Alles zum Thema Nachhaltigkeit mit dem besonderen Interesse für das Einrichten mit Küchen und Möbeln aus dem Holz der Hersbrucker Alb und allem was zur Lebensqualität des Wohnens dazu gehört. Die Möbelmacher aus Unterkrumbach bei Hersbruck wollen mit dem Dialog in diesem Weblog von Kunden, Freunden und Fremden lernen und das Bewusstsein für regionale Wirtschaftskreisläufe und verantwortliches Handeln stärken.
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29. Oktober 09

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Folgende Weblogs beziehen sich auf Tropenholz für Parkbänke in Nürnberg: Die detaillierte Stellungnahme der FBG und des Initiativkreises Holz aus der Frankenalb:

Kommentare

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N.Weinhold

Biowerkstoff Faserbambus als Alternative

Dieses Material ist:

· frost- und hitzebeständig

· von außerordentlicher Dichte (>1,15g/cm³)

· hat einen höheren Zugwert als Eichen- oder Tropenhölzer

· stabiler (da höherer Druckwert) als Tropenholz oder Eichenholz

· gegenüber Schimmel unempfindlicher als Tropenholz oder Eichenholz

· gegenüber Insektenbefall unempfindlicher als Tropenholz oder Eichenholz

· nahezu frei von holztypischem Schwind- und Quellverhalten (gegen 0!)

Es besteht weiter die Möglichkeit, die Bambusholzprodukte durch Einsatz eines nochmals höherwertigen

Anstreichprodukts nahezu vollständig gegen Schimmel- und Insektenbefall zu immunisieren.

Mit unserem Produkt würde hier ohne Zweifel eine vernünftige und nachhaltige Alternative geboten.

Harald Oelschlegel

Hallo Zusammen,

nach zum Thema schon alles gesagt wurde, aber noch nicht von jedem und ich gestern leider nicht dabei sein konnte, muss ich mich auf diesem Weg äußern. Wenn Euch nicht passt, was ich schreibe, dann nehmt es als Leserbrief, mit dem ihr nicht einverstanden seid. Ändern wird's ohnehin nichts - das Holz für die Bänke ist vermutlich schon bestellt.

Meiner Meinung nach hat sich die Diskussion in Detailfragen verbissen wie z.B. kann man den FSC-Siegel trauen oder stimmen die Annahmen von SÖR bzw. ist das Tropenholz nicht schön gerechnet. Beim FSC-Siegel, das auf dem Papier gut klingt, darf man/frau zumindest misstrauisch sein - es wurde schon oft missbraucht. Und welche Angaben bei der Diskussion Tropenholz versus Eiche die richtigen sind, müssen die Fachleute unter sich ausmachen.

Es geht m.E. um etwas Grundsätzliches: Ist die Nutzung/Ausbeutung solcher Ressourcen tatsächlich nachhaltig - v.a. dann wenn man vernünftige Alternativen hat. Unser menschenliches Handeln verbraucht immer Ressourcen und so haben sich im Umweltschutz einige sinnvolle Grundprinzipien herauskristallisiert:
- Energie: Primär Energiesparen -> dann effiziente Energienutzung -> Restenergiebedarf möglichst regenerativ erzeugen
(wohl wissen, dass auch die Erneuerbaren auch Ressourcen und Landschaft verbrauchen)
- Abfall: Abfallvermeidung -> Abfall stofflich oder energetisch verwerten -> Restabfall beseitigen
(das steht sogar im KrW-/AbfG / letztlich um den Output unserer Wohlstandsgesellschaft zu minimieren)
- Produkte: Vermeidung -> Effiziente Herstellung/Einkauf -> Effiziente Nutzung -> Möglichst stoffliche Verwertung (Recycling)
Bei der Herstellung/Beschaffung gibt es noch die wichtigen Prinzipien der Regionalität und Langlebigkeit (=Qualität)

Wenn man dies nun auf das Produkt "Holz für Parkbänke" anwendet, greift m.E. zunächst einmal das Prinzip der Regionalität. Die Diskussion um des FSC-Siegel ist dabei zweitrangig und würde erst greifen, wenn wir hier keine Holzressourcen hätten. Erst dann, wenn es lokal kein Produkt gibt, muss ich mir Gedanken darüber machen, ob meine externe Ressource nachhaltig ist oder nicht. Beispiel Kaffee: Den gibt es halt hier nicht und als Kaffeetrinker kann ich dann nur schauen, dass ich möglichst einen Bio+FairTrade-Kaffe bekomme (in der Hoffnung, dass der etwas besser ist als Egal-Kaffee).

Die Situation hier ist eine ganz andere: Die Ressource Holz steht bei uns zur Verfügung und es kann allesfalls darüber gestritten werden, ob Eichenholz besser, gleich gut oder etwas schlechter zu bewerten ist (Härte, Langlebigkeit, Wartung). Hier bin ich von der Stellungnahme der Grünen enttäuscht - sie befasst sich zu 80% mit dem FSC-Siegel (=Rechtfertigung für das Tropenholz) und allgemeinen Aussagen zum Schutz des Regenwaldes. Der entscheidende Satz der Stellungnahme steht am Ende:
"Ein Versuch, sich an den Ressourcen des Regenwaldes zu bedienen wird es aufgrund der weltweiten Nachfrage immer geben. Dem kann man sich nicht entziehen, in dem man in Nürnberg auf Tropenholz verzichtet."

Dies heißt doch: Wenn man allgemeine Trends nicht aufhalten kann, dann kann man/frau durch unser lokales Handeln auch nichts tun ?!??? Ich formuliere die Aussage mal ein wenig um: Einen Versuch, sich an den verschiedenen Ölfeldern zu bedienen wird es aufgrund der weltweiten Nachfrage immer geben. Dem kann man sich nicht entziehen, in dem man hier in Nürnberg auf Erneuerbare Energien setzt." Ich hoffe dies macht klar, was ich meine ... Fragen: Ist ein nach EMAS zertifizierte AKW in Großbritannien o.k. ? Ist der zertifizierte Bioapfel aus Neuseeland besser als der aus regionalem Anbau ? Ist der Fisch mit dem MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) o.k., obwohl wir wissen, dass praktisch alle Weltmeere überfischt sind ? Und das Mineralwasser S. Pellegrino gibt es aufgrund der Nachfrage hier auch dann, wenn ich darauf verzichte - also kann ich es doch auch gleich trinken - oder ?! Wie würden wir ein zertifiziertes Palmöl bewerten ?

Ich will mit diesen provokanten Fragen/Ausagen nur klar machen, dass wir möglichst auf regionale Produkte setzen sollten. Und wir uns überlegen sollten, was grundsätzlich das Richtige ist. Jeder von uns muss in seinem Leben oft genug auf externe Ressourcen zurückgreifen. Beim Holz hätten wir offensichtlich eine vernünftige lokale Alternative - aber diese Alternative ist uns wohl letztlich zu teuer.

Wenn der Preis aber das entscheidende Kriterium ist, so ist das bedauerlich. Dann möge man dies aber bitte auch offen sagen und sich nicht hinter irgendwelchen Labeln verschanzen.

So, das musste raus ... und jetzt könnt ihr mich mir Kritik zuschütten ...


Viele Grüße

Harald Oelschlegel
(Nürnberger Energiewendebündnis)
__________________________________

EWB: www.energiewendebuendnis.de
Erneuerbare: www.unendlich-viel-energie.de
Sonst: www.nachdenkseiten.de

N.Weinhold

Hallo Herr Oelschlegel,

ich stimme ihren Aussagen voll und ganz zu.
Ist es eine Frage der Qualität oder des Preis ? Der Verdacht liegt hier nun nahe das es einzig um den Preis geht. Es wurde nicht einmal ein einziger Versuch gestartet eine weitere Alternative in Betracht zu ziehen.
Politiker in Nürnberg haben die Aufgabe,ein Produkt zu finden mit den besten Eigenschaften unter Berücksichtigung des Preis. Sie haben die Wahl einheimische Hölzer zu wählen um die einheimische Holzindutrie zu unterstützen oder Sie wählen eine höhere Qualität. Tropenholz ist hier nicht der Qualitätsbegriff da selbiges zu viele Nachteile ( zb. Betreff Schimmelbildung ) birgt. Bambus ist ein Gras welches nach 5 Jahren verholzt und in allen Eigenschaften besser ist, als Eiche oder Tropenhölzer. Wenn dieses Material durch einheimische Betriebe bearbeitet werden würde, hätten alle etwas davon. Die einheimische Holzindustrie hätte die Verarbeitung. Der Tropenwald ( Lunge der Erde ) bleibt unberührt. Wenn jede Stadt in Deutschland so handelt wie Nürnberg, gibt es bald eine Fläche so groß wie Deutschland weniger an unserem Tropenwald. Danke Nürnberg das unsere Nachfahren diese Freude genießen dürfen.

Viele Grüße

N.Weinhold

Daniel Brüßler

Hallo,

das sind sehr gute Argumente hier! Hoffentlich werden sie bei zukünftigen Entscheidungen berücksichtigt.

Es scheint sehr schwierig zu sein, eine gute "Öko-Bilanz" für so eine
Entscheidung zu erstellen. Doch nicht nur Geld/ Kosten und die Umwelt sind wichtig - auch Arbeitsplätze hier in der Region.

Wenn Produkte in anderen Ländern hergestellt werden und bei uns im großen Stil verkauft werden, dann verdienen Händler und Konzernbosse -- aber bei uns steigt auf Dauer die Arbeitslosigkeit, das darf so nicht weiter gehen!

=> Dies ist also noch nicht praxisnah genug:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ökobilanz#Aufbau

Viele Grüße
Daniel Brüßler

http://www.energiewendebuendnis.de
http://www.greenpeace.de/nuernberg

Flug

Ich kann und will mich den vorherigen Kommentaren absolut anschließen! Die Städte müssen mit einem guten Beispiel vorangehe. Sie müssen in die Betriebe, in die Menschen die in diesen Städten leben investieren! Außerdem kann Umweltschutz nicht nur gewinnbringend sein. Als es um die Einrichtung von Umweltzonen ging waren die Städte hochaktiv! Sie haben ja auch die Möglichkeit Gelder durch verhängte Strafen einzunehmen. Wenn es aber darum geht im Sinne des Umweltschutzes mehr Geld auszugeben, also vielleicht die Bank früher zu erneuern und dafür keine Tropenhölzer zu verwenden, dann weigert sich die Stadt! So können sie den Bürgern kein glaubhaftes Vorbild sein!

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