Kategorie-Archiv: Die gute Form

Warum uns die Schreinerinnung wichtig ist und die Alten Platz für die Jungen machen

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Der neue Obermeister Christian Pickelmann (stehend)

Den Bericht über unsere Innungshauptversammlung mit Neuwahlen aus der Hersbrucker Zeitung haben wir unten angehängt. Wir möchten voranstellen, warum es wichtig ist, in solchen Solidargemeinschaften wie der Schreinerinnung Mitglied zu sein und sie auch aktiv zu unterstützen.

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Vorstandsfoto aus dem Jahr 2004

Als Heinz Oppel vor 18 Jahren Obermeister wurde, sagte er lapidar, „Wenn Du den Gestaltungswettbewerb ‚die Gute Form‘ nicht übernimmst, wird er einfach sterben.“ Auch wenn es uns damals furchtbar peinlich war, dass eine von uns eingesetzte hochgradig kompetente und neutrale Jury aus Architekten, Künstlern und Designern häufig die Gesellenstücke unserer eigenen Lehrlinge auswählte (obwohl deren Herkunft immer unkenntlich gemacht wurde), stellten wir uns der jährlichen Kritik – manchmal auch Anfeindungen – weil wir nach wie vor glauben, dass man gemeinsam mit den Berufskollegen viel mehr Akzeptanz für das edle Schreinerhandwerk erreichen kann, als dass es ein einzelner Betrieb in Konkurrenz gegen dieselben schafft.

Wir bedauern die Entscheidung von Kollegen aus dem Nürnberger Land der Innung fernzubleiben, weil sie den alten Handwerkstraditionen widerspricht und die Chancen der gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit ungenutzt verstreichen lässt –  bzw. beim Gestaltungswettbewerb „Die Gute Form“ ohne eigenen Kostenbeitrag mitgenutzt wird.

Denn jeder Kollege hat sein eigenes Profil, ob mit hochglänzenden Oberflächen oder mit geöltem Massivholz. Dazu muss man wissen, dass in Deutschland statistisch kaum noch Möbel beim Schreiner gekauft werden – in Österreich ist das viel normaler – und deshalb macht es mehr Sinn gemeinsam für eine ungenutzte Zielgruppe von rund 93% zu arbeiten, als sich um die nichtmal 7% Schreinerkunden zu streiten (wovon nur ungefähr ein drittel Möbel kauft, das andere sind Fenster, Türen und Innenausbau).

Die „Gute Form“ als Designwettbewerb der Gesellenstücke

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Die Jury der guten Form im Jahr 2004

Noch ein Einschub sei erlaubt: Die Schreinerinnung Nürnberger Land hatte das Glück neben anderen kompetenten Jurymitgliedern auch den engagierten Professor Ingo Klöcker zu Gast zu haben, der ob seiner pointierten Vortragsweise viel Zuspruch, aber auch nicht selten Kritik erntete. Wir froh kann man heute sein, dass er die Freisprechungsfeier mit „Guter Form“ über 10 Jahre  mit seinen Beiträgen bereicherte.  Dafür nocheinmal herzlichen Dank.

Platz für junge Schreinermeister machen

Gleichzeitig freuen wir uns über die neuen jungen Obermeister, die die gerade mal rund 25 Mitgliedsbetriebe ehrenamtlich vertreten und dafür sorgen, dass unsere Auszubildenden keine lange Strecken zu allen Terminen in Fürth oder Nürnberg in Kauf nehmen müssen. Die familiäre  Atmosphäre im Nürnberger Land ist ein hohes Gut,  dass hoffentlich noch ein paar Generationen weiter bestehen wird.

Hier sind alle Berichte über „Die gute Form“ im Nachhaltigkeitsblog nachzulesen.

Der Bericht in der Hersbrucker Zeitung vom 31. März 2017

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„KÜHNHOFEN – Im Rahmen der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Schreiner-Innung Nürnberger Land im Gasthof Grüner Baum in Kühnhofen ist der Vorstand turnusgemäß neu gewählt worden. Heinz Oppel aus Schönberg stellte sich nach über 18-jähriger Tätigkeit als Obermeister der Innung nicht mehr zur Wahl.

SchreinerinnungNeuwahl

Zu seinem Nachfolger wurde Christian Pickelmann aus Henfenfeld gewählt. Stellvertretender Obermeister ist Frank Ultsch aus Ottensoos und zum Lehrlingswart wurde Martin Wölfel aus Lauf-Neunhof wiedergewählt. Heinz Oppel wurde an diesem Abend auch mit der höchsten Auszeichnung des Fachverbandes Schreinerhandwerk Bayern, der goldenen Ehrennadel, in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um das Bayerische Schreinerhandwerk ausgezeichnet. Die Ehrung übernahm Peter Arlt, Bezirksvorsitzender für Mittelfranken.“DSC07678

Unser Foto (oben) zeigt von links: Peter Arlt, Manuela Wohlert, Geschäftsführerin der Innung, Heinz Oppel, Christian Pickelmann
und Frank Ultsch.

Warum wir das Buch „Skizzieren“ von Ingo Klöcker als wichtige Streitschrift für Bleistift und Papier unterstützen

Skizzieren Mein verehrter Zeichenlehrer Walter Plank wird gerne bestätigen, dass ich zu Schulzeiten frei jedes Zeichen- und vor allem Maltalents war. Die Tatsache, dass unsere Küchen und Möbel seit über 25 Jahren via Freihandzeichnungen gemeinsam mit den Kunden geplant und verkauft werden (erst danach entstehen die Fertigungszeichnungen), bestätigt Klöckers Thesen, dass Skizzieren keine Frage des Talents, sondern des Wollens, des Wissens und des Übens sind und dass sie sich als ebenso einfache wie wertvolle Werkzeuge der Visualisierung bewähren.

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Erste Gedanken zum Schlafzimmer von Familie Heckel
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So sieht es in echt aus …

Ingo Klöcker fordert in seinem Buch „Skizzen“ nicht zuletzt mit der Unterstützung von Kazuhiko Miadera, Vice President bei Toyota Motor, eine Stärkung und Verbreitung dieses zeichnerischen Handwerks. Miadera teilte seinen Mitarbeitern (das sind immerhin 338 875 Menschen) 2011  mit, dass bei Meetings zum Thema Technik, Design und Marketing nur noch Teilnehmer erwünscht seien, die skizzieren können. Denn das würde laut interner Forschung bis zu 80 Prozent weniger Zeit kosten.  Auch bei unseren Küchenplanungen finden wir zusammen mit unseren Kunden meist schon beim ersten Termin die beste von allen Varianten heraus.

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Beim ersten Gespräch entstehen die Skribbles, manchmal ist die fertige Küche damit schon exakt abgebildet

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In seinem Buch – oder sollte man es besser Streitschrift für das Skizzieren nennen  – kritisiert Klöcker an vielen Stellen, dass das Lehren dieser einfachen Darstellungstechniken in unserem Bildungssystem – anders als zum Beispiel in Japan – aus Unkenntnis der Vorteile völlig vernachlässigt würde. Klöckers Studenten könnten nur via Eigeninitiative diese Fähigkeiten erwerben, der Dekan der Universität – er scheint Klöckers Lieblingsfeind zu sein – sieht dazu nämlich keinen Anlass, aus ihm ist ohne Skizzierfähigkeiten, „ja auch was geworden“.

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Klöcker in seinem Element: der Mann, der an der Ulmer Hochschule für Gestaltung auch bei Otl Aicher studierte, engagiert sich  beim Schreinernachwuchs für das gute, schöne, wahre Design
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Skribble nennen wir unsere Zeichnungen, weil sie auf die ganz schnelle Art zeigen, was der Kunde bekommt

Professor und Künstler Klöcker  – Jahrgang 1938 – ist vielen als Referent der Jury bei der Preisverleihung des Schreiner-Gestaltungswettbewerbs  „Die gute Form“ im Schreinerhandwerk und dabei als engagierter Streiter für Wahrheit im Design, die reine Lehre der Gestaltung aber auch angemessene Kleidung  bekannt, beliebt, aber auch kritisiert. In seinem lesens- und anwendenswerten Buch „Skizzieren“ beschreibt er die Techniken des Skizzierens, aber vor allem auch die Gründe, warum es Sinn macht, sich damit zu beschäftigen – und wenn es nur ein gewisser Respekt ist, den man gegenüber Zeichnern  zeugt.

Zeichnen und Photographie

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Laura Danzer an der Fachkamera

Zeichnen und Fotografieren hängt sehr eng zusammen, ist die Zeichnung ja der Versuch, die Realität entsprechend dem menschlichen Auge oder eben der Kameralinse nachzubilden. In einem Abschnitt über Vogel- und Froschperspektive geht es um die stürzenden Linien, die im Auge und in der Kamera stürzen, wenn man an einem Wolkenratzer hochsieht, vom Michelsberg nach Hersbruck runter, oder aus 200 cm Höhe auf die Küchenarbeitsplatte.  In der Architektur- oder Möbelfotografie vermeidet, bzw. korrigiert man (evtl. nicht vollständig sondern nur leicht) diese schiefen Linien  mit der Fachkamera (das Foto von 1994 zeigt, wie kinderleicht die zu bedienen war), oder dem Shift-Tilt-Objektiv, das wir uns für den damaligen Umstieg auf das digitale Fotografieren (EOS 5D) leisteten und uns damit ganz viel Photoshoparbeit ersparten.

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Prof. Ingo Klöcker in unserer Ausstellung mit einem unter unserer Mitwirkung entstandenem Kunstwerk

Wir können dieses Buch aus eigener Erfahrung nur empfehlen, denn die Möbelmacher leben zu einem wichtigen – aber leider nicht messbaren Teil – von den Handzeichungsfähigkeiten ihrer Berater Mathias Deinhard und herwig Danzer. Auch der Humor kommt darin nicht zu kurz:

„Kreativität ist die Beantwortung der Frage: Wie kommt das Rasen-Betreten-Verboten-Schild auf den Rasen?“

Prof. Klöcker hält übrigens auch spannende Seminare zu diesem Thema, kontaktieren Sie ihn über seine Homepage  oder sagen Sie uns bei Interesse Bescheid, dann könnten wir ja mal eines in Unterkrumbach  organisieren.

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 Ingo Klöcker: SKIZZIEREN IN TECHNIK, DESIGN, ARCHITEKTUR UND KUNST PERSPEKTIVISCH RICHTIG UND EINFACH ZU LERNEN
Sachbuch
Eigenverlag, 2012
DIN A4, 182 Seiten,
– Paperback schwarz-weiß, € 36,00 (inkl. MwSt.)
– Hardcover durchgängig farbig, € 49,90 (inkl. MwSt.)
Vom Autor direkt zu beziehen

Es ist das Begleitbuch zum Seminar „Skizzieren und Freihandzeichnen technischer Objekte“, ist aber auch bestens zum Nacharbeiten und Selbststudium geeignet.

Dazu ist Band 2 erschienen: SKIZZIEREN SUPPLEMENT, eine Beispielsammlung als Ergänzung für das Lehrbuch. Identischer Preis. Nur als Paperback verfügbar.

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Klöckers Plädoyer für Massivholz bei der Guten Form 2015 im Video

Alle Artikel im Nachhaltigkeitsblog über den Designwettbewerb „Die gute Form“

Massivholz und die Wahrhaftigkeit im Design – erklärt von Professor Klöcker bei der Guten Form 2015

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Die Jury hat sich intensiv mit den Gesellenstücken befasst und zum Probesitzen sogar Stühle angeschleppt. Der Tisch in der Mitte von Anna Domaischel hat den ersten Preis gewonnen.

Die Jury des Designwettbewerbs „Die Gute FoGuteForm15KlöckerEisenbrandWagnerGanser_0017rm“ – seit vielen Jahren die kompetenteste, gewissenhafteste und kommunikativste Bayerns, wie ich selbst zu behaupten pflege – hat wieder mal getagt. Wieder muss ich betonen, dass ich nur der Organisator im Namen der Schreinerinnung Nürnberger Land bin und aus Befangenheitsgründen (die Möbelmacher bekamen schon 43 Preise) die Sitzung nur begleite, manchmal mit Vorschlägen rein  organisatorischer Natur.

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Die Jungs wollen alle versteckten Details erkunden, schließlich geht es um eine glaubwürdige und nachvollziehbare  Begründung von Preisen

Diesmal war das unproblematisch, weil der Möbelmacherlehrling Frank Scharf  erst nächstes Jahr Prüfung macht, dennoch halte ich eine selbstständige und ehrenamtliche Jury, die sich strikt an die definierten Regeln der guten Form hält – und nicht an geschmackliche Vorlieben –  für ein großes Glück und die Innung kann der jährlich nur mit kleinen Abweichungen zusammenstehenden Gruppe aus Architekten, Grafikern, Künstlern, Schreinern und Professor Klöcker nicht dankbar genug sein. Die offiziellen GuteFormKriterien kann man hier herunterladen.

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Anna Domaischel und Ihr Tisch aus massivem Kirschbaum wurde von Professor Klöcker heftigst gelobt

Dieses Jahr waren es Angelika Eisenbrand- Leykauf (Diplom-Designerin),  Gerd Wagner (Schreinermeister und Berufsschullehrer), Wolfgang Ganser (Architekt) und Professor Dr. Ingo Klöcker (Hochschullehrer, Produktdesigner und Künstler) und sie hatten in ausgiebigen Diskussionen die drei am überzeugendsten gestalteten Möbelstücke ausgewählt und zwar, nach absolut zeitlosen Designkriterien und nicht nach den Wellenbewegungen persönlichen Geschmacks.

Andrea Pitsch berichtet anschaulich in Ihrem Bericht der Hersbrucker Zeitung davon, der leider ein zufälliges Stimmungsfoto wichtiger war, als das Foto der Siegerin mit Ihrem Gesellenstück, was die Innung bei einer Veranstaltung zur „Guten Form“  irritierte. Dankenswerter Weise wurde aber der im Artikel übersehbare Hinweis, wer den ersten Preis gemacht – Anna Domaischel von der Schreinerei Lehr – nachgereicht. Jetzt sind wieder fast alle zufrieden.

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Die drei jungen Preisträger der guten Form:

Die „Wahrhaftigkeit des Designs“ im Möbelbau heißt  Massivholz

Wir haben eine kleine Sequenz aus Klöckers Rede aufgezeichnet, in der er die Wahrhaftigkeit im Design durch Massivholz erklärt, was wir zwar schon seit 26 Jahren versuchen, aber noch nie auf den überzeugenden  Vergleich mit der „vermeintlichen“ (soll heißen: neu aufgebauten) Nürnberger Altstadt kamen.

 

Also wieder ein herzlicher Dank an die Jury, alle  Redner und die Sparkasse, die unsere Freisprechungsfeier im Nürnberger Land zu einer hochgradigen Veranstaltung machen.

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Hier sind alle Preise, die die Möbelmacher seit 1991 gewonnen haben.

Erstmals haben wir alle bisherigen Beiträge über die Gute Form in einer Kategorie zusammengefasst, wo Sie die letzten Jahre nachverfolgen können: Die Gute Form- Designwettbewerb

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Der Artikel der Hersbrucker Zeitung von Andrea Pitsch

HERSBRUCK – „Das hier ist der wichtigste Meilenstein in Ihrer Karriere!“, meint Heinz Oppel, Obermeister der Schreiner-Innung Nürnberger Land. Er hatte den dreijährigen Weg der 12 Damen und Herren begleitet, die mit der Freisprechung im Schreiner-Handwerk den Sprung von „Azubi zu Geselle“ geschafft haben. Belohnt wurde das natürlich mit einem Zeugnis und bei einigen sogar mit weiteren Preisen für besonders gelungene Gesellenstücke im Rahmen des Innungs-Wettbewerbs „Die gute Form“.

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Besonders viele Blicke zog das Gesellenstück von Florimel Herbst auf sich. Foto: A. Pitsch

Nein, die Hersbrucker Sparkasse bietet neben Immobilien jetzt nicht auch noch die passenden Möbel an: Was da diese Woche in der Schalterhalle stand, waren die praktischen Abschlussarbeiten der Schreiner-Azubis. Schlicht gehaltene Tische überzeugen dabei durch versteckte Laden als Finessen sowie durch Verarbeitung und Material. Daneben locken kreative Vitrinen und ein Hochschrank mit beleuchteter Glaseinlage zum Schauen.

Couchtisch, Stehpult, Nachttisch und Sideboard präsentieren sich mit schönen Maserungen und in interessanten Formen. Besonders ins Auge sticht Besuchern, Freunden und Familien der Junggesellen eine alte Werkbank, die auf einen Ast montiert ist und einen schwenkbaren Unterschrank darunter hat. Wer jetzt denkt, Erbauerin Florimel Herbst (Schreinerei Albatros, Förrenbach) hat sicher einen Preis bei der „Guten Form“ eingeheimst, der irrt. „Geschmack ist nicht gleich Design“, macht denn auch Jury-Mitglied Prof. Ingo Klöcker bei der Verleihung klar.

Ausgewählt haben er und seine Kollegen die besten Stücke nach festgelegten Kriterien, die die Azubis in einem extra angebotenen Workshop auch alle hätten mitbekommen können: „Aber von 12 sind nur fünf gekommen“, schimpft Klöcker kurz, „bei denen hat sich s gelohnt“. So wie vielleicht bei Dominik Schäfer (Schreinerei Gumann, Lauf), dessen „freistehende Säule in Stollenbauweise“ mit beleuchteten Muscheln unter einer Glasplatte am oberen Ende ihm eine Belobigung einbringt. Dass die Jury rätseln musste, wie der Schrank aufgeht – nämlich durch Drücken -, verhinderte ein besseres Resultat.

Auch das Hänge-Sideboard von Julian Dupke (Schreinerei Wölfel, Neunhof) war noch nicht perfekt: Die Platte oben in Form eines Winkels hätte besser abgesetzt sein müssen, befand das Gremium und vergibt Platz drei an ihn. Mit „toll und super“ lobt Klöcker den Vollholz-Tisch aus deutscher Kirsche von Anna Domaischel (Schreinerei Lehr, Engelthal) mit seinen unterschiedlich dicken Holmen. Für was er denn gedacht sei, will der Professor wissen. „Das ist einfach nur ein Tisch“, begründet Domaischel die schlichte Form.

Doch nicht nur auf die Leistungen beim Wettbewerb konnten die Familien „richtig stolz sein“, wie Thomas Häußler, stellvertretender Bereichsleiter der Sparkasse Nürnberg, feststellt. Auch darauf, dass alle ihren Abschluss zum Facharbeiter im Schreinerhandwerk erworben haben. Dieses hat für Michael Gebhard, stellvertretender Schulleiter der staatlichen Berufsschule Lauf, mit Emotionen zu tun: „Das Meister-Eder-Bild mit dem Geruch nach frischem Holz, Leim und Harz könnt Ihr mit modernem Design und Technologie verbinden.“

Für Stephan Czwalina, stellvertretender Leiter der Beruflichen Schule 11 Nürnberg, sind diese beiden Dinge sowie Kreativität, Geschick, Leidenschaft und Feingefühl in der Ausstellung sichtbar. „Es hat richtig Spaß gemacht mit Euch!“, sagt er und dankt dabei Lehrern, Betrieben und Eltern für die Unterstützung der jungen Leute. „Bleibt dem Schreinerhandwerk treu“, ist sein Wunsch. Die Voraussetzungen dafür haben die 12 jedenfalls geschaffen, denn „die komplette Mannschaft hat bestanden“, freut sich Obermeister Oppel bei der Freisprechung.

In Theorie, Gesellenstück und praktischer Arbeit schnitt Jonas Neumann (Schreinerei Albatros, Förrenbach) mit einem Notendurchschnitt von 1,5 am besten ab. Knapp dahinter reihten sich Domaischel (1,6) und Dupke (1,9) ein. Ihre Zeugnisse erhielten außerdem Herbst, Schäfer, Jonas-Laurin Lell (Lebensgemeinschaft Münzinghof), Christopher Süß (Schreinerei Süß, Happurg), Andreas Himmler und Matthias Brandl (Schreinerei Maiß, Alfeld), Jonas Andreas Barthel (Oppel Schreinerei, Schönberg), Robert Ekkert (Schreinerei Hubner, Hersbruck) und Louis Kurasch (Schreinerei Knodt, Hersbruck).

„Ihr seid nun junge Fachkräfte, die Verantwortung tragen und Kundenwünsche umsetzen können“, macht Thomas Pirner, Präsident der Handwerkskammer für Mittelfranken, in seiner Festrede klar. Das Rüstzeug haben die jungen Leute durch ihre Ausbildungsbetriebe erhalten. Nun stehen ihnen die Wege offen zu Meister, Betriebswirt oder Studium, wenn sie ein Gespür für Trends und neue Maschinen entwickeln, wirft er einen Blick voraus.

 

Möbelmacherin Sophia Bernutz mit EinsKommaNull-Zeugnis – Gute Form und Freisprechungsfeier 2014 in der Sparkasse Hersbruck

GuteForm14SophiaBernutz_0176Zuallererst gratulieren wir unserer Auszubildenden Sophia Bernutz ganz herzlich zum Schulzeugnis mit dem Notendurchschnitt von 1,0 (und zur Auszeichnung als Innungszweitbeste), aber auch ihrem Kollegen Ben Feadan Tarifa
Reischle von der Schreinerei Knodt mit dem gleichen Schnitt, wofür sie beide den bayerischen Staatspreis erhalten werden. GuteForm14Jury_0027Wir  gratulieren auch allen anderen frischgebackenen Gesellen und den Preisträgern, die im Artikel der Hersbrucker Zeitung von Ute Scharrer weiter unten ausführlich beschrieben werden. 

Die erste Kampfabstimmung der Jury

Im Jahr 2001 übernahm ich die Zusammenstellung der Jury (immer ohne selbst Mitglied zu sein!), aber erst 2014 habe ich die erste Kampfabstimmung miterlebt, die danach ehrenhaft von allen Jurymitgliedern gemeinsam vertreten wurde. Die 5 Jurymitglieder (vorgestellt im Artikel unten) stimmten mit drei zu zwei Stimmen für den ersten Preis, den die zwei Gegenstimmen lieber als ersten, statt als zweiten Preis gesehen hätten. Die Sitzung mit dem ganz neuen Mitglied Walter Reidinger (Architket bei Atelier 13) dauerte sehr lange und vier von 5 Mitgliedern standen den Auszubildenden nach der feierlichen Veranstaltung der Freisprechung und der Preisverkündung der guten Form Rede und Antwort. GuteForm14SophiaBernutz_0104

Elterliche Kritik an Jury

Die übernahm wieder Professor Ingo Klöcker, den der letztjährige Vorwurf eines Prüfungsvaters wohl viel beschäftigte, auf jeden Fall tauchte es in seiner über 30-minütigen Rede ausgesprochen häufig auf. Dieser Vater warf der Jury – und natürlich besonders dem, der die gemeinsame Entscheidung der Jury verkündet – Arroganz vor, weil die Einzelanfertigung von Möbeln nicht den Maximen des Designs von Massenware folgen müsse. Ist im Prinzip ja nicht völlig falsch –GuteForm14SophiaBernutz_0223 auch unsere Sophia hat sich bewusst für Ihr ganz persönliches und ungwöhnliches Möbel entschieden – trotzdem ist der von der Innung ausgeschriebene Designwettbewerb "Die gute Form" an gutem Design nach ganz bestimmten Vorgaben und Regeln gebunden, die die Jury bei der Begutachtung der Gesellenstücke berücksichtigen muss. Und die vor allem auch als gutes Design gelehrt und argumentiert werden sollen. Es geht dabei eben nicht um Geschmack oder "Gefällt mir – Gefällt mir nicht" sondern um objektive Kriterien, die hier zum Download zur Verfügung stehen: GuteFormKriterien herunterladen.       GuteForm14Jury_0023

Unsere Jury, die sich in den letzten 10 Jahren in Bayern einen hervorragenden Namen erarbeitet hat und um die wir von vielen Innungen beneidet werden, hat mit ihrer Zusammensetzung von Stadtbaumeister, Grafik-Designerin und Künstlerin, Schreinermeister und Berufsschullehrer, Architekt und Hochschullehrer für Produktdesign wieder viel Zeit investiert, wofür wir uns im Namen der Innung ganz herzlich bedanken.

Alle unsere Fotos der Veranstaltung sind hier zu finden.

Hier sind alle Preise, die die Möbelmacher seit 1991 gewonnen haben.

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So schön wie ein Gemälde

(von Ute Scharrer)

HZ14GuteFormSophiaBernutzAusschnittFreisprechung junger Schreiner: Gesellenstücke ausgezeichnet HERSBRUCK (us) – „Zuschauen, Zuhören, Nachmachen, Durchdenken“. Von diesen Eckpfeilern der Ausbildungszeit wurden 9 junge Schreiner und eine Schreinerin durch ihre Freisprechung entbunden. Als Leitlinien für lebenslanges Lernen empfahl sie Tobias Watzek von der Berufsschule Lauf trotzdemund diverse Festredner packten noch weitere Lebensweisheiten auf die herzlichen Glückwünsche drauf.

11 Prüflinge sind dieses Jahr zur Gesellenprüfung angetreten, wie Lehrlingswart Martin Wölfel aufzählte. Einer muss wegen einer Verletzung nachgeprüft werden, die anderen 10 haben bestanden, teilweise sogar mit Bravour wie Sophia Bernutz von den Möbelmachern in Unterkrumbach und Ben Feadan Tarifa Reischle von der Schreinerei Knodt in Hersbruck. Beide können sich über eine Einskommanull im Schulzeugnis und eine Eins vor dem Komma des Notenschnitts freuen. Doch wie stets bei den Schreinern wurden nicht nur Zeugnisse über relativ abstrakte Leistungen ausgehändigt, sondern die „Jung-Gesellen“ hatten auch Greifbares geschaffen. Die ansprechende Ausstellung von Möbelstücken in der Schalterhalle der Sparkasse Hersbruck verleitete MdL Norbert Dünkel zum Scherzen: „Neue Tische, neue Schränke und sogar ein neues Bett – kein Wunder, dass die Sparkasse immer wieder gerne den Gastgeber macht!“ Geschäftsstellenleiter Michael Albert und Albert Pickel, Bevollmächtigter der Sparkasse Nürnberg, hießen die Absolventen als Hausherren willkommen. Die von Norbert Dünkel angesprochenen Tische, Schränke und das Bett waren die Gesellenstücke, das bedeutet, dass die Azubis sie selbst entworfen und im Ausbildungsbetrieb gefertigt haben. Sechs von diesen Arbeiten stellten sich der Auswahl zur Verleihung des Preises für die „Gute Form“, der unter den Mitgliedsbetrieben der Schreinerinnung ausgelobt und durch eine unabhängige Jury bewertet wird. Die Jurymitglieder Angelika Eisenbrand- Leykauf (Diplom-Designerin), Lothar Grimm (Stadtbaumeister von Hersbruck, Walter Reidinger (Architekt bei Atelier 13), Gerd Wagner (Schreinermeister und Berufsschullehrer) und Professor Dr. Ingo Klöcker (Hochschullehrer, Produktdesigner und Künstler) hatten in ausgiebigen Diskussionen die drei am überzeugendsten gestalteten Möbelstücke ausgewählt und zwar, wie Professor Klöcker in seiner Laudatio betonte, nach absolut zeitlosen Designkriterien und nicht nach den Wellenbewegungen persönlichen Geschmacks.

Die aufgezählten Kriterien konnte Ingo Klöcker sofort an den Arbeiten der Preisträger erläutern. Thomas Penkwitz von der Schreinerei Oppel in Lauf-Schönberg erhielt eine Belobigung für seinen teilweise freischwebenden Schreibtisch, den er sowohl optisch durch eine schräge Schubladenfront als auch statisch durch eine Stahlplatte am Boden ausbalanciert hatte. Carsten Scharrer von der Firma Lämmermann in Hersbruck-Großviehberg hatte sich mit einem konsequent in einer Holzart und –farbe gehaltenen Schreibtisch ohne überflüssiges Schnickschnack für den zweiten Preis qualifiziert. Als Siegerarbeit setzte sich ein Sideboard von Simon Fronczek aus der Schreinerei Wölfel aus Lauf- Neunhof durch. Er konnte die Jury mit einem Design überzeugen, das die Grenze zur Kunst berührte. Seine raffiniert verschachtelte Möbelfront könne auch als Bild an der Wand hängen, erläuterte Ingo Klöcker die Jury-Entscheidung.

Thomas Pirner, Vizepräsident der Handwerkskammer Mittelfranken bereitete die frisch gebackenen Gesellen auf die Notwendigkeit vor, Kundenwünsche genau zu ermitteln und beim „grundsätzlich schwierigeren fränkischen Kunden auch einmal zu erahnen. Obermeister Oppel apellierte an junge Leute sich zum Schreiner ausbilden zu lassen. Studiendirektor Stephan Czwalina von der Berufsschule 11 in Nürnberg schlug poetische Töne an: mithilfe eines Gedichts von Herrmann Hesse bat er die jungen Leute, das Feuer, das jetzt noch in ihnen lodere, nicht ausgehen zu lassen. Fortbildungen, Aufbrüche, ungewöhnliche Pfade seien der Weg dorthin. Mit der Freisprechung der Lehrlinge, Übergabe der Zeugnisse und einiger Präsente durch Landrat Armin Kroder und anderer Sponsoren endete der offizielle Teil des Abends. Danach wurde der Küchenspezialist Helmut Neugebauer noch mit Ehrennadel und Urkunde für die 25-jährige Mitarbeit bei den Möbelmachern geehrt und das Buffet eröffnet.

Die Ausstellung in der Schalterhalle der Sparkasse Hersbruck ist ab jetzt für zwei Wochen zu sehen.

Die Gute Form 2013 in Hersbruck

FreisprechungSchreiner 5Insgesamt war es ein sehr gelungener Abend, von Sparkassenseite
erstmals engagiert organisiert von Christine Feidel und ihrem Team, bei
denen sich die Innung – wie bei der Jury auch – mit einem Fläschchen
köstlichen Inhalts bedankte. Zwei Stunden sind schon ein wenig lang, auch wenn Freisprechung der Gesellen, die Gute Form, Festrede der Bundestagsabgeordneten Marlene Mortler und zu viele Grußworte durchaus Zeit brauchen. Trotzdem sollte man schon mal überlegen, ob man nicht irgendwo ein wenig Zeit sparen könnte,  
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Professor Ingo Klöcker (Ohm-Hochschule) hat bei seiner ausführlichen Laudatio unter anderem erklärt, wie die Bewertung der Jury zustande kommt, nämlich nicht nach persönlichem Geschmack, sondern nach dem offiziellen Kriterienkatalog, nach dem unsere hochkompetent besetzte Jury die Preise ausgewählt hat und dieses Jahr feierlich und freundlich übergeben hat.  

Vielen Dank also an Prof. Klöcker und

Anja Schütz
Innenarchitektin
 
Lothar Grimm
Stadtbaumeister der Stadt Hersbruck
 
Wolfgang Ganser
Architekt
Gerd Wagner
Berufsschullehrer und Schreinermeister
Angelika Eisenbrand-Leykauf
Dipl. Designerin (FH)

Ute Scharrer von der HZ hat einen perfekten Artikel darüber geschrieben (und die meisten Fotos auf dieser Seite gemacht – vielen Dank), dem eigentlich nichts hinzuzufügen ist. Achja, wir hatten in diesem Jahr keinen Auszubildenden dabei, der konnte dann auch an unserer Auszeichnungsstatistik (am Schluss der Seite) nichts ändern.

Die Hersbrucker Zeitung berichtet
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 HERSBRUCK (von Ute Scharrer) – „Tages Arbeit
– abends Gäste, saure Wochen – frohe
Feste!“:  Mit diesem Goethe-Zitat
lud Sandro Brütting von der Berufsschule
Lauf seine Schützlinge nach
strapaziösen Prüfungswochen zum
verdienten Feiern ihres Erfolgs ein.
Zahlreiche Festredner gestalteten eine
würdige Freisprechungsfeier mit
Verleihung der Preise des Innungswettbewerbs
„Die Gute Form“.

Die Früchte der Arbeit an den Gesellenstücken
konnten Ausbilder,
Lehrer, Ehrengäste, Eltern und
Freunde gleich in der Schalterhalle
der Sparkasse Hersbruck bewundern.
Um eine ansprechende Form
war dabei jedes Werkstück bemüht,
sei es der in wechselnden Farben beleuchtete
Kickertisch, der rhombenförmige
Stehtisch oder der in lebhaften
Rottönen gemaserte Schreibtisch
– die handwerkliche Qualität
ist Voraussetzung für die Teilnahme
an der „Guten Form“.

FreisprechungSchreiner 4
Dass es bei der Auswahl der Preisträger
keineswegs um Geschmacksfragen,
sondern um greifbare ästhetische
Kriterien ging, erläuterte Professor
Ingo Klöcker von der Georg-
Simon-Ohm-Hochschule im Namen
seiner ehrenamtlichen Jury. Diese
bestand aus „Form-Spezialisten“
so unterschiedlicher Berufssparten
wie Webdesign, Schreinerhandwerk,
Architektur und Lichtdesign. Klöcke
zitierte Bauhaus-Stilikone Mies
van der Rohes Postulat „Weniger ist
mehr“ und zeigte direkt an den Gesellenstücken
auf, wo das Weglassen
alles Überflüssigen zu einer stringenten
Formgebung geführt hatte.

FreisprechungSchreiner 1

Ganz folgerichtig gingen der erste
und der zweite Preis des Innungswettbewerbes
an Möbelstücke, die
auf das Wesentliche reduziert waren.
Oliver Christann (Wölfel
GmbH) gewann mit einem Schreibtisch,
dessen Arbeitsflächen mit dem
elastischen und traditionellen Werkstoff
Linoleum in schönem Farbkontrast
zum hellen Holz ausgestattet
worden war. Sven Springer (Schreinerei
Pickelmann Henfenfeld) überzeugte
mit einer schlichten Bank mit
verschiebbaren Rückenlehnen und
verborgenem Stauraum und Ivo
Maisel (Engelhardt Holztechnik)
holte sich eine Belobigung für seinen
originellen und mit wechselnden
Farben beleuchteten Kickertisch.

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„Alle zehn Prüflinge, die angetreten
sind, haben auch bestanden!“,
freute sich Obermeister Heinz Oppel
und gratulierte mit Lehrlingswart
Martin Wölfel den drei Innungsbesten
mit Geschenken zu hervorragenden
Leistungen. Sven Springer führte
das Feld an und Uwe Schumann
(Wölfel GmbH) und Oliver Mädler
(Schreinerei Hubner) folgten ihm
auf dem Fuße. Bei der Freisprechung
zum Gesellen hatten die „ehemaligen“
Lehrlinge bereits einen wahren
Redenmarathon hinter sich gebracht.
Ein Füllhorn an guten Wünschen
und Gratulationen schütteten
die Festredner über den jungen
Handwerkern aus. Thomas Häußler
freute sich, die Schreinergesellen bei
sich in der Sparkasse begrüßen zu
dürfen.
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Brigitta Stöber überbrachte Geschenke
von Landrat Armin Kroder
und Bürgermeister Robert Ilg. Sie
knüpfte mit ihrem Thomas-Mann-
Zitat an die Gedanken zur Ästhetik
ebenso an wie an die erworbenen
schreiner, bei den
erworbenen Fähigkeiten
nicht
Halt zu machen.

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Die Lacher auf ihrer Seite hatte
Bundestagsmitglied Marlene Mortler mit ihren
durch die Bank drastischen Zitaten von der Verderbtheit,
Faulheit und Luxusliebe
der „Jugend von heute“. Die Klagen,
die der Zeitung von gestern entnommen
zu sein schienen, waren zwischen
50 und 3000 Jahre alt. „Ich bin
ein Mensch, der an die Jugend
glaubt“, sagte sie und plädierte für
eine Gleichstellung der dualen mit
der akademischen Ausbildung.

Mit einem Glas Sekt feierten die jungen
Leute ihre Aufnahme in die „Wirtschaftsmacht
von nebenan“, wie Obermeister Oppel das Handwerk
bezeichnet hatte.

Die Ausstellung der Werkstücke
ist noch drei Wochen lang in der
Schalterhalle der Sparkasse zu sehen.

Freisprechungsfeier und „Gute Form“ 2012 – Christiane ist Innungsbeste

Innungsbeste von den Möbelmachern

GuteForm12_183AusschnittEine Altersklausel untersagte leider unserer Christiane Suttner die Teilnahme am Gestaltungswettbewerb „Die gute Form,“ dafür hat sie sich den Preis als Innungsbeste geschnappt, GuteForm12_077was bis heute nur 7 unserer bisher 43 Lehrlingen gelang (insgesamt verteilen sich ungleich auf 43 Lehrlinge seit dem Jahr 1989 43 Preise). Sie gewann einen Akkuschrauber, über den sie sich wirklich gefreut hat und wozu ihr auch Marlene Mortler via Twitter gratulierte: MarleneMortlerTwitterWEB Ihre Theorienoten seien laut Aussagen von Innungsinsidern so gut, dass sie ihr Gesellenstück auch zusammennageln hätte können, was natürlich erstens übertrieben ist und zweitens bekam sie für dasselbe auch eine gute Note.  Aber es erklärt auch ein wenig, warum der Innungsdachverband die Teilnahme an der guten Form nur bis zum Alter von 28 Jahren zulässt. Die Entscheidung entstand wohl, als lange Jahre bei den deutschlandweiten Wettbewerben zu viele Erwachsene auf dem Siegertreppchen standen, die eigentlich den Nachwuchs des Handwerks repräsentieren sollten.

Die Reden

GuteForm12_110Um es kurz zu machen: es waren viele Reden und es dauerte ziemlich lange. So sehr wir uns über den feierlichen Rahmen freuen, den wir als eine von wenigen Handwerksinnungen mithilfe der Sparkasse bieten können, und auch darüber, dass die Redner ihre Zeit für die Schreinerinnung zur Verfügung stellen, so sehr sollten wir eine kleine Reduktion anstreben. Sehr treffend zusammengefasst hat das übrigens Katja Bub von der Hersbrucker Zeitung, deren Artikel unten anhängt und deshalb hier ein wenig Platz spart. 

Die gute Form

GuteForm12_063Durch ziemlich tragische Zufälle sind nur drei Gesellenstücke in die Wertung gekommen, das lag entweder am Alter, an der Note des Gesellenstücks oder an der Tatsache, dass die Betriebe nicht Mitglied der Innung sind und somit an den weiterführenden Wettbewerben auf Landes- und Bundesebene nicht mitwirken dürfen. Trotzdem war die Jury mit 6 Personen vollständig anwesend, was uns sehr beeindruckte. Angelika Eisenbrand-Leykauf (Grafikerin und Künstlerin), Wolfgang Ganser (Architekt), Lothar Grimm (Stadtbaumeister), Prof. Ingo Klöcker (Prof. und Künstler), Anja Schütz (Architektin und Lichtplanerin) und Gerd Wagner (Berufsschullehrer) diskutierten lange und intensiv, das Ergebnis stellte Prof. Klöcker dann im Namen der Jury vor. 

2012-07-23 10.37.22Den ersten Preis der Guten Form 2012 der Innung Nürnberger Land gewann mit seinem Saxophonturm Sebastian Nieradzik von der Schreinerei Pickelmann aus Henfenfeld, den zweiten Preis Michael Stammler, von Engelhardt Holztechnik aus Neunkirchen/Speikern mit einem Ahorn Hängeboard.

GuteForm12_029Diesmal haben die jungen Menschen von Professor Klöcker (von der Ohm-Hochschule, nicht von der Akademie) deutlich mehr Lob als Kritik bekommen, denn in der Vergangenheit wurden sie manchmal ein wenig überfordert. Einige lobten Klöckers thematische Ausflüge zu den Automobilbauern, dem Streifendesign von Hemden und den Grundregeln des Design an sich, andere kritisierten den dafür notwendigen Zeitrahmen. Denn „die gute Form“ sei eine Ergänzung der Freisprechungsfeier und nicht andersrum und die jungen Leute sind auf das Ergebnis so gespannt, dass ein großer Teil der Vorrede wohl nicht wirklich wahrgenommen wird.

Ehrung der Jahrgangsbesten und FreisprechungGuteForm12_117

Auch hier gab es natürlich Urkunden und viel Lob, den wichtigen Akt der Freisprechung aller Gesellen übernahm Obermeister Heinz Oppel GuteForm12_137und ob seiner Begeisterung hätte er beinahe die Ehrung langjähriger Mitarbeiter vergessen,  was besonders tragisch gewesen wäre, weil unsere -Bayerns beste – Sekretärin Nina Brunner schon seit 10 Jahren (eigentlich fast 11) bei uns ist. So gesehen kamen die besten Frauen des Abends von den Möbelmachern und zusammen mit den besten Ehefrauen und Christianes Eltern ließen wir den Abend im Caffe Corretto durchaus beglückt ausklingen.  GuteForm12_207

Preisfrage: Was ist hier zu sehen?

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Der Artikel in der Hersbrucker ZEitung vopm 28.7.2012 von Katja Bub:

GesellstückZEitungChristianeWEB

 


Acht Schreiner zeigen, was sie drauf haben
Gesellenstücke sind derzeit in der Kundenhalle der Sparkasse Hersbruck zu sehen – Innungsbeste ist Christiane Suttner

HERSBRUCK (kb) — Noch bis 15.
August zieren einige besondere Möbel
die Kundenhalle der Hersbrucker
Sparkasse: die Gesellenstücke
der frischgebackenen Schreiner aus
dem Nürnberger Land. Die durften
hier kürzlich auch ihre Zeugnisse
bei ihrer Freisprechung in Empfang
nehmen. Außerdem kürte die Schreiner-
Innung ihre besten Prüflinge
und den Gewinner des Wettbewerbs
„Die gute Form“.

Was ist gutes Design? Vereinfacht
gesagt: Das, was sich gut verkauft.
Denn laut Professor Ingo Klöcker
hängt der Erfolg eines Produkts
nicht in erster Linie von seiner Technik
oder seiner Wirtschaftlichkeit
ab, sondern zu 80 Prozent von seinem
Design. Und da überzeugte vor
allem einer die Jury: Sebastian Nieradzik
von der Schreinerei Pickelmann
aus Henfenfeld.

Ein Turm zum Aufklappen

Er entwarf einen raffinierten
Turm mit auffälliger Holzmaserung,
dessen Türen sich aufklappen lassen.
Im Innern befinden sich Schubladen,
Ablagefächer und überdies
noch ausreichend Platz für ein Saxophon.
Ein kleines Raumwunder also.
Auf Platz zwei beim Wettbewerb
„Die gute Form“ landete Michael
Stammler von Engelhardt Holztechnik
aus Speikern mit seinem Hängeboard
in klassischer Form.

An dem Abend im Sparkassen-
Foyer ging es allerdings nicht nur
ums Design, auch wenn Landrat Armin
Kroder sich von seiner modischen
Seite zeigte und eigens für den
Termin mit einer Krawatte in der
Farbe der Schreiner-Innung auftauchte.
Im Mittelpunkt standen
vielmehr die acht jungen Leute, die
ihre Gesellenprüfung bestanden
hatten. Sie bekamen allesamt ihr
Zeugnis überreicht und natürlich
noch jede Menge guter Ratschläge
mit auf den Weg. Lebenslang zu lernen,
empfahl ihnen beispielsweise
Landrat Kroder. Auf die eigenen Fähigkeiten
zu vertrauen, riet Reinhard
Knörl von der Laufer Berufsschule.
Lernen, sich gut zu präsentieren,
Michael Adamczewski von
der Berufsschule Nürnberg. Und
Siegmund Legat von der Sparkasse
erklärte schließlich begeistert: „Sie
haben einen der schönsten Berufe
gewählt.“
Beste der acht Azubis war Christiane
Suttner von den Möbelmachern
aus Unterkrumbach mit einem
Notendurchschnitt von 1,9, was der
tatkräftigen Dame einen Akku-
Bohrschrauber als Geschenk einbrachte.
„Den kann ich wirklich gut
gebrauchen“, freute sie sich. Zweitbester
Absolvent war Simon Schnellinger
von der Schreinerei Heinz
Ultsch aus Ottensoos mit 2,0. Auf
Platz drei landete Lukas Seyfferth
von der Schreinerei Albatros aus
Förrenbach mit 2,15.
Neben den Innungsbesten und den
Platzierten beim Wettbewerb „Die
gute Form“, Sebastian Nieradzik
und Michael Stammler, durften auch
Alexander Legrand (Schreinerei
Holzwurm, Röthenbach), Tobias
Loos (Schreinerei Knodt, Hersbruck)
und Thomas Spanhauer
(Schreinerei Friedrich Maiß, Alfeld)
ihr Abschlusszeugnis aus den Händen
von Innungs-Obermeister Heinz
Oppel und Lehrlingswart Martin
Wölfel entgegennehmen. Für zehn
Jahre Betriebszugehörigkeit wurde
Nina Brunner von den Möbelmachern
geehrt.

Wenn heuer
auch so wenige
Azubis wie schon
seit Jahren nicht
mehr ihren Abschluss
machten,
wie Obermeister
Oppel das Publikum
wissen ließ,
verstecken müsse
sich niemand von
ihnen.
„Wir sind wer.
Wir sind Handwerker.
Und ohne
die geht gar
nichts“, verkündete
Thomas Pirner,
Vizepräsident
der Handwerkskammer
für Mittelfranken.
Denn die 830 000
Handwerker, die
es in Bayern gebe,
erwirtschafteten
immerhin einen
Jahresumsatz von
93 Milliarden Euro.

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Unserer Lehrlinge und deren Preise seit 1989.

Wer alle Fotos sehen und runterladen will, schickt uns eine Mail an herwig.danzer@die-moebelmacher.de und bekommt den Link in die Dropbox.

Nils Hager freigesprochen

IMG_3776NilsHagerXeniaSchmidtFEIN   Nein, unser lieber Nils war nicht angeklagt, er wurde nur von der Lehre freigesprochen und in den Gesellenstand erhoben . Das gleiche Schicksal ereilte auch 12 Kollegen aus dem gleichen Jahrgang, die sich in der Schalterhalle der Sparkasse Hersbruck zu eben jener Freisprechung mit Preisverleihung des Wettbewerbs "Die gute Form" zusammenfanden. IMG_3766NILS_Fein Wieder waren deutlich mehr Angehörige, Offizielle und Freunde anwesend, als angemeldet waren, allerdings hat das schöne Buffet danach trotzdem gereicht, der unermüdlichen Organisatorin Christel Luber sei Dank. Auch Ihren engagierten und netten Kolleginnen, die natürlich Angestellte der Sparkasse sind und den fälschlicherweise erwähnten Berufsstand der "Hostess" für das Schreinerhandwerk freundlicherweise nebenbei mit erledigen.

DieguteForm11__0034JuryBewertendAusschnittDer nächste herzliche Dank geht gleich an die Jury der guten Form: Sechs kompetente Menschen aus dem aktiven Berufsleben, die sich einen ganzen Vormittag lang mit der guten Form der Gesellenstücke der Schreinerlehrlinge beschäftigen und dieselben mit Preisen ehren. DieguteForm11__0044JuryAusschnitt_sitzend Das waren in diesem Jahr (v.l.n.r.) Hersbrucks Stadtbaumeister Lothar Grimm, Architekt Wolfgang Ganser, der Berufsschullehrer und Schreinermeister Gerd Wagner, die Designerin Angelika Eisenbrand-Leykauf, der Professor an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Prof. Ingo Klöcker und – das erste Mal – die Innenarchitektin Anja Schütz. Das Lob an die Jury, insbesondere den Überbringer der guten Nachricht, Prof. Klöcker übernimmt in diesem Jahr der wohlformulierte und rechtzeitig erschienene Zeitungsartikel von Jürgen Ruppert, an dem wir nur wie in den letzten Jahren auch die Fotografie bemängeln. Es macht aus unserer aller Sicht keinen Sinn, in der jeweiligen Regionalzeitung (Pegnitzzeitung und Hersbrucker Zeitung) nur die Gesellen aus deren Einzugsgebiet abzubilden. Das müssen wir im nächsten Jahr im Vorfeld klären, hoffentlich denkt jemand rechtzeitig dran.

Wir freuten uns auch über die Ehrung der 10-jährigen IMG_3778NILS_StefanFEIN Betriebszugehörigkeit von unserem Meister Stefan Winter, der auch für die gelungene Ausbildung von Nils und ganz vielen Vorgängern verantwortlich ist.  Insgesamt eine angenehme Veranstaltung, bei der einige Reden zwar – wie wir alle – eine gewisse Straffung verdient hätten, die aber nicht zuletzt durch die eher freundliche Laudatio von Prof. Klöcker, sehr harmonisch war.

IMAG0138 Den Ausklang fand sie wie seit 20 Jahren beim gemeinsamen Besuch einer Lokalität, in diesem Fall der Eisdiele am oberen Markt (heißt glaube ich nicht mehr Pradelle), die uns mit feinem Eis und freundlichem Service verwöhnte. 

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Vielen Dank auch an OStR Bodo Sewekow, von der Staatlichen Berufsschule Nürnberger Land, der mir seinen Fotoapparat als Ersatz für den auf der Garderobe liegengelassenen eigenen lieh. Foto in der Eisdiele ist vom Android.

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Der Text von Jürgen Ruppert in der Hersbrucker Zeitung:

„Gags“ sind beim Design unerwünscht

Freisprechung der Jungschreiner – Gesellenstücke in der Sparkasse Hersbruck ausgestellt – Lob vom „Prof“

HERSBRUCK (jr) –
„Ich spreche Euch von der Lehre fei und erhebe Euch in den Facharbeiterstand“, sagte Innungs-Obermeister Heinz Oppel die entscheidenden Worte. 13 Azubis aus Betrieben von Velden bis Röthenbach
machte er so zu Schreinergesellen.

Ein Höhepunkt war die Verleihung der Preise „Die gute Form“ mit „professoralem“ Lob durch Ingo Klöcker. Bei der Feier in der Hersbrucker Sparkasse  überreichten Heinz  Oppel und Lehrlingswart Martin Wölfel die Zeugnisse auch an die heimischen Absolventen:

Nils Hager von den Unterkrumbacher Möbelmachern, Dennis Krieger (er lernte bei Schreinermeister Stephan Lehr in Engelthal), Mehmet Mercan (Schreinerei Albatros  in Förrenbach), Klaus Scharstein von
der Schreinerei Knodt in Hersbruck und Ingo Treutlein (Schreinerei Taubmann in Velden).

Die Gesellenstücke – Sideboards, Tische, TV-Möbel – sind bis Mitte August in der Kundenhalle der Hersbrucker Sparkasse ausgestellt. „Es ist ein reizvolles  Ambiente unter der Glaskuppel“, zollte Michael Adamschewski, Leiter der Berufsschule 11 in Nürnberg, seine Anerkennung für die Wahl des
Raumes. Die Öffentlichkeit kann sich beim Betrachten der Exponate ein Bild von der Leistungsfähigkeit der Jungschreiner machen, sagte Jürgen Rolle von der Sparkasse. Schon traditionell brachte Professor  Ingo Klöcker Glanz in die Zeugnisverleihung. Der Ohm-Fachhochschullehrer hielt ein Plädoyer für den Werkstoff Holz: interessante  Maserungen, wunderbare Farbenspiele, glatte Oberfläche wie ein menschlicher Oberschenkel. Beim Wettbewerb „Die gute Form“ ging es letztlich um „Design“. Ingo  Klöcker warnte zum Beispiel vor Kombinationen von Holzsorten („das verfälscht“). Auch „Gags“ wie  Lichtelemente gehören seiner Meinung nach zum schlechten Design.

Der Experte deckte zudem funktionale Schwächen wie „Kniekiller“ bei einem Tisch auf. Zusammen mit  den Fachleuten Wolfgang Ganser, Angelika Eisenbrand- Leykauf, Lothar Grimm, Gerd Wagner und Anja  Schütz hatte der Professor sieben Gesellenstücke bewertet. Eine Belobigung erhielten Ingo Treutlein und  Dennis Krieger. Der dritte Preis ging an Florian Stahlmann (Schreinerei Oppel in Schönberg), Platz zwei  wurde nicht vergeben, Gewinner war Anton Wurm (Oppel) mit seinem Garderoben- Sideboard aus zwei  Grundkörpern nach dem Prinzip „weniger ist mehr“. In seinem Grußwort hob Landrat Armin Kroder die  Wichtigkeit des Handwerks im Nürnberger Land mit 2300 Betrieben, 10 000 Mitarbeitern und 500  Millionen Euro Jahresumsatz hervor. Lothar Schuster von der Berufsschule Lauf mahnte die Gesellen zu  ständiger Weiterbildung: Das Wort „ausgelernt“ gilt nicht mehr. „Vielleicht können Ihre Urenkel die  Exponate noch bewundern“, veranschaulichte Dr. Thomas Pirner, Vizepräsident der Handwerkskammer Mittelfranken, den Wert einer Schreinerarbeit. Jahrgangsbeste waren heuer Christian Bieber (Schreinerei  Wölfel in Neunhof) mit 86,6 von 100 möglichen Punkten, Klaus Scharstein mit 81,6 und   Dennis Krieger mit 81,2 Zählern.

HZ29_077_11GuteFormWEB

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Gute Form 2010

Gute Form 2009

Gute Form 2008

Skandal mit der Guten Form 2008

Die gleiche Veranstaltung im Jahr 2007

 


Die Preis unserer Lehrlinge seit 1992

Zeitungsartikel über „Die gute Form“ 2010

Chistina Fraude und ihr Kollege Matthias Becker haben dank ihrer guten Noten auch die mittlere Reife erhalten
Chistina Fraude und ihr Kollege Matthias Becker haben dank ihrer guten Noten auch die mittlere Reife erhalten

Die Gute Form und deren Berichterstattung ist anscheinend ein Problem. Vor zwei Jahren wurde unsere Lehrling von der Innung Bayreuth diskriminiert (was auch in der Presse diskutiert wurde), letztes Jahr gefiel dem Redakteur der HZ der Gewinnerschreibtisch nicht und stellte die Preisträger vor einen anderen, der gar nicht am Wettbewerb teilnahm.

Aber erstmal vorweg: die Hersbrucker Zeitung kann nichts dafür, den pressetechnischen Fauxpas leistete sich die Pegnitzzeitung. Diese Jahr haben wir unsere Standard-Bitte um die pdf-Datei dann so formuliert:

Liebe Redaktion,

könnte ich bitte den Artikel als pdf bekommen, in dem der Ausbildungsbetrieb der Innungsbesten nicht genannt wurde, in dem die Empfänger einer Belobigung nicht genannt wurden, in dem die unwesentlichen Heimatorte der Gesellen genannt wurden, statt deren Ausbildungsbetriebe und der erst kurz vor dem Ende der Ausstellung, die er eigentlich bewerben sollte veröffentlicht wurde? Würd´ mich freuen.

Vielen Dank und Gruß aus Unterkrumbach

herwig Danzer

Helga Münzenberg machte mich dann erst drauf aufmerksam, dass zusätzlich auch noch das falsche Bild, nämlich das der Gesellen aus dem Laufer Gebiet veröffentlicht wurde, obwohl die Teilung der Gesellen ein kompletter Unsinn ist. Oder sind sie nach Wohnorten eingeteilt worden? Jedenfalls war unsere Gesellin Christina Fraude nicht auf dem Foto, was wir hier ganz oben nachholen (unser Sieger Matthias Becker war nur mit mit dem eigenen Foto vertreten). Trotzdem freuen wir uns natürlich riesig über den einzigen Preis, den unser Matthias Becker bekam.

Alle Infos in „richtig“ findet man wie immer im Nachhaltigkeitsblogbeitrag sogar mit Video über alle Gesellenstücke.

Die gute Form 2008 gewinnt unser Lehrling Pascual.

Die gute Form 2007 gewinnt unser Lehrling Erhard.

Gute Form 2010 mal wieder skandalverdächtig in der Zeitung

GuteForm2010_0295

Alle Fotos bei Ipernity

Die Gute Form Skandalserie reißt nicht ab: vor zwei Jahren wurde unsere Lehrling von der Innung Bayreuth diskriminiert (was auch in der Presse diskutiert wurde), letztes Jahr gefiel dem Redakteur der HZ der Gewinnerschreibtisch nicht und stellte die Preisträger vor einen anderen, der gar nicht am Wettbewerb teilnahm.

Aber erstmal vorweg: die Hersbrucker Zeitung kann nichts dafür, den pressetechnischen Fauxpas leistete sich die Pegnitzzeitung. Diese Jahr habe ich meine Standard-Bitte um die pdf-Datei dann so formuliert:

Liebe Redaktion,

könnte ich bitte den Artikel als pdf bekommen, in dem der Ausbildungsbetrieb der Innungsbesten nicht genannt wurde, in dem die Empfänger einer Belobigung nicht genannt wurden, in dem die unwesentlichen Heimatorte der Gesellen genannt wurden, statt deren Ausbildungsbetriebe und der erst kurz vor dem Ende der Ausstellung, die er eigentlich bewerben sollte veröffentlicht wurde? Würd´ mich freuen.  

Vielen Dank und Gruß aus Unterkrumbach  

herwig Danzer

HZ2010GuteForm30810WEB

Helga Münzenberg machte mich dann erst drauf aufmerksam, dass zusätzlich auch noch das falsche Bild, nämlich das der Gesellen aus dem Laufer Gebiet veröffentlicht wurde, obwohl die Teilung der Gesellen ein kompletter Unsinn ist. Oder sind sie nach Wohnorten eingeteilt worden? Jedenfalls war unsere Gesellin Christina Fraude nicht auf dem Foto, was wir hier ganz oben nachholen (unser Sieger Matthias Becker war nur mit mit dem eigenen Foto vertreten). Arghhh.
Mein Gott, mache Dinge wären so einfach, wenn die Leute miteinander reden würden oder ein in einer Firma bereits vorhandenes Wissen einfach weitergeben würde, denn es gab ja schon mal Artikel, in denen alles gestimmt hat.

Alle Infos in "richtig" findet man wie immer im Nachhaltigkeitsblogbeitrag sogar mit Video über alle Gesellenstücke. 

Die gute Form 2008 gewinnt unser Lehrling Pascual.

Die gute Form 2007 gewinnt unser Lehrling Erhard.

„Die gute Form“ 2010: Matthias Becker von den Möbelmachern gewinnt den einzigen Preis

GuteForm2010_0278Matthiaskorrigiert

Alle Fotos bei Ipernity

Alle waren sich einig, dass man etwas tun müsse: Die Jury hat statt einem ersten, zweiten und dritten Preis nur einen zweiten vergeben und ansonsten nur noch zwei Belobigungen für die originellen Ideen eines Stuhls mit Schublade (Theresa Senf, Schreinerei Hubner, Hersbruck)  und eines Sattelschrankes (Ilona Schmidt, Schreinerei Oppel Schönberg) ausgesprochen.

Die Jury bewertet jährlich die gestalterische Qualität (nicht die handwerkliche) der Gesellenstücke und dafür gibt es – anders als viele Gäste glauben – viele objektive Kriterien. Was nicht immer heißen muss, dass nicht auch subjektive einfließen. GuteForm2010_0320ChristinaFraudeSo kann man zum Beispiel die Argumentation von Professor Klöcker gegen "Tipp-On Beschläge" (die eine grifflose Tür mit Drücken, statt mit Ziehen öffnen) einerseits durchaus nachvollziehen, andererseits kann man von den jungen Menschen kaum verlangen, dass sie sich in den ersten Lehrjahren schon selbstbewusst gegen den Megatrend der Grifflosigkeit im internationalen Möbelbau stemmen sollen. Und wenn sich Lehrlinge im ersten Möbelstück, dass sie selbst gestalten dürfen sogar bewusst – und wie mehrfach bestätigt wurde – sogar gegen den konkreten Rat ihrer Meister – für zuuu dreieckige, zuuu schwere oder sogar leicht kitschige Elemente, wie zum Beispiel ein Hufeisen als Türgriff entscheiden, dann muss das natürlich bewertet werden, gleichzeitig kann man aber auch – vielleicht leicht schmunzelnd, denn witzig ist das halbierte Hufeisen ja schon – den Willen der Gesellen akzeptieren. GuteForm2010_0153 Denn in Zukunft müssen sie wieder machen, was ihre Meister oder die Kunden vorgeben, weshalb wir als Schreinerei übrigens auch kein großes Problem damit haben, für Kunden mal Möbel zu bauen, die mehr deren persönlichem Wunsch, als den Regeln des klaren Designs entsprechen, besonders, wenn sie ein originelles Foto abwerfen. 

GuteForm2010_0141 Unser Matthias Becker hat mit seinem Badezimmer-Waschtisch als einziger einen (zweiten) Preis erhalten. Insgesamt wollte die Jury aus zwei Architekten (Stadtbaumeister Lothar Grimm und Wolfgang Ganser), einer Designerin (Angelika Eisenbrand-Leykauf) und einem Berufsschullehrer und Schreinermeister (Gerd Wagner) vor allem die Ausbildenden der Schulen und Betriebe wachrütteln, auf dass man in Zukunft mehr Engagement in die Gestaltung  der Gesellenstücke stecke. Der Sprecher der Jury, Prof. Ingo Klöcker fordert dies nicht nur, sondern bietet den Entscheidern auch noch seine persönliche Mithilfe an. Wenn sich die Lehrlinge dann im nächsten Jahr ernsthaft mit der Gestaltung auseinandersetzen, würde wohl auch die Bewertung durch die Jury einen freundlicheren Grundton bekommen, die im übrigen nicht die Lehrlinge, sondern vor allem die Ausbilder kritisiert hatte. Offensichtlich war dieser Appell von Erfolg gekrönt, denn noch während der Freisprechung aller Lehrlinge aus dem Nürnberger Land verkündete unser Obermeister Heinz Oppel, dass sich im nächsten Jahr etwas verbessern werde. 

  Aber auch die etwas gedämpfte Wertschätzung allgemeiner Gestaltungsregeln würde sich wohl leichter erklären lassen, wenn man das echte Leben in den Werkstätten den Maximen der  "guten Form" gegenüber stellen würde: Für uns Schreiner ist zunächst mal der Kundenwunsch, die Kundenzufriedenheit und der Auftrag wichtig, wenn wir zusätzlich durch Beratung auch noch die "gute Form" verwirklichen können, dann entspricht das wohl dem gleichen Glücksgefühl, dass die Preisträger bei der Überreichung der Urkunde verspürten.

GuteForm2010_0243 Eine große Urkunde samt Ehrennadel bekam auch unser Mathias Deinhard, weil er nach seiner Ausbildung und seinen "Wanderjahren" jetzt schon wieder seit 10 Jahren bei uns arbeitet. Mein Gott wie die Zeit vergeht …

Mathias Becker und seine Möbelmacher-Kollegin Christina Fraude (Foto oben) haben übrigens nicht nur ihre Gesellenprüfung bestanden, sondern dank ihrer guten Noten auch die mittlere Reife erreicht, was für uns ein weiterer Grund zum Feiern mit Mitarbeitern nebst Familien war, wozu die Trattoria da Carmelo in der Falknerstraße 2 ein

Die GuteForm2010Danach_0024en schönen Rahmen und feines Essen bot. 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unserem Gastgeber der Sparkasse Lauf, bei allen Rednern und vor allem bei der Jury, die wieder viel Zeit und Herzblut investiert hat. Schön, wenn dieser Veranstaltung auch Taten folgen und die Jury im nächsten Jahr wieder alle Preise vergeben kann.

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Zeitungsskandal bei der guten Form im Jahr 2009

Diskriminierungs-Skandal bei der Schreinerinnung Bayreuth

Die Gute Form 2008

Hier finden Sie alle Gesellenstücke der Möbelmacher von Anfang an: http://www.die-moebelmacher.de/firma/auszeichnungen/designpreise.html