Was uns nach Ried im Innkreis brachte
Unsere Schreibtische, Konferenztische, Esstische und Stehpulte fahren nur dank der Hubsäulen von LINAK aus Dänemark problemlos rauf und runter. Jetzt hat die deutsche Vertriebsmannschaft ausgewählte Kunden nach Ried im Innkreis zum Austausch eingeladen. Wir freuten uns sehr, dass der Ort des Treffens der Stammsitz und das neue Firmengebäude von Team7 ist.
Mit deren Gründer Erwin Berghammer haben wir im letzten Jahrtausend auf der Möbelmesse in Köln – wo wir ein paar Male Standdienst für ProNatura gemacht haben – seinen neuen Katalog und unseren neuen Kalender gemeinsam durchgeschaut und dabei oft einige lustige Gemeinsamkeiten entdeckt. Denn Berghammer hat seine alte Schreinerei (gegründet 1959) Anfang der 80er Jahre mit sechs Kollegen (daher der Name „Team7“) zum konsequenten Hersteller von Naturholzmöbeln umstrukturiert, was ich noch als bastelnder Schüler (mit offiziellem Gewerbeschein für Holzspielzeug seit meinem 18. Geburtstag) bewundernd verfolgte.
Bei unserer Firmengründung 1988 inserierte er bereits in Wohnzeitschriften ganzseitig für geölte Massivholzmöbel, was sehr hilfreich für unseren Start war. Denn zu dieser Zeit gab es fast keinen Schreiner mehr und nur einstellige Großbetriebe (wie z. B. Wasa, Göhring, Voglauer mit Bauernmöbeln und Seltz in Frankreich), die NICHT den Spanplatten frönten, die bis heute noch ebenso giftig wie ungeniert ausgasen, einfach weil sich keiner dafür interessiert. Deshalb sahen wir Team7 nie als echte Konkurrenz, sondern mehr als Geburtshelfer, und dafür sind wir bis heute dankbar. Wasa, Göhring und auch Seltz (die waren richtig gut!) gibt es nicht mehr.
Im Moment geht es leider allen in der Möbelbranche nicht besonders gut und gerade im hochwertigen Bereich der Massivholzmöbel und Küchen ist der Markt ausgesprochen schwierig. Für LINAK ist es wichtig, gerade in einem schwierigen Marktumfeld, ihren Kunden einen Mehrwert zu bieten. Dazu dienen solche Veranstaltungen, die natürlich Events heißen müssen.
(Ich frage mich manchmal, ob man nicht richtige Begeisterung auslösen könnte, wenn man unsere deutschen Begriffe wieder einführen würde, aber ich merke auch selbst, wie sich ein für einen „Phototermin“ angefragtes Modelpärchen für die Einladung zum „Shooting“ bedankt, obwohl ich den Dienst an der Waffe einst verweigert habe).
Der Beginn einer wunderbaren Zusammenarbeit mit LINAK
Mein eigener Schreibtisch fährt seit 1997 dank eines LINAK-Gestells bis heute mühelos rauf und runter, auch für viele Kunden haben wir seit dieser Zeit unterschiedlichste höhenverstellbare Schreibtische in Einzelanfertigung verwirklicht. Eine Yogalehrerin wollte 2019 aber einen Schreibtisch, dem man die benötigten Metallteile nicht ansieht, weil die Kursteilnehmer den Schreibtisch auch rücklings von unten sehen werden.
Also konstruierten wir einen Schreibtisch mit Vollverkleidung, auf den im Netz der deutsche Marketingchef von LINAK, Christian Renner, aufmerksam wurde.
Er besuchte uns, brachte uns in den LINAK-Newsletter und seitdem sind wir in regelmäßigem Austausch über die Entwicklungen bei LINAK und den Möbelmachern. (Hier haben wir im Nachhaltigkeitsblog darüber berichtet).
Seine Team-Kollegin Christine Meyer (Marketingspezialistin für den Bereich Möbel) organisierte das ganze Event und kümmerte sich rührend im Vorfeld um alle Wünsche von uns Teilnehmern. Ezgi Salman, Spezialistin für Online-Marketing aus der gleichen Abteilung, war vor Ort aktiv eingebunden. Ganz lieben Dank für euer Engagement.
Führung durch die Team7-Produktionshallen
Nun ja, die Führung durch einen engagierten Mitarbeiter, der seit 20 Jahren dabei ist, lässt sich zusammenfassen in: „Genauso wie bei uns, nur viel, viel größer.“ Sogar die CNC kommt vom gleichen Hersteller, nur ist auch sie viel größer. Denn in der Tat müssen alle Hersteller von Massivholzmöbeln mit ganz anderen Dingen umgehen können, als das die Spanplattenverarbeiter tun. Die Luftfeuchtigkeit sollte konstant bleiben, damit die Möbelelemente nicht größer oder kleiner werden. Die Oberflächenbearbeitung mit Ölen ist deutlich aufwändiger und benötigt viel mehr Zeit und Fläche zum Trocknen, Fronten und Platten müssen so stabilisiert werden, dass sie auch bei wechselnden Klimabedingungen und natürlich auch der Klimakrise nicht krumm werden.
Nachdem Team7 eigene Plattenwerke besitzt (da sind wir natürlich neidisch), können sie zusätzlich zu den richtigen Massivholzplatten auch kostengünstige Tischlerplatten herstellen (also Weichholzkerne mit dünnen Harthölzern furnieren), was nach DIN-Norm zwar nicht mehr „Massivholzmöbel“ oder „Vollholzmöbel“ heißen darf, was sie aber mit dem Wort „Naturholzmöbel“ elegant umgehen. Eine Tischlerplatte ist nichts Böses und hundertmal besser als eine Spanplatte (mit Formaldehydausgasung) oder MDF (Mittel-Dichte-Faserplatten mit Isocyanaten), aber sie ist halt trotzdem kein Massivholz. Dafür spart sie viele wertvolle Rohstoffe, denn zum Beispiel fränkischer Nussbaum ist schon sehr selten.
Das neue Firmengebäude setzt neue Maßstäbe
40 Jahre nach der Gründung übernahm Georg Emprechtinger 1999 zunächst die Geschäftsführung von Erwin Berghammer. Im September 2006 wurde er zum Alleineigentümer. Er kaufte die verbliebenen 51 % der Anteile von der Berghammer-Familienstiftung und führt das Unternehmen seitdem als geschäftsführender Eigentümer. 2021 erfolgte der Spatenstich zur Team7–Welt, 2023 wurde sie eröffnet.
Es ist ein Herzensprojekt von Emprechtinger, denn wie wir 1997 in Unterkrumbach, wollte auch er ein Gebäude bauen, das alle Ansprüche an Ökologie, Wohngesundheit und Klimafreundlichkeit erfüllt. So entstand ein Holzskelettbau, der wie unsere Halle (ausgezeichnet als schönste Werkstatt Deutschlands) auch nicht ganz ohne Beton verwirklichbar war. Aber es ist ein beeindruckendes Gebäude, das dank vieler ausgetüftelter Ideen ohne Klimaanlage auskommt (wir genießen im Büro und in der Ausstellung zwar eine Klimaanlage, aber immerhin arbeitet sie mit dem Strom aus unserer Photovoltaik).
Team7 und die Möbelmacher wollten beide ein Gebäude, das ihren eigenen Ansprüchen an Wohn-, Arbeits- und Raumqualität entspricht und das für folgende Objekte als Vorbild dienen kann. Auf 6100 Quadratmetern ist das vorbildlich gelungen (unsere Halle hat knapp 1000) und die Arbeitsplätze in deren Büros sind optisch und akustisch die angenehmsten, die ich jemals gesehen habe.
Auch für das integrierte Restaurant beneiden wir Team7 (wir müssen immer selber kochen) und die Seminarräume mit den dazugehörigen Küchen im dritten Stock sind ebenfalls grandios.
Der Gang durch die Eingangshalle und der Flügel
Die Eingangshalle ist ebenso einladend wie riesig, dahinter das Restaurant, und in derselben steht der Team7-Steinwayflügel, von dem es nur sieben Stück gibt und für den sie die Furniere liefern durften (aus 18 Lagen mit 4 mm dicken Ahorn-Furnieren besteht so ein Rim (Korpus) im unteren Bereich meist).
Der kann übrigens auch selbst spielen (Selbstspielsystem Spirio), bei Bedarf sogar ein Livekonzert von ganz woanders wiedergeben. Erst durch die Recherche gerade im Moment habe ich erfahren, dass Steinway schon seit 20 Jahren von Team7 Furniere bezieht, Respekt. Hm, bei uns steht immerhin eine sehr seltene blaue Konzertgitarre von Höfner in der Ausstellung, aber denen geht es gerade leider auch nicht gut, trotz der leider nur verbalen und dadurch substanzlosen Unterstützung von Paul McCartney, dessen Bass sie herstellten.

Vermutlich der einzige Nussbaumflügel, der mit Splint verarbeitet wurde (so heißen die hellen Streifen im Furnier)
Eigentlich wollte Emprechtinger einen Flagshipstore, der Platz für alle Team7-Möbel bietet, aber dafür reichten selbst die 1200 Quadratmeter auf zwei Etagen nicht aus (bei uns die 350 qm ja auch nicht). Trotzdem ist die Ansammlung ästhetischer Möbel sehr beeindruckend, aber bei der Führung konzentrierten wir uns vor allem auf die Möbel, die LINAK-Komponenten integriert haben: die höhenverstellbare Küche, der Schreibtisch und der Couchtisch.
Anekdote zur höhenverstellbaren Küche
In der Fachzeitschrift „Möbelmarkt“ war zu lesen, dass Team7 angeblich die einzige höhenverstellbare Küche herstellen würde. Das fand ich dann doch etwas dreist, denn schon damals waren wir mit dem Suchwort „höhenverstellbare Küche“ bei Google organisch auf Platz 3 und dort konnte man sehen, dass unsere Küche nicht nur die Arbeitsplatte der Insel rauf- und runterfährt, sondern auch alle Möbel mitnimmt.
Außerdem ist auch die Spülenzeile höhenverstellbar und bei uns geht es nicht nur um die Umstellung auf Partyhöhe zum Sektschlürfen, sondern ursprünglich um Rollstuhlfahrerinnen. Denn sie kann zwischen 75 cm normaler Tischhöhe mitsamt allen Schränken auf 120 cm Stehtischhöhe stufenlos verstellt werden. Also habe ich dem Redakteur Sebastian Lehmann den Link geschickt und in der übernächsten Ausgabe wurde der Artikel über unsere höhenverstellbare Küche und unsere Arbeit überhaupt zum ersten Mal in einer Fachzeitschrift veröffentlicht. Dort finden kleine Schreinereien sonst nie eine Erwähnung.
Jedenfalls hat Team7 seine höhenverstellbare Küche namens K7 zusammen mit LINAK entwickelt. In der K7 sind vier kleine Hubsäulen verbaut, die sehr elegant mit Edelstahl verkleidet sind, da sie lediglich die Arbeitsplatte rauf- und runterfahren müssen. Wir brauchen dagegen zwei ganz dicke DL2-Säulen, weil wir uns 800 Kilo vorgenommen haben. Aber egal, wer verkauft, hat Recht, und so hat uns schwer beeindruckt, dass Team7 die höhenverstellbare Küche wohl vierstellig pro Jahr verkauft und wir gerade so einstellig, aber das kann ja noch besser werden, hihi. Hier sind auch unsere anderen barrierefreien Küchen verlinkt, denn seit meinem Zivildienst beim Arbeiter–Samariter–Bund ist mir das sehr wichtig (zum Beispiel das barrierefreie Hotelzimmer, das wir für den VDK entwickelt haben.
Im großen Flagshipstore
Im Store gab es einen ziemlich raffinierten höhenverstellbaren Schreibtisch (allerdings ohne Bleistiftrunterrollschutzkante, wie wir sie bauen), einen geschickt versteckten Arbeitsplatz und einen elektrisch höhenverstellbaren Couchtisch mit Linak-Säulen zu besichtigen. Ute (ihres Zeichens Trägerin des Innovationspreises Ergonomie für ihr ergonomisches Lebenswerk) hat sich natürlich auch für die Bettsysteme interessiert, die Erwin Berghammer im letzten Jahrtausend noch bei unserem Hersteller ProNatura zukaufte, daher auch die Freundschaft. In der Zwischenzeit stellen sie aber eine etwas abgespeckte Version selbst her. Das ist dann zwar nicht so vielseitig verstellbar, bedeutet aber auch weniger Beratungsaufwand.
Das ist bei den Möbeln übrigens nicht anders: Immer wieder denke ich mir, wie schwer es sein muss, diese Möbel für die Serie zu optimieren, während wir die Holzart, die Kanten, die Größen und die Ausstattung mit den Kunden besprechen und dann genau so ausführen können. Während wir also mit der Einzelanfertigung oder dem flexibleren Schlafsystem mehr Möglichkeiten haben, verkaufen sich fertige und weniger komplizierte Produkte leichter, vor allem wenn man ein großes Händlernetz hat und eine gute Marke. Aber wie gesagt, aktuell ist beides nicht einfach.
Im dritten Stock bei LINAK angekommen beginnt das Event mit den „Key Notes“ oder den Vorträgen
Der Showroom ist im ersten und zweiten Stock, einen Stock drüber ist der Seminarraum mit den ziemlich großen Showküchen. Dort angekommen gab es feine Getränke und auch was zu Essen, und wir konnten dank Namensschildern erkennen, wer zu LINAK oder den anderen Firmen gehörte. Wir waren das einzige Ehepaar, das lag daran, dass wir den Termin noch mit anderen verbinden konnten, aber es war auch insofern gut, weil die drei folgenden Vorträge uns ganz unterschiedlich ansprachen.
Wir waren sehr gespannt auf die angekündigten zwei und auf den spontan dazugekommenen dritten Vortrag von Uwe Linke, der als Wohnpsychologe am ehesten zu unserer Arbeit passte.
Zwischen den Vorträgen gab es Pausen, und man traf sich bei den ausgestellten Prototypen, die der ebenfalls anwesende Designer Michael Hilgers aus Berlin (unter @studiohilgers findet man auf Instagram ganz viele grandiose Ideen) als Anschauungsmaterial zum Anfassen gestaltet hat.




Einer der Gründe, warum wir die Reise angetreten haben, war die Hoffnung, dass wir diese Möbel aufschrauben, auseinandernehmen und uns zusammen tief in die Technik einarbeiten – aber so weit kam es leider nicht. Durch den zusätzlichen Vortrag und den vorigen temporal überzogenen wurde die Zeit etwas eng, und die LINAK-Idee der Veranstaltung war wohl eher, dass die anwesenden Firmenchefs einen inspirierenden Tag haben und ihre Designer jetzt beauftragen, mal was mit Höhenverstellung zu machen?



Dafür konnte ich nach langen Diskussionen für ein neues Projekt der höhenverstellbaren Kücheninsel erkennen, dass ein kleiner, nicht ganz korrekter Satz wie „natürlich kann man die Säulen auch andersrum verwenden“, eine ganze Kochinselplanung umwirft. Aber gottseidank sind wir rechtzeitig draufgekommen, wir waren erst in der Scribble-Phase für Leonies Küche.
Die hochkarätigen Vorträge: Arne Stock, CEO von Möbel.de
Das waren schon beeindruckende Referenten, die LINAK dem Publikum bot: Arne Stocks Möbel.de ist die von ihm 2007 gegründete Plattform mit heute 5 Millionen Zugriffen pro Monat. Dort findet man zu den Suchwörtern jeweils nur ein Bild und einen Preis, und wenn man draufklickt, wird man zum Anbieter weitergeleitet.
Arne hat aber nicht nur das eigene Plattform-Geschäftsmodell erklärt, sondern auch viele Varianten davon mit anderen Anbietern, was ich sehr interessant fand, Ute dagegen war da nicht so sehr im Thema. Der tiefe Einblick wurde ebenso kompetent wie sympathisch vermittelt, leider können wir als Dorfschreinerei mit Einzelanfertigung trotz einiger Serienmöbel da nicht mithalten, zumindest habe ich keinen Ansatz entdeckt, der für uns erfolgsversprechend wäre, denn die Preiskategorien hören meist da auf, wo wir noch gar nicht anfangen.
Sylvia Leydecker, 100% Interior über Krankhauseinrichtung
Sylvia Leydecker aus Köln fokussierte ihren Vortrag auf das Thema Healthcare, also auf die Einrichtung von Krankenhäusern mit Schwerpunkt auf den Räumen für Privatpatienten. Zusammen mit ihrer Lebensgeschichte – nicht zuletzt als Stewardess – war das hochinteressant und anschaulich bebildert, aber natürlich auch kein Bereich, der für Massivholz prädestiniert wäre. Dafür haben wir jetzt einen kleinen Eindruck, wie Entscheidungen in den großen Kliniken getroffen werden und wie selten das mit objektiv begründbaren Argumenten zusammenhängt.

Unsere einzige Klinikeinrichtung bisher mit Arbeitsplatz, ergonomischem Bürostuhl und farblich auf das Sofa von Jori abgestimmter Jalousie, um den zweiten Bildschirm zu verstecken, für die telemedizinischen Meilensteine von Dr. Lauterbach im Jahr 1999
Da war unsere eigene Erfahrung mit der Einrichtung im Hersbrucker Krankenhaus schon eine ganz andere: Der Chefarzt Dr. Lauterbach war einer der ersten bei der Telemedizin und wünschte sich ein Zimmer, in dem man in Ruhe arbeiten konnte. Wir machten Vorschläge, er besprach das mit seinem Team, organisierte das Geld fürs Sofa vom Förderverein und – schwuppdich – haben wir es verwirklicht. Das muss sich für Sylvia wie ein Märchen aus einer längst vergangenen Zeit anhören, hihi – für uns leider auch. Hier sind noch mehr Beispiele für unsere Objekteinrichtung.
Uwe Linke, Wohnpsychologe und Paartherapeut
Uwe Linke eröffnete uns neue Einsichten in die Wohnpsychologie, mit der er sich seit vielen Jahren als Erster beschäftigte nach dem Motto: Sag mir, wie Du wohnst, und ich sag Dir, wer Du bist. Er bot ganz viele spannende Einblicke, wie unser Gehirn den Körper steuert, aber auch welche Auswirkungen die Einrichtung auf die Psyche hat und andersrum. Wir fühlten uns mit unserer Einrichtungsarbeit seit 38 Jahren durchgängig bestätigt und waren von seinen besonderen Fähigkeiten sehr beeindruckt.
Er arbeitet mit dem Moodboard, für das man sich aus ganz vielen Materialien seine persönlichen Favoriten aussucht. Wie aus einem Kaffeesatz oder wie der Seher bei Asterix konnte er aus dieser winzigen Materialsammlung so exakt den Charakter der Auswählenden interpretieren, dass alle völlig überrascht und sprachlos waren. Wir hätten uns daran auch noch gerne beteiligt, aber da war dann die Zeit leider schon vergangen.

Ezgi Salman und Christian Renner von LINAK stellen ihr persönliches Moodboard aus den angebotenen Materialien zusammen

Danach werden die Materialkombinationen psychologisch bewertet; klingt wie ein Horoskop, ist aber ob Uwes Trefferquote trotzdem beeindruckend
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob so ein Moodboard nicht auch für unsere Arbeit hilfreich wäre, weshalb ich ihn nach seiner Erfahrung bei der wichtigsten Aufgabe des Einrichtens fragte: „Wie kann man das Moodboard bei der Vermittlung der völlig unterschiedlichen Einrichtungswünsche von ihr und ihm einsetzen?“
Seine ehrliche Antwort, die wohl eher aus der Paartherapie stammt denn aus der Einrichtungsszene, bestätigte eigentlich auch unsere Vorgehensweise mit einem gemeinsam angeglichenen Moodboard: Die beiden müssen sich im Laufe der gemeinsamen Planung annähern und beide Kompromisse eingehen, die wir normalerweise nahezu objektiv (so weit das beim Einrichten eben möglich ist) begründen können. Denn ohne Einigung wird der Einrichter nichts verkaufen und auch die Kunden sind frustriert. Früher behaupteten wir naiv, dass bis zu 50 Prozent unserer Arbeit in der Vermittlung zwischen ihm und ihr liegen, heute wissen wir nicht zuletzt von Uwe, dass das viel zu niedrig angesetzt war. Wir waren begeistert von seinem Vortrag und seinen Kompetenzen.
Der Abend im Hotel und in der Pizzeria
Wir verabschiedeten uns von den Teilnehmern, die nicht mit ins Hotel umzogen (sogar ein Freund und Sitzspezialist, Jürgen Zimmermann aus Hersbruck, war dabei) und düsten ins Hotel, weil unsere Pünktlichkeitsneurose uns rechtzeitig in den Kaiserhof in Ried (von unserem Zimmer sogar in Sichtweite von Team7) bringen sollte und vor allem an den im Restaurant Da Mimmo reservierten Tisch um 19:00 Uhr. Denn leider haben wir erst im Restaurant erfahren, dass aufgrund der Zeitverschiebung durch den zweiten und dritten Vortrag der Termin zu Tisch nach hinten verschoben wurde.
So konnten wir aber beim Aperitif erfahren, dass der Name Kaiserhof nichts mit der österreichischen Geschichte der Habsburger zu tun hat (übrigens habe ich mit einem langhaarigen Urenkel des Kaisers, Ferdinand von Habsburg-Lothringen (*1965) in München sogar eine Seminararbeit in Germanistik geschrieben, später heiratete er dann trotzdem Tita von Hardenberg), sondern aus der Tatsache entstand, dass das Anwesen im 20. Jahrhundert von einem gewissen Jochen Kaiser gekauft wurde.
Also haben wir uns dem kulinarisch Italienischen hingewendet und dabei erkannt, dass wir nicht in einer normalen Pizzeria gelandet sind, sondern bei einem stolzen Vertreter der echten italienischen Küche namens da Mimmo, welches wir nur empfehlen können. Schon unsere Vorspeise Bruschetta war viel köstlicher als sonst, aber nach dem Eintreffen der anderen Gäste wurde alles noch viel besser. Christine hatte nämlich die Idee, für alle 13 Gäste gemeinsam eine gemischte Vorspeise zu bestellen, und das war fast die beste Entscheidung des Tages: Von den Miesmuscheln über die Wurst mit Käse zum panierten Fisch, Thunfisch-Carpaccio, Petersiliencreme mit Sardellen und natürlich kleinen Pizzen waren alle Speisen grandios. Später auch die Hauptspeisen. Für Christian und mich besorgte der Chef sogar noch einen besonderen Primitivo aus dem Keller, und die sechs Mitarbeiter von LINAK, Freelancer Tobi als Social-Media-Mann, die drei Referenten, der Designer und wir vier Möbler, also alle 13 Gäste, waren vom Service und der Atmosphäre begeistert.
Diese führte wie immer dazu, dass die besten Gespräche abends in privater Runde entstanden, weshalb wir wie immer auch die letzten Gäste im Restaurant waren. Der Abend war der perfekte Abschluss zu dem besonderen Nachmittag mit LINAK bei Team7.
Disclaimer: Die Kosten des Aufenthalts mit Essen und Hotel hat LINAK für uns übernommen, herzlichen Dank dafür. Auf die ehrliche Berichterstattung hatte das natürlich keinen Einfluss.
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