von | 18. Juni 2013

Denis Scheck: Für das Gute, Schöne, Wahre – Ute Scharrer über die Jubiläumslesung bei den Möbelmachern

Bücher, Nachhaltigkeit, Bio und Messen, Veranstaltungen, Werkstatt-Tage | 0 Kommentare

HZ13JubilaeumScheckNachdem Ute Scharrerr schon alles geschrieben hat, ergänzen wir Ihren tollen Artikel nur mit ein paar Fotos, Videos und Links.

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UNTERKRUMBACH – „Und hier kommt er – der Streiter
für das Gute, Schöne, Wahre!“ – lang hat Ute Danzer von den Möbelmachern
davon geträumt, ihren Lieblingsliteraturkritiker Denis Scheck mit
denselben Worten zu begrüßen, zu denen er auch in seiner Fernsehsendung
„Druckfrisch“ ins Bild tritt. Nun ist es so weit und viele Gäste der
Auftaktveranstaltung zum 25. Jubiläum der Möbelmacher aus Unterkrumbach
stimmen im Chor mit ein.

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Erstaunlich, wie viele Hersbrucker zu
fast mitternächtlicher Stunde das Fernsehgerät einschalten, um jemanden
über Bücher und mit Autoren reden zu hören und zu sehen. Gut
verständlich allerdings, wenn jemand so gescheit und dabei stets mit dem
Schalk im Nacken über Literatur parliert und doch, wo nötig,
unerschrocken die verbale Axt ansetzt. Wenn Denis Scheck ein Buch für
wenig lesenswert hält, dann sagt er das auch, ob es sich nun um einen
weiteren Auswurf der Bestsellerlisten oder das jüngste Werk eines
renommierten Autors handelt. Er selbst unterwirft sich der Lesearbeit
allemal: ein Buch, das er bespricht, hat er nach der sich selbst
auferlegten Maxime auch von der ersten bis zur letzten Seite gelesen. IMG_1093

 

Das
macht ihn, wie Co-Veranstalter Martin Lösch von der gleichnamigen
Buchhandlung in seiner Begrüßung anmerkt, zu einem geeigneten „Lotsen im
Tsunami der halbwerten Bucherscheinungen“. Ein Lotse mit hohem
Unterhaltungswert, wie die Zuschauer in der Möbelfertigungshalle in
Unterkrumbach von Schecks erstem Satz an feststellen können. „Ist es
schon soweit mit mir gekommen?“, sei er zurückgeprallt, als er die
Einladung zu einer Lesung im Möbelhaus erhalten habe. Das sei
schließlich auf der Abstiegsleiter abgehalfterter Entertainer eine der
alleruntersten Sprossen. Ein Blick auf die Webseite der fränkischen
Nachhaltigkeitsapostel habe ihn ziemlich rasch eines Besseren belehrt
und so dreht er auch mitten in der anfänglichen Fragestunde Spieß und
Mikrophon um und nimmt Herwig Danzer ins Verhör, um offenzulegen, dass
sich die Studiengänge der beiden fast bis aufs Haar gleichen.

 

Doch
selbstverständlich werden an diesem Abend auch Bücher besprochen und
zwar gleich zu Anfang ein paar, von denen sich fernzuhalten die beste
Empfehlung ist. „Besuch bei prominenten Hunden“ ist so ein Exemplar.
Scheck hebt den bebilderten Band in die Höhe, aufgeschlagen auf der
Seite der „Familie Christian Wu..ff“. „Eigentlich gibt es nur wenige
prominente Hunde, etwa Lassie oder Rin Tin Tin“, so Scheck. „Besuch bei
den Hunden Prominenter“ wäre wohl richtiger und damit setzt er die
Zuhörer auf die Fährte zu seiner großen Leidenschaft: nicht nur der
korrekten, sondern der guten Sprache. Sprache sei eine Waffe, die scharf
geschliffen und gut gepflegt werden wolle.DSC00471

Zur Veranschaulichung
dieser Worte begibt sich Scheck mit seinen Zuhörern auf eine
Rückwärtsreise an den zehn meistverkauften Büchern seit Gutenbergs
weltbewegender Erfindung entlang – ausgenommen religiöse Schriften und
Bücher „von oder über Helmut Schmidt“. Auf Platz zehn befindet sich
Coelhos „Der Alchimist“. Laut Scheck lässt sich dieses Bändchen mit der
letzten Silbe des Titels auch famos zusammenfassen. Hochverdiente sieben
Zähler weiter vorn in der Langzeitbestsellerliste taucht Saint-Exupérys
„Der kleine Prinz“ auf, das „Gegengift zu Coelhos Geschwurbel“.

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Denis
Scheck serviert seinem Publikum mit leichter Hand und profundem Wissen
kleine Amuse-Bouches aus neuer und alter Literatur und macht ihnen den
Mund wässrig auf das, was für ihn das Leben reich macht, womit er den
Tag beginnt und auch beendet: lesen. Für diese Leistung hat er den
Deutschen Fernsehpreis erhalten, doch von Allüre keine Spur: vollkommen
ungenant bekennt er sich zu seiner Vorliebe für von Erika Fuchs
übersetzte Donald Duck-Comics oder schüttelt für ein junges Mädchen, das
in den vorangegangenen Ausführungen nur die Werke der Kinderliteratur
wieder erkannt hat, eine Leseliste mit fesselnder Lektüre aus dem
Handgelenk. „Schließlich“, so Denis Scheck im Gespräch mit Herwig
Danzer, „tun wir ja doch beide dasselbe: wir arbeiten am Brett vorm
Kopf- jeder auf seine Weise!“

00137.MTS.Standbild001Noch um ein sinnliches Erlebnis
reicher wird der festliche Abend durch die herrlich entspannten und
entspannenden Jazzstandards von „The Lady and the Tramps“ .Ebenso
leckere Kost dürfte das von Denis Scheck und Eva Gritzmann gemeinsam
verfasste Buch „Sie und Er: Der kleine Unterschied beim Essen und
Trinken“ bieten. Die Buchhandlung Lösch hält es mit den von Scheck
empfohlenen Romanen. (Ute Scharrer)

Bilder und Videos zum Möbelmacher-Jubiläum unter: die-moebelmacher.de/25

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Alle Gäste waren von Denis Scheck begeistert, aber auch andersrum: Denis Scheck  war vom Publikum und seinen vielen Fragen schwer beeindruckt. Sein Scheck-Russel Hund Stubbs eher von unserem Kater Felix.

Die Fotos des Abends

Begrüßung der Gäste durch herwig Danzer und Martin Lösch und das Üben mit dem Publikum (14 min)

Ankündigung von Denis Scheck durch Ute Danzer (4 min)

herwig Danzer interviewt Denis Scheck und andersrum (21 min)

 

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