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Nürnberger Nachrichten zum Nachhaltigkeitspreis der Möbelmacher und Blue Pingu

Andreas Franke berichtet in den Nürnberger Nachrichten vom 12.10.2010 vom Deutschen lokalen Nachhaltigkeitspreis

Die Urkunde zum Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis

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Preis für blauen Pinguin und Möbelmacher

Zwei deutsche Nachhaltigkeits-Auszeichnungen gehen in die Region Nürnberg – vor 7 Stunden

Nürnberg  – Die Internet-Plattform „BluePingu“ aus Nürnberg und „Die Möbelmacher“ aus Unterkrumbach bei Hersbruck sind zwei der sechs Gewinner des „Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreises 2010“. Die Auszeichnung wurde gestern Abend im Rahmen des Netzwerk21-Kongresses auf der Burg verliehen.


In Nürnberg tagen über 200 Vertreter lokaler Nachhaltigkeitsinitiativen, der Kommunen, Länder und des Bundes sowie von Verbänden und Nichtregierungsorganisationen. Das diesjährige Motto lautet: „Kommunale Nachhaltigkeit in Zeiten der Krise“. Im Mittelpunkt steht die Frage: Was können Kommunen selbst, aber auch private und öffentliche Initiativen auf kommunaler Ebene gegen die Krise unternehmen?

„Dabei geht es nicht nur um die großen Umweltthemen, die die aktuelle Diskussion prägen, wie Klimawandel oder die Schonung von

Ressourcen und Energieeffizienz“, betont Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamts. Dazu zähle auch die Mobilität, die Gesundheit, nachhaltiges Wirtschaften und Konsumieren sowie der Wechsel vom quantitativen zum qualitativen Wachstum. Und obwohl dies globale Themen seien, spielten die Kommunen eine zentrale Rolle. Holzmann: „Hier leben die Menschen, hier sind die Akteure.“

Daher treffen sich lokale Initiativen nicht nur zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch bei dem mittlerweile 4. Netzwerk21-Kongress. Zum vierten Mal werden auch lokale oder regionale Initiativen, Unternehmen, Ideen oder Personen mit dem „Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis“ ausgezeichnet. Über 100 Bewerbungen gab es laut Netzwerk-Sprecher Stefan Richter, aus denen die Jury Preisträger in sechs Kategorien auswählen musste.

Bei den Initiativen bekam das „BluePingu“-Projekt von Frank Braun aus Nürnberg den Zuschlag. Das regionale-Internetportal versteht sich als Lotse und fasst alles und in der Metropolregion Nürnberg zusammen, was sich der Nachhaltigkeit verpflichtet fühlt: das reicht vom Biofachmarkt und der Mitfahrzentrale über den Hofladen und den Öko-Caterer bis zum Agenda-21-

Kino, dem Secondhand-Laden oder Sozialkaufhaus. Stadtpläne und eine Suchmaschine erleichtern die Orientierung.

„Gemäß den drei Leitmotiven ,Bewusst einkaufen‘, ,Aktiv mitmachen‘ und ,Früh anfangen‘ bietet BluePingu nicht nur eine Vielzahl von Vernetzungs- und Informationsmöglichkeiten online, sondern arbeitet auch — und das ist eine der Besonderheiten dieser Initiative – offline, vor Ort“, betonte Jürgen Harder (Werner-Zapf-Stiftung) in seiner Laudatio.

Vor den Toren Nürnbergs bieten seit 1988 Herwig Danzer und Gunther Munzenberg in ihrer Unterkrumbacher Schreinerei Stücke aus einheimischem Massivholz. Was mit Einzelstücken und -anfertigungen begann, wuchs sich durch die Nachfrage der Kunden zu einem Angebot mit kompletten Einrichtungen aus, erinnert sich Danzer. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen 17 Mitarbeiter. „Es engagiert sich für regionale Wirtschaftskreisläufe“, lobte Sylvia Hesse von der Stadt Hannover in ihrer Laudatio (Kategorie Unternehmen). Längst gehören gesunde Ernährung und Kochen mit Biolebensmitteln zum Repertoire, fertigen doch die Möbelmacher auch Küchen für ihre Kunden.

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Weitere Links zum Thema:

Die ersten Fotos bei Ipernity, wer Feindaten möchte, mailt uns einfach.

Unser Beitrag zum Thema Ökologie und Nachhaltigkeit im Blog

Qualitätsmanagementsystem EFQM nach dem Nürnberger Nachhaltigkeitsansatz eingesetz hat.

Die Möbelmacher sind Mitinitiator der internationalen Nachhaltigkeitsbkonferenz in Nürnberg

Genialer Artikel zum Thema von Thomas Ramge in der brand eins

Buchtipp:

Ulrich Grober in „Die Entdeckung der Nachhaltigkeit – Kulturgeschichte eines Begriffs“

Nachhaltigkeitsseite der Möbelmacher

Das Nachhaltigkeitsblog der Möbelmacher

Artikel der Pegnitz-Zeitung über die Podiumsdiskussion zum Thema Nachhaltigkeit mit Faber-Castell, Lammsbäu und den Möbelmachern

Der Artikel in der heutigen Ausgabe der Pegnitz-Zeitung über die Podiumsdiskussion am Mittwoch:

"Nachhaltigkeit als Markenwert" Podiumsdiskussion mit Faber-Castell, Lammsbräu und den Möbelmachern

LAUF (as) — Bio-Bier und Möbel aus heimischem Holz: Mit „grünen“
Produkten punkten längst auch Unternehmen
aus dem Nürnberger Land bei
ihren Kunden. Aber ist Nachhaltigkeit
nur ein Marketing-Begriff? Oder eine
Überzeugung? Fragen, denen sich drei
Pioniere auf diesem Gebiet bei einer
unter anderem vom Landratsamt organisierten
Veranstaltung im Laufer
Sparkassensaal stellten.
Neumarkter Lammsbräu kennt jeder,
Faber-Castell auch. Was die Möbelmacher
aus Unterkrumbach dagegen
herstellen, gibt es nicht im Supermarkt
zu kaufen: Möbel aus massivem
Holz. Und zwar ausschließlich von
Bäumen, die in der Frankenalb wachsen.
Alle drei Firmen haben eine Sache
gemeinsam: Sie wirtschaften nachhaltig.

Dazu gehört der Schutz der Umwelt
genauso wie die Stärkung regionaler
Kreisläufe – siehe Bäume. 2003 erhielten
die Möbelmacher, Lammsbräu und
Faber-Castell dafür den Nürnberger
Nachhaltigkeitspreis.

Im Laufer Sparkassensaal trafen
Vertreter dieser Unternehmen wieder
einmal aufeinander. „Nachhaltigkeit
als Markenwert“, so der Titel eines
Abends für Unternehmer aus der Region,
zu dem neben der Abteilung für
Wirtschaftsförderung des Landkreises
die Marktforscher von Puls eingeladen
hatten. Im Publikum: Mittelständler,
vom Optiker bis zum Autohändler.
Bei Puls in Schwaig berät man unter
anderem Autohersteller und hat
längst erkannt, dass sich mit grünen
Überzeugungen auch gutes Geld machen
lässt. Spätestens, seit die Kunden
genau darauf achten, wieviel Benzin
ihr Auto schluckt. Eine „Ära der
Nachhaltigkeit“ sei angebrochen,
meint Konrad Weßner, der Puls-Geschäftsführer.
Wer heute auf Bio und
Öko setzt, der gilt nicht mehr als Spinner.
Sondern kann diese Haltung laut
dem Forscher „als Marktchance“ nutzen.
Vorbei sind die Zeiten, in denen
Nachhaltigkeit ein Nachteil war.Weßners
bestes Beispiel ist BMW – das
Münchner Unternehmen ist aus der
Formel 1 ausgestiegen und wirbt mit
umweltfreundlichen Motoren.
Die drei Pioniere Lammsbräu, Möbelmacher
und Faber-Castell freilich
rennen keinem Trend hinterher. Sie
haben ihn begründet. Lammsbräu
etwa verwendet seit 1977 ausschließlich
ökologische Rohstoffe. Und Herwig
Danzer, einer der beiden Möbelmacher-
Gründer, erklärt: „Bio und
Öko war zunächst unser eigener Anspruch.“
Dabei seien beide Begriffe in
den neunziger Jahren „out“ gewesen.
Sogar die eigene Tochter habe ihn als
„Biotonnenprediger“ bezeichnet.
Heute ist er ein Star der Szene. Was
Nachhaltigkeit ausmacht, das definierte
Susanne Horn – sie sitzt in der
Geschäftsführung der Neumarkter
Brauerei – für das Publikum im Sparkassensaal
so: „Nachhaltigkeit ist für
uns kein Marken-, sondern ein Unternehmenswert“.

Bei Lammsbräu stünden nicht nur
regionale Produkte im Vordergrund –
sondern auch organisches Wachstum.
„Ökologie kann nur eine Nische sein“,
so Horn. Sie hat nicht den Anspruch,
dass ihr Unternehmen zu den größten
Brauereien in Deutschland gehört. Von
zweistelligen Wachstumsraten sollen
andere Manager ruhig träumen, „organisch
ist das nicht.“
Hermann Belch, der bei dem Bleistifthersteller
Faber-Castell für das
Qualitäts- und Umweltmanagement
zuständig ist, ist außerdem fest überzeugt:
„Nachhaltigkeit geht nur zusammen
mit den Menschen“. Faber-
Castell hat deshalb seit 2000 eine sogenannte
Sozialcharta. Die Gewerkschaften
überprüfen die Arbeitsbedingungen
in den Werken des Konzerns,
der weltweit 7000 Menschen beschäftigt.
Belch meint: „Auch für den Mittelstand
muss Nachhaltigkeit nicht
kompliziert sein.“

Keine Brillen aus Öko-Holz

Nach derartigen Ratschlägen dürften
den Kunden im Nürnberger Land
bald viele nachhaltige Unternehmen
begegnen. Oder doch nicht? Zuerst
müssten die Werte da sein, sagt Danzer.
Dann könne man sie als Verkaufsargument
nutzen. Einer, der nun überlegt,
wie er nachhaltig wirtschaften
kann, ist Martin Grand. Der Optiker
aus Lauf wird zwar seinen Laden
kaum mit Brillen aus Öko-Holz bestücken.
Aber verstärkt Produkte von
deutschen Herstellern anzubieten, das
kann er sich gut vorstellen.

La Vita im Bayerischen Fernsehen über unser Holz

Lutz Neumann, Janina Nottensteiner und das ganze BR-Team haben eine ausgesprochen informative Sendung zum Thema Holz gemacht (Die ganze Sendung als mp4 Datei). Am Beispiel der Möbelmacher wurden regionale Wirtschaftskreisläufen dargestellt. Drehorte waren u.a. das Holzlager und die Werkstatt in Unterkrumbach, ausserdem die Ausstellung ROHBAUexklusiv in Nürnberg.

Wir zeigen hier mit freundlicher Genehmigung den Zusammenschnitt der Beiträge aus der Hersbrucker Alb, gesendet am 21.Januar 2010.

Über die Sendung im Nachhaltigkeitsblog.
Über die Dreharbeiten im Nachhaltigkeitsblog.