Kategorie-Archiv: Bücher

Lesung mit Christian Schüle aus dem Buch „Heimat“ am 10. Nov. – von Michael Scholz (Hersbrucker Zeitung)

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Heimat als Hort der Geborgenheit

Lesung mit Christian Schüle bei den „Möbelmachern“ am 10. November – Hersbruck als Beispiel

(Michael Scholz – Hersbrucker Zeitung)
UNTERKRUMBACH – Über „Heimat“ zu reden, ist heute
schwierig geworden. Warum eigentlich? Der Publizist Christian
Schüle liefert mit seinem Buch „Heimat – ein Phantomschmerz“
eine erhellende Diagnose und zeigt, wo und wie sich Menschen in
einer sich entgrenzenden Welt heimisch fühlen könnten. Am Freitag, 10. November, 18.30 Uhr, liest er bei den „Möbelmachern“ in Unterkrumbach.

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„Heimat“ ist aktuell ein großes Thema. Die einen fühlen sich nicht
mehr heimisch, weil sich ihr vertrautes Umfeld durch die Globalisierung ändert und weil sie es kulturell von Flüchtlingen bedroht sehen. Die anderen sind nicht mehr  heimisch, weil sie ihr Land wegen Krieg oder Armut verlassen haben. Das Thema ist zweifellos „eines der drängendsten unserer Zeit“.

Nation nicht gottgegeben

So steht es auch auf dem Buchumschlag. Aber ist Heimat tatsächlich
immer ein unveränderlicher Ort, wie Rechtspopulisten
glauben machen, oder doch auch ein von der Herkunft unabhängiges
Gefühl? Auf 250 Seiten betreibt Schüle philosophische Forschung.

In den Verdacht, konservativen Denkschulen nahezustehen, gerät
der Publizist dabei gewiss nicht, wenn er feststellt, dass Heimat irrtümlich immer wieder mit Nation oder einem bestimmten Stück
Land gleichgesetzt wird. Das Spektrum reicht dabei vom einfachen
Patriotismus bis hin zum Missbrauch durch Rassisten.

Dabei werde gerne ausgeblendet, dass eine Nation und ihr Territorium nicht gottgegeben seien. Irgendwann habe es ein Herrscher für seine Dynastie erobert. Von einer Gleichartigkeit der Bewohner könne keine Rede sein, weder in Bezug auf Abstammung
noch auf Kultur. Abschottung schade im Übrigen nur,
eine vitale Gesellschaft brauche neue Einflüsse. Die Zuwanderung
müsse klar geregelt sein, Fremde müssten die Regeln und  Gepflogenheiten der Einheimischen annehmen.

Die Verunsicherung und Angst vor dem Fremden habe aber noch eine andere Ursache als die weltweite Fluchtbewegung: die Globalisierung, die kritisch auch als „Gleichmacherei“ gesehen werden kann. Während die Generation Y mit großer geistiger Offenheit und unter dem Prinzip der individuellen Freiheit die Entstehung einer smarten Globalgesellschaft in Mega- Citys vorantreibe, gehe vor Ort das Geborgenheitsgefühl, als wesentlicher Bestandteil von Heimat, verloren.

Nüchterne Kaufleute wollten das Effizienz-Diktat auch in die Kernbereiche der Grundversorgung pressen, in Infrastruktur, Bildung, Energie, Verkehr und Gesundheit. Bisher funktionierende lokale Einheiten wandern ab in Zentren und Großorganisationen. Schmerzlich erfahren das gerade die Hersbrucker beim Krankenhaus-Thema.

Das Beispiel kommt im Buch nicht vor, aber ein anderes: Schüle
beschreibt, wie die Hersbrucker Schweiz inmitten der „Gleichmachungsglobalisierung“ Charakter zeigt. Die
Marke Cittaslow für Hersbruck und Projekte wie „Heimat auf‘m
Teller“ oder das Hutangerprojekt stellt er als Gegenpol zur globalkapitalistischen Ausrichtung dar: „Handelsketten sind unerwünscht, alteingesessene Betriebe werden bewusst gefördert, historische Flächen aus dem 15. Jahrhundert beweidet“.

Als Heimat tauge letztlich aber nur, was Existenzen sichert und wo
möglichst viele mitmachen. Schüle begründet das sozialpsychologisch: Teilhabe wecke Verantwortungsgefühl,
dies stärke die soziale Gesinnung und motiviere zu Engagement. Und: „Ohne Verantwortung entsteht kein Vertrauen, ohne Vertrauen keine Geborgenheit, ohne Geborgenheit keine
Heimat.“

Sein Blick auf entsprechende Experimente macht Mut. Auf der
ganzen Welt testen Menschen völlig unterschiedlicher Herkunft in
„Utopie-Laboren“, wie sie auf einer überschaubaren Einheit mit
konkreten Sozialbeziehungen wirtschaften können. Sie suchen
eine lokale Antwort auf die globale Entgrenzung. Grundlage sind
sogenannte Commons mit gemeinsamem statt individuellem
Eigentum, organisiert zum Beispiel als Genossenschaft. „Der Gewinn besteht in Lebensqualität, nicht in Geldzuwachs“, erklärt
Schüle. Diese kleinen lokalen Einheiten könnten sich dann größer
aufstellen und sich international zu Kooperativen zusammenschließen.

Schüles Fazit: Zur Heimat könne nur werden, was sich „auf Dauer
durch sich selbst bewährt“ und zudem Vertrautheit, Vertrauen und
Frieden schenkt. Kurz: ein (H)Ort der Geborgenheit.
MICHAEL SCHOLZ

Bei der Lesung stellt Ute Plank ihr Aquarellwerk vor, worauf sie ihre
Arbeit als Lokaljournalistin für die HZ künstlerisch dokumentierte (wir
berichteten). Platzreservierung unter Tel. 09151 / 862 999 oder per Mail
an info@die-moebelmacher.de.

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Alle Infos zum Tag des Schreiners vom Freitag, 10. Nov. 18:30 bis zum Sonntag den 12. Nov. sind hier auf Homepage zusammengefasst.

Unser Beitrag zum Buch im Nachhaltigkeitslog.

Am 19. November 2006 wurde der Besuch Christian Schüles das erste mal in unserem Nachhaltigkeitsblog angekündigt, seitdem wurde er in 53 Blogbeiträgen erwähnt, in knapp 20  davon  geht es um seinen Besuch als Autor der Wochenzeitung „Die Zeit“ um das Dossier mit der Cittaslow Hersbruck oder um seine Lesung in Unterkrumbach zu den Werkstatt-Tagen 2007 oder um seine jeweils neu erschienenen Bücher.

Hier noch ein paar Impressionen von der Lesung 2007, die guten Fotos sind von Thomas Geiger.

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Das „Lösch-Papier“ der Buchhandlung Lösch mit der Einladung zur Lesung mit Christian Schüle

BuchhandlungLöschUlrikeMArtinDas ist der regelmäßige Rundbrief namens „Lösch-Papier“ der Buchhandlung Lösch, den wir gerne auch hier im Nachhaltigkeitsblog veröffentlichen, ergänzt mit ein paar Fotos und diesem Link zur Rezension im Blog und der Einladung auf der Möbelmacherhomepage.

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Für Freundinnen und Freunde des Hauses: Unsere Veranstaltungen im November 2017!

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Liebe Leserinnen und Leser,

Ein italienisches Sprichwort lautet „ Die Heimat ist wie die Mutter – es gibt nur eine“; dazu schrieb die unvergessene Franca Magnani, Journalistin in Rom, die mit ihrer Familie unter Mussolini viele Jahre im Schweizer Exil verbrachte: „Es ist ein Privileg, Heimat mit einer von Vertrautheit und Geborgenheit getragenen Kindheit verbinden zu können.“

Der gerade in den letzten Monaten von der Politik überstrapazierte Begriff ist es wert, sich neu mit ihm  auseinanderzusetzen. Heimat ist nach Christian Schüle „das Bedürfnis aller Menschen nach Zugehörigkeit und Identität, verbunden mit den Grundwerten der Demokratie: Pluralismus, Toleranz und Freiheit.“

Zurzeit verschieben sich kulturelle, wirtschaftliche und politische Grenzen auf rasante Art und Weise. „Während viele Menschen ihre Heimat verlieren und sich eine neue suchen, diskutieren wir darüber, wer bleiben darf und wer wieder gehen muss.“

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Christian Schüle bei der Lesung im Jahr 2007 bei den Möbelmachern aus dem Buch „Deutschlandvermessung“

Christian Schüle ist freier Autor und Publizist. Seine Essays, Feuilletons und Reportagen erscheinen u.a. in Die Zeit, Geo, mare, National Geographic und Le Monde und wurden mehrfach ausgezeichnet.

In seinem neuen Buch „Heimat – ein Phantomschmerz“ geht er der Frage nach, wie auf der Suche nach Identität das Gift des Nationalismus überwunden werden kann.

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Kulinarische Begleitung der Lesung mit dem Team von „Mahlzeit“

Die Lesung findet bei den Möbelmachern in Unterkrumbach anlässlich des Tages des Schreiners statt, kulinarisch begleitet von Moritz Kellner, dem Sandwich-Imbiss „Mahlzeit“ in Hersbruck. Freitag, 10.November 2017, ab 19.30 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr, Eintritt 12,- €, ermäßigt 9,- und bei Voranmeldung 9,-€ bzw. 7,-

Den Dichtern und Philosophen Raum geben, um sich einzumischen, an einem Ort, wo diesbezüglich bereits viel bewegt wurde und wird, verspricht einen außergewöhnlichen Abend.

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Der auch eine gute Gelegenheit sein wird, das grandiose Acht-Meter-Heimat-Aquarell von Ute Plank zu sehen, das bisher nur einen Nachmittag im Mauerweg in Hersbruck ausgestellt war.

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Die Filmgala der Möbelmacher als Beispiel aus dem 8 Meter-Aquarell von Ute Plank

Wir freuen uns auf Ihr Interesse, und bitten ganz herzlich um Anmeldung vorab.

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Kusz und Brandl bei den Möbelmacher im Jahr 2010

Für Fitzgerald Kusz ist in Nürnberg die ganze Welt daheim, hör-und sichtbar: der Klassiker unter den fränkischen Mundartdichtern(Schweig Bub) findet die Gedichte auf der Straße, auf den Lippen und in den Köpfen seiner Mitmenschen. Kusz ist ein Meister im Aufspüren der Doppelbödigkeit der Dinge und der Besonderheiten des Dialekts.

Wir laden herzlich ein zur Vorstellung seines neuen Gedicht-Bandes „Nämberch-Blues“ am 16.November 2017 im Paul-Pfinzing-Gymnasium. Er wird dabei von Klaus Brandl musikalisch mit eigenen Stücken begleitet.

Die Veranstaltung findet erneut zugunsten des Fördervereins des Paul-Pfinzing-Gymnasiums statt, der sich auch wieder für ihr leibliches Wohl kümmern wird. Beginn um 19.30 Uhr, Einlass ab 19.00 Uhr, Eintritt 14,- €, ermäßigt 7,- €

Auch hier unsere Bitte um Anmeldung vorab,

wir freuen uns auf ihren Besuch!

Christian Schüle liest am Tag des Schreiners, 10. Nov. aus seinem neuen Buch „Heimat“

   Vorbetrachtung zum Thema Heimat im Wandel

  • Im Jahr 2000 diskutierten wir äußerst kontrovers, ob die Initiative von Direktvermarktern und Gastronomen wirklich „HEIMAT auf´m Teller“ heißen sollte oder ob das Wort zu belastet sei.
  • Für die Nürnberger Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt 2025 hält die Kulturreferentin Dr. Julia Lehner  in Zeiten der Migration gerade den Umgang mit dem Begriff „Heimat“  für erfolgsentscheidend.
  • Im Leitartikel der NN vom letzten Freitag fragt Alexander Jungkunz „Was bedeutet Heimat?“ und zitiert dort  die Fraktionschefin der Grünen:  „Man darf den Begriff Heimat nicht denen überlasen, die ihn nationalistisch und ausgrenzend verstehen.“

Die Annäherung am Tag des Schreiners

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Am 10. November 2017 wird bei uns der Feuilletonist, Philosoph und Publizist Christian Schüle (*1970) mit seinem Buch „Heimat“ den Begriff und seine Weiterentwicklung  von allen Seiten beleuchten und damit zur Diskussion mit wichtigen „Branchenvertretern“ anregen – unter anderem mit dem Chefredakteur der Hersbrucker Zeitung „Michael Scholz“ und dem Buchhändler und Mitveranstalter Martin Lösch.  Wir laden um 18:30 herzlich dazu ein und natürlich sind das Essen und die Getränke von Heimat auf´m Teller, die Massivholzküchen und Tische sogar „Heimat unter dem Teller.“

Spannende Vorgeschichte

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Wenn wir einen politischen Essay empfehlen, für dessen anspruchsvolle Lektüre man leicht drei mal so viel Zeit braucht wie für einen Roman, dann braucht man gute Gründe:

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Am 19. November 2006 wurde der Besuch Christian Schüles das erste mal in unserem Nachhaltigkeitsblog angekündigt, seitdem wurde er in 53 Blogbeiträgen erwähnt, in knapp 20  davon  geht es um seinen Besuch als Autor der Wochenzeitung „Die Zeit“ um das Dossier mit der Cittaslow Hersbruck oder um seine Lesung in Unterkrumbach zu den Werkstatt-Tagen 2007 oder um seine jeweils neu erschienenen Bücher.

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Wir holten Christian damals am Bahnhof ab und schon wenige Stunden später war uns klar, dass dieser beeindruckende Autor auch bei uns lesen muss, denn er hat so viel Wichtiges zu sagen. Wir richteten die gesamten Werkstatt-Tage 2007  mit dem Titel „ZEIT zu leben“ danach aus, die Lesung wurde  ein voller Erfolg, was nicht nur Gerda Münzenberg in diesem Blogbeitrag beschrieb, sondern auch Katja Bub im Artikel unserer Heimatzeitung.

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Das Buch Heimat

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„Die sprachliche Assoziationskraft von „Heimat“ lässt semantische Hochseilartistik zu.“ (S.97 )

Sprachlich bewegt sich das ganze Buch auf jenem erwähnten Hochseil, aus der letzten Lesung wissen wir aber, das Christian Schüle den Inhalt im Gespräch mit vielen Beispielen nachvollziehbar macht und vor allem offen für jede Diskussion ist. Ich halte es sowieso für die wichtigste Aufgabe dieses Buches, die Diskussion über

Christian Schüle liest am Tag des Schreiners, 10. Nov. aus seinem neuen Buch „Heimat“ weiterlesen

Im Roman „Der große Glander“ von Stevan Paul geht es um Genuß und den Zusammenhang zwischen Handwerk, Kunst und Kochen

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Stevan Paul bei der Lesung an der Bindergass Theke

Wir durften den sympathischen Kochbuchautor Stevan Paul vor ein paar Tagen bei einer Lesung in der Nürnberger Bindergass Theke kennen lernen.  Da wir selbst seit 25 Jahren Lesungen veranstalten, waren wir sehr gespannt, wie Stevan mit dem vielgängigen und erklärungsreichen Auftritt des Küchen-Teams vom „Sosein“  zurecht kommen wird, aber er hat das bravourös gemeistert. Er nahm seinen Part so weit zurück, dass die Gäste das Buch noch gut erleben, die Kochstories genießen konnten und zeitlich nicht überfordert wurden.

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Stevan Paul mit dem Team vom „Sosein“

Gestern Nacht habe ich dann das Buch „Der große Glander“  sehr angetan ausgelesen, weil – wie bei der Lesung schon erahnt – eine gewisse Verwandtschaft im Geiste spürbar ist. Denn er wirbt mit seinem spannenden und kurzweiligen Roman über einen erfolgreichen und untergetauchten Eat-Art Künstler eigentlich für den Genuss an sich und sucht nach den Zusammenhängen zwischen Handwerk,  Kunst und Kochen, was ja auch uns Möbelmacher nicht nur bei der eigenen Handwerks-Arbeit umtreibt.  Auch bei den Veranstaltungen während der Werkstatt-Tage (23. bis 25. Juni 2017) oder den Kochsendungen und -shows seit über 20 Jahren geht es just um diese Erkenntnisse.

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„Das ist es, was uns ausmacht, Gustav.  Das ist, neben all dem Handwerk und der Kreativität, vielleicht die größte Kunst. Jeder Hobbykoch kriegt doch mit ein bisschen Geduld und Übung einen guten Teller hin. Diesen Teller aber immer wieder gleich gut und für jeden Gast in Perfektion hinzubekommen, noch im allergrößten Stress immer wieder die allergrößte Leistung abzurufen, das ist die Kunst. „

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„Ich habe von Bruno Lugge gelernt, dass Kochen ein Handwerk ist, das nur zur Kunst werden kann, wenn Leidenschaft, Persönlichkeit und Liebe der Motor deines Handelns als Koch sind“

Das gilt natürlich nicht nur für das Kochhandwerk, sondern auch für das Kunst,- und Holzhandwerk von Glanders Vater, das dem unseren schon fast unheimlich verwandt ist:

„Vater war da ganz anders. Der hat Holz geschlagen, gesägt und geschnitten und aus dem Holz hat er Möbel gemacht. Wunderschöne, stabile Möbelstücke für die Ewigkeit. Für Leute im Ort, die Leute, die er kannte.“

(Über den Zusammenhang zwischen Holzwirtschaft und Sterneküche habe ich im gleichen Zusammenhang hier schon einen Artikel veröffentlicht)

Alle Infos zur Handlung zwischen dem Allgäu, Hamburg, New York und Sankt Moritz will ich hier gar nicht wiedergeben, das kann man auf der Verlagseite oder auch mit einigem Hintergrund im Blog Nicole Klauß nachlesen.

Ich stelle mir die Entstehung des Romans (ein vierwöchiges Stipendium in Sankt Moritz war wohl der Ausgangspunkt)  ganz einfach so vor:
Man nimmt den bei uns koch-, küchen- und gatronomiebegeisterten Menschen immer mal wieder auftauchenden Traum von einem Restaurant (oder Küchenstudio) mit großer Kochschule, der perfekten und teuersten Ausstattung, den regionalsten und besten Lebensmitteln und ausschließlich netten gernzahlenden Gästen und überlegt, auf welchem Weg ein Koch zu so viel Glück und Geld zur Verwirklichung dieses Traums kommen könnte. Und so ist dann auch das lange Happy End des großen Glander gestrickt.

Aber wie sagte der Mann auf der Parkbank sinngemäß? “ Genuß ist nur selten eine Frage des Geldes, aber immer eine Frage des Stils.“

Ich habe sowohl den Stil (übrigens auch der Drucksache selbst), als auch die Geschichte des „großen Glander“ sehr genossen.

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Weitere Links zum Grander

Interview mit Stevan Paul beim Verlag:

Stevan bietet eine Blogparade zu Fotos von seinen von Bloggern selbstgekochten Gerichtbeschriebungen vor (es sind 48 Stück).

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Links der Möbelmacher zum Thema

Einladung zu den Werkstatt-Tagen (23. bis 25. Juni 2017)

Die ganze Geschichte unserer Waldschöpfungskette im Video in unserer Playlist.

Alle Videos über die Massivholzküchen in der Youtube Playlist:
http://nhblog.de/yt_pl_kueche/

Die Videos über das Kochen in unseren Küchen (Kochveranstaltungen oder-Shows):
http://nhblog.de/yt_pl_kochen/

Unsere Kochsendungen mit Diana Burkel (Würzhaus) ist hier zu finden: http://kocheinrichtung.de

Unsere eigene Kochreihe heißt „Einfach Kochen:“
http://www.nachhaltigkeitsblog.de/einfach-kochen

Unsere Artikel zum Sous Vide Garen:
http://www.nachhaltigkeitsblog.de/sous-vide-garen

Und viele Artikel über unsere Art des Küchenbaus sind im Nachhaltigkeitsblog unter der Rubrik „Die Küche zum Kochen“:
http://www.nachhaltigkeitsblog.de/die-kueche-zum-kochen

Die Küchenseite auf der Homepage :
http://www.die-moebelmacher.de/produkte/kueche.html

„Eat-Art verkauf sich, entschuldigen Sie den platten Witz, wie geschnitten Brot.“

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„Das kalte Herz“ im Film von Johannes Naber und Thema unserer Lesung mit Ulrich Grober am 4. November

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Am Samstag (22.10.) gab es die einmalige Chance den Johannes Naber, Regisseur des kalten Herzens, im Casablanca (Kult-Kino in Nürnberg),  live zu erleben. Dem Verkehr ist es zu verdanken, dass die Diskussion erst nach der Vorführung stattfand, was ich als sehr angenehm empfand. Seinen beeindruckenden Film „Das kalte Herz“ nennt er selbst „Schmonzette,“ die Fragen und Antworten im Gespräch danach sind im Video zu sehen, die Kamera hat intelligenterweise abgeschaltet, als die Fragen vom Niveau her abglitten, aber sehr viel internes über den Film und den sympathischen Macher kann man in den 20 Minuten vorher erfahren.

Johannes Naber erschien mir ehrlich, intelligent, gesprächsbereit (meine Frau empfand ihn  zusätzlich noch als gutaussehend) und anscheinend hat er gerade das Genre „Fantasy“ als Märchenfilm in Deutschland mit beeindruckenden Schauspielern eingebracht, von denen mich die Anmut der weiblichen Hauptrolle Lisbeth , gespielt von  Henriette Confurius, am meisten beeindruckt hat. Trotz der Tätowierungen, mit denen ich persönlich meine Probleme habe, aber gottseidank war es ja nur Maske und als Schichtenkennzeichen soziologischer Natur gedacht.

Meine und alle anderen weiter unten verlinkten Kritiken zum Märchenfilm sind absolut positiv, bis auf den Verriss in der FAZ, dessen anscheinend hauffverliebter Autor Tilman Spreckelsen, seinen Denkfehler in einem kleinen Nebensatz (fett markiert) selbst manifestiert hat:

„Er (Peter Munk) möchte sozial aufsteigen, angesehen und geachtet werden, er möchte die Taschen voller Geld haben und der flotteste Tänzer weit und breit sein, nur dafür arbeiten will er nicht.

Der germanistische Schreibtischtäter Spreckelsen verkennt dabei sowohl die Botschaft des Märchens, wie die des Regisseurs Naber, dass  Peter Munk nie die Chance bekam, sich ob seiner harten Arbeit zu entwickeln, weil die strenge gesellschaftliche Ordnung nach Kasten oder Schichten ihm nur die Wahl des verlogenen Zaubers ließ.

Der Rest der Schmähkritik scheitert an diesem Verständnisfehler, alle anderen Kritiken kann ich nachvollziehen und muss sie nicht wiederholen.

Aber wie kommt ein Mensch in einen Fantasy-Film, den er normalerweise nie anschauen würde?

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Am 4. November 2016 liest bei uns der Nachhaltigkeitspapst Ulrich Grober aus seinem neuen Buch „Der leise Atem der Zukunft“ und er wandert auf den Spuren des Peter Munk im Schwarzwald und beschreibt die Hintergründe eines damals entstehenden Kapitalismus, in dessen Entstehung Gier noch anrüchig war und mit dem kalten Herz aus Stein begründet wurde. Heute ist das kalte Herz der Investmentbanker gemeinhin als normal akzeptiert, „die machen halt ihren Job.“

Grober beschreibt, wie Stuttgarts Reichtum aus den Bäumen im Schwarzwald entstand, weil die Holländer ihre Kolonialmacht aus den daraus gebauten Schiffen aufbauten und als holzverarbeitender Betrieb ist das auch unser Thema, nicht zuletzt weil uns Grober seit vielen Jahren darin bestärkt, das Thema Nachhaltigkeit ob der inflationären Wirkung seiner Verwendung von Politikern und anderen Manipulatoren nicht aufzugeben, sondern – im Gegenteil – mit dem Beispiel unseres nachhaltigen Wirtschaftens mit Sinn zu erfüllen.

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Wir empfehlen also den deutschen Fantasyfilm „Das kalte Herz“ von Johannes Naber und laden just diese Menschen, die in der alten oder neuen Gier des Menschen die Probleme der Menschheit sehen, zur Lesung mit Ulrich Grober am 4. November ein. Spitzenköchin Diana Burkel macht aus den schwierigen Themen einen unvergesslichen Abend aus dem Fleisch des Hutangerbullen, dessen Geschichte von Rainer Wölfel vom Naturschutzzentrum Wengleinpark nebenbei mal erzählt werden wird.

 

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Der Film läuft im Casablanca noch bis 20.10. hier die offizielle Einführung:

Do 20.10. bis Mi 26.10. täglich außer Sa 20:20, Sa 19:30

Der mittellose Peter sucht aus Liebe zu der schönen Lisbeth, die aus gutem Hause stammt, einen Weg, um reich zu werden. In seiner Verzweiflung lässt er sich auf einen Pakt mit dem teuflischen Holländer-Michel ein, der ihm anstelle seines Herzens einen Stein in die Brust setzt. Befreit von jeglichem Mitgefühl gelangt Peter schnell zu Reichtum und Ansehen. Doch Lisbeth erkennt ihren einst so gutmütigen Peter in dem skrupellosen Geschäftsmann nicht mehr wieder und stellt sich gegen ihn. Um Lisbeth zurückzugewinnen, muss Peter um sein Herz kämpfen.

DAS KALTE HERZ entführt in eine archaische Welt, in der die Menschen noch an Geister glauben. In der kraftvollen Geschichte um den jungen Peter, der aus Liebe zu der schönen Lisbeth sein Herz verkauft, glänzt ein hochkarätiger Cast von Jungstars wie Frederick Lau (VICTORIA), Henriette Confurius (DIE GELIEBTEN SCHWESTERN) und David Schütter (WIR SIND JUNG. WIR SIND STARK.) neben Leinwandgrößen wie Moritz Bleibtreu (SOUL KITCHEN) und Milan Peschel (HALT AUF FREIER STRECKE). Die bildgewaltige Neuver lmung der beliebten Hauffschen Erzählung entstand vor grandiosen Kulissen im Schwarzwald sowie an aufwendigen Sets im traditionsreichen Studio Babelsberg.

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Postive Filmkritik: http://kunstundfilm.de/2016/10/das-kalte-herz/

Vernichtend in der FAZ: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/kinofilm-das-kalte-herz-der-hollaendermichel-lacht-sich-eins-14488623.html

Lob im Spiegel: http://www.spiegel.de/kultur/kino/das-kalte-herz-mit-frederick-lau-frisch-gelueftetes-maerchen-a-1117113.html

Elke Vogel bei RP-Online: http://www.rp-online.de/kultur/film/kinokritiken/das-kalte-herz-neu-im-kino-neuverfilmung-von-wilhelm-hauffs-maerchen-aid-1.6337452

Positiv Tagesspiegel http://www.tagesspiegel.de/kultur/film-das-kalte-herz-eine-kapitalismuskritische-maerchenverfilmung/14710540.html

Positiv Augburger Allgemeine http://www.augsburger-allgemeine.de/kultur/Das-kalte-Herz-ist-ein-Maerchen-mit-duesterer-Seite-id39405997.html

„Der leise Atem der Zukunft“ von Ulrich Grober in der „Zeit“-Besprechung von Prof. Reinhard Loske und bei uns am 4. November

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Weil wir in diesem Jahr nicht auf der Consumenta sind, veranstalten wir den Tag des Schreiners etwas feierlicher und beginnen am Freitag, den 4. November mit unserer Herzenssache Nachhaltigkeit in Form einer Lesung von Ulrich Grober, dem deutschen Nachaltigkeitspapst. Zusätzlich haben wir Spitzenköchin Diana Burkel vom Nürnberger Würzhaus gebeten, für unsere Gäste den Bullen vom Hutangerprojekt zuzubereiten und natürlich gibt es auch etwas Feines zu trinken.

Hier haben wir uns selbst zum Buch „Der leise Atem der Zukunft“ geäußert, im Literaturmagazin der „Zeit“ ist gerade die Rezension von Prof. Reinhard Loske erscheinen, die er uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

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Der leise Atem der Zukunft

Ulrich Grober empfiehlt Gelassenheit als Königsweg ins Grüne

Von Reinhard Loske

Kaum eine Buchgattung war so katastrophenreich wie die Ökologiebücher der letzten Jahrzehnte. Da konnte man vom stummen Frühling und dem geplünderten Planeten lesen, von sterbenden Wäldern und der Klimakatastrophe, vom todbringenden Ozonloch, dem totalitären Atomstaat und der Menschheit am Abgrund. Viele dieser aufrüttelnden Werke haben ihre Wirkung entfaltet: vom Verbot der Chemikalien DDT  und FCKW über die Luftreinhaltepolitik bis zum Atomausstieg und zu den Pariser Klimabeschlüssen.

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Seit geraumer Zeit allerdings bewegen sich Ökologiebücher vom Katastrophismus zum zuversichtlichen Realismus. Ulrich Grobers  jüngstes Buch „Der leise Atem der Zukunft. Vom Aufstieg nachhaltiger Werte in Zeiten der Krise“ ist das vielleicht schönste Beispiel für diese kenntnisreiche Zuversicht. Es redet nicht schön, wie es die sogenannten „Ökooptimisten“ mit ihren Frohmutsphrasen tun oder auch die Protagonisten des „grünen Wachstums“, die die ökologische Wende auf technische Innovationen zusammenschnurren lassen und über verschwenderische Lebensstile und Ungerechtigkeit kein Wort mehr verlieren. Stattdessen kennt sich dieses Buch in der Wirklichkeit aus.

Der Publizist Ulrich Grober, dessen Bücher zu einer nachhaltigen Lebensweise inzwischen Klassiker ihres Genres sind, macht sich in seinem neuen Buch buchstäblich auf den Weg und entdeckt auf seinen Wanderungen durch Schwarzwald, Thüringer Wald, Harz oder Ruhrgebiet einen Hunger nach Einfachheit und Echtheit. Mal nüchtern, mal pathetisch beschreibt Grober, wie sich gerade in Zeiten der von vielen empfundenen Sinnkrise aus dem Bestehenden heraus soziale Experimente und Innovationen entwickeln. Für ihn ist es ein Zeichen der Hoffnung, dass die Werte der Entschleunigung, des Lassens, des Kreislaufs, der Gemeingüter und der Selbstbeschränkung von immer mehr Menschen erkannt, geteilt und auch in neue Lebensmodelle umgesetzt wird.

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Dabei ist Grober keineswegs ein naiver Schwärmer, der sich ein romantisches postmaterielles Weltbild zusammenbastelt und nur sieht, was er sehen will. Ganz im Gegenteil: Er ist ganz Kind des Ruhrgebietes und kennt sich mit Bergbautechnik und Bergarbeiterkultur, Haldenbegrünung und Kleingartenwesen bestens aus und flicht sein umfassendes Wissen in lebendige Erzählungen ein, die auch von literarischer Kraft sind. Am besten ist Grober da, wo er akribische Naturbeobachtung, die Beschreibung sozialer Realitäten und die Analyse von Wandlungsprozessen zusammenführt. Man spürt den Respekt für das Gewesene und Gewordene, da ist keinerlei Ökoverbissenheit, sondern vor allem Gelassenheit. Aber noch stärker spürt man den Wunsch, Zeichen der Hoffnung zu erkennen, zu deuten und mitzuteilen.

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Es ist eine Freude, Grober nicht nur auf seinen Wanderungen d zu begleiten, sondern auch in die Wolfsburger Autostadt, die Tempelanlage des deutschen Automobilismus. Auch hier könnte man eigentlich erwarten, dass Grober als Ökologe mit spitzer Feder gegen den Umweltkiller Nummer eins, das Auto, zu Felde zieht. Aber wieder ist es eher die Gelassenheit des Autors, die erstaunt: Seine Beschreibung kommt  dem Abgesang auf eine untergehende Welt gleich, die nur noch nicht verstanden hat, wie unzeitgemäß sie geworden ist. Und fast hat man den Eindruck, die überwiegend männlichen Besucher der Autostadt täten Grober ob ihrer „falschen“ Orientierung ein wenig leid. Mit seinem Groll müssen sie nicht rechnen. Er ist sicher: Das Problem wird sich von selbst lösen.

Es mag sein, dass Grober die systemischen Zwänge im Kapitalismus und die Macht der politischen Beharrungskräfte  ein wenig unterschätzt. Und es mag auch sein, dass er die Hoffnungszeichen ein wenig überschätzt, schließlich halten zahlreiche ökologisch desaströse Entwicklungen weltweit unvermindert an. Und doch ist die Lektüre ein Gewinn, weil Grober erzählt, was möglich ist, mit etwas Mut.

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Reinhard Loske ist Professor für Nachhaltigkeit und Transformationsdynamik an der Universität Witten/Herdecke. Zuletzt erschien von ihm: Politik der Zukunftsfähigkeit, Fischer Verlag Frankfurt a. M. 2015

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Ulrich Grober liest bei uns am Freitag, den 4. November, kulinarisch begleitet von Diana Burkel. Einlass ist um 18:30, Beginn der Lesung um 19:30. Über Ihre Anmeldung würden wir uns freuen.
Alles zum Tag des Schreiners 2016
Einladung zur Lesung im Nachhaltigkeitsblog

Ulrich Grober liest am 4. November in Unterkrumbach aus „Der leise Atem der Zukunft“

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Am 4. November wird der Germanist, Publizist und Autor Ulrich Grober aus seinem neuen Buch „Der leise Atem der Zukunft“ bei uns in Unterkrumbach lesen.

Ich freue mich  schon riesig darauf, denn seine in der Zwischenzeit als Standardwerk bezeichnete  „Entdeckung der Nachhaltigkeit“ habe ich aufmerksam durchgearbeitet.  Kurze Zeit später durfte ich ihn im November 2011 zusammen mit Rainer Wölfel bei einer Lesung in Erlangen kennen lernen.ulrichschobervhs__0008

Nicht nur in der anschließenden Diskussion, auch beim anschließenden Essen beantwortete er meine Fragen geduldig  und und hatte damit einen großen Einfluss auf die Kommunikation – nicht auf die Tätigkeit – der Möbelmacher genommen. Denn unser Tun stand nie zur Diskussion, es ging allein um die Frage, ob wir das Wort „Nachhaltigkeit“ trotz des inflationären Gebrauchs weiter verwenden sollen, oder es den Politikern, Werbefuzzis oder anderen Demagogen kampflos überlassen. Grober warb für die konsequente Verteidigung des Begriffs durch die, die ihn mit echtem Leben erfüllen und dabei hat die Holzbranche – zumindest die Massivholzbranche – ja einiges zu bieten. Jedenfalls sind wir seitdem in Kontakt und deswegen habe ich ihn schon vor dem Erscheinen des Buches (ich hatte ein paar Kapitel als  pdf vorab bekommen) zur Lesung eingeladen, in der Hoffnung, dass die fränkische Nachhaltigkeitsszene den Weg nach Unterkrumbach finden wird.

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Der leise Atem der Zukunft

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Im Prolog des neuen Buches habe ich sofort Jim Morrison von den doors im Ohr, denn er zitiert aus dem Lied „Break on through to the other side,“ eine seiner ebenso selbst erlebten, wie wohlerläuterten Metaphern für den erhofften Durchburch. Noch spannender war dann, dass er sich 1968, genau 14 Jahre vor mir in Germanistik einschrieb . Allerdings in Frankfurt, was den Vorteil hatte, dass er noch Vorlesungen von Theodor Adorno besuchte, leider nur bis zu dessen baldigem Tod 1969.

Es geht um den „Aufstieg nachhaltiger Werte“ wozu er auch selbst viele Aufstiege wandernd erledigte.  Auf den Spuren des Peter Munk, dem Köhler aus der Märchenerzählung „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff zum Beispiel, das wohl wie kein anderes Werk aus der Romantik, schon 1826  die Krise des heutigen Kapitalismus metaphorisch beschreibt und Beispiel gibt,  wie die Gier gesellschaftsfähig gemacht wird.  Lustigerweise war ein Nachfahre des Dichters, Volker Hauff, das deutsche Mitglied der Brundtland Kommission, die 1987 Sustainable Development, oder Nachhaltige Entwicklung von den Regierungen forderte. Was US Präsident Ronald Raegan und Margaret Thatcher leider nichteinmal ignorierten.  Sie warfen den Turbokapitalismus an – „the american way of live steht nicht zur Disposition“ –  und unter dieser „Enfesselung der Gier“ leidet die Welt noch heute, was die empirisch untermauerte 91:1 Regel belegt:

Ein Prozent der Weltbevölkerung besitzt 46 Prozent aller Reichtümer, die ärmste Hälfte der Menschheit besitzt dagegen weniger als ein Prozent des Vermögens.

Und noch ein schöner Zusammenhang: Grober durchwandert die VW-Stadt in Wolfsburg, in der auch viel Geschichtliches von VW erzählt wird, aber der Bericht an den Club of Rome „Grenzen des Wachstums,“ den VW löblicherweise selbst am MIT (Massachusetts Institute of Technology) 1972 finanzierte, taucht nirgends auf.  So kommt er zu dem weisen Schluß:
„Das System VW hatte seine Zeit. Sie ist um.“

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Grober erklärt einige Begriffe mithilfe „semantischer Tiefenbohrungen“ und kennt sich sogar selbst in der Tiefe aus, denn er hat in den 70er Jahren ein paar Monate unter Tage malocht, was ihn auf die Ewald- Halde wandern lässt, wo er im Schlafsack über Nahräume,  die kleinen Lebenskreise und regionale Wirtschaftskreisläufe nicht nur nachdenkt, sondern wie überall im Buch, jedem Menge kompetente Menschen zitiert.

Der wichtigste Begriff für mich ist nicht zuletzt wegen Slow Food bei dessen Gründung ich in Nürnberg dabei war, die Konvivialität. Convivien heißten die Ortsgruppen von Slow Food, wie zum Beispiel unser Convivium Nürnberg. Das könnte man ganz einfach mit Geselligkeit übersetzen, aber es bedeutet noch viel mehr. Wer das erfahren will  kauft sich das Buch aus dem Oekom-Verlag bei seinem Buchhändler, oder/und besucht unsere Lesung am 4. November.

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Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite ein sehr aktueller  Impulsgeber, ein Denkanreger, ein Optimismusschürer. Es ist nicht völlig  frei von Bildungsmühe (Denis Scheck), aber es liest sich viel lockerer, als es in den Beschreibungen rauskommt. Wer im Literaturverzeichnis interessiert blättert, hat dann ärgerlicherweise schon wieder viele Bücher auf seiner Bestellliste, zum Beispiel „Das kalte Herz – von der Macht des Geldes und dem Verlust der Gefühle“ von Wolfgang Schmidtbauer, das sich ebenfalls an Hauffs Märchen orientiert.

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Wir freuen uns auf den Besuch von Ulrich Grober und werden die Lesung – passend zum Slow Food Ansatz mit der Spitzenköchin Diana Burkel vom Würzhaus kulinarisch begleiten.

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Weitere Links:

Rezension von Prof.  Reinhard Loske im Zeit-Literaturmagazin

Deutschlandfunk

Humane Wirtschaft (pdf)

 

 

Warum wir das Gardaseebuch von Lothar Mayer empfehlen

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Natürlich kann ich mir im neuen Jahrbuch 2017 den Kalauer nicht verkneifen, dass das Gardaseebuch von unserem geschätzten Kunden Lothar Mayer das beste ist, was ich je gelesen habe. Es ist ja auch das erste zu diesem Thema, abgesehen von Kajak-oder Drachenfliegerführern aus längst vergangenen Tagen.

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Aber die Tatsache, dass die Danzers sich die ganzen 347 Seiten gegenseitig mit Freude vorgelesen haben, verspricht zunächst mal puren Lesegenuss, nicht nur, wegen der gewählten Sprache des Autors, sondern vor allem wegen seines umfangreichen Wissens.
Es gibt unzählige Gardaseebücher über Flora oder  Fauna oder  Geschichte oder Architektur und natürlich Sport in allen Facetten, aber vermutlich ist dieser 2,1 Kilogramm schwerer Wälzer das einzige, das diese Disziplinen – inklusive  Weinführer – informativ und unterhaltsam verbindet.

„Es sind die besonders gestimmten Menschen, die die Welt mit anderen Augen sehen und dadurch die unseren öffnen.“

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Meine Frau war begeistert von den kompetenten Pflanzen- und Tierbeschreibungen, mich beeindruckten die Ausflüge ins Handwerk vergangener Zeiten zum Beispiel der Papierherstellung oder der Köhler , aber es ist vor allem die Ganzheitlichkeit, mit der das Phänomen Gardasee beschrieben wird.   Die Kriege aus denen zum Beispiel bei der Schlacht von Solferino 1859 das Rote Kreuz zur leider erfolglosen Vermenschlichung des Krieges gegründet wurde, werden im lokalen Zusammenhang  ebenso beschrieben, wie die Hochzeit von Adelheid mit Otto dem Großen im Jahr 951 oder der Konflikt zwischen Wanderern und Mountanbikern:

„Und die Konzentration dürfen wir auf unserem Weg hinauf nach Pregasina nicht verlieren, denn schon nähert sich wieder eine Bikergruppe, kühn sowohl mit Blick auf deren Kleidungsästhetik als auch auf ihre Geschwindigkeit.“

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Dabei ist Mayer immer ebenso kritisch, wie versöhnlich, aber vor allem – trotz der akribischen Recherchen zu allen Themen – auch humorvoll mit einem leichten Hang zur Ironie. Das macht das Buch so angenehm zu lesen. Bleibt die Frage, warum es über 2 Kilogramm wiegen muss.

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Was ich noch nicht erwähnte ist die Tatsache, dass ich nur zufällig auf das Buch gestoßen bin, als ich die schöne Einrichtung von Familie Mayer fotografierte, das Buch liegt im Vorgrund ganz links unten .

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Beim üblichen Fachsimpeln über die Fotoausrüstung wurde blitzschnell klar, dass er professionell fotografiert, was nicht nur die Hasselblatt-Ausrüstung belegt, sondern vor allem die unglaublichen gelungenen Fotos von
– Tieren
– Pflanzen
– Landschaften
und
– Architektur.

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Mit etwas geübtem Blick kann man sich nicht vorstellen, dass dieser Mann am Gardasee in 30 Jahren jemals Urlaub im üblichen Sinn gemacht hat, denn gegen 4 oder 5 Uhr Früh muss er mit der Kamera auf der Pirsch gewesen sein.  Da sind unsere Einrichtungsfotos technisch gesehen Kinderkram.

Wenn Sie also nur einen Hauch von Interesse für die Region des Gardasees haben, dann holen Sie sich das Buch bei uns, oder bei einem Buchhändler Ihrer Wahl, und lesen Sie. Denn es ist kein Bilderbuch mit Begleittext, sondern ein Lesebuch mit perfekten Illustrationen, das sogar mich einst zum Wandern animieren könnte.

Dafür hat er sogar eigens das Thema Schuh ausgeführt:

„Bedenkt man, dass es im Leben drauf ankommt, das man ein gutes Bett und einen guten Schuh besitzt (denn steckt man nicht in dem einen, steckt man in dem anderen), kann man ermessen, welche Strapazen früher der Weg zur Alm oder das Bestellen abschüssiger Felder für Zehen und Fersen gewesen sein muss. „

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Das Buch beim Verlag

Gardasee
Natur- und kulturhistorische Ausflüge
 Lothar Mayer
 24 x 29 cm, 352 Seiten, 338 Farbabbildungen, 14 Karten, Hardcover
ISBN 978-3-7319-0191-4
Euro (D) 27,95, Euro
 Der Gardasee gehört seit Goethes Zeiten zu unseren beliebtesten Urlaubszielen. Umso verwunderlicher ist es, dass keiner der derzeit verfügbaren Reiseführer eine Zusammenschau natur- und kulturhistorischer Exkursionen am See bietet. Dieses reich bebilderte Buch, in dem der Autor 30 Jahre Gardasee-Erfahrungen verarbeitet hat, schließt diese Lücke. Es regt zu eigenen Wanderungen an, indem es Touren rund um den See beschreibt, die aufgrund von botanischen, entomologischen, geologischen und  kulturhistorischen Besonderheiten von Interesse sind. Die zum größten Teil sportlich nicht anspruchsvollen Wanderungen sind mit Hilfe von detaillierten Karten für jeden Naturfreund gut nachzuvollziehen. Den Kunstobjekten, die rund um den See zu bewundern sind, ist ein weiteres Kapitel gewidmet. Und sogar über die Literaten und Dichter, die über die Jahrhunderte hinweg den Lacus Benacus aufgesucht haben, wird ausführlich berichtet. Historische Besonderheiten und vor allem die Bezüge zu unserer eigenen mitteleuropäischen Geschichte werden in diesem Gardasee-Lesebuch mit Sorgfalt und Sachkenntnis vorgestellt. Darüber hinaus taucht der Leser in die Weinbauregionen rund um den Gardasee ein und weiß nach der Lektüre, wo der beste Lugana und der qualitätsvollste Bardolino gekeltert  werden.

Hersbrucker Schweiz der Ausflugs-Verführer von Anna und Martin Schwarm

Einmal pro Woche versuche ich Kunden aus ganz Deutschland zu erklären, dass eine Reise in die Hersbrucker Alb (siehe Fußnote, warum ich  „Alb“ statt „Schweiz“ schreibe) richtig schön, informativ und erholsam sein kann, nicht nur wegen der  Küchen aus Unterkrumbach.

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Endlich haben Anna (die ich ob vieler Jahre Zusammenarbeit bei der Hersbrucker Zeitung oder der Anna M. Scholz Stiftung sehr schätze) und ihr Mann Martin Schwarm für diese besondere Region, zu der auch unser Sittenbachtal zählt, einen Reiseführer herausgebracht. Mit demselben werden wir in Zukunft versuchen, die Verweildauer unserer Kunden zu erhöhen, denn am Telefon ist es nicht ganz leicht, die vielen Besonderheiten unserer Landschaft zu beschreiben und deshalb schicken wir ab jetzt ein neues  informatives Büchlein, deren fränkische Überschriften wir wohl wieder am Telefon übersetzen müssen.

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Die offizielle  Pressemeldung:

Franken zum Verlieben

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Die Hersbrucker Schweiz, im nördlichen Teil der Frankenalb gelegen,ist die kleine, aber außergewöhnlich vielseitige Schwester der Fränkischen Schweiz. Zu Unrecht steht sie häufig in ihrem Schatten. Denn in dem traditionsreichen Gebiet rund um die Cittaslow Hersbruck reicht die Vergangenheit nicht nur der Gegenwart die Hand, sondern auch der Zukunft: Über Happurg lässt sich die »Houbirg«, eine der größten keltischen Höhensiedlungen in Süddeutschland, erkunden. Derweil breitet der romantische Stausee drunten im Tal seinen glatten, dunklen Wasserspiegel über eines der finstersten Kapitel deutscher Geschichte. Im »Urzeitbahnhof« Hartmannshof wird anschaulich Vor- und Frühgeschichte dokumentiert. Und einige stattliche, mittelalterliche Burgen und Schlösser zeugen vom großen Einfluss des Ritterstandes in der Region. Nicht zuletzt sind aber auch Künstler und Sammler gern hier zuhause. Sie lassen sich von der abwechslungsreichen und aufregenden Gegend inspirieren: Statt großflächiger Monokultur prägen kleinteilige Kulturlandschaften mit traditionsreichen Flächen wie »Hutanger« und Streuobstwiese, natürliche Orchideenwälder, Blockschutthalden sowie zerklüftete Felsformationen das Bild. Und die Pegnitz bahnt sich mit zahlreichen Zuflüssen unermüdlich ihren Weg durch sieben von sanften Hügeln und massiven Bergen gerahmte Täler. Einfach optimal für Spaziergänger, Wanderer, aber auch für verschiedenste Freizeitsportler, die sich unter freiem Himmel, im Sattel, am Hang oder auf dem Wasser verausgaben wollen.

 

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Anna Schwarm (geb. Schneider), 1978 in Nürnberg geboren, ist Journalistin. Nach dem Studium der Germanistik, Medienwissenschaften und Soziologie in Erlangen arbeitete sie als Redakteurin für verschiedene fränkische Medien wie die Nürnberger Nachrichten, den Bayerischen Rundfunk und die dpa Nordbayern. Dabei verantwortete sie eine Zeit lang auch das Ressort »Kultur« der Hersbrucker Zeitung. Inzwischen ist sie als Kulturmanagerin für die Stadt Nürnberg im Einsatz. Die Hersbrucker Schweiz ist ihre Wahlheimat. Zusammen mit ihrem Mann, Martin Schwarm, hat sie in der Altstadt von Hersbruck ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus über mehrere Jahre hinweg aufwendig renoviert und mittlerweile mit dem gemeinsamen Sohn Erik und Hund Bob auch bezogen.

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AnnaMartinSchwarm
Bibliografische Daten
Anna Schwarm, Martin Schwarm (Fotografie)
Der Ausflugs-Verführer
Hersbrucker Schweiz
Freizeitführer
Klappenbroschur
272 Seiten
ISBN 978-3-86913-594-6
€ 15,90 [D] · € 16,40 [A]
Erscheinungsdatum: 31.07.2016
Presseinformation
Anna Schwarm, Martin Schwarm
Der Ausflugs-Verführer Hersbrucker Schweiz
Medienkontakt: Elisabeth Kolb, ars vivendi verlag
E-Mail: e.kolb@arsvivendiverlag.de | Telefon: 0 91 03/7 19 29 53

Über 100 Gelegenheiten zum Entdecken, Schlemmen, Feiern und Entspannen in und um Hersbruck

Handverlesen und liebevoll beschrieben von einer überzeugten Wahl-»Herschbruggerin«

Eigene Facebook-Seite: »Der Hirsch vo Herschbrugg« liefert die passenden Updates zum Buch und verrät, was tagesaktuell in der Region passiert
Foto: © Martin Schwarm

Schönes Interview mit den beiden Autoren in der Hersbrucker Zeitung

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Fußnote

(„Hersbrucker Schweiz“ ist ein vor kurzem den offiziellen geographischen Namen „Hersbrucker Alb“ ablösender  Modebegriff, der an der Einzigartigkeit dieser Landschaft leider vorbei geht, was diese Grafik der 74 deutschen Schweizen aus „Die Zeit“ eindrucksvoll beweist) .

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Werkstatt-Tage 2016-Lesung: Solons Vermächtnis mit Denis Scheck und Eva Gritzmann im Video zum Nachsehen

Wir haben die Lesung für Sie aufgezeichnet und hier können Sie das Nachsehen haben:

Denis Scheck (ARD-Druckfrisch) hat unser 25-jähriges Jubiläum im Jahr 2013 bereichert und damals interviewte ich  Deutschlands bekanntesten Literaturkritiker zu dem gemeinsam mit Dr. med. Eva Gritzmann herausgegebenen Buch „Sie und Er.“ Das beschäftigte sich mit der Genderfrage beim Essen (gehen) und vielen anderen spannenden kulinarischen Themen (hier im Video und nachzuhören und lesen).

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Rund hundert Gäste lauschten Eva Gritzmann und Denis Scheck

Das neue Buch

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Als wir vom neuen Buch „Solons Vermächtnis – vom richtigen Zeitpunkt im Leben“ hörten, machten wir uns zur Lesung nach Schwabach auf (Bericht hier) und engagierten die beiden mitfünziger Schulkameraden für die Lesung bei den 18. Unterkrumbacher Werkstatt-Tagen am 11. Juni 2016. Gleichzeitig wählten wir den Untertitel des Buches „Vom richtigen Zeitpunkt im Leben“ als Motto für die ganzen Werkstatt-Tage, denn über solche Zusammenhänge denken wir gleichaltrige manchmal nach.  Insbesondere, wenn wir gerade – wie schon bei der Betriebsgründung 1988 vereinbart – dem ehemaligen Kompagnon die Hälfte der Firma abgekauft haben.

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Der Salt Ager von Königssalz mit dem letzten Rest des Hutangerochsens

Aber das schwang nur bei uns persönlich leicht mit, thematisiert haben wir vielmehr den Hutangerochsen, den wir dem Naturschutzzentrum Wengleinpark im ganzen abkauften und der uns das ganze Wochenende – von der Nase bis zum Schwanz – kulinarisch begleitete. Vier Wochen verbrachte er – passend zum Thema des richtigen Zeitpunkts – im Reifeschrank Salt-Ager von Königssalz, in dem bei der Trockenreifung Wasser raus und Geschmack reingeht.

Lesung in der Küche mit Steaks

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Hubertus Tzschirner beim Zubereiten der Steaks für unsere Gäste

Um 18:30 war Einlass und tatsächlich kamen viele Gäste schon eine Stunde vorher, weil sie sich Plätze reservieren wollten, die Ausstellung und das Gelände anschauen, aber vor allem die vorbestellten Hutangersteaks genießen.  Dieselben  wurden von Sous Vide Papst Hubertus Tzschirner, assistiert von herwig Danzer,  im Vakuum gegart und anschließend am Tepan Yaki gebraten und an den beiden Tischen verspeist, die bei hundert Stühlen noch Platz in der Halle fanden.

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In der neuen Zeitschrift der Brigitte-Redaktion geht es um die „dritte Hälfte des Lebens“

Danach schnell Küche sauber machen und die Tresenhocker zurecht rücken, auf denen Eva Gritzmann und Denis Scheck an der Kochinsel kulinarische Themen wie zum Beispiel das Gewürzgenie Ingo Holland und seinen unglaubwürdigen „Kollegen“ Alfons Schubeck besprachen.  Dessen unlauteren Methoden der Informationsgewinnung kritisierten die beiden ebenso deutlich wie seine Werbeaktivitäten für Mac Donald´s oder Dosensuppen, aber auch die von Kolja Kleeberg für Lidl, Alexander Herrmann für Knorr, oder Cornbelia Poletto für Herta Würste aus Massentierhaltung.

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Köstliches von Hubertus Tzschirner aus dem Hutangerrind

Gut, dass es in der Pause dann die einfachen Bratenstücke des Hutangerochsens gab, die Hubertus garköstlich zubereitete und auf kleinen Tellern anbot. Dass bei der Begrüßung 4 Teller bestellt wurden und dann doch 54 derselben weggingen erübrigt Formulierung über deren Geschmack.

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Tolle Atmosphäre beim gemeinsamen Essen in der Pause

Nach der darob etwas längeren Pause, interviewte Denis Scheck Dipl. ing. agr. Rainer Wölfel vom Naturschutzzentrum Wengleinpark und Rainers Geschichte der Hutangerrinder begeisterte nicht nur das Publikum, sondern auch Denis Scheck, jedenfalls wurde er den ganzen Abend nicht müde dieses seit den 80-er Jahren bestehende Hutangerprojekt zu loben. Jetzt hoffen wir, dass die ganz vielen Menschen, die sich spontan entschieden Hutanger- oder Kuhpate zu werden, diese Idee auch in die Tat umsetzen.

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Es wurde viel gelacht

Im Anschluss steigerten Scheck und Gritzmann nochmal ihr sprachliches Zusammenspiel, das zusätzlich zu den inspirierenden und humorvollen Texten auch einfach schön zum Zuhören war. Jetzt ging  es um die etwas anspruchsvolleren Themen aus dem alten Griechenland – sie umschreiben das mit dem Wort „Bildungsmühe“ – trotzdem war es durchgehend spannend und kurzweilig, weil es nie an dem aktuellen Bezug fehlte. (Ausführlicher hat die Lesung Ute Scharrer von der Hersbrucker Zeitung weiter unten beschrieben).

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Nach so viel Rind gab es Saiblinge vom Tepan Yaki aus der Fischzucht Rauh (Heimat auf´m Teller)

Nach der Lesung gab es noch viele Fragen, signiert wurde oben in unserer Ausstellung und am Schluss blieben noch 10 Gäste, die den Abend im regionalen Musterhaus bei Saibling und Silvaner ausklingen ließen.  Als langjährige Freunde von Denis Scheck, wissen wir nämlich aus vielen seiner Erzählungen, dass das Schlimmste an Lesereisen nach der Lesung geschlossene Küchen sind. Bei den Möbelmachern dagegen sind dieselben immer offen.

Ganz herzlichen Dank an Eva Gritzmann und Denis Scheck, wir freuen uns schon auf das nächste Buch.

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Ein wunderbarer Abend mit Freunden
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Anspruchsvoller Büchertisch von Martin Lösch

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Hier ist der Artikel von Ute Scharrer in der Hersbrucker Zeitung, herzlichen Dank dafür:

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Treffpunkt, Garpunkt, Wendepunkt

Gelungene kulinarisch-philosophische Werkstatt-Tage bei den Möbelmachern in Unterkrumbach — Autoren-Duo Eva Gritzmann und Denis Scheck zu Gast

UNTERKRUMBACH (us) – Was haben Rindvieh, Klosterschwestern,
Ingwer und Küchentechnik miteinander zu tun? Punkt-genau
und geruhsam aufgezogen, in die feineren Punkte des historischen
Kochens verguckt, zum Wende-Punkt im Leben geworden oder
Hilfe zum perfekten Gar-Punkt: mit unterhaltsamen Geschichten,
Kochkursen und – Vorführungen umspielten die Unterkrumbacher
Nachhaltigkeits-Apostel bei ihren Werkstatt-Tagen die Frage nach
dem richtigen Zeitpunkt. Ein Höhepunkt war die Lesung von Eva
Gritzmann und Denis Scheck.

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Eva Gritzmann und Denis Scheck haben schon einmal gemeinsam
ein Buch geschrieben. Nun haben die beiden es zum zweiten Mal getan. „Wie schaffen Sie es, sich dabei nicht in die Haare zu kommen?“,
fragt eine Besucherin die beiden. „O, wir kommen uns durchaus in die Haare“, lacht Literaturkritiker Scheck und weist bedeutungsvoll auf die haarärmeren Regionen seines Kopfes hin.

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Während der Lesung ist von den angeblichen Querelen des Autorenduos allerdings nichts zu bemerken. Synchron blättern sie die
Seiten ihres jüngsten Werkes „Solons Vermächtnis – vom richtigen
Zeitpunkt im Leben“ um, lösen einander harmonisch beim Vortrag
ab und gleiten scheinbar mühelos in den Spagat, gleichzeitig geistreich, unterhaltsam und elegant zu formulieren und vorzutragen – und dabei auch noch etwas zu sagen zu haben.

Die ehemaligen Klassenkameraden Gritzmann und Scheck fühlen
dem Jugendwahn unserer Zeit auf den Zahn. „Junges Gemüse“ ist
gefragt, im wörtlichen und im übertragenen Sinne. Sie erzählen
fesselnde Geschichten von bewussten und bedeutsamen Lebenswendungen.
Vergnüglich und genussreich erfahren die Zuhörer von den
Treppenwitzen in den Gewürzkontoren, von den ehrgeizigen
Romanplänen des beinahe neunzigjährigen Erfolgsautoren
Martin Walser und vom „Piet-Kong“ des Schwabenlandes.
Das Publikum genießt, wie die beiden über den Untertitel eines
Frauenmagazins spotten, das sich speziell an Menschen in der „dritten Lebenshälfte“ richtet. Die Medizinerin und der Lesesendungsmoderator empören sich über den „grassierenden Alters-Rassismus“, der jederzeit Jugendlichkeit jeglicher Form der Altersweisheit vorzieht.

„Solons Vermächtnis“ greift auf, was der athenische Lyriker des Altertums schon bedacht hatte und formuliert ein Loblied auf den richtigen Zeitpunkt im Leben. Diesem philosophischen Ansatz huldigen auch die „praktischen“ Anteile der Werkstatt-Tage. Dazu gehört das Dinner mit Schmorbraten nach historischem Rezept, gekocht von Klosterschwester Regina Werner. 17 Kräuter hat sie behutsam in das „Mäusle“ genannte Wadenstück vom Hutanger-Rind eingeklopft:  Thymian, Majoran, Schnittlauch – diese Kräuter sind auch dem Küchenlaien noch vertraut. Erdbeerblätter, Ampfer und
Schafgarbe weisen schon eher auf den jahrhundertealten Ursprung
des “Lombardischen Bratens“ hin, den die Maria-Ward-Schulküchenchefin zubereitet. Ebenso schmackhaft: der kraftvolle Ingwertrink, den die reizende Maja Wasa präsentiert.

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Perfekt im Salzschrank gereifte Rindfleischstücke, von Sous-Vide-
Könner Hubertus Tzschirner auf den Punkt gegarte Speisen, gut abgelagertes Holz und langsam gewachsenes Rindvieh vom Hutangerprojekt – auf umfassende Weise konnten die Möbelmacher dieses Jahr das Unvereinbare in ein Motto fassen, das alle Lebensbereiche umfasst: vom richtigen Timing – das manchmal alles ist -, und wo zu früh kein bisschen besser ist als zu spät.

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Weitere Infos zu den Werkstatt-Tagen:

Die Einladung für alle drei Werkstatt-Tage im Video

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