Alles zum Thema Nachhaltigkeit mit dem besonderen Interesse für das Einrichten mit Küchen und Möbeln aus dem Holz der Hersbrucker Alb und allem was zur Lebensqualität des Wohnens dazu gehört. Die Möbelmacher aus Unterkrumbach bei Hersbruck wollen mit dem Dialog in diesem Weblog von Kunden, Freunden und Fremden lernen und das Bewusstsein für regionale Wirtschaftskreisläufe und verantwortliches Handeln stärken.
Alles zum Thema Nachhaltigkeit mit dem besonderen Interesse für das Einrichten mit Küchen und Möbeln aus dem Holz der Hersbrucker Alb und allem was zur Lebensqualität des Wohnens dazu gehört. Die Möbelmacher aus Unterkrumbach bei Hersbruck wollen mit dem Dialog in diesem Weblog von Kunden, Freunden und Fremden lernen und das Bewusstsein für regionale Wirtschaftskreisläufe und verantwortliches Handeln stärken. Kontakt via Email
Gerne weisen wir darauf hin, dass der von Film SLOW von Sascha Seifert, heute in den Kinos anläuft. Unter anderem auch in Nürnberg in der Meisengeige!
SLOW ist ein Kino-Film, der Naturerlebnis, Entschleunigung, Meditation, gelebte Achtsamkeit und Nachhaltigkeit auf eindrucksvolle Art für die Dauer eines Schneckentages miteinander verbindet. Vor unserer eigenen Haustüre startet eine langsame Reise in die Welt der Zeitfülle, die uns staunen und innehalten lässt.
Für das Team um SLOW ist die Frage nach Zeit und Geschwindigkeit ein zentraler Schlüssel zum fairen und zukunftsfähigen Umgang mit sich selbst und unserer (Um-) Welt.
SLOW versteht sich als kontemplativer Natur-Film, als filmische Meditation und Teil der weltweiten SLOW-Bewegung.
Das Besondere an SLOW:
Natur-Abenteuer vor unserer Haustüre!
Und der Film ist ein nachhaltiger Film wie sonst kaum ein Dokumentarfilm.
SLOW wurde komplett im Stuttgarter Stadtwald, also direkt vor meiner Büro bzw. Wohnungs-Tür gedreht.
Auch die gesamte Postproduktion fand in unserer Nachbarschaft statt.
Denn: Kein Reise-Aufwand und trotzdem eine tolle Story ist die Beste Kombination aus CO2-Emissions-Vermeidung und Filme-Machen :-)
Wir bringen SLOW am 23. Mai 2013 in Deutschland in die Kinos.
Nach dem Rotwein das Roastbeef in 1,8 cm dicke Scheiben schneiden.
Auf dem auf 200 Grad erhitzten Tepan Yaki (man könnte es notfalls auch in einer Pfanne probieren) die Steaks auf Palm-, oder Kokosfett (hoch erhitzbar muss es sein) jeweils eine Minute und 33 Sekunden auf jeder Seite anbraten.
Am Backblech das Funk-Bratenthermometer von Miele reinstecken, oder eines mit Kabel zum Beispiel von Rösle oder einfach viel Gefühl haben und im Backofen noch rund 24 Minuten bei 70 Grad (wegen mehrerer Bleche ausnahmsweise Heißluft) weitergaren und dabei eine Kerntemperatur von 60 Grad erreichen.
Das Gemüse
Das Gemüse, Kartoffeln und Karotten, als 1,8 cm Würfel irgendwie weich kriegen, oder (viel besser) im Druckdampfgarer bei 120 Grad zwei Minuten Garzeit einstellen. Auf der Gewerbeschau würzen wir Karotten und Kartoffeln nicht, weil wir den Geschmack von dampfgegarten Gemüse erlebbar machen wollen, aber Sie könnten nach dem ersten Kosten mit der scharf gewürzten Soße nachhelfen, die wir im folgenden beschreiben.
Die Güne Pfeffersoße mit Thymianhonig
Diese Soße kann man auch vegetarisch für Tofu oder Pommes Frites verwenden (weiß nicht, was Veganer anstatt von Creme Fraiche verwenden?), aber wir wollen natürlich erstmal die Röststoffe des Fleisches nutzen, dass wir am Tepan Yaki angebraten haben. Dazu schneiden wir drei mittelgroße Zwiebeln in möglichst kleine Würfel und legen sie auf den heißen Tepan. Dann mit Weißwein ablöschen und die Röststoffe in die Zwiebeln einziehen lassen, die wir anschließend im Induktionswok weiterverarbeiten (eine Sauteuse oder ein Dipferl würden wohl einen ähnlichen Zweck erfüllen, aber sind nicht so schnell und schick).
Also Zwiebeln im Wok mit Weißwein übergießen und denselben ein wenig einkochen. Dann den gemörsterten grünen Pfeffer dazugeben, die Gemüsebrühe (Hühnerbrühe schmeckt ein wenig intensiver, aber wir haben uns für die vegetarische Variante entschieden) und den Thymianhonig und die Creme Fraiche. Meist kann man das schon ganz gut essen, weil das Salz aus der Gemüsebrühe genügt. HartcoreSteakFreaks könnten die Zwiebeln am Tepan auch mit Weinbrand löschen und anzünden, aber das ist eher zum Angeben, als für den Geschmack, aber meist wirkt es doch positv auf das Image der coolen Köchin oder des Kochs, dem danach oft ein paar Haare fehlen.
Wenn alles ein paar Minuten gekocht hat, das Maismehl einrühren (offiziell klumpt es nicht, aber es muss kein Fehler sein, es voher in heißem Wasser anzurühren).
Ganz schön was angerichtet
Auf die heißen Teller aus dem Tellerwärmer die Kartoffeln und Karotten anrichten, das Fleisch dazugeben und die Soße nicht vergessen. Deko nach Phantasie und danach aus Ehrfurcht vor dem feinen Fleisch des Hutangerochsen Hutanger- oder sogar Kuhpate werden und gemeinsam mit dem Möbelmachern eine neue Küche planen.
Denn dank der Unterstützung des Versicherungsbüros Hertel und Wagner (Hutangerochsenfleisch), der Metzgerei Hartmann (Schweinelende aus Steinensittenbach), der Bürgerbräu (Getränke), dem Biomarkt Lauf und Hersbruck (ergänzende Biolebensmittel) und dem Bienenkörbchen (Thymianhonig für die grüne Pfeffersauce) bekommen die Kochshows zum 10-jährigen Jubiläum von Heimat auf´m Teller und zum 25-jährigen Jubiläum der Möbelmacher etwas ganz Besonderes.
Für 20 reservierte Plätze (hier anmelden) werden wir eine kleine Scheibe Roastbeef vom Hutangerochsen (rechts), ein Scheibchen Schweinelende aus Steinensittenbach (links), ein paar Kartöffelchen und Möhrchen aus dem Dampfgarer und eine eine grüne Pfeffersauce (hoffentlich) garköstlich anrichten. Damit wollen wir zunächst mal erklären, dass zum guten Kochen eine Massivholzküche der Möbelmacher ausgesprochen hilfreich ist, dass man sich als Hutangepate nicht nur für die Regionalentwicklung in der Hersbrucker Alb verdient macht, sondern auch noch köstliches Fleisch in Bioqualität beziehen kann und dass man die Tische und Stühle, an denen man sitzt auch kaufen kann.
Wir kochen am
Freitag 10.Mai mit Alex Hertel um 16:30,
am Samstag 11. Mai mit Hans-Peter Eberhard vom Grünen Baum Kühnhofen und
am Sonntag 12. Mai um 11:00 mit Bürgermeister Robert Ilg und Landrat Armin Kroder.
Diesmal haben wir unseren preiswerten Jubiläumstisch dabei (Ab 1390.-€, Bank ab 890.-) und Christiane hat extra für die Gewerbeschau noch einen nagelneuen Nussbaumtisch mit Baumrinde gebaut.
Und natürlich haben wir die neusten Stühle von Jori, aber auch preiswerte Holzmodelle dabei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch, mehr Details zur Gewerbeschau sind hier nachzulesen.
Ich erkläre mich für den objektiven Bericht über das Buch als befangen, weil ich Christian Schüle schon im Jahr 2006 kennen lernen durfte, als er für sein dossier in der DIE ZEIT "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" auch in Hersbruck recherchierte.
Schon damals waren wir von seinem Wissen, seiner Genauigkeit und seiner Ernsthaftigkeit bei allen Themen so fasziniert, dass wir ihn spontan zu einer Lesung aus seinem Buch "Die Deutschlandvermessung" eingeladen haben.
Die Deutschlandvermessung in Unterkrumbach
Auch diese Veranstaltung war beeindruckend, allerdings muss ich zugeben, dass ich mir mit Roland Zimmermann vom Bayerischen Rundfunk Verstärkung holte, weil ich mir das Thema der Deutschlandvermessung auch auf die Bedürfnisse der Cittaslow Hersbruck heruntergebrochen und in manchen Passagen auch "übersetzt" wünschte. Was Moderator Roland und Christian dann gemeinsam ausgesprochen verständlich und sogar unterhaltsam gelang (was Anselm Stieber damals im Nachhaltigkeitsblog so beschrieb).
"Hinter seinen tiefgründigen, teils spitzzüngigen, immer
plastischen, um Genauigkeit bemühten Formulierungen verbirgt sich eine Zustandsanalyse unserer Gesellschaft
aus dem Erfahrungsbereich eines Mitdreißigers."
Das Ende unserer Tage
Am letzten Samstag bringt Ute endlich - es erschien schon im Februar 2012 - seinen Roman "Das Ende unserer Tage" aus der Buchhandlung und irgendwie habe ich dank einer Terminabsage (leider) schon um 14:30 im Garten bei traumhaften Wetter mit dem Lesen beginnen können, und war um 1:30 nachts mit den 460 Seiten fertig.
"In der ehemals reichen Kaufmannsmetropole Hamburg werden Kirchen in
Eventagenturen umgebaut. Die legendäre Kammfabrik im Süden Hamburgs wird
von chinesischen Investoren übernommen und von Bürokraten abgewickelt.
Skrupellose Manager des Verfalls frönen ihrer Überspanntheit in elitären
Salons, vereinsamte Individualisten suchen nach Sinn und Wert.
Christian Schüle erzählt die Geschichte zweier Männer, die in dieser
Welt treiben und von ihr getrieben werden: Charlie Spengler, ein
gefeuerter Fabrikdirektor, der zur Gallionsfigur einer Arbeiterrebellion
wird. Und JanPhilipp Hertz, ein Jungunternehmer, der auf den
Stoßwellen des Umbruchs dem allgemeinen Verhängnis seiner Stadt
entgegensurft."
Das Buch in nicht ganz leicht zu lesen (auch wenn ich es verschlungen habe), aber es ist von der ersten bis zur letzten Zeile Christian Schüle, so wie wir ihn kennen lernen durften. Deswegen auch diese lange Vorgeschichte über den Zeitartikel mit der Lesung bei uns und die Befangenheit.
Schlechte Kritik in der FAZ
Wer ihn erlebt hat, erkennt schnell, dass der Verriss in der FAZ von Christian Metz unberechtigt ist. Metz phantasiert von einem "neuen Romanstil", der "Event-Literatur" und bezeichnet Schüles arbeitsreiches Gesamtwerk als "perfekte Schreib- und Veröffentlichungsökonomie," verkennt dabei aber völlig, dass sich nicht die letzten paar Veröffentlichungen, sondern eigentlich sein ganzes Schreiben - spätestens seit den "Ichlingen" in der Deutschlandvermessung - mit Moralfragen auseinandersetzt und das auf höchsten Niveau. Da ist der abgeschwächte Weltuntergang im Roman nur eine logische Weiterführung dieser Gedanken und eben kein effektheischendes Kalkül.
Metz beweist schon ein bisschen bösen Willen, wenn er schreibt: "Ja, buchstäblich prophezeit hat er das Ende zwar nicht, aber mit ein
bisschen gutem Willen ließ es sich da hineingeheimnissen."
Im Gegenteil, ich habe Christians Sprache und deren teilweise satirische Überzeichnung in den Dialogen freudig wiedererkannt und so kann ich mich nur wundern, wenn Metz behauptet: "Ihr (das der Protagonisten Anm. d. Red.) dümmliches,
pseudophilosophisches Motivations- und Investmentgeplapper aber nimmt im
Roman einen viel zu großen Raum ein." Im Gegenteil, diese Sprache wird im hier und jetzt nicht mehr selten gesprochen, sie fällt nur leider immer weniger auf. Besonders spannend finde ich die Personalisierung, naja, eher Animalisierung der Schuld, Schüle steckt sie in einen Käfig: Die ausgestopfte rotäugige, marderartige Kreatur wechselt von Mai bis Oktober 13 Mal seinen Besitzer:
"In seiner Gegenwart (der Kreatur in dem Käfig Anm. d. Red.) begannen Versicherungsagenten ihren gewaltbereiten Charakter anzuklagen; Anwälte offenbarten Hassgefühle, Bankvorstände Geltungssucht; Kaufleute gestanden Korruptheit, Unternehmer Menschenverachtung, Journalisten gaben Defätismus zu, Ärzte und Immobilienmakler bekannten sich zu sadistischen Neigungen, Werber kämpften mit grassierender Misanthropie."
Ganz durchschaut habe ich auch nicht das ständige Umbringen von Fahrradkurieren, die sich wohl als Metapher für Freiheit, als Anarchisten, als Outlaws der Stadtstraßen den Hass der Gesellschaft und einzelner Mörder zuzogen. Aber vielleicht ist das in Hamburg - Schüles Wohnort - ja wirklich so, da kann der Unterkrumbacher dann nur staunen.
Der Autor Christian Schüle, 41, entwickelt in seinem Romandebüt "Das
Ende unserer Tage" ein abendländisches Untergangsszenario. Halb Hamburg
ist in chinesischer Unternehmerhand: ehemals traditionelle
Handelshäusern sind zu internationalen "Companies" mutiert -
Gewinnmaximierung unter allen Umständen. Im Club "China White" treffen
sich die Reichen und Schönen der Stadt und geben sich ihrer blinden
Leidenschaft für alles Asiatische hin. Sie trinken Mai Thai, lassen sich
hinter den Ohren massieren und fädeln nebenher die nächsten großen
Deals ein. In der "Revitalistischen Gesellschaft", einem Think Tank im
Stadtviertel St. Georg, tauschen sich Manager darüber aus, wie sie die
Menschen zu noch größerer Selbststeigerung antreiben können.
All
diese Titel und Aufgaben sind nur schwer zu verstehen und machen die
Lektüre bisweilen sperrig, aber sie gehören zur ästhetischen Strategie
dieses Romans, denn sie evozieren ein diffuses Gefühl für die Absurdität
dieser Seelenfänger-Marktwirtschaft.
Mit "Das Ende unsere Tage" ist Christian Schüle ein
überzeugend-überzeichnetes Gesellschaftsporträt gelungen. Er nähert sich
den dekadenten Machenschaften der Wirtschaftsmacher, stellt sie aber
nicht als Alleinschuldige dar: Hinter den gefühlskalten Fassaden zeigt
Schüle ihre Nöte, ihre Suche nach Orientierung, nach Menschennähe.
Noch anschaulicher ist die Buchbesprechung von Denis Scheck im NDR (der kommt zu uns übrigens am 14. Juni nach Unterkrumbach, rechtzeitig Karten sichern, denn hier
schließt sich dann der Kreis).
"Am Ende formiert Charly Spengler von der Kammfabrik die Massen hinter
sich. Harburg wird zur Trutzburg: Hier wird gestreikt, der Stadtteil
vermüllt. Ein Marsch über die Elbe soll es richten. Ein Kampf für die
gute, alte Zeit, eine neue Menschlichkeit. Dabei ist es unerträglich
heiß - bis der große Regen kommt und eine Stadt unter Wasser steht. Ein
großes Ende für einen großen, empfehlenswerten Roman."
Ich kann also allen Menschen empfehlen - besonders denen, die die Cittaslow-Veranstaltung mit Christian Schüle in Unterkrumbach miterlebt haben - sich mit diesem Buch auseinander zu setzen, denn auch hier geht es um genau jene Entwicklungen, gegen die eine Cittaslow (eine Stadt in der Vereinigung der lebenswerten Städte) Stellung bezieht. Trends, die sie am liebsten umkehren möchte, oder wenigstens im eigenen Umfeld eine Alternative bieten. Das Buch liefert mit seinem ebenso gnadenlosen wie leider nicht realitätsfernen Zukunftsszenario einen Grund mehr, warum das Nachdenken über Entschleunigung kein Fehler sein muss.
Also bitte kaufen, aber nicht bei Amazon, sondern in der Buchhandlung in Ihrer Nähe!
Irgendwie kam mir der Untertitel des Films "Speed" bekannt vor, denn "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" war der Zeitredakteur und Buchautor Christian Schüle bei uns schon im Jahr 2006 (er las in der Folge sogar in Unterkrumbach aus seinem Buch "Deutschlandvermessung"). Sein gleichnamiges Zeit-Dossier in der Ausgabe 1/2007 begann ebenso tragisch wie das Buch "Speed" zum Film von Florian Opitz (den Film habe ich leider noch nicht gesehen, werde das aber nachholen):
"Natürlich war ich in diesem Jahr wieder nicht mit meinem Neffen im
Kino. Ein einziger Abend war versprochen, Film egal, ein Abend von
dreihundertfünfundsechzig Abenden.Du hast ja nie Zeit, sagt der kleine
Mann am Telefon.
Wenigstens zu ihrem Geburtstag wollte ich meine Mutter
zu Hause besuchen. War klar, sagt sie, dass dus nicht schaffst. Ein Jahr
kann auf irrsinnige Weise kurz sein, sage ich. Bitter darauf ihr
Schweigen.
Für 2006 hatte ich mir vorgenommen, mindestens zehnmal in
Theater und Oper zu gehen. Immer kam etwas dazwischen, von dem ich nicht
wusste, ob es wichtiger oder nur bequemer war.
Vier Wochen wollte ich
durch Südamerika reisen ... .Weiter als bis Griechenland kam ich nicht, eineinhalb
Wochen, zwischen zwei unaufschiebbare Projekte gequetscht, mit Laptop
und einem Berg Arbeit.
Sport, jeden Mittwoch zwei Stunden Tennis, am Wochenende Rad
fahren, das war das große Vorhaben. Wo der Schläger ist, weiß ich bis
heute nicht - Rad gefahren bin ich einmal.
Ich bin erschöpft und in meiner
Erschöpftheit zugleich hyperaktiv. ... Ich bin nicht
imstande, zu sagen, womit genau ich meine Zeit verbrauche. Ich stelle nur
fest, dass ich nie genügend habe. Ich bin ein
typischer Vertreter der dauererregten Leistungsgesellschaft in
permanenter Zeitnot.
Als ich erkannte, dass auch ich zu denjenigen
gehöre, in deren aktivem Wortschatz das wunderbare Wort Muße nicht
vorkommt, machte ich mich auf die Suche nach der verlorenen Zeit. Ich
reiste nach München, Zürich, Luzern, Sursee, Hersbruck und Frankfurt und traf Menschen, die die Zeit wiedergefunden haben."
(Das Zeit-Dossier, in dem auch die Cittaslow Hersbruck und die Möbelmacher vorkommen, ist hier nachzulesen.)
Filmemacher Florian Opitz formuliert das gleiche Thema im aktuellen Buch zum Film "Speed" sieben Jahre später so:
"Ich habe eine tolle Freundin und inzwischen auch ein Kind, Anton. Also eigentlich alles super. Eigentlich.
Doch irgendwie habe ich in den letzten Jahre gemerkt, dass etwas mit mir nicht stimmt. Ich habe keine Zeit. So sehr ich mich auch anstrenge - ich habe immer viel zu wenig Zeit für das, was ich mir vornehme.
... Endlich mal wieder ausgehen, Zeit mit Freunden und Familie verbringen, ins Kino oder zu Konzerten gehen. Doch dann dauert es nicht lange und meine Pläne zerplatzen wie Seifenblasen.
Und ich hetzte genauso atemlos durchs Leben wie zuvor. ... Seit Jahren schon will ich mit Freundin Caro mehrere Monate durch Lateinamerika reisen. Chile, Bolivien, bis rauf nach Nicaragua, das war der Plan. Weiter als in die Toscana haben wir es bisher allerdings nicht geschafft.
Eine Woche Kurzurlaub aber auch nur mit Handy Laptop und einer Menge Arbeit.... Rennradfahren, Klettern und mal wieder auf Ausstellungen gehen. Jahr um Jahr scheitere ich an meinen guten Vorsätzen.
Florian Opitz macht sich - wie damals Christian Schüle - auf die Reise, allerdings mit den Wünschen (und Budget) eines Filmemachers, der aussagekräftige Bilder und schillernde Menschen benötigt und das offensichtlich auch fand. Auf der Suche nach seiner verlorenen Zeit hat er viele Flugmeilen Kerosin verbraten und hat sich dabei tragischerweise noch weniger um Sohn Anton kümmern können, als er eigentlich durch diese Aktion erreichen wollte. Aber wir sind ihm trotzdem dankbar dafür, dass er eine zeitgemäße Umsetzung des Themas Zeit und Entschleunigung angegangen ist, das uns nicht zuletzt bei Slow Food und Cittalsow beschäftigt.
Sektenseminar mit Zaubertricks bei Lothar Seiwert
Aber die spannende Aufgabe, ein großes (Film-)Projekt ohne unendliche Geldreserven zu stemmen, lässt sich nun mal nur schwer mit tagelangem Meditieren in der Jurte in Einklang bringen, auch wenn seine erste Station, ein Late-Night-Seminar bei Prof. Dr. Lothar Seiwert, durchaus den Eindruck erwecken sollte, das Zeitproblem wäre eine selbstgemachte Lebenslüge. Angeblich mithilfe von ein paar Ratschlägen - am Besten im Zusammenhang mit teuren Seminaren - und mit Disziplin in der Griff zu bekommen. Gekonntes Zeitmanagement, bewusste Trennung des Wichtigen vom Unwichtigen und anscheinend auch ein paar Zaubertricks ließen sich anhand der Ratgeberliteratur leicht erlernen und das wäre dann der Anfang des neuen Lebens. Bei Lesen von Opitz Seminar-Schilderung packt einen das Grauen und zieht es einem wirklich die Schuhe aus, sein nachvollziehbares Resümee: "Zeitverschwendung und Sektenveranstaltung."
Die Rolltreppe
Opitz zitiert den Soziologen und Beschleunigungsexperten Hartmut Rosa:
"Viele haben den Eindruck, sie müssten jedes Jahr ein wenig schneller laufen - und jetzt kommt das für mich Spannendste -, nicht, um irgendwo hinzugelangen, sondern um ihre Position zu halten."
Ein Gefühl, wie auf einer Rolltreppe, die nach unten fährt. Wir müssen hochstürmen, um oben zu bleiben. Und so besucht er den Psychologen und Fachmann für das Burn-Out Syndrom Dr. Bernd Sprenger, denn "jeder erfolgreiche Mensch, der was auf sich hält, muss mal Burn-Out gehabt haben." Hat Opitz offensichtlich (noch) nicht, aber Sprenger zitiert Tucholsky "Leben heißt aussuchen." Seine durchaus wertvollen Ratschläge zur geschickten Organisation von Schlaf, Bewegung und Ernährung auf der körperlichen Seite und den psychischen Faktoren wie Bindung, Selbstwertbestätigung, Orientierung und Lustbefriedigung kommentiert Opitz treffend so: "Klingt einfach. Ist es aber nicht."
Ganz nebenbei lernt er noch einen Redakteur der Süddeutschen Zeitung kennen, der ein halbes Jahr digitales Fasten übersteht und besucht Deutschlands bekanntesten Zeitforscher Professor Karlheinz Geißler, der als persönliche Lösung des Zeitproblems den Verzicht sieht.
"Wenn wir vom Zeitdruck wegkommen wollen, dann müssen wir mehr verzichten. Das ist die einzige Lösung. Darauf verzichten mehr Geld zu verdienen, oder auf Möglichkeiten des Konsumes verzichten."
Aber er sieht Verzicht nicht als lustfeindliche, quasireligiöse Aufforderung zum spartanischen Leben, sondern als Mittel zur Rückgewinnung der Lust am Leben. Er rät zu einer Balance aus Güter- und Zeitwohlstand und er plädiert für das "Enthetzen." Enthetzen hieße nichts anderes, als überflüssige Beschleunigung abzubauen (Anm.: was durchaus leichter fallen könnte, wenn man keine Verantwortung für viele andere Menschen hätte) . Gleichzeitig ist er der erste Gesprächspartner, der Opitz Zeitproblem nicht als individuelles, sondern als gesellschaftliches und vor allem politisches sieht. Also hat nicht nur Opitz eine Zeitmacke, die ganze Gesellschaft ist auf Speed. Und der Soziologe Hartmut Rosa pflichtet bei:
"Alle individuellen Entschleunigungsstrategien können da eigentlich nur scheitern. Kaum jemand sagt, dass das eine strukturelles, gesellschaftliches Problem ist. "
Die Beschleuniger
Und so kommt Opitz zum zweiten Teil des Buches, in dem er die Beschleuniger besucht. Denn die Wachstumsideologie und zu einem wesentlichen Teil die Finanzmärkte, aber vor allem der wirtschaftliche Wettbewerb bestimmen das Tempo dieser Gesellschaft, die sogar drüber nachdenkt, aus Wachstumsgründen denn Sonntag abzuschaffen. Opitz erfährt, dass 90 Prozent der heutigen Aktiengeschäfte so schnell von statten gehen, dass sie nur von Computern zu bewältigen sind, weil die in diesen Millisekunden noch mehr Geld "verdienen" können, als ein Mensch.
Aber ist dieses Geld wirklich verdient? Wird es nicht dem einen weggenommen und den falschen in die Tasche geschoben? Was tut der Finanzmarkt für die Produktion, was tut er für die Lebensqualität einer Gesellschaft, abgesehen von den Boni der Banker, die ihr Leben demselben zum Opfer machen, wie das im Buch anschaulich geschildert wird? Der Wettbewerb hat Strukturen geschaffen, die sich beschleunigen müssen; nicht damit die Dinge besser werden, sondern damit sie überhaupt bestehen können.
Und so schildert er seine Erlebnisse mit einer berühmten Unternehmensberaterin und der Firma Reuters, die ihr Geld schon lange nicht mehr mit normalen Nachrichten verdient, sondern Finanznachrichten, deren Geschwindigkeit so wichtig ist, dass Firmen in die Nachbarschaft ziehen um von den kurzen Kabelverbindungen zu profitieren.
"Reuters arbeitet an der Abschaffung von Raum und Zeit, an der weltweiten "Vergleichzeitigung," am ewigen Jetzt."
Die Welt läuft auf Autopilot und wir nutzen Technologien, weil sie da sind. Niemand denkt daran, Bremsen einzubauen. Der Neoliberalismus der letzten Jahrzehnte hat alle Bremsen beseitigt, ohne Bremsen rast man gegen die Wand, was die Finanzkrise eindrucksvoll belegt. Hartmut Rosa fragt in diesem Zusammenhang: "Die Frage ist nicht, wie viel Geschwindigkeit wir irgendwie erreichen können, die Frage muss lauten: Wie viel Geschwindigkeit ist gut für ein gutes Leben? Was steigert die Qualität des Lebens?
Alternativen zum Hamsterrad
"Schöne Bescherung. Da ist scheinbar ein sich selbst antreibendes System entstanden, dessen Treibstoff ständiger Wettbewerb und Profitgier ist."
Und so besucht er Rudolf Wölzel, ehemals bei der berüchtigten Bank Lehman Brothers als "Heuschrecke" beschäftigt, also für Firmenkäufe zuständig. Der Aussteiger lebt auf einem Schweizer Berghütte oberhalb von Klosters und bedankt sich rückwirkend bei seinen Freunden, die ihm rechtzeitig sagten, dass er auf dem besten Weg sei, ein Arschloch zu werden.
Und weil sich nicht jeder den finanziellen Hintergrund für einen kompletten Ausstieg ohne Geldsorgen im Vorleben verdienen(?) konnte, verbringt er auch Zeit bei richtigen Bergbauern, deren Glück beim Arbeit im Kreise der Familie und im Takt der Natur durchaus nachvollziehbar und spürbar ist. Aber es es ist keine wirklich verwirklichbare Alternative für die junge Familie eines Berliner Filmemachers.
An dieser Stelle erklärt Hartmut Rosa, dass wir Glück nicht erfahren, wenn wir in der Wellness Oase zum Beispiel mal gar nichts tun.
"Wir erfahren Glück in dem was der ungarisch-amerikanische Psychologe Mihaly Csikszentmihaly "Flow" nennt. Das heißt in Zuständen eines selbstbestimmten Tuns und Handelns das mit einem gewissen Spaß, einem gewissen Reiz verbunden ist, aber auch eine gewisse Bedeutung für uns hat - und wo wir, jedenfalls vorübergehend, das Gefühl haben, dass wir ganz bei uns selbst sind."(Anm.: Das war für mich ein wichtiger Satz im Buch).
Entschleuniger auf der Überholspur
Das trifft exakt auf den nächsten reichen Aussteiger zu: Douglas Tompkins, der die Outdoor-Klamottenfirma North Face und die Modefirma Esprit gegründet und später verkauft hat und mit dem Erlös zu einem der größten Grundbesitzer der Welt wurde, der diese gekaufte Natur schützen und im Sinne der Nachhaltigkeit zu funktionierenden Naturparks weiterentwickeln will. Weil sein Leben in ständigen politischen Kämpfen, im Kleinflugzeug und in einem Wettlauf gegen das Alter genau das Gegenteil von Entschleunigung bedeutet, hat er sich eines der schönsten Metaphern, für Entschleuniger auf der Überholspur ausgedacht:
"Ich vergleiche das manchmal mit einem Krankenwagenfahrer. Der fährt auch schnell, um den Patienten schnellstmöglich ins Krankenhaus zu bringen, Feuer mit Feuer bekämpfen? Ja, so könnte man es sagen. Ich weiß nicht, wie ich es besser erklären kann, und ich weiß auch nicht, ob es richtig ist."
Das Bruttonationalglück Bhutans gegen das Bruttosozialprodukt
Der bhutanische Minister für Bruttonationalglück, Karma Tshiteem, bezeichnet das Bruttonationalglück als eine Entwicklungsphilosophie, in der wir Zeit als Leben sehen und nicht als Geld.
"Ich glaube, das unterscheidet diese Philosophie und unser Land von den meisten anderen Entwicklungsideen. Da steht immer Wachstum an erster Stelle. Natürlich sind uns in Bhutan Bruttosozialprodukt und Einkommen wichtig. Aber eben auch anderen Dinge. Genügend Zeit mit Freunden oder der Familie zum Beispiel."
Und Dasho Karma Ura, Leiter des Zentrums für
Buthanstudien erklärt: "Glück ist, wenn die Menschen die Möglichkeit haben, ihr Potential zu
entfalten. Dafür die Voraussetzung zu schaffen, ist das Ziel des
Bruttonationalglücks.
"Jeder wisse doch inzwischen, dass das Bruttosozialprodukt nichts über das Wohlbefinden oder die Lebensqualität der Menschen in einem Land aussage. Im Gegenteil: Das Bruttosozialprodukt sei ein irreführendes, ja perverses Maß. Das Bruttosozialprodukt steige zum Beispiel, wenn für die Produktion von Gütern Wald abgeholzt und die Umwelt versucht würde, nicht aber, wenn die Umwelt geschützt und die Ressourcen gespart würden.
Das Kapitel über Bhutan liest sich nicht zuletzt dank des zufälligen Treffens mit engagierten Radiomoderatoren richtig spannend und führt im nächsten Kapitel zur Frage des aktuell in Deutschland diskutierten, in Namibia schon mit Erfolg getesteten bedingungslosen Grundeinkommens. Es könnte doch durch den Wegfall aller anderen sozialen Unterstützungen möglich sein, ein Grundgehalt an alle zu zahlen, die es haben wollen, ohne Bedingungen? Es gibt ebenso viele Unterstützer wie Gegner aller Denkrichtungen und Parteien dieser ebenso alten, wie reizvollen Idee, aber die Schwächen des aktuellen Systems, das von einer in die nächste Krise schlittert, müssen dringend kritisch hinterfragt werden. Die Suche nach Alternativen ist die Aufgabe der jetzigen Entscheider und vielleicht kann Film und Buch die Beschäftigung mit dem Thema fördern.
"Exkurs: Leider ist gerade eine Enquete-Kommission des Bundestags unter der engagierten Führung der jungen SPD-Abgeordneten Daniele Kolbe in dieser Richtung mal wieder kläglich an der Wachstumslüge und der ebenso allgegenwärtigen und widerlichen Lobbyarbeit gescheitert, was in der ZEIT (9/2013) so bedauert wird:
"Offensichtlich sei der Bundestag strukturell nicht in der Lage, die großen Menschheitsfragen zu beantworten. Miegel (Chef des Denkwerks Zukunft, der von der CDU in das Gremium berufen wurde!) sagt so etwas nicht leichtfertig. Er hat sein ganzes Leben zwischen Politik und Forschung verbracht, immer auf der Suche nach neuen Ideen für das Land. Er hatte darauf gehofft, das die Parteien in der Enquete-Kommission genau das wollten - auch um sich selbst und der eigenen Klientel unangenehme Wahrheiten mitzuteilen."" Wer sich von der Politik mal wieder enttäuschen lassen will, sollte den Artikel der ZEIT hier nachlesen.
Cittaslow Hersbruck
Anders als bei Christian Schüle im Zeit-Dossier, führt die Suche nach der verlorenen Zeit Opitz nicht zu Slow Food und Cittaslow, der Vereinigung der lebenswerten Städte, auch wenn gerade diese in dem Dilemma zwischen Wettbewerb und Entschleunigung stecken und sich - die eine mehr, die andere weniger - auch mit dem Hintergrund der Zeitdiskussion beschäftigen (sollten). Und so ist der Film schon zweimal im Hersbrucker Citykino gezeigt worden, im Vorfeld hat sich dabei der Arbeitskreis Cittaslow vorgestellt und zur Mitarbeit animiert. Auch für kommende Veranstaltungen wird der Film mit eingeplant, ich persönlich fände vor allem eine Diskussion mit dem jungen Filmemacher interessant, denn das Verdienst des Filmes sind nicht unbedingt neue Erkenntnisse in der Zeitdiskussion, sondern die moderne, auch für junge Menschen zugängliche Umsetzung, die nicht zuletzt durch die Umsetzung als Icherzähler erleichtert wird (auch wenn ich mir mehr Web 2.0 Elemente zur Diskussion und mit weiteren Links gewünscht hätte). Noch besser wäre natürlich eine Diskussion mit Christian Schüle und Florian Opitz zusammen, aber vermutlich werden wir dafür wieder keine Zeit finden ... .
Eine interessante Koch-Geschichte ganz am Rande der Möbelmesse war die Begegnung mit dem sympathischen Koch Hubertus Tzschirner am Stand der Komet Maschinenfabrik.
Zauberwort?
"Sous-Vide" klingt wie ein Zauberwort bedeutet aber einfach "Garen unter Vakuum." Fisch, Fleisch, Gemüse oder Obst wird vakuumiert und dann bei niedriger Temperatur schonend gegart. Einerseits ist mir Garen im Plastikbeutel unangenehm, andererseits weiß ich von Andreé Köthe, Zweisternkoch im Essigbrätlein, wie viel und wie begeistert er mit dieser Technik arbeitet.
Vakuumierer und Thermalisierer
Nach der Vorführung der Vakuumiermaschine, die man jetzt auch schon in eine Küchenschublade integrieren kann haben wir lange mit Hubertus über die Vor und Nachteile der Methode diskutiert und sicherheitshalber habe ich mir gleich sein Buch "Sous Vide - der leichte Einstieg in die sanfte Gartechnik" gekauft.
Im Buch - das nicht ganz werbefrei ist - wird die Methode auch physikalisch ausführlich und anschaulich erklärt und es werden ganz viele Rezepte vorgestellt, die durchaus auch mal Garzeiten von 24 Stunden haben können (aber auch "normale" Rezepte).
Thermalisierer oder Druckdampfgarer?
Für das Sous Vide Garen braucht man normalerweise einen Themalisierer, also ein Gerät, dass Wasser mit einem thermostatgesteuerten Tauchsieder gradgenau auf Temperatur hält. Modernen Geräten sieht man auch diesen Tauschieder gar nicht mehr an, aber die meisten unserer Kunden können die Gartechnik auch im Dampfgarer umsetzen. Bei einem längeren Telefonat diskutierten wir nach der ausführlichen Lektüre des Buches zunächst die Garzeiten in den Rezepten, die durch das Garen im Dampf länger werden, aber gerade beim Druckdampfgarer kann man natürlich auch im Wasserbad garen, was dann wiederum die exakt gleiche Garzeit ermöglicht. Allerdings ist bei dieser Methode die Zeit gar nicht sooo entscheidend, viel wichtiger ist die genaue Einhaltung der Temperaturen, denn die unterscheiden sich je nach den Eigenheiten der jeweiligen Eiweise. Deswegen sei das Buch als Orientierung durchaus empfohlen, wir werden sicher in eine der nächsten Showküchen auch mal einen Vakuumierer einbauen, denn egal, ob man damit kocht, mariniert oder kalt gart, für so ein Gerät gibt es eine Menge Anwendungsmöglichkeiten.
Wer selbst gerade über eine solche Anschaffung des Vakuumierers nachdenkt, möge sich an uns wenden und wenn jemand schon damit arbeitet, würden wir uns über seine Erfahrungsberichte freuen. Denn ich bin schwer davon überzeugt, dass viel der abgefahrenen Rezept auch mit dem Dampfgarer, besonders dem Druckdampfgarer funktionieren und das birgt für unsere Küchenkunden ein völlig neues Potential.
Denis Scheck wurde in den letzten Jahren durch seine Arbeit beim Deutschlandfunk und die ARD-Sendung Druckfrisch (immer am letzten Sonntag im Monat um 23:35) zum bekanntesten Literaturkritiker Deutschlands.
Nicht nur Ute Danzer hält ihn außerdem für klug und sympathisch, weshalb sie ihn auf der Buchmesse in Leipzig zu unserem 25-jährigen Jubiläum nach Unterkrumbach einlud. In der Tradition der Möbelmachergäste von (z.B.) Uwe Timm, Peter Härtling und Herbert Rosendorfer (immer gemeinsam mit der Buchhandlung Lösch organisiert) wünschten wir uns diesmal einen Gast, der unser Streben nach Lebensqualität durch bewusste Einrichtung von Küchen und Wohnräumen literarisch, kulinarisch aber vor allem humorvoll bereichert.
Der Termin am Freitag, den 14.Juni ist vereinbart und jetzt erst fällt uns auf, dass alle anderen Autoren ja eigentlich zur Vermarktung ihrer Bücher erschienen, also fragten wir uns, ob nicht auch der Kritiker selbst eines geschrieben hätte und das hat er zusammen mit der Ärztin und Betriebswirtin Dr. Eva Gritzmann im Jahr 2011:
SIE & ER Der kleine Unterschied beim Essen und Trinken
Nachdem uns kulinarische Zusammenhänge dank der Küchenplanung mit Kunden, der eigenen Ausbildung als Ernährungsexperte und der Zusammenarbeit mit Spitzenköchen in einigen hundert Kochshows durchaus beschäftigen (Kategorie "Die Küche zum Kochen" im Nachhaltigkeitsblog) haben wir es sofort verschlungen (bei mir war es Samstag von 15 bis 22 Uhr) und freuen uns seitdem noch mehr auf seinen Besuch als vorher.
Eigentlich weniger, ob des Grundthemas der Geschlechterforschung, welches zwar ein spannender Aufhänger ist, vor allzu hohen Erwartungen daran aber schon in der Einleitung gewarnt wird:
"Eine Warnung vorneweg: Diese Fragen
werden hier zwar gestellt, die wenigsten davon werden Sie hier aber klar,
eindeutig und befriedigend beantwortet finden."
Es ist
mehr die ebenso neugierige wie phantasievolle Herangehensweise an das kulinarische Thema allgemein, die mich das Buch nicht weglegen ließ. Wie wir es von "Druckfrisch" gewöhnt sind, stellen Grizmann und Scheck wichtige Fragen an Winzerinnen, Metzgerinnen, berühmte
Köche (Jamie Oliver, Vincent Klink, Ferran Adriá und Johanna Meier) aber auch an Autoren wie Frank Schätzing, Donna Leon, Alice Schwarzer und an einige Fachleute.
Statistiken, Asterix und Kannibalismus
Statistiken werden nicht einfach als Beweis von irgendwas aufgeführt, sondern deren potentieller Wahrheitsgehalt aufgrund der Methoden der Datenerhebung kritisch hinterfragt. Da gibt es ausgesprochen unterhaltsame Abschnitte, die den Nato Doppelbeschluss mit dem Champagner von Pommery kombinieren, Sätze von Emil Steinberger und das kulinarische Erbe von Asterix und Obelix. Das erhoffte kulinarische Zitat der namenlosen Britin aus Asterix auf Korsika erwartete ich aber leider vergeblich: "Was tut Ihr sagen? Ich nehme nur kochendes Wasser. Ich finde, es gibt einen köstlichen Geschmack zu Allem." Dafür tauchen die verzichtbaren Erdbeeren für den Zaubertrank, die Schweinskaldaunen, das Käsefondue und natürlich das Wildschwein aus Uderzos Œuvre auf. (Sollte jemand noch Asterix-Zitate suchen, können wir nur die Volltextsuche auf Comedix.de empfehlen.)
Aber es kommen auch ernste Themen zur Sprache: der Kannibalismus während der Kulturrevolution in China zwischen 1966 und 1976, über die der Autor Zheng Yi aus seinem Buch "Scarlet Memorial" zitiert wird. Der Blick auf das Ganze führt wieder zurück nach Deutschland zum Roman "Atemschaukel" über die unfassbaren Geschehnisse in Konzentrationslagern, für den Herta Müller mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Schlusssatz zu den Seiten über das Böse und den Hunger: "Wir in Deutschland erweisen dem Essen zu wenig Ehre."
Im "Moto" kochen Geeks für Nerds und "elBulli" ist ein Hundename
Es war uns schon klar, dass ein Literaturkritiker mit kompetenter und charmanter ärztlicher Begleitung auch in der Rolle des Gastrokritikers überzeugen wird, aber die Ausführungen über die so unterschiedlichen Restaurantbesuche im "Moto" von Chicago und dem "elBulli" von Ferran Adriá an der Costa Brava sind so anschaulich geschildert, dass man - sollte man sich wider Erwarten dort einmal einfinden müssen - das Gefühl hätte, schon mal da gewesen zu sein.
Was Scheck, Gritzmann und der Schriftsteller Jeffrey Eugenides im "Moto" für 1300 Dollar erleben, wäre fast ein eigenes Buch wert: Für die essbare Speisekarte wurden eigens Tintenstrahldrucker umgebaut und spezielle Geschmackstinten entwickelt, der Koch Homaro Cantu besitzt einen leistungsstarken Laser, den man sonst nur aus Operationssälen kennt. Das kulinarisch angezweifelte Ideenfeuerwerk der bis zu zwanzig Gänge wird metaphorisch mit dem Ausflug in die Computerwelt beschrieben: "Geeks kochen für nerds." Für IT-infizierte Menschen leichter verständlich ist wohl der Ausdruck "Infantilisierung der Küche."
"Vorbilder sind dabei weniger die Traditionsgerichte der grande cuisine als Klassiker ganz anderer Art, nämlich Würstchenschnappen, Topfschlagen oder Schokolade -mit-Handschuhen-essen. Ob man Cantus zeitgemäße Adaptionen dieser Evergreens als kulinarische Sketchparade oder Geisterbahnfahrt erleben wird, hängt von der individuellen Toleranz für den Geschmack einer amerikanischen Kindheit ab ..."
Ganz anders im "elBulli," dem anerkannt besten Restaurant der Welt, das mit dem vom Chef Ferran Adriá ungeliebten Ausdruck der "Molekularküche" bekannt wurde. Es liegt an der Costa Brava, das Restaurant wurde in den 1960er Jahren von dem deutschen Ehepaar Schiller aus Düsseldorf gegründet und nach ihrer Bulldogge "Bulli" benannt. Es ist im Moment geschlossen und soll als Stiftung, gastronomische Forschungs- und Ausbildungsstätte neu eröffnet werden.
Scheck schreibt: "Ferran Adriá steht unter Strom. Eine mexikanische Springbohne in Menschengestalt." Zum Hauptthema des Buches, der kulinarischen Genderforschung, äußert er sich leider nicht sehr hilfreich:
"Die Unterscheidung nach Männern und Frauen ist (dabei) vollkommen irrelevant. ... In der Küche spielt für mich die Frage nach dem Geschlecht einfach keine Rolle. Ich bin kein Macho. Ich sehe einfach den Menschen."
Den bildlichen Vergleich des "Moto" und des "elBulli" kann man ebenfalls nur als Zitat wiedergeben:
"Homaro Cantu und Ferran Adriá - das ist der Unterschied zwischen Micky Maus und Tischlein-deck-dich. Während in Chicago permanent Kindergeburtstag gefeiert wird und so routiniert, aber auch so seelenlos wie in Disneyland pünktlich um 17 Uhr ein Feuerwerk abgebrannt und eine Parade veranstaltet wird, erzählt man an der Costa Brava ironische Märchen für Erwachsene: kulinarische Feengeschichten mit oft überraschendem Ausgang, unvorhersehbar und unberechenbar."
Capsaicin, Slow Food und Cittaslow
Manchmal fühlt man sich auch ertappt. (Meist) männliche Neurosen rund um das Capsaicin der unterschiedlichsten Chilipflanzen (am Döner heißt es "Schaaf") werden anschaulich und wissenschaftlich erklärt und auch die männliche Geräteverliebtheit (die wir schon deshalb verteidigen, weil sie einen Teil unseres Umsatzes ausmacht) auf die Schippe genommen.
Als weitere Parallelen zu unserer Arbeit erweisen sich die Sätze über Slow Food und Cittaslow (im Buch wird Nördlingen erwähnt), denn wir haben das Slow Food Convivium Nürnberg 1997 mitbegründet und wir hatten das Glück, die erste Cittaslow Deutschlands, Hersbruck, mit-initiieren zu dürfen. Um dieses "Slow-Thema" drehten sich unsere Werkstatt-Tage 2012 und sie sind aus verantwortungsvollen Diskussionen über die Ernährung auch nicht wegzudenken. Denn es geht um die Frage, welche Tiere wir mit gutem Gewissen essen dürfen. Starkoch Vincent Klink dazu:
"Wir erleben eindeutig einen Triumph der Nahrungsmittelindustrie, die vergessen lassen will, dass Fleisch von einem lebendigen Tier stammt."
Und der Literaturchef des New Yorker sagt im Interview:
"Regional essen bedeutet zunächst schlicht: besser essen. ... Kochen ist nun mal der grundlegende Zugang zum Verständnis der Ernährung."
Tja und dann schweift der Gedanke wieder zu unseren Direktvermarktern der Herbsrucker Alb unter dem Dach von "Heimat auf´m Teller", zu unseren regionalen Anforderungen an Lebensmittel und Holz und zu den Kochshows, in denen wir seit dem Jahr 2000 genau diese Ideen den Zuhörern und Testessern schmackhaft machen wollen.
Leider habe ich im Buch nur einmal das Wort "Möbel" entdeckt, ausgerechnet in der Frage "Warum geben die Deutschen ihr Geld gern für Autos, Reisen und Möbel aus, nicht aber für Nahrungsmittel?"
Hachja, wenn man die erschreckenden Infos über die weltweite Produktion von Billigmöbeln, verbrecherische Waldausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen gesammelt und zugänglich gemacht hätte, wie der Film "We feed the World" über die Lebensmittelbranche (den Scheck empfiehlt und den wir schon kostenlos im Herbsrucker Kino zeigten), dann würde wohl auch der Wert von Möbeln aus dem Holz der Region leichter vermittelbar.
Es war ein besonderes Erlebnis der kulinarischen, sprachlichen und humorvollen Art Eva Gritzmann und Denis Scheck auf ihrem lustvoll-lehrreichen Streifzug durch die Esskultur begleiten zu dürfen. Also vertrauen sie uns, wir wissen was war tun: Lesen Sie "SIE & ER, der kleine Unterschied beim Essen und Trinken", erschienen 2011 bei Bloomsbury Berlin und kaufen Sie das Buch in Ihrer Buchhandlung, in der Sie auch in Zukunft noch das Einkaufserlebnis genießen wollen.
Bitte im Vergleich testen: Das erste Video ist von unserer Magix-Seite (http://moebelmacher.magix.net) aus eingebettet, das zweite kommt von unserem Youtubekanal. (Welches läuft besser? Bitte Antworten in den Kommentar oder per Mail, oder, oder oder ... )
Oben das Video auf moebelmacher.magix.net, unten das vom Youtubekanal
Es sollte eigentlich nur eine kleine Übung zur Einarbeitung in das neue Videoschnittprogramm Premiere CS6 werden, aber es hat dann doch etwas Zeit in Anspruch genommen und es ist nicht ganz genau das geworden, was es vorgibt. Denn die Beiträge sind mehr zufällig, als nach Wichtigkeit zusammengestellt oder anders ausgedrückt: viele wichtige Dinge sind nicht dabei, einige Nebenschauplätze schon, das hatte einfach mit den verfüg- und findbaren Videos zu tun und der Tatsache, dass es nicht länger als eine viertel Stunde dauern sollte.
Deswegen nennen wir es auch nur "Inspirationen aus dem Jahr 2012" und wünschen Ihnen genau diese beim Betrachten. Die Videos, auf deren Rohmaterial der Rückblick basiert, sind auf unserer im Aufbau begriffenen Magix-Seite (http://moebelmacher.magix.net) oder auf unserem alten Youtubekanal zu finden. Alle Newsletterviodeos finden Sie in unserem Newsroom.
Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit bei allen Kunden, Mitarbeitern und den Menschen in den Firmen und Organisationen und wünschen ein glückliches neues Jahr.
Immer wieder werden wir gefragt, ob und wie man bei uns kochen kann. Im Prinzip ja, jederzeit nach Vereinbarung, am besten in Gruppen von 6 bis 14 Leuten, allerdings sind es auf den Fotos 18, was schon so langsam die Grenzen aufzeigte.
Die Gäste stellen unsere Kunden selbst zusammen, weil wir im Laufe der Jahrzehnte die Erfahrung machten, dass die Organisation solcher Kleingruppen, mindestens genauso viel Aufwand ist, wie das Kochen selbst. Also brauchen wir irgend einen netten Menschen, der das auf sich nimmt, die Gruppe organisiert und rausfindet, ob die einfach nur so einen schönen Abend beim gemeinsamen Kochen verbringen wollen - dann können wir das selbst in die Hand nehmen - oder lieber einem Spitzenkoch auf die Finger schauen möchten, dann finden wir auch einen der zum Geschmack und zum Budget passt.
Auf den Fotos feiern unsere Gäste das abgeschlossene Seminar für Führungskräfte und statt mal wieder in einem Gasthaus zu sitzen, wollten sie selbst was tun. Sie haben alle Lebensmittel besorgt, wir kümmerten uns nur um Bio-Wein und empfahlen den Fisch einfach von der Fischzucht Rauh direkt an uns liefern zu lassen, was wie immer super geklappt hat.
Auch die Rezepte waren die eigenen, Sabine machte eine köstliche Karottensuppe, zum Salat gab es am Tepan gebratenen Ziegenkäse und den filetierten Saibling (diese Technik konnten Lernwillige abschauen) gab es gebraten vom Tepan Yaki und als Kräuterröllchen aus dem Dampfgarer, in dem wir im Vorfeld auch den Fond für die Soße herstellten.
Es war ein wunderbarer Abend mit einer schon an die Zusammenarbeit gewöhnten Gruppe, das ganze dauerte ca. von 17 Uhr bis 11:30, ein paar Saubermacher waren noch länger zugange.
Wer also Lust hat, so etwas auch mal für seine Freunde oder Kollegen zu organisieren, möge uns einfach anrufen, dann können wir Ideen austauschen und auch klären, welche Kosten entstehen.
Im Moment stehen uns dafür die Grüne Küche und die aus Thermobuche zur Verfügung, die natürlich auch gerätetechnisch gut ausgestattet sind. Gläser, Geschirr und Besteck ist natürlich vorhanden, nur gute Laune sollte man mitbringen - wobei - die entsteht beim Kochen eigentlich von selbst.
Nein, es ist nicht das Reh, von dem die Fotos aus unserem Garten stammen. Das Auslösen des Rehrückens und den ersten Einsatz der genialen Schere hat Ute gefilmt. Die Schere ist nämlich ein Geschenk von Marga Linhard (Forsthaus Schweigelberg), weil man damit den Rehrücken zerlegen kann, ohne mit dem Beilchen kleine Fleischstückchen an die Wände zu zaubern, wie das in unserem Haushalt sehr ungern gesehen wird.
Rehfond aus dem Druckdampfgarer
Eine der genialsten Eigenschaften des Druckdampfgarers ist für mich, dass ich damit während des Kochens schon einen Fond ansetzen kann. In diesem Fall (wie meist) nicht nach der reinen Lehre mit Anbraten und aufwändigen Gedöns, sondern einfach Rehrücken, Gemüse (samt Schälresten), Gewürze und Wein rein und bei 120 Grad nach 40 Minuten später wieder rausholen. Sehr unaufwändig, sehr sauber und sicher einen Versuch wert.
Bei Fisch geht es noch schneller, auf jeden Fall ist es eine geniale
Saucenbasis, die man nur noch reduziert und so montiert, wie man sie am
liebsten mag. Ich hab nur Wacholderbeeren, Pfeffer- und Senfkörner aus
dem Mörser, zwei Lorbeerblätter in den Fond und später nach dem Reduzieren Preiselbeeren in die
Sauce.
Rehrücken am Tepan Yaki anbraten
Ich brate am liebsten bei 190 Grad am Tepan Yaki an, danach das Bratenthermometer in den Rücken (kommuniziert mit dem Mielebackofen per Funk) und je nach Zeitplan bei 120 Grad in den Ofen.
Wir mögen eine Kerntemperatur von 75 Grad, aber das ist Geschmackssache.
In der Zwischenzeit ist der Fond gesiebt (oder Flotte Lotte) und zum Reduzieren auf das Kochfeld. Böhmische Knödel machen wir mit Mineralwasser, Mehl, Semmelwürfeln, einem Ei, Salz und Backpulver und geben den Teig direkt aus der Kitchen Aid in den gelochten Garbehälter, wo er bei 85 Grad in 35 Minuten fertig gart.
Etwas stillos schneide ich auch die Böhmischen Knödel mit dem Messer und nicht mit dem Faden, wie es meine Mutter lehrte, weil es einfach schneller geht.
Röststoffe vom Tepan Yaki mittels Zwiebeln nutzen
Standardfrage vor dem Kauf eines Tepan Yakis ist, wie man die edlen Röststoffe vom Anbraten von Steaks oder Rehrücken nutzen kann? Am leichtesten mit Zwiebeln, die man mit Flüssigkeit (Wein Cognac, Gemüsebrühe) ablöscht, wobei der Tepan sauber wird und die Röststoffe an die Zwiebeln abgibt, die man mit Spachtel und Palette in die Sauce packt.
Und kurz danach kann man schon sehen, was man angerichtet hat:
Ergänzung von unserem Küchenkunden Bernd Müller:
Lieber Herr Danzer,
das ist das versprochene Feedback zum Müllerschen
Weihnachts-Rehrücken nach “Methode Danzer”.
Mit der neuen Zerlegetechnik per Gartenschere geht’s wirklich
viel schneller und einfacher als bisher – genial die Idee. Leider hat unsere
Amboss-Schere schon viele Gartenjahre auf dem Buckel, so dass ich wohl eine neue
für die Küche brauche (deshalb vielen Dank für den Link). Und weil unsere Schere
schon so betagt ist, musste ich den dicken Rückenknochen dann doch mit der
großen Astschere “knacken”.
Tja – den Fond habe ich dann doch mit “ein bisschen Gedöns”
gemacht – ein goldener Mittelweg sozusagen. Meine Jäger bringen mir die Viecher
halt nur grob zerlegt und beim Putzen von so einem Rehrücken gibt’s dann halt
jede Menge Abfall für die Sauce. Und weil der Tepan für das Anbraten der
Rückenstränge ohnehin angeschürt war, habe ich dann Knochen und Abfälle dort
geröstet und in den großen Garbehälter für den Dampfgarer getan. Danach dann
auch das Röstgemüse und die Zwiebeln auf dem Tepan angebraten und mit Rotwein
sauber abgelöscht und ab damit in den Garbehälter. Rotwein, Portwein, Brühe und
Gewürze dazu, Deckel drauf und los ging’s bei 120 Grad und 45
Minuten.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Nach dem Absieben noch
ein bisschen reduzieren, mit etwas Butter montieren und Abschmecken – das war’s
und geschmeckt hat’s toll. Dank heißem Tepan ging das auch relativ schnell und
sauber. Alle Schälabfälle habe ich auch verarbeitet und ich hatte meine
Röststoffe. Die Methode fand ich auf jeden Fall besser, als der klassische
Weg mit großem Topf auf der Herdplatteund viel
Zeitaufwand. Nachteil dabei: der Koch hat weniger Zeit zum
Rotwein-Trinken.
Diesmal führten wir drei japanische Journalisten über das Gelände, durch Werkstatt, Ausstellung und regionales Musterhaus. Nana Takeda ist die Chefredakteurin der Zeitschrift http://vivaconagua.jp/, die in Berlin lebende freie Journalistin Hideko Kiwachi übersetzte und der Fotograf Jasuma Miura fotografierte - wer hätte es gedacht.
Wegen der Cittaslow waren sie nach Hersbruck gekommen und wünschten sich neben allen Infos über Lebensmittel auch einen Beitrag aus dem Non-Foodbereich, wobei man dann sehr schnell beim Holz aus der Region landet.
Wie fast immer landete jede Betriebsführung nach der Werkstatt und der Ausstellung in irgendeiner unserer Massivholzküchen bei Chips vom Tepan Yaki und Frankensecco, diesmal im regionalen Musterhaus, wo ich mir nochmal bestätigen ließ, dass - wie ich in keiner Kochshow müde werde zu erwähnen - das Wort "Tepan" aus Tetsu=Eisen und Pan=Platte zusammengesetzt ist. Und "Yaki" heißt gebraten.Und dann schweiften die Gespräche natürlich von der Entstehung der Cittaslow, zum Phänomen, dass 70 Prozent der Japaner aus genetischen Gründen Alkohol nicht verarbeiten können, bis hin zu Geschichten mit befreundeten Japanern zu Studentenzeiten.
Leider können wir diesmal, wenn die Zeitschrift erscheint, nichtmal nachlesen, was über die Cittaslow Hersbruck geschrieben wurde (ganz anders als im Landspiegel, der gerade erschien), aber vielleicht übersetzt Hideko den Text ja für uns.
Einen sehr guten Text hat Melanie Strauß von der Hersbrucker Zeitung über den Besuch in Hersbruck veröffentlicht: http://bit.ly/Qe4izZ
Samstag ganz früh haben "wir" noch die Äpfel gezupft und die ersten Kunden kamen ebenfalls so früh zum "Tag der Küche aus Massivholz", dass man in aller Ruhe noch eine schnelle Skizze der neuen Küche anfertigen konnte.
Dann ging es aber gleich los mit dem Kochen, denn wir waren auf "Rund um den Apfel vorbereitet. So gab es von ernährungsbewussten Gästen und Kindern gleichsam gelobte Apfelküchle vom Tepan Yaki und im Dampfgarer bereiteten wir aus Hefeteig in zwei Minuten Mini-Apfelknödel zu.
Bis zur Vanillesauce kamen wir irgendwie gar nicht, obwohl wir alle Zutaten im Biosupermarkt Herbsruck besorgt hatten.
Irgendwie wurde es furchtbar schnell 14 Uhr und wir führten wie angekündigt durch Holzlager und Werkstatt und zeigten die Entstehung von Massivholzmöbel auch an den Maschinen.
Gäste aus Erlangen und der Oberpfalz waren gekommen aber natürlich viel mehr aus Lauf und Hersbruck.
Wir wollten am Tag der Küche zeigen, dass unsere Massivholzküchen in Einzelanfertigung nicht nur den Geschmack der Kunden treffen, sondern auch pflegeleicht sind und vor allem professionelle Werkzeuge zum Kochen. Und natürlich haben wir dabei die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Dampfgarer und Backöfen diskutiert und alle Geräte - wie bei "normalen" Küchenterminen auch - im harten Einsatz getestet.
Wir bedanken uns bei unseren interessierten Besuchern freuen uns auf die nächsten Termine zur Besprechung aller entstandener Ideen.
Es geht aber nicht nur um kulinarische Rezepte, sondern auch die Frage, was man aus Obstbäumen für Möbel bauen kann.
Die grüne Küche
Zum Beispiel unsere grüne Ausstellungsküche ist komplett auch fränkischem Kirschbaum, ergänzt mit ziemlich grünem Leder als Füllung für die Rahmentüren und als gepolsterte Front des Mittelzentrums, was als sehr kniefreundlich empfunden wird.
iPult fürs iPad
Einen wunderschönen Birnbaum haben wir erstmal als Tisch und später als Stehpult für das iPad verarbeitet, was zwar ursprünglich für Ladenbesitzer gedacht war, aber immer öfter auch von Privatpersonen genutzt wird. Für diese haben wir auch eine zweite Ablage entwickelt, die das Pult gleichzeitig als Redner-, Steh- oder Beamerpult qualifiziert.
Betriebsführung am Tag der Küche um 14 Uhr
Gegen 14 Uhr wird es auch eine Führung für diejenigen geben, die sich nicht nur für die Küche an sich, sondern auch für deren Herstellung im "Backend" interessieren. Denn schon im Wald beginnt die Qualitätsgeschichte unserer Möbel und wir zeigen wie immer alle Arbeitsschritte bis zur fertigen Einrichtung und freuen uns über viele Fragen, denn genau an dieser Stelle kann man die Unterschiede der handwerklichen Einzelanfertigung zur industriellen Massenware haut- und rindennah erleben.
Herzliche Einladung für Samstag, den 8.9.2012 zum Tag der Küche von 10 bis 16 Uhr
Gemeinsam entscheiden wir am Samstag vormittag, was wir kochen wollen, und wer Lust hat, kann Tepan Yaki, Dampfgarer, Wok und unsere Massivholzküchen auf Herz und Nieren testen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Und wieder eine Festivaleröffnung mit Diknu Schneeberger, die letzte war in unserer Halle im Jahr 2007. Wir fruen uns auf heute Abend und die ganze Woche, zu der man hier alle Infos findet.
Durch einen zufälligen Kontakt via Facebook ist am Samstag Morgen sogar noch eine Miniradiowerbung auf vilradio.de entstanden.
Wer Fleisch isst, sollte nach unserer Überzeugung auch irgendwie damit umgehen können. Es gibt viele Gründe Vegetarier zu sein, die konventionelle Massentierhaltung ist sicher der wichtigste, es gibt aber auch einige dagegen (Im Artikel über die BIOerleben haben wir das schon mal erläutert). Für uns ist das zum Beispiel die Unterstützung der regionalen Wirtschaftskreisläufe unserer Direktvermarkter, also ein verantwortungsvoller Fleischeinkauf und Umgang damit. Unsere Freunde von Heimat aufm Teller gehen nämlich vernünftig mit ihren Tieren um und wir wollen sie dabei unterstützen, nicht zuletzt in der Hoffnung, dass immer mehr Menschen Massentierhaltung ablehnen und bei den Tierhaltern ihres Vertrauens einkaufen.
Wenn man also ein Lamm oder Reh zu Hause hat, geht es ja auch um die Verwertung der nicht so edlen Stücke aus denen man - einen Fleischwolf vorausgesetzt - Hackfleisch und Fleischpflanzerl oder eben auch Bratwürste machen kann. Und so haben sich Rainer W. und ich zusammengetan und mit Metzgers und Internets Rat (und mit der Erfahrung von der Bratwurstproduktion 2003 in Glonn mit Karl Ludwig Schweißfurt, siehe Foto) und nach einem Rezept von Stefan Rottner die ersten Bratwürste selbst zu kreieren, was ebenso gut gelang, wie es Verbesserungspotentiale zu Tage förderte.
Ca. 1,6 kg Reh und 1,2 kg Lamm (Rollbraten) zerkleinerte der Fleischwolf der Kitchen Aid, wobei wir in Zukunft nur noch die grobe Scheibe verwenden werden und statt dem zweiten Wolf-Durchgang lieber mehr Rühren würden um die Bindung zu erreichen. Zum Hackfleisch kamen nur zwei Eier, ca 20 gramm Salz pro kg, Pfeffer, Majoran, Thymian, Knoblauch und was uns sonst noch schmeckte nach Gefühl (das nicht sehr trog). Der Umgang mit dem Darm ist nicht ganz leicht, funktionierte anfänglich ganz gut (solange der Darm noch weit vorne auf der Tülle war, später (beim Lamm) wurde es etwas schwieriger, was wesentlich logischer erklärt, warum Rainers Rehwürste optisch ansprechender wurden als meine vom Lamm, als die damit widerlegte Erklärung mit dem unterschiedlichen Geschick.
Vom Zerkleinern des Rehs bis zu den fertig gegrillten Bratwürsten vergingen laut Informationen auf unseren Fotos eine Stunde und 50 Minuten, sicher mehr, als bei gekauften Bratwürsten, aber trotzdem überschaubar. Es kamen knapp 40 Bratwürste raus, leider in etwas unterschiedlichen Dimensionen, aber das hat auch Vorteile, weil sich jeder Gast seine Extrawurst raussuchen kann.
Bei Grillen ist der Kugelgrill eine Hilfe, weil der geschlossene Deckel das Brennen des tropfenden Fettes und damit das Verbrennen der Wurst verhindert, die Wurst gart komplett durch, das Wenden ist nur für den Bräunungsgrad wichtig. Im Druckdampfgarer haben wir (in 4 Minuten bei 120 Grad) nebenbei ein paar Bohnen gegart, die mit Butter und Knoblauch in der genialen Gemüseschale am Grill noch gebräunt wurden.
Die Lammbratwürste waren ob des höheren Fettanteils gar köstlich, bei der Rehbratwurst wurde auf besonderen Wunsch auf die Zugabe von Schweinefett verzichtet, was ob der zu erwartenden Trockenheit eine Soße oder viel Rotwein unverzichtbar machte, am besten haben uns einfach Preißelbeeren dazu geschmeckt.
Fettflecken am T-Shirt, Hackfleischreste am Hemd, irritierende Partnerfragen ("Wann gibts denn jetzt eigentlich was zu essen?") und natürlich ein nicht ganz geringer Küchenreinigungsaufwand (geht in den Küchen der Möbelmacher trotzdem schnell) waren uns das Experiment wert. Sicher wird man das nicht regelmäßig machen, aber besonders die Möglichkeit, die Würste mal geschmacklich auf ein ganzes Menü, wie zum Beispiel einen arabischen Abend abzustimmen, machen das ganze schon reizvoll. Die übrigen Würste wurden übrigens tags darauf von den Möbelmachern verzehrt und (notgedrungen? sicherheitshalber?) gelobt.
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Der Franke an sich, sacht ja selbst beim Anblick einer Käseplatte "Is mir worschd" (Oliver Tissot)
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Andere Artikel über den Rösle-Kugelgrill im Nachhaltigkeitsblog
12.10 Kochschau & Genießen Fairtrade mit Dr. Jürgen Körnlein, evangelischer Stadtdekan + Hubertus Förster, katholischer Stadtdekan (Couscous, Gemüse und Seehecht)
Wir gehen mal nicht davon aus, dass der Sonntag deswegen das beste Wetter bot, weil die Kirche in unserer Küche zu Gast war und die Dekane ihre Beziehungen spielen ließen. Jedenfalls waren wir ein klein wenig nervös, weil Theologen zwar Kanzeln, aber keine Showküchen gewöhnt sind und ich zwar einige Erfahrung mit den unterschiedlichsten Köchen, aber nicht mit Geistlichen habe. Aber es war ebenso angenehm, wie unterhaltsam, weil Dr. Jürgen Körnlein, evangelischer Stadtdekan und Hubertus Förster, katholischer Stadtdekan mit viel Humor und Charme eine angenehme Koch- und Weinshow zum Besten gaben, die deren Pressesprecherin Elke Pilkenroth und Pfarrerin und Referentin Silvia Jühne im Vorfeld organisiert hatten.
Hubertus war der Koch für Couscous, Gemüse und einem Fisch leider nicht aus dem See Genezareth, den er in viele homöopathische Portionen aufteilte, weil die Speisung der zwölf Gäste dies gebot. Die Unkenrufe, dass es nur Oblaten geben werde werde, wurden von ihm schmackhaft widerlegt. Jürgen hat sich in alle Details der BIOweine eingearbeitet und lieferte dazu eine beeindruckende Fachkenntnis. Durchaus schwierige Fragen, welche Kirche denn nun dem Genuss näher stünde, wurden geistreich und augenzwinkernd beantwortet und mein Satz, dass solche Kochaktionen die Kirche sympathisch machen könnten mit der Forderung nach dem Komperativ kommentiert: "Noch sympathischer." Und so war es wirklich. Der Dekan, der schon ob seines Nachnamens hervorragend in unsere grüne Küche passte, schrieb in einer netten Mail:
Übrigens: Die Kochshow hat viel Spaß gemacht.
Herzliche Grüße
Jürgen Körnlein
14.15 Kochschau & Genießen mit Rosa Wolff, vegan und preisgünstig kochen
Rosa Wolff (eigentlich Rozsika Farkas, was man ähnlich wie "Monika" aber mit dem "j" von "je t´aime" spricht ) , die Autorin des genialen Kochbuchs "Arm aber Bio" war wieder zu Gast und wir machten schon mal Werbung für ihr neues veganes Kochbuch, dass sie aber erst noch fertig schreiben muss und dann ausgerechnet im Butterbrot-Verlag herausbringt, was einer gewissen Komik nicht entbehrt. In ihrem köstlichen Tom Kha Tofu war statt Huhn eben Tofu, was mich natürlich an diesen Cartoon aus dem Caricartoonkalender von vor ein paar Jahren erinnerte.
Wir waren uns einig, dass die Alternative zum vegetarischen oder veganen Essen nur der sehr bewusste und verantwortungsvolle Einkauf von Tierprodukten sein kann.
16.30 Kochen & Genießen mit Ursula Brecht, Pfarrerin Christuskirche, Stephan Will, Diakon, Dr. Hacik Gazer, Professor Theologie und Geschichte der Ostkirchen
Die letzte Kochshow der BIOerleben 2012 war die mit den meisten Köchen: Pfarrerin Ursula mit ihrem Mann Hacik, seineszeichens Theologieprofessor und dem Diakon Stephan lieferten eine kurzweilige, informative und witzige Kochshow ab, die einfach Lust machte, in der Christuskirche in der Nürnberger Südstadt öfter mal vorbeizuschauen. Denn dort arbeitet ganz offensichtlich ein ebenso engagiertes wie sympathisches Team, das wohl auch vollzählig vor Ort war. Ich bekam den Eindruck, dass dort eine Gemeindearbeit gemacht wird, die quer durch alle Konfessionen das Zusammenleben in der Stadt besser macht. Und natürlich trägt dazu - wie immer - das Kochen bei, das Stephan mit seinem Rezept von Himmel und Erde eindrucksvoll demonstrierte und alternativ sogar eine vegetarische Alternative aus Roter Beete zur Blut- und Leberwurst anbot.
Ursulas Anmerkung bei der Vorbesprechung, dass man ihren Mann vielleicht mal unterbrechen müsste, entbehrte nicht jeder Grundlage, aber irgendwie bekam ich Lust mal wieder eine Vorlesung zu besuchen, die sicher alle Vorurteile über Theologieprofessoren hinwegwischen wird.
Die ersten paar Stunden auf der BIOerleben 2012 in Nürnberg waren etwas hektisch, weil unsere Profimoderatorin vom Bayerischen Rundfunk, Corinna Mielke, erst später kommen konnte und ich zwischen beiden Bühnen hin und hersprang. Denn zusätzlich zum Kochen mussten auf der anderen Bühne die Eröffnung mit Dr. Werner Ebert und die ersten Veranstaltungen und Gespräche moderiert werden.
Dass das überhaupt machbar war, ermöglichten Ute Danzer und Vroni Schiele, die in den Zwischenzeiten die ungewöhnlich unsauber verlassene grüne Küche auch bei Regen zum strahlenden Stern der Massivholzküchen machten, mit den potentiellen Gästen an der Testessertafel diskutierten und den Köchen beim Aufbau halfen und auch noch fotografierten.Und bei allen technischen Dingen war Fritz Hraback von der N-Ergie immer hilfreich zur Stelle, der nicht nur den genialen Truck der N-Ergie, sondern uns alle betreute, insbesondere, wenn ich wieder das Nussbaumschneidbrett nicht fand.
Marga Linhard vom Forsthaus Schweigelberg
Aber Corinna kam und danach genossen wir, dass wir zwischen den Kochshows ausreichend Zeit zum Kücheputzen hatten. Die erste Kochshow drehte sich um Slowfood und den Rehrücken und dafür hatte Marga Linhard vom Forsthaus Schweigelbergim Wiesenttal sogar ihren Jäger Hans Werner Bodem dabei. Er erklärte und zeigte sehr sympathisch, wie man mit dem Reh umgeht, da konnte man wirklich was dazulernen. Marga hatte einen Teig vorbereitet, der so locker war, dass er nicht wie normale Semmelknödel im Wasser garbar gewesen wäre, sondern entweder in Muffinformen im Backofen, oder in Folie im Dampfgarer zubereitet werden sollte, was wir beides demonstrierten und zusammen mit dem Rehrücken einen köstlichen Einstand für die Gäste an der Testessertafel boten.
Vroni Schiele von der Schlossschänke Eysölden machte den Service wieder so perfekt, dass an unseren Biergartenstühlen sogar im Regen Hotelgefühle aufkamen.
Zweisterne vom Essigbrätlein
Dann brachte Andreé Köthe vom Essigbrätlein mit den zwei Sternen Wirsing und Emmer, wie vom Veranstalter als Unterstützung zur Emmerkampagne gewünscht. Wer beobachtet hat, wie viel Arbeit in so ein winziges vegetarisches Gericht fließt und wie viele Gedanken man sich über diese zwei Zutaten machen kann, der versteht erstens, warum das Essig zwei Sterne hat und zweitens, warum auch ein Gericht fast ohne Materialwert nur über den Arbeitsaufwand viel Geld kosten kann. Der Teller sah genial aus und es schmeckte ebenso, wir alle sind gespannt auf sein angekündigtes Kochbuch über 50 Gemüsesorten, das im November erscheinen soll.
Hans Heberlein, altes Schloss Kleedorf ohne Miniköche
Die schlechte Meldung zuerst: es waren keine Miniköche dabei, weil zum gleichen Termin dummerweise ein Schulfest war. Die gute Meldung hinterher: es wird wieder eine neue Gruppe Miniköche geben, was wir schon nicht mehr zu hoffen wagten. Mit Hansi Heberlein kochten wir den zweiten feinen Rehrücken des Tages, diesmal mit Blaubeeren und Baggers mit Bohnen und erzählten die lange Geschichte der Cittaslow und der Miniköche Hersbruck.
Oliver van Essenberg mit dem Rezept von Marga Linhard
Mit Buchautor Oliver machten wir Baggers als Sandwich, die mittlere Schicht bestand aus ziemlich dickem Bergkäse, der das Unterfangen nicht gerade erleichterte. Aber es hat dann mit von der Röslereibe verusachten Pflastern dann doch noch alles geklappt, es gab sogar einen Salat dazu. Leider dachte Oliver, dass wir Bücher dabei hätten und wir dachten, dass er Bücher dabei hätte, also konnten wir das Buch Lebensart Genießen nur wärmstens empfehlen und damit hoffentlich den guten Buchhandlungen eine Freude machen.
Weinprobe mit Matthias Popp mit Brausewein
Nach einigen Weinproben auf der BIOerleben kann man den Winzer Matthias auch schon zu den Marketingprofis zählen. Mit viel Fachwissen, hat er unsere Gäste in die Feinheiten seiner Bioweine eingeführt, von denen der Frankensecco namens "Brausewein" (ein Kunstwort seines Weingutes Bausewein) ebenso schmackhaft wie originell ist. Aber auch sein Silvaner bekam ne Goldmedallie und er hat sich auch nach dem Vortrag noch geduldig mit allen Fragen der Gäste beschäftigt.
Immerhin brachten wir es am Freitag abend noch in die Nachrichten des Bayerischen Rundfunks und des ZDFs, was wohl auch auf die hohen Besucherzahlen am Samstag und Sonntag einen Einfluss hatte.
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Alle Beteiligten auf der BIOerleben können auch mit Regen umgehen ohne gleich schlechte Laune zu bekommen, das haben sie am Freitag mal wieder bewießen, zumal trotz des Wetters die Besucherzahl gar nicht sooo schlecht war.
Erstmals seit 2007 sind wir in diesem Jahr drei Tage im Kocheinsatz auf der BIOerleben 2012 in Nürnberg und wir verraten Ihnen heute schon, was wir kochen werden, zumindest, wo wir es schon wissen.
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Unser Einladungsvideo für 2012
Kochschau & Genießen am Freitag moderiert von herwig Danzer
12:45 Gespräch zu Bio Essen in Schulen und Kitas, Eva Walliczek-Stupka, Leitung Hort / Kita Grünewaldstr., Norbert Gaudich, Fa. Bio-Cater, Susanne Teichmann, Ernährungsberatung / Lebensmittelallergien
14.00 Kochschau mit Andre Köthe, Sternekoch, Essigbrätlein Nürnberg Wirsing mit Emmer
15:00 Gespräch zur Vorstellung Emmer-Kampagne mit Andreas Walz, N.N. Riedenburger Brauhaus, Hartmut Hering, Agentur Impulse
15.45 Kochschau mit Hans Heberlein, Hotel Zum Alten Schloss Kleedorf
19.15 Weinprobe mit Manfred Rothe, Bioland Weingut Rothe Nordheim
Kochschau & Genießen am Sonntag
12.10 Kochschau & Genießen Fairtrade mit Dr. Jürgen Körnlein, evangelischer Stadtdekan + Hubertus Förster, katholischer Stadtdekan
14.15 Kochschau & Genießen mit Rosa Wolff, vegan und preisgünstig kochen Tom Kha Tofu (vegan)
16.30 Kochen & Genießen mit Ursula Brecht, Pfarrerin Christuskirche, Stephan Will, Diakon, Dr. Hacik Gazer, Professer Theologie und Geschichte der Ostkirchen
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In dieser grünen Küche werden wir kochen. Es moderieren Corinna Miele vom Bayerischen Rundfunk und herwig Danzer von den Möbelmachern und wir beide freuen uns riesig auf Ihren Besuch.
Seit dem Jahr 2000 arbeiten wir mit Familie Rottner bei vielen Kochshows zusammen - außerdem sind sie Mitglied bei Slowfood - und jetzt haben die Jungen ein tolles Programm auf die Füße gestellt. Mit freundlicher Unterstützung der Eltern und (das ist besonders bemerkenswert!) des ganzen Küchenteams mit Franz Wittmann, das dem Projekt "Geschmacksverstärker" sogar seine Arbeitszeit gestiftet hat.
Lisa Rottner rührte die Werbetrommel (auch via Facebook) und Valentin (wer macht aus so einem schönen Namen eigentlich "Walle"?) kochte gar köstlich 10 wunderbare Gänge, von denen an unserem Tisch "Pilze Eigelb" zum Favoriten gewählt wurde fast gleichauf mit der "Krustentieressenz Garnele."
Dazu muss man wissen, dass Valetin gerade bei Zweisternekoch Nils Henkel (Philosophie und Kochbuch: "Pure Nature") arbeitet, was durchaus inspirierte, weshalb wir über die Gerichte gerne mehr erfahren hätten. Aber vielleicht nur wir ältere Semester und die Veranstaltung sollte ja nicht zuletzt über die Musikauswahl eher das junge Publikum "heranziehen," was nach unserem Gefühl durchaus gelungen ist.
Von 16 Uhr (Einlass) bzw. 17 (erster Gruß aus der Küche) bis 22:30 dauerte das kulinarische Feuerwerk, bei dem im Preis von nur 50 Euro auch die Getränke enthalten waren, was die Stimmung schon irgendwie beeinflusste. Die Sponsoren legten sich auf jeden Fall mächtig ins Zeug, hätte auch hier gerne mehr von ihnen erfahren (aber wir kamen auch etwas zu spät), weshalb auch überall die Links zu ihnen auftauchen sollten.
Der Wein kommt von Jungwinzer Paul Weltner, einer der besten Sylvaner Produzenten Frankens. Bier kommt vom Fass der Schanzenbräu und Wasser sowie Erfrischungsgetränke von Neumarkter Lammsbräu. Ausserdem wird Kaffee und Espresso von der Nürnberger Kaffeerösterei "Die Rösttrommel" serviert.
Den musikalischen Teil übernimmt Rainer Trueby aus Freiburg, der dem ein oder anderen durch seine Kombo Trueby Triobbekannt ist und nicht nur mit der Veranstaltung "BEATS&ÖXLE" reichhaltige Erfahrung in der Vereinigung von Musik und kulinarischen Genüssen hat.
Die Fortsetzung des Abends mit Abtanzen haben wir leider nicht miterlebt.
Wir waren schon vor Franzs Aufzählung einiger Zahlen (aus dem Gedächtnis: 170 Gäste, 350 Stunden telefonieren, 14 000 gefahrene Kilometer) ein wenig stolz dabei gewesen zu sein und wünschen uns, dass die harmonische Zusammenarbeit zweier Generationen nicht nur fortgeführt wird, sondern auch Schule macht. Denn wie kann das oft zitierte Generationenproblem besser gelöst werden, als wenn die Alten offen und die Jungen engagiert sind?
Übrigens kochen wir schon am nächsten Wochenende wieder zusammen mit Stefan Rottner und Mai Nyguen fränkisch-vietnamesisch auf der BIOerleben am Nürnberger Hauptmarkt.
Während der beiden Tage der offenen Tür bei den 14. Unterkrumbacher Werkstatt-Tagen interessierten sich einige Menschen jenseits des Fussballtaumels für unsere Neuigkeiten, wie zum Beispiel den ungewöhnlichen Massivholztisch aus Birnbaum (es wird aus diesem Stamm noch ein zweiter Tisch entstehen), unser iPult für das iPad oder auch den Jubiläumsrelaxsessel von Jori.
Aber vor allem die Präsentation der Schneidbrettfertigung von Gunther Münzenberg wurde interessiert verfolgt, hatte man hier doch das zweite Mal die Gelegenheit, die Arbeit unserer computergesteuerten CNC-Maschine ausführlich erklärt zu bekommen und sie bei der Arbeit beobachten zu können. Weil das bei einem richtigen Möbel etwas lang dauern würde, haben wir extra ein aufwändiges Schneidbrett entworfen, dass einige Arbeitsschritte der Maschine zeigt und gleichzeitig auch in der Küche wertvolle Dienste tut, weil man einen Teller oder einen Garbehälter des Dampfgarers wunderbar drunterschieben kann.
Das haben wir hier einmal im Video zusammengefasst, auf dass auch Nichtanwesende erkennen können, dass eine CNC-Maschine ein wertvolles Werkszeug ist, aber nur, wenn man - gerade bei der Einzelanfertigung - auch perfekt damit umgehen kann.
Wir danken unseren Gästen für den Besuch, die während der Werkstatt-Tage bestellten Schneidbretter werden in den nächsten Stunden fertig geölt sein.
Die ersten Unterkrumbacher Werkstatt-Tage entstanden im Jahr 1999, weil Anselm Stieber mit der Geige bewaffnet den Klang unserer Halle testete und zum Schluss kam, dass man dort ein Konzert spielen müsste. Was Susanne Pflaumer dann mit dem Collegium Musicum Hersbruck auch umsetzte. Dabei sollte das Besondere immer die Verbindung von Kunst und Handwerk sein, weswegen viel erklärt wurde, von den Komponisten bis zu den Instrumenten.
Im Frühjahr 2012 fragte der Vorsitzende der Orchestervereinigung Hersbruck, Dr. Klaus Vornberger, ob es bei uns eine Auftrittsmöglichkeit gäbe, was sich wegen des Aufwands aber nur im Rahmen der Werkstatt-Tage realisieren lässt, die damals noch nicht fest standen. Aber kurze Zeit später vereinbarten wir einen (leider nicht besonders günstig gelegenen) Termin während der Fussballeuropameisterschaft und dem Laufer Altstadtfest am 24.Juni 20012, um den herum wir dann die Werkstatt-Tage mit dem Slow Food Sommerfest und dem Werkstatt-Gespräch legten.
Die Werbetrommel rührten wir mit 60 Radiospots, 2500 Flyern, 3 Newslettern und einigen Videos im Blog, dem Newsroom und der Website, was mit 60 Besuchern deutlich jenseits der Peinlichkeitsgrenze, aber nicht beim geheim Erhofften lag. Was besonders deshalb tragisch ist, weil das Konzert - wie ich so richtig erst beim Schneiden des Videos bemerkte - wirklich ebenso gelungen ausgewählt, wie dargeboten wurde. Orchesterleiter Friedemann Pods erklärte im Sinne der Werkstatt-Tage viele Details zu den Stücken und den Komponisten, was eine - für mich - wesentlich angenehmere Atmosphäre ausstrahlte, als in einem Konzertsaal. Ich glaubte das auch bei den Solisten zu erkennen, Caren Forster an der Violine und Armin Roth an der Trompete.
Das Video wurde leider von mir, einem musikalischen Laien geschnitten, wer sich das Konzert mit allen Sprachbeiträgen in ganzer Länge anhören möchte, bekommt von uns den Link dazu, einfach eine Mail an hd@die-moebelmacher.de schicken.
In der Pause nahmen sich die Besucher die Getränke selbst aus dem Lammsbräu Kühlschrank (und warfen das Geld in eine Schüssel), in der Ausstellung gab es außerdem Sekt und köstliche Häppchen, die der Biomarkt Hersbruck sponserte (vielleicht hätte man das in die Einladung schreiben müssen?).
Erika Vogel und ihre Tochter Sophie Schuster wollten mit dem Buffet auch auf den neuen Biomarkt in Hersbruck hinweisen, den natürlich alle Hersbrucker schon kannten, aber einige Menschen von außerhalb doch wieder auf die Idee brachten, mal wieder nach Hersbruck zum Einkaufen zu fahren.
"Die Henne" von Haydn war der zweite Teil und die Zuhörer waren begeistert. Die Aufforderung nach dem langen Applaus noch länger unsere Gäste zu bleiben wurde dankenswerterweise auch angenommen, wir hatten ja noch das köstliche Buffet des Werkstatt-Gesprächs am Samstag und so fachsimpelte man noch lange um einen kleinen Stehtisch herum, obwohl es viele schöne andere Plätze gegeben hätte, aber dort stand man halt nun schon mal.
28 Musiker bringen ein ganz anderes Raumgefühl in eine Werkstatt und so hoffen wir, dass die Schwingungen auch einen positiven Einfluss auf unsere Arbeit und Ihre Möbel haben, auf dass das Konzert eine ebenso nachhallende und nachhaltige Wirkung entfache.
Vielen Dank an Dr. Klaus Vornberger, Friedemann Pods, Caren Forster, Armin Roth, Matthias Meier von www.die-theatermaler.de für die Technik, an Erika Vogel und Sophie Schuster vom Biomarkt und an Alfred Eichhorn, der den kompetenten Artikel über das Konzert in der Hersbrucker Zeitung verfasste, den wir hier zitieren dürfen:
UNTERKRUMBACH - Anlässlich der Unterkrumbacher Werkstatt-Tage musizierte die Orchestergemeinschaft Hersbruck unter der Leitung von Friedemann Pods bei den „Möbelmachern“ im Ambiente einer Schreinerwerkstatt Werke von Joseph Haydn, Franz Schubert und Niels W. Gade. Als Solisten bereicherten Caren Foster (Violine) und Dr. Armin Roth (Trompete).
Friedemann Pods moderierte die erlesene Vortragsfolge und verstand es, mit den erwartungsfrohen Zuhörern über Musik zu „plaudern“. herwig Danzer hieß die zahlreichen Besucher beim Abschlusskonzert herzlich willkommen und verwies auf die vorherigen Veranstaltungen an den zwei Tagen der offenen Tür über „Slow Food“ und „Cittá slow“. Er freute sich, dass die Halle mit Musik erfüllt werde, was sicher einen guten Einfluss auf die Möbel habe. In der Pause lud er zu Sekt und Häppchen, von Erika Vogel und ihrer Tochter aus dem Hersbrucker Biomarkt zubereitet, ein.
Eingangs erklang die „Serenade, op. 19 für Streicher“ von Niels W. Gade (1817-90), einem dänischen Komponisten und Schüler von Robert Schuhmann und Felix Mendelssohn-Bartholdy. Sein romantischer Stil ist empfindsam, nordisch verklärt und von folkloristischer Melodik. Die aus vier kleinen „funkelnden Edelsteinen“ bestehenden „Aquarelle“ musizierten die engagierten Musiker tonschön, pastellfarbig und von unbeschwerter Stimmung. Von Franz Schubert (1797-1828) hörte man „Adagia und Rondo in A-Dur für Solovioline und Streicher“. Das an melodischen Einfällen, dem Wechsel von Dur nach Moll und kühnen harmonischen Wendungen reiche Werk musizierte die versierte Geigerin Carin Foster mit edlem Ton, festem Bogenstrich und sicherem Lagenwechsel.
Herrliche Kantilenen auch in hohen Lagen in reiner Intonation, dynamisch differenziert, wechselten mit rasant gebrochenen Akkorden in den Überleitungen. Im bewegten Rondo - von den stets subtil begleitenden Streichern übernommen - sowie in den Kadenzen der Solovioline brillierte die durch ihre Technik und Gestaltung überzeugende Solistin. Ein weiterer Ohrenschmaus war das „Trompetenkonzert in Es-Dur von Joseph Haydn (1732-1809) mit Dr. Armin Roth (Trompete). Friedemann Pods erteilte all denen eine Absage, die abwertend von „Papa Haydn“ sprechen. Sein klassischer Stil vereinigte in einer Synthese die Gegensätze von Polyphonie und dem galanten Stil des Rokoko aus Italien.
In einer prächtig musizierten Orchestereinleitung stellte der Solist das prägnante, sauber intonierte Thema vor, das die Musiker übernahmen und weiterführten. In auf- und absteigenden Sequenzen, makellos geblasen, auch im Piano, sowie in den virtuosen Kadenzen, erwies sich der Solist als Meister seines Instruments. Das stets präsente Orchester begleitete feinsinnig und klangprächtig.
Nach der Pause musizierten die engagierten Musiker die „Sinfonie Nr. 83 in g-moll“ mit dem Beinamen „Das Huhn“ von Joseph Haydn, der mehrere seiner Sinfonien mit solchen Beinamen versah. Bereits im ersten Satz erklang von den Geigen und der Oboe das Krähen des Hahns und Gackern der Henne. Ein bezauberndes Andante mit schwereloser Melodie, sowie ein federndes Menuett und ein resolutes, düster gestimmtes Finale formten die Musiker mit den vorzüglich präsenten Bläsern zu einem klassischen Tongemälde. Langanhaltender Beifall für ein exzellentes Abschlusskonzert.
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Nachtrag: Gerade erreicht uns dies nette Mail vom Orchesterleiter:
Lieber Herwig,
vielen Dank für Deine Nachricht und die vorbildliche Öffentlichkeitsarbeit. Ich gehe davon aus, im Namen aller mitwirkenden Musiker zu schreiben - es hat uns großen Spaß gemacht und war mit Sicherheit das Highlight des diesjährigen Sommer-Konzertkalenders.
Zufällig haben wir vor einigen Monaten einen Vortrag des Architekten und Professors an der Uni Regensburg Andreas Emminger gehört und hatten sofort das Gefühl, dass seine Einstellung zur Aufgabe von Architektur ausgezeichnet zur Cittaslow Hersbruck passen würde. Zur gleichen Zeit bat die Studentin der Raumplanung Viola Schulze Dieckhoff in einer Mail um einen Termin, um ein Interview über die Cittaslow Hersbruck zu führen, denn die Cittaslows sind das Thema ihrer Diplomarbeit. Nachdem sie sechs Cittaslows persönlich besucht hat und mit vielen Protagonisten sprach, hat sie im Moment wohl den tiefsten Einblick in Anspruch und Wirklichkeit der Vereinigung der lebenswerten Städte, nicht zuletzt hat sie auch den Cittaslow Arbeitskreis von Brigitta Stöber in Hersbruck miterlebt.
Zwei Spezialisten für Raum- und Stadtplanung
Beide Fachleute fanden die Idee des Werkstatt-Gesprächs interessant und sagten spontan zu. Weil Bürgermeister Ilg zuliebe das Slowfood-Sommerfest auf den Freitag gelegt wurde - wo es mit dem Fussball zu kämpfen hatte - fand das Werkstattgespräch am Samstag um 19 Uhr statt, ebenfalls zur Fussballzeit. So folgten knapp 25 Menschen gebannt dem Vortrag von Prof. Emminger, den er "Cittaslow Imprint" (im Sinne von "Herkunftsangabe"?) nannte.
Er zitierte dabei zum Beispiel aus der Charta der Cittàslow-Bewegung:
„Die Entwicklung der Städte und Gemeinden stützt sich unter anderem auf die Fähigkeit, eine eigene, typische Besonderheit entwickelt zu haben und diese zu vertreten, eine eigene Identität zu wahren, die auch nach außen hin erkennbar ist und im inneren Kern gelebt wird.“
„Das Phänomen der Globalisierung bietet uns zweifelsohne großartige Möglichkeiten zum Austausch und zur Verbreitung. Sie tendiert jedoch leider dazu, die Unterschiede zu verflachen und die ganz eigenen Besonderheiten der einzelnen Realitäten zu verdecken, indem uns Durchschnittsmuster aufgesetzt werden, die niemand wirklich für sich beanspruchen kann.“
„Sie führt zwangsläufig zu Mittelmäßigkeit.“
Emminger führte vom mittelalterlichen Nürnberg über Bauhaus und Mies van der Rohe und die Idee der Gartenstadt in die fränkische Schweiz nach Mostviel bei Egloffstein, wo er mit einem Freund von uns (der auch den Vortrag organisierte, bei dem wir Emminger kennen lernten) auf einer alten Brotfabrik das Projekt "In der Heimat altern" umsetzt. Ein beeindruckendes Konzept für den angemessenen Umgang mit dem Altern, den Menschen und der Natur. Immer ging es um das Finden der eigenen Identität, die sehr eindrucksvoll auch der Architekt Michael Adler mit einem Bild erklärte, das er zitierte:
„Wenn wir die Blätter einer Eiche betrachten, ist jedes anders, aber wenn wir sie alle einander überlagern, ergibt sich die theoretische Form, die jedem zu Grunde liegt. Die Bedingungen, unter denen die Blätter wachsen, geben jedem dann seine Identität. Das ist ein altes Thema.“ Der Basler Architekt und Hochschullehrer Michael Alder, 1940-2000
Emminger schloss mit einem motivierenden Bild von zwei Jugendlichen, die die eigene Favela (brasilianisches Armenviertel) als Modell gebaut haben, was ebenfalls ein Beispiel für die Bedeutung der Herkunft darstellte.
Niemand erstickt
Schon in der Pause wurde viel zum Thema Cittaslow diskutiert und gleichzeitig den Getränken der Lammsbräu, dem Wein von Fiasco Classico und den köstlichen Buffet von Ute Danzer und Helga Münzenberg gefrönt. Die theatralisch angedrohte Grätenhäufigkeit in der Forellencreme, für die ich die Fische filetierte, wurde bei weiten unterschritten.
Fachfrau für Cittaslows
Dann begann Viola Schulze Dieckhoff mit Ihrem engagierten Vortrg über ihre Erfahrungen mit den Cittaslows, bei dem sie auch viele Beispiele der unterschiedlich strukturierten Städte nannte. Ihr Blick über den Heimat auf´m Tellerrand brachte auch für die anschließende Diskussion mit beiden Referenten viel Stoff, den Schulze Diekhoff und Emminger gemeinsam geduldig abarbeiteten. Hier bewährte sich die angenehme Atmosphäre der Werkstatt, denn die Gespräche brachten durchaus neue Gedanken zum brachliegenden Quelleareal und verdeutlichten die Notwendigkeit sich nicht nur im Workshop, sondern auch im echten Leben mit der Identität einer Stadt zu beschäftigen und die wichtigen Entscheidungen daraufhin abzuwägen. Alle Zuhöhrer sind auf jeden Fall gespannt auf Violas Diplomarbeit, denn hier werden sicher nicht nur die theoretischen Eigenschaften der Cittaslow-städte beschrieben, sondern auch deren Unzulänglichkeiten thematisiert und Lösungsansätze entwickelt.
Nachdem auch die Diskusssionen nach dem offiziellen Teil beendet waren, luden wir noch zum "Aufessen" in unsere Ausstellung, wobei uns auch Violas Partner Hendrik, unser Mann für die Technik, der Theatermaler Mattthias Meier halfen.
Es sind die Momente des gemeinsamen Ausklingen lassens, an denen man sich freut, für seine Gästen so kompetente Referenten und so sympathische Menschen eingeladen zu haben.
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Hier der einfühlsame Zeitungsbericht von Ulla Meckler der Hersbrucker Zeitung.
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Wer uns eine email schickt, kann auch den Link zum Video bekommen.
Das Architekturbüro von Prof. Emminger heißt Johannsraum
Immerhin 55 Menschen trafen sich am Freitag Abend (22.6.) und trotzten dem Fussballfieber. Eingeladen hatte das Slow Food Convivium Nürnberg zum Sommerfest anlässlich des 15-jährigen Bestehens. Zu diesem Fest waren auch die Bewohner der Cittaslow Hersbruck eingeladen.
28 Slows waren leicht in der Überzahl, aber beide Vertreter (Peter Schubert für Slow Food und Brigitta Stöber für Cittaslow) verstanden es, die eigenen Vereinigung sehr sympathisch in den Kurzvorstellungen darzustellen.
So ganz nebenbei gabs natürlich auch was Feines zu Essen und die Weine von Fiasco Classico.
Wir zeigten anhand der Massivholztische in der Werkstatt nicht nur die Heimat unter dem Teller, sondern auch die Geschichte von Slow Food und Cittaslow durch die Unterkrumbacher Brille als Prezi (der Inhalt ist in diesem Blogbeitrag nachzulesen).
am Donnerstag, 21. Juni ist der Tag des Schlafes, weshalb unsere Rückenschulleiterin Ute Danzer bis zum 7.7. zum kompletten Pro Natura Bettsystem eine Schafschurwoll-Zudecke ohne Berechnung anbietet. Dann nur noch einmal gut schlafen und dann beginnen auch schon die Unterkrumbacher Werkstatt-Tage. An beiden Tagen der offenen Tür (23. und 24.6.) stehen wir in der Ausstellung und der Werkstatt für alle Fragen rund ums Einrichten von der Massivholzküche bis zum Polstermöbel unter anderem mit einigen Sonderangeboten zur Verfügung.
Als Video haben wir diesmal einfach den Radiospot von Vilradio bebildert. Nochmal Dank an Matthias Lenardt für die schöne Zusammenarbeit.
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1. Freitag 22.6. 18:30 Slow Food trifft Cittaslow
Unsere Werkstatt ist bekannt für die angenehme und lockere Atmosphäre
Zum Sommerfest des Conviviums Nürnberg bringt Günther Scholz von Fiasco Classico schon zum dritten Mal (1999, 2003, 2012) die Weine mit und zwar diesmal:
Frascati Superiore DOC 2011 Az.Agr. Casale Marchese Glas 0,2 l. EUR 3,00 Flasche EUR 10,00
Bardolino DOC 2011 Az.Agr. Cavalchina di Giulietto Piona Glas 0,2 l. EUR 3,00 Flasche EUR 10,00
Und von der Lammsbräu haben wir BIObiere, Wasser und NOW-Getränke.
Es kocht Hans Peter Eberhard (Grüner Baum Kühnhofen) und Hans Heberlein (Altes Schloss Kleedorf, auch schon zum dritten Mal) garköstlich. Die Miniköche servieren als Hauptgericht:
Das beste vom Hersbrucker Landschwein in fränkischem Domina geschmort auf Schwarzbrotplätzchenoder für Vegetarier
Linguini mit Zucchinistreifen, Kräuterpesto und Kirschtomaten
Tag der offenen Tür in Werkstatt (10 bis 17 Uhr) und Ausstellung (ab 10 Uhr) mit Liveschreinern um 11 und 14 Uhr. Noch kann man die Schneidbretter mit Gratleisten zum Sonderpreis (50€) bestellen. Beim Werkstatt-Gespräch um 19 Uhr diskutieren wir mit Prof. Andreas Emminger und Viola Schulze-Dieckhoff über Architektur, Stadtplanung und Lebensqualität und es gibt feines zu Essen vom Biomarkt Hersbruck und die gleichen Getränke, wie am Freitag.
Hier noch der kleine Radiospot für unsere Jori Polstermöbel, ebenfalls mit Bildern hinterlegt.
Tag der offenen Tür in Werkstatt (10 bis 15 Uhr wegen Bühnenaufbau) und Ausstellung (ab 10 Uhr) mit Liveschreinern um 11 und 14 Uhr. Einlass zum Konzert (Beginn 17 Uhr) und Platzreservierung ab 16 Uhr. Orchesterleiter ist Friedemann Pods, die Solisten sind Caren Forster (Violine) und Armin Roth (Trompete). Es gibt Häppchen und Tröpfchen vom Biomarkt Hersbruck.
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Mit Ihrer Anmeldung würden Sie uns die Planung sehr erleichtern. Zum Anmeldeformular
Gunther Münzenberg erwartet Sie in der Werkstatt, Ute und herwig Danzer in der Ausstellung und Küche (foto: bayernpress.com)
die Familien Münzenberg und Danzer und das ganze Team würden sich wirklich sehr über Ihren Besuch während der Werkstatt-Tage vom 22. bis 24. Juni freuen. Die neuesten Infos haben wir hier für Sie zusammengefasst, Ihre Anmeldung (besonders für die Abendveranstaltungen) würde uns die Planung sehr erleichtern.
Statt den Newsletter zu lesen können Sie ihn auch in 3 Minuten im Video unter dem Motto “Narren hasten – Kluge warten – Weise gehen in den Garten” hören und sehen:
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Unsere Themen heute:
1. Die Einladungen zu den Werkstatt-Tagen mit neuen Hintergründen, Videos und als Radiospot
a) Liveschreinern mit Schneidbrettproduktion
b)Größte Relaxsesselausstellung, viele Sofas, Matratzen und grüne Küche
b) Freitag: Slow Food trifft Cittaslow
c) Samstag: Werkstatt-Gespräch mit Andreas Emminger und Viola Schulze Dieckhoff
d) Sonntag: Abschlusskonzert mit der Orchestergemeinschaft Hersbruck
1. Die Einladungen zu den Werkstatt-Tagen mit neuen Hintergründen, Videos und als Radiospot
Ja, nach 24 Jahren haben wir unsere ersten zwei Radiospots geschaltet, die bei Vilradio insgesamt 60 mal gesendet werden. Wir sind gespannt, wie das ankommt, anhören können Sie sich das bei uns im Blog.
a) Liveschreinern mit Schneidbrettproduktion
Jeweils um 11 und um 14 Uhr zeigt Gunther Münzenberg die Fertigung Ihrer Schneidbretter vom Brett über die CNC-Maschine bis zum Aufbau der Öloberfläche. Dazwischen beantwortet er gerne alle Fragen zur Herstellung von Möbeln aus dem Holz der Frankenalb. Im Vorfeld können Sie diese Bretter noch zum Sonderpreis von 50 Euro bestellen. Alle Werkstatt-Tage-Sonderangebote.
b)Größte Relaxsesselausstellung, viele Sofas, Matratzen und grüne Küche
Die wohl vielfältigste Ausstellung von Jori-Relaxsesseln stellt sieben ganz unterschiedliche Modelle zur Wahl, die Sie kombiniert mit Sofas mit perfektem Sitzkomfort aber auch solchen zum Lümmeln auf Herz und Nieren ausprobieren können. Einige Sessel sind im Sonderangebot, die Sofas aus unserer Ausstellung sind ebenfalls günstig und jedes Pro Naturabettsystems mit Unterbett ergänzen wir mit einer Gratis-Bettdecke.
c) Samstag: Werkstatt-Gespräch mit Prof. Andreas Emminger und Viola Schulze Dieckhoff
Wir haben vor einigen Monaten einen Vortrag von Prof. Emminger hören dürfen und waren von seinen Gedanken zur Verbindung von Architektur, Stadtentwicklung und Lebensqualität begeistert und an diesem Abend wird das Thema noch durch Viola Schulze Dieckhoff, Diplomandin im Fach Raumplanung ergänzt, die alle deutschen Cittaslows besucht und erforscht hat. In lockerer Atmosphäre planen wir auch einen Meinungsaustausch mit dem Publikum und natürlich gibts auch ne Kleinigkeit zu Essen, soviel cittaslow muss sein …
d) Sonntag: Abschlusskonzert mit der Orchestergemeinschaft Hersbruck
Unter der Leitung von Friedemann Pods spielen die Musiker der OGH mit dem Solisten Dr. Armin Roth das Trompetenkonzert in Es Dur von Josef Haydn und die Sinfonie Nr. 83 (Die Henne). Desweiteren kommen zusammen mit der Violinsolistin Caren Foster das Rondo in A-Dur für Violine und Streicher von Franz Schubert und die Serenade Opus 19 für Streicher von Niels Wilhelm Gade zur Aufführung.
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2. Pavillion im Radio
Peter Sturm, Wolf Gaudlitz, Ute Danzer, Carmen Gaudlitz
Da hat uns der Flechtmeister und Workshopleiter Peter Sturm anno 1. April 2001 aber einen interessanten Menschen mitgebracht: Für die Sendung Weitwinkel (30.6. 7:30 Bayern 2) besuchte uns – bzw. eher unseren Pavillion - Wolf Gaudlitz, Schauspieler, Regisseur, Pantomime und eben auch Journalist. Das waren ein paar sehr interessante Stunden, sind gespannt, was Wolf daraus macht. Alle Fotos haben wir in ein Album auf Facebook gepackt, wo wir uns über ein “gefällt mir” sehr freuen würden.
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3. Winziger Fussballbeitrag
“Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Klappe halten.” So blieb mangels Kompetenz unser Nachhaltigkleitsblog ebenso fussballfrei, wie unsere Schreinerei spanplattenfrei ist, allerdings mit winzigen Ausnahmen, weil man ja durchaus bereit ist “seinen” Beitrag zur EM zu leisten. Immerhin können wir die Räume fussballkonform einrichten, wie die Fotomontage belegt, im Nachhaltigkeitsblog sind dazu noch mehr Links.
Unsere ebenso angehende wie angenehme Schreinerin Christiane Suttner arbeitet im Moment schon am Gesellenstück und sucht ab 15. Juli eine Wohnung (bis 350 € warm) in dörflicher Lage im Hersbrucker Umland. Wer eine angenehme Bleibe wüsste, möge sich per Telefon 09151 862 999 oder email info@die-moebelmacher.de bei uns melden. Als Vermittlungsprovision winkt ein Brotzeitbrettchen, auf Wunsch natürlich handsigniert …
+++ Grillzubehör jetzt vollständig
Jetzt ist (bis auf eine Kleinigkeit) das komplette Röslesortiment bei uns auf Lager. Der kleine Grill für 279.-, der große 359.-, Grillanzündkamin, Anhängetischchen, Marinierspritze und jede Menge Grillerfahrung liegen zur Abholung oder zum Nachlesen bereit.
+++ Ipad statt Fotomappen?
Wir sind gerade unschlüssig, ob wir unsere wunderschönen Fotomappen aus Leder durch Ipads ergänzen oder gar ersetzen sollen. Was halten Sie davon? Einige Vorteile in der Navigation auf der einen Seite, ein Verlust an analoger Kultur auf der anderen?
Termin vormerken: Von Freitag 20. Juli bis Sonntag, 22. Juli 2012 auf dem Hauptmarkt im Herzen der Nürnberger Altstadt: BIOerleben 2012
+++ Siebenbürgers Filmgruppe Hersbruck feiert im Kick Jubiläumsfest
Am Samstag, den 16.6. kann man ab 19:30 bei freiem Eintritt 35 Jahre Filmgeschichte des Paul-Pfinzing Gymnasiums Revue passieren lassen. Ein cineastischer Leckerbissen.
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Die Unterkrumbacher Werkstatt-Tage sind vom 22. bis 24. Juni, hier finden Sie alle Infos dazu und hier könnten Sie sich anmelden. Muss nicht sein, wäre nur schön. Wir freuen uns immer auf Ihren Besuch und wünschen bis dahin noch zwei schöne Wochen.
Dana Klier vom gleichnamigen Musikhaus (mit vielen schönen Einrichtungselementen) hat dereinst von der Wirkung der Radiospots bei Vilradio geschwärmt und jetzt wollen wir das auch mal ausprobieren.
Und weil die Zusammenarbeit mit dem Inhaber Matthias Lenardt so entspannt und unkompliziert war, haben wir auch gleich noch einen eigenen Spot für unsere Jori Polstermöbel gemacht:
Ab heute 9:12 werden die Spots 3 mal täglich gesendet und wir können nur abwarten, was passiert. Wir sind aber sehr optimistisch, dass sich die Kosten dieser für uns neuen Art der Werbung - schlimmstenfalls irgendwannmal - auszahlen. Wir werden weiter berichten, alle Links zu den Werkstatt-Tagen sind hier zusammengefasst, bitte rechtzeitig für "Slow Food trifft Cittaslow" aber auch die anderen Veranstaltungen anmelden!
Die 14. Unterkrumbacher Werkstatt-Tage starten am Freitag, den 22.6. mit dem Slow Food Sommerfest, einer Traditionsveranstaltung, die in diesem Jahr unter dem Motto steht:
Slow Food trifft Cittaslow
Die Geschichte der beiden Vereinigung durch die Unterkrumbacher Brille habe ich im Blog im Beitrag "Wie aus Slow Food die Cittaslows entstanden" schon beschreiben, jetzt will ich unsere etwas detailliertere Abendplanung durchgeben, die im Video erst grob umrissen wurde.
Abholung der Nürnberger am Hersbrucker Bahnhof ist möglich
Für die Nürnberger können wir bei Bedarf eine Abholung organisieren, es würde die Reisenden des Zuges nach Unterkrumbach mitnehmen, die um 17:53 in Nürnberg abgefahren sind und um 18:10 am Hersbrucker Bahnhof ankommen werden.
Sektempfang und Begrüßung auf unserer Terrasse
Es kochen zwei Heimat auf´m Teller Köche, Hans Heberlein vom Alten Schloß in Kleedorf und Hans-Peter Eberhard vom Grünen Baum Kühnhofen ganz ausgezeichnet und werden assistiert von den Herbsrucker Miniköchen. Zwischen den Gängen wird nicht nur erklärt, welche Zutaten von wo sind und was Heimat aufm Teller so treibt, sondern die beiden Gruppierungen Slow Food und Cittaslow stellen sich gegenseitig vor.
Das Programm von Slow Food trifft Citta Slow
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18:30 (bitte pünktlich)
Sektempfang (auf Einladung der Gastgeber) auf der Terrasse mit einem
Gruß aus der Küche (Neue Kartoffeln mit Quark)
Begrüßung durch
Möbelmacher herwig Danzer
Bürgermeister Robert Ilg
Conviviumsleiter Claus Fesel
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Vorspeise in der Werkstatt
Wissenswertes zum Wein von Günther Scholz, Fiasco Classico Wissenswertes zum Essen von Heimat aufm Teller Vorstand Peter Eberhard
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Bunte Kräutersalate
Bachsaiblingsnockerl
Fränkischer Bruschetta
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Hauptgericht in der Werkstatt
Einführung in die Philosophie von Slow Food durch Peter Schubert
(stellvertretender Conviviumsleiter)
Einführung in die Philosophie der Cittaslow durch Brigitta Stöber
(zweite Bürgermeisterin Hersbruck)
Wissenwertes über das Essen von Hans Heberlein, altes Schloss Kleedorf
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Das beste vom Hersbrucker Landschwein
in fränkischem Domina geschmort
auf Schwarzbrotplätzchen
oder für Vegetarier
Linguini mit Zucchinistreifen
Kräuterpesto und Kirschtomaten
(Vegetarische Essen bitte auf Anmeldung vermerken)
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Nachspeise
"Slow Food und Cittaslow durch die Unterkrumbacher Brille" 1997 bis heute in Bildern als PREZI von herwig Danzer
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Creme Bruleé im Glas
Apfel-Holunderstrudel
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Produkte:
Fisch von der Erlengrundfischerei Rau
Salate von der Familien Ziegler und Zucker
Schwein von Familie Stiegler aus Steinensittenbach
Linguini aus Kohlschlag von der Familie Glashauser
Das Menü kostet 37 Euro ohne Getränke, wir bitten um verbindliche Anmeldung über die Slow Food Seite. Und bitte ausnahmsweise zusätzlich auch über unser Anmeldeformular.
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So ganz nebenbei kann man sich natürlich auch in der Ausstellung den Jubiläumssessel von Jori anschauen, die neuen Sofas in unserer Ausstellung, neue Esstische und die grüne Küche. Alle Sonderangebote, wie zum Beispiel das Edel-Schneidbrett sind hier zusammengefasst.
Und das gute Buch "Lebensart genießen" von Oliver van Essenberg kaufen, der es für Sie sogar signiert.
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Das ganze Programm der Unterkrumbacher Werkstatt-Tage mit Werkstatt-Gespräch und Abschlusskonzert finden Sie wie immer unter www.die-moebelmacher.de/uwt.
Diese Frage könnte den ein oder anderen Leser wundern, vor allem, wenn er in der Hersbrucker Zeitung las, dass ich angeblich "slow" mit "langsam" übersetzt hätte, was ich erstens nie tun würde und was auch im Original von Wolfgang Plattmeier nur ein Zitat sein sollte, aber das macht ja nix, jeder Bericht ist wichtig und das Thema ist nun mal nicht leicht.
Trotzdem müssen wir diesem Imageproblem ins Auge sehen, also versuche ich hier und jetzt, die Entstehung von Slow Food in Italien und in Nürnberg und die Entwicklung der Slow Cities in Italien und Hersbruck aus unserer Sicht Revue passieren zu lassen, wobei ich mich über jeden ergänzenden, korrigierenden oder widersprechenden Kommentar freue.
So fings 1986 an mit Slow Food Italien und Nürnberg
Man kann es überall nachlesen, 1986 gab es auf der spanischen Treppe in Rom ein Spaghetti-Protestessen gegen das erste Mc Donald´s, woraus 1989 die Slow Food Bewegung entstand. Im Jahr 1997 (als wir nach 9 Jahren in Hersbruck in Unterkrumbach bauten) hatten sie schon 60 000 Mitglieder in 35 Ländern, heute rund 100 000 in 150 Ländern.
Der Tag der Region 1998 in unserer Werkstatt
In diesem Jahr gründete in unserem Beisein meine Schulfreundin und Deutsch-Italienerin Manuela Sillius das Slow Food Convivium Nürnberg, welches sich am ersten Tag der Regionen in Unterkrumbach 1998 dank hoher Mitgliederzahlen bereits als "Hochburg im Genuß" darstellen konnte. Jetzt klingt der Begriff "Convivium" schon um einiges schicker als "Ortsgruppe" und obwohl damals Slow Food international noch die "Wahrung des Rechts auf Genuß" einforderte, gingen wir Nürnberger nicht zuletzt durch den frühen Kontakt zum Naturschutzzentrum Wengleinpark mit mehr Lehr-, denn reinen Genußveranstaltungen schon eher in die heutige philosophische Richtung, die sich mit den Schlagwörtern "gut-sauber-fair" sehr kurz und aussagekräftig beschreiben lässt.
Das Convivium schlief ein, als Manuela nach Italien ging, erst 2003 erweckte es Rudi Müller wieder zu neuem Leben und führte es einige Jahre sehr erfolgreich, bis seine Krankheit ihn zur Abgabe der Conviviumsleitung zwang, die Gerhard Tremel dankenswerterweise übernahm und dem Convivium einen Mitgliederzuwachs bescherte. Rudi Müller ist leider wenig später verstorben.
Rudi Müller rechts, Daniel Grabbe links auf der grünen Lust in Anwanden
Am 3. September 2011 übernahm Claus Fesel die Leitung des Conviviums, mit dem wir jetzt gemeinsam das schon im Jahr 1999 und 2003 abgehaltene Sommerfest wieder auferstehen lassen, diesmal zusammen mit der Cittaslow Hersbruck.
Die Entstehung der Slow Cities in Italien
Es waren fünf italienische Bürgermeister, die 1999 von der Slow Food Idee begeistert waren, dieselbe aber auf die ganze Stadt in all ihren Facetten übertragen wollten. Als intellektuelle Basis diente dazu die lokale Agenda 21 der Vereinten Nationen, was mir persönlich sehr wichtig ist. Die Vereinigung der lebenswerten Städte ist eben nicht einfach eine Weiterentwicklung der Slow Food Idee. Sie ist eine Verpflichtung zur nachhaltigen Entwicklung, wie sie die Brundtlandkommission 1987 formuliert hat. Die Grundidee dazu lieferte bekanntlich vor genau 299 Jahren die Forstwirtschaft und sie hat sich zum Leitfaden für viele verantwortungsvoll agierende Kommunen und Betriebe entwickelt, in denen unzählige Agendagruppen und Projekte entstanden.
So wurde Hersbruck zur Cittaslow
Seinerzeit, genau am 25.Mai 2000 feierte Dr. Jörg Hahn von Original Regional seine hundertste Talkshow "Starke Köpfe" (nicht Töpfe!) und lud dazu alle ehemaligen Gäste ein, unter denen sich auch Manu Sillius und ich befanden. Seine an unserem Stehtisch beim Smalltalk eingeworfene Frage, welche Stadt sich als erste Slow City außerhalb Italiens eignen würde (so war damals die offizielle Bezeichnung der heutigen Cittaslows) brachte ich sofort Hersbruck ins Gespräch, weil durch die Vorarbeit von Rainer Wölfel vom Naturschutzzentrum Wengleinpark in Sachen Regionalentwicklung schon viel erreicht war und sich auch der erste Tag der Regionen 1988 in Unterkrumbach zum Meilenstein der Regionalbewegung entwickelte.
rechts nach links: Wolfgang Plattmeier, Manuela Sillius, herwig, Rainer Wöfel, Johannes Michel in der Fuchsau
Also weihten wir Rainer Wölfel und Hersbrucks Bürgermeister Wolfgang Plattmeier in die Idee ein, und "Platti", wie er liebevoll genannt wurde, war raffiniert genug, die Bewerbung erstmal geschehen zu lassen, ohne sie mit allen Bewohnern persönlich zu diskutieren. Denn einerseits zweifelte er, ob sie überhaupt Erfolg haben würde und andererseits befürchtete er, dass eine Erklärung von "Langsamkeit" und "Entschleunigung" uns Anfänger wohl überfordert und die Idee gefährdet hätte. Gottseidank war und ist er aber selbst ein Genussmensch und so konnten wir zusammen mit dem damaligen Regionalmanager Johannes Michel eine sogar uns selbst beeindruckende Bewerbung losschicken. Denn was wir am Anfang noch für eine lustige Idee hielten, entpuppte sich beim Sammeln aller Zeitungsartikel, Plakate und Belege zu einer schlüssigen Dokumentation des bereits geleisteten aber auch über das noch Erreichbare. In unseren Augen erfüllte Hersbruck alle Kriterien und bei manchen Themen (wie zum Beispiel Abfall), war sie den Italieners sogar meilenweit voraus.
Also besuchten jene Bürgermeister uns dank der Hartnäckigkeit und des Charmes von Manuela am 18. Mai 2001 bei der Gewerbeschau auf dem Plärrer in Hersbruck und kochten gemeinsam in unserer Küche (die immernoch im regionalen Musterhaus im Einsatz ist) und zogen abends in den grünen Baum Kühnhofen, wo Hersbruck die Auszeichnung zuteil wurde. Die Bürgermeister verstanden sich untereinander so gut, dass Wolfgang Plattmeier daraufhin für viele Jahre die Cittaslowgeschicke Deutschlands leitete.
Warum gab es keine Bürgerbeteiligung beim Beitritt zur internationalen Vereinigung der lebenswerten Städte?
Es taucht heute immer wieder die durchaus berechtigte Frage auf, warum Hersbruck ohne Bürgerbeteiligung zur Cittaslow geworden ist. Das erklärt sich einerseits von selbst aus der gerade beschriebenen seltsamen Entstehungsgeschichte (und weil sich Vorschläge zur Bürgerbeteiligung im Jahr 2001 noch nicht durchsetzen konnten), andererseits hat der Stadtrat der Annahme der Auszeichnung (und Verpflichtung!) dann doch weitsichtig zugestimmt. Heute würde man solche Prozesse sicher anders organisieren, aber seit dem 10 jährigen Jubiläum im Jahr 2011 steht es jedem Menschen frei, sich an der Entwicklung der Cittaslow im Rahmen der Workshops der zweiten Bürgermeisterin Brigitta Stöber zu beteiligen. Und weil wir grade bei Kritikpunkten sind: Wer glaubt, dass die erste nichtitalienische Slow City auch nur den Funken einer Chance gehabt hätte, den Namen von genau der Vereinigung zu ändern, in die sie grade aufgenommen wurde, der ...... irrt. Das "slow" gehört zur Idee einfach dazu, nicht zuletzt weil laut Satzung immer ein Vertreter von Slow Food im höchsten Organ sitzen wird. Da können alle Hersbrucker gleichzeitig den Michelsberg fürs Guinnesbuch im Purzelbaum runterrollen, das wird die internationale Vereinigung der lebenswerten Städte (mit Recht) nicht umstimmen - zumal ja erstmal ein vernünftiger Alternativvorschlag gemacht werden müsste. Die wichtigere Aufgabe besteht vielmehr darin, die "Slow-Skeptiker"dafür zu gewinnen, dass Slow eben AUCH Lebensqualität heißt, weshalb die Werkstatt-Tage 2012 just diesem Motto frönen.
Wie geht es weiter bei...
... Slow Food
Slow Food hatte bisher eine eher hierarchische Struktur, seit dem Führungswechsel 2011 leiten Claus Fesel und Peter Schubert eine ziemlich coole Gang, die via Web 2.0 vernetzt ist und bei der sich jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten einbringen kann. Kennenlernen kann man sie nicht nur am 22. Juni in Unterkrumbach und bei allen anderen Veranstaltungen, die auf der Website angekündigt werden, sondern auch im Slow Food Nürnberg Blog, in dem von allen Veranstaltungen und Vorhaben berichtet wird und das beweist, dass Slow Food im 340 Mitglieder zählenden Convivium Nürnberg keine elitäre SchickiMicki-Truppe ist, sondern ein Zusammenschluss von wissbegierigen und verantwortungsbewussten Menschen jeden Alters. In ganz Deutschland sind es übrigens 11 000 Mitglieder in 79 Convivien.
... Cittaslow
Für die Cittaslow Hersbruck nahm sich der neue Bürgermeister Robert Ilg den 10. Geburtstag 2011 zum Anlass, die Ideen weiter in die Bevölkerung zu tragen, was zunächst beim Kochen auf der Gewerbeschau und durch eine Ergänzung des Bürgerfestes um Interviews zur Cittaslow geschah, seither aber von regelmäßigen Arbeitskreisen verwirklicht wird, die die 2 Bürgermeisterin Brigitta Stöber moderiert. Parallel dazu haben zwei Bürgerreisen nach Italien das Slow-Bewußtsein gestärkt. Nachlesen kann man das sowohl im Nachhaltigkeitsblog unter der Kategorie Slowfood und Cittaslow, als auch in einem eigens angelegten Wiki, das aber noch ein paar kompetente Mitstreiter brauchen könnte.
Fazit
Beide Vereinigungen sind der Nachhaltigkeit verpflichtet, Cittalsow über die Agenda 21 und Slow Food über das "gut-sauber-fair" Prinzip. Beide Vereinigungen sind auf die Mitarbeit alle Mitglieder oder Mitbewohner angewiesen und beide Vereinigungen müssen deshalb nach innen und nach außen Überzeugungsarbeit leisten. Was liegt also näher, als auf Organisations- und auf Veranstaltungsebene die Gemeinsamkeiten zu pflegen und wo es Sinn macht auch zusammenzuarbeiten. Wir würden uns freuen, wenn die Unterkrumbacher Werkstatt-Tage dazu einen Beitrag leisten könnten.
Im Mai 2001 wurde Hersbruck als erste deutsche Stadt Mitglied in der "Vereinigung Lebenswerter Städte". Seither darf sich Hersbruck "Slow City" oder "Citta Slow" nennen. Das Prinzip Slow City erstreckt sich nicht nur auf bewusste und nachhaltige Esskultur, sondern auch auf ein lebensfreundliches, regionaltypisches Lebensumfeld. Das beinhaltet den öffentlichen Nahverkehr ebenso wie den Umgang mit Energie und die Pflege der regionalen Kulturszene. Christina Claus hat fürs Notizbuch die erste "Citta Slow" Deutschlands, um "Nah dran" zu erfahren, was sich in Hersbruck seit 2001 verändert hat. Dieser kostenlose Download ist eine Audio-Datei aus der Serie des Podcast-Angebotes Notizbuch - Nah dran - Bayern 2.
Pusteblumen auf unserer Streuobstwiese, das Video dazu finden Sie weiter unten
das ist die herzliche Einladung an Sie und Ihre Freunde zu den 14. Unterkrumbacher Werkstatt-Tagen vom 22. bis 24. Juni. Zwei Tage der (bei uns eigentlich immer) offenen Tür in Werkstatt und Ausstellung zeigen wir Live-Schreinern und die neuesten Entwicklungen beim gesunden Schlafen, Kochen und Wohnen. Eingerahmt zwischen Freitag und Sonntagabend von einem spannenden Begleitprogramm:
Freitags trifft Slow Food auf Cittaslow, beim Werkstatt-Gespräch am Samstag mit Prof. Andreas Emminger und Viola Schulze-Dieckhoff geht es um Architektur, Stadtplanung und Lebensqualität und beim Abschlusskonzert am Sonntag gibt die Orchestergemeinschaft Hersbruck Haydn, Schubert und Ghade. Mit einer frühzeitigen Anmeldung würden Sie unsere Planung sehr erleichtern.
Als Kontrast zum Küchenarbeitsplattengewaltvideo im letzten Newsletter sehen Sie diesmal eine schöne Frau entlang der Kitschkante durch Pusteblumen laufen, unser Spezialschneidbrett (nicht nur) für Dampfgarerbesitzer kann im Moment noch zum Supersonderpreis bestellt werden, genauso wie ein Miniweinkühlschrank von Liebherr und viele andere Dinge aus unserer Ausstellung. Hätten Sie vielleicht Interesse an Möbeln aus alten Kirchenbänken oder haben Sie zufällig eine Wohnung für unsere Schreinerin frei?
Statt den Newsletter zu lesen können Sie ihn auch in 3 Minuten im Video hören und zusehen:
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Unsere Themen heute:
1. Werkstatt-Tage mit Slow Food, Werkstattgespräch zur Lebensqualität und Abschlusskonzert
2. Rundbänke fürs Gymnasium und unser Stehpult als iPult für Tablettcomputer
4. Greenpeace und Bund Naturschutz gegen Forstbetriebsgemeinschaft und Staatsforsten?
5. Pusteblumen auf Streuobstwiese, Sofa Tigra und Birnbaumtisch in unserer Ausstellung
6. Kurznachrichten: +++ Schreinerin sucht Wohnung +++ Tatort Franken 3 +++ Sonderangebot Weinkühlschrank von Liebherr und Kaffeeautomaten von Miele +++Betriebsverführungen mit Schreinern, russischer Unternehmerin und geistig behinderten Menschen+++profane Möbel aus dem klerikalen Holz einer Kirche?+++Pinterest-Board zum Thema Füße-Beine-Schuhe+++
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1. Werkstatt-Tage mit Slow Food, Werkstattgespräch zur Lebensqualität und Abschlusskonzert
Gunther Münzenberg zeigt auch, wie eine CNC-Maschine arbeitet
Zwei Tage der offenen Tür Am Samstag und Sonntag (23. und 24. Juni) zeigt Gunther Münzenberg anhand von aufwändigen Schneidbrettern (ideal für Besitzer eines Dampfgarers) beispielhaft, wie bei uns Möbel aus heimischem Holz hergestellt werden.
Die Spezial-Schneidbretter für das Live-Schreinern kosten nur 50 Euro für Schnellbesteller
Wer diese edlen Teile schon im Vorfeld bestellt, bekommt sie für 50 Euro (statt 150.-). Gleichzeitig geht es in unserer Ausstellung um gesundes Schlafen, Kochen und Wohnen, wobei es auch hier eine Reihe von Sonderangeboten gibt, die Sie auf der Sonderseite nachlesen können.
Wir machen es uns in der Werkstatt gemütlich, genießen das Heimat aufm Teller Menü und philosophieren über SlowFood und Cittaslow
Das Rahmenprogramm Das Rahmenprogramm beginnt am Freitag, 22.Juni mit demSlow food-Cittaslow-Sommerfest, bei dem es Feines von Heimat aufm Teller und den Miniköchen (plus Hans Peter Eberhard und Hans Heberlein) gibt und nebenbei die Philosophie beider Vereinigungen erklärt wird. Bitte rechtzeitig anmelden, am Besten auch auf der Slow Food Seite, wo man auch gleich den Menüpreis (37.- €) entrichten kann.
Prof. Andreas Emminger hält den Einstiegsvortrag für das Werkstatt-Gespräch über Architektur, Stadtplanung und Lebensqualität
Das krönende Abschlusskonzert bietet die Orchestergemeinschaft Hersbruck am Sonntag um 17 Uhr. Unter der Leitung von Friedemann Pods und dank der Organisation von Dr. Klaus Vornberger spielen die Musiker mit dem Solisten Armin Rothe das Trompetenkonzert von Haydn, die Sinfonie Nr. 83 von Haydn, das Violinkonzert von Schubert und die Serenade von Ghade.
Mit einer Anmeldung würden Sie uns einen großen Gefallen tun, denn von der Bestuhlung bis zu den Getränken sind viele Dinge von der Besucherzahl abhängig.
2. Rundbänke fürs Gymnasium und unser Stehpult als iPult für Tablettcomputer
Normalerweise bieten die zwei Rundbänke den Schülern in der Pause eine angenehme Sitzmöglichkeit, aber man kann sie auch zu ganz neuen Figuren verbinden
Die Rundbänke lassen sich ganz einfach zu raffinierten Formen verbinden
Es war ein langer Entstehungsprozess, aber jetzt haben wir gemeinsam eine Lösung erarbeitet, die allen Anforderungen des Paul Pfinzing Gymnasiums gerecht wird. Dank für die fruchtbare Zusammenarbeit an Wolfgang Pöhner, Ulf Geer und vor allem an den Förderverein. Die Entstehungsgeschichte der Möbel ist samt vieler Zeichnungen im Nachhaltigkeitsblog dokumentiert.
Weil Marmot auf Kataloge verzichtet, bekommen die digitalen Alternativen einen neuen Träger
Dort stellen wir auch den Prototyp, des speziell für das iPad entwickelten Stehpultes vor, welches deshalb eigentlich iPult heißen müsste, wenn die Firma mit dem angebissenen Apfel nicht alles abmahnen würde, was mindestens ein “Ei” trägt. Dieses Möbel bietet auf Wunsch sogar die integrierte unsichtbare Verkabelung (des W-lans, hihi) und es ist natürlich diebstahlsicher ausgerüstet (wird rund 500 Euro kosten).
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3. Was das Pflegen von Öloberflächen mit Eishockey zu tun hat
Lackiertes Massivholz ist wie ein
Mannequin in Eishockeyausrüstung -
Verschwendete Schönheit.
Horst Hager ist unser Mann für perfekte geölte Oberflächen auf massivem Holz
Sicher wird Deutschland nicht darüber diskutieren, ob das ein grasses Gedicht oder nur platte Werbung für die Oberflächenphilosophie in Unterkrumbach sei, aber wir haben zwischen Tür und Angel mit Fotos und Zahlen – wie wir meinen – glaubwürdig belegt, warum Naturharzöl nicht nur die ökologischste, sondern auch die funktionalste Art der Oberflächenbehandlung von Massivholz ist. Und nebenbei auch noch erklärt, wie es zum Ausdruck “Fehler ausbügeln” kam. Sollten Ihre Oberflächen, ähem, also die Ihrer Möbel, mal eine Überarbeitung nötig haben, wird sich genau jener Horst Hager drum kümmern, der auch unsere 15 Jahre alten Türen wieder auf neu getrimmt hat. Die Details sind hier nachzulesen: Warum nur unsere geölten Oberflächen ein Leben lang Freude machen.
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4. Greenpeace und Bund Naturschutz gegen Forstbetriebsgemeinschaft und Staatsforsten?
Im letzten Newsletter haben wir schon erwähnt, dass wir gerade als Fördermitglieder die aktuelle Kampagne von Greenpeace zu den alten Buchen im Spessart als nicht besonders hilfreich empfinden, weil das Ernten alter Bäume pauschal als Akt gegen die Natur dargestellt wird.
Im Jahr 2002 haben wir in Unterkrumbach zusammen mit dem Bund Naturschutz, dem Naturschutzzentrum Wengleinpark und Forstleuten das Brett einer alten rotkernigen Buche in eine Journalistenkamera gehalten, was damals alle zusammen als Symbol der vorbildlichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe bezeichneten. Hat Greenpeace daran was geändert?
Obwohl wir genau zu diesem Thema zusammen mit dem Bund Naturschutz schon vor 10 Jahren erklärten, warum die sinnvollste Nutzung wertvollen Holzes die Veredelung in langlebige Möbel ist, wird hier ein Horrorszenario aufgebaut, dass unsichere Menschen zum Kauf von Plastikmöbeln motivieren könnte, obwohl sie damit das Gegenteil von Naturschutz unterstützen würden. Ein kleiner Entwurf eines Blogbeitrags hat schon beim Verschicken an Insider im Vorfeld so viele Reaktionen ausgelöst, dass wir diese noch gar nicht einarbeiten konnten. Deshalb hier nur zum Einstieg die Reaktion von Dipl.-Forstw. (Univ.) Michael Müller, Geschäftsführer unserer Forstbetriebsgemeinschaft im Nürnberger Land. Auch er ist im Prinzip beeindruckt von der greenpeaceschen Propagandaleistung, aber abgeschreckt von vielen fachlichen und vor allem moralischen Mängeln. Aber lesen Sie selbst, im Moment diskutieren wir auch mit dem Fernsehen, auf welchem Weg wir der ebenso oberflächlichen wie spendenheischenden Kampagne objektive Informationen entgegensetzen könnten. Nicht, dass auch Greenpeace einige Argumente hätte, aber diese Art der Kommunikation ist weder für die Natur, noch für die Menschen, die mit Holz zu tun haben (wollen) hilfreich. Einen kurzen objektiven Beitrag zur verfehlten Kampagne kann man auch bei Quer ansehen.
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5. Pusteblumen auf Streuobstwiese, Sofa Tigra und Birnbaumtisch in unserer Ausstellung
Jessica wartete im Auto auf ihren Mann, der als Mitarbeiter unseres IT-Dienstleisters innecom bei Ute Danzers Rechner etwas austauschen wollte. Als er zurück kam, war das Video schon gedreht und die Pusteblumenwiese schon fast gemäht. Hier das Video, die vollständige Geschichte im Blog.
Außergewöhnlicher Tisch aus Brinbaun bis zu den Werkstatt-Tagen in unserer Ausstellung
Die "Szenen einer Ehe" sind nur eine Fotomontage, es geht um das neue Sofa Tigra von Jori mit dem Rollhocker
Und weil wir dann schon mal dabei waren und am nächsten Tag unser neues Sofa Tigra geliefert wurde, haben wir gleich einen Fototermin ausgemacht, zu dem wir aber unbedingt auch einen Mann brauchten, denn die Forderungen einiger Mädels auf Facebook nach hübschen Männern rissen nicht ab.
Eine hochhackige (naja eher selten) Expertinnenkommission wählte unseren schönen Schreiner Nils Hager, der den begossenen Pudel nur in einer Photomontage mimte. Und weil gleichzeitig auch der Birnbaumtisch mit Glasgestell fertig wurde, haben wir das gleich zusammen erledigt.
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6. Kurznachrichten: +++ Schreinerin sucht Wohnung +++ Tatort Franken 3 +++ Sonderangebot Weinkühlschrank von Liebherr und Kaffeeautomaten von Miele +++Betriebsverführungen mit Schreinern, russischer Unternehmerin und geistig behinderten Menschen+++profane Möbel aus dem klerikalen Holz einer Kirche?+++Pinterest-Board zum Thema Füße-Beine-Schuhe+++
+++Schreinerin sucht Wohnung+++
Ab dem 15 Juli sucht unsere Schreinerin Christiane Suttner eine Wohnung in dörflicher Lage im Hersbrucker Umland (bis 350 € warm), welche wir potentiellen Vermietern nur wärmsten als angenehme Mieterin empfehlen können. Einfach bei uns anrufen 09151 862 999, oder mailen info@die-moebelmacher.de. ++++
+++ Tatort Franken 3 +++
Unglaublich, was man in den Krimikurzgeschichten aus dem Verlag Ars Vivendi alles wiedererkennt. Wir empfehlen den Blogartikel darüber und das Buch selbst nicht minder. ++++
+++Sonderangebot Weinkühlschrank von Liebherr und Kaffeeautomaten von Miele+++
Der kleine Weinkühlschrank ist übrig
Weil wir in der Brown Sugar Küche den Mini-Weinkühlschrank FKV 502/20 wieder gegen den (eigentlich eingeplanten Einbau-Kaffeeautomaten von Miele austauschen, ist der Weinkühlschrank übrig und kostet statt knapp 700 € nur 490.- bei Selbstabholung. Ein weißer und ein schwarzer Kaffeeautomat Miele CM5000 kosten aus unserer Ausstellung nur noch 829.- Euro. Alle anderen Sonderangebote auf der Sonderseite der Homepage+++
+++Betriebsverführungen mit Schreinern, russischer Unternehmerin und geistig behinderten Menschen+++
+++profane Möbel aus dem klerikalen Holz einer Kirche?+++
Daraus könnten wir Ihre Möbel bauen
Eine Kirche sucht nach Spenden und gibt dafür einige ihre Kirchenbänke aus massiver Eiche im (vertrauten) Alter von 50 Jahren ab. Wir haben die Bänke schon besichtigt und machen gerne Möbel für Sie draus, Anruf genügt, dann sichern wir uns die edlen Zeugen der Zeitgeschichte.+++
+++Pinterest-Board zum Thema Füße-Beine-Schuhe+++
Aus Jux und Tollerei entstand das gemeinsame Pinterest-Board an der Fetisch-Grenze zu Füßen, Beinen und Schuhen mit einer nicht beabsichtigten deutlichen Tendenz zu schönen Beinen. Aber sehen Sie selbst bei Pinterest.
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Besuchen Sie uns während der Unterkrumbacher Werkstatt-Tage vom 22. bis 24. Juni, hier finden Sie alle Infos dazu und hier könnten Sie sich anmelden. Muss nicht sein, wäre nur schön. Wir freuen uns immer auf Ihren Besuch und wünsche schöne Pfingtsfeiertage
Diese Frage beschäftigt fast alle Interessenten der Rösle-Kugelgrills: 50 oder 60 cm Durchmesser. Was nach gar nicht viel Unterschied klingt, hat aber einige Finessen. Zum Beispiel passt in den 50er der Grillspießehalter nur bei geöffnetem Deckel und das "beercanchicken," das auf der Bierdose oder dem Rösle-Edelstahlständer sitzende Hähnchen müsste ganz schön in die Hocke gehen. Ganz objektiv kann man das so sehen:
50 cm Grilldurchmesser = 1886 cm², 19cm Höhe 279 € (47 cm Webergrill im Vergleich 1556 cm²)
60 cm Grilldurchmesser = 2734 cm², 359 € 24 cm Höhe (57 cm Webergrill im Vergleich 2333 cm²)
Ganz gut sieht man das auch in dem Video von Rösle:
Wegen unserer Testreihe grillen wir auch häufig, wenn wir nur zu zweit sind und selbst da ist mir persönlich der große angenehmer, weil ich Grillgut flexibler zur Kohle hin oder wegschieben kann und weil ich auch mal ein kleines Pizzablech mit den Tomaten belegen kann, ohne Platzprobleme zu bekommen. Das Fahrgestell ist übrigens von beiden Grills gleich groß, in der Garage gibt es also keinen Unterschied im Platzbedarf. Der Kleine hat sicher den Vorteil, dass er mit nur einem Heizkamin heißer wird, allerdings grille ich auch im großen meist nur mit einem einzigen Kamin, könnte damit aber nicht viel direkt Grillen (also mit offenem Deckel), aber das macht man irgendwann eh immer weniger. Der Objektivität halber sei noch erwähnt, dass unsere Sekretärin Nina Brunner vom Kleinen restlos begeistert ist, wer also eine zweite Meinung will, sollte sie fragen.
Rehrücken
Nie hätte ich früher auch nur entfernt daran gedacht, für so ein kleines, aber edles Stück Fleisch den Grill anzuschüren, aber dank Heizkamin ist es überhaupt kein Aufwand statt im Backofen im Röslegrill zu garen. Zum Heizkamin ausschütten, brauche ich nichtmal Handschuhe, dann ein paar Minuten den Rost anheizen, mit der Bürste abschrubben (wir machen ihn nur noch sehr selten NACH dem Grillen sauber, weil diese Methode DAVOR so genial ist) und den mit Rosmarin, Knoblauch, Olivenöl und Chiliöl eingerieben Rücken samt Bratenthermometer drauf und Deckel zu.
So 10 Minuten später habe ich noch ein paar Tomaten mit dem gleichen Öl bestrichen und auf einem Pizzabackblech von Miele dazugelegt, weil sich das Cleanemail von Miele so angenehm reinigen lässt. Auf besonderen Wunsch haben wir den Rücken mit 78 Grad nahezu durchgebraten (leicht rosa wäre er wohl bei 75 Grad noch gewesen), was nach 38 Minuten bei ca 200 Grad (natürlich bei geschlossenem Deckel) der Fall war. Danach nur noch kurz gewendet, dass er ein wenig Farbe bekommt (das bei offenem Deckel) und natürlich wie immer ein paar Kartoffeln dazugelegt, allerdings für den nächsten Tag, wenn wir die zweite Hälfte essen und dazu die halbierten Kartoffeln im Druckdampfgarer wärmen. Reh, Tomaten, Zaziki, ein wenig Weißbrot und Rotwein und kein Fußball - was will man mehr?
Im übrigen heißt der Kugelgrill nicht so, weil sich irgendwann die Figur daran orientieren wird, sondern der Kugelgrill ist rund, damit man man auch beim Grillen die Richtung ändern kann. Und so fördern wir damit auch die regionalen WirtschaftsKREISläufe, indem wir Gutscheine von der Hersrucker Buchhandlung Lösch und der Metzgerei Hartmann beilegen, denn es kommt auch drauf an, WAS man drauflegt.
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Übrigens ist der Röslegrill jetzt auch bei unserer Freundin und Foolforfood-Bloggerin Claudia Schmidt in der Schweiz angekommen und sie hat ihn schon ein erstes Mal getestet, aber im Moment ist ihr detaillierter Beitrag über den Kochkurs bei der Weber Grill Akademy sehr spannend. Den Kurs kann man danach für Anfänger sicher empfehlen, bei der Hardware raten wir eher zur Weiterentwicklung von Rösle, nicht zuletzt, weil man nur diesen bei uns auch kaufen kann.
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