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Bloggertreffen und zweiter Rundgang auf der BIOfach 2016

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60 Bloggerinnen und 16 Blogger waren angemeldet

Das Bloggertreffen haben wir im Jahr 2008 zusammen mit der Nürnbergmesse (damaliger Pressesprecher, heutiger CEO Peter Ottmann und Geoffrey Glaser), Michael Wenzl und Christoph Harras (Karmakonsum.de) ins Leben gerufen. Damals waren die wenigen Nachhaltigkeitsblogger eher Menschen, die das Tageslicht vor allem am Morgen scheuen, im Laufe der Jahre hat sich einiges geändert, wie das Foto im gleißenden Sonnenlicht während der Vorstellungsrunde beweist.

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Vorstellungsrunde in der Sonne

Ein Frühstückstreffen kommt an die Kommunikationsqualität eines abendlichen Beisammenseins natürlich nicht ran, der Grund für die Änderung liegt hauptsächlich in den neuen Regelungen für die Arbeitszeit der Mitarbeiter, die bei einer Messe schon im „normalen“ Betrieb nicht ganz leicht einzuhalten sind.   Vielleicht könnten wir trotzdem zum 10. Jubiläumstreffen mal wieder über ein Abendtreffen nachdenken? Wir bleiben auch nicht soooo lange, wie in früheren Jahren …  (kicher).

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30 Blogger auf dem Messe-Rundgang

Die Männerlastigkeit der ersten Treffen hat sich schnell aufgelöst, gestern waren 60 Frauen und 16 Männer angekündigt, das Durchschnittsalter konnte nichtmal durch Peter G. Spandl, Mario Kaps und mich aus der Jugendlichkeit gezogen werden. Wenn das keine positive Entwicklung ist?

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die liebe und fleißige Xenia Mohr

Das Frühstücksbuffet war der statistischen Übermacht der Vegetarier- und  Veganerbloggerinnen liebevoll angepasst und Xenia Mohr kochte unermüdlich für alle veganes „Rührei“ und French Toast.  Mein ehrliches Lob für die gelungene „Mogelpackung“ hat sie auch auf Facebook erwähnt, wo ich so antwortete:

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Das vegane Rührei von Xenia birgt in der Tat Verwechslungsgefahr mit dem Original

„Ich kann den Post der ebenso lieben wie durcharbeitenden Xenia gerne bestätigen. Manja hat mir vom „Rührei“ liebenswerterweise eine Portion serviert (nachdem ich vorher in der Schlange aufgab) und es war fein und barg ob der Farbe von Kurkuma und dem Geruch von Schwefelsalz in der Tat Verwechslungsgefahr.“

Ich bin fachlich beeindruckt, wie Xenia Mohr das „Mogel-Rührei“ hingekriegt hat. Trotzdem bliebt mir das ehrliche Hühnerei (aus der demeter-Nachbarschaft!) deutlich lieber, als die ob ihrer Entstehungsgeschichte und -praxis vom Naturprodukt meilenweit entfernten Ergebnisse der chemischen Sojaverarbeitung. Aber das ist doch das Schöne am Bloggertreffen: Man lernt sich kennen und schätzt sich, trotz unterschiedlicher Meinungen.

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Die Organisatorinnen Manja Rupprecht und Stefanie Dietz (stehend rechts) von der Nürnbergmesse

Die perfekte Organisation hat diesmal Stefanie Dietz von der Nürnbergmesse übernommen (Manja Rupprecht im Hintergrund), der Aufwand mit dem ehemals aufwändigen Einladen erübrigt sich, weil sie allein durch die Ankündigung auf der BIOfachseite überrannt wurde. Als Verlust empfinde ich allerdings das Abschalten der Domain bloggertreffen.org, welche die Messe von Michael Wenzl in der falschen Hoffnung übernahm und umbaute, dass Blogger in ein fremdes Blog schreiben würden. Leider ist die wunderbare Gästeliste und Dokumentation der letzten Jahre damit verschwunden und die wichtigsten Aufgabe der Gastgeber bzw. Seite bleiben jetzt unerfüllt:

  • Im Vorfeld und auf Dauer klickbar (danke für die pdf-datei inkl links, aber wo ist die jetzt wieder?) zu wissen, wer alles kommt bzw. da war
  • und in der Nachbearbeitung eine Stelle zu haben, wo die Überschriften und Links aller Artikel zusammenlaufen.

Dass wir uns seinerzeit auch um Übernachtungen und Sonderwünsche gekümmert haben, geht natürlich bei dieser Bloggerdichte nicht mehr, aber dies Basics vermisse ich schon, denn auf Twitter funktionieren die Hashtags ja einigermaßen, aber da sind die Jungen gar nicht mehr unterwegs (und zu viele andere) und auf Facebook ist es schon sehr unübersichtlich (sollte es eine bessere Möglichkeit geben, so mag frau mir bitte Nachhilfe geben).

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Grade noch rechtzeitig zur Vorstellungsrrunde kam Chrstoph Harrach von Karmakonsum (sitzend)

Jetzt aber zurück zur Tatsache, dass die Nürnbergmesse einen riesigen Aufwand für uns Blogger betreibt, alleine die Technik, die für den Rundgang gebraucht wird und viele andere liebevolle Details sind absolut vorbildlich, viele andere Messen sind davon noch meilenweit entfernt. Damals wie heute ist es eine super Gelegenheit die netten Menschen im RL (so nennen Blogger das „richtige Leben“ wobei die Abkürzung vom „Real Life“ herkommt) zu treffen und sich über die vielen Freuden und Leiden des Bloggens auszutauschen. Dafür herzlichen Dank an die Messeleitung und das Team Stefanie und Manja.

Der zweite Rundgang über die Messe

Von der Eröffnung und dem ersten mehr spontanen Rundgang habe ich ja hier schon berichtet, für den zweiten habe ich den Katalog durchgearbeitet, weil ich keine interessanten Möglichkeiten verpassen wollte.

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Wenn Blogger die Gänge bloggen

Deshalb nahm ich auch nicht beim geführten Rundgang der Blogger teil, der mit 30 Teilnehmern schon auffiel und aufhielt und so konnte meinen Platz ein Messeneuling einnehmen. Als ich an dieser Bloggerdichte mal vorbeimusste, konnte ich mir den Kommentar  nicht verkneifen: „Blogger sind doch eigentlich die, die Artikel in Blogs schreiben und nicht die, die Messegänge bloggieren.“

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Kochbuchautorin und Müllermeisterin Annelie Wagenstaller

Nur durch Zufall habe ich Annelie Wagenstaller getroffen, weil ich mich für die schwedische Küchenmaschine Ankarsum wegen Brotbackambitionen interessierte. Sie hat auch gleich noch das passende Einsteiger Brotbackbuch „Brot und Heimat“ dazu geschrieben, vielleicht machen wir sogar mal einen Brotbackkurs zusammen.

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Insect-respect

Für mich war das genialste Messekonzept ausgerechnet bei einem Biozidhersteller zu finden und da gibt es offensichtlich einen, den man zu den „Guten“ zählen muss, zumindest  wurde Dr. Reckhaus der Schweizer Ethikpreis und der alternative Nobelpreis verliehen.  In einem Zimmer, das auf der Decke montiert war, fotografierten sie die Besucher, die durch das umgedrehte Foto die Fliegenperspektive einnahmen und genau um diese Tiere und das Verschwinden der Artenvielfalt bei Insekten geht es dem Gütezeichen insect-respect. P1000917

Auf dass diese Arbeit auch Früchte der Insekten-Bewusstseinserweiterung bei den Biofachbesuchern tragen möge, kümmert sich Tina Teuchert vorbildlich. Am Samstag, also noch während der Messe, hatte ich schon eine Mail mit allen wichtigen Infos, Bildmaterial und Links im Postfach, perfekt wie aus dem PR- und Social Media Lehrbuch. Nochmal „respect“.

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 Am NGO-Stand traf ich Dr. Werner Ebert vom Umweltreferat der Stadt Nürnberg und Biofachgründer Hubert Rottner im Gespräch (das übrigens sehr harmonisch war, nicht, wie man es auf dem Foto interpretieren könnte). Es ging um die neue Messe BIOdiva, die vom 15. bis 18. Februar 2017 stattfinden wird. Hier gibts unter biodiva.net schon was zum Nachlesen.  Natürlich habe ich gleich empfohlen auch Dr. Reckhaus dorthin einzuladen.

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Und noch eine beeindruckende Persönlichkeit in Sachen Nachhaltigkeit durfte ich auf dem Bloggertreffen kennen lernen: Denise Loga (31), die ihren Master an der London School of Economics and Political Science und ihren Bachelor mit der jahrgangsbesten Abschlussarbeit an der Cologne Business School absolviert hat (daher weiß ich das), möchte in ihrem  Blog bzw. „Youtubekanal „the better plate“ aufklären, Bewusstsein schaffen, Leidenschaften vermitteln und kulinarische Innovationen aufzeigen.“ Hach, das alles sind die Gründe, warum die Biofach eine wichtige Messe ist.  Jetzt muss ich aber alle wichtigen Kontakte noch eintragen …

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NachhaltigkeitsbloggerHersbrucktour

Alle Artikel über die Bloggertreffen seit 2008 sind im Nachhaltigkeitsblog unter der Kategorie „Bloggertreffen“ (wer hätte das gedacht) in der linken Sidebar zu finden.

Bloggertreffen 2015

Bloggertreffen 2013

Bloggertreffen 2012

Bloggertreffen 2011

Bloggertreffen 2010

Bloggertreffen 2009

Bloggertreffen 2009

Bloggertreffen 2008

Ältere Artikel zur Biofach gibt es hier:

Biofach 2007 mit Carlo Petrini, Slow Food

Biofach 06: Politiker und Promis benehmen sich daneben

Auszeichnung von Biofach Veteran Manfred Rothe

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Hier ist noch unsere Kochsendung Kocheinrichtung.de

Und hier sind unsere Massivholzküchen zu finden

Biofach 2016 Eröffnung und erster Rundgang

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Genial war die Stoppuhr, die den Beginn der Veranstaltung ankündigte

Zum ersten Mal war die Eröffnung der Biofach am Nachmittag um 14 Uhr anberaumt, irgendwie ein komisches Gefühl, wenn man beim Rundgang vorher dauernd auf die Uhr schauen muss. Trotzdem war er wieder technisch und organisatorisch beeindruckend, inhaltlich  kam die beste und kürzeste Rede „es geht hier um Lebensqualität“ von Dr. Ulrich Maly.  Die dänische Umweltministerin Eva Kjer Hansen kam wiedermal sehr sympathisch rüber – nicht nur wegen der netten Aussprach wie wir Alten sie noch von Vivi Bach kennen.  Das Gespräch mit Liveschaltungen zu Biopionieren nach Bogota und Südtirol führten Dr. Flelix Prinz zu Löwenstein (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft) und der IFOAM-Prisdent Andre Leu.

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P1000832Ballett

Der Ballettauftritt überraschte nicht  nur durch seine lange Dauer, ebenso die engagierte Rede von Auma Obama, wobei ich den Grund für die Länge in ihrem deutschen Gemanistikstudium  vermute.  Im Schlusssatz allerdings brachte sie ihre Forderung für eine gleichberechtigte Zusammenarbeit des Norden und des Südens auf den Punkt: „Wir sind noch nicht im gleichen Boot und wenn, dann rudern wir. Es muss einen Kapitän aus dem Süden und einen aus dem Norden geben.“
Man kann sich den Schluss der Rede hier anhören. Wer richtig Interesse hat, findet hier die Langfassung.

Der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt erfüllte seine  Rolle als Schlusslicht und wir fanden es beschämend, dass fast die Hälfte der Besucher während des letzten Liedes einfach geht, während Sängerin und ihr Gitarrist ihr Bestes gaben (nach zwei langen Stunden kommt es auf die zwei Minuten auch nicht mehr an, leider stand deren Name nicht auf dem Programm, aber sie sang einst bei Deutschland sucht den Superstar).

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Richtig gute (auch für Blogger verwendbare) Fotos von Frank Boxler gibt es übrigens auf der Seite der BIOfach.

Nunja, spannender als die Eröffnung war der Rundgang vorher, bei dem wir wieder viel  Freunde und Geschäftspartner trafen.

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Zum Beispiel Maja Wasa von Klosterkitchen (Erfinderin des IngwerTRINKS, den man auch bei uns kaufen kann, die bei unseren 18. Werkstatt-Tagen am 10. Juni zusammen mit uns und Schwester Regina Werner von der Maria Wardschule für unsere Gäste kochen wird und zwar nach einem Rezept aus dem 17. Jahrhundert.  Anmeldungen nehmen wir gerne schon entgegen.  (Halle 4-122)

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Hubert Rottner darf als Gründer derselben auf keiner BIOfach fehlen, am Gemeinschaftsstand der  NGOs in Halle 9 (459) zeigte er das Plakat der Stunde.

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Der eigentlich Star am Stand sind aber Nürnberger Biobratwürschdla, die auf unserem Tepan Yaki gebraten werden und im Biobrötchen der Bäckerei Imhoff serviert.

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Unsere Slow Food Freundin Claudia Bschorr ist bei Sonnentor, mit denen wir jetzt im Gewürzbereich zusammen arbeiten werden, um unseren Küchenkunden endlich die perfekte Gewürzschublade nicht nur zu bauen, sondern auch in Bioqualität zu füllen.

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Ein paar der Gewürze haben wir schon mal für unsere Kunden getestet und wir arbeiten uns noch weiter vor.

 

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Petra und Richard Wolny  sind wieder die Chefs der Olivenölstandes, der die traumhafte Möglichkeit bietet, alle Olivenöle auch zu kosten. Einige Hersteller sind sogar anwesend, so dass Öljunkies hier  voll auf ihre Kosten kommen. Außerdem gibt es jede Menge Fachvorträge von Richard.  (Halle 4 -271)

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Bei den Kochshows der Kollegen bei BIOland wollte ich kurz vorbeischauen und traf dort Bernd Trum, meinen Ausbilder als Ernährungexperte im Jahr 2003, der übrigens neue Köche für sein Team sucht.  Danach hatten wir auch schon gemeinsame Shows gemacht und uns regelmäßig bei den Symposien getroffen. Also mussten wir auf die gemeinsame Vergangenheit unbedingt auch mit einem Bierchen der Lammsbräu anstoßen, deren Chef Dr. Franz Ehrnsperger steht gerade im Hintergrund und telefoniert.

Am Freitag wieder Bloggertreffen

Bloggertreffen
Bloggertreffen von 2015

Die BIOfach ist einfach immer eine Begegnungsstätte, bei der man viele nette Menschen trifft. Am Freitag muss ich dann wieder wegen des Bloggertreffens hin, das leider –  anders als von uns im Jahr 2008 eingeführt – auf den frühen Morgen verlegt wurde (hier sind alle Artikel über die Geschichte, dieser damals sehr innovativen Veranstaltung der Nürnbergmesse. )