewand, fesselten am Samstagabend die Zuhörer bei den
Möbelmachern.

„Zeit zu leben, “ mit diesem Motto eröffnete Herwig Danzer den Abend, ganz im
Sinne der Slow City Philosophie Hersbrucks, deren Vorzeigeprojekt das
internationale Gitarrenfestival sei. „Heute Abend nehmen wir uns die
Zeit für Musik, “ so Danzer und verwies auf eine entstehende CD, auf
der Künstler des Gitarrenfestivals und talentierte junge Künstler zu
hören sein werden und die vom Rotary Club Auerbach unter dem Motto
„Völkerverständigung “ und „Förderung der Jugend “ finanziell
„angeschoben “ wird. Natürlich könnten sich auch noch Firmen,
Serviceclubs und andere Menschen daran beteiligen.

Hersbrucks
Bürgermeister Wolfgang Plattmeier fasste sich kurz und begrüßte im
Anschluss zahlreiche Ehrengäste, darunter seine Stellvertreterin
Brigitta Stöber und den stellvertretenden Landrat Norbert Dünkel und
dankte den Sponsoren für deren Unterstützung. „Heute gehört es einfach
dazu, “ so Plattmeier über das anfangs noch nicht so angenommene
Festival, bei dem es heute immer mehr „Größen “ und „Highlights “ zu
hören gibt.Diknuschneebergergitarre100

Ohne große Worte kurz eingezählt und ab ging die
Reise für die Zuhörer. Das Trio um den jungen Nachwuchsgitarristen
Diknu Schneeberger, Gitarrenwunder und Virtuose aus Wien, bot ein
wahres Feuerwerk an Virtuosität und Spielfreude. Seine Finger flogen
nur so über das Griffbrett, absolut perfekt, rhythmisch und sauber was
hier geboten wurde. Ein klasse Timing, sehr schönes Melodiespiel,
gefühlvoll, ob bei langsamen oder schnellen Stücken. Das erst seit
einem Jahr zusammenspielende Trio agiert auf einem Niveau der
allerersten Güte.

Ob Stücke von Django Reinhard oder aus eigener
Feder, ob interpretiertes Material von Santana oder das durch Chick
Chorea bekannte „Light as a feather “ – hochwertiges und schwierigstes
Material wird in einer enormen Leichtigkeit dargeboten, die an Birelli
Lagrene erinnern lassen. Getragen von seinen beiden Mitspielern stehen
dem Solisten Diknu alle Türen offen. Sein filigranes Solospiel zeichnet
ihn aus. Ohne Hinzusehen arbeitet sich Diknu Schneeberger leichtfingrig
über das ganze Griffbrett, ein Könner, der erst vor dreieinhalb Jahren
das Gitarrenspiel begonnen und davor Schlagzeug gespielt hat. „Es kann
schon vorkommen das ich die Gitarre ein paar Tage nicht anfasse, “ so
ein lockerer Diknu Schneeberger im Gespräch in der Pause, der sich
danach noch um das weitere Programm kümmerte. Ganz ohne Allüren, einer
zum Anfassen, einer der gerne über sein Spiel spricht und lacht bei der
Frage, wie er sich nach nur drei Jahren diese komplexen Stücke merkt
und alles aus dem Kopf spielt.Diknuschneebe2gitarre1000_2

Der Abend wird zu einem „Tanz auf
dem Griffbrett “. Normalerweise klingt nach einiger Zeit gypsy-Swing
jeder Song ähnlich, wie bereits gehört – bei diesem jungen Talent in
keinster Weise. Hier hat einer das exakt richtige Gefühl, versteht es
mit einer irrwitzigen Leichtigkeit und wirklichen Emotion zu spielen,
die jemandem in die Wiege gelegt sein muss und irgendwann ausbricht.
Diknu Schneeberger fesselt, weckt Interesse durch sein Spiel, ist ein
begnadeter Gitarrist, der den perfekten Ton hat, egal ob im
Geschwindigkeitsrausch, im Vordergrund oder in wunderschöner
schwülstiger Jazzmanier als Teambegleiter, wie beim „Minor Blues “ oder
bei „Sandys Bolero “, dem Stück seines Lehrers Martin Spitzer, der
seinen „Schüler “ trägt, aber seine eigenen Soli nicht verstecken muss.

Nach
einem letzten, dreigeteilten Stück von Django, Spitzer und „Papa “
Schneeberger reißt es die Zuhörer von den Stühlen und es gibt
Beifallsstürme. Nach Zugaben und einem klasse Akustik-Musikabend mit
tollen Künstlern und super Sound, ohne mächtig was auf die Ohren,
bleiben keine Wünsche offen. Was mag da in dieser Woche noch kommen?
Und wie mag dieses junge Übertalent wohl in zehn Jahren spielen? Die CD
„Rubina “ des Trios ist jedenfalls jetzt schon ein Leckerbissen und ein
Muss für alle Gypsy Fans!
Thomas Raum
20.8.2007

Hier der Artikel bei der Hersbrucker Zeitung

4 Kommentare

  1. Peter Lerchenmüller, A2344 Maria-Enzersdorf

    Sehr guter und schöner Kommentar! Wir hier in und um Wien wissen seit längerem, welche musikalische Perle da glänzt. Am Samstag konnten wir das Quartett – Vater und Sohn Schneeberger, mit Striglo Stöger an der Gitarre und Österreichs bestem Jazz-Akkordeonisten Karl Hodina – beim Heurigen Lupo in Mödling hören. Unsere Stadt versucht es Hersbruck gleich zu tun: SLOW DOWN denn mit langsam gehen kommst du weiter. Unser Rezept ist halt: Gute Musik bei gutem Wein. Ich wünsche Hersbruck und seinen Möbelmachern noch viele solche nachhaltigen Jazzkonzerte. Herzliche Grüße aus Niederösterreich, Peter Lerchenmüller +436647882007

    Antworten
  2. herwig Danzer

    Hey war echt toll, dass Ihr uns die Jungs ausgeliehen habt, wir geben sie nur ungern zurück, aber Euer Konzept ist einfach überzeugend. Grüße von der Pegnitz an die Donau
    herwig

    Antworten
  3. Helmut Plattner

    Diese Lobeshymne aus der Feder Thomas Raums ist mit keinem Wort übertrieben. Ich habe alles schon selbst aus nächster Nähe live gehört.

    Antworten
  4. Nachhaltig

    Gitarrenfestival Hersbruck 08: geniale Gitarristen starten zügig

    Einen etwas unterkühlten Start legte das cittaslow Highlight 9. internationales Gitarrenfestival Hersbruck am Samstag in der vor dem Abriss stehenden RKW- Halle hin. Bei zügigen 14 Grad litten neben den Fingern der genialen Gittaristen (Ulli Bögershaus…

    Antworten

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