Projekt Weltethos am 18.08. um 19:00 Uhr im Kulturbahnhof Ottensoos

Projekt Weltethos – Können Religionen dauerhaft Frieden stiften?

Angesichts der großen globalen Herausforderungen (Klima, Umweltschutz, Flüchtlingsströme, Kluft zwischen Arm und Reich, Bevölkerungswachstum u.a.) kann es sich die Menschheit immer weniger leisten, dass die Religionen und ihre Fanatiker Kriege schüren und nicht Frieden stiften: Frieden unter verschiedenen Rassen, Nationen, Bevölkerungsgruppen, Geschlechtern, aber auch Frieden mit der Natur. Menschenrechte und Naturrechte hängen eng miteinander zusammen.

Rehm

Über das Projekt Weltethos und über die Schwierigkeiten und praktischen Möglichkeiten der Überwindung von Barrieren hören wir zwei Vorträge und wollen anschließend mit den Referenten Johannes Rehm und Lemia Yiyit diskutieren.  Johannes Rehm ist Pfarrer und Leiter des kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt der evangelischen Kirche Bayern und ist der Stiftung „Weltethos“ (gegründet 1990 von Hans Küng in Tübingen) eng verbunden. Gleichzeitig ist er  Professor  an der Universität Erlangen im Institut für praktische Theologie und interreligiösen Dialog.

lemiayiyit

Lemia Yiyit ist türkisch-arabischer Abstammung, lebt seit Anfang der 70 Jahre in Deutschland und ist Mitglied bei Bündnis90/DIE GRÜNEN. Sie engagiert sich außerdem im Türkisch-Arabischen Verein und im Integrationsrat der Stadt Nürnberg.

Ort: Kulturbahnhof Ottensoos
Zeit: 18. August um 19:00 Uhr
Eintritt frei     Spenden willkommen

www.kulturbahnhof-ottensoos.de

One thought on “Projekt Weltethos am 18.08. um 19:00 Uhr im Kulturbahnhof Ottensoos”

  1. Was wird aus dem Christentum?
    Prof. Dr. J. Bellers, Siegen 2017

    1. Das Christentum ist unbestritten die dominante Weltreligion, in den beiden Amerikas (heute insbesondere die Evangelikalen), im schwarzen Afrika (unterlagert und gestärkt vom Natur-Animismus), in Europa, in dem die Säkularisierung im Nordwesten gestoppt ist, man denke nur, dass hier die Menschen selbst bei kleineren Unglücken in die Kirchen laufen, um Kerzen aufzustellen.

    2. Frage ist nun, wie Verhalten sich Islam, Hinduismus und Buddhismus zum Christentum, den anderen Hochreligionen.

    3. Hier wird die These vertreten, dass es erhebliche, geistig-geistliche Anschlußmöglichkeiten zwischen dem Christentum und den Hochreligionen gibt, so dass in Zukunft mit einer Annäherung, wenn nicht sogar Vereinheitlichung kommen kann.

    4. Und zwar mit Nähe zum Christentum insbesondere us-amerikanischer, puritanischer und calvinistischer Art, denn der sich weltweit ausbreitende Kapitalismus mit seiner Individualisierung als Lebensideal (der freie Kunde und Bürger) ist ein illegitimes Kind des Calvinimus (ujnd Luthers Gewissensfreiheit), der ja auch diese Ideale hervorhebt und zur Kapitalakkumulation anregt, um sich so durch Sparen (=innerweltliche Askese, so M. Weber) einen Platz im Himmelreich zu sichern. Das macht die wirtschaftlichen Vorteile des Kapitalismus – weltweit – aus.

    5. Das Christentum war ohnehin seit Beginn mit Jesus die einzige und erste Hochreligion, die das Individuum und die Persönlichkeit hervorhebt, das wie schon Moses und Abraham vor dem Einen Gott steht und von diesem als sein Ebenbild anerkannt wird. Damit ist das Göttliche schon im Einzelnen angelegt, wird aber durch die Sünde eingeschränkt. Dazu kommt, dass das Judentum geschichtlich dachte und handelte: der Weg Israels durch die Geschichte, Geschichte gibt aber stets Freiheit, so oder so handeln zu können. Und Jesus ist Mensch und Gott zugleich, welche Höherstellung des Menschen kann man noch erreichen?

    7. Demgegenüber sind die anderen Hochreligionen eher statisch, sie nehmen einen einheitlichen, immer gleichen Kosmos an, dem sich der Gläubige einordnen muß, wenn er gottgefällig leben will. Dem sich immer wiederholende (nicht historisch fortschreitenden) Kosmos kann man sich durch Askese oder moralisches Leben entwinden, ins Nichts aufgehen. Das ist natürlich das Gegenteil von Individualität.

    8. Aber selbst im hier radikalen Buddhismus gibt es die Lehre, dass es doch einen einheitlichen Kern des (individuellen) Menschseins gibt, der alles Leid und alle Askese überdauert: die Buddha-Natur als Substanz des Menschen. Das schafft Anschlußfähigkeit an die Persönlichkeitsidee.

    9. Und der Islam ist ohnehin eine frühe Sekte des Christentums, der Marcioniten, die die Menschnatur Christi leugnen, aber den Menschen durchaus als Ebenbild Gottes betrachten. Allerdings im Islam mit stärkerer Betonung der Unterwerfung unter Gottes Willen. Nicht zufällig hat der liberaleTheologe des Protstantismus, A. Von Harnack, sich sehr positiv zu Marcion bekannt.

    10. Es ist geschichtsphilosophisch eine Dialektik der Freiheit gegeben, dass deren Wachsen über die Epochen heutzutage zu ihrer Selbstzerstörung führt (Natur, Zerfall der Schutzsysteme, Familie usw., seelische Verwahrlosung der Menschen), so dass heute die Schutzsysteme der
    Religionen wieder bedeutsam werden.

    Christentum (etwa 2,3 Mrd. Anhänger)
    Islam (etwa 1,6 Mrd. Anhänger)
    Hinduismus (etwa 940 Mio. Anhänger)
    Buddhismus (etwa 460 Mio. Anhänger)
    Judentum (etwa 15 Mio. Anhänger)Religionen wieder bedeutsam werden.

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