Sonntag: Heute Kochshows im Biomarkt Lauf von 13-18 Uhr

BiomarktlaufkochshowwebEigentlich wollten wir ja schon viel früher die Bistroküche von Erika Vogel im Biomarkt Lauf (gegenüber vom Parkhaus) mit Kochshows einweihen, aber der Laden läuft einfach so gut, dass kaum Zeit für irgendetwas Neues bleibt. Macht nix, bei uns ist es im Moment auch sehr hektisch. Aber morgen ist in Lauf verkaufsoffener Sonntag und da stehen wir von 13 bis 18 Uhr am Tepan Yaki, machen wie immer berüchtigte Baggers und vielleicht auch ein Stück Rindvieh. Mal sehen, was Erikas Laden so hergibt, leider ist das Vorbereitungstreffen wegen Krankheit ausgefallen, wird so schon auch irgendwie klappen.

Erika Vogel eröffnet den Biomarkt Lauf

Ikea „spioniert“ bei Möbelmachern – Nachhaltigkeit zwischen zwei Welten

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Knapp 50 Ikea-Green Verantwortliche besuchten die Möbelmacher in Unterkrumbach zum "Nachhaltigkeits-SPionieren bei Nachhaltigkeits-SPionieren." Im Veranstaltungsprogramm kündigte Ikea-Green
Deutschlandverantwortliche Mareke Wieben die Betriebs-ver-führung und gemeinsame Diskussion über Zukunftsfähigkeit, ökologische und soziale Verantwortung geheimnisvoll mit "Spionagebesuch bei einem nachhaltigen Möbelhersteller" an, so dass sich einige Teilnehmer sogar über die Fotografiererlaubnis wunderten.

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Weltunternehmen trifft Dorfschreinerei

Dass die Möbelmacher keine Berührungsängste mit Ikea und am wenigsten mit Ikea Green haben (so heißen die Teamleiter im Bereich Umwelt, Recovery, Produktqualität und Entsorgung – also quasi die Nachhaltigkeitsabteilung von Ikea), liegt nicht nur daran, dass Mareke eine sympathische Ikeanerin ist, sondern an der Erfahrung, dass Nachhaltigkeitsthemen fast unabhängig von der Betriebsgröße verwandt sind und vielleicht auch ein ganz klein wenig daran, dass sich im Handwerk und bei Ikea alle duzen.

Wie´s dazu kam

Im Januar 2006 saß herwig Danzer in einer Jury, die für die Uni Lüneburg in der Ikeazentrale Frankfurt  Masterstudenten benotete. Diese stellten als Abschlussarbeit ein Nachhaltigkeitskonzept für Ikea vor, das sie während einer Woche Praktikums im Schweiße ihres Angesichts erarbeitet haben (Hier genau erklärt). herwig Danzer zu diesem Erlebnis: "Schon damals war ich völlig überrascht, wie nahe die Empfehlungen der Studenten an der seit Jahren gelebtenIkeabesuch07auto Möbelmacherpraxis waren." Ikea sollte nach den Empfehlungen der Studenten das Augsburger Haus zum "ökologischen Vorzeigeprojekt" machen, statt eines Nachhaltigkeitsberichts lieber etwas" redaktionell unterhaltsam Aufbereitetes" herstellen und eine Ausstellung "Vom Baum zu Billi" kreieren. Zum Vergleich: Die Möbelmacher haben das regionale Musterhaus 2002 gebaut, verschicken ihr Jahrbuch als locker-flockigen Info-Kalender schon als Nummer 11 an ihre Kunden und die Ausstellung auf der Consumenta nannten sie vor 7 Jahren "Vom Baum zu Tisch."

Danach trafen sich Wieben und Danzer bei dem Workshop "Initiative zeigen – Nachhaltig handeln" und einer Tagung von BAUM (Bundes Arbeitskreis umweltbewusster Manager), wo die Idee des Besuchs in Unterkrumbach geboren wurde. Zum alten Schloß in Kleedorf ist ein absolut perfektes Tagungshotel in Sichtweite und ein 20-minütiger Spaziergang im Anschluss an die Betriebs-ver-Führung zum Grünen Baum nach Kühnhofen zum Abendessen wurde das Programm auf das man sich schnell einigte. Beide Häuser ernteten viel Lob für ihren Einsatz.

Betriebs-ver-Führung

Ikeabesuch07auenDer Grötsch-Langstecken-Bus Kleedorf-Unterkrumbach (Fahrzeit 3 Minuten) traf pünktlich ein und der Rundgang um den ökologischen Vorzeige-Gewerbebau dauerte fast eine ganze Stunde. Denn neben allen Holzbeschaffungs-, -Verbrauchs, und  Holzlagerfragen, war vor allem dieIkeabesuch07sge
mobile Säge von Claus Gerstacker interessant. Mit dieser "einzelne Bretter schneidenden Bandsäge" braucht man zwar etwas länger als mit der klassischen Gattersäge, dafür hat man weniger Materialverlust und kann das Material durch das Einstellen auf jeden einzelnen Baum wesentlich besser ausnutzen. Beeindruckt waren die Zuschauer auch von der perfekten Materialverwertung: die anfallende Späne und Rinde wird von den benachbarten Landwirten und Pferdehaltern abgeholt, Schwarten werden zu Brennholz oder Hackschnitzeln weiterverarbeitet. Mit den letzten Resten düngt der Wind die benachbarten Felder.

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Nur schwer ließen sich die Nachhaltigkeitsspezialisten aus der Werkstatt ziehen, war die Einzelanfertigung von Massivholzmöbeln mit modernstem CNC-Bearbeitungszentrum doch für die meisten neu. Vor allem die individuelle Verleimung der Möbelseiten und -Böden nach den Kriterien der Optik, der Maserung und nicht zuletzt der Verziehungssicherheit ist für ein auf Großserien spezialisiertes Unternehmen ein ungewöhnlicher Anblick.

In der Ausstellung

Ikeabesuch07jacke2Aber noch interessanter waren die Diskussionen in der Ausstellung im ersten Stock. In einer edlen Ahornküche, die samt Miele Titan-Geräten über 50 000 Euro wert ist, einigte man sich schnell auf die Aussage von Stefan Kirchner, Abteilungsleiter Administration , Ikea Green und Technik im Haus Ulm und früher selbst Schreiner: Ikeabesuch07kche3
"Man bekommt, was man bezahlt." Die Möbelmacher und Ikea haben zwar ein Angebot, das unterschiedlicher nicht sein könnte, aber beide sehen ihre unternehmerische Verantwortung nicht nur in einem vernünftigen Umgang mit den Mitarbeitern und der Region in der sie arbeiten (weltweit bzw. Frankenalb), sondern auch in einem fairen Preis-Leistungsverhältnis für ihre Kunden, das aus Material und Lohnkosten entsteht. Dass die Einzelanfertigung von Massivholzmöbeln leicht 10 mal so viel kosten kann und auch wert ist, wie die Großserie mit Plattenmaterial,  wird bei einer Werkstattbesichtigung deutlicher, als beim Durchblättern von Katalogen. Ikeabesuch07kche
Gleichzeitig sieht die ungewöhnlich besetzte Diskussionsrunde ganz klar die Unterschiede der Bedeutung von Entscheidungen: Wenn Ikea-Green einen Beschluss zur Verbesserung einer Ökobilanz trifft, hat das fast unmittelbaren Einfluss auf das weltweite Klima, bei den Möbelmachern vielleicht grade auf das Betriebsklima. Chefin Mareke Wieben: "Deshalb ist es wichtig, dass wir uns mit offenen Augen auch bei kleinen Vorzeigebetrieben umsehen, denn deren Beispiel kann auf dem Umweg über unsere Materialströme dann doch noch eine große Wirkung entfalten."

Imbusschlüssel als Symbol

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Den übergroßen Imbusschlussel, den Danzer als kleinen Scherz während der Diskussion als Ikeasymbol unauffällig in der Hand hielt, kann man bei keinem Möbelmachermöbel ansetzen, deswegen haben die Unterkrumbacher auch keine Sorge, die gezeigte Miele-Möbelmacher-Titan-Küche könnte im nächsten Ikeakatalog zu finden sein. Der Wortschatz der Nachhaltigkeit allerdings schon eher, weshalb eine kleine kommunikative Kurskorrektur zur Betonung der Unterscheidungsmerkmale von der Masse angestrebt wird: individuelle und kompetente Beratung, die Rohstoffe aus der Region und ein Service zugunsten der Lebensqualität statt der Rabatte werden in Zukunft mehr Betonung bei den Möbelmachern finden, als Nachhaltigkeitsformulierungen, die jeder Haushalt spätestens ab dem neuen Katalog automatisch mit Ikea in Verbindung bringen wird.

 

"Produktqualität ist das Wichtigste" sagt gedankenversunken Edmund Conradi von Ikea Green Deutschland beim Streicheln der massiven Küchenarbeitsplatte aus geöltem Ahorn und denkt dabei zum ersten Mal nicht nur an die eigene Firma, sondern auch an das Design und die Holzverarbeitung der Möbelmacher.

Abendessen im Grünen Baum

Beim köstlichen Abendessen im grünen Baum wurden Geschichten aus der Welt und aus der Region ausgetauscht. Die Ikea-Kampagnen gegen Kinderarbeit und für die von indischen Frauen bestickten Kissen sind vorbildlich, ihre Durchführung bis zum letzten Mitarbeiter vor Ort aber irrsinnig aufwändig und nicht immer leicht zu verwirklichen, beim Tag der Regionen ist das auf einer ganz anderen Ebene das gleiche. Die Suche nach möglichst umweltfreundlichen Autos hat bei beiden Betrieben noch zu keiner endgültigen Entscheidung geführt: was beim Treibstoff technisch machbar ist, erfüllt häufig nicht die vielen anderen Anforderungen, und das Fahrzeug, das diese Anforderungen erfüllt, ist wieder nicht ökologisch genug. So scheiterte zum Beispiel der Versuch der Möbelmacher wenigstens den Gabelstapler mit Pflanzenöl zu betreiben und Ikea kann mit sparsamen Elektroautos für Mitarbeiter nichts anfangen, die untauglich für die Autobahn sind.

Autos
Greenpeace in Kleedorf

Am nächsten Tag spionierten dann die Möbelmacher bei Ikea, denn der Vortrag von drei Greenpeace Mitarbeitern aus Hamburg machte neugierig. Zwar kamen sie ohne Schlauchboot und wollten sich auch nirgendwo anketten, aber das ehrliche Engagement für Umweltbelange kam trotz des vergleichsweise unspektakulären Vortrags gut rüber. Wieder waren sich Ikea und die Möbelmacher einig, dass es wichtig ist, auf die Einhaltung der Forderungen des Forest Stewartship Coucils (FSC) zu achten, trotzdem würde sich Ikea mit der Verwendung deren Logos laut Befragungen eher schaden und für die Möbelmacher ist die regionale Einbindung in die fränkische Forstwirtschaft viel wichtiger, als internationale Labels. Greenpeacewald
Waldexperte Dr. Thomas Henningsen lobte aufrichtig Ikeas Bekenntnis zur fast vollständigen Vermeidung von Tropenholz, lediglich bei einigen Plattenmaterialien ist man noch nicht ganz hundertprotzentig. An dieser Entwicklung hat er selbst seit 1997 mitgearbeitet und es wäre ein langer und anstrengender Weg gewesen. Greenpeace warb um Aufnahme von Infoständen in möglichst vielen Häusern, um dort die Unterstützung und das Geld für die weltweit wichtigen Aufgaben zu sammeln. Als einzig anwesender Ikeakonkurrent erkundigte sich Möbelmacher Danzer nach der angestrebten Kundenfrequenz für so einen Besuch. An normalen Tagen, können das die Unterkrumbacher natürlich nicht bieten und an den hochfrequentierten Tagen während der Veranstaltungen möchte man im Zweifelsfall lieber ehrenamtliche Mitarbeiter haben, als auf Provisionsbasis arbeitende Profis, so einfühlsam diese auch sein mögen. Gleichwohl lobten einige Ikealeute die Mitarbeiter der Greenpeace Infoservice GmbH, die sich auf die Anforderungen der Kundenbefragung sehr schnell einstellten und bei der Leitung der Häuser nach Antworten auf die häufig gestellten Fragen von Ikeakunden suchten.

Fazit

Jede Diskussion über Nachhaltigkeitsthemen nützt, wenn man sie mit engagierten Menschen führt. Ikea ist in vielen Bereichen schon wesentlich besser als sein Ruf, was nicht an der Arbeit für die Sache, sondern an der sparsamen Kommunikation darüber liegt. Während die Möbelmacher im Nachhaltigkeitsblog und im seit 11 Jahren versendeten Jahrbuch das Thema ökologische und soziale Verantwortung fast schon neurotisch transportieren, folgt Ikea noch der schwedischen Doktrin "Tue Gutes und halt die Klappe." Ikeabesuch07knnenmssen
Zwei Extreme, nicht nur im Umsatz sondern auch in der Kommunikation, trafen sich in der spanplattenfreien Zone in Unterkrumbach  und konnten die Motive der anderen danach besser verstehen als vorher. Die Auswertung der Seminarbewertung der Teilnehmer ergab die gleichen Bestnoten für diesen ungewöhnlichen Ausflug, wie für die Diskussion mit der Deutschlandchefin Petra Hesser. Beide Seiten konnten voneinander lernen, nicht zuletzt die Erkenntnis, dass auch der ungewöhnlichste Erfahrungsaustausch Freude machen kann.

Lass diesen Elch an uns vorüber gehen …

Nachtrag: Artikel in der Hersbrucker Zeitung vom 12.April

Alle Fotos sind von Ann-Kathrin Müller, vielen Dank dafür, im Album bei sevenload sind noch mehr davon zu sehen.

Ikea, Nachhaltigkeit und Möbelmacher

Initiative zeigen – Nachhaltig handeln

Ikea Gründer Ingvar Kamprad wird heute 80

Ikea im genialen Greenpeace Spot

Ikea Bausatz für Hooligans

Die Massivholzküchen der Möbelmacher

Letzter Stamm auf der mobilen Säge

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Jetzt ist sie schon wieder weg, die mobile Säge von und mit Claus Gerstacker. Nach über 200 Kubikmetern Buche, Ahorn, Kirschbaum und der letzte Stamm war ne wunderschöne Eiche. Nach dem Stapeln  kommt alles ins Lager und wartet dort lange Zeit auf das Wachküssen zur Massivholzküche, zum Schlaf- oder Wohnzimmer.

Artikel zum Sägen:
Von Ahorn bis Wacholder
Mobile Säge im Schnee

oder die Kategorie Rund(ums)Holz anklicken.

Nachhaltigkeitsblog hat heute zweiten Geburtstag

Skifahren1000Tausende, naja, Hunderte, eher Dutzende, eigentlich genau eine Mail fragt nach, warum unser Blog seit letzten Mittwoch so verwaist sei. Ich war beim Skifahren (Video) im Zillertal,
leider noch nicht mit dem ultimativen Holzski von Zweydingers, (der kommt leider erst nach seinen Fototerminen, aber wenn ich die Spuren der Felsberührungen meines Skis anschaue, war das wohl auch ganz gut so). Es wird dann auch einen Testbericht über den Testlauf des ersten Skis mit geölter Holzoberfläche geben. Beim Skifahren  (bzw. in der Zeit, wo alle in der Sauna sind, wo mein Ruf nach einem geöffneten Fenster nicht einmal ignoriert wurde – Oder wie Obelix in Asterix als Gladiator auf Seite 29 sagt: "Hier ist es immer so heiß! Warum machen die denn kein Fenster auf?" –  weshalb ich dann auch lieber im Zimmer Artikel schrieb, wo der Tisch mithilfe des Heizkörpers und den Zahnputzbechern auf ergonomische Höhe aufgebockt wurde) Skimnner07tisch02
wurden wieder „hochgeistige“ Artikel über die letzten Wochen (Treffen mit Gabriele Fischer von brandeins in Hamburg, Weblogvortrag bei Birke und Partner) getextet, die wie immer nicht soooo viele Leser finden werden, aber am heutigen Montag steht erst mal der Geburtstag an:

Am 26.3.05 erschienen die ersten Artikel (als Füllmaterial aus Pressetexten) im Nachhaltigkeitsblog, welches ein wenig mehr Arbeit macht, als geplant. Wir sind trotzdem froh ein Weblog zu haben, dient es doch neben der betrieblichen Tagebuchfunktion und Transparenz für Kunden ganz nebenbei auch einem guten Google-Ranking (grade leider erst auf 4 zurückgefallen, wegen der langen Pause?), was uns ganz ehrlich bisher öfter Ärger, als Aufträge brachte (da gibt es zum Beispiel eine nette Abmahngeschichte, die wir aber erst später mal diskutieren werden und unzählige beleidigte Webmaster, die ihr eigenes Stichwort auf unserer Seite finden – von wo es zwar meist verlinkt ist, trotzdem ist die Enttäuschung groß. Zwei Jahre Arbeit stecken in der Platzierung 1 bis 3 (der Möbelmacherhomepage) unter dem Suchwort „Massivholzküche.“ Immer sind wir damit auf Seite 1, häufig sogar auf Platz 1, aber deswegen ruft noch lange keiner wegen seines Wunsches nach einer neuen Massivholzküche an, eher wegen Tipps zum Pflegeöl. Meine Utopie des glücklichmachenden Googlemarketings schrumpft auf das ganz normale Leben zusammen. Die mit einer Top-Platzierung verbundenen Kontakte sind eher selten umsatzbringend, noch sind die Google Sucher (nicht die Sucher nach Möbelmacherinfos!) meist auf  geizgeiler Schnäppchenjagd, die wir nicht bedienen können und wollen.

Bloglogo
Aber das Blog hat ja nicht nur die Umsatzorientierung, sondern vor allem auch die Hoffnung, das Unwort "Nachhaltigkeit" mit Leben zu erfüllen. Hier sieht es schon deutlich besser aus. Nach einigen Diskussionen wurden wir sogar in die Riege der besten Nachhaltigkeitsblogs aufgenommen, was mit einem Unternehmensblog naturgemäß eine Gratwanderung ist. Denn ohne Werbung macht unser Blog keinen Sinn, mit zu viel Werbung aber auch nicht. Wir halten (gegen den Rat vieler Fachleute) am Begriff der Nachhaltigkeit konsequent fest, weil er aus der Forstwirtschaft kommt und die wahren Werte vereint, selbst wenn ihn meist die falschen Leute falsch verwenden.

Fast die wichtigste Funktion unseres Weblogs ist die RSS-Verknüpfung mit unserer Möbelmacher-Homepage. Dort erscheinen alle Artikel nach Kategorien sortiert zum Beispiel unter dem Produkt „Küche“ automatisch aus der Blogkategorie „die Küche zum Kochen.“ Die Ergänzung von „Werbeaussagen“ der homepage mit ergänzenden Weblogartikeln zum gleichen Thema (wir zählen übrigens wirklich zu den wenigen, wo alles stimmt, was auf der Firmenhomepage steht!), scheint für mehr Vertrauen zu sorgen. So einfach messbar ist das leider nicht.

Die Besucherzahlen sind nicht ganz da, wo ich sie mir im Interview gewünscht hätte, aber auch nicht richtig schlecht, nur die Kommentare sind etwas dürftig, weil sich die Artikel thematisch mehr an Kunden richten und das sind halt nur 5000. Und vielleicht sind sie ja immernoch ein wenig zu trocken, wie Robert Basic Anfang 2006 zu bedenken gab: „Lass das Blog mal etwas atmen, ist so schmal der Contentbereich, dass ich zumindest Atemnot bekomme :-))."

Jedenfalls werden wir weiterbloggen, die Entwicklung abwarten und uns ständig freuen, dass wir alle Ereignisse mit zwei Klicks wieder präsent haben, dass wir Journalisten nur die Links zu den fehlenden Infos mailen können und dass nicht zuletzt auch alle Mitarbeiter wissen, was grade wieder los ist. Vielleicht kommen ja auch wieder mehr Artikel von anderen Möbelmachern, wenn die Hektik in der Werkstatt und draußen beim Sägen nachlässt. Ausgesprochen witzig ist, dass manche Menschen, die man nie zuvor gesehen hat, genau wissen was man tut. Beim Nextpertsmeeting in München hat sich einer sogar als Fan unserer Küchen geoutet, wer weiß, vielleicht muss man auch einfach nur abwarten und weiter schreiben.

Jetzt kommen dann gleich noch unsere Freunde von Ikea, die Morgen mit 50 ihrer deutschen Umweltfachleute eine wohlorganisierte Betriebsspionage betreiben werden. Freu mich drauf, bei Gesprächen während der Betriebsführung lernen wir meist mehr als die Besucher..

Wein, Sekt und Saft in Unterkrumbach

Das mit dem Frankensecco (Fraenzi von Faber-Castell oder Secco Rose von Manfred Rothe) ist ja irgendwie logisch,  wenn unsere Kunden beim Küchenplanen ein Glas davon trinken, wollen sie häufig ne Kiste davon mit heim nehmen. Und da es egal ist, über was sich die Kunden bei uns freuen, Hauptsache sie fühlen sich wohl, bestellen wir einfach nach und kämpfen bei Castell und Rothe gegen das Image der Vieltrinker.

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Heute kam die erste Saftlieferung aus Arnsdorf bei Dresden von der Kelterei Walthers.. Denn absolut zufällig hat sich die Familie Münzenberg in den Aroniamuttersaft und seine gesundheitliche Wirkungen verliebt und ich mich ins Saftblog. Eher zufällig haben wir drüber gesprochen, dass der schicke Tisch genau da hinkommt, wo der Saft herkommt. Und da wir nicht nur zusammen bloggen, sondern auch gegenseitig unsere Produkte schätzen, bekommen unsere Kunden und Mitarbeiter jetzt auch mal die edlen Säfte zum Verkosten und einige Hersbrucker Onlinkunden haben auch angekündigt, den Saft lieber bei uns abzuholen und dabei einen Cappuccino zu trinken, als nur am Computer zu bestellen.

Jetzt gibt es einen internen Ideenwettbewerb, welche Aufstelllösung der Saftboxen die beste ist. Wir werden berichten.

Die Zeit vereint – Utes Vortrag in Schwabach

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Im letzten Newsletter haben wir geschrieben:

Bemerkung ganz am Rande: wir haben uns riesig über einige schöne Mails und
sogar das Finden alter Freunde über den Artikel in der Zeit von Christian Schüle gefreut.

Darauf kam die Mail des Geschäftsführers  des Landschaftspflegeverbandes Schwabach Andreas Barthel:

Hallo herwig,
anknüpfend an unten stehende Bemerkung von Dir habe ich gedacht, ich
melde mich nach kaum 15 -20 Jahren auch mal wieder bei Dir, nachdem mir Deine
E-Mail-Adresse quasi fingergerecht auf die Tastatur gekommen ist.
Wie das bei
alten Freunden so ist, je älter sie sind, desto länger dauert es, bis sie sich
melden.

Lustigerweise beschäftigt sich mein Grundschulfreund aus Feucht mit genau den gleichen Themen wie wir, Nachhaltigkeit, regionale Wirtschaftskreisläufe, Tag der Regionen usw. und lud mich deswegen zu einem Vortrag ein, den ich leider skifahrbedingt nicht annehmen konnte. Ute habe ich davon erzählt und da ich nur von ein paar wenigen ganz netten Leuten sprach, sagte sie spontan zu den Vortrag selbst zu halten,  was für die Zuhörer eh angenehmer ist. Schnell noch ein passendes Thema formuliert:

Regional statt global?

Warum die Möbelmacher aus Unterkrumbach regionale Wirtschaftskreisläufe fördern.

Und gerade entdeckt sie auf der homepage der Stadt Schwabach, wie groß das ganze angekündigt und beworben wird. Schluck. Aber wie immer halten wir uns an Linus von den Peanuts: "Kein Problem der Welt ist so groß, dass man nicht davor davonlaufen könnte."

Mobile Säge im Schnee – nominiert für den Thalhoferpreis

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Wie schon befürchtet kam jetzt doch der Schnee. Das hätte der Bayerische Rundfunk filmen sollen, nicht die Schönwetterversion. Sgewinter2_1000
Andererseits soll der Film über den Beruf Schreiner ja möglichst viel junge Menschen zum Schreinerberuf bringen, so gesehen also gar nicht so schlecht, dass am letzten Donnerstag die Sonne schien.

Die bayerische Innung hat sich ja sehr für den Film ins Zeug gelegt, leider reichte die Zeit für Herrn Hechtl dann doch nicht zum persönlichen Verbeikommen, aber immerhin haben wir schon mal erfahren, dass wir beim Thalhoferpreis 2007 einen von 8 Preisen gewonnen haben, 1000 Euro sind uns schon mal sicher. Leider wird er erst im Mai vergeben, am bayerischen Schreinertag in Fürth. Professionalität, Originalität und Wirksamkeit des Firmenmarketings wurde von eine fachkundigen Jury beurteilt. Sind schon gespannt, wie es ausgehen wird.

Zum eigentlichen Artikel über die mobile Säge.

Fertigungsweg vom" Baum zu Tisch"

Einen Aroniacocktail auf das Saftblog

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Gestern Abend hat die Kelterei Walther den fünften Platz beim Unternehmerpreis 2007 erhalten.  Wir hatten das Glück Kirstin, ihren Bruder Jens und Jörg Holzmüller in Unterkrumbach kennenzulernen, auf der Biofach wieder zu treffen und beim Ausliefern des Tisches auf Deutschlandtour nach dem köstlichen saftfremden Getränk im Radeberger Brauhaus  mit allen zu diskutieren (auch über den ultimativen Ski). Deutlich später in der Küche von Jens und Karoline haben wir erstaunliche Parallelen der Kelterei mit den Möbelmachern entdeckt, die weit über das Bloggen hinausgehen. Vielen Dank nochmal für die Gastfreundschaft, beim Losfahren früh um sechs zum Workshop in Berlin hätte ich mir gewünscht nur eueren Saft getrunken zu haben, aber manchmal muss es halt Wein sein. In dieser Nacht habe ich begriffen, wie viel Know How in der Saftherstellung, im Abfüllen und (auch wichtig, aber erst danach) in der Vermarktung liegt.

Ich bin froh, in der Kelterei Walther viele Menschen kennengelernt zu haben, die das, was man sonst einfach nur Arbeit nennt gerne tun, und die bei der nicht immer leicht zu argumentierbaren Arbeit im Blog ein echtes Vorbild sind.

Jetzt genießt einfach mal den Preis und macht zwei Stunden Urlaub! Der Aroniacocktail ist doch die ideale Verbindung von Gesundheit und Genuss?

Von Ahorn bis Wacholder – die mobile Säge von Claus Gerstacker ist wieder da

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Jetzt erstmal die Telefonnummer des Sägers Claus Gerstacker, weiß nicht, wie oft wir danach gefragt werden: 09156 – 1654. Mobilesgeclaus06_1000

Wer also Stämme von 15  bis 90 cm Durchmesser absolut fachmännisch und materialschonend sägen muss, findet in Claus  einen kompetenten und zuverlässigen Partner.

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Wir haben ja schon beim Entrinden festgestellt, dass es in diesem Jahr ziemlich viel ist, was bei uns rumliegt, werden so um die 200 Kubikmeter Holz zum Großteil aus der Hersbrucker Alb sein, aber auch von fränkischen Submissionen, so heißen Versteigerungen, die ich noch nie so richtig begriffen habe,die aber Gunther immer erfolgreich besucht.

Natürlich haben wir Claus vorgewarnt, dass er schon wieder mit Fernsehkameras rechnen muss, er hatte  sich richtig hergschmießelt für den bayerischen Rundfunk, der ja immernoch den Pilotfilm über den Schreinerberuf dreht.  Das Wetter war bisher traumhaft, ab morgen wird es deutlich unangenehmer. Denn dann ist das zentimergenaue Stapeln der schweren nassen Bretter  vielleicht auch noch im Regen oder sogar Schnee zu erledigen. Ein Bewusstsein für das rückenfreundliche Tragen ist als Erfolg von Helgas und Utes Rückenschulstunden übrigens unübersehbar.

Aber es hilft nichts, auch in drei Jahren wollen unsere Kunden (hoffentlich) noch Massivholzküchen und Einrichtungen von uns und da wir nur mit unserem Holz aus der Region arbeiten wollen (meist zu hundert Prozent, garantieren tun wir aber sicherheitshalber nur 95 %, könnte ja mal irgendwas ausgehen), müssen wir dasselbe jetzt schon einschneiden und erstmal lange lagern. Übrigens die Hölle für Steuerberater und Banker, die uns immernoch erklären wollen, dass wir im Branchenvergleich zu hohe Lagerbestände haben und dass das ziemlich teuer und doof wäre. Und jetzt erklären sie mal einem Banker, dass genau das "Doofe" die eigentliche Firmenphilosophie ist.

Mobilesgeclaus26_1000Natürlich trifft das Sägen immer in eine Zeit, in der in der Werkstatt furchtbar viel zu tun ist, wir wissen nicht, ob Murphy´s Law dafür zuständig ist, oder wer sonst. Jedenfalls ist es so, dass sich die unterschiedlichen Teams gerade um die Leute prügeln.

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Während unserer Rückenschule kam ein handwerklich versierter Wissenschaftler (jawoll, sowas gibt´s) aus Augsburg, für den Claus die dünnen Wacholderstäbchen sägte, aus denen er zusammen mit dem Hersbrucker Hirtenmuseum fränkische Albhörner während eines Workshops herstellen will. Leider konnten wir nur drei davon richtig aufschneiden, die ganz dünnen könnte man höchsten an einer Bandsäge teilen. Mobilesgeclaus32_mdels100
Auf dem Foto sehen wir den halbierten Stamm, bin gespannt, wie das Horn dann mal aussehen wird. Gleichzeit kamen die netten Mädels mit hübschem Hund, die die noch trockenen Späne für ihre Pferde holten.   

Erst zwei Jahr ist das Weblog bald alt (am 26.März), aber schon wiederholen sich die Beiträge, das hängt wohl mit dem Holz-Saison-Geschäft zusammen. Aber jedes Jahr ist´s ein bisschen anders:

Gleicher Artikel im Jahr 2005

Gleicher Artikel im Jahr 2006

Die ganze Geschichte unserer Holzverarbeitung "Vom Baum zu Tisch"

Rückenschule für Schreiner im Ergonomie-Kompetenz-Zentrum

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AlsHelgaallebcken
Ergonomie – Kompetenz – Zentrum für das Nürnberger Land haben wir nicht nur Verantwortung gegenüber unseren Kunden, sondern vor allem auch für die Gesundheit unserer Mitarbeiter.

Es ist schon ein Stück Glück, wenn man zwei Sportlehrerinnen und
Rückenschulleiterinnen in der Unternehmerfamilie hat. Planung war es
auf jeden Fall nicht. Helgabr

Während der letzten Mitarbeitergespräche kam Stefan drauf, dass wir
schon lange keine Rückenschule mehr abgehalten haben und dass das für
die neuen Mitarbeiter – grade noch bevor die mobile Säge kommt – sehr
hilfreich wäre, wenn sie das richtige Heben und Tragen lernen würden.Bretthebenbr

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Das hat dann den Bayerischen Rundfunk auch interessiert, denn die
drehten ja grade die Pilotsendung über den Schreinerberuf bei uns. So
mussten Helga und Ute also von Fernsehkameras begleitet ihr Programm
vorstellen,
dass sich aus den Erfahrungen von unzähligen Rückenschulkursen
zusammensetzt, die sie schon gemeinsam abgehalten haben. Natürlich
konzentriert auf die Bedürfnisse unserer Schreiner und nach einem nur
kurzen theoretischen Teil, in dem Ute die Funktion der Wirbelsäule
erklärte, ging es gleich an die Praxis.Verleimstern

Das Heben der Bananenkisten mit Brennholz wurde geübt und gleich danach
in die Werkstatt gegangen. Denn dort spielt sich ja das normale
Schreinerleben ab.  An vielen Stationen zeigte Helga wie eingespielteTreppentragen_2
Arbeitsabläufe für den Rücken optimiert werden können und zwar
bevor man
anfängt drüber nachzudenken, weil man Schmerzen hat.
Es waren zwei sehr sinnvoll investierte Stunden (eine von uns bezahlt, eine
privat) und das gemeinsame Suchen nach Lösungen hat auch Spaß gemacht.

Als Ausblick wurde den Beteiligten angeboten sich viel zu Bewegen und die Rumpf- und Beinmuskulatur zu kräftigen. Dies kann durch ein reichhaltiges Sportprogramm erreicht werden.

Auf dem letzten Foto zeigt Helga sogar noch, dass Schwimmen nicht immer hilfreich sein kann.Helgaschwimmt

Video vom "Warming up"bei sevenload.com

Und noch ein Video von unserer Rückenschule mit BR bei sevenload.com

Alle Fotos der Rückenschule im Album.