Alles zum Thema Nachhaltigkeit mit dem besonderen Interesse für das Einrichten mit Küchen und Möbeln aus dem Holz der Hersbrucker Alb und allem was zur Lebensqualität des Wohnens dazu gehört. Die Möbelmacher aus Unterkrumbach bei Hersbruck wollen mit dem Dialog in diesem Weblog von Kunden, Freunden und Fremden lernen und das Bewusstsein für regionale Wirtschaftskreisläufe und verantwortliches Handeln stärken.
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15. Januar 10

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Folgende Weblogs beziehen sich auf Katastrophenwerbung als Imagekampagne für das Handwerk vom zdh (Zentralverband des deutschen Handwerks):

» Diskussionen zur Imagekampagne des deutschen Handwerks "Die Wirtschaftsmacht von nebenan" von Nachhaltig
Nachdem ich die Reaktion auf die Imagekampagne des deutschen Handwerks meiner Kunden beim ersten Testsehen beschrieben habe, hat sich nicht nur bei uns eine rege Diskussion entwickelt. Die Aussendung des ebenso teuren wie umstrittenen Spots wurde wegen... [Mehr erfahren]

Kommentare

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Horst

Oh mein Gott. Ein klarer Fall von Fremdschämen. Da kann man froh sein, wenn man kein Handwerker ist.

herwig Danzer

Naja Handwerk und Katastrophe liegen halt nah beieinander und der zdh pflegt den schlechten Ruf ...

Michael Wenzl

Gerade lief er im Fernsehen. Eigentlich hätte ich ja schon damit gerechnet, dass man zumindest die TV-Kampagne aussetzt. So etwas kommt einfach nicht an und zeugt auch nicht davon, dass man in der Lage ist über den eigenen Tellerrand zu blicken.

Claus

Da bekommt ja der Begriff "Katastrophenwerbung" gleich eine doppelte Bedeutung;.
Wer Katastrophenszenarien sehen will geht ins Kino zu Roland Emmerich und freut sich wenn zu Hause dann wieder alles gut ist;
vor allem haben auch negative Szenarien noch nie ein Begehren geschaffen, dass einen positiven Kaufanreiz auslöst; ich will nicht den arg überstrapazierten kleinen Prinzen zitieren, aber Werbung soll eben Sehnsucht wecken.

Und nur am Rande: Solche Bilder berühren auf der Folie der Ereignisse der letzten Tage in Haiti mehr als unangenehm. Es wäre für mich eine Frage der Pietät die Kampagne zumindest mal für 4 bis 8 Wochen auf Eis zu legen, zumindest dort wo ich die Buchung noch stornieren kann.

Jürgen H. Krenzer (Rhönschaf)

Ich finde den Spot einfach nur besch... . Natürlich ist es Pech, wenn gerade ein Erdbeben wieder einmal “stattgefunden” hat. Aber dieses Pech hätte man locker umgehen können, wenn man für die Imagepolitur kein Katastrophenszenario gewählt hätte. Auch ohne Haiti geht der Spot völlig am Verbraucher vorbei. Hochkarätige Werbeagenturen haben schon längst den Boden unter den Füssen verloren und den Kontakt zum "Käufer" verloren. Meine Note für die Agentur: 6 ! Setzen !!!

Jürgen H. Krenzer (Rhönschaf)

P.S.: Natürlich ist es nicht möglich, solch eine Kampagne - vor allem im TV - zu verschieben. Die Sendetermine sind wahrscheinlich schon lange gebucht. Pech!

herwig Danzer

Es beruhigt mich einerseits, dass ihr das ähnlich katastrophal seht wie ich, andererseits frage ich mich, welches Handwerkerimage die 50 Millionen Euro (wenns langt) vermitteln, die aus durchaus diskutierwürdigen Zwangsmitgliedschaften stammen. Bin darob sehr unglücklich, denn wir Handwerker machen oft genug den Affen, den tanzenden Neandertaler müssen wir uns eigentlich nicht auch noch geben: http://www.handwerk.de/neandertanz.html.

Sascha Stoltenow

Als Kommunikationsberater, der glücklicher Weise in der Familie und im Freundeskreis gute Handwerker hat, war meine erste Frage, was das Gezeigte mit deren Arbeitsrealität zu tun hat. Nichts! Denn, bis auf die Musikinstrumente am Ende des Spots, zerfallen fast nur industriell hergestellte Waren.

Aber, das Handwerk hat es in der Hand. Wie man abgehobene Funktionäre erzieht, haben die Bauern gezeigt: Die CMA, in diesem Segment für Schwachsinnswerbung verantwortlich, wird aufgelöst.

Was ich mich auch frage: Ich kenne viele Handwerker, die in sozialen Netzwerken angemeldet sind (vor allem Wer kennt wen), und könnte mir gerade bei den jüngeren vorstellen, dass sie sich wirklich gefreut hätten, wenn der Verband sich auf Plattformen engagiert hätte (bspw. YouTube), bei denen sie hätten zeigen können, was sie mit ihren Händen herstellen. Stattdessen ein viel zu abgehobener Spot, der vor allem die Eitelkeit der Funktionäre befriedigen dürfte. Und das Timing ist eine echte Katastrophe, u.a. verursacht dadurch, dass Fernsehwerbung derzeit unglaublich billig zu bekommen ist.

rüdiger Neumann

nur so zum nachdenken.... könnte sein das sich geweisse leute was dabei gedacht haben diese geschichte für 5 ! Jahre anzusetzen??
und ihr schreib nach der ersten woche..., ohne Überblick. dann fällt noch YouTube und für Jüngere........

genau darum geht es doch.
macht euch die Mühe . lest die komplette Forsaumfrage aus 2008, und dann denk nach wen ihr noch ausbilden könnt, wenn ihr es überhaupt nocht tut.

Für mein Empfinden zeigt der Spot eine Welt wie sie werden KÖNNTE ( natürlich überzogen)
wenn sich kein Jugendlicher mehr ausbilden lasen will, schlicht weil SIE ( die Jugend) es nicht weiss was wir können.Sozusagen ein vorweggenommenes Ende.
Abwarten wie das Ding einschlägt.
Immerhin polarisiert er ja schon,glückwunsch an S&F.

Noch eins zu den Kosten.
jeder betrieb 1 Euro pro monat , sollten wir doch noch haben oder?
ist übringes schon bezahlt.

also freut euch dran, geht ja noch 5 Jahre , und nicht gleich mosern
gruss Rüdiger

christian friese

Der Spot mag ganz nett sein, ihn aber nach den aktuellen Ereignissen trotzdem zu zeigen, zeugt von der Sensibilität eine elektrischen Bohnermaschine.

Ich finde das einfach nur widerlich !!

herwig Danzer

@rüdiger neumann. Wir haben viel über das Thema nachgedacht, bilden seit zwanzig Jahren jährlich mindestens zwei Lehrlinge aus und befürchteten nach ersten Gesprächen mit Kunden, dass der Spot nicht so wirken wird, wie er geplant war.

Übrigens ist die Kampagne eben ausgesetzt worden http://bit.ly/6aNrZ7

rüdiger Neumann

Mag sein das er(Spot) nicht so ankommt wie es gedacht war, frage ist nur ob man sich innerhalb der ersten stunden ( gemessen an 5 jahren Laufzeit) in die Riege der BedenkenTräger einreiht......ja ABER.....
denke aber das man das Presseecho abwarten sollte und dafür sind 3 tage dann doch recht kurz.
Gruss RN
im Übrigen ist nicht die Kampangne ausgesetzt, sondern lediglich die "geplante" Ausstrahlung des Spots.
Wenn Zitat mit Link dann doch sachlich bitte richtig!

rüdiger Neumann

übrigens finde ich es wirklich schön das ihr/ du euch bereits solang um die Ausbildung verdient macht.
meine Statisik wird wohl leider nie so ausehen, in den letzen zwei jahren gab es keine Bewerbung von annährend motivierten und ausbildungsfähigen Azubi`s mehr.
aber ich hab ja noch mindestens 30 Jahre vor mir, und die Hoffnung.......

herwig Danzer

O.k. so heißt es korrekt in der Überschrift:

"Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat zusammen mit den Sendeanstalten ein Aussetzen des Films beschlossen, um keine Beschädigung der Kampagne insgesamt zu riskieren." http://bit.ly/6aNrZ7

Ich zeigte den Film meinen Kunden und Besuchern als ich ihn entdeckt hatte. Die finden ihn abschreckend und ich berichte darüber im Nachhaltigkeitsblog. Ich brauche kein Presseecho für die Meinung meiner Kunden und auch nicht für meine eigene und ich würde mich freuen, wenn - entgegen meiner Befürchtungen - die Kampgane postiv für das Handwerk wäre.
Auf dass Du wieder Azubis fändest ...
(wozu wir für unsere Innung übrigens jährlich in den Schulen referieren - allerdings ohne Katastrophenszenario)

Interessante Kommentare von Werbeleuten zum Thema findet man übrigens auch bei Horizont.net: http://ow.ly/XjQc

Lora Kammer

Hallo,
der Spot ist nicht nur extrem geschmacklos, sondern auch dumm. Er soll suggerieren, dass unsere Welt in erster Linie auf Handwerk basiert.

Wie man in vielen Teilen der Welt sehen kann, geht es Menschen trotz des Handwerks so schlecht, dass sie kaum existieren können. Ein Leben in relativem Wohlstand ist jedoch dort möglich wo die Strukturen demokratisch sind. Daran sollte sich die HWK ein Beispiel nehmen und Demokratie und freiwillige Mitgliedschaft einführen.

Sascha Stoltenow

@ Rüdiger Neumann:
Ja, das Handwerk verdient Aufmerksamkeit. Aber:

Die Idee "eine Welt ohne ..." ist altbekannt. Im Spot zerfällt zudem vor allem das, was industriell hergestellt wurde. Das werbliche Prinzip, eine Kernleistung zu überspitzen, setzt damit genau nicht an dem an, was das Handwerk kann.

Der Claim "Die Wirtschaftsmacht. Von Nebenan." betont einen Aspekt, der weder für Kunden, noch für den Nachwuchs im Zentrum des Interesses stehen dürfte. Etc.

Damit entlarvt sich die Kampagne schon konzeptionell als das, was sie ist: Eigenwerbung für die Kammern und den Verband. Diese haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich verpasst, sich gegenüber den Verbrauchern zu positionieren, und bspw. für Qualität garantieren. Dazu passt die kampflose Preisgabe von Positionen beim Meisterzwang, die Dilettantismus Tür und Tor geöffnet hat und im öffentlichen Bewusstsein zum Imageverfall des Handwerks beigetragen hat.

Es verwundert also nicht, wenn sich einige Betriebe aufregen, wenn mit ihren Mitgliedsbeiträgen nun etwas finanziert wird, von dem sie zu Recht annehmen können, das es nicht ihnen, sondern den Funktionären nutzt.

Barbara Thome

Angesichts des Erdbebens in Haiti ist die Werbung definitv unpassend. Die Bilder sind einfach zu ähnlich.

Aber was mir bei dem Film trotz aller berechtigter Kritik deutlich geworden ist: Handwerk steckt in vielen (vielleicht wie gezeigt in nicht allen...) Bereichen des Lebens drin. Diesen Gedanken positiv darzustellen hätte mir persönlich besser gefallen.

Ich hatte beim Anschauen des Videos allerdings nicht die Assoziation, dass das Handwerk in die Katastrophe führt, im Gegenteil. Bei mir hat der Film eher Nachdenken über die positiven Seiten des Handwerks ausgelöst.

CK

Nett gedacht - schlecht gemacht. Professionalität mit nachhaltiger Wirkung ... danach sieht's nicht aus. Und was den finanziellen Einsatz angeht, das ist natürlich ein Skandal für den Verband. Wäre zu wünschen, dass die Zunft aufschreit. Mal schauen, ob sich jemand traut...

Ösil Mel

Ich finds super, die Kampagne spricht Jugendliche an.
Vermutlich sitzen hier im Blog zuviel Konservative:-)

herwig Danzer

Ha, das ich noch erleben durfte, als konservativ bezeichnet zu werden. Hätt ich mir nicht träumen lassen, aber in diesem Zusammenhang stimmts vielleicht sogar. Na wir freuen uns über jeden, der die Kampagne gut findet, daraufhin bei Handwerkern einkauft, oder selbst einer werden will.

Lora Kammer

Scheinbar können Sie ja gut in die Köpfe der Jugedlichen hineinschauen. Und was denken dann die Jugendlichen, Herr Özil Mel, nachdem sie durch den Werbespot angesprochen wurden?
Wahrscheinlich: "Voll der krasse Video, eh, ich muss sofort Handwerker, Alder, Welt retten, sonst gehn wir Chaos"

Da hat sich ja pünktlich am 21. März wieder jemand von der IHK eingeloggt ... und sich immerhin einen kreativen Namen gegeben.
Wikipedia manipulieren die immer von einer IP-Adresse der IHK Informationssysteme GmbH.

"Das Handwerk - die WirtschaftsMACHT von nebenan". Was sagen nur die Kunden zu dem Spot und dem Slogan?

herwig Danzer

Herr Ösil Mel könnte auch schon unser Alter haben, Germanistik studiert und den Spot einfach nur so ansprechend finden und uns charmant drauf hinweisen, dass wir Realität und Fiktion nicht unterscheiden können. Auch o.k., sogar ein wenig nachvollziehbar.

@Lora So recht Ihr in vielen Fällen mit der Kritik an den Kammern habt, so sehr bedauere ich manchmal die Tonart Euerer Kommunikation. Trotzdem findet man auf http://www.kammerwatch.de immer wieder interessante Nachrichten, die - wären sie rein sachlich formuliert - sogar noch mehr Leser finden könnten.

Marie

...also ich habe mich die letzten Tage intensiv mit dieser Kampagne beschäftigt: ich finde, sie ist sehr gelungen! Das Handwerk hat eher ein altes, verstaubtes Image. Mit Hilfe dieser lustigen Kampagne (auch das "Katastrophenszenario" ist nicht als solches zu betrachten, sondern eher als "Was macht das Handwerk eigentlich?"-Szenario) wird das Handwerk jünger, humorvoller und greifbarer. Die junge Generation (zu der ich mich mit meinen 21 Jahren zähle) weiß gar nicht genau, was das Handwerk eigentlich alles macht und wie vielfältig es ist. Durch diese Kampagne wird gezeigt, dass wir sehr wohl ohne Finanzgurus, Topmanager und Werber leben können... Wohl aber nicht ohne das Handwerk.

Wenn ich mir den Großteil eurer Beiträge durchlese, habe ich das Gefühl, es mit sehr vielen alten, besserwisserischen Ex-Werbegurus zu tun zu haben. Keine sachliche Kritik, kein Gefühl für die Zielgruppe (zu der die meisten von euch wohl nicht zählen) und hauptsache die Arbeiten anderer Leute schlecht machen.
...Da vergeht mir wirklich die Lust an Foren-/Blogbeiträgen...

herwig Danzer

Hachja so hat halt jeder seine Meinung und das schöne an Blogs ist, dass man sie dort diskutieren kann. Danke für Deinen Beitrag und kaufe sobald du kannst beim Handwerk ein (vor allem auch Möbel).
Übrigens haben die meisten anderen Besserwisser Ihre Meinung nicht anonym kundgetan..

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