Kategorie-Archiv: Hutanger

„Vom richtigen Zeitpunkt im Leben“ – Wie das Werkstatt-Dinner entstand und was am 10. Juni alles los ist

 

 Für das Werkstatt-Dinner am 10.Juni geht es hier zur  Anmeldung
Hier geht es zur Sonderseite der Werkstatt-Tage

IngwerTRINKMontage

Zum ersten Mal haben wir Anfang 2015 vom Ingwertrink gehört, weil ihn Andreas Hagen von Koenigssalz mitbrachte.  Anfang Oktober besuchte uns Mario Fürst, der Mann für Marketing und Vertrieb bei IngwerTRINK, er hatte es nicht weit, er wohnt ja in Hersbruck.

IngwerTRINK auf unserem Consumenta-Stand

MajaUteIngwertrink

Beim Gedankenaustausch kamen wir auf die spontane Idee, dass Kloster Kitchen – so heißt die Firma, die den IngwerTRINK im Programm hat – auf unserem Stand auf der Consumenta mit ausstellen könnte. Gesagt getan, wir haben uns gut vertragen und vor allem die sympathische Erfinderin des IngwerTRINKS kennen gelernt.

MajaWasaKücheNeuWEB

Maja Wasa ist eine beeindruckende junge Frau aus Slowenien, die sich aus Krankheit und von Schicksalsschlägen nicht zuletzt dank des Ingwers befreite und eine neue Aufgabe fand, eben den IngwerTRINK.  KK_MajaWasa_Flasche_72dpiDas war kein Zufall, denn das Ur-Rezept fand sie in den Aufzeichnungen ihrer Ur-Großmutter, die Küchenchefin eines aufgelösten Klosters in der Nähe von München war. Sie verfeinerte das Rezept, verkaufte es zunächst an Freunde, dann auf dem Markt in Klagenfurt und dann traf sie Mario Fürst, mit dem sie gemeinsam eine Vorzeigefirma aufbaute, eigene Flaschen entwarf, alle Bio-, Vegan- und andere Zertifikate einholte und natürlich auch auch einen Webshop brauchte.

Maja Wasa von Kloster Kitchen und Schwester Regina Werner von der Congretatio Jesu bei den 18. Unterkrumbacher Werkstatt-Tagen

MajaWasa_ReginaWernerWEB

Zusammen suchten wir ein Konzept für eine attraktive Veranstaltung im Rahmen unserer 18. Unterkrumbacher Werkstatt-Tage „Vom richtigen Zeitpunkt im Leben“ und da fiel mir Schwester Regina Werner ein, ebenfalls Nonne und Küchenchefin in der Maria Ward Schule.  Bei vielen unserer gemeinsamen Kochshows beeindruckte sie unsere Zuhörer mit ihrer Koch- und Geschichtskompetenz und mit ihrer weltoffenen Art. Sie erzählt zum einen aus dem wirklich beeindruckenden Leben ihrer Ordensgründerin Mary Ward (1585-1645), die sich – nicht zuletzt als frühe Vordenkerin der Frauenbewegung – ihr Leben lang für die Mädchenbildung einsetze („Es gibt keinen solchen Unterschied zwischen Männern und Frauen, dass Frauen nicht Großes vollbringen könnten“), aber erst 367 Jahre später von der Kirche dafür wirklich respektiert wurde.  Zum anderen kocht sie nach den Rezepten des 17. Jahrhunderts – und das in unseren modernsten Küchen.  (Nur um Missverständnisse zu vermeiden: nach alten Rezepten kocht sie nur bei uns oder als Hobby, für ihre Schülerinnen natürlich modern und vor allem gesund.)

BIOerleben13Sonntag_0031

Reginas auch heute noch äußert moderner Orden wurde  1609 als „Kongregation der englischen Fräulein“ gegründet und darf seit 2004 endlich „Congregatio Jesu“ heißen, was Mary Ward, die nach den Exerzitien des Ignatius von Toyola (Gründer des Jesuitenordens) lebte, immer ein Anliegen war.  Mary Ward wollte nicht nur im Kloster beten, sondern hinausgehen und den Menschen, insbesondere auch den Mädchen durch Bildung helfen, deshalb gibt es auch heute noch weltweit rund 4000 Mitglieder des Instituts, das nicht nur im Süd-Sudan daran arbeit, mittels Mädchenbildung die Gestaltung einer offenen, demokratischen  Gesellschaft zu unterstützen, oder in der neuen Welt Bedürftigen Männern und Frauen aller Konfessionen beizustehen.

REginaAnrichtenBIOerleben13Sonntag_0067

Leider weiß niemand, ob Mary Ward auch das Kloster besuchte, in dem rund 300 Jahre späte die Ur-Großmutter von Maja Wasa kochte, auf jeden Fall war auch sie in München und Schwester Regina ist bei ihren aufwändigen Recherchen auf viele spannende alte Rezepte gestoßen, von denen wir ein paar – hoffentlich zum richtigen Zeitpunkt – für unsere Gäste zubereiten werden.

Darunter ist auch die berühmte „Lombardische Suppe“ des Leibarztes der Päpste Pius dem IV und V und  Gregor dem XIII (der mit dem gregorianischen Kalender), dem  ersten richtigen Kochbuchbuchschreiber Bartholemeo de Scappi (ca. 1500 -1577) als erster Gang.

Kloster Kitchen, Maria Ward und der  Hutangerochse bei den Möbelmachern

Hutangerrinder

Als ganzheitlich denkender Hersteller von Massivholzküchen in Einzelanfertigung ist uns nicht nur wichtig, dass unter dem Teller das Holz aus der Region weilt, sondern auch, dass auf demselben nur herwig und RainerProdukte liegen, die – parallel zu unserem Anspruch an die regionale Holzwirtschaft – auch im Lebensmittelbereich gesundheitlich, saisonal und von ihrer Herkunft her höchsten Ansprüchen genügen.  Mit Dipl. ing. agr. Rainer Wölfel vom Naturschutzzentrum Wengleinpark  haben wir im Jahr 1998 den ersten Tag der Regionen auf unserem Gelände organisiert und uns seitdem gemeinsam für regionale Wirtschaftskreisläufe  in der Hersbrucker Alb engagiert.

RainerWölfelHErde

Seit September 2012  hat das Naturschutzzentrum eine eigene Kuhherde zur Beweidung der Hutanger „angestellt“ und aus derselben haben wir für unsere Gäste einen ganzen Ochsen gekauft, Hutangerochse_0023dessen einfache Bratenstücke wir gemeinsam mit Regina nach mittelalterlichen Rezept als Kräuterschmorbraten live zubereiten werden. Rein rechnerisch ist das ob der langen Zeit zum Schmoren nur durch den kleinen Trick mit unseren Druckdampfgarer möglich.  (Wer es genau wissen will, kann sich diese Aufzeichnung von der BIOerleben im Jahr 2013 ansehen.)

Dabei wird uns Rainer Wölfel die Philosophie der Mutterkuhhaltung und die Sinnhaftigkeit einer Kuhpatenschaft erklären, wir werden mit Maja und Regina über klösterliches Leben und Arbeiten sprechen und wir haben noch einen dritten Gast, der sich mit dem richtigen Zeitpunkt der Fleischreife beschäftigt.

Der Salt Ager Reifeschrank von Königssalz und das Sous Vide Garen mit Vakuumierer und Thermalisierer von Komet

AndreasHAgenFleisch

Leider ist die trockene Reifung von Fleisch einst in Vergessenheit geraten, aber jetzt liest man immer öfter von „dry aged Steaks“ oder sogar „dry aged Burgern“ auf Speisekarten. Auch das Fleisch unseres Hutanger-Ochsen wanderte in den speziellen Dry Ager Reifeschrank von Andreas Hagen (der den Kontakt zu Kloster Kitchen herstellte, siehe oben) , der zusätzlich auch noch mit einer Salzwand von Königssalz ausgestattet ist und damit das häufige Schimmeln beim „dry agen“ vermeidet und deshalb auf den Namen Salt Ager hört.  Die Fleischreifeschränke sind wie die Vakuumierer und Thermalisierer von Komet natürlich auch im Geräteprogramm der Möbelmacher integriert, die Steaks werden wir im Vakuum garen (Sous Vide) und am Tepan Yaki anbraten.

KoenigssalzDryAge

Unsere Gäste können schon jetzt  zusätzlich (oder anstatt) zum „normalen“ Menü gegen 14,- € Aufpreis  auch „salt aged Steaks“ bestellen, die wir ebenfalls live zubereiten werden. Weil wir nur so viele Steaks haben, wie ein Ochsenrücken hergibt, und weil es auch für die folgenden Tage schon Bestellungen gibt, empfehlen wir schon jetzt eine Vorbestellung. Vom einfachen Bratenstück über das im Vakuum gegarte Filetsteak bis hin zum Fell verwerten wir das ganze Tier, was der Idee „Von der Nase bis zum Schwanz“ folgt, welche man ebenso neudeutsch wie wörtlich übersetzt „Nose to Tail“ nennen könnte, aber das wäre uns zu schickimickig.

Feiner Wein vom Weingut Fürst Bürgstadt

Co15PeterSpandlMissen_0122

Unsere ganze Veranstaltung besteht aus vielen Freundschaften, Zufällen und gemeinsamen Werten, und da muss auch der Wein dazu passen  (das Wasser zu Zeiten Mary Wards war übrigens meist ungenießbar, weshalb man auf Wein oder Bier auswich). Jener oben erwähnte Marketingmann von Kloster Kitschen, Mario Fürst, hat einen gleichnamigen berühmten Onkel, der noch berühmtere Weine macht. Und deshalb können wir gemeinsam diese edle Tropfen zum erträglichen Preis genießen, natürlich ist aber auch für Bier und nichtalkoholische Getränke durch die Lammsbräu gesorgt, für köstlichen Bio-Frankensecco von Manfred Rothe und selbstverständlich haben wir auch für Vegetarierer etwas Feines zu Essen.

Musik von John Dowland und Klosterregeln

Dowland_Lachrymæ
Auf der Suche nach der passenden Hintergrundmusik haben wir uns mit fachlicher Unterstützung von Susanne Pflaumer  einen englischen Zeitgenossen Maria Wards und übrigens auch Shakespears ausgesucht, den damals berühmtesten Komponisten und Lautisten John Dowland (1563-1626). Mit Klang der Renaissance im Hintergrund wird der gesamte Ablauf des Abends  von der klösterlichen Essenausgabe nebst Tischdienst bis zum lockeren gemeinsamen Kochen und Sprechen sicher etwas Besonderes für Gäste, die sich für feines und ehrliches Kochen und Essen, spannende Menschen und eine außergewöhnliche Werkstatt-Atmosphäre begeistern können.

Der geplante Ablauf und die Kostenbeteiligung

FeiertageFreitagKochen283

  • Einlass ist um 18:30, da kann man sich dann auch die Plätze reservieren und mit einem Gläschen Schaumwein (Bio-Frankensecco von Manfred Rothe) noch durch unsere Ausstellung und das ganze Gelände schlendern.
  • Um 19:30 Vorstellung der Protagonisten und der Suppe
  • Danach Live-Kochen des Hauptgerichts und die Geschichte des KlosterTrinks von und mit Maja Wasa
  • Wenn der Druckdampfgarer piepst gibt es den Rinder-Kräuterschmorbraten
  • Nach dem Abräumen des Tischdienstes bereiten wir das Shortbread als Nachspeise zu, Rainer Wölfel erklärt dabei die Mutterkuhhaltung des Naturschutzzentrums und Andreas Hagen warum und wie dieses edle Fleisch bis zum richtigen Zeitpunkt reifen sollte.

Das Rindermenü ohne Wein und Steak kostet für angemeldete Gäste 9 Euro (erm. 7.-) an der Abendkasse 12.-€ (erm. 9.-). Das Steak (wenn noch eins da ist) kostet 14 €.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und Ihre Anmeldung
Hier geht es zur Sonderseite der Werkstatt-Tage

++++++++++++++++++++++++++++++++++

Weiter Infos zu den Werkstatt-Tagen:

 Die Einladung für alle drei Werkstatt-Tage im Video

HandzettelUWT15FinalFEIN2

Sonntag wars als ich mich entschloss, nie mehr ein gewisses WC-Papier zu kaufen!

P1150026

von Alice Niklaus

Es war am vergangenen Sonntag, als ich  den Entschluss fasste, das Schaf-Fest im einzigen Hirtenmuseum von Deutschland zu besuchen. Zum einen war ich um 12 Uhr hungrig und hatte keine Lust zu  kochen,  zum anderen war ich gespannt, wie es dieses Jahr mit dem Besucherandrang aussehen wird. Das Interesse war so gross, dass ununterbrochen Leute durch die Schranke, wo ein bescheidener „Obulus“ für den Eintritt fällig war, hinter sich liessen. BesucherInnen in mittelalterlichem Gewand bezahlten nur einen Einerobulus. Die  fröhliche Einstellung zum Anlass war bei mir gegeben!

Die angekündigten mittelalterlichen Spielleute machen sich genau bei meiner Ankunft auf, das Mittelalterspektakel vorzustellen. Der Minnesänger Bernd von Ammenberg widmet sich den fröhlichen Liedern der Minnezeit, Ulrich der Starke begleitet ihn mit der Trommel und der Laute.

P1150014

Gegenüber finde ich die „Streuobstkiste“ in Form von Säften, Frucht- und Dessertweinen, sowie Trockenobst: Sabine Ullherr mit Partner bewirtschaften Streuobstwiesen mit Apfelbäumen in der Hersbrucker Alb.

P1150017_cr

Bei „HAYET ART“ und Sabine Treffers marrokanischem Kunsthandwerk bin ich hängen geblieben.  Hier finde ich etwas Besonderes zum Geburtstag meiner Freundin. Aus Thuya sind die glänzenden Kugeln und an Thuya habe ich ganz spezielle Erinnerungen, denn Thuya ist giftig, das hat mir meine Grossmutter beigebracht. Die Kugeln hier beim Schaf-Fest kann man öffnen, eine kleine Portion duftender Amber lege ich hinein: das ist das Geburtstagsgeschenk!

P1150027

Der feine kurze Nieselregen war zu ertragen, der Innenhof war meist voll von Menschen aller Altersstufen, die „Museumsgasterei“ glänzte mit einem ausserordentlich guten Gulasch, die mittelalterliche Sprache könnte  gut und gerne eine Zeitlang weiter anwendet werden und die Kleidung war ein Hinsehen wert: mir hats gefallen!

Schaf Erklärung zum Blogtitel

Hutanger und der Tag der Regionen sind die Basis der Cittaslow Hersbruck

„Das Hutangerprojekt ist eines der ältesten und erfolgreichsten Naturschutzprojekte Bayerns. Es entstand 1985 auf Initiative der Ortsgruppe Hersbruck des Bundes Naturschutz in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Mittelfranken aus der Erkenntnis heraus, dass die Hutanger das wichtigste Natur- und Kulturerbe der Hersbrucker Alb sind. 1987 übernahm das Naturschutzzentrum Wengleinpark die Betreuung.“

TDG20150416_HiMu_47
Alle Fotos dieser gelungenen Veranstaltung von Thomas Geiger www.geiger-foto.de

 

Genau genommen gibt es wohl keine naheliegendere Zusammenarbeit, als die des Naturschutzzentrums Wengleinpark mit seinem Hutangerprojekt und dem Hirtenmuseum in Hersbruck,  ist doch Projektleiter Rainer Wölfel durch die Mutterkuhhaltung auf den Hutangern zum letzten Kuhhirten geworden.

„Begleitend zu unserer aktuellen Fotoausstellung: „Vor den Augen – in nahe Ferne. Landschaften. Weidetiere. Menschen.“ laden wir am Donnerstag, den 16. April um 19.00 Uhr ins Deutsche Hirtenmuseum Hersbruck zu einem geselligen und auch informativen Abend ein.“

Es war durchaus ein Vortragsmarathon im schönen Hirtenmuseum, aber – so ähnlich wie bei einem guten dicken Buch – ist man nach den 150 Minuten gescheiter, zufriedener und sogar dankbar, denn die Botschaft der beiden Referenten Rainer Wölfel vom Naturschutzzentrum Wengleinpark und Frau Dr. Uli Albert wurde glaubwürdig belegt:

Die Hutanger der Hersbrucker Alb zählen  kulturell, touristisch und sogar kulinarisch zum Besten, was die Hersbrucker Alb zu bieten hat und vor allem: das gibt es  NUR hier!

TDG20150416_HiMu_84
Dipl. Ing. Agr. Rainer Wölfel vom Naturschutzzentrum Wengleinpark und Dr. Uli Albert, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Hirtenmuseums.

Davon wollen viele Politiker immer nur kurz vor den Wahlen etwas wissen, auch die zu diesem Zeitpunkt versprochene Kuhpatenschaft (hier alle Infos zu derselben) kommt dann häufig doch nicht, dabei wurde in dem Vortrag – den man unbedingt im ganzen hätte aufzeichnen sollen  – jedem Zuhörer klar, dass das Naturschutzzentrum einen Schatz behütet,  der bei Bevölkerung und Politik weder gewürdigt noch geschätzt und vor allem nicht vernünftig unterstützt wird.  Dabei hat dieser Schatz schon reichlich Zinsen gebracht, es merkte nur niemand.

TDG20150416_HiMu_52

Cittaslow wäre ohne Hutanger und Co.  nicht denkbar

Als wir im Jahr 2000 die Idee von Hersbruck als erster Cittaslow außerhalb Italiens an Bürgermeister Wolfgang Plattmeier überbrachten (siehe Foto), waren es  zuerst mal das Hutangerprojekt, der bei uns in Unterkrumbach entstandene Tag der Regionen, die vielen Zeitungsartikel darüber und die Beharrlichkeit und der Charme von Manuela Sillius, der die Italiener von der Berechtigung unseres Aufnahmewillens überzeugte.

Im Jahr 2000 besprachen Citymanager Johannes Michel, Rainer Wölfel, herwig Danzer, Manuela Silius und Bürgermeister Wolfgang Plattmeier den Cittalsow-Gedanken
Im Jahr 2000 besprachen Citymanager Johannes Michel, Rainer Wölfel, herwig Danzer, Manuela Silius und Bürgermeister Wolfgang Plattmeier den Cittalsow-Gedanken

Der Vortrag der beiden Spezialisten, die diese Zusammenhänge von der Stein- bis in die heutige Zeit humorvoll und kurzweilig rüberbrachten, sollte Pflichtveranstaltung für Stadt-, Gemeinde- und Landkreisräte – ach eigentlich für alle werden. Denn die Hirtenkultur, deren Idee des gemeinschaftlichen Besitzes der Allmendeflächen war noch nie aktueller als heute und muss als  als Vorbild  für umweltfreundliche Beweidung, verantwortliche Fleischwirtschaft und gemeinschaftliche Verbesserung der Lebensqualität dienen.  (Eine Befreiung vom Pflichtvortrag bekommt übrigens nur, wer das Hutangerbuch aus dem Jahr 2005 gelesen hat und den Fragebogen dazu fast fehlerfrei ausfüllen konnte!)

Musikalische Untermalung auf höchstem Niveau

Regina und Christoph Utz machen wunderbare Volksmusik
Regina und Christoph Utz machen wunderbare Volksmusik

„Niederpfälzer“ Musik entsteht, wenn ein Oberpfälzer eine Niederbayerin heiratet und sie gemeinsam wunderbar sympathische und künstlerisch wertvolle Volksmusik machen. Dann freuen sich auch die Franken.  Daran sieht man schon, wie völkerverbindend regionale Wirtschafts- und Musikerkreisläufe  sein können.

+++++++++++++++++

Kuh- oder Hutangerpate werden

Das Hutangerbuch haben wir im Dezember 2005 besprochen

Die Hutangerbesuche von Alice Niklaus

Im Hutangerblog kann man sich über alle Kühe aktuell informieren

Das gleiche Thema gab es übrigens im Jahr 2005, also exakt vor 10 Jahren schon mal im Hirtenmuseum, was ich gerade im Nachhaltigkeitsblog entdeckt habe.

Die Fotos dieses Artikels stammen von Thomas Geiger:
www.geiger-foto.de

Neuer Frühling, neue Pläne: Obstspaziergang!

von Alice Niklaus

Folgende Einladung des Bioland e.V., Verband für organisch-biologischen Landbau kommt per Mail bei mir an; ich gebe sie mit Elan und einigen Änderungen an interessierte Frühlingserwachte weiter:

Liebe Mitglieder und Interessierte,

Wir laden Sie herzlich zu folgender Veranstaltung ein:

Obstspaziergang, Dienstag, 24.03.2015, Beginn um 14:00 Uhr im Bioland-Betrieb Heldrich, Frechetsfeld 15, 92262 Birgland, Tel.: 09666/693.
Wir machen einen Spaziergang durch die Streuobstwiesen des Bioland-Betriebs Heldrich. Schwerpunkt ist dabei der Winterschnitt. In Theodrie und Praxis erfahren wir, warum geschnitten werden muss und wie sich der  Schnitt auf die Entwicklung des Baumes auswirkt. Die Bandbreite auf den Streuobstwiesen umfasst schöne alte Sorten und zeigt eine grosse Vielfalt auf. Roland und Katrin Heldrich verarbeiten das eigene Obst, die Produktion der Streuobstinitiative Hersbruck und Obst von weiteren Betrieben im Lohn zu hochwertigen Säften. Sie berichten welche Erfahrungen sie in der Kultur und bei Verarbeitung und Vermarktung gesammelt haben. Im Anschluss erfolgt eine Verkostung der Produkte und Säfte.

Für eine gute Planung bitten wir um Anmeldung bis zum 20.03.2015 bei Ansprechpartnerin Susanne Maurer, Auf dem Kreuz 58, 86152 Augsburg. Tel. 821 34680-186 oder susanne.maurer@bioland.de.

Wir freuen uns auf einen schönen gemeinsamen Obstspaziergang!

Katrin und Roland Heldrich                                  Norbert Drescher

Bioland-Betrieb                                                   Bioland-Weinbauberater

Hier endet die Einladung. Ich wünsche einen wunderschönen Tag!

Metamorphose eines Möbelmachertischs durch Drechslermeister Hager

Von Alice Niklaus

Anstatt Skifahren in der Schweiz haben wir uns im Frühjahr 2000 umständehalber gegenseitig den gleichen Möbelmacher-Küchentisch geschenkt. DSC04795 Heute morgen wurde unser sehr geliebter und täglich benutzter Tisch durch Drechslermeister Horst Hager aus Hersbruck einer liebevollen, reinigenden Behandlung unterzogen. In seinem 15. Jahr sieht der Tisch nun wieder aus wie am ersten Tag! Und weil er unbedingt 24 Stunden unbenutzt bleiben soll ist heute kein Kochtag!

Nachtrag: Horst Hager ist seit 22 Jahren vormittags für die Möbelmacher-Oberflächen zuständig und frönt erst nachmittags dem Drechseln.

Von den Hutangern der Hersbrucker Alb zu den Möbelmachern in Unterkrumbach

P1140861Von Alice Niklaus 

Ich habe in herwigs Newsletter 108 vom 4. November erschienen hier im Nachhaltigkeitsblog im Zusammenhang mit der Streuobstinitiative meinen Namen angetroffen. Als Ergänzung  folgende Zeilen: Die Entwicklung zur Blogerin war nicht geplant. Komputerwissen war mir nicht fremd, aber gleich mit Texten an die Öffentlichkeit gehen? Das habe ich mir als Ausländerin nicht zugetraut. "Yes, you can!" sagte herwig Danzer vor sieben Jahren, als ich ihn mit meinem Problem konfrontierte, und er hatte recht!

Hutanger war damals mein Thema, und damit begann mein Einstieg in die Blogerinnen-Karriere (lächeln!). Der Beitrag zum "Heuchlinger Anger" bekam die Nummer 1. Rainer Wölfel vom Naturschutzzentrum Wengleinpark versorgte mich mit Hinweisen zu Hutangerpositionen und den Namen der meist nicht mehr aktiven Anger. Es waren dann schlussendlich über 100 Plätze in Feld und Wald, deren Beschreibung im Nachhaltigkeitsblog erschienen sind. Anfangs 2010 war das Baumthema zu Ende, und ein neues Projekt erschien am Horizont. Es heisst "Streuobstwiese"!

Und somit bin ich beim eigentlichen Thema, dem Tag des Schreiners und der Schreinerin (die weibliche Form ist die berechtigte Änderung des Originaltextes und stammt doch hurra aus herwigs Computer) angelangt. In Ermangelung von Spezialwissen betreffend heimische Hölzer, deren Lagerung, Verarbeitung, Maschinen dazu undsoweiter hänge ich hier einige Fotos an:

P1140849 P1140851

 

 

 

 

  P1140855 P1140852

 

P1140860  P1140857 P1140853 P1140866

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentar zur Küche: ich bin ganz und gar ungeeignet als Köchin, das kann auch die schönste Küche nicht ändern!         Kommentar zum Ehepaar: sehr geeignet zum Erkunden der Hutanger!

Kulinarischer Spaziergang durch die Obstgärten der Hersbrucker Alb

von Alice Niklaus

P1140839Es war ein spannender Abend! Die Einladung dazu machte mich neugierig, kam doch noch ein weiterer Aspekt zum Thema "10 Jahre Obstsortengarten Hersbruck" zum Vorschein – ein kulinarischer Spaziergang ist mir noch nicht begegnet! P1140829aDer Anlass fand im Fackelmannhaus statt und der Gastgeber war Ottmar Fischer (E-mail: ottmarfischer@web.de). Eine Verkostung von verschiedenen heimischen Apfelsorten wurde uns versprochen und als Zutaten Bilder, Geschichten, Anektoten und Informationen über den Anbauwert der Sorten in der heutigen Zeit. P1140834aAlle Versprechungen wurden eingehalten, und als Zugabe bekamen wir A4-Papierblätter und Apfelschnitze, deren Fruchtfleisch, Struktur, Saft, Geschmack und Aroma wir den Schnitzen zuschreiben konnten.  P1140837 15 Äpfel waren zu bewerten, ich kannte nur zwei davon, nämlich den Cox Orange und die Ananas-Renette, solch ein Baum stand bei meinen Eltern im Garten! P1140842aEine grosse Freude macht mir der Sternapi vom meinem Patenbaum! Ich hätte nie gedacht, dass er schon bei der ersten Präsenz so hübsch wird.

Lieber Ottmar: ich muss dir gestehen, dass ich beim Ausfüllen des Fragebogens – Fruchtfleisch, Struktur, Saft, Geschmack und Aroma – überfordert war! Äpfel färben in meinem Mund anscheinend wenig ab – ich meine damit auch das Aroma – und das Fruchtfleisch konnte ich inhaltlich ganz und gar nicht auseinanderhalten. Ich habe mich in der gewonnenen Zeit mit dem äusserlichen Aussehen der Äpfel beschäftigt und den Api étoilé gestreichelt.

Freitagvormittag in Hersbruck: Was haben 13 Gymnasiastinnen und Ottmar Fischer gemeinsam?

von Alice Niklaus

Antwort: Sie beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Obstsortenvielfalt!

Kalt wars am vergangenen Freitag, die Sonne verschleiert, die BesucherInnen des Bauernmarkts eilten hin, kauften ein und eilten wieder heim. Auch ich kaufte ein, blieb dann allerdings aus Neugierde und Engagement zwischen Brunnen und Rathaus hängen, fand 13 junge Frauen an zwei verschiedenen Aktionstischen, fotografierte und recherchierte. P1140800a Bei den "Aktivistinnen" handelt es sich um Schülerinnen der 12. Klasse des Paul Pfinzing Gymnasiums (PPG) Hersbruck. Der Anlass am vergangenen Freitag ist Teil ihres Praxisseminars "Obstsortenvielfalt". Ottmar Fischer und seine engagierten Helfer feiern "10 Jahre Obstsortengarten". Soviel zur Gemeinsamkeit! Um 9 Uhr morgens waren an diesem Freitag Halstuch und Handschuhe willkommen. Die Sonnenstrahlen waren noch nicht über den Dächern zu sehen. Aber Biologielehrerin Frau Wallis und die Gymnasiastinnen waren bereit. P1140801

Jede Schülerin stellte Äpfel ihrer Lieblingssorte vor, Fragen wurden gestellt und kompetent beantwortet. Die Sonne schickte ihre Strahlen über die Dächer. Wärme umgab nun die vielen Besucher des Marktes. P1140819 P1140812

Wer Hunger hatte konnte diesen mit einem Versuchsapfel dämmen, so wie es Ursula, unserer Campania-Reiseleiterin, geschah. Eine Alternative war ein Stück Apfel-Omelette, die mir persönlich mundete!P1140815

Die attraktive sortenbestimmte Ausstellung der etwa 100 Äpfel zieht vor allem Männer an. P1140809 

Eine Stunde nach zwölf  Uhr: Die Präsentation "Obstsortenvielfalt" der Schülerinnen des PPG Hersbruck geht zu Ende. Noch ein Paar interessiert sich für das Projekt, dann ist es Zeit aufzuräumen. P1140820a

Sie sind fröhlich und freuen sich über die gelungenen vier sonnigen Stunden zwischen dem Oberen und dem Unteren Markt in Hersbruck! P1140818a

Anhängsel: in dieser Vielfalt habe ich den Apfel von meinem Patenbaum entdeckt (der 5. von rechts in der vorderen Reihe): Sternapis heisst er. Der Baum steht auf der Streuobstwiese in Hersbruck und ist weit und breit der einzige im Land. P1140810

15 Jahre Streuobstinitiative Hersbrucker Alb 10 Jahre Obstsortengarten

von Alice Niklaus

Nachstehende Fotos sind den Leser und Leserinnen der Nachhaltigkeitblogs schon bekannt. Trotzdem bringe ich sie hier nochmals, so quasi als Symbol zum obigen Titel.

Anfangs Januar 2010 wurde ich Patin eines frisch gepflanzten Apfelbäumchens auf der Streuobstwiese mit dem interessanten Namen Api étoilé und im April entschied Gartenbaulehrer Josef Weimer, dass es einen  P1090352a sogenannten Erziehungschnitt bekommen werde. Aus dem Schnitt wurde dann nur ein Zurechtbiegen, die Ästchen durften weiterhin alle nach Süden schauen und so blieb es bis heute. Diesen Sommer trägt der Baum nun Früchte. Es lohnt sich, diese genau anzuschauen. Ausschnitt aus "Wikipedia": "Die Frucht ist von typischer, fünfeckig-sternförmiger Gestalt. Laut dem Pomologen Olivier de Serres soll sie aus der P1140687aRömerzeit stammen". 

Haben Sie Lust auf Birnen und Äpfel? Dann auf zum Aktionswochenende am 20. und 21. September auf dem Gelände der Baumschule Geiger, Amberger-Str. 68 in Hersbruck, anlässlich des Jubiläums "10 Jahre Obstsortengarten und 15 Jahre Streuobstinitiatifve Hersbrucker Alb e.V."

Entdecken Sie bei einer grossen Apfel- und Birnenausstellung die Sortenvielfalt im Nürnberger Land.

P r o g r a m m

am Samstag, 20. September

Ort: Baumschule Geiger Hersbruck

11.00 – 17.00 Uhr:  Obstsortenausstellung und Infostände

am Sonntag, 21. September

Ort: Baumschule Geiger Hersbruck

ab 11.00 Uhr

Eröffnung des Aktionstags durch Landrat Armin Kroder. Ein Tag rund um das Streuobst mit Obstprodukten vom Kuchen bis zum Edeldestillat.

11.00 – 17.00 Uhr Obstsortenausstellung

11.00 – 17.00 Uhr Obstsortenbestimmung (Äpfel und Birnen) durch den Pomologen Wolfgang Subal.    (4  – 5 Früchte pro Sorte mitbringen).

Ein reichhaltiges Informationsprogramm für die ganze Familie lädt zum Verweilen ein:

Mobile  Obstpresse – Mobile Obstdarre – Streuobstquiz -Honigverkauf – Kulinarisches aus Streuobst, Säfte, Schorlen, Apfelwein, Kaffee, Kuchen, Flammkuchen und Käse vom Biolandfhof Klischewski.

Obstsortengarten Hersbruck (der Garten befindet sich an der östlichen Verlängerung der Westpreussenstrasse)

14.00 Uhr Führung im Obstsortengarten.

14.00 und 15.00 Uhr: Kinderbetreuung mit der Biologin Anita Bitterlich (parallel zu den Führungen).

15.00 Uhr: Wildobst- und Kräuterführung im Obstsortengarten mit der bekannten    Wildkräuterexpertin und Buchautorin Gabriele Bräutigam.

________________________________________________________________________________

Kontakte: Ottmar Fischer,Appelsberg 1, 91224 Pommelsbrunn, Tel. 09154-8699

www.streuobstinitiative-hersbruck.de

www.1000obstbaeume.de

Streuobstwiese Hersbruck: Sie sind da, die ersten Äpfelchen am Sternapfelbaum!

von Alice Niklaus

Anfangs 2010 habe ich eine Baumpatenschaft übernommen, heute habe ich den ersten gesunden Apfel fotografiert. Der Baum heisst Api étoilé und der Apfel trägt den deutschen Namen Sternapfel. Das Sensationelle an dem Äpfelchen ist seine Form, die mit dem forschreitenden Wachstum wohl noch etwas ausgeprägter sein wird, aber heute schon entzückt. Aus Wikipedia kommt folgende Beschreibung: "Der Sternapi, Sternapfel oder Api Etoilé ist eine Apfelsorte. Die Frucht ist von typischer, fünfeckig-sternförmiger Gestalt, mittelgross bis eher klein und hat gelblichweisses, festes Fruchtfleisch. Laut dem Pomologen Olivier de Serres soll er aus der Römerzeit stammen."  P1140687
Der Apfel auf dem Foto wird sich farblich noch verändern. Ich warte nun auf die vom Pomologen vorausgesagten Farben Rot/Grün, dann wird gefeiert!

Eine andere interessante Begegnung habe ich beim Anstieg. Da liegen fein säuberlich verpackt ungezählte Plastiksäcke voller Fallobst. Wie im Märchen kommt ein Mann daher, packt einige der Säcke, bringt sie zu seinem Auto, kommt zurück, packt die nächsten und beantwortet mit Humor meine Frage nach dem warum, wozu und wohin. P1140681"Nimm mich mich" hätten die Säcke gerufen, als er vorbei ging und den Wunsch setze er in die Tat um. Ich erfahre, dass mein Gesprächspartner Jäger im anschliessenden Wald ist und sich um die Entsorgung der Säcke kümmern werde. Aha! Da ich mir überhaupt kein Bild machen kann, was da geschieht, lasse ich mir von Ottmar Fischer, Initiant der Streuobstwiese, kurz gefasst folgendes erklären: Die Plastiksäcke sind mit Fallobst gefüllt. Das Fallobst ist vom Apfelwickler befallen, wenn die Sonne scheint und die Temperatur hoch ist, setzt die biologische Schädlingsbekämpfung ein und die Maden in den Säcken überleben die Hitze nicht. Makaber, aber im Interesse einer zukünftigen gesunden Entwicklung des Obstes.

P1140682Stauden in Herbstfarben, Wiese in sattem Grün, Sonntag in der Mittagsruhe.

P1140692

Der Apis étoilé hat die Verschönerungsschnitte gut überstanden, sieht zwar nicht ganz so ausgeglichen aus wie die anderen gleichzeitig gepflanzten Bäume, aber ich finde ihn stark und eigenwillig und werde ihn jetzt aus meiner Obhut entlassen. Er wird sich zu wehren wissen.

 Klick in die Fotos!