von | März 30, 2026

Paris mit Schloss Versailles: Von Schreibtischen und Betten

Allgemein, Paris

 

Die aktuelle Fahrt nach Paris war zuletzt viel Geschirr und einigen edlen Teppichen geschuldet, die jetzt einer neuen Aufgabe in Paris freudig entgegensehen.

Weil meine Frau Ute schon sieben Tage vorher dort war – Enkel Leopold hatte Ferien und seine Mutter eine sehr wichtige Veranstaltung für Loewe vorzubereiten – durfte ich alleine fahren. Die einzigen Tramper auf der Strecke wollten leider in eine andere Richtung. Ich bin früher auch viel getrampt und revanchiere mich, wenn ich allein fahre.

Also hörte ich drei von vier Alben von Catman Cohen, ließ mir zwei Artikel aus der ZEIT vorlesen und genoss die Deluxe-Version der Rockoper Tommy von The Who, die ich als Elfjähriger erstmals im Nürnberger Opernhaus hören und sehen durfte. Die Hifi-Anlage von Bose in diesem Auto kommt natürlich an unsere Verstärker, Boxen und Plattenspieler nicht ran, aber fürs Auto ist das trotzdem ziemlich beeindruckend. Für die Live-Version der gleichen Platte war dann keine Zeit mehr, denn nach siebeneinhalb Stunden war ich leider schon da.

Was für ein Luxus, wenn man in aller Ruhe und bei großer Lautstärke die Musik seiner Wahl hören kann.

Erstaunliches Frühstück eines in Paris Geborenen

Hätte ich ja nie gedacht, aber der in Paris geborene Antoine hat als Sonntagsfrühstück ein köstliches Croissant mit Spiegelei, Schinken und Käse zubereitet, was andere Franzosen als Frevel bezeichnen könnten, weil es angeblich die Amerikaner erfanden. Aber wer weiß das schon so genau? Auf jeden Fall war es köstlich.

Ab zum Schloss Versailles

Wir konnten fast direkt vor dem Schloss parken

Schade, dass man beim Anblick von Gold heutzutage sofort an Trumps Geschmacklosigkeit denken muss. Laut Postillon hätte er den deutschen Goldschatz schon im Weißen Haus verbraten

Dachte eigentlich, da war ich doch erst, aber damals war ich 15 Jahre alt und mit meiner Mutter auf dem Rückweg vom Kajakfahren in Südfrankreich (auf dem Var, dem Verdon und der Durance) in Versailles. Tagsüber spielte ich in der U-Bahn und vor dem Centre Pompidou Gitarre und abends mit zwei lustigen Engländern auf den Champs-Élysées vor den Cafés, und ich kann mich eigentlich auch an das Schloss und den Spiegelsaal noch ganz gut erinnern.

Man bucht den Besuchstermin vorher digital, und das Beste war, dass an den langen Schlangen immer wieder Personal vorbeiging und checkte, ob man in der richtigen steht. Wir hatten die falsche erwischt, weil auf der Buchung eigentlich nur Eingang A stand, aber vor dem gibt es zwei Schlangen, eine zur vollen Stunde und eine zur halben.

Auch der ganze Rest mit den Sicherheitskontrollen war sehr gut organisiert. Ich konnte sogar das Intro für den neuen Newsletter „Ein Unterkrumbacher in Paris“ aufnehmen, und schon durchstreifen wir das ziemlich üppige Gebäude, natürlich immer auf der Suche nach Möbeln, die dann doch nicht inspirieren. Auch für unsere Gebäude in Unterkrumbach haben wir dereinst ja einen etwas anderen Stil gewählt, aber immerhin eine Basilika in Holz, aber ohne Gold.

Die Betten im Schloss

Eines der vielen Prunkschlafzimmer, die sich auch gut zum Rollschuhfahren eignen würden

Als ProNatura-Händler fragt man sich natürlich, was damals unter den Menschen in den kurzen Betten lag. Kürzer waren sie (ca. 1,80 m bis 1,90 m), weil man damals in einer halb sitzenden Position schlief. Man glaubte, dass flaches Liegen den Blutfluss zum Kopf gefährde oder gar zum Erstickungstod führen könne.

Die Vorhänge waren früher meist zugezogen, wegen der Temperatur, aber auch wegen der Tierchen

Dank der sorgfältig geführten Inventarlisten weiß man sogar sehr genau, auf was damals geschlafen wurde, allerdings nur in königlichen Kreisen:

Von unten nach oben sah das meist so aus:

  • Sangle (Gurtung): Über das Holzgestell waren breite Gurte aus Hanf oder Leder gespannt.
  • Paillasse (Strohunterlage): Eine feste, mit sauberem Roggenstroh gefüllte Unterlage, die für die nötige Härte und Isolierung gegen Kälte von unten sorgte.
  • Matelas (Wollmatratzen): Darüber lagen meist zwei bis drei dicke Matratzen, die mit hochwertiger Schafwolle gefüllt waren. Diese mussten regelmäßig „aufgeschlagen“ werden, damit sie nicht verklumpten.
  • Lit de Plume (Federbett): Direkt unter dem Schläfer lag oft eine zusätzliche, weichere Schicht – ein mit Gänsedaunen gefüllter Unterbettsack, in den man förmlich einsank.

Lustigerweise schliefen die Könige (besonders Ludwig XV. und XVI.) oft in kleineren, privaten Zimmern in sogenannten „Lits à la polonaise“ oder „Lits à l’anglaise“. Diese waren technisch ähnlich aufgebaut, aber wesentlich gemütlicher und leichter zu beheizen. Das ist ähnlich seltsam, wie wenn Menschen in der alten Küche im Keller kochen, weil sie die neue nicht verschmutzen wollen (was bei unseren Kunden natürlich NIEMALS passiert).

Der Schreibtisch

Foto: TCY, Bureau du Roi vue de face avec pièce, CC BY-SA 3.0

Was für ein Schrank: Aus „Ornament und Verbrechen“ von Adolf Loos (1908) entstand im Bauhaus „Form follows Function“

Am Schreibtisch des Königs wäre nicht mal Platz für einen großen Bildschirm, dafür hat man die Zeit immer im Blick. Die Begeisterung für Rollos, ob horizontal oder vertikal, war offensichtlich damals schon ausgebrochen. Auch heute noch fertigen unsere Schreinerinnen und Schreiner für sich selbst oder Prüfungen mit Vorliebe Möbel mit Rollo – als Gesellenstücke und jüngst sogar als Meisterstück. Unsere Schreibtische sind da zwar ein wenig schlichter, dafür aber auch höhenverstellbar.

Das Beste war der Golfcart

Da ist man schon ein wenig unterwegs im Schloss, und wenn man danach in den Garten schaut, den man sich ja unbedingt auch anschauen möchte, fragt man sich, wie weit die Füße tragen. Doch dann entdeckt man erst die Elektrobusse, die dort hin und herfahren, und dann auch noch kleine Golfcarts. Und mit sowas wollte ich schon immer mal fahren. Zu viert mit Kind passten wir da locker drauf und so genossen wir das Gelände sitzend mit Elektroantrieb. Eigentlich schade, dass der Firmensitz in Unterkrumbach dafür zu klein ist, hihi.

Bis zum Wohnsitz von Marie Antoinette war es schon weit und dort beschlossen wir, den nächsten Ausflug von dort aus zu starten, denn dort kann man auch gleich parken und dann das Gelände von der anderen Seite aus mal wieder genießen, wenn man mal wieder in Paris ist.

Nach der Schule auf die Heimfahrt

Tja, leider mussten wir uns wegen Utes wichtiger Termine am Dienstag schon wieder auf die Heimfahrt machen, brachten Leopold noch gemeinsam in die Schule und machten uns auf den Rückweg. Saarbrücken ist genau die Hälfte der Strecke, weshalb wir dort rausfuhren und Mittag machten. Das nächste Familientreffen ist dann wieder an Ostern in Unterkrumbach, da freuen wir uns auch schon drauf.

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