Ausstellung „Sehnsucht nach Grün“ & 1. Hersbrucker Kunstsommer

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Mathias Deinhard & Katrin Brand, Künstler und Veranstalter des „1.Hersbrucker KunstSommers“

 

Vom 12. bis 21. August 2016 werden Liebhaber von „Kunst, Kultur & Genuss“ in der Kulturscheune Leutenbach bei Hersbruck fündig.

Unser Mitarbeiter, Mathias Deinhard, und seine Partnerin, Katrin Brand, zeigen Malerei & Holzkunst zum Thema „Sehnsucht nach Grün“. „„Grün“ ist Basis unser beider künstlerischer Leidenschaft. In unserem Schaffen geht es um die Natur als Künstlerin und Schöpferin, um das Sprießen, das Entfalten, Wachsen, Blühen und die vielgestaltigen Erscheinungsformen von Pflanzen und Landschaften. Diese Lebendigkeit und damit verbundene Schönheit setzen wir in Szene und setzen wir um in Malerei und Holzobjekte bis hin zu begehbaren RaumKunstwerken.“, sagt Katrin Brand über ihr gemeinsames Schaffen.

"Grünkiefer", Malerei von Katrin Brand
„Grünkiefer“, Malerei von Katrin Brand
Mathias Deinhard
„Kiefer – Innerstes nach Außen“, Holzobjekt von Mathias Deinhard

 

Zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, 12. August um 19 Uhr spricht Robert Ilg, Bürgermeister der Stadt Hersbruck, spielt das IrishFolkTrio „Heiterzacken“, bei dem unsere Mitarbeiterin Sophia Wagner mitwirkt, und servieren „Feine Weine“ GaumenKostproben.

Über die 10 Tage Ausstellungsdauer haben Brand und Deinhard ein vielfältig kulturell-genussreiches Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Unter dem Namen „1. Hersbrucker Kunstsommer“ bieten Kunstschaffende aus der Region abwechslungsreiche Kreativworkshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Zusätzlich stehen eine Kräuterwanderung und eine WeinWeltreise mit musikalischer Begleitung auf dem Programm. An mehreren Terminen bieten die beiden Künstler der Ausstellung „Sehnsucht nach Grün“ Werkgespräche an.

Eine ausführliche Programmbeschreibung sowie Anmeldeinformationen und eine Anfahrtsskizze finden Sie auf der Homepage

www.woodstop.de/kunstsommer

Barschrank mit „great Greta“ und wie Kunden aus ganz Deutschland zu uns finden

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Manchmal ist die Zeit einfach reif für neue Möbelvarianten. Im Oktober 2009 haben wir das erste Video und Fotos über einen Schrank für wertvolle Getränke (nebst Dessous) veröffentlicht und in diesem Jahr  gibt es gleich vier Möbel zu diesem Thema.

DSCF6779Der erste Barschrank geht nach Berlin und wird dort in einer raffinierten Treppennische Platz finden, die leider so eng ist, dass die Sekretärklappe nicht zu tief werden durfte.

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Deshalb haben wir sie gekürzt und zum Rausholen der hohen Flaschen eine zusätzliche Klappe eingebaut. Die Fugen zwischen den Klappen, der Schublade und den Türen sind mit farbigen LED beleuchtbar und beim  Öffnen von Klappe und Türen geht das Licht natürlich sensorgesteuert an.  In der Schublade wird das Mixbesteck verstaut.

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Die Gläser sind im unteren Schrank untergebracht, und auch dort ist die Rückwand ein Spiegel.

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Und weil wir nicht sooo oft in Berlin sind, wollten wir den Schrank schon vor der Abholung fotografieren und filmen, was wir dann in der Werkstatt organisiert haben.  Die Rückansicht und Stromversorgung der Lightshow ist auch ein Foto wert:

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Das war der Aufbau für den Fototermin in der 360 Grad ansicht (mit der Maus drehen, mit dem Scrollrad zoomen):

Die Antworten auf die bisher bei Kunden aufgetauchten Fragen:

1. Warum kaufen Berliner ausgerechnet in Unterkrumbach Möbel?

Wer in in ganz Google-Deutschland  nach Möbeln aus Massivholz sucht, landet nicht selten bei den Möbelmachern. Wer Homepage, Nachhaltigkeitsblog und den Youtubekanal aufmerksam studiert, organisiert zum Beispiel einen Urlaub, ein langes Wochenende oder auch nur nur acht Stunden im Sittenbachtal. Diesen Rekord haben letzte Woche Kunden aus Berlin aufgestellt, die in der Früh um halb Fünf losfuhren und um Neun wieder zu Hause waren.

Auf unserem Gelände  können sie sich überzeugen, dass alles, was im Internet gezeigt wird, auch der Wahrheit entspricht. Auch wenn es für uns einfacher wäre das Sittenbachtal zu beliefern, freuen wir uns riesig über Nichtfranken, die den Wert unserer Arbeit wirklich zu schätzen wissen und dafür einiges in Kauf nehmen, was man in Zeiten der Internetklickbestellung nicht hoch genug einschätzen kann.

2. Wie kommt Ihr zu den  attraktiven Models für Euere Fotos?

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Häufig sind es die Kunden selbst, manchmal deren Kinder oder Freunde, in einigen Fällen sogar Profimodels, die wir in anderen Zusammenhängen kennen lernen durften und oft sind es einfach Söhne oder Töchter von Freunden. Great Greta  ist in diesem Fall die Tochter von Eckart Münzenberg, unser Mann für die IT und Bruder meines ehemaligen Kompagnons.

3. Ist so etwas bezahlbar?

Nun, es kommt drauf an, was Sie gespart haben, aber statistisch liegen die Barschränke zwischen Kurzurlaub und Gebrauchtwagen. Aber alle Kunden erzählen, dass ihr Möbel täglich mehr Freude macht, als es gekostet hat, oder was das Geld auf der Bank Zinsen bringen würde. Und wir können den Preis durch Hinzufügen oder Weglassen von Gimmicks individuell an die Möglichkeiten unserer Kunden anpassen.

4. Wie läuft der Kauf eines Barschrankes oder anderer Möbel ab?

Alle Kunden schicken erstmal eine Mail oder rufen an, im Anschluss bekommen wir Fotos und Maße vom Raum und diskutieren telefonisch die Möglichkeiten. Im Idealfall (nicht immer) besuchen uns auch Kunden aus weit entfernten (Bundes-)Ländern, schnuppern Werkstatt-Luft, streicheln unsere Holzoberflächen und begutachten unser Holzlager. Fast immer übernachten sie in den Hotels unserer Nachtbarschaft (in unseren Zimmern) und besprechen tags darauf die Gedanken, die sie nachts beschäftigten. Einige Monate später sind sie stolzer Besitzer von Massivholzküchen oder Möbeln aus Unterkrumbach.

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Herzlichen Dank an great Greta!

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Noch ein schicker Barschrank in Nussbaum im Video.

Werkstatt-Tage 2016 Kochworkshop: Garen im Vakuum mit Sous Vide Papst Hubertus Tzschirner

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Hubertus Tzschirner beim Anbraten des Schinkens, Leberkäses, Pökelfleisch??? Es waren Brötchen, eingefärbt mit Roter Beete.

Für die 18. Unterkrumbacher  Werkstatt-Tage haben wir nicht nur zum Werkstatt-Dinner am Freitag (hier nachzulesen mit Video) und zur Lesung am Samstag eingeladen (Bericht mit Video über Denis Scheck und Eva Gritzmann ist hier), wir engagierten auch Deutschlands Sous Vide Papst Hubertus Tzschirner für einen Kochworkshop nebst Abendessen der Lesungsgäste am Samstag.

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Eichenküche mit natürlichem Nischenregal

Hubertus war – wie von unseren anderen gemeinsamen Veranstaltungen schon gewohnt – superpünktlich vor Ort und konnte das Sous Vide Feuerwerk ab 14 Uhr auf die 16 teilnehmenden Gäste und viele andere zufällig vorbeikommende Menschen abfeuern. Von der Melone über die Eierphilosophie zum Hutangerrind-Filet gab es so viele Informationen, das mich die Gäste um eine möglichst ungekürztes Videofassung als Gedächtnisstütze baten, welches weiter oben zu sehen ist.

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Thermalisierer in allen Größen

Hubertus war vor 10 Jahren bei den ersten, die die Vorteile der Sous Vide Technik damals fürs Catering entdeckten, wir Möbelmacher fanden dank Hubertus während der Kölner Möbelmesse im Jahr 2013 dank der in unseren Küchen eigentlich immer montierten Dampfgarer dazu. Denn damit konnten unsere Kunden mithilfe eines Vakuumierers problemlos in die raffinierte Technik einsteigen, die für manche unserer Kunden ein Griff nach den Sternen in der Küche bedeutet. Für uns ist das Vakuum viel bodenständiger eine hilfreiche Technik, die einen verantwortungsvollen Umgang und eine rationelle Organisation von wertvollen Lebensmitteln ermöglicht.

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Der fertige Teller mit dem Hutangerrinderfilet

Es gibt also vielfältige Gründe, warum das Vakuumieren von Lebensmitteln Sinn machen kann, die Haltbarmachung, die Geschmacksintensivierung, die Organisationserleichtung, das Kochen lange vor der Mahlzeit, die Entspannung wenn Gäste da sind und das perfekte Essen in der richtigen Temperatur schon mal vorbereitet wurde und sogar die Kindernahrung.  Denn es hat auch etwas vom selbstgemachten Fertiggericht, nur weiß man hier genau, was drin ist.

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Andächtiges Zuhören der Teilnehmer
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Die Sous Vide Bibel von Hubertus Tzschirner

Mit Hubertus kann man die Vor- und Nachteile dieser Garmethode kompetent diskutieren,  was die Teilnehmer den ganzen Nachmittag genauso wie das Essen genossen, leider mussten wir dann dringend mit den Aufbauarbeiten für die Lesung beginnen, sonst ständen sie wohl noch jetzt in der Eichenküche in unserer Werkstatt und diskutierten die perfekte Temperatur und Zeit.

Herzlichen Dank an Hubertus und alle Teilnehmer, im Video sieht man, wie begeistert die Teilnehmer waren.  Alle technischen Angaben zusätzlich zu den Kochinfos im Video findet man in seinem Buch Sous Vide Garen (von Insidern auch Sous Vide Bibel genannt), das bei uns vorrätig ist.

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Hubertus nach der Lesung mit Eva Gritzmann und Denis Scheck
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Sous Vide Jünger beim Vorbereiten

Das Video von der Gewerbeschau mit Hubertus Tzschirner
Alle Artikel über das Sous Vide Garen im Nachhaltigkeitsblog

Artikel mit Video der Lesung von Eva Gritzmann und Denis Scheck
Artikel über Werkstatt-Dinner mit Maja Wasa und Schwester Regina

Werkstatt-Tage 2016-Lesung: Solons Vermächtnis mit Denis Scheck und Eva Gritzmann im Video zum Nachsehen

Wir haben die Lesung für Sie aufgezeichnet und hier können Sie das Nachsehen haben:

Denis Scheck (ARD-Druckfrisch) hat unser 25-jähriges Jubiläum im Jahr 2013 bereichert und damals interviewte ich  Deutschlands bekanntesten Literaturkritiker zu dem gemeinsam mit Dr. med. Eva Gritzmann herausgegebenen Buch „Sie und Er.“ Das beschäftigte sich mit der Genderfrage beim Essen (gehen) und vielen anderen spannenden kulinarischen Themen (hier im Video und nachzuhören und lesen).

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Rund hundert Gäste lauschten Eva Gritzmann und Denis Scheck

Das neue Buch

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Als wir vom neuen Buch „Solons Vermächtnis – vom richtigen Zeitpunkt im Leben“ hörten, machten wir uns zur Lesung nach Schwabach auf (Bericht hier) und engagierten die beiden mitfünziger Schulkameraden für die Lesung bei den 18. Unterkrumbacher Werkstatt-Tagen am 11. Juni 2016. Gleichzeitig wählten wir den Untertitel des Buches „Vom richtigen Zeitpunkt im Leben“ als Motto für die ganzen Werkstatt-Tage, denn über solche Zusammenhänge denken wir gleichaltrige manchmal nach.  Insbesondere, wenn wir gerade – wie schon bei der Betriebsgründung 1988 vereinbart – dem ehemaligen Kompagnon die Hälfte der Firma abgekauft haben.

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Der Salt Ager von Königssalz mit dem letzten Rest des Hutangerochsens

Aber das schwang nur bei uns persönlich leicht mit, thematisiert haben wir vielmehr den Hutangerochsen, den wir dem Naturschutzzentrum Wengleinpark im ganzen abkauften und der uns das ganze Wochenende – von der Nase bis zum Schwanz – kulinarisch begleitete. Vier Wochen verbrachte er – passend zum Thema des richtigen Zeitpunkts – im Reifeschrank Salt-Ager von Königssalz, in dem bei der Trockenreifung Wasser raus und Geschmack reingeht.

Lesung in der Küche mit Steaks

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Hubertus Tzschirner beim Zubereiten der Steaks für unsere Gäste

Um 18:30 war Einlass und tatsächlich kamen viele Gäste schon eine Stunde vorher, weil sie sich Plätze reservieren wollten, die Ausstellung und das Gelände anschauen, aber vor allem die vorbestellten Hutangersteaks genießen.  Dieselben  wurden von Sous Vide Papst Hubertus Tzschirner, assistiert von herwig Danzer,  im Vakuum gegart und anschließend am Tepan Yaki gebraten und an den beiden Tischen verspeist, die bei hundert Stühlen noch Platz in der Halle fanden.

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In der neuen Zeitschrift der Brigitte-Redaktion geht es um die „dritte Hälfte des Lebens“

Danach schnell Küche sauber machen und die Tresenhocker zurecht rücken, auf denen Eva Gritzmann und Denis Scheck an der Kochinsel kulinarische Themen wie zum Beispiel das Gewürzgenie Ingo Holland und seinen unglaubwürdigen „Kollegen“ Alfons Schubeck besprachen.  Dessen unlauteren Methoden der Informationsgewinnung kritisierten die beiden ebenso deutlich wie seine Werbeaktivitäten für Mac Donald´s oder Dosensuppen, aber auch die von Kolja Kleeberg für Lidl, Alexander Herrmann für Knorr, oder Cornbelia Poletto für Herta Würste aus Massentierhaltung.

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Köstliches von Hubertus Tzschirner aus dem Hutangerrind

Gut, dass es in der Pause dann die einfachen Bratenstücke des Hutangerochsens gab, die Hubertus garköstlich zubereitete und auf kleinen Tellern anbot. Dass bei der Begrüßung 4 Teller bestellt wurden und dann doch 54 derselben weggingen erübrigt Formulierung über deren Geschmack.

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Tolle Atmosphäre beim gemeinsamen Essen in der Pause

Nach der darob etwas längeren Pause, interviewte Denis Scheck Dipl. ing. agr. Rainer Wölfel vom Naturschutzzentrum Wengleinpark und Rainers Geschichte der Hutangerrinder begeisterte nicht nur das Publikum, sondern auch Denis Scheck, jedenfalls wurde er den ganzen Abend nicht müde dieses seit den 80-er Jahren bestehende Hutangerprojekt zu loben. Jetzt hoffen wir, dass die ganz vielen Menschen, die sich spontan entschieden Hutanger- oder Kuhpate zu werden, diese Idee auch in die Tat umsetzen.

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Es wurde viel gelacht

Im Anschluss steigerten Scheck und Gritzmann nochmal ihr sprachliches Zusammenspiel, das zusätzlich zu den inspirierenden und humorvollen Texten auch einfach schön zum Zuhören war. Jetzt ging  es um die etwas anspruchsvolleren Themen aus dem alten Griechenland – sie umschreiben das mit dem Wort „Bildungsmühe“ – trotzdem war es durchgehend spannend und kurzweilig, weil es nie an dem aktuellen Bezug fehlte. (Ausführlicher hat die Lesung Ute Scharrer von der Hersbrucker Zeitung weiter unten beschrieben).

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Nach so viel Rind gab es Saiblinge vom Tepan Yaki aus der Fischzucht Rauh (Heimat auf´m Teller)

Nach der Lesung gab es noch viele Fragen, signiert wurde oben in unserer Ausstellung und am Schluss blieben noch 10 Gäste, die den Abend im regionalen Musterhaus bei Saibling und Silvaner ausklingen ließen.  Als langjährige Freunde von Denis Scheck, wissen wir nämlich aus vielen seiner Erzählungen, dass das Schlimmste an Lesereisen nach der Lesung geschlossene Küchen sind. Bei den Möbelmachern dagegen sind dieselben immer offen.

Ganz herzlichen Dank an Eva Gritzmann und Denis Scheck, wir freuen uns schon auf das nächste Buch.

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Ein wunderbarer Abend mit Freunden
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Anspruchsvoller Büchertisch von Martin Lösch

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Hier ist der Artikel von Ute Scharrer in der Hersbrucker Zeitung, herzlichen Dank dafür:

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Treffpunkt, Garpunkt, Wendepunkt

Gelungene kulinarisch-philosophische Werkstatt-Tage bei den Möbelmachern in Unterkrumbach — Autoren-Duo Eva Gritzmann und Denis Scheck zu Gast

UNTERKRUMBACH (us) – Was haben Rindvieh, Klosterschwestern,
Ingwer und Küchentechnik miteinander zu tun? Punkt-genau
und geruhsam aufgezogen, in die feineren Punkte des historischen
Kochens verguckt, zum Wende-Punkt im Leben geworden oder
Hilfe zum perfekten Gar-Punkt: mit unterhaltsamen Geschichten,
Kochkursen und – Vorführungen umspielten die Unterkrumbacher
Nachhaltigkeits-Apostel bei ihren Werkstatt-Tagen die Frage nach
dem richtigen Zeitpunkt. Ein Höhepunkt war die Lesung von Eva
Gritzmann und Denis Scheck.

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Eva Gritzmann und Denis Scheck haben schon einmal gemeinsam
ein Buch geschrieben. Nun haben die beiden es zum zweiten Mal getan. „Wie schaffen Sie es, sich dabei nicht in die Haare zu kommen?“,
fragt eine Besucherin die beiden. „O, wir kommen uns durchaus in die Haare“, lacht Literaturkritiker Scheck und weist bedeutungsvoll auf die haarärmeren Regionen seines Kopfes hin.

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Während der Lesung ist von den angeblichen Querelen des Autorenduos allerdings nichts zu bemerken. Synchron blättern sie die
Seiten ihres jüngsten Werkes „Solons Vermächtnis – vom richtigen
Zeitpunkt im Leben“ um, lösen einander harmonisch beim Vortrag
ab und gleiten scheinbar mühelos in den Spagat, gleichzeitig geistreich, unterhaltsam und elegant zu formulieren und vorzutragen – und dabei auch noch etwas zu sagen zu haben.

Die ehemaligen Klassenkameraden Gritzmann und Scheck fühlen
dem Jugendwahn unserer Zeit auf den Zahn. „Junges Gemüse“ ist
gefragt, im wörtlichen und im übertragenen Sinne. Sie erzählen
fesselnde Geschichten von bewussten und bedeutsamen Lebenswendungen.
Vergnüglich und genussreich erfahren die Zuhörer von den
Treppenwitzen in den Gewürzkontoren, von den ehrgeizigen
Romanplänen des beinahe neunzigjährigen Erfolgsautoren
Martin Walser und vom „Piet-Kong“ des Schwabenlandes.
Das Publikum genießt, wie die beiden über den Untertitel eines
Frauenmagazins spotten, das sich speziell an Menschen in der „dritten Lebenshälfte“ richtet. Die Medizinerin und der Lesesendungsmoderator empören sich über den „grassierenden Alters-Rassismus“, der jederzeit Jugendlichkeit jeglicher Form der Altersweisheit vorzieht.

„Solons Vermächtnis“ greift auf, was der athenische Lyriker des Altertums schon bedacht hatte und formuliert ein Loblied auf den richtigen Zeitpunkt im Leben. Diesem philosophischen Ansatz huldigen auch die „praktischen“ Anteile der Werkstatt-Tage. Dazu gehört das Dinner mit Schmorbraten nach historischem Rezept, gekocht von Klosterschwester Regina Werner. 17 Kräuter hat sie behutsam in das „Mäusle“ genannte Wadenstück vom Hutanger-Rind eingeklopft:  Thymian, Majoran, Schnittlauch – diese Kräuter sind auch dem Küchenlaien noch vertraut. Erdbeerblätter, Ampfer und
Schafgarbe weisen schon eher auf den jahrhundertealten Ursprung
des “Lombardischen Bratens“ hin, den die Maria-Ward-Schulküchenchefin zubereitet. Ebenso schmackhaft: der kraftvolle Ingwertrink, den die reizende Maja Wasa präsentiert.

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Perfekt im Salzschrank gereifte Rindfleischstücke, von Sous-Vide-
Könner Hubertus Tzschirner auf den Punkt gegarte Speisen, gut abgelagertes Holz und langsam gewachsenes Rindvieh vom Hutangerprojekt – auf umfassende Weise konnten die Möbelmacher dieses Jahr das Unvereinbare in ein Motto fassen, das alle Lebensbereiche umfasst: vom richtigen Timing – das manchmal alles ist -, und wo zu früh kein bisschen besser ist als zu spät.

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Weitere Infos zu den Werkstatt-Tagen:

Die Einladung für alle drei Werkstatt-Tage im Video

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