von Alice Niklaus
Wer einmal auf der Wied war, kehrt bestimmt nochmals dahin zurück! Es gibt nicht manchen Anger, der sich schräg entlang eines Hangs sacht bis beinahe in eine Ortschaft hinzieht. Die Wied gehört zu dieser Gruppe. Ihre Lage ist nicht nur attraktiv, auch der Höhenunterschied kann ohne viel Kraftaufwand überwunden werden.
Die schöne Wied liegt links oberhalb der von Hersbruck kommenden Strasse gleich vor Pommelsbrunn, nicht weit weg vom Naturfreundehaus. Eine Eiche steht beim Eingang zum Hutanger.
Etwas weiter oben treffen wir auf eine Gruppe Lindenbäume umgeben von einem Kranz Brennnesseln. Ob Schmetterlinge hier Eier ablegten? Leider habe ich in unserem Garten übereifrig die Brennnesseln ausgerottet und deshalb mieden uns die Admirale und ich war traurig. Heuer setzte sich ein einziger auf unseren Sommerflieder und ich bin wieder hoffnungsvoll.
Zurück zur Wied. Von hier aus - wir befinden uns ungefähr auf der Höhenlinie 450 - können wir über den Högenbach zum Kiebelmühlberg schauen, früher Mühlkoppe sagt Waldemar.

Nachdem wir einige Höhenmeter weitergestiegen sind spitzt sogar die Pommelsbrunner Kirche durch die grüne Vielfalt. Der Zankelstein kommt auch noch mit auf das Bild. Ich bin immer wieder fasziniert von dem Namen, es kommt mir dann gleich der Hinkelstein aus Asterix und Obelix in den Sinn. Links im Bild entlang des Schleussbergs verläuft eine Blockschutthalde.
Hier ist sie nochmals als Mittelpunkt des Fotos. Blockschutthalden sind seltene Steinansammlungen, die für eine ganz besondere Gruppe von Tieren und deren Futterpflanzen Rückzugsgebiet sind. In der Umgebung gibt es gleich noch zwei dieser Naturdenkmäler und zwar am Hohenstädter Fels und auf der Houbirg.
Bei der oberen Bank angelangt steht ein Steinmännchen. Es will uns wohl den rechten Weg zeigen oder das Ende des Hutangers Wied markieren. Ich nehme an beides. Weil es der erste Steinmann ist, den ich im Hutangerland finde, bringe ich ihn hier ganz gross unter die Leute..
Nun stehen wir oberhalb der Wied. Der romantische Spruch auf der Tafel im Halbdunkel hinter uns könnte das Ende des Berichts sein, aber die Abendsonne lockt uns noch an der zerstörten Burgruine vorbei zum Burgfelsen Lichtenstein.
Goldene Sonnenstrahlen beleuchten den Burgfelsen. Ich habe Zeit, an den 14. Oktober 2007 zurückzudenken. An diesem Tag habe ich den ersten Hutangerbericht über den Heuchlinger Hutanger geschrieben. Den Anstoss dazu gab das März-Foto von Thomas Geiger im Hutangerkalender 2008, den ich am 2. Oktober 2007 am Tag der Regionen in Henfenfeld kaufte. Am gleichen Tag fotografierte ich herwig, der ununterbrochen aus blauen Kartoffeln blaue Chips briet. Dazu entstand mein erster Blogeintrag. Dann kam ein Stein ins Rollen, dem ich anfangs ungläubig nachschaute, denn dass daraus eine Serie von 97 Hutangergeschichten entstehen würde, habe ich mir nicht im Traum vorstellen können. Im Nachhaltigkeits-Blog der Möbelmacher bot mir herwig Danzer unter dem Titel "Hutanger" eine Plattform zur Veröffentlichung meiner Berichte an und stiess mich dann auch gleich ins kalte Wasser mit dem Spruch "das kannst du schon" und ich konnte! Dank Waldemars fürsorglicher Begleitung bei fast allen Wanderungen war ich immer gut behütet.
Die Schöne Wied habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben. Sie ist einer der interessantesten Hutanger und soll den Reigen fröhlich abschliessen.
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