Alles zum Thema Nachhaltigkeit mit dem besonderen Interesse für das Einrichten mit Küchen und Möbeln aus dem Holz der Hersbrucker Alb und allem was zur Lebensqualität des Wohnens dazu gehört. Die Möbelmacher aus Unterkrumbach bei Hersbruck wollen mit dem Dialog in diesem Weblog von Kunden, Freunden und Fremden lernen und das Bewusstsein für regionale Wirtschaftskreisläufe und verantwortliches Handeln stärken.
Alles zum Thema Nachhaltigkeit mit dem besonderen Interesse für das Einrichten mit Küchen und Möbeln aus dem Holz der Hersbrucker Alb und allem was zur Lebensqualität des Wohnens dazu gehört. Die Möbelmacher aus Unterkrumbach bei Hersbruck wollen mit dem Dialog in diesem Weblog von Kunden, Freunden und Fremden lernen und das Bewusstsein für regionale Wirtschaftskreisläufe und verantwortliches Handeln stärken. Kontakt via Email
Ich erkläre mich für den objektiven Bericht über das Buch als befangen, weil ich Christian Schüle schon im Jahr 2006 kennen lernen durfte, als er für sein dossier in der DIE ZEIT "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" auch in Hersbruck recherchierte.
Schon damals waren wir von seinem Wissen, seiner Genauigkeit und seiner Ernsthaftigkeit bei allen Themen so fasziniert, dass wir ihn spontan zu einer Lesung aus seinem Buch "Die Deutschlandvermessung" eingeladen haben.
Die Deutschlandvermessung in Unterkrumbach
Auch diese Veranstaltung war beeindruckend, allerdings muss ich zugeben, dass ich mir mit Roland Zimmermann vom Bayerischen Rundfunk Verstärkung holte, weil ich mir das Thema der Deutschlandvermessung auch auf die Bedürfnisse der Cittaslow Hersbruck heruntergebrochen und in manchen Passagen auch "übersetzt" wünschte. Was Moderator Roland und Christian dann gemeinsam ausgesprochen verständlich und sogar unterhaltsam gelang (was Anselm Stieber damals im Nachhaltigkeitsblog so beschrieb).
"Hinter seinen tiefgründigen, teils spitzzüngigen, immer
plastischen, um Genauigkeit bemühten Formulierungen verbirgt sich eine Zustandsanalyse unserer Gesellschaft
aus dem Erfahrungsbereich eines Mitdreißigers."
Das Ende unserer Tage
Am letzten Samstag bringt Ute endlich - es erschien schon im Februar 2012 - seinen Roman "Das Ende unserer Tage" aus der Buchhandlung und irgendwie habe ich dank einer Terminabsage (leider) schon um 14:30 im Garten bei traumhaften Wetter mit dem Lesen beginnen können, und war um 1:30 nachts mit den 460 Seiten fertig.
"In der ehemals reichen Kaufmannsmetropole Hamburg werden Kirchen in
Eventagenturen umgebaut. Die legendäre Kammfabrik im Süden Hamburgs wird
von chinesischen Investoren übernommen und von Bürokraten abgewickelt.
Skrupellose Manager des Verfalls frönen ihrer Überspanntheit in elitären
Salons, vereinsamte Individualisten suchen nach Sinn und Wert.
Christian Schüle erzählt die Geschichte zweier Männer, die in dieser
Welt treiben und von ihr getrieben werden: Charlie Spengler, ein
gefeuerter Fabrikdirektor, der zur Gallionsfigur einer Arbeiterrebellion
wird. Und JanPhilipp Hertz, ein Jungunternehmer, der auf den
Stoßwellen des Umbruchs dem allgemeinen Verhängnis seiner Stadt
entgegensurft."
Das Buch in nicht ganz leicht zu lesen (auch wenn ich es verschlungen habe), aber es ist von der ersten bis zur letzten Zeile Christian Schüle, so wie wir ihn kennen lernen durften. Deswegen auch diese lange Vorgeschichte über den Zeitartikel mit der Lesung bei uns und die Befangenheit.
Schlechte Kritik in der FAZ
Wer ihn erlebt hat, erkennt schnell, dass der Verriss in der FAZ von Christian Metz unberechtigt ist. Metz phantasiert von einem "neuen Romanstil", der "Event-Literatur" und bezeichnet Schüles arbeitsreiches Gesamtwerk als "perfekte Schreib- und Veröffentlichungsökonomie," verkennt dabei aber völlig, dass sich nicht die letzten paar Veröffentlichungen, sondern eigentlich sein ganzes Schreiben - spätestens seit den "Ichlingen" in der Deutschlandvermessung - mit Moralfragen auseinandersetzt und das auf höchsten Niveau. Da ist der abgeschwächte Weltuntergang im Roman nur eine logische Weiterführung dieser Gedanken und eben kein effektheischendes Kalkül.
Metz beweist schon ein bisschen bösen Willen, wenn er schreibt: "Ja, buchstäblich prophezeit hat er das Ende zwar nicht, aber mit ein
bisschen gutem Willen ließ es sich da hineingeheimnissen."
Im Gegenteil, ich habe Christians Sprache und deren teilweise satirische Überzeichnung in den Dialogen freudig wiedererkannt und so kann ich mich nur wundern, wenn Metz behauptet: "Ihr (das der Protagonisten Anm. d. Red.) dümmliches,
pseudophilosophisches Motivations- und Investmentgeplapper aber nimmt im
Roman einen viel zu großen Raum ein." Im Gegenteil, diese Sprache wird im hier und jetzt nicht mehr selten gesprochen, sie fällt nur leider immer weniger auf. Besonders spannend finde ich die Personalisierung, naja, eher Animalisierung der Schuld, Schüle steckt sie in einen Käfig: Die ausgestopfte rotäugige, marderartige Kreatur wechselt von Mai bis Oktober 13 Mal seinen Besitzer:
"In seiner Gegenwart (der Kreatur in dem Käfig Anm. d. Red.) begannen Versicherungsagenten ihren gewaltbereiten Charakter anzuklagen; Anwälte offenbarten Hassgefühle, Bankvorstände Geltungssucht; Kaufleute gestanden Korruptheit, Unternehmer Menschenverachtung, Journalisten gaben Defätismus zu, Ärzte und Immobilienmakler bekannten sich zu sadistischen Neigungen, Werber kämpften mit grassierender Misanthropie."
Ganz durchschaut habe ich auch nicht das ständige Umbringen von Fahrradkurieren, die sich wohl als Metapher für Freiheit, als Anarchisten, als Outlaws der Stadtstraßen den Hass der Gesellschaft und einzelner Mörder zuzogen. Aber vielleicht ist das in Hamburg - Schüles Wohnort - ja wirklich so, da kann der Unterkrumbacher dann nur staunen.
Der Autor Christian Schüle, 41, entwickelt in seinem Romandebüt "Das
Ende unserer Tage" ein abendländisches Untergangsszenario. Halb Hamburg
ist in chinesischer Unternehmerhand: ehemals traditionelle
Handelshäusern sind zu internationalen "Companies" mutiert -
Gewinnmaximierung unter allen Umständen. Im Club "China White" treffen
sich die Reichen und Schönen der Stadt und geben sich ihrer blinden
Leidenschaft für alles Asiatische hin. Sie trinken Mai Thai, lassen sich
hinter den Ohren massieren und fädeln nebenher die nächsten großen
Deals ein. In der "Revitalistischen Gesellschaft", einem Think Tank im
Stadtviertel St. Georg, tauschen sich Manager darüber aus, wie sie die
Menschen zu noch größerer Selbststeigerung antreiben können.
All
diese Titel und Aufgaben sind nur schwer zu verstehen und machen die
Lektüre bisweilen sperrig, aber sie gehören zur ästhetischen Strategie
dieses Romans, denn sie evozieren ein diffuses Gefühl für die Absurdität
dieser Seelenfänger-Marktwirtschaft.
Mit "Das Ende unsere Tage" ist Christian Schüle ein
überzeugend-überzeichnetes Gesellschaftsporträt gelungen. Er nähert sich
den dekadenten Machenschaften der Wirtschaftsmacher, stellt sie aber
nicht als Alleinschuldige dar: Hinter den gefühlskalten Fassaden zeigt
Schüle ihre Nöte, ihre Suche nach Orientierung, nach Menschennähe.
Noch anschaulicher ist die Buchbesprechung von Denis Scheck im NDR (der kommt zu uns übrigens am 14. Juni nach Unterkrumbach, rechtzeitig Karten sichern, denn hier
schließt sich dann der Kreis).
"Am Ende formiert Charly Spengler von der Kammfabrik die Massen hinter
sich. Harburg wird zur Trutzburg: Hier wird gestreikt, der Stadtteil
vermüllt. Ein Marsch über die Elbe soll es richten. Ein Kampf für die
gute, alte Zeit, eine neue Menschlichkeit. Dabei ist es unerträglich
heiß - bis der große Regen kommt und eine Stadt unter Wasser steht. Ein
großes Ende für einen großen, empfehlenswerten Roman."
Ich kann also allen Menschen empfehlen - besonders denen, die die Cittaslow-Veranstaltung mit Christian Schüle in Unterkrumbach miterlebt haben - sich mit diesem Buch auseinander zu setzen, denn auch hier geht es um genau jene Entwicklungen, gegen die eine Cittaslow (eine Stadt in der Vereinigung der lebenswerten Städte) Stellung bezieht. Trends, die sie am liebsten umkehren möchte, oder wenigstens im eigenen Umfeld eine Alternative bieten. Das Buch liefert mit seinem ebenso gnadenlosen wie leider nicht realitätsfernen Zukunftsszenario einen Grund mehr, warum das Nachdenken über Entschleunigung kein Fehler sein muss.
Also bitte kaufen, aber nicht bei Amazon, sondern in der Buchhandlung in Ihrer Nähe!
Irgendwie kam mir der Untertitel des Films "Speed" bekannt vor, denn "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" war der Zeitredakteur und Buchautor Christian Schüle bei uns schon im Jahr 2006 (er las in der Folge sogar in Unterkrumbach aus seinem Buch "Deutschlandvermessung"). Sein gleichnamiges Zeit-Dossier in der Ausgabe 1/2007 begann ebenso tragisch wie das Buch "Speed" zum Film von Florian Opitz (den Film habe ich leider noch nicht gesehen, werde das aber nachholen):
"Natürlich war ich in diesem Jahr wieder nicht mit meinem Neffen im
Kino. Ein einziger Abend war versprochen, Film egal, ein Abend von
dreihundertfünfundsechzig Abenden.Du hast ja nie Zeit, sagt der kleine
Mann am Telefon.
Wenigstens zu ihrem Geburtstag wollte ich meine Mutter
zu Hause besuchen. War klar, sagt sie, dass dus nicht schaffst. Ein Jahr
kann auf irrsinnige Weise kurz sein, sage ich. Bitter darauf ihr
Schweigen.
Für 2006 hatte ich mir vorgenommen, mindestens zehnmal in
Theater und Oper zu gehen. Immer kam etwas dazwischen, von dem ich nicht
wusste, ob es wichtiger oder nur bequemer war.
Vier Wochen wollte ich
durch Südamerika reisen ... .Weiter als bis Griechenland kam ich nicht, eineinhalb
Wochen, zwischen zwei unaufschiebbare Projekte gequetscht, mit Laptop
und einem Berg Arbeit.
Sport, jeden Mittwoch zwei Stunden Tennis, am Wochenende Rad
fahren, das war das große Vorhaben. Wo der Schläger ist, weiß ich bis
heute nicht - Rad gefahren bin ich einmal.
Ich bin erschöpft und in meiner
Erschöpftheit zugleich hyperaktiv. ... Ich bin nicht
imstande, zu sagen, womit genau ich meine Zeit verbrauche. Ich stelle nur
fest, dass ich nie genügend habe. Ich bin ein
typischer Vertreter der dauererregten Leistungsgesellschaft in
permanenter Zeitnot.
Als ich erkannte, dass auch ich zu denjenigen
gehöre, in deren aktivem Wortschatz das wunderbare Wort Muße nicht
vorkommt, machte ich mich auf die Suche nach der verlorenen Zeit. Ich
reiste nach München, Zürich, Luzern, Sursee, Hersbruck und Frankfurt und traf Menschen, die die Zeit wiedergefunden haben."
(Das Zeit-Dossier, in dem auch die Cittaslow Hersbruck und die Möbelmacher vorkommen, ist hier nachzulesen.)
Filmemacher Florian Opitz formuliert das gleiche Thema im aktuellen Buch zum Film "Speed" sieben Jahre später so:
"Ich habe eine tolle Freundin und inzwischen auch ein Kind, Anton. Also eigentlich alles super. Eigentlich.
Doch irgendwie habe ich in den letzten Jahre gemerkt, dass etwas mit mir nicht stimmt. Ich habe keine Zeit. So sehr ich mich auch anstrenge - ich habe immer viel zu wenig Zeit für das, was ich mir vornehme.
... Endlich mal wieder ausgehen, Zeit mit Freunden und Familie verbringen, ins Kino oder zu Konzerten gehen. Doch dann dauert es nicht lange und meine Pläne zerplatzen wie Seifenblasen.
Und ich hetzte genauso atemlos durchs Leben wie zuvor. ... Seit Jahren schon will ich mit Freundin Caro mehrere Monate durch Lateinamerika reisen. Chile, Bolivien, bis rauf nach Nicaragua, das war der Plan. Weiter als in die Toscana haben wir es bisher allerdings nicht geschafft.
Eine Woche Kurzurlaub aber auch nur mit Handy Laptop und einer Menge Arbeit.... Rennradfahren, Klettern und mal wieder auf Ausstellungen gehen. Jahr um Jahr scheitere ich an meinen guten Vorsätzen.
Florian Opitz macht sich - wie damals Christian Schüle - auf die Reise, allerdings mit den Wünschen (und Budget) eines Filmemachers, der aussagekräftige Bilder und schillernde Menschen benötigt und das offensichtlich auch fand. Auf der Suche nach seiner verlorenen Zeit hat er viele Flugmeilen Kerosin verbraten und hat sich dabei tragischerweise noch weniger um Sohn Anton kümmern können, als er eigentlich durch diese Aktion erreichen wollte. Aber wir sind ihm trotzdem dankbar dafür, dass er eine zeitgemäße Umsetzung des Themas Zeit und Entschleunigung angegangen ist, das uns nicht zuletzt bei Slow Food und Cittalsow beschäftigt.
Sektenseminar mit Zaubertricks bei Lothar Seiwert
Aber die spannende Aufgabe, ein großes (Film-)Projekt ohne unendliche Geldreserven zu stemmen, lässt sich nun mal nur schwer mit tagelangem Meditieren in der Jurte in Einklang bringen, auch wenn seine erste Station, ein Late-Night-Seminar bei Prof. Dr. Lothar Seiwert, durchaus den Eindruck erwecken sollte, das Zeitproblem wäre eine selbstgemachte Lebenslüge. Angeblich mithilfe von ein paar Ratschlägen - am Besten im Zusammenhang mit teuren Seminaren - und mit Disziplin in der Griff zu bekommen. Gekonntes Zeitmanagement, bewusste Trennung des Wichtigen vom Unwichtigen und anscheinend auch ein paar Zaubertricks ließen sich anhand der Ratgeberliteratur leicht erlernen und das wäre dann der Anfang des neuen Lebens. Bei Lesen von Opitz Seminar-Schilderung packt einen das Grauen und zieht es einem wirklich die Schuhe aus, sein nachvollziehbares Resümee: "Zeitverschwendung und Sektenveranstaltung."
Die Rolltreppe
Opitz zitiert den Soziologen und Beschleunigungsexperten Hartmut Rosa:
"Viele haben den Eindruck, sie müssten jedes Jahr ein wenig schneller laufen - und jetzt kommt das für mich Spannendste -, nicht, um irgendwo hinzugelangen, sondern um ihre Position zu halten."
Ein Gefühl, wie auf einer Rolltreppe, die nach unten fährt. Wir müssen hochstürmen, um oben zu bleiben. Und so besucht er den Psychologen und Fachmann für das Burn-Out Syndrom Dr. Bernd Sprenger, denn "jeder erfolgreiche Mensch, der was auf sich hält, muss mal Burn-Out gehabt haben." Hat Opitz offensichtlich (noch) nicht, aber Sprenger zitiert Tucholsky "Leben heißt aussuchen." Seine durchaus wertvollen Ratschläge zur geschickten Organisation von Schlaf, Bewegung und Ernährung auf der körperlichen Seite und den psychischen Faktoren wie Bindung, Selbstwertbestätigung, Orientierung und Lustbefriedigung kommentiert Opitz treffend so: "Klingt einfach. Ist es aber nicht."
Ganz nebenbei lernt er noch einen Redakteur der Süddeutschen Zeitung kennen, der ein halbes Jahr digitales Fasten übersteht und besucht Deutschlands bekanntesten Zeitforscher Professor Karlheinz Geißler, der als persönliche Lösung des Zeitproblems den Verzicht sieht.
"Wenn wir vom Zeitdruck wegkommen wollen, dann müssen wir mehr verzichten. Das ist die einzige Lösung. Darauf verzichten mehr Geld zu verdienen, oder auf Möglichkeiten des Konsumes verzichten."
Aber er sieht Verzicht nicht als lustfeindliche, quasireligiöse Aufforderung zum spartanischen Leben, sondern als Mittel zur Rückgewinnung der Lust am Leben. Er rät zu einer Balance aus Güter- und Zeitwohlstand und er plädiert für das "Enthetzen." Enthetzen hieße nichts anderes, als überflüssige Beschleunigung abzubauen (Anm.: was durchaus leichter fallen könnte, wenn man keine Verantwortung für viele andere Menschen hätte) . Gleichzeitig ist er der erste Gesprächspartner, der Opitz Zeitproblem nicht als individuelles, sondern als gesellschaftliches und vor allem politisches sieht. Also hat nicht nur Opitz eine Zeitmacke, die ganze Gesellschaft ist auf Speed. Und der Soziologe Hartmut Rosa pflichtet bei:
"Alle individuellen Entschleunigungsstrategien können da eigentlich nur scheitern. Kaum jemand sagt, dass das eine strukturelles, gesellschaftliches Problem ist. "
Die Beschleuniger
Und so kommt Opitz zum zweiten Teil des Buches, in dem er die Beschleuniger besucht. Denn die Wachstumsideologie und zu einem wesentlichen Teil die Finanzmärkte, aber vor allem der wirtschaftliche Wettbewerb bestimmen das Tempo dieser Gesellschaft, die sogar drüber nachdenkt, aus Wachstumsgründen denn Sonntag abzuschaffen. Opitz erfährt, dass 90 Prozent der heutigen Aktiengeschäfte so schnell von statten gehen, dass sie nur von Computern zu bewältigen sind, weil die in diesen Millisekunden noch mehr Geld "verdienen" können, als ein Mensch.
Aber ist dieses Geld wirklich verdient? Wird es nicht dem einen weggenommen und den falschen in die Tasche geschoben? Was tut der Finanzmarkt für die Produktion, was tut er für die Lebensqualität einer Gesellschaft, abgesehen von den Boni der Banker, die ihr Leben demselben zum Opfer machen, wie das im Buch anschaulich geschildert wird? Der Wettbewerb hat Strukturen geschaffen, die sich beschleunigen müssen; nicht damit die Dinge besser werden, sondern damit sie überhaupt bestehen können.
Und so schildert er seine Erlebnisse mit einer berühmten Unternehmensberaterin und der Firma Reuters, die ihr Geld schon lange nicht mehr mit normalen Nachrichten verdient, sondern Finanznachrichten, deren Geschwindigkeit so wichtig ist, dass Firmen in die Nachbarschaft ziehen um von den kurzen Kabelverbindungen zu profitieren.
"Reuters arbeitet an der Abschaffung von Raum und Zeit, an der weltweiten "Vergleichzeitigung," am ewigen Jetzt."
Die Welt läuft auf Autopilot und wir nutzen Technologien, weil sie da sind. Niemand denkt daran, Bremsen einzubauen. Der Neoliberalismus der letzten Jahrzehnte hat alle Bremsen beseitigt, ohne Bremsen rast man gegen die Wand, was die Finanzkrise eindrucksvoll belegt. Hartmut Rosa fragt in diesem Zusammenhang: "Die Frage ist nicht, wie viel Geschwindigkeit wir irgendwie erreichen können, die Frage muss lauten: Wie viel Geschwindigkeit ist gut für ein gutes Leben? Was steigert die Qualität des Lebens?
Alternativen zum Hamsterrad
"Schöne Bescherung. Da ist scheinbar ein sich selbst antreibendes System entstanden, dessen Treibstoff ständiger Wettbewerb und Profitgier ist."
Und so besucht er Rudolf Wölzel, ehemals bei der berüchtigten Bank Lehman Brothers als "Heuschrecke" beschäftigt, also für Firmenkäufe zuständig. Der Aussteiger lebt auf einem Schweizer Berghütte oberhalb von Klosters und bedankt sich rückwirkend bei seinen Freunden, die ihm rechtzeitig sagten, dass er auf dem besten Weg sei, ein Arschloch zu werden.
Und weil sich nicht jeder den finanziellen Hintergrund für einen kompletten Ausstieg ohne Geldsorgen im Vorleben verdienen(?) konnte, verbringt er auch Zeit bei richtigen Bergbauern, deren Glück beim Arbeit im Kreise der Familie und im Takt der Natur durchaus nachvollziehbar und spürbar ist. Aber es es ist keine wirklich verwirklichbare Alternative für die junge Familie eines Berliner Filmemachers.
An dieser Stelle erklärt Hartmut Rosa, dass wir Glück nicht erfahren, wenn wir in der Wellness Oase zum Beispiel mal gar nichts tun.
"Wir erfahren Glück in dem was der ungarisch-amerikanische Psychologe Mihaly Csikszentmihaly "Flow" nennt. Das heißt in Zuständen eines selbstbestimmten Tuns und Handelns das mit einem gewissen Spaß, einem gewissen Reiz verbunden ist, aber auch eine gewisse Bedeutung für uns hat - und wo wir, jedenfalls vorübergehend, das Gefühl haben, dass wir ganz bei uns selbst sind."(Anm.: Das war für mich ein wichtiger Satz im Buch).
Entschleuniger auf der Überholspur
Das trifft exakt auf den nächsten reichen Aussteiger zu: Douglas Tompkins, der die Outdoor-Klamottenfirma North Face und die Modefirma Esprit gegründet und später verkauft hat und mit dem Erlös zu einem der größten Grundbesitzer der Welt wurde, der diese gekaufte Natur schützen und im Sinne der Nachhaltigkeit zu funktionierenden Naturparks weiterentwickeln will. Weil sein Leben in ständigen politischen Kämpfen, im Kleinflugzeug und in einem Wettlauf gegen das Alter genau das Gegenteil von Entschleunigung bedeutet, hat er sich eines der schönsten Metaphern, für Entschleuniger auf der Überholspur ausgedacht:
"Ich vergleiche das manchmal mit einem Krankenwagenfahrer. Der fährt auch schnell, um den Patienten schnellstmöglich ins Krankenhaus zu bringen, Feuer mit Feuer bekämpfen? Ja, so könnte man es sagen. Ich weiß nicht, wie ich es besser erklären kann, und ich weiß auch nicht, ob es richtig ist."
Das Bruttonationalglück Bhutans gegen das Bruttosozialprodukt
Der bhutanische Minister für Bruttonationalglück, Karma Tshiteem, bezeichnet das Bruttonationalglück als eine Entwicklungsphilosophie, in der wir Zeit als Leben sehen und nicht als Geld.
"Ich glaube, das unterscheidet diese Philosophie und unser Land von den meisten anderen Entwicklungsideen. Da steht immer Wachstum an erster Stelle. Natürlich sind uns in Bhutan Bruttosozialprodukt und Einkommen wichtig. Aber eben auch anderen Dinge. Genügend Zeit mit Freunden oder der Familie zum Beispiel."
Und Dasho Karma Ura, Leiter des Zentrums für
Buthanstudien erklärt: "Glück ist, wenn die Menschen die Möglichkeit haben, ihr Potential zu
entfalten. Dafür die Voraussetzung zu schaffen, ist das Ziel des
Bruttonationalglücks.
"Jeder wisse doch inzwischen, dass das Bruttosozialprodukt nichts über das Wohlbefinden oder die Lebensqualität der Menschen in einem Land aussage. Im Gegenteil: Das Bruttosozialprodukt sei ein irreführendes, ja perverses Maß. Das Bruttosozialprodukt steige zum Beispiel, wenn für die Produktion von Gütern Wald abgeholzt und die Umwelt versucht würde, nicht aber, wenn die Umwelt geschützt und die Ressourcen gespart würden.
Das Kapitel über Bhutan liest sich nicht zuletzt dank des zufälligen Treffens mit engagierten Radiomoderatoren richtig spannend und führt im nächsten Kapitel zur Frage des aktuell in Deutschland diskutierten, in Namibia schon mit Erfolg getesteten bedingungslosen Grundeinkommens. Es könnte doch durch den Wegfall aller anderen sozialen Unterstützungen möglich sein, ein Grundgehalt an alle zu zahlen, die es haben wollen, ohne Bedingungen? Es gibt ebenso viele Unterstützer wie Gegner aller Denkrichtungen und Parteien dieser ebenso alten, wie reizvollen Idee, aber die Schwächen des aktuellen Systems, das von einer in die nächste Krise schlittert, müssen dringend kritisch hinterfragt werden. Die Suche nach Alternativen ist die Aufgabe der jetzigen Entscheider und vielleicht kann Film und Buch die Beschäftigung mit dem Thema fördern.
"Exkurs: Leider ist gerade eine Enquete-Kommission des Bundestags unter der engagierten Führung der jungen SPD-Abgeordneten Daniele Kolbe in dieser Richtung mal wieder kläglich an der Wachstumslüge und der ebenso allgegenwärtigen und widerlichen Lobbyarbeit gescheitert, was in der ZEIT (9/2013) so bedauert wird:
"Offensichtlich sei der Bundestag strukturell nicht in der Lage, die großen Menschheitsfragen zu beantworten. Miegel (Chef des Denkwerks Zukunft, der von der CDU in das Gremium berufen wurde!) sagt so etwas nicht leichtfertig. Er hat sein ganzes Leben zwischen Politik und Forschung verbracht, immer auf der Suche nach neuen Ideen für das Land. Er hatte darauf gehofft, das die Parteien in der Enquete-Kommission genau das wollten - auch um sich selbst und der eigenen Klientel unangenehme Wahrheiten mitzuteilen."" Wer sich von der Politik mal wieder enttäuschen lassen will, sollte den Artikel der ZEIT hier nachlesen.
Cittaslow Hersbruck
Anders als bei Christian Schüle im Zeit-Dossier, führt die Suche nach der verlorenen Zeit Opitz nicht zu Slow Food und Cittaslow, der Vereinigung der lebenswerten Städte, auch wenn gerade diese in dem Dilemma zwischen Wettbewerb und Entschleunigung stecken und sich - die eine mehr, die andere weniger - auch mit dem Hintergrund der Zeitdiskussion beschäftigen (sollten). Und so ist der Film schon zweimal im Hersbrucker Citykino gezeigt worden, im Vorfeld hat sich dabei der Arbeitskreis Cittaslow vorgestellt und zur Mitarbeit animiert. Auch für kommende Veranstaltungen wird der Film mit eingeplant, ich persönlich fände vor allem eine Diskussion mit dem jungen Filmemacher interessant, denn das Verdienst des Filmes sind nicht unbedingt neue Erkenntnisse in der Zeitdiskussion, sondern die moderne, auch für junge Menschen zugängliche Umsetzung, die nicht zuletzt durch die Umsetzung als Icherzähler erleichtert wird (auch wenn ich mir mehr Web 2.0 Elemente zur Diskussion und mit weiteren Links gewünscht hätte). Noch besser wäre natürlich eine Diskussion mit Christian Schüle und Florian Opitz zusammen, aber vermutlich werden wir dafür wieder keine Zeit finden ... .
Eine interessante Koch-Geschichte ganz am Rande der Möbelmesse war die Begegnung mit dem sympathischen Koch Hubertus Tzschirner am Stand der Komet Maschinenfabrik.
Zauberwort?
"Sous-Vide" klingt wie ein Zauberwort bedeutet aber einfach "Garen unter Vakuum." Fisch, Fleisch, Gemüse oder Obst wird vakuumiert und dann bei niedriger Temperatur schonend gegart. Einerseits ist mir Garen im Plastikbeutel unangenehm, andererseits weiß ich von Andreé Köthe, Zweisternkoch im Essigbrätlein, wie viel und wie begeistert er mit dieser Technik arbeitet.
Vakuumierer und Thermalisierer
Nach der Vorführung der Vakuumiermaschine, die man jetzt auch schon in eine Küchenschublade integrieren kann haben wir lange mit Hubertus über die Vor und Nachteile der Methode diskutiert und sicherheitshalber habe ich mir gleich sein Buch "Sous Vide - der leichte Einstieg in die sanfte Gartechnik" gekauft.
Im Buch - das nicht ganz werbefrei ist - wird die Methode auch physikalisch ausführlich und anschaulich erklärt und es werden ganz viele Rezepte vorgestellt, die durchaus auch mal Garzeiten von 24 Stunden haben können (aber auch "normale" Rezepte).
Thermalisierer oder Druckdampfgarer?
Für das Sous Vide Garen braucht man normalerweise einen Themalisierer, also ein Gerät, dass Wasser mit einem thermostatgesteuerten Tauchsieder gradgenau auf Temperatur hält. Modernen Geräten sieht man auch diesen Tauschieder gar nicht mehr an, aber die meisten unserer Kunden können die Gartechnik auch im Dampfgarer umsetzen. Bei einem längeren Telefonat diskutierten wir nach der ausführlichen Lektüre des Buches zunächst die Garzeiten in den Rezepten, die durch das Garen im Dampf länger werden, aber gerade beim Druckdampfgarer kann man natürlich auch im Wasserbad garen, was dann wiederum die exakt gleiche Garzeit ermöglicht. Allerdings ist bei dieser Methode die Zeit gar nicht sooo entscheidend, viel wichtiger ist die genaue Einhaltung der Temperaturen, denn die unterscheiden sich je nach den Eigenheiten der jeweiligen Eiweise. Deswegen sei das Buch als Orientierung durchaus empfohlen, wir werden sicher in eine der nächsten Showküchen auch mal einen Vakuumierer einbauen, denn egal, ob man damit kocht, mariniert oder kalt gart, für so ein Gerät gibt es eine Menge Anwendungsmöglichkeiten.
Wer selbst gerade über eine solche Anschaffung des Vakuumierers nachdenkt, möge sich an uns wenden und wenn jemand schon damit arbeitet, würden wir uns über seine Erfahrungsberichte freuen. Denn ich bin schwer davon überzeugt, dass viel der abgefahrenen Rezept auch mit dem Dampfgarer, besonders dem Druckdampfgarer funktionieren und das birgt für unsere Küchenkunden ein völlig neues Potential.
Denis Scheck wurde in den letzten Jahren durch seine Arbeit beim Deutschlandfunk und die ARD-Sendung Druckfrisch (immer am letzten Sonntag im Monat um 23:35) zum bekanntesten Literaturkritiker Deutschlands.
Nicht nur Ute Danzer hält ihn außerdem für klug und sympathisch, weshalb sie ihn auf der Buchmesse in Leipzig zu unserem 25-jährigen Jubiläum nach Unterkrumbach einlud. In der Tradition der Möbelmachergäste von (z.B.) Uwe Timm, Peter Härtling und Herbert Rosendorfer (immer gemeinsam mit der Buchhandlung Lösch organisiert) wünschten wir uns diesmal einen Gast, der unser Streben nach Lebensqualität durch bewusste Einrichtung von Küchen und Wohnräumen literarisch, kulinarisch aber vor allem humorvoll bereichert.
Der Termin am Freitag, den 14.Juni ist vereinbart und jetzt erst fällt uns auf, dass alle anderen Autoren ja eigentlich zur Vermarktung ihrer Bücher erschienen, also fragten wir uns, ob nicht auch der Kritiker selbst eines geschrieben hätte und das hat er zusammen mit der Ärztin und Betriebswirtin Dr. Eva Gritzmann im Jahr 2011:
SIE & ER Der kleine Unterschied beim Essen und Trinken
Nachdem uns kulinarische Zusammenhänge dank der Küchenplanung mit Kunden, der eigenen Ausbildung als Ernährungsexperte und der Zusammenarbeit mit Spitzenköchen in einigen hundert Kochshows durchaus beschäftigen (Kategorie "Die Küche zum Kochen" im Nachhaltigkeitsblog) haben wir es sofort verschlungen (bei mir war es Samstag von 15 bis 22 Uhr) und freuen uns seitdem noch mehr auf seinen Besuch als vorher.
Eigentlich weniger, ob des Grundthemas der Geschlechterforschung, welches zwar ein spannender Aufhänger ist, vor allzu hohen Erwartungen daran aber schon in der Einleitung gewarnt wird:
"Eine Warnung vorneweg: Diese Fragen
werden hier zwar gestellt, die wenigsten davon werden Sie hier aber klar,
eindeutig und befriedigend beantwortet finden."
Es ist
mehr die ebenso neugierige wie phantasievolle Herangehensweise an das kulinarische Thema allgemein, die mich das Buch nicht weglegen ließ. Wie wir es von "Druckfrisch" gewöhnt sind, stellen Grizmann und Scheck wichtige Fragen an Winzerinnen, Metzgerinnen, berühmte
Köche (Jamie Oliver, Vincent Klink, Ferran Adriá und Johanna Meier) aber auch an Autoren wie Frank Schätzing, Donna Leon, Alice Schwarzer und an einige Fachleute.
Statistiken, Asterix und Kannibalismus
Statistiken werden nicht einfach als Beweis von irgendwas aufgeführt, sondern deren potentieller Wahrheitsgehalt aufgrund der Methoden der Datenerhebung kritisch hinterfragt. Da gibt es ausgesprochen unterhaltsame Abschnitte, die den Nato Doppelbeschluss mit dem Champagner von Pommery kombinieren, Sätze von Emil Steinberger und das kulinarische Erbe von Asterix und Obelix. Das erhoffte kulinarische Zitat der namenlosen Britin aus Asterix auf Korsika erwartete ich aber leider vergeblich: "Was tut Ihr sagen? Ich nehme nur kochendes Wasser. Ich finde, es gibt einen köstlichen Geschmack zu Allem." Dafür tauchen die verzichtbaren Erdbeeren für den Zaubertrank, die Schweinskaldaunen, das Käsefondue und natürlich das Wildschwein aus Uderzos Œuvre auf. (Sollte jemand noch Asterix-Zitate suchen, können wir nur die Volltextsuche auf Comedix.de empfehlen.)
Aber es kommen auch ernste Themen zur Sprache: der Kannibalismus während der Kulturrevolution in China zwischen 1966 und 1976, über die der Autor Zheng Yi aus seinem Buch "Scarlet Memorial" zitiert wird. Der Blick auf das Ganze führt wieder zurück nach Deutschland zum Roman "Atemschaukel" über die unfassbaren Geschehnisse in Konzentrationslagern, für den Herta Müller mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Schlusssatz zu den Seiten über das Böse und den Hunger: "Wir in Deutschland erweisen dem Essen zu wenig Ehre."
Im "Moto" kochen Geeks für Nerds und "elBulli" ist ein Hundename
Es war uns schon klar, dass ein Literaturkritiker mit kompetenter und charmanter ärztlicher Begleitung auch in der Rolle des Gastrokritikers überzeugen wird, aber die Ausführungen über die so unterschiedlichen Restaurantbesuche im "Moto" von Chicago und dem "elBulli" von Ferran Adriá an der Costa Brava sind so anschaulich geschildert, dass man - sollte man sich wider Erwarten dort einmal einfinden müssen - das Gefühl hätte, schon mal da gewesen zu sein.
Was Scheck, Gritzmann und der Schriftsteller Jeffrey Eugenides im "Moto" für 1300 Dollar erleben, wäre fast ein eigenes Buch wert: Für die essbare Speisekarte wurden eigens Tintenstrahldrucker umgebaut und spezielle Geschmackstinten entwickelt, der Koch Homaro Cantu besitzt einen leistungsstarken Laser, den man sonst nur aus Operationssälen kennt. Das kulinarisch angezweifelte Ideenfeuerwerk der bis zu zwanzig Gänge wird metaphorisch mit dem Ausflug in die Computerwelt beschrieben: "Geeks kochen für nerds." Für IT-infizierte Menschen leichter verständlich ist wohl der Ausdruck "Infantilisierung der Küche."
"Vorbilder sind dabei weniger die Traditionsgerichte der grande cuisine als Klassiker ganz anderer Art, nämlich Würstchenschnappen, Topfschlagen oder Schokolade -mit-Handschuhen-essen. Ob man Cantus zeitgemäße Adaptionen dieser Evergreens als kulinarische Sketchparade oder Geisterbahnfahrt erleben wird, hängt von der individuellen Toleranz für den Geschmack einer amerikanischen Kindheit ab ..."
Ganz anders im "elBulli," dem anerkannt besten Restaurant der Welt, das mit dem vom Chef Ferran Adriá ungeliebten Ausdruck der "Molekularküche" bekannt wurde. Es liegt an der Costa Brava, das Restaurant wurde in den 1960er Jahren von dem deutschen Ehepaar Schiller aus Düsseldorf gegründet und nach ihrer Bulldogge "Bulli" benannt. Es ist im Moment geschlossen und soll als Stiftung, gastronomische Forschungs- und Ausbildungsstätte neu eröffnet werden.
Scheck schreibt: "Ferran Adriá steht unter Strom. Eine mexikanische Springbohne in Menschengestalt." Zum Hauptthema des Buches, der kulinarischen Genderforschung, äußert er sich leider nicht sehr hilfreich:
"Die Unterscheidung nach Männern und Frauen ist (dabei) vollkommen irrelevant. ... In der Küche spielt für mich die Frage nach dem Geschlecht einfach keine Rolle. Ich bin kein Macho. Ich sehe einfach den Menschen."
Den bildlichen Vergleich des "Moto" und des "elBulli" kann man ebenfalls nur als Zitat wiedergeben:
"Homaro Cantu und Ferran Adriá - das ist der Unterschied zwischen Micky Maus und Tischlein-deck-dich. Während in Chicago permanent Kindergeburtstag gefeiert wird und so routiniert, aber auch so seelenlos wie in Disneyland pünktlich um 17 Uhr ein Feuerwerk abgebrannt und eine Parade veranstaltet wird, erzählt man an der Costa Brava ironische Märchen für Erwachsene: kulinarische Feengeschichten mit oft überraschendem Ausgang, unvorhersehbar und unberechenbar."
Capsaicin, Slow Food und Cittaslow
Manchmal fühlt man sich auch ertappt. (Meist) männliche Neurosen rund um das Capsaicin der unterschiedlichsten Chilipflanzen (am Döner heißt es "Schaaf") werden anschaulich und wissenschaftlich erklärt und auch die männliche Geräteverliebtheit (die wir schon deshalb verteidigen, weil sie einen Teil unseres Umsatzes ausmacht) auf die Schippe genommen.
Als weitere Parallelen zu unserer Arbeit erweisen sich die Sätze über Slow Food und Cittaslow (im Buch wird Nördlingen erwähnt), denn wir haben das Slow Food Convivium Nürnberg 1997 mitbegründet und wir hatten das Glück, die erste Cittaslow Deutschlands, Hersbruck, mit-initiieren zu dürfen. Um dieses "Slow-Thema" drehten sich unsere Werkstatt-Tage 2012 und sie sind aus verantwortungsvollen Diskussionen über die Ernährung auch nicht wegzudenken. Denn es geht um die Frage, welche Tiere wir mit gutem Gewissen essen dürfen. Starkoch Vincent Klink dazu:
"Wir erleben eindeutig einen Triumph der Nahrungsmittelindustrie, die vergessen lassen will, dass Fleisch von einem lebendigen Tier stammt."
Und der Literaturchef des New Yorker sagt im Interview:
"Regional essen bedeutet zunächst schlicht: besser essen. ... Kochen ist nun mal der grundlegende Zugang zum Verständnis der Ernährung."
Tja und dann schweift der Gedanke wieder zu unseren Direktvermarktern der Herbsrucker Alb unter dem Dach von "Heimat auf´m Teller", zu unseren regionalen Anforderungen an Lebensmittel und Holz und zu den Kochshows, in denen wir seit dem Jahr 2000 genau diese Ideen den Zuhörern und Testessern schmackhaft machen wollen.
Leider habe ich im Buch nur einmal das Wort "Möbel" entdeckt, ausgerechnet in der Frage "Warum geben die Deutschen ihr Geld gern für Autos, Reisen und Möbel aus, nicht aber für Nahrungsmittel?"
Hachja, wenn man die erschreckenden Infos über die weltweite Produktion von Billigmöbeln, verbrecherische Waldausbeutung und schlechte Arbeitsbedingungen gesammelt und zugänglich gemacht hätte, wie der Film "We feed the World" über die Lebensmittelbranche (den Scheck empfiehlt und den wir schon kostenlos im Herbsrucker Kino zeigten), dann würde wohl auch der Wert von Möbeln aus dem Holz der Region leichter vermittelbar.
Es war ein besonderes Erlebnis der kulinarischen, sprachlichen und humorvollen Art Eva Gritzmann und Denis Scheck auf ihrem lustvoll-lehrreichen Streifzug durch die Esskultur begleiten zu dürfen. Also vertrauen sie uns, wir wissen was war tun: Lesen Sie "SIE & ER, der kleine Unterschied beim Essen und Trinken", erschienen 2011 bei Bloomsbury Berlin und kaufen Sie das Buch in Ihrer Buchhandlung, in der Sie auch in Zukunft noch das Einkaufserlebnis genießen wollen.
So, das Jubiläumsjahrbuch ist schon beim Drucker und wird bald in den Versand gehen. Jetzt wäre es wahnsinnig hilfreich, wenn wir die Adressen der Menschen bekämen, die gerne den Infokalender 2013 hätten, aber noch nicht in unserer Datei sind.
Denn dann geht er zusammen mit den 5322 anderen auf die Reise, was nicht nur sehr viel günstiger ist, sondern auch weniger Arbeit. Also bitte einfach die Postadresse an herwig.danzer@die-moebelmacher.de mailen, oder einfach anrufen (09151 862 999) dann geht die Post ab.
Auch in diesem Jahr bedanken wir uns bei unseren Kunden (und denen, die es werden wollen) mit 137 Fotos auf 56 Seiten und vielen Artikeln von und über unsere Arbeit im letzten Jahr. Von der kleinen Gartenbank bis zum großen Büro des Chefs der Nürnbergmesse sind alle Facetten der Einrichtung mit Massivholzmöbeln dabei - natürlich auch einige tolle Massivholzküchen.
Wir bedanken uns bei unseren Kunden, die die aufwändigen Fototermine ertrugen und die häufig auch selbst zu sehen sind und den Models, die bei den Aufnahmen in unserer Ausstellung eine gute Figur machten bzw. haben. Die Anzeigen sind natürlich eine willkommene Hilfe bei der Finanzierung unseres jährlichen Werbeprojekts seit 1997, aber trotzdem ausschließlich ehrliche Empfehlungen an die Menschen, mit denen wir auch selbst gerne zusammenarbeiten. Wie zum Beispiel die Kanzlei Kuhnen und Wacker, die uns gerade im Moment aus einer betrügerischen Abmahnung unbürokratisch und cool heraushalf.
Beim Oekom Verlag bedanke ich mich ganz herzlich für das Rezessionsexemplar von "Der Baum - Eine Biografie" weil es ein unglaublich bereicherndes Buch ist. Und zwar nicht nur für uns, die wir hin und wieder mit Holz zu tun haben, sondern für jeden, der sich für Evolution, Natur und Forschung interessiert. Es geht eigentlich um einen Baum, aber es beginnt vor 13,8 Milliarden Jahren mit dem Urknall. Vor 4,5 Milliarden Jahren entstand wohl die Erde (ohne Gewähr) und ich schätze das Buch von David Suzuki und Wayne Grady in der Übersetzung von Eva Leipprand vor allem ob der Rahmenhandlung um die Protagonistin herum, eine 400 Jahre alten Douglasie auf dem Gelände des Autors, die ihr Leben zur gleichen Zeit begann, wie Shakespeare die Niederschrift von König Lear.
Ich werde unsere Kunden von den neuen Erkenntnissen über die Biografie der Bäume wohl weitgehend verschonen müssen, weil es sogar für den geneigen Kunden von Massivholzmöbeln zu weit führen würde. Aber das Lebewesen Baum ist faszinierend und ich bin überzeugt: Jeder, der aus welchem Grund auch immer dieses Buch von vorne bis hinten liest, wird ganz anders durch einen Wald gehen, auch wenn wir in Deutschland etwas andere Wälder und Bäume kennen, als die Autoren beschreiben. Es geht nur im Haupterzählstrang um genau jene Douglasie. Suzuki - Träger des alternativen Nobelpreises - findet nahezu poetische Formulierungen über das Leben und Sterben eines Baumes und der Tiere in seinem Umfeld:
"Mit allem seinen Einfallsreichtum und technologischen Wissen könnte der Mensch niemals etwas Vergleichbares erfinden wie die in jedem Baum eingebaute Stärke und Wiederstandfähigkeit."
Das Buch ist nicht unbedingt leicht zu lesen und ich hätte mich über erhellende und erklärende Zeichnungen gefreut. Zwar gibt es wunderbare Illustrationen des Künstlers Robert Batemann, aber ich hätte mir bei all den Fachwörtern, die ich im Bio-Leistungskurs vor einigen Monaten schon mal gehört habe, ein wenig Hilfe gewünscht. Ich verstehe durchaus, dass die Autoren keine digitales Fotomaterial des Urknalls besitzen mögen, aber die 400 Jahre der Baumgeschichte wäre durch Zeichnungen, Fotos oder eine ergänzende Homepage leichter verständlich und - wie der Name schon sagt - anschaulicher.
Aber auch ohne diese von mir ersehnten intellektuellen Krücken, hat mir das Buch viel Freude gemacht, weil es aus wissenschaftlicher Sicht auch viele vernünftige Forderungen an die Politik stellt. Es wird erklärt, warum es völlig irrsinnig wäre zu hoffen, dass sich genetisch veränderte Pflanzern NICHT ausbreiten und mischen werden und es wird aus für uns Regionalfuzzis - also Freunde regionaler Wirtschaftskreisläufe - aus völlig neuer Betrachtungsrichtung erklärt, was HEIMAT bedeuten kann:
"Menschliche Kulturen auf der ganzen Welt - von den Inutit in der Arktis bis zu den Aayapo im Amazonasbecken, den Aboriginis in Australien und den !San in der Kalahari Wüste - haben allesamt über Hunderte von Generationen Wissen angesammelt, das sie in die Lage versetzt hat, innerhalb einer erstaunlich goßen Bandbreite unterschiedlicher Umweltbedingungen zu gedeihen. In jedem Fall ist die Grundlage dieses Wissens tief im Verständnis für den Ort verwurzelt, den wir Heimat nennen könnten."
Ich erfahre in der Biografie der Douglasie, dass der größte lebende Organismus ein Pilz der Gattung Dunkler Hallimasch in Nord-Ost Oregon 8500 Jahre alt ist und eine Fläche von 10 Quadratkilomertern bedeckt. Bäume, bzw.via Wurzel verbundene Espenkolonien bilden in Utah eine Kolonie, die eine Gesamtfläche von 43 Hektar bedeckt. Das sind nicht die Bäume, aus denen wir in Unterkrumbach Ihre Möbel und Küchen bauen, aber es sind Beispiele für die faszinierenden Kommunikationsmöglichkeiten von Lebewesen, die man durchaus als "klug" bezeichnen könnte, die nur dummerweise ihren Standort nicht verändern können.
Bäume kommunizieren untereinander sehr effektiv über Wurzeln und sogar selbstgemachte Gase und die Autoren verschweigen auch nicht, dass noch lange nicht alle Prozesse erklärt werden können, aber sie zeigen eindrucksvoll, dass hier raffinierte Kommunikationsmöglichkeiten existieren, die Facebook als Lachnummer dastehen lassen.
Vertrauen Sie uns, lesen Sie die Biographie "Der Baum (19,95€)," in der am Schluss der Tod des Baumes als Neuanfang verstanden wird. Vielleicht sollten wir uns etwas von den Bäumen abschauen, irgendwie wirken sie nicht nur in diesem Buch oft angenehmer als der Homo Sapiens.
Klar, wer sich um regionale Wirtschaftskreisläufe kümmert, sollte sich auch regionaler Literatur nicht verschließen.
Obwohl ich keine Krimis lese wurde ich via Twitter zum Abstimmen über die beste Krimi Kurzgeschichte gebracht und einige Wochen später lag das neue Buch im Posteingang des Nachhaltigkeitsbloggers mit einer lieben Karte des Ars Vivendi Verlags - leider ohne Namen (dann stell man sich immer ein hübsches Mädchen vor), die mir dann glatt in die Badewanne gefallen ist.
Es hat schon was, alle Schauplätze eines Buches - viele davon sogar richtig gut - zu kennen und es vermittelt das Gefühl viel tiefer drin zu sein, was man nicht bei allen Geschichten wirklich will, da sind auch ziemlich gruselige dabei.
Von ziemlich witzig über einen kopierenden Politiker, bis sehr ernst über die zweifelhafte Entscheidung eines Privatdekektivs, der seinen Auftrag zwar erfüllt, aber der Mandantin das Ergebnis nicht verrät oder auch einen Mord, der aus moralischen Gründen gottseidank nicht aufgeklärt wurde, oder einem Doppelselbstmord von zwei echten gealterten Hippies. Natürlich gefällt auch ein Krimi, der von einer bei Ikea wohnenden Dame aufgeklärt wird, werde auf jedenfall in Zukunft nachts ab und zu mal in unsere Ausstellung schauen ... .
Bei den 20 Geschichten sind alle Facetten dabei, das Schöne an denselben ist, dass sie so kurz sind, dass man das Buch wirklich nebenbei lesen kann und natürlich alles total regional.
Obwohl ich kein Krimifan bin, kann ich das Buch wirklich als spannend, unterhaltsam und überraschend empfehlen, vermutlich wird es auch mal eine Nummer 4 geben, die würde ich mir dann sogar selbst kaufen.
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Kaufen Sie Ihre Bücher bei Ihrer Buchhandlung oder - wenns unbedingt das Internet sein soll, dann über Libri, denn dann hat ihr Buchhändler wenigstens auch noch was davon (in Hersbruck die Buchhandlung Lösch). Aber nicht jetzt bei Amazon bestellen und später jammern, dass es immer weniger Buchhandlungen gibt.
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Und immer so viele Bücher kaufen, dass Sie bald wieder neue Regale brauchen, die bauen dann wir und dann kaufen Sie wieder neue Bücher und dann bauen wir wieder neue Regale .,.
Es dauert zwar länger ein Buch zu lesen, als einen Film anzuschauen, aber irgendwie ist mir das grade bei den schwierigen Themen lieber. Die Bücher (auch hier sollte man auf deren Kauf im Buchhandel achten, um mit dem Kauf bei Amazon nicht versehentlich liebgewordene Strukturen zu zerstören!) haben zwar nicht so beeindruckende und nicht so bedrückende Bilder, dafür liefern sie mehr Inhalt und hoffentlich Erkenntnisse und außerdem kann man drin rumschmieren.
So war es schon vor einigen Jahren bei "We feed the world" oder "Farmer John" die wir zusammen mit der Buchhandlung Lösch im Hersbrucker CityKino kostenlos und mit anschließender Diskussion zeigten und so ist es mit dem Film "Taste the Waste", der als Buch den Titel trägt: "Die Essensvernichter - Warum die Hälfte der Lebensmittel im Müll landet und wer dafür verantwortlich ist."
"Das Buch "Die Essensvernichter" ist eine Anleitung zum Aktiv werden."
Die Autoren wollen damit eine gesellschaftliche Veränderung anstoßen. Es kann daher auch als Materialsammlung verstanden werden, für die Bildungsarbeit oder weitere Aktivitäten.
Slowfoodgründer Carlo Petrini schreibt dazu im Vorwort:
"Zu den grundlegenden Problemen unserer Zeit gehört die Unfähigkeit zwischen Preis und Wert unterscheiden zu können." (Das ist in der Möbelbranche übrigens nicht anders.)
"...wenn man den Dingen die rechte Wertschätzung entgegenbringt, auch der Genuss eine ganz andere Bedeutung erlangt, allerdings nicht wie heute immer mehr verstanden, als Statussymbol und Luxus, sondern als tief empfundene Freude am Leben, am wirklichen Wohlbefinden. Das Leben wird schöner werden und an Bedeutung gewinnen, wenn wir begreifen, was hinter den Dingen steckt, die wir essen. Zugleich tun wir damit der Erde und ihren Bewohnern einen Gefallen."
Die Materialsammlung informiert nicht nur ausführlich, sie beseitigt auch Vorurteile, wie zum Beispiel die Geschichte der krummen Gurke, die man ja immer der EU-Verwaltung anhängt. Tatsächlich gibt es diese Bestimmung schon lange nicht mehr, aber die Händler halten aus Verpackungsgründen trotzdem dran fest. An vielen Stellen im Buch, an denen bewiesen wird, dass mehr als die Hälfte aller Lebensmittel im Müll landet, stellt sich die wichtigste Frage:
Wer ist schuld daran?
Zu Beantwortung derselben haben die Autoren auch viele Wissenschaftler mit eingeschaltet. Zum Beispiel Dr. Gunther Hirschfelder, Professor für vergleichende Kulturwirtschaften an der Uni Regensburg. Für ihn ist der Supermarktkunde kein willenloser Zombie, sondern verantwortlich für sein Einkaufsverhalten. Auch wenn er die Schuld an unvernünftigen Entwicklungen auch bei der Werbung und vor allem bei der Politik sieht ist seine Erkenntnis:
"Der Kunde ist schuld, wir brauchen mehr verantwortungsvolle Verbraucher."
Ein Kapitel weiter, über die globalen Folgen unseres Konsumverhaltens, in dem auch Klaus Töpfer (das wär doch mal ein Bundespräsident!) zu Wort kommt, gibt es noch einen weiteren Schluss zur Schuldfrage:
"Will man die Schuldzuweisung treffen, dann sind diese Agrarkonzerne die Täter, die Lebensmittelindustrie ihre willfährigen Gehilfen und die Verbraucher die nützlichen Idioten."
Um diese Zusammenhänge verständlich machen zu können, muss im Buch auch die Geschichte der Ernährung erzählt werden. Der erste Supermarkt entstand 1949 in Osnabrück, aber erst Mitte der 50er Jahre führte zum Beispiel der Edeka-Verbund die Selbstbedienung ein, der erste wichtige Schritt zum Wegwerfwunderland. (mehr einkaufen, als man vorhatte, neue Bedürfnisse wecken, die Fresswelle überrollte Deutschland). Ende der 70er Jahre überstieg die Produktion den Bedarf, es entstand Butterberg und Milchsee. Schnell verderbliches Obst war rar und teuer, Exotische Früchte brachten die Vielfalt. "Nun wurde das traditionelle Prinzip der Saisonalität und Regionalität erstmalig auf breiter Front durchbrochen. Das war der zweite wichtige Schritt hin zur Wegwerfgesellschaft." Dann führten noch Fast Food und die Discounter immer weiter weg vom vernünftigen Umgang mit Lebensmitteln.
Das Buch wird konkret, beschreibt die Vorgehensweisen der Mülltaucher und gibt konkrete Verbesserungsvorschläge für Politik, Handel und jeden einzelnen von uns, denn auch die ganz private Lebensmittelverschwendung wird aufwändig belegt: Man will auf alle Eventualitäten vorbereitet sein und kauft mehr ein, als in dem Haushalt gegessen werden kann.
Fazit:
Das Buch ist wie versprochen eine spannende Materialsammlung, die durch die weitergehenden Aktivitäten auf der Homepage noch erweitert wird und selbst für Fachleute auf diesem noch weitgehend unerforschtem Gebiet einige Ansätze liefert. Und es ist angenehm lesbar geschrieben.
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Was hat der Druckdampfgarer im Titel dazu verloren?
Bei der privaten Lebensmittelverschwendung geht es auch um Kochtechniken, das haltbar machen von Lebensmitteln und gesundes Aufwärmen. Wer zum Beispiel den Fisch im ganzen kauft, oder auch beim Fleisch den kompletten Einkauf samt Knochen nutzen will, kann damit aus den "Parüren" und "Karkassen" (also eigentlich den Abfällen) hervorragende Fonds als Saucenbasis oder für Suppen herstellen und dafür auch alle angefallenen Gemüsereste und sogar Schälabfälle verwenden. Das im Dampf aufgewärmte verliert nicht an Geschmack und Vitaminen und zum Beispiel Beeren lassen sich mit ganz wenig Aufwand entsaften. Nachdem uns grade Mielechef Dr. Reinhard Zinkann persönlich bestätigt hat, dass das Gerät im Programm bleiben wird, erwägen wir dazu noch mehr Artikel zu veröffentlichen.
Im Übrigen gibt es beim Umgang mit Lebensmitteln auch viele Parallelen zum Holzeinkauf, den wir ebenfalls aus Qualitätsgründen saisonal und regional organisieren.
Alexander Brock von den Nürnberger Nachrichten weißt auf das Dilemma hin, in einem Genussführer auch über Nürnbergs NS-Vergangenheit und deren Umgang damit zu berichten, aber ich kann versichern, dass schon bei den ersten Gesprächen klar war, dass das zur Sprache kommen muss, genauso wie die Menschenrechte. Auf die große Harmonie dieser Themen zwischen Lebkuchen und Bratwürsten kann man glaube ich zugunsten der Glaubwürdigkeit und Ganzheitlichkeit des Nürnbergbildes getrost verzichten.
Die Abendzeitung schreibt treffend in ihrer Einladung zur Buchvorstellung in der Buchhadlung Thalia:
Im Gegensatz zu vielen Stadtführern, die hauptsächlich auf Touristen abzielen und nur an der Oberfläche kratzen, richtet sich das neue Buch an die Einheimischen – und geht in die Tiefe. Da entdecken selbst alte Hasen, wie der AZSpezi Klaus Schamberger noch „schöne Tipps“. „Ein Buch zum Lesen und Verwenden“, meint der Spezi.
Und der Plärrer freut sich, das Nürnberg "endlich kosmopolitisch wird."
Richtig angenehme fanden wir übrigens der Abend in der Buchhandlung Thalia, nochmal vielen Dank für die Gastfreundschaft.
Fotos von der Buchvorstellung im Nürnberger Rathaus sind jetzt auf unserer Facebookseite online (gerne auf "gefällt mir" klicken).
Fotos von der gestrigen Buchvorstellung im Nürnberger Rathaus sind jetzt auf unserer Facebookseite online (gerne auf "gefällt mir" klicken).
Schön ist es geworden, das Buch mit dem roten Bändchen, für das wir ein wenig geschrieben, aber vor allem Kontakte beigesteuert haben, von denen manche ins Buch geführt haben, andere nicht. Die Auswahl ist also durchaus subjektiv und die im Buch dargestellten Betriebe beteiligten sich auch an den Druckkosten. So ist es quasi ein Gemeinschaftswerk, dessen Verwirklichung wir dem Herausgeber Dr. Oliver van Essenberg verdanken und für dessen Gelingen auch Dr. Ulrich Maly, Gero von Randow, Fitzgerald Kusz und Klaus Schamberger arbeiteten. Ich persönlich finde die Zusammenstellung gelungen, die Bilder ausgesprochen gut und das Layout ansprechend, weil zurückhaltend. Viele Texte sind liebevoll, einige engagiert, alle wohlüberlegt und kompetent geschrieben und die Rezepte spannend. Es lässt sich wunderbar abschnittweise lesen und es ist ein geniales Geschenk, weil es erst seit heute im Handel ist (und es noch niemand haben kann). Die wenigen Menschen, die es für uns schon vorher durchgearbeitet haben, waren sehr begeistert.
Also vertrauen Sie mir, ich weiß was ich tue: Kaufen Sie "Lebensart Genießen - in und um Nürnberg" für 19,80 € bei uns, wir verschicken es auch versandkostenfrei. (Frei zitiert nach Denis Scheck)
Hier ist noch die offizielle Pressemeldung:
Bamberg, September 2011
Genießen mit allen Sinnen
Buchneuerscheinung 2011: „Lebensart genießen – in und um Nürnberg“ – Das Themenspektrum reicht von Essen, Trinken, Ausgehen über Wohnen, Mode und Schmuck bis zu Kunst, Kultur und Natur – Großes Aufgebot an Autoren
Die Lebensart in und um Nürnberg ist fest mit leiblichen Genüssen verbunden. Diese bilden jedoch nur einen Teil der schönen Dinge, die diese Region so lebens‐ und liebenswert machen. Auch Ausstattung, Mode und Schmuck sowie Kunst und Kultur tragen dazu bei. Das Buch „Lebensart genießen‐ in und um Nürnberg“ spiegelt daher all diese Facetten wider.
Ob kulinarische Spezialitäten wie Bratwurst, Lebkuchen oder Spiegelkarpfen, gastronomische Highlights oder schöne Läden, ob Bio‐Produktion oder Nachhaltigkeit, ob Architektur, Möbel, Design oder Spielzeugstadt, der Mythos Nürnberg, Dürer, Großveranstaltungen oder Rückzugsorte im Grünen – „Lebensart genießen“ umfasst ein außerordentlich breites Themenspektrum. Auf rund 280 Seiten nimmt der Herausgeber Oliver van Essenberg die Leser mit auf einem Rundgang zu Besonderheiten der Stadt. In rund 100 Einzelporträts werden ausgewählte Adressen vorgestellt. Profilierte Autoren liefern Rahmenbeiträge zu Lebensart und Genuss. So skizziert die Journalistin Evelyn Scherfenberg die Lebensart in der verkannten Weltstadt. Klaus Schamberger ist dem Nürnberger Dialekt auf der Spur, während Fitzgerald Kusz Mundartgedichte und der Autor Dirk Kruse einen Kurz‐Krimi beitragen. Auf diese Weise ist, mit finanzieller und intellektueller Unterstützung der vorgestellten Betriebe, ein ebenso anregendes wie informatives Genussbuch entstanden.
Das reich bebilderte Werk, das auch Rezepte beinhaltet, ist ab 4. Oktober 2011 im Handel erhältlich.
Herausgeber: Oliver van Essenberg. Mit Beiträgen von: Frank Braun, herwig Danzer, Oliver van Essenberg, Hartmut Frommer, Helmut Haberkamm, Dirk Kruse, Fitzgerald Kusz, Ulrich Maly, Bernd Noack, Wolfgang Protzner, Andreas Radlmaier, Gero von Randow, Hubert Rottner, Klaus Schamberger, Evelyn Scherfenberg u.v.a. Preis: 19,80 Euro. 288 Seiten, ca. 470 Abbildungen. Softcover mit Fadenheftung und Lesezeichenband. Verlag: selekt, Bamberg. ISBN: 978‐3981379914 Pressekontakt: selekt Verlag Dr. Oliver van Essenberg Untere Seelgasse 38 96049 Bamberg Tel.: 0911 / 2975923 van.essenberg@selekt.org Bitte senden Sie bei einer Veröffentlichung ein Belegexemplar an die o.g. Adresse ! Vielen Dank!
Fotos von der gestrigen Buchvorstellung im Nürnberger Rathaus sind jetzt auf unserer Facebookseite online (gerne auf "gefällt mir" klicken).
Am 10. November 2010 haben wir von dem Buch-Projekt mit Oliver van Essenberg das erste Mal berichtet, und jetzt gibt es sogar schon das Cover und den Erscheinungstermin am 4. Oktober. Wir freuen uns, dass auch Dr. Ulrich Maly, Gero von Randow, Fitzgerald Kusz, Andreas Radlmaier, Claus Fesel, Hubert Rottner, Frank Braun und Klaus Schamberger Artikel beigesteuert haben. Wer jetzt schon bestellt, spart zwar nix, macht uns aber ne Freude. Hier die offizielle Pressemeldung:
Lebensart genießen – in und um Nürnberg
Ein Buch über regionale Lebensart und Genuss
Lebensart und Genuss bestimmen, wie sehr sich die Menschen in einer Region wohlfühlen. Essen, Trinken, Ausstattung, Mode, Kultur und Natur tragen zu den schönen Dingen bei, von denen es in und um Nürnberg eine Menge gibt. „Lebensart genießen – in und um Nürnberg“ beleuchtet ausgewählte Restaurants und Einkaufsadressen, Kulturbetriebe und Direktvermarkter, Geheimtipps und Institutionen. In rund 100 Porträts stellt der Herausgeber Oliver van Essenberg besondere Orte und die dahinter stehenden Menschen vor:
herausragende Kompetenzen, Häuser mit einem markanten Angebot und einer einnehmenden Atmosphäre. Darüber hinaus beleuchten profilierte Autoren Hintergründe der genussreichen Lebensart.
Ob Bratwurst, Lebkuchen oder Spiegelkarpfen, Gewürzhandel oder Bio-Einkauf, ob alte oder neue Architektur, Spielzeugstadt oder Design, ob der Mythos Nürnberg, Dürer, Großveranstaltungen der Stadt oder Rückzugsorte im Grünen – „Lebensart genießen“ schlägt einen weiten Bogen und zeigt wie kein anderes Buch zu diesem Thema neue Zusammenhänge auf.
Feuilletonistische und literarische Texte runden die Zusammenstellung ab. Die Journalistin Evelyn Scherfenberg skizziert die Lebensart in der heimlichen Hauptstadt. Klaus Schamberger ist dem Nürnberger Dialekt auf der Spur, während Fitzgerald Kusz Mundartgedichte und der Autor Dirk Kruse einen Kurz-Krimi beitragen. In Verbindung mit attraktiven Bildern und den eingestreuten Rezepten wird das Lesen selbst zu einem Genuss.
Herausgeber: Oliver van Essenberg. Mit Beiträgen von: Frank Braun, herwig Danzer, Oliver van Essenberg, Hartmut Frommer, Helmut Haberkamm, Dirk Kruse, Fitzgerald Kusz, Ulrich Maly, Bernd Noack, Wolfgang Protzner, Andreas Radlmaier, Gero von Randow, Klaus Schamberger, Evelyn Scherfenberg u.a.
Erscheinungstermin: 4. Oktober 2011. Preis: 19,80 Euro. 288 Seiten, ca. 450 meist farbige Abbildungen. Softcover mit Fadenheftung und Lesezeichenband. Verlag: selekt, Bamberg.
Man hat bei Freunden im Facebookprofil schon Gruppen gesehen, deren Titel man einfach spontan zustimmen musste:
"Ein Mann ohne Bart ist nicht richtig angezogen." "Wenn man mir früh genug Bescheid sagt, bin ich auch spontan." "Manche sagen, ich sei bekloppt, ich find mich verhaltensoriginell."
Trotzdem hat man noch nicht ganz verstanden, wes Geistes Kinder die Gruppen im Web 2.0 denn sind. Einen tiefen Einblick in die Szene - zumindest der spaßorientierten (es gäbe wohl auch ernsthafte) - bietet das Buch von Nilz Bokelberg und Silke Bolms "Ich schmeiß alles hin, und werde Prinzessin", das mir eine liebe Freundin schenkte.
Man könnte auch ohne diesem Druckwerk zufrieden sterben, aber zwischen den Mahlzeiten der Feiertage und deren Zubereitung diente es nicht nur der Erheiterung sondern auch der Einsicht in das Denken von Gruppenmitgliedern.
"Einen Ouzo für meine Freunde! Ja den billigen"
Man muss lachen, aber man kommt auch ins Grübeln: Wie viel Zeit wird an diesen Stellen versemmelt, wie viel Zeit versemmelt man selbst, wer sind die Kunden von Morgen und erreiche ich sie auf diesem Weg? Man gewinnt aber auch die Gewissheit: Das Agieren im Social Web (also Facebook, Twitter und Co) erscheint schon viel kreativer, als das Konsumieren von Fernsehsendungen ala RAABiata, Großen Brüdern oder Seifenopern.
Schön formuliert ist zum Beispiel der Buchtext zur Gruppe:
"Ja verdammt: Meine Eltern wohnen noch bei mir!"
"Das muss man sich mal vorstellen: Sie dürfen Essen machen, man erlaubt ihnen die Wäsche zu waschen, und gnädigerweise dürfen sie sich autoritär aufspielen, und was ist der Dank: Sie wollen einfach nicht verschwinden aus den Räumen, die sie einem zur Verfügung gestellt haben, seitdem man auf der Welt ist."
Ich fand das Buch wirklich ganz lustig, meine Tochter kannte allerdings (fast) alle Gruppen schon, aber ich will mich in die intellektuelle Diskussion über dieses Buch überhaupt nicht einmischen, denn:
"Ich bin kein KLUGSCHEISSER, ich weiß es wirklich besser."
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(Die kursiv gedruckten Zitate sind jeweils Titel der Gruppen auf Facebook, Lokalisten oder StudiVZ.)
Der Link zum Buch führt zu Libri, weil Sie dort über Ihren Buchhändler vor Ort bestellen können, der auch eine Buchhandlung für Sie betreibt. Kaufen sie dort, wenn Sie den Service eines Ladengeschäfts auch in Zukunft noch nutzen wollen.
"Lebensart genießen in und um Bamberg" gibt es schon. Ein schönes Buch mit 216 Seiten, das sich im weitesten Sinne mit dem Genuss beschäftigt. Was mich daran am meisten freut ist, dass Genuss sich im Konzept von Dr. Oliver van Essenberg nicht nur auf Essen beschränkt, sondern auch Wohnen, Kunst und Kultur mit einbezieht. Von der Levi´s Jeans über die Bamberger Gärten und Symphoniker bin zum Bamberger Hörnchen und dem Schlenkerla. Aber eben auch viele Betriebe vom Einrichter über das Schuhgeschäft bis zum Optiker. Redaktionelle Beiträge von interessanten Menschen bilden die literarische Klammer.
Nach dem gleichen Konzept plant Oliver jetzt ein Buch für Nürnberg, bei dem wir heute eine Zusammenarbeit beschlossen haben. Vom Nürnberger Land aus planen wir einen Beitrag, der die Entstehung der Regionalbewegung in der Hersbrucker Alb schildert und damit ganz viele Beziehungen nach Nürnberg aufbaut, auf dass idealerweise alle Beiträge zusammen mit den anderen Autoren in einen Gesamtzusammenhang gestellt werden können. Die im Buch vorgestellten Unternehmen beteiligen sich sowohl intellektuell als auch finanziell an dem Gemeinschaftsprojekt, das im Oktober 2011 erscheinen soll. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und einen ganz neuen Genussführer für Nürnberg. Wer Ideen und Vorschläge hat, kann diese gerne im Kommentar posten.
Die vierte Veranstaltung dieser Art, die von Renate Künast im Jahr 2007 als "Bioerlebnistage" ins Leben gerufen wurde (Nachfolger Seehofer brauchte natürlich einen neunen Namen, der sich deutlich schlechter in Sätze kleiden lässt), kämpfte am Freitag erfolglos mit dem Wetter, was der Stimmung keinen Abbruch tat. Kann man am Foto von Hubert Rottner deutlich erkennen. Das lag einfach daran, dass die hundert Aussteller alte Hasen der Bioszene sind, die sich von solchen Kleinigkeiten nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wer im Sinne der Nachhaltigkeit biologisch wirtschaftet, muss auch mit einem Wetter, das eher zu REGENsburg passen würde zurechtkommen. Und so wurde der Freitag dann auch eher zum Szenetreff, denn zur publikumswirksamen Veranstaltung, obwohl wir für alle Kochshows unsere Plätze voll bekamen, nicht zuletzt weil wir einen großen Schirm zu bieten hatten, unter dem man - bei wenig Wind - halbwegs trocken blieb.
Es ging um Bio, Genuss, Kunst und vor allem Geschmack, also Themen, deren Fremdheit Franken TV mit seinem Beitrag zum Regenfreitag demonstrierte.
Beinahe peinlich war der Luxus in unserem N-Ergie-Truck: obwohl wir uns im optimistischen Wetterszenario schon auf die Klimaanlage gefreut hatten, war es dann die Heizung, die unser Herz erwärmte. Also nochmal vielen Dank an das N-Ergie Team und vor allem Friedrich Hrabak für die harmonische Zusammenarbeit. Sie waren wieder perfekte Gastgeber und Unterstützer bei allen Problemchen.
Richtig tapfer waren die Organisatoren und Models der Modenschau. Die gesunden (nicht magersüchtigen) und nicht nur deshalb schön anzusehenden Damen und Herren zeigten Ihre Choreographie und ökorrekte Kleidung bei strömenden Regen mit Schirmen.
Das gibt es wohl bisher nur bei Okömode. Und ein paar dieser interessierten Schönheiten, bereicherten sogar noch unsere Testessertafel. Das Suchbild:
Ganz viele neue Köche und Köchinnen hatten wir in diesem Jahr, vielleicht hätte sogar das Lampenfieber gereicht, um unser Autole zu heizen, diese Energieeinsparung bekommt man ja bei thermostatgeregelten Systemen nicht mit. Aber ausnahmslos alle haben sich danach gefreut sich dieser ebenso sinnvollen wie ungewohnten Aufgabe zu stellen und die Stadt Nürnberg kann wirklich stolz sein, so viele geniale Biofetischisten zu beheimaten (den Erlanger Zacharias Dengler vom Cafe Muskat bürgern wir einfach mit ein). Aber ein kompetentes Pärchen aus Holland lobte nicht nur die Köche sondern auch das Publikum: sie ist selbst Ernährungsexpertin aber sie hat noch nie sooo viele Menschen gesehen, die sich für BIO interessieren und soo konzentriert und andächtig zuhören (das erste Bild ist leider gemogelt, die schauen aufs Männleinlaufen,
aber das zweite ist echt, die schauen auf unsere Showbühne) . Das war natürlich am Samstag, am Freitag haben wir mit unseren 8 Plätzen an der Testessertafel fast alle Besucher unterbringen können.
Am Samstag war das Wetter genial, Nürnberg wurde Fair Trade Stadt und Tanja Fleischmann sang die beeindruckende Geschichte der Bioinnung beim Interview auf der Hauptbühne, zumindest macht das Foto diesen Eindruck.
Nach dem Motto "Lehm und lehm lassen" ludt der Künstler Harald Kienle zum Formen mit Lehm ein, was er in einem sehr sympathischen Interview mit der Moderatorin Corinna Mielke vom Bayerischen Rundfunk eindrucksvoll erklärte.
Es war wieder eine Veranstaltung, die Nürnbergs Vorreiterrolle in der Biobewegung manifestiert hat. Über Bio reden ist ganz nett, aber BIOerleben ist besser. Wir laden jetzt schon ein zur BIOerleben 2011, hoffentlich bei besserem Wetter.
In den nächsten Artikeln schreiben wir über alle Kochshows. Alle 379 Fotos schon mal bei Ipernity.
zum zweiten Mal gibt es alle Infos auch als Kurzvideo. Einfach draufklicken und mit Bildern oder auch nebenbei zuhören, aber ganz sicher nichts mehr verpassen.
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Unser Lehrling hat den einzigen Preis bei der Guten Form 2010 gewonnen. Noch gibt es reservierbare Plätze für die spannenden Kochshows auf der BIOerleben am Freitag und Samstag 6./7. August. Alle kulinarischen Bio-Themen zwischen Zwei-Sterneküche und Harz IV und zwischen fränkisch und afrikanisch werden wir in unserer Ahorn-Massivholzküche zur Sprache bringen. Nur noch wenige Tage können wir uns für die Consumenta bei Ihnen Essplätze ausleihen, wofür wir uns mit bis zu 25% der Kosten revanchieren würden.
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Die Themen heute:
1.) Einladung zu BIOerleben am Nürnberger Hauptmarkt 2.) Matthias Becker gewinnt die Gute Form 2010 3.) 25% Leihgebühr für Ihren Essplatz auf der Consumenta 4.) Elektro-Rallye E-Miglia dank HEB-WEB 2.0 5.) Abstimmen für den Publikumsliebling der Hersbrucker Graben-Arbeiten 7.) Buchempfehlung “Arm aber BIO” und “Social Media Relations” 8.) Die pädagogische Küche der Möbelmacher 9.) Lehrerin sucht Hilfe für Nachhaltigkeitsspiel in unserem Nachhaltigkeitsblog
Alle Facetten des Kochens mit Bio-Lebensmitteln präsentieren wir auf der BIOerleben Nürnberg am Freitag und Samstag, 6./7. August. Die Shows beweisen, warum Bio mit Harz IV und Bio auf Zwei-Sterne-Niveau viel mehr miteinander zu tun haben als selbstgemachte und Tiefkühlpizza. Nur die Empfänger unseres Newsletters können sich Plätze reservieren, solange noch welche frei sind. Alle Details und Anmeldemöglichkeiten im Weblog.
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2.) Matthias Becker gewinnt die Gute Form 2010 mit einem zweiten Platz Die Jury der guten Form 2010 hat ein Zeichen gesetzt: es gab keinen ersten und keinen dritten Preis und die Belobigungen sind explizit eher für originelle Ideen als für gelungenen Gestaltung vergeben worden. Aber Besserung ist in Sicht, Prof. Klöcker und Obermeister Heinz Oppel sehen optimistisch in ein neues Jahr.Unser Matthias Becker hatte das Glück den einzigen Preis zu bekommen, aber zusammen mit seiner Möbelmacherkollegin Christina Fraude hat er vor allem auch die mittlere Reife erhalten. Das Video aller Gesellenstücke, die genaue Erklärung und die Fotos im Blog. ++++++++++
3.) 25% Leihgebühr für Ihren Essplatz, wenn wir ihn auf der Consumenta nutzen dürfen Letzter Aufruf: wer uns seinen neuen Essplatz für die Consumenta 2010 (24. Oktober bis 1. Nov.) ausleiht, kann dabei bis zu 25% der Kosten sparen. Schicken Sie uns doch einfach Ihren Grundriss und ein paar Fotos und wir machen ein paar Vorschläge. Oder noch besser, einfach anrufen und kurz vorbeischauen. Zur Inspiration kann unsere Produktseite Essplätze dienen: Möbelmacher Essplatz-Seite.
Schon vor dem Start unseres Teams “Anders Unterwegs” ist die Teilnahme an der Elektro-Rallye ein Symbol für die Entwicklung Hersbrucks zur Social Media Metropole auf dem Land. Wir freuen uns, dass durch die Zusammenarbeit vieler Partner Projekte entstehen, die einer allein nie hinbekommen hätte. Ich glaube, dass die Sponsoren durch das Miterleben des konsequenten Einsatzes aller Web 2.0 Kanäle auch einiges für den eigenen Betrieb lernen können. Und gemeinsam könnten wir die Hersbrucker alb interessanter machen. Wie die Idee von Michael Wenzl und Jürgen Putzer entstanden ist, berichten wir im Nachhaltigkeitsblog. Und weil es gar nicht so einfach ist, den Zusammenhang zwischen nachhaltigem Wohnen und Fahren darzustellen, haben wir eine eigene Seite (Landingpage) mit informativen Video erstellt: FairFahren und Wohnen. ++++++++++
Man kann zur Sparkasse gehen und sich dort Teilnahmekarten für die Abstimmung über die Kunstwerke im Hersbrucker Graben holen. Im Netz ist das schon eine Nummer schwieriger, aber weil ich den Weg dorthin gerade gefunden habe, will ich ihn auch unseren Lesern ebnen: Auf dieser Seite finden Sie alle 40 Kunstwerke. Die Nummer Ihres auserwählten Stückes packen Sie in eine Mail und schicken dieselbe bis zum 19. August aninfo@kunstmuseum-hersbruck.de . Traumgewinne erwarten Sie …
“Arm aber Bio” empfehle ich nicht, weil nach dem Kauf unserer Küchen gespart werden müsste, sondern weil Rosa Wolff ein faszinierendes (Koch-)Buch geschrieben hat, in dem sie haarklein beweist, dass man sich mit den 132 Euro aus dem Harz IV Budget einen Monat lang ausschließlich von Bioprodukten ernähren kann. Das ist irre aufwändig und man ist nicht immer vollsatt, aber es nimmt endlich den Menschen den Wind aus den Segeln, die Bio mit dem Totschlagargument “zu teuer” diskreditieren. Meine Eindrücke zu diesem spannenden und unterhaltsamen Buch schildere ich im Nachhaltigkeitsblog.
Eigentlich ist meine Buchempfehlung für Social Media eng verwandt mit dem Harz IV-Kochbuch, denn auch “Social Media” bedeutet Qualität statt Quantität, Kommunikation statt Kapital, und Transparenz statt Werbetrommel. Bernhard Jodeleit hat eine ebenso genaue wie konsequente Anleitung für ambitionierte Einsteiger ins WEB 2.0 mit dem Titel “Social Media Relations” geschrieben. Zum gleichen Thema haben wir schon Tamar Weinbergs “Social Media Marketing” aus dem O´Reilly Verlag (29,90 €) als Pflichtlektüre ans Herz gelegt.
Nebenbei bemerkt: wenn Sie Ihre Bücher in der Buchhandlung in der Nachbarschaft kaufen (oder auch per Email bestellen), können sie dort auch in vielen Jahren noch “Stöbern”, haben Sie schon mal bei Amazonen in Büchern genüsslich geblättert und dabei auch noch nette Menschen getroffen?
Die Massivholzküche aus Rüster zeigt die pädagogischen aufgaben unserer Massivholzküchen
Alle Kunden bestätigen, dass ihre Männer, Kinder und Freunde auf einmal wieder gerne kochen, aber diese pädagogische Botschaft unserer Küchengrundrisse versteht niemand, der nicht selbst an einem Mittelzentrum gekocht oder zugeschaut hat. Ein neuer Versuch, die pädagogische Wirkung unserer Küchen in Worte zu fassen wird starteten wir im Nachhaltigkeitsblog.
Es gibt noch engagierte Lehrer und hier wagt sich eine auf den “gefährlichen” Pfad des Web 2.0. Denn anders, als durch die Zusammenarbeit von vielen für Nachhaltigkeit engagierter Menschen ließe sich die Idee eines Nachhaltigkeitsspiels (mit winzigem Budget) wohl nie verwirklichen. “Croudsourcing” nennt man das, wenn man versucht, eine “Menge” von begeisterten Menschen für eine Idee zu begeistern. Die bisherigen Kontakte sind aber sehr vielversprechend, wer mitmachen möchte liest mehr dazu im Nachhaltigkeitsblog.
++++++++++ Besuchen Sie uns auf der BIOerleben? Oder doch lieber in Unterkrumbach oder im Internet? Egal wo, wir freuen uns auf Sie und grüßen ganz herzlich aus dem sonnigen Unterkrumbach
Weil wir während der BIOerleben am nächsten Freitag zusammen kochen werden, hab ich mir Rosa Wolffs Kochbuch Arm aber Bio! (in meiner Buchhandlung, nicht bei Amazon, denn ich will auch in Zukunft Bücher im Laden spüren!) gekauft und gelesen.
Die Journalistin hat das Unangenehme mit dem Nützlichen verbunden, allerdings betrifft das Unangenehme sie persönlich und das Nützliche - nämlich das Buch - ist für uns. Naja für Sie auch, wenn Ihr es alle kauft, was ich durchaus empfehle.
Sie hat Ihren Job bei einem Verlag verloren und das Experiment gestartet, einen Monat mit dem Harz-IV Satz für Lebensmittel auszukommen, der (damals) bei 4,35 pro Tag lag. Und sie hat es geschafft, sich dabei ausschließlich mit Bioprodukten zu ernähren (und sich nicht einladen lassen und den eigenen Vorratsschrank und Weinkeller nicht geplündert und keine anderen "Tricks" angewendet.
In Ihrem angenehm zu lesenden und durchaus unterhaltsamen Buch erzählt sie den kompletten Ablauf vom Einkaufen, vom Kochen, vom Schmecken aber vor allem auch vom Fühlen. Denn der psychologische Faktor Harz-IV schwingt bei jedem Einkauf mit. Von 132,71 Euro ein Monat lange in Bioqualität zu leben und das ganze auch noch auf Heller und Pfennig zu dokumentieren halte ich für eine große Leistung, die natürlich jede Menge Koch- aber auch Ernährungskompetenz voraussetzt. Ohne jedes Pathos schildert sie das Erlebte und sie öffnet mir persönlich dabei einen völlig neuen Zugang zum preisbewussten Kochen, der allerdings ab und zu auch in meiner Arbeit beim gemeinsamen Kochen mit Kunden auftauchte. Doch dazu später noch einen Satz. Bei mir ist der Zusammenhang zu dem was ein Gericht kostet eher über die Gastronomie verankert, vor allem, weil wir uns in einem Projekt auch mit der Gemeinschaftsverpflegung beschäftigen und auch dort die Frage "geht BIO?" ständig stellen. Auf der Biofach haben wir sogar mal eine Messe lang "Mehr Bio für die Großküche" vorgekocht und gerechnet.
Ihr Fazit
Wer dieses erste Buch, dass sich mit preisgünstiger Ernährung in Bioqualität beschäftigt, aufmerksam liest, der kennt Ihr Fazit schon: sie hat ihr Ziel erreicht, aber es ist schwer. Fleisch ist fast nie drin, leider auch kaum Salat, kein Olivenöl, keine Nüsse und einige Male knurrte ihr "ganz schön der Magen." Alle Rezepte des Experimentiermonats hat sie festgehalten und daraus werden wir auch auf der BIOerleben kochen.
Lustigerweise nach der Kochshow mit Andreé Köthe vom Essigbrätlein, bei dem ein Abendessen mit Getränken ungefähr so viel kostet, wie Rosa fürs ganze Monat ausgegeben hat. Das hat einen ganz interessanten Zusammenhang, denn das Leben von 132 Euro macht vor allem wahnsinnig viel Arbeit. Und wer mit dem Künstler Andreé schon gekocht hat, weiß auch wie viel Arbeit und Beschaffungskosten in seinen Gerichten stecken und warum die dann auch viel Geld kosten. Ich freue mich riesig, dass unsere Massivholzküche aus dem Ahorn aus Oberkrumbach beiden Köchen eine Bühne bietet, deren Botschaft aus völlig unterschiedlichen Blickwinkeln zur gleichen Forderung führt: "Kauft die besten Zutaten in Bioqualität."
Besonders dankbar bin ich Rosa Wolff, dass sie mir für zukünftige Diskussionen um den Preis von Bio-Lebensmitteln eine lückenlose Argumentationskette gegen das Totschlagargument "zu teuer - kann sich niemand leisten" geliefert hat. Schon alleine dafür lohnen sich die 11,95
Trotz der vielen Rezepte, die mir während meiner Ausbildung zum Ernährungsexperten für das Kochen mit Kunden empfohlen wurden, beschränke ich mich dabei meist auf Karotten, Kartoffeln und Eier. Nicht aus Preisgründen, sondern weil der Geschmack von Biogemüse aus dem Dampfgarer sogar ungewürzt für sich spricht und weil eine Demonstration von Geräten wie Dampfgarer oder Tepan Yaki nicht einfach genug sein kann.
Fitzgerald Kusz ist schon lange d e r Botschafter Frankens, Klaus Brandl zeigt eindrucksvoll, dass der Blues eigentlich aus Franken kommt, auch wenn die Musikgeschichte dafür erst noch umgeschreiben werden muss, auf fränkisch natürlich.
Dazu ein Exkurs zum Interview mit dem Donaukurier:
Donaukurier: "Bei Ihren Lesungen treten Sie oft mit Blues-Musikern auf. Besteht eine Affinität zwischen dem Fränkischen und dem Blues?"
Kusz:
"Aber ja doch: Es gibt Albrecht Dürers berühmten Kupferstich
"Melancholia". Die Melancholie war also schon immer in Nürnberg zu
Hause – und sie ist ja nichts anderes als der Blues. Aber zugleich ist
der Blues auch eine Form, die Melancholie wieder loszuwerden, der Blues
hat auch Humor. Wie sagte schon mein früher fränkischer Kollege Jean
Paul: "Humor ist überwundenes Leiden an der Welt!"
Zusammen mit der organisierenden Buchhandlung Lösch freuen wir uns schon riesig auf das Programm des Samstag Abends.
Wir arbeiten auch fieberhaft an einer perfekten Liveübertragung im Internet (dank Micha Wenzl und bisping&bisping), dann können Sie den Auftritt sogar verfolgen, wenn Sie nicht körperlich anwesend sind. Einen lockenden Vorgeschmack bekommen Sie auf der Homepage von Fitzgerald Kusz.
Lustigerweise besteht zu beiden Künstlern eine Möbelmacherbeziehung von der sie seinerzeit nichts ahnten.
1. Palisander auf der Möbelmachersäge
Unser Werkstatt ist nicht nur spanplattenfreie Zone sondern auch frei von Tropenholz. Die wenigen Ausnahmen in der knapp 22-jährigen Geschichte der Möbelmacher sind (neben Reparaturgefälligkeiten für Kunden) das Auftrennen des Rohmaterials für Martin (deerbridge Guitars) Wieland, das er zum Beispiel für die neue Weissenborn Gitarre von Klaus Brandl brauchte. Nachdem die Arbeit unser Meister Stefan Winter erledigte, war Martin so begeisert von dem sauberen Schnitt und vor allem der Tatsache, dass die Ausbeute des Rohmaterials eine Lamelle mehr als bisher ergab, dass ab und zu mal Tropenholz unsere Kreissäge berührt. Was wir vor dem Hintergrund in Kauf nehmen, dass Instrumentenbauer Tropenholz in geringen Mengen aufgrund derer faszinierenden Eigenschaften und Schönheit zu wertvollen Kunstwerken veredeln und nicht, weil es im Raubbau billig zu haben ist.
Einlass und Platzreservierung per "Post it" ist um 19:00 Konzertbeginn um 20:00 Büffet und Getränke ab 19:00.
2. "Stinkwut" von Kusz im Gymnasium Hersbruck am Beginn der 80-er Jahre
Ungefähr im Jahr 1980 wurde die Welturaufführung von Fitzgerald Kusz Stückes "Stinkwut" in fränkischer Sprache (wenige Monate vorher gab es angeblich eine mühsam übersetzte Fassung in Mannheim) von Richard Siebenbürger am Gymnasium Hersbruck verwirklicht.
Michel Rainer (Abendzeitung Nürnberg) musste (durfte) damals als cholerischer Vater dem aufmüpfigen Sohn herwig Danzer eine Ohrfeige geben, deren Showeffekt leider misslang und nur dank des heldenhaften Einsatzes des 17-jährigen Schauspielers knapp an der aufführungsschädigenden Bewußtlosigkeit vorbeischrammte.
Aber rund 30 Jahre später sind diese Schmerzen vergessen und man freut sich auf einen inspirierenden fränkischen Abend mit Blues und Kusz und erinnert sich noch, wie eklig sich ein mit Sägemehl ausgstopfter Hase anfühlt. Arabischer Genuß in Unterkrumbach - Ein Topf Heimat
Als Neurotiker der regionalen Wirtschaftskreisläufe müssen wir trotzdem irgendwie die globale Kurve kriegen, denn:
Zu viel Franke
macht krank(eh).
Deswegen organisiert unsere Freundin und Kochbuchautorin Barbara Steinbauer Grötsch am Samstag Nachmittag um 14 Uhr mit kochinteressierten Menschen einen Kochworkshop, in dem sie in die arabische Küche einführt.
Die Mitköche haben abends natürlich freien Eintritt, die Gäste können arabische Vorspeisen in Unterkrumbach nach den (Über)Lebens-Rezepten aus ihrem Kochbuch "Ein Topf Heimat" genießen, zu dem es auch ein nagelneues Foodblog gibt, namens Ein Topf Heimat.
Mein Gott wie hat sich diese Messe gemausert. War um 11 schon kaum mehr ein Parkplatz im ersten Untergeschoss, dafür der Empfang am Eingang durch viele freundliche Damen (und einige Herrn aus der Organisation) sehr angenehm. Ich war hauptsächlich wegen Miele und Jaksch (Tepan Yaki) dort, weniger wegen der Geräte, mehr um mal wieder ein paar Dinge durchzusprechen, zum Beispiel die Zusammenarbeit bei den Unterkrumbacher Werkstatt-Tagen vom 7. bis zum 9. Mai, wo wir wohl in Miele Backöfen und auf riesigen Yaksch-Tepans kochen werden (100 mal 70 cm Bratfläche). Die Idee waren Hühnerspieße vom Haas aus Ellenbach, aber noch sind wir für bessere Ideen offen.
Den neuen Combidampfgarer von Miele erklären wir, wenn wir den ersten haben, was leider noch ein paar Wochen dauern wird, weil wir zu spät bestellt haben (Gnagnagna.)
Christian Jaksch bekommt zusammen mit Mitaussteller Quirrenbach für Grauwacke den Preis für den puristischsten Gemeinschaftsstand der Messe, aber warum soll man Tepan Yakis in Grauwacke schon dekorieren, die sind schon völlig solo sooo schön. Viel spannender sind die neuen Ideen für die Kombination mit dem Induktionswok oder dem dreiflammigen Induktionskochfeld von denen wir ausnahmsweise erst berichten werden, wenn sie lieferbar sind ...
Leider haben die netten Mädels auf ihren Segways dieselben in diesem Jahr der vollen Hallen nicht mehr hergegeben und so bin ich bei den studentischen Küchenentwürfen gelandet, über die ich sogar ein Buch mitgenommen (Die Küche im Mittelpunkt des Lebens) hab. Das schafft den Rekord, Ernst-Martin Schaible - wohlgemerkt Herausgeber, nicht Autor - auf den ersten paar Seiten 6 mal zu zeigen. Da können wir natürlich nicht nachstehen, zumal auf der Küchentrendsseite auch nur sein Foto, statt den Entwürfen der Stundenten zu sehen sind. Vielleicht kann er ja gar nichts dafür, Autor Peter Döring meinte, Schaible sei ein Netter, lustigerweise ist Peter Döring genau der Peter Döring, durch dessen Zeichenschule ich autodidaktisch das Perspektivenzeichnen gelernt habe, vor zwanzig Jahren.
Dafür hatte der Autor nichtmal nen weißen Stift dabei, um das gänzlich schwarze Buch zu signieren, aber vermutlich war ich der einzige, der den Autor-Buch-Signier-Affekt erlag. Viele der studentischen Visionen hab ich nicht begriffen, deswegen wollte ich das Buch ja mitnehmen, die CD der gemachten Films wurde leider nicht hergegeben - Schade drum. Vermutlich hätten alle viel mehr davon, wenn die kurze Phase der Aufmerksamkeit so gut wie möglich genutzt würde, zumindest für die Studenten.
Unter den Gutmann Dunstabzugshauben bekam ich nicht nur Weißwürste aus dem VZug Dampfgarer, sondern auch liebevoll und mühsam gezapftes Weißbier von Herrn Leihmeister.
Für die Podiumsdiskussionen mussten die Teilnehmer mal wieder stehen. Hoffe, sie hat diesmal nich sooo lange gedauert, wie bei uns damals vor zwei Jahren, im letzten Jahr bekamen wir sogar Barhocker, so wie Veranstalter Michael Rambach auf viele Verbesserungsvorschläge aus den letzten Blogbeiträgen aufmerksam einging. Da weiß man wenigstens, warum man schreibt.
Die Moderatorin (links) hat den Referenten der Bora Dunstabzugstechnik (die saugen in die Arbeitspaltte ab und nicht nach oben, wie der "normale Dunstabzug") grandios eigeführt, eine Perfektion, die nicht ganz durchgehalten werden konnte, aber die Stimmung war sehr postiv, die Zuhörer waren beeindruckt und die Messe wird sicher für alle Aussteller ein voller Erfolg werden. Morgen am 24. März (9 Monate vor Weihnachten) ist sie noch für Fachpuplikum geöffnet.
Am Rückweg habe ich dann noch einen echten Zeppelin gesehen, den ich von Ingolstadt bis Feucht immer wieder mal vom Parkplatz aus fotografiert habe, weil ich es so toll fand, dass der auch mit guten 90 Sachen vorankommt.
Fährt man einen Zeppelin eigentlich oder fliegt man den?
Im Museum für Kommunikation Nürnberg ist noch bis zum 15. Februar 2009 zum Thema "vom Tagebuch zum Weblog" die Wechselausstellung @absolut privat!? zu sehen, die mich restlos begeistert hat.
Ich schreibe schon seit 1953 Tagebuch, jahrzehntelang in sogenannten Handschmeichlern, also kleinen, meist rot eingebundenen Diaries mit Goldschnitt.Seit meinem Umzug nach Deutschland benutzte ich grössere Formate mit Spiralbindung, anfangs in Hochformat, jetzt solche in Breitformat, die bequem auf dem Fenstersims neben dem Esstisch Platz haben und jederzeit greifbar sind. Meine Einträge waren und betreffen immer noch Schwerpunkte, die ich stichwortartig fülle. Daran hat sich meiner Jugendzeit nichts geändert.
Vom Log zum Blog:
Ein Holzstück wird im englischen auch als log bezeichnet. Ein Holzfäller ist ein Logger und eine Blockhütte ein Loghouse. Das Log an Bord eines Schiffes ist ein hölzernes nautisches Instrument, das in Kombination mit einer Logleine zur Messung der Geschwindigkeit genutzt wird. Die britischen Marinerichtlinien sehen seit 1731 vor, dass jeweils von Mittag zu Mittag in einem Logbuch Eintragungen zu machen sind.
Dies ist der Text, der auf einer Tafel im Museum zu lesen ist. Folgende Zeilen habe ich aus dem Katalog zur Ausstellung herausgepickt:
Vom Internet-Tagebuch zum Weblog:
Ein Weblog ist ein Redaktionssystem, welches ermöglicht, Texte, Bilder, Audiodteien usw. auf eine Webseite hochzuladen, die dann in Datumsfolge mit dem jüngsten jeweils oben im Internet publiziert werden. Die Kurzform "Blog" stammt von Peter Merholz. Er hatte vor zehn Jahren anstatt Weblog "wee blog" geschrieben. Durch die Trennung von Web und log zu "we blog" schuf er ein neues Verb, das im Deutschen zu "bloggen" verändert wurde.
Zwischen dem auf Papier geschriebenen Tagebuch und dem Weblog steht noch das Online-Tagebuch, das auf privaten Homepages gespeichert wird und das der Vorläufer des Redaktionssystem ist. Meine Berichte über die Hutanger sind nur insofern als Tagebuch einzustufen, als sie im Möbelmacherblog erscheinen, das mit wenigen Ausnahmen täglich gefüttert wird. Die Ausstellung bietet an, Onlinetagebücher und Weblogs am Computer zu lesen, und stellt einige BloggerInnen im Netz vor. Computerkenntnisse sind keine nötig, ausser ein wenig Fantasie, um die Maus in Bewegung zu setzen.
Der Katalog "@absolut privat!?" ist im Shop zu haben und eine wichtige Ergänzung zum Thema.
Super, es gibt einen Nachfolger des Hutangerkalenders. Den Hutangerkalender 2009 mit Orchideen, den wieder Thomas Geiger mit Host Lößl gestaltet haben, kann man vorab schon hier anschauen und am Wochenende auch bei uns kaufen ansonsten natürlich bei Martin Lösch in der Buchhandlung. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Monate nicht immer mit den Fotos zusammenpassen müssen (das ist wie bei unserem Kalender auch) deswegen bewerben wir die Artikel über die Hutangerwanderungen in diesem Blog von Alice Niklaus. Alle Artikel sind über die Kategorie Hutanger zu finden. Gesehen habe ich die Erstauflage des Hutangekalenders neulich übrigens bei MdLKurt Eckstein, der auch in unserem Möbelmacherkalender ein Bild bekommen wird..
herwig Danzer hat in seinem Blogbeitrag vom 01.04.08 bereits das Buch von Peter Sturm und Marion Fröhlich vorgestellt. Jetzt kamen von Marion und Peter noch ein paar persönliche Zeilen zu unserem 20-Jährigem Jubiläum und zu ihrem Buch, das auch unseren Pavillion in Unterkrumbach zeigt:
Lieber herwig,
ALLES Gute für 20 Jahre Möbelmacher und für die nächsten 20!!!
Anbei ein persönlicher Text zum Buch. Wir hoffen es ist noch nicht zu spät dafür. Wie wächst der Pavillon?
Grüße, Marion und Peter
„WeidenFlechtWerke„
von Marion Fröhlich
Während Peter das nächste Seminar am Wochenende vorbereitet, mache ich mich ans allerletzte Aufräumen: Sortieren der Aufzeichnungen, Unterlagen und Fotos. Dabei merke ich wie lange uns die Arbeit mit diesem Buch begleitet hat. 3,5 Jahre sind seit unserem ersten Gespräch mit dem Verlag über die Buchidee vergangen und vor 4 Monaten ist das schwergewichtige Packet mit den ersten Exemplaren von „WeidenFlechtWerken„ bei uns angekommen.
Beim Aussortieren der vollgeschriebenen Blätter, Ideenskizzen und Zeichnungen merke ich erst, wie sehr unser Leben mit der Buchentstehung verwoben war. Wir hatten unzählige durchwachte Nächte am Computer, Zeichentisch und Kinderbett. In dieser Zeit wurde nämlich auch unser Sohn Moritz geboren * und trauriger Weise sind zwei Freunde in der Mitte ihres Lebens verstorben. Fotos von gemeinsamen geflochtenen Zäunen und Objekten tauchen immer wieder auf und erinnern uns. Ich merke, dass Aufräumen keine lästige Arbeit ist, sondern Zeit zum Reflektieren und Loslassen. Loslassen auch von der ständigen Leidenschaft nach Verbesserungen, die mich begleitet hat. Das Buch ist fertig und wir können sagen: Unser Buchprojekt ist gelungen! Neben 1.000 verkauften Exemplaren und positiven Feedbacks ist eine Lizenzausgabe auf polnisch geplant. Doch die größte Freude ist da, wenn uns persönliche Rückmeldungen und Fotos erreichen, dass unser Buch wirklich zum Flechten inspiriert und schon viele neue Flechtwerke entstanden sind.
Wir wünschen auch weiterhin viel Spaß beim Blättern, Lesen und Flechten!
Herzliche Grüße, Marion Fröhlich & H. Peter Sturm
P.S.: Falls Sie mal bei den Möbelmachern vorbeischaun, nehmen Sie sich doch ein wenig Zeit, sich in den Weidenpavillon zu setzen, der in einer gemeinsamen Aktion entstanden ist.
Mehr zum Buch erfahren Sie beim Verlang unter www.ulmer.de.
Bestellen Sie das Buch bei Ihrem Buchändler im Ort, und nicht im Internet, wenn Sie auch in Zukunft die Lebensqualität der regionalen Wirtschaftskreisläufe genießen wollen. In Hersbruck zum Beispiel in der Buchhandlung Lösch.
nur noch knapp drei Wochen sind es bis zum Jubiläumswochende am 6. bis 8. Juni. Die schriftliche Einladung per Post ist noch gar nicht raus, da freuen wir uns schon über die vielen Anmeldungen per Email über die Jubiläumssonderseite.
Wir bitten Sie ganz inständig um die verbindliche Anmeldung über unser Formular. Nachdem wir vom Bio-Bierchen (Lammsbräu) über die erste Wildkräuter-Weißwurst (Früh-Shoppen) bis zum 5-Gangmenü (Heimatdiner unter dem Motto Geschichte, Genuss und Gwalität) nur auf freiwillige Kostenbeteiligung vertrauen, wüssten wir gerne, wie viele Menschen uns von Freitag bis Sonntag wann besuchen, welche Vorträge sie interessieren, ob sie einen Kuchen mitbringen und ob wir auch für Sie ein heimisches Jubiläumskochmesser bestellen sollen?
Und ob Sie Lust haben, als Firma, Kunde, Freund, Promi oder Politiker die Hersbrucker-Zeitungsaktion zu unterstützen. Ab 98 Euro, bei gemeinnützigen Organisation evtl. sogar umsonst, könnten sie den Satz "Ich/Wir gratulieren den Möbelmachern, weil .." vervollständigen, was im Internet natürlich auch kostenlos möglich ist.
In diesem Newsletter fassen wir das Programm nochmal zusammen, wir würden uns über viele Besucher, Einträge im Gästebuch und/oder viele Lieblings-Kuchenrezepte für unsere Rezeptdatenbank freuen. Und nochmal die Bitte um die Empfehlung unseres Newsletters, weil wir noch andere Dinge planen, die nicht mehr per Post kommuniziert werden können. (Schicken Sie doch einfach diesen Link weiter: Newsletterbestellung.)
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Die Themen heute:
1. Jetzt bitte Anmelden und Plätze reservieren vom 6.6. bis zum 8.6.
2. Superschnäppchen unserer Ausstellungsstücke über die Submission
3. Werbemöglichkeiten für befreundete Betriebe, Menschen und Organisationen
4. Tische, Stühle und Sofas besonders günstig
5. Gitarrenfestival diesmal nicht bei uns
6. Buchtipp: Corporate Citizenship in Deutschland
7. Aus dem Nachhaltigkeitsblog
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1. Jetzt bitte Anmelden und Plätze reservieren vom 6.6. bis zum 8.6.
Zugegeben, das Formular ist ein wenig ausführlich, aber für unsere Planung ist es einfach sehr wichtig zu wissen, ob wir für das Freitags-Diner noch Plätze frei haben, oder schon übervoll sind. Spontanität will wohlüberlegt sein, weshalb auch die Zahl der Wildkräuter-Weißwürste und Kuchen weder Mangel noch Überfluss verursachen soll. Übrigens werden die ersten Wildkräuterweißwürste für uns kreiert von Kräuterpädagogin Anita Eberhard vom Kühnhofener Grünen Baum - der auch unsere Hotelzimmer bekommt - und Harald Sperber von der gleichnamigen Metzgerei in Aspertshofen) Und wenn Sie noch lustige alte Fotos von Ihrer Einrichtung haben sollten, freuen wir uns auch darüber.
Alle Infos und warum Sie selbst bestimmen, ob Sie sich an den Kosten beteiligen wollen finden Sie auf der homepage und hier ist der Link zum Anmeldeformular.
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2. Superschnäppchen unserer Ausstellungsstücke über die erste Möbel-Submission der Welt
So wie wir einen Teil unseres Holzes kaufen, so können Sie bei uns auch Möbel erstehen. "Submission" heißt diese schriftliche "Fair-Steigerung" bei der Sie vom Schneidbrett bis zum Jorisessel supergünstig einkaufen können - wenn nicht ein anderer Besucher ei
nen höheren Betrag auf sein Formular schreibt.
Zusätzlich zum normalen Verkaufspreis und dem Mindestgebot, ist auch noch ein Sofortkaufpreis genannt. So könnten Sie das Spielchen auch abbrechen, wie man das ja von ebay kennen könnte. Auch über das Internet kann man mitmachen, allerdings gibt es hier die Sofortkaufoption nicht. Hier ist nochmal alles erklärt.
3. Werbemöglichkeiten für befreundete Betriebe, Menschen und Organisationen
Die Geschichte der Möbelmacher ist eine Geschichte von Freundschaften. Zu Betrieben, zu Verbänden, zu Menschen, die ein ähnliches Gefühl für Qualität, Regionalität und Originalität haben. Diese vielfältigen Beziehungen würden wir gerne zusammen mit der Hersbrucker Zeitung auch für alle sichtbar darstellen. Ab 98 Euro kann sich jeder dran beteiligen, der den Satz: "Ich/Wir gratulieren , weil ..... " vervollständigt und ein Foto beisteuert. Aber natürlich kann jemand auch noch bessere Ideen haben, größere Anzeigen schalten oder einfach Kuchen mitbringen, die wir dann mittels Visitenkarten eindeutig dem edlen Bäcker zuordnen werde. Wer die Idee gut findet, aber kein Geld ausgeben will, kann uns auch fürs Internet Foto und Text schicken, da haben wir uns auf einen kleinen Wettstreit eingelassen, ob aus der uralten Idee des Anzeigenkollektivs doch noch etwas Interessantes werden kann, originelle Beiträge von Bloggern sind auf der Seite schon zu finden.
Einige Beispielanzeigen haben wir schon mal ins Nachhaltigkeitsblog und auf die Homepage gestellt.
Wenden Sie sich einfach an uns oder an Melanie Mikolajczak, erreichbar unter 09151 730 735 oder unter anzeigen@hersbrucker-zeitung.de. Oder rufen Sie uns einfach an: 09151 -862 999.
Wer Lust auf was Größeres hat, könnte auch einen Gang des Heimatmenüs sponsoren, oder ganz was anderes vorschlagen. Wir freuen uns über alles, was unseren Kunden die Botschaft vermittelt, dass man regionale Wirtschaftskreisläufe nur durch partnerschaftliche Arbeit schließen kann.
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4. Tische, Stühle, Sofas, Rösle und Messer besonders günstig
Zusätzlich zur Submission gibt es auch noch eine Reihe von anderen Möglichkeiten günstige Möbel zu erstehen:
- die Sofas Trigo und Glove sind noch bis zum 13.6.08 in der 15% Aktion
- Die Esszimmerstühle von Jori Mikono und Enoki sind noch um 10% reduziert, wir bekommen aber für unsere Jubiläumsveranstaltung Leihstühle, die Sie 20% günstiger erstehen könnten. Sie finden dieselben auf unserer Sonderangebotsseite
- Tische werden auch ein paar übrig sein. Schnellentscheider könnten sich vielleicht sogar noch ein Modell bauen lassen
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Das Jubiläumsmesser von Solicut gibt es in zwei Größen und kostet 90 bzw. 75 Euro. Mehr dazu
- Eine lustige Idee ist der Röslerabatt, der sich nach der ältesten Rechnung richtet, die Sie von den Möbelmachern haben. Zwischen 20 und einem Prozent belohnen wir Ihre Firmentreue.
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5. Gitarrenfestival diesmal nicht bei uns
Weil das 9. internationale Gitarrenfestival 2008 ausnahmsweise nicht bei uns eröffnet wird, haben wir die Unterkrumbacher Werkstatt-Tage und das 10-jährige Jubiläum des Initiativkreises Holz aus der Frankenalb und des Tags der Regionen auf den Tag des Schreiners in der zweiten Novemberwoche verlegt.
Besuchen Sie mit uns das Festival und bitte notieren Sie sich schon mal den 7.bis 9. November im Kalender, da wird es was ganz besonderes geben. Alle Kartenbesteller (Möbelmacherkunden sind bald dran) haben wir schon benachrichtigt und auf die homepage des Gitarrenfestivals verwiesen.
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6. Buchtipp: Corporate Citizenship in Deutschland
Wies halt so geht: über eine nette Kundin habe ich Judith Polterauer kennen gelernt und mich mit ihr über Nachhaltigkeit unterhalten. Judith ist bei der Aktiven Bürgerschaft und hat jetzt zusammen mit Holger Backhaus-Maul, Christiane Biedermann und Stefan Nährlich das Buch herausgebracht:
Corporate Citizenship in Deutschland Bilanz und Perspektiven Herausgegeben von Holger Backhaus-Maul, Christiane Biedermann, Stefan Nährlich und Judith Polterauer Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2008. 541 Seiten. Broschur. EUR 39,90 ISBN 978-3-531-15959-1
Einen kleinen Beitrag haben wir auf den 541 Seiten auch leisten dürfen, die 7-seitige Darstellung des unternehmerischen Engagements am Beispiel der Möbelmacher steht neben der von Faber Castell, dem Schokoladenmacher Josef Zotter, dem Bergsportunternehmen VAUDE und dem Ölmulti BP. Für die Zielgruppe (SozialwissenschaftlerInnen, WirtschaftswissenschaftlerInnen, JournalistInnen, Führungs- und Leitungskräfte in Unternehmen und Nonprofit-Organisationen) ist das Pflichtlektüre, alle anderen dürfen den Artikel einfach auf unserer homepage lesen.
Wies halt so geht: über eine nette Kundin habe ich Judith Polterauer kennen gelernt und mich mit ihr über Nachhaltigkeit unterhalten. Judith ist bei der Aktiven Bürgerschaft und hat jetzt zusammen mit Holger Backhaus-Maul, Christiane Biedermann und Stefan Nährlich das Buch herausgebracht: ... "Corporate Citizenship in Deutschland - Bilanz und Perspektiven."
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2008. 541 Seiten. Broschur. EUR 39,90 ISBN 978-3-531-15959-1
Als sie mich erstmals um ein Kapitel aus der Sicht der Möbelmacher fragte, habe ich ja nicht gedacht, dass das soooo ein Wälzer wird:
Über 40 Autoren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Medien und Gesellschaftspolitik leisten eine umfassende Zwischenbilanz. Erstmals werden sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Debatten, fachliche Expertisen sowie gesellschaftspolitische Analysen zusammengeführt. Der Band lädt so zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit dem Thema ein.
Konnte zunächst auch nicht verstehen, warum es sooo lange dauert ein Buch rauszubringen, als ich es in der Hand hielt, hab´ ich´s verstanden. Es ist wirklich ein Rundumschlag zum Thema Corporate Citizenship, und "es erschließt neue Sichtweisen und Perspektiven." Die unternehmerischen Beispiele im Kapitel "Engagierte Unternehmen" reichen von unserer Dorfschreinerei, über Faber Castellt, den Schokoladenmacher Josef Zotter bis zum Bergsportunternehmen VAUDE und dem Ölmulti BP. In der Einleitung heißt es:
Der vorliegende Band führt damit in Deutschland erstmals und umfassend sozial und wirtschaftswissenschaftliche Debatte, fachliche Expertisen sowie gesellschaftspolitische Analysen zum Thema "Corporate Citizenship" zusammen."
Dem ist nichts hinzuzufügen, außer dem Kauftipp, die nette Karte (siehe Foto) mit der ISDN-Nummer ist auch ein Hinweis darauf, das man die nette Buchhandlung in der Nachbarschaft nur durch den Kauf von Büchern erhält. Wenn man alles im Internet kauft und dann mal nur zum Schmökern reinschauen will, könnte es schon zu spät sein. http://www.corporate-citizenship-in-deutschland.de/
Sieben Jahre später bringt Peter mit seiner Partnerin Marion Fröhlich ein Buch zum gleichen Thema heraus, ein zukünftiges Standardwerk zu vielen Facetten des Flechtens. Vom wachsenden Sofa, über den lebenden Zaun bis zum schönsten Pavillion ... .
Die Innenarchitektin Marion Fröhlich, mit der wir schon mal einen Optikerladen einrichteten, hat alle erklärenden Zeichnungen beigesteuert, so dass das Buch auch für absolute Laien eine gelungene Einführung in dieses faszinierend vielseitige Handwerk ist.
Der Verlag Ulmer
hat eine ausführliche Beschreibung mit Inhaltsangabe und Klappentext zu "Weidenflechtwerke" geliefert, bestellen sollten Sie das Buch aber am Besten in Ihrer Buchhandlung und nicht bei Amazon, denn auch in Zukunft wollen Sie mal zum Schmökern zwischen Bücherregalen wandeln und nicht vorm Rechner sitzen.
Wer es besonders eilig hat, soll es wenigstens bei Libri bestellen und an den Buchhändler liefern lassen, denn wer jetzt Amazon fröhnt, soll sich später nicht beschweren, dass es keine gemütlichen Buchhandlungen mehr gibt! Noch mehr über Peters Arbeit erfahren Sie auf Peters Homepage Weidensturm.de.
Ein paar Fotos unseres Pavillions haben wir hier eingefügt, um zu zeigen, über wie viele Jahre so ein Objekt Freude machen kann (zum Vergrößern draufklicken).
Müssen Peter und Marion unbedingt zum 20-jährigen Jubiläum am ersten Juniwochenende einladen, denn der Pavillion verlangt nach seinem Schöpfer, Gartenfreaks nach einem Fachmann und seine Bücher nach der Signatur und Ute muss ich um das Wühlen im Fotoarchiv bitten, denn am Server war kein einziges Bild dieses Workshops vor 7 Jahren (auf den Tag genau) zu finden.
20 Jahre Buchhandlung Lösch in Hersbruck mit einer "literarischen Reise" in den Süden zu feiern war eine Glanzidee und wir reisten mit! 26 Leute hatten Zeit, in 1 1/2 Tagen mit einem Kleinbus in die Campania zu reisen und wiederum in 1 1/2 Tagen zurückzukehren. In Form von Hörbüchern begleiteten uns Jan Weilers "Maria, ihm schmeckt's nicht", Johann G. Seumes "Spaziergang nach Syrakus", Johann Wolfgang Goethes "Italienische Reise", Robert Harris' "Pompeji", Franca Magnanis "Mein Italien", Fabrizia Ramondinos "Die Katze" u.a. Die Einstimmung auf das jeweilige Reiseziel mit Hörbüchern war eine fabelhafte Idee! - Unterwegs überwand Martin alle technischen Tücken der im Bus eingebauten Kaffeemaschine und bot uns galant eine Tasse Kaffee an. Unser Leben legten wir vertrauensvoll in die Hände unseres Chauffeurs Werner, allerdings wussten wir damals noch nicht, was uns verkehrstechnisch erwarten würde. Unsere Reiseleiterin, Ursula Wilfing - mit Wurzeln im "schönen Frankenland" (O-Ton!), in der Schweiz und in Italien - ist temperamentvoll, liebenswürdig, ein wandelndes Nachschlagewerk, voller Witz und Charme. Das Telefonino lief heiss; ihre Verbindungen zu Restaurants, Wettergott, Taxiunternehmen, Parkplatzwächter und Verkehrspolizei liessen uns staunen. Neapel: enge Gassen, Mensch an Mensch, gedrängte Wohnungen, massig trocknende Wäsche an den Hausmauern, ja: auch Unrat, Italienisch auf Neapolitanisch (nix verstehen), Gewitter mit Platzregen, Flucht in den Innenhof eines Frauenklosters, Ursula richtet es, sogar verschwiegenene Örtchen kennt sie allüberall, Retterin in der Not. Archäologisches Nationalmuseum: ein Muss! Als erstes das Geheimkabinett der erotischen Darstellungen. Ursula hat uns angemeldet, ohne kommt man nicht hinein. Dazu kein Bild, muss ja nicht sein! Die Sammlung Farnese, die wunderschönen Mosaiken. Hunger: die einzig richtige Pizza auf der Welt, die neapolitanische, steht für uns bereit. Mit Mozzarella, die Fäden zieht, ein Gefühl wie Haare. Gewöhnungsbedürftig. Am Spätnachmittag Fahrt auf den Vesuv, im Nebel! Aufstieg zum Krater nicht möglich, weil geschlossen, schaaade. Am 14. April 1944 brach der Vesuv das letzte mal aus. Die Lavaströme von damals werden unter der nachgewachsenen Vegetation verborgen. Dienstag halsbrecherische Fahrt der Amalfi-Küste entlang. Steiler und enger ist kaum möglich. Hinauf nach Ravello. Die Villa Ruffolo, wo Richard Wagner Inspiration für den Parzival fand, liegt traumhaft schön hoch über dem Meer. Am Mittwoch Hochstimmung, Paestum ist im Programm! Fahrt über die Autobahn bis zum Golf von Salerno, durch fruchtbare Landschaften der Seleebene, die die dicht besiedelten Orte am tyrrhenischen Meer und möglicherweise auch uns mit Gemüse (Artischocken z.B.) versorgen. Besuch eines "Hutangers" italienischer Art, wir befinden uns nämlich im Land des "Mozzarella di Bufala". Dieser Mozzarella wird aus Büffelkuhmilch hergestellt. Mozzo = abgeschnitten, Handarbeit. Die Tiere werden hier gezüchtet. Die Rinder
galoppieren durch den "Anger". In der Farm gibt es Mozzarella, Joghurd und Eis aus Büffelkuhmilch. Wenig später in der "schönsten Stadt der Magna Grecia" angelangt! Erklärung: hier klicken. Eine wunderbare Ruhe liegt über der Ebene von Paestum, dahinter stehen die Berge von Capaccio und darüber dehnt sich der strahlend blaue Himmel. Die Gruppe bestaunt den Cerere-Tempel und zu meinen Füssen sonnt sich eine Eidechse. Donnerstag, der Tag der hohen Wellen um Capri. Die
Bootsfahrt war schräg, ein zweites Mal wäre ich wohl kaum mitgefahren. Bin stolz auf mich. Martin las in der Villa Axel Munthe, ich fotografierte Blumen hoch über dem Meer. Abends müde, aber doch ganz dabei bei der Lösch-Lesung. Freitag ab Mittag Rückreise. Vorher noch Pompeji. Wenig Leute im Strassengewimmel. Marianne verloren und beim Bus wiedergefunden. Der Abschied von der Campania naht. Ein Dank ist längst fällig: lieber Martin, liebe Ulrike, es war eine Woche voller neuer An- und Aussichten. Wir wünschen euch beiden noch einmal mindestens 20 Jahre Glück, Freude und Erfolg mit Eurer Buchhandlung.
Zugegeben, spät entdeckt, das Buch ist nicht neu. Volkmar Lübke hat es mir beim Multistakeholderforum des Rates für nachhaltige Entwicklung empfohlen (da muss ich morgen Nacht wieder zur 7. Jahreskonferenz hinfahren). Ist ziemlich seltsam, aber erst an diesem Sonntag konnte ich das Buch dann lesen, seit Mitte September hatten wir auch an den Sonntagen ständig Veranstaltungen und der Kalender musste auch irgendwann geschrieben werden). "Wir nennen es Arbeit" ist die Darstellung aktueller Lebensbeispiele der digitalen Bohème, die sich jenseits der Festanstellung auch in Cafe´s aber hauptsächlich im Internet abspielen. Das Buch schreibt locker über eine neue Generation von Selbstständigen ("im Hier und Netz"), zu denen ich mich selbst als Blogger manchmal zugehörig fühle, auch wenn ich nicht zuletzt durch unsere Kreditgeber eher in einer Festanstellung stecke. Trotzdem kann ich die Abneigung gegen den Ausdruck der Kalenderwoche statt eines konkreten Datums nachvollziehen (muss unsere Sekretärin Nina mal drauf ansprechen, aber ich glaube, sie übersetzt die KW-Termine schon automatisch in Kundensprache). Andererseits bin ich ein echter Feind der verlängerten Landenöffnungszeiten, die Bohèmes sind ja Freiberufler, die gefälligst einkaufen sollen, wenn´s was gibt und für die paar Spät- oder Sonntags-shopper-dödeln nicht den Abend und Feiertag der Verkäufer (und den eigenen) opfern.
"Und ist es auch Bullshit - so hat es doch Methode"
Überhaupt entdeckt man bei der Lektüre sehr gut seine eigenen Postion in dem Spiel um Internet, Blogs, Second Life, Google und You Tube, oder kann sich zumindest einordnen. Während wir Möbelmacher uns in Blogs halbwegs heimisch fühlen, ist die Spielwelt für uns völlig neu (weil ich den Termin des Nextpertmeetings in München zum Thema nicht wahrnehmen konnte). Wenn man dann liest, dass bei Second Life dem "Wohnen ein besonderer Stellenwert" zukommt, ärgert man sich über den versäumten Termin. Vielleicht könnte es ja Allianzen geben, die das Know How der Möbelmacher der Einzelanfertigung im Einrichtungsbereich auch im "Spiel" vernünftig kommunizieren könnten?
Viel interessanter wird es für uns dann im Kapitel über "die parallele Gesellschaft."
Die Autoren zitieren den Verdacht von Holert und Terkessidis, "dass die Individualsierung ihren Namen nicht verdient, solange sie sich nur über Industrieprodukte und Konsum artikuliert." Und wenige Zeilen später entdecken wir eine neue Formulierung für unsere Arbeit: wir müssen "identitäststiftende Konsumgüter zur Verfügung stellen," weil nur bei uns der gemeinsame Entwurf mit den Kunden und die anschließende Fertigung mit der Stückzahl 1 die Forderungen der Individualisierung ganzheitlich umsetzen kann. "Die Beteiligung des Konsumenten an Design und Funktionalitäten eines Produkts " wird wohl nicht oft so konsequent umgesetzt, wie in Unterkrumbach, leider ist der Wert dieses Prozesses unseren Kunden erst nach der Verwirklichung des Auftrages bewusst.Im Vorfeld lässt sich dieser Mehrwert leider nicht glaubwürdig formulieren. Und als "Prosumenten" (Mischung aus Produ- und Konsument) sollten wir unsere Partner dann vielleicht auch nicht bezeichnen, auch wenn der Begriff bei uns durchaus Sinn machen würde.
"Das Wechselspiel aus Technologie, Stadtentwicklung, Kultur, sozialem Wandel und Politik wird Lebens- und Arbeitsformen ermöglichen und hervorbringen, die uns heute noch utopisch erscheinen. Die digitale Bòheme ist auf diesem Weg schon mal ein Stück vorgegangen, testet aus, was geht und was nicht. Ihre Subversion der Arbeitswelt ist keine destruktive, sondern eine konstruktive, indem sie die Attraktivität ihres Lebensmodells täglich neu unter Beweis stellt.
Kaufen Sie das Buch nicht bei Amazon, sondern bei Ihrem Buchhändler vor Ort, vielleicht richtet der dann auch mal ein Cafe´ mit W-LAN für die Notbookschlepper ein, denn auch wir nennen das Arbeit.
Man wühlt sich ja so durch das Archiv und Emails beim Kalenderschreiben und so kam ich auch auf die nette Mail eines Empfängers unserer Einladung zur Lesung mit Christian Schüle und den Unterkrumbacher Werkstatt-Tagen 07 unter dem Motto ZEIT zu leben (alle Artikel dazu sind in der Kategorie abgelegt).
Sein Schreiben:
Sehr geehrte Frau Danzer,
herzlichen Dank fuer Ihre
Einladungskarte. Moeglicherweise werde ich kommen. Vorher werde ich jedoch
als Leser der Wochenzeitschrift "Die Zeit" Ihre Einladungskarte
an die Chefredaktion "Die Zeit" senden, weil der
Druck auf Ihrer Einladungskarte genau dem geschuetzten Logo entspricht. Mal
sehen, wie die Chefredaktion in Hamburg reagiert. Schade!!
Unsere Antwort:
Sehr geehrter Herr ,
vielen Dank für Ihre
Nachricht. Seitdem ich 17 bin, habe ich die Zeit abonniert, inseriere
dort immer mal wieder und veranstalte eine Lesung mit einem Redaktionsmitglied der Zeit, eben
Christian Schüle, ein genialer Autor, der mit uns auch zum Thema Slow City
diskutieren wird. In unserem Weblog bewerben wir die Zeit ganz heftig, weshalb ich
überzeugt bin, dass auch die anderen von Ihnen benachrichtigten und damit
dankenswerterweise hoffentlich auch eingeladenen Redakteure der Zeit das
"künstlerische" Foto mit meinem Kater so sehen, wie es gedacht ist: als Werbung
für die beste Wochenzeitung die ich kenne. Sollten Sie aber gar nicht das Foto
meinen, sondern den Schriftzug unseres Veranstaltungstitels "Zeit zu
leben", kann ich Ihnen versichern, dass die Verwendung des Wortes "ZEIT" in der
Standardschrift "Georgia" selbst von übelstgelaunten Juristen nicht beanstandet
werden kann. Würde mich freuen, Sie am nächsten Freitag begrüßen zu dürfen,
das lesenswerte Buch heißt "Deutschlandvermessung" und beschäftigt sich auch
sehr stark mit den Werten einer Gesellschaft.
Ein bisschen Bammel hatte ich schon. Klar, ich habe den Film nicht gedreht, nur bestellt, aber wenn ich einer Einladung folge, dann ist natürlich der Einladende fürs Programm zuständig. Und wenn er mir damit die Zeit stehlen würde, wäre ich sauer.
War aber niemand sauer, ganz im Gegenteil, viele haben sich ausdrücklich für die Organisation der Veranstaltung bedankt. Erstens hatten wir ein mit 82 Gästen richtig volles Kino und zweitens waren dieselben recht begeistert. Nach meiner Begrüßung, in der ich auch die wichtigsten Bücher zum Thema vorstellte, spürte man gleich die gute Stimmung im Saal. Denn die Zuschauer amüsierten sich prächtig und bei mir starb die Furcht, dass mehr Menschen den Film so verreißen würden, wie die Nürnberger Nachrichten oder meine Frau.
Die Hoffnung, dass auch das Umfeld, also Menschen und Saal die Wirkung eines Films beeinflusst, hat sich bewahrheitet. Es blieben sogar noch fast 50 Menschen zum Diskutieren sitzen, was mich vor allem deshalb freute, weil das ja der eigentliche Zweck des Films sein soll: Ein besseres Verständnis für die Lage der Produzenten, hauptsächlich natürlich der Landwirte, aber auch des Handwerks. So hat die durchaus interessante Lebensgeschichte des Farmers John Peterson - mit und ohne Federboa - auch in der Hersbrucker Alb zum Nachdenken angeregt. Vielleicht finden wir auf diesem Weg wieder neue Autoren oder wenigstens Leser für unser Nachhaltigkeitsblog. Wär doch auch schon mal was.
Vielen Dank an den Kinochef Jürgen Petzold, vor allem dafür, dass er mir nicht verraten hat, dass der Film erst eine Stunde vor der Aufführung ankam, Dank an Martin Lösch für den interessanten Büchertisch und die Halbierung der Kosten, an Steffen Krug fürs Fotografieren und an Rainer Wölfel vom Naturschutzzentrum Wengleinpark für die Übernahme der Spendengelder von 160 Euro. Die Einladung im Newsletter
Mit eingearbeiteten Kommetaren von Manfred Lautenschlager
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Liebe Leute,
"Die Küche zum Kochen" nannte Otl Aicher - ein Freund von Gerd Bulthaup - anno 1982 sein neues Buch über die Küchenplanung. "Das Ende einer Architekturdoktrin" verkündete er seinerzeit und seit unserer ersten gelieferten Massivholzküche im Jahre 1989 arbeiten wir an diesem hehrem Ziel gemeinsam. Denn Lebensqualität in einer Küche entsteht vor allem durch eine Grundrissplanung, die nicht nur Kochen, sondern auch Leben in einer Küche erlaubt. Und natürlich durch Einzelanfertigung, das Holz aus der Heimat und gute Geräte von Miele. An diesem Samstag (8.Sept. 07) wollen wir das mit Ihnen gemeinsam ausprobieren. "Kochen mit Freu(n)den" heißt unser Motto. Wir filetieren Saiblinge, lehren die Zwiebelschneidtechnik und testen Dampfgarer, Tepan Yaki und Induktionskochfelder. Ein paar Anmeldungen haben wir sogar schon vor der offiziellen Ankündigung erhalten, wir freuen uns auf Ihren Besuch, natürlich gibt auch nen feinen (reinen) Wein von Manfred Rothe.
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Die Themen heute:
1. Kochen mit Freu(n)den am Samstag
2. Sonderangebote Schränke, Sofas und Tische
3. Lesung und Konzert: was geschah?
4. Pro Natura mit Torf, Weide und Zirbe
5. Die gute Form mit Lob und Kritik
6. Farmer John, Grüne Lust, Bioerlebnistage und Consumenta
7. Neues Buch von Stefan Pürner, neue CD von Bluemama
8. Kurzmeldungen und Links
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1. Kochen mit Freu(n)den am Samstag
Der Tag der Küche ist deutschlandweit vom "Arbeitskreis moderne Küche" ausgerufen, wir folgtem dem Ruf, aber mit der Umwidmung auf den "Tag der Massivholzküche". Wir freuen uns einfach über alle, die mit uns gemeinsam was kochen wollen.
Ein lustiges Problem über das "Filetieren von Massivholz" mit der Anzeige in der Pegnitz-Zeitung (in der Hersbrucker wollten wir nicht inserieren, weil dort die Gesundheitstage sind) beschreiben wir hier im Weblog.
Und natürlich finden Sie die Rezeptlinks in unsere Rezeptdatenbank und alle anderen Tipps auf der Sonderseite Tag der Küche.
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2. Sonderangebote Schränke, Sofas und Tische
Insgesamt haben wir gerade drei Schlafzimmer übrig, vier Tische, ein Bad, zwei Wohnzimmermöbel und jede Menge Polstermöbel. Diese sind zur Zeit sogar in der 15%-Aktion. Deswegen aktualisieren wir ständig unsere beiden Sonderangebotsseiten, auf denen wir jetzt manchmal auch Kundenmöbel (nicht unbedingt von uns gefertigt) anbieten.
3. Lesung und Konzert Unterkrumbacher Werkstatt-Tage 07: was geschah?
Die Lesung mit Christian Schüle fanden offensichtlich nicht nur wir beeindruckend, denn auf ein Schreiben von Gerda Münzenberg antwortete er (ausschnittweise):
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"Die Lesung bei den Möbelmachern war eine rundum schöne Erfahrung, die mich stolz sein lässt, dass so gebildete und interessierte Leserinnen wie Sie den einen oder anderen Gedanken der „Deutschlandvermessung“ in kleineren und größeren Kreise weiter diskutieren. Nichts wagt ein Autor mehr zu wünschen als dies (zumal er genau das als Ideal ausgegeben hat)! (...) Wann immer Hersbruck es mag, werde ich wieder zu einer Lesung kommen, und wieder wird alles so gut organisiert und wohltuend durchgeführt sein, eine verständige Geneigtheit, von dem all die, die in den großen Städten leben und oft das Gefühl und die Leidenschaft verloren haben, nur lernen können. Darum, im übrigen, wird es in dem Roman gehen, den ich jetzt zu schreiben beginne: um den Verlust des Spürens und der Hingabe. "
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Hier können wir nur die präventive Einladung aussprechen: Sobald das Buch fertig ist, organisieren wir eine Lesung. Versprochen. Die ganze Antwort von Christian Schüle im Blog Alle Artikel (Anselm Stieber, Gerda Münzenberg, Alice Niklaus, Martin Lösch, Roland Zimmermann, Thomas Raum, Katja Bub) über Konzert, Lesung und die Werkstatt-Tage finden Sie unter der Rubrik ZEIT zu leben.
Nochmal Danke an alle Beteiligten, vielleicht könnte ja noch was draus entstehen.
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4. Pro Natura mit Torf, Weide und Zirbe
Pro Natura hat sein Programm unter dem Motto: Gesund schlafen mit der Heilkraft von Zirbe, Weide und Torf erweitert. Einige feinfühlige Menschen haben damit schon sehr positive Erfahrungen gemacht, das naturheilkundliche Wissen, ob der Heilkraft dieser Pflanzen ist schon sehr alt, die Umsetzung in den Matratzenauflagen sehr modern. Die Salicylsäure der Weidenrinde (kennen Sie vom Aspirin), die "Fango-Wirkung" des Torfs (bei Gelenkproblemen wie z.B. Rheuma) und die beruhigende Wirkung des Zirbenduftes (dessen Wirkung auf die Fruchtbarkeit ist umstritten, wenn auch rein empirisch dran gearbeitet wird) sind sicher gesünder als Tabletten, aber es gibt sie noch nicht auf Rezept. Eine Bettauflage mit verhütender Wirkung ist in Arbeit, man experimentiert mit Kuhdung (nee Vorsicht, ist ein Scherz, obwohl es wohl funktionieren würde).
Weitere Informationen hat Manfred Lautenschlager wenige Stunden später beigesteuert:
Sodann: Kuhfladen ein vielleicht wirksames aber nicht empfehlenswertes Verhütungsmittel.
Darüber schweigt sich in der Tat die alte Rezeptliteratur aus; bekannt
sind dafür aus der entsprechenden Gerüchteküche des 15. Jhs. (Kloster
Tegernsee) Rezepte wie diese - hier gleich aus dem gelehrten Latein
übersetzt:
mag[778c] Hasenkot, über dem Bett der Frau aufgehängt, verhindert die Schwangerschaft.
mag[746] Ausgefallene Milchzähne von Knaben, in Blattsilber gewickelt,
dienen als Verhütungsmittel, wenn man sie über dem Bett der Frau
aufhängt.
Dies also alles weit weniger anrüchig als die Kuhfladen in der
Matratze. Wer lieber etwas Verbindlicheres verwenden möchte, dem sei
hingegen gedient mit:
mag[768] Der Samen von Sauerampfer, in einem Tuch über die linke
Schläfe gebunden, dient der Frau als Verhütungsmittel, solange das Tuch
festhält.
oder:
mag[791] Zwei Wieselhoden, an den Schenkel der Frau festgebunden, dienen als Verhütungsmittel, solange sie dort festhalten.
Wem (als Frau) das alles zu unsicher ist, kann freilich auf Nummer
sicher gehen und beherzt einen kräftigen Schluck Bocks- [778a] oder
Wolfsurin [783c] trinken, oder ein Stück Sigmarswurz in
Mauleselinnenurin [766] schlucken, was dann sehr direkte Mittel zur
gleichen Anwendung sind.
Nachlesen kann man dies alles in der "unterhaltsamen Ecke", sprich dem
Anhang mit den "magischen" Rezepten unserer Publikation des "Liber
Illuministarum" (ed.
Bartl, Lautenschlager et al.) Stuttgart 2005; das Buch ist im normalen
Buchhandel leider schon vergriffen (ob wegen der ausnahmslos seriösen
kunsttechnologischen Rezeptanweisungen, oder dem unterhaltsamen Anhang
- wissen wir nicht), es sind aber noch ein paar letzte Exemplare im
Buchladen des Germanischen Nationalmuseums erhältlich, dem Ort wo unser
DFG-Projekt ja auch angesiedelt war.
In der anzitierten, lehrreich wie vergnüglich zu lesenden "magischen
Ecke" des Buches findet man weiter Treffliches über Aphrodisiaka, gegen
Sterilität, wie man Jungen bzw. Mädchen zeugt, Ehebrecherinnen
überführt und überhaupt (Frauen
natürlich) nachtschlafends die ganze Wahrheit auszuplaudern veranlässt.
Wer übrigens partout nicht auf seiner umzirbelten Dungmatratze
einschlafen kann, lege einfach einen Liber Illuministarum neben sich
aufs Nachtkästchen, fange an im Register zu blättern .... etc.
Mit herzlichem Gruß,
Manfred
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5. Die gute Form mit Lob und Kritik
Dass unsere Lehrlinge wieder Preise eingeheimst haben, erwähnten wir ja schon im letzten Newsletter. Jetzt geht es um die Preisverleihung mit Freisprechung der Gesellen. Es muss nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen sein (wo kommt das eigentlich her?), Prof. Klöcker kann bei der Laudatio für die Preisträger der guten Form 07 auch mit sehr kritischen Bemerkungen, nicht nur über die unpassende Kleidung mancher Junggesellen, die Zuhörer zum Zuhören bringen. Über seine immer wiederkehrende Kritik an der Maserrichtung von Gesellenstücken haben wir als Massivholzschreiner aber einige Infos zusammengetragen und zur Diskussion gestellt. Im Weblog.
Die Antwort auf die Frage nach der Herkunft von Manfred Lautenschlager:
Lieber herwig,
wo "Friede, Freude, Eierkuchen" herkommen, fragst Du Dich.
Frag' ich mich auch und hab' mal beim Freiburger Emeritus Lutz Röhrich
in seinem "Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten" (1991)
nachgeguckt; dem fiel leider auch nichts besonders Erhellendes ein,
aber immerhin soviel:
(Bd. I, S. 476 s.v. Frieden)
[...] Die erst in jüngster Zeit bekannt gewordene Redensart "Friede,
Freude, Eierkuchen" bezieht sich auf den von Politikern, aber auch in
Familien, Vereinen etc. nicht selten unternommenen Versuch, die Dinge
zu beschönigen und Harmonie vorzutäuschen. Sie bedeutet soviel wie:
Dieses Schöntun mag glauben, wer will.
Soviel also von Röhrich; für ihn, wie für alle Professoren unserer
Vätergeneration bedeutet "in jüngster Zeit" immer ab 2. Hälfte 20. Jh.
Die Fragwürdigkeit dieses Friedens und der dreinfahrenden Freude mag
sich allenthalben in der oft prekären Stabilität eines Eierkuchens
angedeutet finden, wie in dem schönen Spruch Soltaus (zitiert nach dem
Grimmschen Wörterbuch, s.v.
Eierkuchen):
wer allzu schnell steigt über sich,
der felt gewis bald unter sich,
gleichwie ein eierkuchen.
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6. Farmer John, Grüne Lust, Bioerlebnistage, Tag der Regionen, Consumenta
Schon mal die Veranstaltungen der nächsten Monate zum notieren:
Ausnahmsweise nicht auf der grünen Lust, weil dort eine Modenschau stattfindet und wir die Models nicht mit Kalorien locken dürfen. (Organisiert von Glore, einem Klamottenladen in Nürnberg, der fair gehandelte und umweltbewusst produzierte Kleidungsstücke führt, wir berichteten im Blog). Wir laden Sie heftig dazu ein, denn die grüne Lust ist immer eine Reise wert, wir können uns jetzt endlich mal selbst dort umsehen.
Dafür kochen wir mit den üblichen Verdächtigen (Diana Burkel, Stefan Rottner) während der Bioerlebnistage am 5. und 6. Oktober am Hauptmarkt in Nürnberg. Alles über die Bioerlebnistage
Außerdem gibt es am Samstag, dem 16.September noch ein paar Karten für den sehenswerten Film "Farmer John" im Cinnecitta, der die Geschichte vom Jungbauern über viele Entwicklungsstufen bis zum Biobauern beschreibt. Das historische Filmmaterial seiner Mutter ist wirklich klasse, und das Happy End motiviert glatt zum Gemüseanbau (o.k. vielleicht nicht jeden). Wir würden uns freuen Sie dort zu treffen. Vielleicht zeigen wir den Film ja auch mal im Hersbrucker Kino, dann könnten wir wieder unsere Kunden einladen, mal sehen. Ausführliches zum Film.
Auf der Consumenta (27.Oktober bis 4. November) sind wir auch, diesmal konzentrieren wir uns auf den bayerischen Rundfunk mit unseren fränkischen Spitzenköchen, wo wir uns ja sehr wohl fühlen und Sie schon jetzt zum Mitmachen beim Gewinnspiel animieren wollen: da können sie Consumentakarten und Plätze an der Testessertafel gewinnen.
Der Tag der Regionen in Henfenfeld am 30. September ist sowieso Pflichttermin für alle, wir erwarten Sie am Gemeinschaftsstand des Initiativkreises Holz aus der Frankenalb oben am Schloss, vielleicht machen wir ein paar Kartoffelchips am Tepan Yaki
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7. Neues Buch von Stefan Pürner, neue CD von Bluemama
Übrigens sind alle unsere Buchbesprechungen im Weblog in der passenden Kategorie am rechten Rand zu finden: Bücher
Vor genau einem Jahr las Stefan Pürner aus seinem Buch "Geklont", wir hoffen bald zur Lesung von seinem neuen Werk "Sgt. Pepper live" einladen zu können. Aus der Freude über eine Reise in die musikalische Vergangenheit und der Erkenntnis, dass heute schon Menschen auf dieser Erde leben, die das angeblich erste "Konzeptalbum der Popgeschichte" nicht mehr kennen, haben wir das spannende, informative und zum Schmunzeln bringende Buch für Sie gelesen: die Rezension.
Bluemama (Renate und Jochen Braun) verkörperte bei der Lesung im August 06 die geklonte Janis Joplin, jetzt haben sie ein neues Album auf den Markt gebracht (The good, the past an the present), zu bestellen über die Bluemama Seite.
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8. Kurzmeldungen und Links
Am Sonntag noch bei Dennis Scheck in "Druckfrisch" im ersten Programm, am 11. September in der Buchhandlung Lösch: Krimiautorin Maria Schenkel
+++ Mit dem Suchwort "Massivholzküche" bei Google sind wir seit gestern auf Platz eins. "Und jetzt guckt wieder kein Schwein." Tiefgründiges zur Internetarbeit im Weblog.
+++ Seltsame Anmeldeprozeduren für das Multistakeholder Forum brachten uns zur heftigen Kritik am Rat für Nachhaltige Entwicklung, aber sie haben reagiert und wir wollen eine der wenigen zukunftsgerichteten Organisationen Deutschlands nicht behindern, sondern unterstützen, auch wenn nicht alle Zweifel an der Vorgehensweise ausgeräumt sind.
+++ Wer wie wir ein faible für Extremsportarten hat, findet davon selten Berichte im Fernsehen. Halbwegs vernünftigen Ersatz findet man manchmal bei Speedup-TV im Internet. (Nachtrag: so toll sind die Sender doch nicht, lesen sie lieber ein Buch)
+++ Immer wieder tauchen im Weblog neue Artikel über unsere Ugandareise auf. Am leichtesten zu finden über die integrierte Suchmaschine mit dem Suchwort (raten Sie mal) "Uganda." Wer sich für die noch ernsteren Dinge und die Kindersoldaten im Norden Ugandas interessiert, kann sich bei der 22-jährigen Politikstudentin Sophie Haarhaus live aus Uganda im Taz-Blog informieren: "Uganda-Schatten und Licht"
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Jetzt wird´s Herbst, wir freuen uns auf Sie am Tag der Küche aus Massivholz am Samstag von 10 bis 17 Uhr und grüßen aus Unterkrumbach
Ihre Möbelmacher
herwig Danzer
Sollten Sie keine Mails mehr von uns wollen, mailen Sie einfach an
Die Antwort von Manfred Lautenschlager kam wenige Stunden später, in der Zwischenzeit ist sie schon in rot an der richtigen Stelle in den Artikel eingearbeitet:
Lieber herwig,
wo "Friede, Freude, Eierkuchen" herkommen, fragst Du Dich.
Frag' ich mich auch und hab' mal beim Freiburger Emeritus Lutz Röhrich in seinem "Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten" (1991) nachgeguckt; dem fiel leider auch nichts besonders Erhellendes ein, aber immerhin soviel:
(Bd. I, S. 476 s.v. Frieden) [...] Die erst in jüngster Zeit bekannt gewordene Redensart "Friede, Freude, Eierkuchen" bezieht sich auf den von Politikern, aber auch in Familien, Vereinen etc. nicht selten unternommenen Versuch, die Dinge zu beschönigen und Harmonie vorzutäuschen. Sie bedeutet soviel wie: Dieses Schöntun mag glauben, wer will.
Soviel also von Röhrich; für ihn, wie für alle Professoren unserer Vätergeneration bedeutet "in jüngster Zeit" immer ab 2. Hälfte 20. Jh.
Die Fragwürdigkeit dieses Friedens und der dreinfahrenden Freude mag sich allenthalben in der oft prekären Stabilität eines Eierkuchens angedeutet finden, wie in dem schönen Spruch Soltaus (zitiert nach dem Grimmschen Wörterbuch, s.v. Eierkuchen): wer allzu schnell steigt über sich, der felt gewis bald unter sich, gleichwie ein eierkuchen.
Sodann: Kuhfladen ein vielleicht wirksames aber nicht empfehlenswertes Verhütungsmittel.
Darüber schweigt sich in der Tat die alte Rezeptliteratur aus; bekannt sind dafür aus der entsprechenden Gerüchteküche des 15. Jhs. (Kloster Tegernsee) Rezepte wie diese - hier gleich aus dem gelehrten Latein übersetzt:
mag[778c] Hasenkot, über dem Bett der Frau aufgehängt, verhindert die Schwangerschaft. mag[746] Ausgefallene Milchzähne von Knaben, in Blattsilber gewickelt, dienen als Verhütungsmittel, wenn man sie über dem Bett der Frau aufhängt.
Dies also alles weit weniger anrüchig als die Kuhfladen in der Matratze. Wer lieber etwas Verbindlicheres verwenden möchte, dem sei hingegen gedient mit:
mag[768] Der Samen von Sauerampfer, in einem Tuch über die linke Schläfe gebunden, dient der Frau als Verhütungsmittel, solange das Tuch festhält. oder: mag[791] Zwei Wieselhoden, an den Schenkel der Frau festgebunden, dienen als Verhütungsmittel, solange sie dort festhalten.
Wem (als Frau) das alles zu unsicher ist, kann freilich auf Nummer sicher gehen und beherzt einen kräftigen Schluck Bocks- [778a] oder Wolfsurin [783c] trinken, oder ein Stück Sigmarswurz in Mauleselinnenurin [766] schlucken, was dann sehr direkte Mittel zur gleichen Anwendung sind.
Nachlesen kann man dies alles in der "unterhaltsamen Ecke", sprich dem Anhang mit den "magischen" Rezepten unserer Publikation des "Liber Illuministarum" (ed. Bartl, Lautenschlager et al.) Stuttgart 2005; das Buch ist im normalen Buchhandel leider schon vergriffen (ob wegen der ausnahmslos seriösen kunsttechnologischen Rezeptanweisungen, oder dem unterhaltsamen Anhang - wissen wir nicht), es sind aber noch ein paar letzte Exemplare im Buchladen des Germanischen Nationalmuseums erhältlich, dem Ort wo unser DFG-Projekt ja auch angesiedelt war.
In der anzitierten, lehrreich wie vergnüglich zu lesenden "magischen Ecke" des Buches findet man weiter Treffliches über Aphrodisiaka, gegen Sterilität, wie man Jungen bzw. Mädchen zeugt, Ehebrecherinnen überführt und überhaupt (Frauen natürlich) nachtschlafends die ganze Wahrheit auszuplaudern veranlässt.
Wer übrigens partout nicht auf seiner umzirbelten Dungmatratze einschlafen kann, lege einfach einen Liber Illuministarum neben sich aufs Nachtkästchen, fange an im Register zu blättern .... etc.
Nein, eigentlich habe ich nicht die musikhistorische
Kompetenz um einen Artikel über Stefan Pürners Epos „Sgt. Pepper Live“ zu
schreiben. Low-level-Allgemeingut zum angeblich ersten Konzeptalbum der
Popgeschichte ist bei Wikipedia zu finden, das ist aber schon fast alles, was
ich fachlich dazu beisteuern könnte. Trotzdem: Stefan Pürner (ein Advokat, der vor allem in Sarajevo nach dem Rechten sieht) hat genau vor einem Jahr
bei uns aus seinem Buch „Geklont“ gelesen (mit musikalischer Begleitung vom
Janis Joplin Klon Bluemama, die grade eine neue CD herausbrachte) und außerdem
ist er ein Schulfreund, dessen Vater ich als durchaus eigenwilligen Lehrer
kennen lernen durfte.
Zurück zum Buch, zu dem ich mir wieder eine schnuckelige Lesung mit Musik gut
vorstellen könnte: Ich habe es neugierig, schnell, interessiert und amüsiert
gelesen. Neugierig aus persönlichem Interesse, weil ich wissen wollte, was er
wieder ausgeheckt hat. Schnell, weil ich es auch richtig spannend fand.
Interessiert, weil es ganz viel Fachwissen zur Verfügung stellt, das ich (als
Bob Dylan und Folk-Freak) nie ansammeln konnte. Amüsiert, weil an vielen
Stellen so witzige Ideen, Geschichten und Formulierungen auftauchen, dass sich
das Buch auch einfach zur Unterhaltung eignet, selbst wenn man mit den Beatles
nicht so viel am Hut hat.
Das größte Manko lässt sich leider nicht wegschaffen.
Eigentlich bräuchte man zu diesem Buch eine CD, die die Erinnerung wachküsst.
Vielleicht sollte man wenigstens die Links zu den Texten sammeln, die bei
Wikipedia verfügbar sind, denn sie können helfen, immerhin die lyrischen
Fragestellungen abzudecken:
War die hommage an die Politesse Lovely Rita wirklich sooo sexuell formuliert,
dass damit ein Gerichtsverfahren 40 Jahre später beeinflusst werden kann? Ist
„Within You Without You“ wirklich ein Text, der tags darauf zum Mord nach dem
Beischlaf führen muss? Sind die Tierstimmen in „Good Morning, Good Morning“
wirklich in der Fressfolge der Tiere angeordnet, dient die Diskussion darüber
ausschließlich der Festigung oder
Neuordnung der Kompetenz-Hackordnung im Seminar an der Uni oder gar ausschließlich
dem Paarungserfolg der Kommilitoninnen und -onen, der (leider) immernoch von
den ergrauten Professoren dominiert wird?
Der Autor kann eine ganze Seite lang über zwei Takte,
gekrönt von der Triangel schreiben, ein paar andere Takte „wie einen zögernden
Orgasmus“ schildern, begründen, warum Punk die logische Antwort auf das Sgt.
Pepper´s Album ist, und sogar Argumentationshilfen für unser Alter gegenüber
den Enkeln liefern: Carnival of Light http://de.wikipedia.org/wiki/Carnival_of_Light
war die Mutter alle Raves, leider haben das Lied nur ganz wenige Menschen
jemals gehört. Er erfleht das Recht der Rentner auf Musikkritik:
„Ich aber sage
Euch: Wenn wir den Rock schon
demokratisieren wollen, dann haben auch die Rentner was zu sagen. (...)
Schließlich haben wir den Scheiß mehrfach gekauft. Erst als Single, dann als
LP, später dann als MC (Musikcasette), noch später als unbearbeitete CD,
schließlich als CD mit Bonus Track. Irgendwann auch als remasterte CD.“
Ach ja, die Rentner. An vielen Stellen streitet der vermeintlich jung
gebliebene Verstand mit den Lebensumständen. „Seniorendiskriminierung“ nennt er
rechtzeitig (und mit vollem Recht!) das Lied „When I´m sixty-four“ und im Track
09 „Entrümpelung“ zieht sich ein Held der Kurzgeschichten auf der Flucht vor
blägenden Zwillingen in den Keller zurück, um Beatles Platten zu sortieren: die
guten ins Töpfchen, die schlechten ins Eimerchen.
„Yellow Submarine“ „Tut mir
leid, auch das kommt nach rechts.“ Das „Weiße Album“: Links, na klar.
Stefan reicht aber die literarisch fiktive Aufbereitung
(gottseidank) nicht. Im Anhang bringt er noch sooo viele interessante Infos,
die man heute wohl crossover nennen würde. In brandeinsmanier präsentiert er schmunzelige
Zahlen bis zur (gigantischen) Schuhnummer des Autors, bei der Bewertung anderer
Alben führt er die Kategorie „Nachhaltigkeit“ ein, weshalb ihm auch die
Besprechung im Nachhaltigkeitsblog gebührt.
Nachdem nicht ganz sicher ist, ob die ersten Aufnahmen zu
diesem Album am 24. oder 26. November entstanden sind, plädiere ich für den 25. November
1967, meinen fünften Geburtstag. Vielleicht ist es auch kein Zufall, dass der
vierzigste Geburtstag des Albums die Lebensfreude namens „Summer of love“ in
eine Zeit fällt, in der die LOHAS (Livestyle of Health and Sustainibility) ihre
erste Kategorisierung im Zukunftsinstitut erfahren haben. Vielleicht sollte man
ihnen mal das Album vorspielen? Stefans Buch lohnt sich auf jeden Fall für jedes
Alter.
(Eindeutig im Vorteil sind aber die, die wissen wer das ist: Pink Floyed, Alan Parsons Project, Eric Clapton, The Shadows, Bono (U2), Chuck Berry, Kieth Richards (Rolling Stones), Peter Frampton, Bee Gees, Tina Turner, Deep Purple, Elton John, Klaus Vormann, Ian Anderson (Kansas), Crossby, Stills Nash and Young, David Gilmore, Bob Dylan, Peter Green, Thin Lizzy, Wishbone Ash, Roger Chapman, Frank Zappa, The Byrds, Roxy Music, Jose Feliciano, Wet Wet Wet, u.v.a.)
Wenn man in seiner Buchhandlung vor Ort auch in Jahren noch Bücher in die Hand nehmen will, dann kauft man sie dort und nicht im Internet! Dort reicht auch Titel und Autor, weil die Leute Ahnung haben! Na gut, die ISBN Nummern geben wir noch durch:
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