von | 8. Juli 2013

Alfred Eichhorn in der HZ über das Jubiläum: “Einen reifen Haydn zum 25. Geburtstag”

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Alfred Eichhorn in der HZ vom 21. Juni 13

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Einen reifen Haydn zum 25. Geburtstag

Möbelmacher feierten ein Wochenende lang – Das Collegium Musicum Hersbruck als Geschenk fürs Team und für die Kunden

UNTERKRUMBACH – Zum Abschluss
des 25. Möbelmacher-Jubiläums
gratulierte das Collegium Musicum
Hersbruck unter Susanne Pflaumer
in der Möbelmacher-Werkstatt mit
einem Geburtstagskonzert. Als Solisten
wirkten mit Annette Kiesewetter
(Englisch Horn) und Christian Wollmann
(Horn). Das klassische Programm
umfasste Werke von Händel,
Haydn, Mozart und Donizetti. Richard
Siebenbürger moderierte launig und
charmant.

Das mit vielen jungen Musikerinnen
besetzte Collegium Musicum
Hersbruck, geleitet von Susanne
Pflaumer, leitete mit der „Wassermusik“
mit sieben Sätzen in Suitenfolge
von Georg Friedrich Händel
(1685-1759) festlich ein. In homogenem
Musizieren gestalteten die engagierten
Musiker unter dem klaren
Dirigat von Susanne Pflaumer eine
zweiteilige Ouvertüre mit tonschönen
Violinsoli (Sarah Maderer und
Isabel Schmidt). Präzise Einsätze,
barocke Klänge in Terrassendynamik
gestalteten die Musiker im Detail.
Hier werden nicht nur Noten
„abgespielt“, sondern eine für ein
Laienorchester erlesene Klangkultur
geboten. Stets präsente Bläser,
ein solistisches Fagott, leuchtende
Hornsoli in Air und ein kantables
Oboensolo im Adagio e staccato rundeten
das differenzierte Klangbild
ab. Den tänzerisch beschwingten
Charakter aus italienischer Melodik
und französischer Spielfreude unterstrichen
die federnden Streicherklänge
im Menuett. In prächtigem
Orchesterklang aller Instrumente
endete das als Freiluftmusik vorgesehene
Werk.

Herwig Danzer dankte seinen
Stammkunden und dem langjährigen
Team an Mitarbeitern. Sein
Dank galt auch Susanne Pflaumer,
die seit 1997 die Abschlusskonzerte
bei den Möbelmachern führt, und
seinem Deutschlehrer Richard Siebenbürger,
der ihn zum Germanistikstudium
inspirierte. Richard Siebenbürger,
vielen als Deutschlehrer
und Filmemacher am PPG bekannt,
originell maskiert, moderierte charmant,
launig und oft skurril, was die
Zuhörer zum Lachen brachte. Der
Solist im „Konzert für Horn und Orchester
in Es-Dur“, KV 495 von
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-
91), war Christian Wollmann aus
Hohenstadt, Jahrgang 1992, der seit
2010 an der Musikhochschule Würzburg
bei Professor Wolfgang Gaag
Horn studiert. Seinem Doppel-Ventilhorn
entlockte er weiche Töne, die
an Jagdromantik erinnerten. Saubere
Intonation, Echowirkung und
Liegetöne ergaben ein feines Klangkolorit.
In dem dreisätzigen Werk
überzeugte der Solist durch fundierte
Technik und differenzierten Ausdruck
in makelloser Tongebung bei
guter Atemtechnik. In der von zwei
raschen Sätzen umrahmten „Romanza“
brillierte Wollmann mit
weichem, vollem Klang, während er
im Allegro virtuose Hornklänge delikat
verziert bot. In der Kadenz faszinierte
er mit Technik und reicher
Ausdrucksskala. Ein im Rondo wiederkehrendes
Thema – virtuos geblasen
– endete in einem klangprächtigen
Finale. Das Orchester
begleitete den Solisten subtil mit
feinem Klangsinn und gestaltete die
empfindsamen Rokoko-Verzierungen,
die viel Technik erfordern, in
flüssigem Spiel.

Nach einer Pause mit Getränken
und liebevoll angerichtetem Imbiss
folgte ein weiterer Geburtstagsgruß:
das Concertino (= kleines Konzert)
für Englisch Horn und Orchester von
Gaetano Donizetti (1797-1848). Die
Solistin Annette Kiesewetter (Hersbruck)
studierte in Frankfurt/Main
und Berlin, ist seit 1986 Mitglied der
Staatsphilharmonie Nürnberg. Ein
Englisch Horn ist eine Oboe in Altlage.
Die versierte Solistin brillierte
mit delikat musizierten tänzerischen
Tönen, deren Motive reich verziert
das Orchester im Pizzicato begleitete.
Die Melodienvielfalt gestaltete
Kiesewetter dank ihrer soliden
Technik mit erlesenem Ausdruck in
feinen und dramatischen Akzenten.
Ein fulminanter Schluss ließ das hörenswerte
Werk ausklingen. Blumen
und enthusiastischer Beifall für beide
Solisten und Richard Siebenbürger.

Als letztes Werk folgte die „Sinfonia
B-Dur La Reine“ (= Königin)
Hob.I/875 von Joseph Haydn (1732-1809), sie entstand 1786 und gefiel
besonders der Königin Marie-Antoinette.
Die vier Sätze sind tänzerisch
elegant, die Melodien im klassischen
Stil werden nacheinander verarbeitet.
Die Romanze mit der Melodie eines
französischen Liedes erklingt in
melodischen Variationen. Präsente
Bläser übernehmen die Melodie. Das
Finale fasziniert in seiner Durchführung,
die einen „reifen“ Haydn erkennen
lässt und fulminant endet.
Eine herausragende Interpretation
der engagierten Musiker. Enthusiastischer
Beifall und Blumen für alle
Mitwirkenden, auch für die aus
Finnland kommende Austauschschülerin
Sophia Bernutz. Ein flotter
„Rausschmeißer“ beendete das
gelungene Geburtstagsständchen.
ALFRED EICHHORN

Alle Fotos und Videos unter www.die-moebelmacher.de/25

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