von | Mrz 25, 2008

„O sole mio“ – ZEIT zu reisen mit Ulrike und Martin Lösch

Bücher, Lösch Buchhandlung

von Alice Niklaus

Der Hutanger kommt auch noch vor!

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20 Jahre Buchhandlung Lösch in Hersbruck  mit einer "literarischen Reise" in den Süden zu feiern war eine Glanzidee und wir reisten mit! 26 Leute hatten Zeit, in 1 1/2 Tagen mit einem Kleinbus in die Campania zu reisen und wiederum in 1 1/2 Tagen zurückzukehren. In Form von Hörbüchern begleiteten uns Jan Weilers "Maria, ihm schmeckt’s nicht", Johann G. Seumes "Spaziergang nach Syrakus", Johann Wolfgang Goethes "Italienische Reise", Robert Harris‘ "Pompeji", Franca Magnanis "Mein Italien", Fabrizia Ramondinos "Die Katze" u.a. Die Einstimmung auf das jeweilige Reiseziel mit Hörbüchern war eine fabelhafte Idee! –P1040406 Unterwegs überwand Martin alle technischen Tücken der im Bus eingebauten Kaffeemaschine und bot uns galant eine Tasse Kaffee an. Unser Leben legten wir vertrauensvoll in die Hände unseres Chauffeurs Werner, allerdings wussten wir damals noch nicht, was uns verkehrstechnisch erwarten würde. Unsere Reiseleiterin, Ursula Wilfing – mit Wurzeln im "schönen Frankenland" (O-Ton!), in der Schweiz und in Italien – ist temperamentvoll, liebenswürdig, ein wandelndesP1040436 Nachschlagewerk, voller Witz und Charme. Das Telefonino lief heiss; ihre Verbindungen zu Restaurants, Wettergott, Taxiunternehmen, Parkplatzwächter und Verkehrspolizei liessen uns staunen. Neapel: enge Gassen, Mensch an Mensch, gedrängte Wohnungen, massig trocknende Wäsche an den Hausmauern, ja: auch Unrat, Italienisch auf Neapolitanisch (nix verstehen), Gewitter mit Platzregen, Flucht in den Innenhof eines Frauenklosters, Ursula richtet es, sogar verschwiegeneneP1040515_2 Örtchen kennt sie allüberall, Retterin in der Not. Archäologisches Nationalmuseum: ein Muss! Als erstes das Geheimkabinett der erotischen Darstellungen. Ursula hat uns angemeldet, ohne kommt man nicht hinein. Dazu kein Bild, muss ja nicht sein! Die Sammlung Farnese, die wunderschönen Mosaiken. Hunger: die einzig richtige Pizza auf der Welt, die neapolitanische, steht für uns bereit. Mit Mozzarella, die Fäden zieht, ein Gefühl wie Haare. Gewöhnungsbedürftig. Am Spätnachmittag FahrtP1040526 auf den Vesuv, im Nebel! Aufstieg zum Krater nicht möglich, weil  geschlossen, schaaade. Am 14. April 1944 brach der Vesuv das letzte mal aus. Die Lavaströme von damals werden unter der nachgewachsenen Vegetation verborgen. Dienstag halsbrecherische Fahrt der  Amalfi-Küste entlang. Steiler und enger ist kaum möglich. Hinauf nach Ravello. Die Villa Ruffolo, wo Richard Wagner Inspiration für den Parzival fand, liegt traumhaft schön hoch über dem Meer. Am Mittwoch Hochstimmung,P1040536 Paestum ist im Programm! Fahrt über die Autobahn bis zum Golf von Salerno, durch fruchtbare Landschaften der Seleebene, die die dicht besiedelten Orte am tyrrhenischen Meer und möglicherweise auch uns mit Gemüse (Artischocken z.B.)  versorgen.  Besuch eines  "Hutangers" italienischer Art, wir  befinden uns nämlich im Land  des "Mozzarella di Bufala".  Dieser Mozzarella wird aus Büffelkuhmilch hergestellt.  Mozzo = abgeschnitten, Handarbeit. Die Tiere werden hier gezüchtet. Die Rinder
P1040534_2 galoppieren durch den "Anger". In der Farm gibt es Mozzarella, Joghurd und Eis aus Büffelkuhmilch. Wenig später in der "schönsten Stadt der Magna Grecia" angelangt! Erklärung: hier klicken. Eine wunderbare Ruhe liegt über der Ebene von Paestum, dahinter stehen die Berge von Capaccio und darüber dehnt  sich der strahlend blaue Himmel. Die Gruppe bestaunt den Cerere-Tempel  und zu meinen Füssen sonnt sich eine Eidechse.  Donnerstag, der Tag der hohen Wellen um Capri. Die

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Bootsfahrt war schräg, ein zweites Mal wäre ich wohl kaum mitgefahren. Bin stolz auf mich. Martin las in der Villa Axel Munthe, ich fotografierte Blumen hoch über dem Meer. Abends müde, aber doch ganz dabei bei der Lösch-Lesung. Freitag ab Mittag Rückreise. Vorher noch Pompeji. Wenig Leute im Strassengewimmel. Marianne verloren und beim Bus  wiedergefunden. Der Abschied von der Campania naht. Ein Dank ist längst fällig: lieber Martin, liebe Ulrike, es war eine Woche voller neuer An- und Aussichten. Wir wünschen euch beiden noch einmal mindestens 20 Jahre Glück, Freude und Erfolg mit Eurer Buchhandlung.

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Alice und Waldemar

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1 Kommentar

  1. Ute Danzer

    Vielen Dank Alice für deinen schnellen Bericht und an die Glückwünsche für Ulrike und Martin hänge ich mich an.
    Danke auch Alice, dass du alles in unserem Blog verbindest, Hutanger, Reisebericht, 20 Jahre Geschichte von Freundschaften Buchhandlung Lösch – Möbelmacher. Und die Gerda Münzenberg (Mutter von Gunther)ist auf dem letzten Foto (rote Lederjacke) auch noch zu sehen.

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