von | Nov 23, 2014

von Dr. Elke Böhner
 
Seit August 2014 haben wir nun unsere neue Küche von den Möbelmachern.
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Fünf Jahre lang hatten wir alle Möbelgeschäfte im größeren und kleineren Umkreis von Ansbach abgeklappert auf der Suche nach einer neuen Küche. Kein Konzept konnte uns so recht überzeugen. Manchmal zweifelten wir schon, ob wir nicht zu viel wollten: in meine 16 qm große Küche (unser Haus ist nun über 20 Jahre alt und damals hatte man halt keine offenen Küchen), sollte eine "Insellösung" oder Mittelkochfeld integriert werden, ich wollte, dass 4 Personen in der Küche bequem essen können, der Sitzplatz sollte so groß sein, dass wir (mein Mann und ich) samstags beim Frühstück Zeitung lesen können, ich wollte nicht auf der "Hühnerleiter" aufgereiht sitzen und dann wollte ich auch keinen Pressspan mehr in meiner Küche (überhaupt nicht mehr in meinem Haus).
 
Mit diesen schwierigen Vorgaben kamen wir nach Unterkrumbach. Schon die ersten Skizzen von Herrn Danzer haben sowohl meinen Mann als auch mich fasziniert. Keine langen Computersitzungen – einfach ein paar Striche auf ein Blatt skizziert und schon konnte man sich die Küche vorstellen. Nebenbei gab es von Herrn Danzer immer was leckeres zu Essen.
 
Schon beim ersten mal, als er seinen "Teppan" anschaltete, überzeugte er uns, dass auch wir einen Teppan Yaki wollten. 
 
Mittlerweile zelebrieren wir sonntags unseren Teppan.
Es gibt nichts schöneres als am Sonntag in aller Ruhe gemeinsam zu kochen, wobei ich mich dann mit einem Glas Wein bewaffnet hinsetze und zuschau, wie mein Mann das Sous Vide gegarte Fleisch anbrät oder Bratkartoffeln brutzelt. Das ist für uns Entspannung und Runterkommen aus unserem hektischen Alltag.
Gelebtes Slow Food.
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Und so ging es weiter mit unserer Küchenplanung:
 
 Wenn ich Herrn Danzer sagte, ich möchte ein Fach, in dem auch meine hohen Essig- und Ölflaschen untergebracht werden konnten, stand er auf, sagte: "Schaun Sie mal, Frau Böhner, so einen Schub haben wir sogar mit Edelstahlboden", machte einen Schub auf und es war genau das, was ich mir vorgestellt hatte. Die Ratschläge von Herrn Danzer hatten Hand und Fuß und man merkte, dass da unheimlich viel know how und  praktische Erfahrung dahinter steckte.
 
KuecheBoehner14_II_0152In den Hochschrank wollte ich unbedingt einen Combidampfgarer und einen Backofen mit Klimagaren unterbringen. Mit dem Combidampfgarer kann man nämlich "Sous vide" garen und das wollte ich unbedingt. Der dazu benötigte Vakuumierer sollte in die Speisekammer warten und nur bei Benutzung hervorgeholt werden.
 
Vakuumierer
Und schon ging wieder eine Schublade auf und Herr Danzer zauberte einen Vakuumierer in einer Schublade integriert hervor. Erst überlegte ich noch ein bisschen, ob wir uns den doch nicht ganz günstigen Profivakuumierer gönnen sollten, im nachhinein war es mit eine der besten Entscheidungen, die wir getroffen haben. In meiner alten Küche hatte ich keinen Vakuumierer, in meiner neuen Küche brauch ich ihn ständig.
 
Mein Mann und ich sind beide selbständig und haben keine 38,5 Stundenwoche, so dass ich normalerweise nur einmal in der Woche zum Einkaufen gehe. Früher passierte es schon mal, dass das eine oder andere Lebensmittel (Wurst oder Gemüse etc) im Müll landete, weil es schon zu lang in meinem Kühlschrank lag oder díe Kinder die aufgeschnittene Wurst nicht mehr wollten, weil die Ränder etwas angetrocknet waren. Und das ganze häufte sich, als die Kinder dann im Studium weg waren. Dachte ich doch erst, ich brauch den Vakuumierer nur fürs "Sous Vide" garen, weit gefehlt. Mittlerweile landet viel weniger im Müll, es wird vakuumiert und hält dadurch viel viel länger.
 
BlumenkohlSousVideAuch muß ich nun nicht mehr 3 Tage an einem Blumenkohl essen, ich vakuumier den Blumenkohl portionsweise ein und hab ihn immer frisch. Gelebte Nachhaltigkeit.
 
und hier ist mein Vakuumierer und hier die ersten Ergebnisse als Foto dazu:
 
 
Hirschrücken – Sous vide
HirschrückenSousVide
Entenbrust – Sous vide
 
EntenbrustSousVide+++++++++++++++
 

4 Kommentare

  1. Nicolas​

    Hallo!

    Entsteht den bei dem ganzen Vacuumieren nicht auch jede Menge Plastikmüll?
    Nachhaltig in Sachen Lebensmittel aber was ist mit dem Umweltaspekt?
    Hier sehe ich einen Widerspruch.

    LG,Nicolas

    Antworten
  2. herwig Danzer

    Der Widerspruch ist durchaus gegeben. Allerdings bekomme ich mein Fleisch (Reh, Schwein und Rind) unverpackt in der Kiste des Jägers, bzw. Tierhalters, portioniere es und friere es danach vakuumiert ein, brauche also nicht mehr Beutel, als wenn man beim Metzger einkauft und dann einfriert. Aber keine Frage, der Plastikverbrauch ist doof. Habe schon mit kompostierbaren Tüten vom Plastikmann aus unserem Nachbarort experimentiert, aber die sind nicht durchsichtig und so leider schlecht zum Zeigen geeignet.

    Antworten
    • Uschi Schepers

      Bin gerade auf der Suche nach ebendiesem Aspekt hier gelandet – Vakuumieren ist toll für die Lebensmittel, keine Frage. Aber diese Unmengen an Plastikmüll schrecken doch sehr ab!
      Eignen sich die erwähnten „kompostierbaren Tüten vom Plastikmann“ denn zum vakuumieren, abgesehen davon, dass sie nicht durchsichtig sind? Sind sie lebensmittelecht und feuchtigkeits- und hitzebeständig (und was sonst noch alles notwendig wäre…). Dann sind sie vermutlich nicht zum Schaukochen geeignet, aber sonst doch zu bevorzugen?
      Ich bin gespannt und würde mich freuen, wenn ich noch eine Rückmeldung bekomme, auch wenn die Nachricht oben nicht mehr ganz taufrisch ist…
      Viele Grüße, Uschi

      Antworten
      • herwig

        Liebe Uschi,
        leider waren diese Tüten damals noch Prototypen und man könnte sie auch nur industriell und nicht am eigenen Kompost kompostieren. Wie im anderen Kommentar schon erwähnt, verbrauche ich nicht mehr Plastik, als der gemeine Einkäufer beim Metzger, weil ich praktisch alles Fleisch portioniert einfriere (ich bekomme es ja immer nach der Schlachtung und nicht auf Wunsch-Bestellung) und zum Einfrieren brauchen alle Menschen Tüten.
        Zusätzlich kannst Du mit einem Kammervakuumierrer aber auch in Gläsern und anderen Behältern vakuumieren, nur geht das eben nicht zum Sous Vide Garen, weil da der direkte Kontakt zum Lebensmittel entscheidend ist.

        Mir war damals wichtig (und teuer), dass meine Tüten im Labor getestet wurden, so weiß ich wenigstens, dass für meine Kunden keine Gefahr durch Weichmacher und anderes Zeug droht.

        Sorry, die perfekte Lösung sehe ich noch nicht, es bleibt aktuell noch bei Kompromissen.

        Antworten

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