Vom Salongespräch zum Salonski

Aliceniklausbearbeitet von Alice Niklaus

Als ehemalige leidenschaftliche Skifahrerin machte ich mich nach der Lesung auf, den Zweydingers-Ski anzuschauen. Was mich am Treppenende anlachte, war einfach umwerfend. Strahlend schön hinten und vorn. WSki_furnier_apfel300_2enn ich an die Holzski meiner Kindheit denke… Allerdings, da steht nur  e i n  Ski. Falls jemand auf die Idee kommen könnte, in ein paar Wochen die Abfahrt vom Aroser Weisshorn im schweizerischen Bündnerland unter die Latten zu nehmen, käme er (oder sie!) einskiig nicht weit. Aber, lieber herwig, als Salonski genügt einer! Ich jedenfalls könnte ihn mir gut als Kunstobjekt im Entrée vorstellen!

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Alles über den Holzski der Möbelmacher

Holzski im Weblog

Artikel in der Hersbrucker Zeitung "Salongespräch"

Artikel von Alice Niklaus über das "Salongespräch"

Über die Lesung mit Christian Schüle:

Zum Artikel Christian Schüle las aus der "Deutschlandvermessung"
Zum Artikel "Deutschlandvermessung" in Unterkrumbach
Zu der Sonderseite auf unserer Homepage

 

Multistakeholderforum beim Rat für nachhaltige Entwicklung verwundert bei Anmeldung

Auch wenn es einer der schlimmsten Namen für eine Veranstaltung ist, die ich je besuchen wollte – "Multistakeholderforum" – wollte ich doch dabei sein, weil man dort sicher einiges lernen kann, interessante, altbekannte oder sogar beide Eigenschaften vereinende Menschen trifft und vielleicht auch was sinnvolles tun kann. Allerdings kollidiert der Termin wie immer mit anderen Terminen, so dass man eine Weile abwägt, was wohl wichtiger sei und sich dann doch zur Anmeldung in Berlin entscheidet, ganz so, wie es auf der persönlichen Einladung von Dr. Günther Bachmann, Geschäftsführer Rat für Nachhaltige Entwicklung, stand.

Dann versucht man den Rest drumrum zu organisieren: auf dem Weg nach Berlin könnte man bei Kirstin Walther vom Saftblog vorbeischauen und ein paar Fotos für unser Jahrbuch von dem tollen Konferenztisch machen, einige Kunden in Berlin besuchen und vielleicht sogar unseren ultimativen Holzski in der Skihalle testen, was man aber nach wenigen Gedanken aus ökologischen Gründen wieder verwirft. Außerdem fragt man ein paar Leute, ob sie auch kommen, zum Beispiel Mareke Wieben von Ikea, die mit ihrer ganzen Ikea Greentruppe aus ganz Deutschland bei uns zu Gast war, und natürlich will man auch mal schauen, ob Ralph Schmidt-Pleschka oder Steffi Schmidl von der Verbraucherinitiative da sind, ob man mal bei der Taz reinschaut, Judith Polterauer von der aktiven Bürgerschaft besucht oder oder oder.

Dann kommt eine "Eingangsbestätigung" per Mail, in der diplomatisch klargemacht wird, dass man erst mal wartet, wer sich alles anmeldet, um dann nur zwei Wochen vorher zu entscheiden, wer kommen darf und wer sich über zwei plötzliche freie Tage freuen darf. So begründet:

"Für einen konstruktiven Dialog und eine weiterführende, nachhaltige
Prozessgestaltung ist die Teilnahme möglichst vieler, unterschiedlicher Akteure
– Unternehmen, Nicht-Regierungs-Organisationen, Politik, Wissenschaft und
Beratung – sowie die gleichmäßige Verteilung auf diese Gruppen
wichtig.

Wir bitten Sie deshalb um Verständnis, dass wir Ihre Teilnahme
erst nach Überprüfung der Daten endgültig bestätigen können. Wir werden Sie nach
Ablauf der Anmeldefrist (14.9.2007) informieren."

Hammer1000
(Den Hammer auf dem Foto haben wir für einen Bloggerkollegen bei der Staatsanwaltschaft gebaut, aber hier passt der Hammer ja auch ganz gut)

Na gut, das klingt natürlich nicht völlig unlogisch, allerdings wäre das ja auch ganz leicht möglich, in dem man für jede Gruppe nur eine bestimmte Anzahl von Plätzen freihält, die dann nach Anmeldeeingang besetzt werden. Vielleicht will sich der Veranstalter aus den "Bewerbungen" die raussuchen, die ihm am besten in den Kram passen, auf dass der Dialog genau so konstruktiv wie geplant wird aber auch nicht noch konstruktiver?  Oder er sucht nach einer Möglichkeit, wie er sich altbekannte Nörgler vom Leibe halten kann, oder Chefs von kleinen Dorfschreinereien oder großen Handykonzernen? Und wozu müssen meine Daten eigentlich überprüft werden, nachdem ich mein Gewicht nicht angeben musste, sind eigentlich alle ganz korrekt. Keine Ahnung, man wäre sicher nicht so verwundert, wenn das seltsame Verfahren vorher angekündigt gewesen wäre, aber so? Wer sich "Nachhaltigkeit" auf´s Rat schreibt, soll natürlich auch auf die Transparenz achten. Werden wir dann informiert, wer kommen durfte und wer nicht und warum? Vielleicht hat ja auch alles seine guten Gründe, wenn ich sie erfahre, werde ich sie weitergeben …

Nachtrag vom 5.9.07:

Fairerweise die Antwort der Veranstalter gleich hier im Artikel:

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Sehr geehrter Herr
Danzer,

wie am Telefon bereits erläutert,
haben wir auf die Einladung zum Multistakeholderforum eine erfreulich große
Resonanz erhalten. Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten ist die absolute
Teilnehmerzahl begrenzt und die aktuelle Zahl der Anmeldungen liegt bereits über
den räumlichen Kapazitäten. Zudem wollen wir eine möglichst breite Streuung
unter den Teilnehmenden erreichen und möchten, dass verschiedene Akteursgruppen
(Unternehmen, NGOs, Politik, Wissenschaft) relativ gleichmäßig repräsentiert
sind.

 

Da wir bereits eine große Zahl an
Anmeldungen von Unternehmen hatten, haben wir Ihre Teilnahme nicht sofort
bestätigt. Wir haben hingegen versucht, bei denjenigen Organisationen, die sich
mit mehreren Personen angemeldet haben, dafür zu werben, dass sie zugunsten von
weiteren Teilnehmer/innen ihre Anmeldung zurück ziehen. Dies ist gelungen und es
gibt wieder einige freie Plätze für
Nachrücker/innen.

Ich freue mich daher, Ihnen die
Teilnahmemöglichkeit zu bestätigen und hoffe, Sie am 27. und 28. September in
Berlin zu treffen.

 

Ich bitte um Verständnis für das
Vorgehen und hoffe, dass die Ausführungen dazu beitragen, Ihre Empörung
auszuräumen.

 

Mit freundlichen
Grüßen

Esther
Hoffmann

 

Dipl.-Ing.

Esther
Hoffmann

Institut
für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gGmbH

(Institute for
Ecological Economy Res
earch)

 

Leiterin Forschungsfeld
Ökologische Unternehmenspolitik

Head of Research Field
Corporate Environmental Management

 

Potsdamer Str. 105

D- 10785 Berlin

esther.hoffmann@ioew.de

fon +49
(0)30-884594-22

fax +49
(0)30-8825439

www.ioew.de

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Ist o.k. so, im Prinzip hätte es aber auch ein "sind leider schon voll, wir setzten Sie auf die Warteliste" getan, aber so können wir auch damit leben. 

 

Das neue Möbelmacher-Baby ist da: Moritz Winter

von Nina Schoproni

Moritz_3Diese Mail, von Stefan Winter (hat gerade "Baby-Urlaub"), kam letzte Woche bei mir an, das Bild ganz unten ist noch von der guten Form vor ein paar Wochen:

Hallo liebe Möbelmacher,

Moritz Winter hat uns am Sonntag, den 19.08.2007 um 17.15 Uhr nach einer kurzen aber intensiven Geburt glücklich gemacht. Wir sind zuhause  ihr könnt aber gerne anrufen, Nina und Moritz brauchen noch viel Ruhe und müssen erst die neuen Stefan_moritz_2Eindrücke verarbeiten. Ich habe übrigens auch alles gut überstanden, aber das interessiert ja eh keinen.

Die Maße von unserem kleinen:
   53 cm Lang
3670 gr schwer und unmessbar süß!!!

also danke schon mal für die lieben grüße
stefan, nina & moritz

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Massivholzmöbel der Möbelmacher gewinnt „Die Gute Form 07″

Img_889081 Besucher waren gemeldet,
113 waren gekommen,
nimm Wasser zur Suppe,
heiß alle willkommen.

Eine schlechte Wirkung auf die Reichweite des Buffets, aber eine ausgesrochen gute auf den Wert dieser zweiten Veranstaltung, die Freisprechungsfeier der Schreinerlehrlinge und den Gestaltungswettbewerb "Die Gute Form" zusammenlegte.

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Nach den Begrüßungen durch Sparkassengastgeber Herrn Legat und Innungs-Obermeister Heinz Oppel, begann Prof. Dr. Klöcker seine ausgiebige Rundreise durch die Welt der Gestaltung. Dabei scheute er sich auch nicht vor den Umwegen: zum Beispiel einen weitreichenden über angemessene, versus unpassender Kleidung, einen sanften über die Gleichheit von BMW und Opel und einen kurzen über die Auswahl von Freundinnen nach deren Haarfarbe. Sogar das dafür geeignete Schuhwerk wurde in den Designcrashkurs einbezogen. Als am Horizont langsam das Ziel der Prämierung der guten Möbelgestaltung erkennbar wurde, band er die Schöpfer der Möbeleinzelstücke geschickt mit ein. Unseren Lehrling Erhard Gahl fragte er nach den Gestaltungsideen seines belobigten Sideboards, was der mit dem „Kontrast von hellen massivem Spitzahorn zum dunklen Granit“ und mit „eleganter Edelstahllisene“ begründete. Schwieriger wurde die Frage nach der Motivation der vermeintlich missglückten Holzmaserichtung und weil wir das Thema schon seit Jahren kontrovers diskutieren hier ein kleiner Exkurs dazu, zum Überblättern für Nichtdesigner:

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Prof. Klöcker hat an der renommierten Hochschule für Gestaltung in Ulm studiert, die direkt in der Bauhaustradition steht. Deren Forderung nach der durchgehenden Holzmaserung – senkrecht oder waagrecht – in einem Möbelstück ist mit Plattenmaterial durchaus nachvollziehbar, bei Massivholzmöbeln muss aber gleichzeitig auf eine materialgerechte Verwendung geachtet werden. Massivholz arbeitet fast nicht in Längsrichtung, sehr stark aber quer zur Maserung. Deshalb wird bei Massivholzmöbeln immer die größere Länge einer Fläche automatisch auch zur Maserrichtung, weil alles andere nicht den Eigenschaften des Materials entsprechen würde, und das seit hunderten von Jahren. Einzig unsere Verarbeitung von Massivholzfronten mit eingelassenem Edelstahlstab lässt zum Beispiel bei Küchenfronten eine durchgehende Quermaserung zu, aber die wäre bei Erhards Gesellenstück mit deutlichen Risiken bei der zwischen Sommer und Winter wechselnden Fugenbreite verbunden. Deshalb wählte er die klassische Methode mit Rahmen (der ändert seine Größe nicht) und senkrechter Füllung, was zumindest wir auch völlig korrekt finden, wenngleich wir wie schon seit vielen Jahren auf der Suche nach der Versöhnung des Bauhauses mit Naturmaterialien und Massivholzmöbeln sind. Excurs Ende, aber hoffentlich noch nicht der befruchtenden Diskussion darüber.

Mit einer in der Jury heftig diskutierten „Verweilbank“ (Schreinerei Schmidt) ging es zum dritten Platz, den zweiten dritten Platz (einen zweiten Platz wollte die ‚Jury aufgrund des hohen Abstandes zum ersten Platz nicht vergeben) machte ein Couchtisch aus Nuss- und Apfelbaum, der eine raffinierte Mechanik zum Wegschieben und -klappen der halben Tischplatte hatte (Kunstschreinerei von Hanstein). Das Gespräch mit den (Nochnicht-)Schreinern war interessant und als letzter musste sich unser Christian Habenstein für seinen ersten Preis einiges über die falsche Größe seiner Abdeckplatte aus Glas anhören.  Das steckte er locker weg, war er doch gleichzeitig auch noch Innungsbester geworden, genau wie seine beiden Brüder vor ihm.

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Die Innung, das ganze Schreinerhandwerk und auch die Gäste haben durch die lange um die Entscheidung ringende Jury und die Designreise des vortragenden Ingo Klöcker was dazu gelernt. Wie nach eine Wanderung freut man sich danach an den Erlebnissen, die man während des nicht immer leichten Weges noch nicht zu schätzen wusste. Der große Dank für diese ehrenamtlich investierte Freizeit gebührt neben Klöcker vor allem auch Dr. Anna Scholz (Pharmazeutin und Künstlerin), Diplomdesignerin Angelika Eisenbrand, dem Fachlehrer der Berufsschule Lebrecht Müller, dem Innenarchitekten Paul Ban, dem Architekten Wolfgang Ganser (und den Jurymitgliedern aus früheren Jahren wie dem Stadtbaumeister Hersbruck Lothar Grimm, den Architekten vom Atelier 13 Thiel und Holzinger.)

Noble Geste der Jury

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Es ist eine (verständliche, aber schwierige) Regel, dass nur Gesellinnen oder Gesellen an der guten Form teilnehmen dürfen, die auch Mitglied in der Innung sind. Diesmal traf es tragischerweise  eine Gesellin, die sonst sicher einen Preis ergattert hätte, was zur Bewerbung um ihren Studienplatz sehr hilfreich gewesen wäre. Kurzerhand nahm die Jury ein Blatt Papier und schilderte darin ihre Meinung zur  Qualität und Preis-Würdigkeit ihrer Arbeit. Fand ich klasse. 

Die gute Form ist die einzige Veranstaltung, bei der sich die heimischen Schreiner zusammen und durch die Gesellenstücke auch kompetent präsentieren. Deshalb wäre es durchaus wünschenswert das nicht zuletzt durch die nicht immer begeisternden Reden der Politiker auf hohen Niveau ablaufende Freisprechungsfeier im nächsten Jahr noch schicker darzustellen. Vielleicht sollte man den jungen Menschen ja eine Sekt oder Cocktailbar anbieten, wenn fast alle Prüflinge im Anzug erscheinen? Muss ja nicht sein, aber vielleicht würde es nicht nur im Nachhinein auch ihnen selbst noch mehr Freude machen.

Kleiner Wermutstropfen: im Zeitungsartikel der Pegnitzzeitung wurden die Betriebe nicht erwähnt, die die preisgekrönten Gesellen ausgebildet hatten. Das ist ja, wie wenn ich einen Tour de France Gewinner auszeichne, ohne sein Medikament zu veröffentlichen.

Nachricht aus der Provinz – zur Lesung mit Christian Schüle

von Gerda Münzenberg

Lieber Christian Schüle,

ich fand es großartig, dass Sie aus der fernen Großstadt Hamburg zu uns in die fränkische Provinz gekommen sind. Sie haben mit der Lesung aus Ihren fulminanten „ Bekenntnissen eines Mittdreißigers“ ein wenig vom Geist der großen weiten Welt in unsere ländliche Region getragen und damit eine ganze Reihe von Diskussionen in kleineren Kreisen (wenn auch nicht im Salon!) angeregt, die – generationenübergreifend – zum Teil recht kontrovers verlaufen sind. Vielleicht interessiert Sie das Echo, das Sie bei uns  hervorgerufen haben.

Denn zunächst mag es für Sie ein wenig enttäuschend gewesen sein, dass unmittelbar nach der Lesung nur so wenige qualifizierte Fragen zu Ihrem Text gestellt wurden. Aber vielleicht sind Sie daran schon gewöhnt. Obwohl ich Ihr Buch schon vorab gelesen hatte, war auch ich – wie fast alle anderen Zuhörer –  überfordert, auf einzelne, zum Teil durchaus provozierende Aussagen in Ihrem Text unmittelbar  einzugehen. Zuviel stürmt da in relativ kurzer Zeit auf den Hörer ein und um dazu Stellung zu nehmen und Fragen zu formulieren braucht ein im Diskutieren weniger Geübter  als Roland Zimmermann  einfach viel mehr Zeit. Außerdem sind wir ja eine Slow-City und dadurch gewohnt, eher  mit Bedacht zu reagieren. Ich habe inzwischen Ihr Buch noch einmal gelesen. Das ist bei dem anspruchsvollen Text durchaus notwendig. Dadurch –  und auch durch die persönliche Begegnung mit Ihnen während und nach der Lesung – habe ich  manche Dinge  neu sehen  und verstehen gelernt.

Sie haben  für Ihr ZEIT-Dossier „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ ja schon einmal Fühlung  mit unserer Region aufgenommen und wissen dadurch selbst, dass im ländlichen Bereich ein völlig anderer Umgang mit der Zeit vorherrscht und dass man zu anderen Lebensfluchten greift, als in der Großstadt.  Für uns sind Ihre  Schilderungen eher wie Botschaften aus einer fernen Welt. Zwar hat man im Medienzeitalter auch im hintersten Winkel unserer Republik die Möglichkeit, teilzunehmen am allgemeinen großen Palaver  – wenn man daran überhaupt interessiert ist. Laufen solche Typen, wie Sie sie in Ihrem Kapitel „Die Gattung der ICHlinge“ schildern, in Hamburg wirklich massenhaft herum? Die Mittdreißiger hierzulande dürften sich darin eher  nicht repräsentiert zu sehen. Hier ist es noch durchaus üblich, sich aktiv in einem Sportverein zu engagieren, zu wöchentlichen Probeabenden von Musikgruppen zu gehen, seine Freizeit im Umweltschutz, in der Freiwilligen Feuerwehr, in der Nachbarschaftshilfe, beim Tierschutz, beim Roten Kreuz oder mit der Betreuung benachteiligter Kinder zu verbringen. Hier räumt ein Handwerksbetrieb noch seine Werkstatt aus, um einer Lesung eines ZEIT-Autors auf hohem Niveau Raum zu geben. Daneben gibt es allerdings durchaus eine gewisse Schicht, die weitgehend den von Ihnen in dem Kapitel „Die Rückkehr der Spießer“ aufs Korn genommenen Typen entspricht  Der Rest verharrt in reinem Stumpfsinn.

Das dürfte in Hamburg oder Berlin nicht anders sein, nur wird  der Stumpfsinn in  Großstädten etwas andere Ausprägungen zeigen. Die Zukunft unseres Landes wird jedoch nicht nur von den ICHlingen, den „Yuppies“ und „Dinks“  und den neuen Spießern gestaltet werden , sondern weitgehend auch von dem Verhalten der sogenannten Unterschicht. Deshalb wäre es gut, wenn Sie in einem  Nachfolge-Buch „Deutschlandvermessung “ auch darauf eingehen würden. Dass Sie zuhören  und sich auch in  Verhältnisse , die Ihnen nicht so vertraut sind, einfühlen und hineindenken können und  dass Sie vor allem in der Lage sind, die daraus gewonnen Erkenntnisse auch in  adäquate Worte zu fassen, das haben Sie mit Ihren „Recherchen“ schon hinreichend bewiesen, auch wenn die Lebensfluchten, die  auf dem Land üblich sind, Ihnen eher fremd sein werden.

Im Übrigen: Das Kapitel „Das deutsche Testament“ ist das  Subtilste, Stimmigste und Wahrhaftigste, das ich zu diesem schwierigen Thema je gelesen habe.
Und nun freue ich mich auf Ihr Türkeibuch, das ich mir morgen kaufen werde.
Ich hoffe, Sie kommen wieder einmal  zu einer Lesung nach Hersbruck.
Achja: Wie Sie vielleicht schon erraten haben, ich bin die Omi , die mit Schwiegertochter und Enkelin bei Ihrer Lesung war,  die Enkelin konnte jedoch nicht mehr mitdiskutieren, denn sie musste jobben gehen. Erinnern Sie sich? Aber das generationenübergreifende Gespräch haben wir am nächsten Tag nachgeholt.
Mit herzlichen Grüßen aus der Provinz,

Gerda Münzenberg

Hier ist Christian Schüles Antwort

Zum Artikel Christian Schüle las aus der "Deutschlandvermessung"
Zum Artikel "Deutschlandvermessung" in Unterkrumbach
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Tag der Kueche am Samstag, dem 8.September 07 von 10 bis 17 Uhr

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Kochen mit Freu(n)den

am Tag der Küche 2007 in unseren Massivholzküchen der Ausstellung

Am 8. September kochen wir mit unseren Kunden die tollen Saiblinge von der Fischzucht Rauh. Wir filetieren gemeinsam, schneiden die Haut weg, rollen die sauberen Filets mit Kräutern ein und wickeln die vorher abgeschnittene Haut wieder rum, und garen die köstlichen Röllchen im Dampfgarer.Saiblingrllchenbernhardrei Natürlich machen wir aus den Karkassen einen Fonds, machen noch ein paar Baggers dazu und trinken nen köstlichen Silvaner von Manfred Rothe.

Wer Lust hat mitzumachen und sich für die Vorteile von Massivholzküchen, Dampfgarern, Tepan Yakis und Induktionskochfeldern interessiert, sollte so gegen 11 Uhr da sein, sicher machen wir auch noch ne zweite Runde so zwischen 14 und 15 Uhr.

Br_teamaufessen1000Erstmals live gekocht haben wir so ähnlich am 3.10.2004 für den Bayerischen Rundfunk in der Frankenschau mit Bernhard Reiser in unserer Frankenschauküche im Fernsehgarten des BR. (Uralte Fotogalerie) Auf dem Foto erkennt man auch deutlich, dass es Matthias Rex und seinem Team geschmeckt hat.

Das Original-Rezept ist noch immer in unserer Rezeptdatenbank zu finden.

Genaueres auf der Tag-der-Küche-Sonderseite der Möbelmacherhomepage.

Bildergalerie zum Tag der Küche aus Massivholz bei sevenload.

Alles über die Massivholzküchen der Möbelmacher auf der homepage
Die neue Miele-Titan-Möbelmacher-Massivholzküche
Unsere Massivholzküche war vor Stoiber in Berlin (und blieb länger)

Küchenmontage in Berlin

Die Massivholzküche von Familie Müller in München

Die Symposien der Ernährungsexperten:

für die Generation 50 Plus am Schwielosee

Kräuterkunde im Krummbachtal bei Fulda

zum Thema Kinderernährung in der Wurzschleife in der Oberpfalz

Det Müller lobt die Möbelmacher im Lohas-Blog – Lohas Treffen in Frankfurt

Unter dem Titel "LOHAS & moderne Schreiner" schreibt Det Müller einen Artikel voll des Lobes über die Möbelmacher. Was uns dabei besonders freut, ist die Betonung der für "Lohas" (Lifestyle of Health and Sustainibility) wichtigen Kriterien, wie sozialer Verantwortung undLohasscreenshot_2 ökologischem Anspruch, der sonst meist hinten runter fällt.
Er beschwert sich ein wenig, dass wir so weit weg wohnen, deswegen können wir andererseits aber auch über die Verwechslung von Bayern und Franken großzügig drüber weg sehen. Aber eben nur noch einmal.

Apropos Lohas:

Hier die Pressemeldung von Christoph Harrach, (KarmaKonsum), der am 17. September eine Konferenz der Lohas in Frankfurt in einer Brotfabrik anberaumt, zu der ich auch gerne kommen möchte, obwohl es irgendwie so gar nicht passt:

PRESSEMELDUNG – 2.329 Zeichen – 16. August 2007

Der neue Öko-Lifestyle – Erste deutsche LOHAS-Konferenz in Frankfurt

Gesundheitsbewusst, der Nachhaltigkeit verpflichtet, aber auch modern und technikbegeistert – dies zeichnet die stetig wachsende Gemeinschaft der LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) aus. Diese in Amerika bereits etablierte Konsumentenbewegung findet nun auch in Deutschland zum ersten Mal ein Forum: Am 17. September 2007 referieren und diskutieren Experten, Unternehmensvertreter und Autoren in der Brotfabrik Frankfurt über die Ökos der zweiten Generation.

Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Eike Wenzel, Chef-Redakteur des Zukunftsinstituts und Autor der Studie „Zielgruppe LOHAS – Wie der grüne Lifestyle die Märkte erobert”. Folgende Vorträge finden statt: Erfolgsautor Fred Grimm („Shopping hilft die Welt verbessern“) wird über das zentrale LOHAS Thema „Ethischen Konsum referieren. Die Grafik-Designerin und Öko-Bloggerin Andrea Nienhaus wird neue Wege in der nachhaltige Marketingkommunikation vortragen und Patricia Taterra, Marketing Managerin des LOHAS Start-Ups Utopia.de, wird sich dem Thema LOHAS Community annehmen. In anschließenden Gesprächsrunden erhalten Interessierte die Möglichkeit, sich über die neue Öko-Bewegung auszutauschen und zu diskutieren.

Initiiert wird die Konferenz von Christoph Harrach, LOHAS-Experte und Betreiber der Öko-Lifestyle Internetseiten karmakonsum.de und Darren Cooper, Web- Entwickler und Mitorganisator verschiedener Opensource Events. Auf der Internetseite KarmaKonsum.de/konferenz ist ein ausführliches Programm zur Veranstaltung zu finden. Veranstaltungsbeginn ist 18:00 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. Sponsoren der Veranstaltung sind Dr. Hauschka Naturkosmetik und Basic Biosupermärkte.

Über LOHAS: "Lifestyle of Health and Sustainability" markiert einen neuen postmodernen Lebensstil, der auch häufig mit die neuen Ökos oder Neo-Greens bezeichnet wird. Kennzeichen von LOHAS ist einerseits das Thema Gesundheitserhaltung und andererseits die konsequent ethische Ausrichtung des Konsums, alles unter Wahrung eines modernen genussorientierten Lebensstils, der auf (fast) nichts verzichtet.

Über KarmaKonsum.de: KarmaKonsum.de ist eine der führenden deutschsprachigen Internetseiten zum Thema LOHAS. Das Nachrichtenportal berichtet im Webblogformat täglich über neue Trends im LOHAS Markt.

Pressekontakt
KarmaKonsum.de – LOHAS & Ethical Marketing Blog
Christoph Harrach
Nordendstrasse 24
60318 Frankfurt
Tel. 0177-6331831
Email: christoph@karmakonsum.de
Internet: www.karmakonsum.de

Alice Niklaus zu „Salongespräch in der Werkstatt“

von Alice Niklaus
(der ursprüngliche HZ-Artikel zur Lesung mit christian Schüle ist hier zu lesen)

Christianpublikum_2
Es gibt nicht nur 30jährige Ichlinge, ich gehöre zu den 70jährigen und habe damit angefangen, mich dem Druck des "Pluralismus" zu entziehen (Wikipedia:
der Begriff Pluralismus bezeichnet die Koexistenz von verschiedenen Interessen und Lebensstilen in einer Gesellschaft).

Zu "Sehnsucht nach Langsamkeit, Substanz, Qualität und Tiefe": Ich habe die Möglichkeit, das Lifekonzert eines bekannten klassischen Orchesters im Strudelbad essender- und plaudernderweise im Freundeskreis unter einem Sternenhimmel zu hören. Ich habe aber auch die Möglichkeit, schwimmen zu gehen, ein Konzert im Konzertsaal zu hören, das Essen im Freundeskreis unter der Pergola zu geniessen und den Sternenhimmel allein zu beobachten. Welche Möglichkeit stillt meine Sehnsucht nach Langsamkeit, Substanz, Qualität und Tiefe wohl am ehesten?

Zu "Diskutieren und nachdenken": Ja, einverstanden, gerne! Nur, wer unter uns über 60jährigen hört zu? Ich stelle fest, dass ich darum kämpfen muss, zu Wort zu kommen. Die Sprache der Langsamen hat keine Chance, gehört zu werden.
Den Schnellrednern und Wortgewaltigen gehört die Zeit, sie stehlen den Nachdenklichen, nach Worten Suchenden den Platz. Die Quantität trampelt die Qualität der Inhalte erbarmungslos nieder – siehe die Talkrunden, die Schüle anspricht.  Die Langsamen geben auf und bleiben auf der Strecke. "Salongespräche" im Sinne des Autors wären möglicherweise ein neuer Anfang, die "geistigen Aktien" einzubringen.

Ich wünsche Christian Schüle etwas mehr Langsamkeit beim Vortragen seiner Texte. Den Inhalt des Buches kannte ich schon vor der Lesung. Das war gut so, denn dem rasanten Tempo des Schriftstellers hätte ich sonst kaum folgen können. Atemlos! Beinah hätte ich sie vergessen, die Frage nämlich: Versteht Christian Schüle unter dem Begriff  "Altersgenossen" Männer und Frauen?

Fazit: Ein sehr interessantes Buch mit Nachhaltigkeit.
Alice Niklaus

Zum Artikel Christian Schüle las aus der "Deutschlandvermessung"
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Salongespräch in der Werkstatt

Katja Bub schrieb, für die heutige Ausgabe der Hersbrucker Zeitung, einen Artikel über die Lesung von Christian Schüle aus seinem Buch "Deutschlandvermessung"

Salongespräch in der Werkstatt


Christian Schüle las bei den Möbelmachern aus seinem Buch "Deutschlandvermessung"

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UNTERKRUMBACH – Christian Schüle hat bei den Möbelmachern im Rahmen der
10. Unterkrumbacher Werkstatt-Tage sein Buch „Deutschlandvermessung “
vorgestellt. Das war zwar alles andere als leichte Kost. Doch
BR-Moderator Roland Zimmermann stellte immer wieder kritische Fragen
und hakte an schwierigen Stellen nach. Und so verstand das Publikum
ohne weiteres Schüles Botschaft und tat schließlich genau das, was der
Hamburger mit seiner Lesung bezwecken wollte: diskutieren und
nachdenken.

Christian Schüles „Deutschlandvermessung“ oder besser gesagt die „Aufzeichnungen eines alles in allem wohlbehütet aufgewachsenen westdeutschen Bürgers in Sorge um sein Heimatland“ lassen sich nicht zwischen Tür und Angel lesen – mit Absicht. Denn der Autor, der für die Wochenzeitung „Die Zeit“ schreibt, will zum Denken anregen. Mit Argusaugen hat er seine Generation, die Mitt-Dreißiger, unter die Lupe genommen. Die „wuchsen auf, als der Wohlstand prachtvoll blühte und es nichts gab außer Zuversicht“, liest er aus seinem Buch. Das Publikum hört aufmerksam zu. Manch einer nickt leicht, als der Hamburger erklärt, warum er im Jahr 1985 den entscheidenden Wendepunkt sieht, den Beginn der Postmoderne. Verbindliche Lebensentwürfe gab es nicht mehr, alles war möglich, nichts verpflichtend und der „Ichling",

wie ihn Schüle nennt, die voherrschende Gattung: „Die heute Dreißigjährigen sind das erste Kollektiv in Deutschland, das den Pluralismus lebt und verkörpert: den religiösen, ästhetischen, politischen, lebensweltlichen, philosophischen.“ Die fetten Jahren aber sind vorbei, Wirtschaftswunder und soziale Gerechtigkeit zu Traumgespinsten verkommen. „Wir sind die ersten arbeitslosen Akademiker“, betont der Hamburger und liest weiter. „Die, die einen Job haben, schlucken Vitaminpillen und Antidepressiva, um dem Druck am Arbeitsplatz begegnen zu können.“ Zugleich glaubt er bei seinen Altersgenossen eine wachsende Sehnsucht nach Langsamkeit, Substanz, Qualität und Tiefe zu erkennen. Nun sei es an den Mitt-Dreißigern zu entscheiden, welche Gesellschaft sie wollten und unter welchen Bedingungen. Haltung  sei nötig, basierend auf Wahrhaftigkeit, Achtsamkeit, Demut. Jeder habe seine „geistigen Aktien einzubringen in eine Art Berliner Republik GmbH (Gesellschaft mit bewusster Haltung)“, fordert der Zeit-Autor. Sein Plädoyer „fürs kritische Bewusstsein, für Selbstdenkerei, für Haltung“ stößt beim Publikum auf Zustimmung.

Immer wieder stellt Moderator Roland Zimmermann Zwischenfragen, hakt nach, wo Unklarheiten bestehen, und arbeitet so im Zwiegespräch mit Schüle die wichtigsten Thesen des Buches heraus. Auch die slow city Hersbruck bringt er ins Spiel. „Hier wird viel reflektiert – das gefällt mir“, antwortet Schüle. Dennoch wünsche er sich, dass seine Generation mehr Spaß daran finde, miteinander zu reden. Es gelte die Tradition der Salongespräche wieder aufleben zu lassen – ganz egal ob die Teilnehmer dabei auf dem gediegenen Biedermeiersofa sitzen oder auf der modernen Ledercouch lümmeln. Seine Generation habe die Aufgabe, gemeinsam über einen „neuen Bürger“ zu diskutieren. Die Zuhörer erfüllen ihm diesen Wunsch. Noch lange nach der Lesung debattieren sie in Gruppen oder direkt mit dem Autor über dessen „Deutschlandvermessung“, über slow city und die Verantwortung des Einzelnen. Angeregte Gespräche bei den Möbelmachern, umgeben  von heimischem Holz – vielleicht ist das  ja schon der Beginn der geforderten neuen Salonkultur.

Hier der Artikel bei der Hersbrucker Zeitung

Zum Artikel Christian Schüle las aus der "Deutschlandvermessung"
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Diknu Schneeberger Trio bei den Möbelmachern

 Für die Hersbrucker Zeitung schrieb Thomas Raum (selbst
hervorragender Musiker) eine feinfühlige Kritik über das
Eröffnungskonzert in unserer Werkstatt.
Gitarrenfestival600_3

von Thomas Raum

UNTERKRUMBACH — Was der 17-jährige Gitarrist Diknu Schneeberger mit
seinem Vater Joschi am Kontrabass und seinem Gitarrenlehrer Martin
Spitzer an der Rhythmusgitarre bereits beim Auftaktkonzert des 8.
Hersbrucker Gitarrenfestivals dem Publikum boten, ließ keine
musikalischen Wünsche offen. Herrlicher Gypsy Jazz und Djangoswing,
authentisches Material und Kreationen aus eigener Feder, jedoch im
typischen Gewand, fesselten am Samstagabend die Zuhörer bei den
Möbelmachern.

„Zeit
zu leben, “ mit diesem Motto eröffnete Herwig Danzer den Abend, ganz im
Sinne der Slow City Philosophie Hersbrucks, deren Vorzeigeprojekt das
internationale Gitarrenfestival sei. „Heute Abend nehmen wir uns die
Zeit für Musik, “ so Danzer und verwies auf eine entstehende CD, auf
der Künstler des Gitarrenfestivals und talentierte junge Künstler zu
hören sein werden und die vom Rotary Club Auerbach unter dem Motto
„Völkerverständigung “ und „Förderung der Jugend “ finanziell
„angeschoben “ wird. Natürlich könnten sich auch noch Firmen,
Serviceclubs und andere Menschen daran beteiligen.

Hersbrucks
Bürgermeister Wolfgang Plattmeier fasste sich kurz und begrüßte im
Anschluss zahlreiche Ehrengäste, darunter seine Stellvertreterin
Brigitta Stöber und den stellvertretenden Landrat Norbert Dünkel und
dankte den Sponsoren für deren Unterstützung. „Heute gehört es einfach
dazu, “ so Plattmeier über das anfangs noch nicht so angenommene
Festival, bei dem es heute immer mehr „Größen “ und „Highlights “ zu
hören gibt.Diknuschneebergergitarre100

 
Ohne große Worte kurz eingezählt und ab ging die
Reise für die Zuhörer. Das Trio um den jungen Nachwuchsgitarristen
Diknu Schneeberger, Gitarrenwunder und Virtuose aus Wien, bot ein
wahres Feuerwerk an Virtuosität und Spielfreude. Seine Finger flogen
nur so über das Griffbrett, absolut perfekt, rhythmisch und sauber was
hier geboten wurde. Ein klasse Timing, sehr schönes Melodiespiel,
gefühlvoll, ob bei langsamen oder schnellen Stücken. Das erst seit
einem Jahr zusammenspielende Trio agiert auf einem Niveau der
allerersten Güte.

Ob Stücke von Django Reinhard oder aus eigener
Feder, ob interpretiertes Material von Santana oder das durch Chick
Chorea bekannte „Light as a feather “ – hochwertiges und schwierigstes
Material wird in einer enormen Leichtigkeit dargeboten, die an Birelli
Lagrene erinnern lassen. Getragen von seinen beiden Mitspielern stehen
dem Solisten Diknu alle Türen offen. Sein filigranes Solospiel zeichnet
ihn aus. Ohne Hinzusehen arbeitet sich Diknu Schneeberger leichtfingrig
über das ganze Griffbrett, ein Könner, der erst vor dreieinhalb Jahren
das Gitarrenspiel begonnen und davor Schlagzeug gespielt hat. „Es kann
schon vorkommen das ich die Gitarre ein paar Tage nicht anfasse, “ so
ein lockerer Diknu Schneeberger im Gespräch in der Pause, der sich
danach noch um das weitere Programm kümmerte. Ganz ohne Allüren, einer
zum Anfassen, einer der gerne über sein Spiel spricht und lacht bei der
Frage, wie er sich nach nur drei Jahren diese komplexen Stücke merkt
und alles aus dem Kopf spielt.Diknuschneebe2gitarre1000_2

Der Abend wird zu einem „Tanz auf
dem Griffbrett “. Normalerweise klingt nach einiger Zeit gypsy-Swing
jeder Song ähnlich, wie bereits gehört – bei diesem jungen Talent in
keinster Weise. Hier hat einer das exakt richtige Gefühl, versteht es
mit einer irrwitzigen Leichtigkeit und wirklichen Emotion zu spielen,
die jemandem in die Wiege gelegt sein muss und irgendwann ausbricht.
Diknu Schneeberger fesselt, weckt Interesse durch sein Spiel, ist ein
begnadeter Gitarrist, der den perfekten Ton hat, egal ob im
Geschwindigkeitsrausch, im Vordergrund oder in wunderschöner
schwülstiger Jazzmanier als Teambegleiter, wie beim „Minor Blues “ oder
bei „Sandys Bolero “, dem Stück seines Lehrers Martin Spitzer, der
seinen „Schüler “ trägt, aber seine eigenen Soli nicht verstecken muss.

Nach
einem letzten, dreigeteilten Stück von Django, Spitzer und „Papa “
Schneeberger reißt es die Zuhörer von den Stühlen und es gibt
Beifallsstürme. Nach Zugaben und einem klasse Akustik-Musikabend mit
tollen Künstlern und super Sound, ohne mächtig was auf die Ohren,
bleiben keine Wünsche offen. Was mag da in dieser Woche noch kommen?
Und wie mag dieses junge Übertalent wohl in zehn Jahren spielen? Die CD
„Rubina “ des Trios ist jedenfalls jetzt schon ein Leckerbissen und ein
Muss für alle Gypsy Fans!
Thomas Raum
20.8.2007

Hier der Artikel bei der Hersbrucker Zeitung