von | 11. August 2019

20 Jahre Gitarrenfestival Hersbruck – die Jubiläumsfeier in Unterkrumbach

Cittaslow und Slowfood, Gitarrenfestival, Kulturveranstaltungen, Slow Food oder City, Werkstatt-Tage | 0 Kommentare

Normalerweise räumen wir unsere Werkstatt nur einmal im Jahr für die Unterkrumbacher Werkstatt-Tage aus. Aber diesmal war der Termin durch den fränkischen Sommer schon auf den Juli gelegt worden und unsere Erinnerungen an die 6 Eröffnungskonzerte des Gitarrenfestivals in unserer Halle sind immernoch soooo schön, dass wir  für die 120 persönlich geladenen Gäste nochmal ausgeräumt haben. Wenn es nur einen Vorteil der Selbständigkeit geben sollte, dann der, dass man an Betriebswirtschaftlern vorbei, auch mal machen kann, was man will. Das Gitarrenfestival Hersbruck ist noch bis kommenden Freitag und es gibt noch Karten an den Abendkassen. Der wunderbare Artikel von Andrea Pitsch in der Hersbrucker Zeitung hängt unten an.

Und das war diesmal eine richtige Entscheidung, denn die “Ehemaligen” Arnoldo und Patricia Moreno, Ernst Grieshofer, Carlos Barbosa Lima und Johannes Michel machten uns mit Ihrem Kommen eine große Freude, weshalb wir nicht zuletzt auf deren Wunsch die ganze Veranstaltung in Einzelvideos für die Nachwelt erhalten haben.

Wir bedanken uns bei der Stadt Hersbruck für die schöne Zusammenarbeit, bei der Firma In-Phase und Alex Setschödi für die tolle Technik, bei der Mahlzeit für das Catering und bei Feine Weine für die feinen Weine.

 

Wir beginnen mit dem nach wie vor Wichtigsten des Abends:

Die Musik

Arnoldo und Patricia Moreno, Ernst Grieshofer

Ernst Grieshofer Schlagzeugsolo

Carlos Barbosa Lima

In den Begrüßungen steckte schon ganz viel Gitarrenfestivalgeschichte

Begrüßung herwig Danzer

Begrüßung Robert Ilg

Der Höhepunkte des Abends waren die Gespräche mit den Bürgermeistern und den Festivalleitern

Gesprächsrunde Wolfgang Plattmeier, Arnoldo Moreno, herwig Danzer

Gesprächsrunde Robert Ilg, Johannes Tonio Kreusch, herwig Danzer

Statement Ernst Grieshofer

Vor dem Programm war der Empfang in unserer Ausstellung, die dabei ein wenig an ihre Kapazitätsgrenzen stieß:

Nach dem Programm blieben noch viele Gäste da, genossen das Buffet und die feinen Weine.

Der harte Kern blieb an unserem Essplatz vor der Mitarbeiterküche hängen.

Alle Beiträge über das Gitarrenfestival seit 2005 sind hier nachzulesen.

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Der Artikel aus der Hersbrucker Zeitung von Andrea Pitsch:

Familientalkrunde mit sechs Saiten

Interner Auftaktabend zu 20 Jahren Internationales Gitarrenfestival für langjährige Freunde und Unterstützer

UNTERKRUMBACH (ap) – „Die Gitarre ist back bei den Möbelmachern“:
So kurz und knapp könnte man den Jubiläumsabend beschreiben. Doch war der lockere Rückblick auf 20 Jahre Festivalgeschichte aus Gesprächen und Musik mehr – eine große Familie lag sich strahlend in den Armen.

Die Luft riecht nach Holz. Zwischen großen Bretterstapeln und mit Spänen übersäten Maschinen stehen Stühle, eine kleine Bühne, jede Menge Technik und viele freudige Menschen. Immer wieder hört man Gelächter oder das Wörtchen „Gänsehaut“ ob der schönen Erinnerungen an diese musikalische Werkstatt, in der zwischen 2001 und 2006 die Eröffnungskonzerte stattfanden.
Die, bei denen sich dieser besondere emotionale Zustand einstellte, waren einige Künstler, Vertreter der Politik, Sponsoren, Helfer und Mitglieder des Festivalfördervereins – schlicht eine große
Familie, wie es Bürgermeister Robert Ilg und Moderator herwig Danzer treffend formulierten. Und damit brachten sie die Atmosphäre des Abends auf den Punkt.

Kribbeln im Holz
Auch Familien machen gerne Musik und so präsentierten Patrizia und Arnoldo Moreno einen leisen, zurückgenommenen „Son Cubano“, eine sehnsuchtsvolle Ballade und ein fröhliches brasilianisches Stück. Dank der Spielart von Vater Moreno konnte Patrizia Morenos Stimme ihre volle Wirkung entfalten; sie wusste sie präzise und mit Bedacht einzusetzen. Die powervolle, spannende und kribbelnde Einlage an den Drums von Ernst Grieshofer repräsentierte die Öffnung des Festivals hin zu anderen Instrumenten, erklärte Danzer. Und auch Carlos Barbosa Lima durfte als langjähriger Begleiter der Gitarrentage nicht fehlen. „Er hat keinen ‘Aus-Knopf’, daher spielt er zum Schluss“, scherzte Ilg.

Wer fürchtete, mit Dia-Shows und langatmigen Grußworten gelangweilt zu werden, der wurde enttäuscht: In zwei Gesprächsrunden mit Arnoldo Moreno, „Geburtshelfer“ Wolfgang Plattmeier,
Ilg und künstlerischem Leiter Johannes Tonio Kreusch lachten und schmunzelten die Gäste über Pleiten, Pech und Pannen, intensive Erlebnisse, die an einen Wutausbruch gebundene
Entstehungsgeschichte sowie jede Menge Anekdoten über hübsche Beine, Ahnentrunk, Schäufele und Pizza aus dem Pappkarton. Letzteres hätten auch die Promis der Szene gegessen – wie bei einem Familienabend.

Doch bis es so weit kam, war einiges an Kreativität nötig, wie Moreno offen verriet. Als er hörte, dass es in Hersbruck weder eine Musikschule noch ein Konservatorium noch einen Konzertsaal gebe, dachte er nur: „Oh!“ Sofort habe er begonnen zu überlegen, wie die Musik zu den Menschen gelangen könnte und organisierte mit seinen Schülern Jam Sessions in Hersbrucker Kneipen. Er merkte rasch: „Da ist Potenzial.“ Genau diese Erfahrung gab der Veranstaltung die Wendung: Geplant sei anfangs kein Festival gewesen, sondern nur Unterricht, so Moreno. Aber die Leute seien begeistert gewesen und er wollte gerne seine Musik und Gefühle an die Menschen weitergeben – zusätzlich zu der Vision, dass die Stars in Form der Workshops und Seminare ganz nah an den Schülern dran sind – wie in einer Familie.

„Der größte Erfolg ist, dass das gelungen ist“, sagte Moreno. So einfach lassen sich 20 Jahre Festival-Flair zusammenfassen.

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