von | 22. Februar 2006

Bildzeitung produziert Wortmüll rund um Cittaslow

Cittaslow und Slowfood, Presse - über und von uns, Slowfood & Cittaslow | 4 Kommentare

Slowcitydeutschgro
"Sprachforscher ist entsetzt!" und "Was bitte bedeutet Cittaslow Hersbruck?" titelte die Zeitung mit den großen Buchstaben. Und dann folgt der größte Unsinn, der jemals über Slowcities geschrieben wurde. "Rechtschreib-Pabst" Ickler von der Uni Erlangen Nürnberg vermutet, dass ein Sachbearbeiter den zugegeben nicht sehr hübschen Titel erfand, der sich in Wahrheit aber aus der Geschichte von Slow Food und Slow City ganz leicht erklärt. Dazu muss man auf der Hersbrucker homepage, die zwar nicht gerade genial ist, aber alle Informationen zu Cittaslow bietet, einfach ein zweites mal klicken, dann findet man alle Erklärungen, die man sucht, aber nur, wenn man das tut. Der "Redakteur" (wenn bei diesem Blatt solche Berufsgruppen überhaupt eingesetzt werden) rief dann in Hersbruck an, bekam eine korrekte Kurzerklärung und einen Verweis auf Petra Hofmann, die ja dafür zuständig ist. Deren Worte gab er ebenso falsch wieder, verzapfte noch den lustigen Unsinn "Einen Imageschaden befürchtet Petra Hofmann nicht" gab ihr Alter falsch an (immerhin in die positive Richtung) und zeigte damit mal wieder, warum wir uns damals mit Heinrich Bölls "Katharina Blum" und Wallraffs "Hans Esser" beschäftigt haben. Es hat sich seitdem wohl nichts geändert.

Zum Abgewöhnen und weil es wirklich zuuu doof ist, zitieren wir ihn hier sogar im ganzen, in ein paar Wochen können wir wahrscheinlich schon wieder drüber lachen:

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Slowcitygro
Hersbruck – Wer das Städtchen Hersbruck im Internet besucht,
steht vor einem Rätsel: "Erste deutsche Cittaslow" steht dort – aber
die Erklärung fehlt! Und auch die Nachfrage in der Telefonzentrale des
Rathauses hilft nicht weiter: "Das ist was Schönes, die Bedeutung kenn
ich nicht – aber es kommt aus Italien!"

Rechtschreib-Papst Prof. Theodor Ickler (61) von der Uni
Erlangen-Nürnberg ist über den Mix aus Englischem und Italienischem
entsetzt: "Da glauben Sachbearbeiter, sie tun der Stadt was Gutes.
Dabei stoßen sie die Leute vor den Kopf. Die Franken sind
bodenständig." Nach einigem Suchen fand BILD die Frau, die weiß, was
Cittaslow bedeutet: In der Touristinformation! Petra Hofmann (35): "Wir
sind als erste deutsche Stadt Mitglied der internationalen Vereinigung
lebenswerter Städte."

Unter dem Motto Regionales auf dem Teller machen Gastwirte und
Bauern da mit. Das Symbol der "langsamen Stadt" ist eine Schnecke.
Einen Imageschaden befürchtet Petra Hofmann nicht: "Wir haben eine
unheimlich positive Resonanz."(Jövö)

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(Weitere Infos zu Cittaslow auf der Möbelmacherseite)

Sogar bei Wikipedia wird die  slowcity erklärt.

4 Kommentare

  1. Petra Hofmann

    Lieber herwig,
    man kann auch heute schon darüber lachen – zumindest über die Aktualität dieser „Zeitung“. Fast fünf Jahre nach der Zertifizierung Hersbrucks, nachdem bereits verschiedene Fernsehsendungen zu diesem Thema gelaufen sind und Zeitungen und Zeitschriften aus aller Welt (z.B. Finnland) über die Slow City Hersbruck berichtet haben, hat auch die Regionalausgabe dieses Blattes Notiz von uns genommen. Nachdem man bereits wusste, dass es mit dem Wahrheitsgehalt der Artikel nicht immer so genau genommen wird, kann jetzt mit Gewissheit gesagt werden: immer dran am aktuellen Geschehen ist wohl auch nur ein Wunschtraum….
    Grüße aus der Cittaslow
    Petra

    Antworten
  2. Thomas Geiger

    Jetz muesste man bei der Bildzeitung mal nachfragen, ob die wissen, was wikipedia ist – nur weil du das zitiert hast… Oder den Sprachforscher? 😉

    Wobei der Begriff SlowCity wirklich erklaerungsbeduerftig ist. Jedesmal wenn ich das irgendwo erzaehle hoere ich nur: Haeh? (in Franken) oder Wie bitte? (sonstwo)
    Die „Vereinigung der lebenswerten Staedte“ ist zwar nicht so schoen, aber halt deutlicher.

    Gruss Thomas

    Antworten
  3. herwig Danzer

    Du hast ja recht Thomas, der Name Slow City oder auch CittaSlow (was ich nicht besser finde, weil es auch noch zwei Sprachen vermanscht) ist nicht gerade genial, aber einfach historisch gewachsen. Slow Food wurde 1986 die Gegenbewegung von Fast Food, woraus die fünf italienischen Bürgermeister beschlossen, daraus eine Philosophie für die ganze Stadt zu machen. Und die können wir doch schlecht als erstes deutsches Mitglied einfach umbenennen. Deswegen ist Dein Rat genau richtig: Slow City immer nur im Zusammenhang mit „Vereinigung der lebenswerten Städten“ verwenden.

    Antworten
  4. Nachhaltig

    Bildband über Slow City Hersbruck entsteht – Thomas Geiger und Michael Scholz

    Die tun was. Michael Scholz (Schreiber) und Thomas Geiger (Fotograf und frischgebackener Blogger) und Barbara Gößwein (Prisma Werbung) machen sich auf einen Bildband über die Slow City Hersbruck zu erstellen. Nach den Ratschlägen und Wünschen von Buchh…

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