Möbelmesse Köln 07 – die Zeit war knapp

Erichutegimmifive1000_1Um 4.00 Uhr war Abfahrt in Unterkrumbach. Es gab keinen einzigen Stau auf der Autobahn, so dass wir bei teurem Kaffee die gewonnene Zeit nochmal zur genauen Planung des Messerundgangs nutzen konnten. Start war bei Pro Natura, dem Hersteller von ergonomisch einstellbaren Bettsystemen, die die Basis für unsere Anerkennung als Ergonomie Kompentenz-Zentrum für das Nürnberger Land waren. Gut, dass es nur im Vertrieb und in der Werbung einige neue Ideen gab, denn als einer der ersten Pro Natura Händler Deutschlands trifft man nicht nur Geschäftspartner, sondern auch viele alte Freunde und das bringt den Messezeitplan in arge Bedrängnis. Das "GivemeFive-Bild" mit Ute Danzer und Markenchef Erich Hölzl entstand bei der Erkenntnis, dass beide der gleichen Kundin mit Rückenproblemen ohne Absprache das exakt gleiche geraten haben und seitdem schläft sie seelig. Nur zufriedene Kunden empfehlen uns weiter und weiter mussten wir unbedingt, weil wir noch über 100 andere Stände am Plan markiert hatten.

Weg mit den Flachbildschirmen

Wie es der Zufall wollte trafen wir Bernd Hunger, den Vertriebsleiter Deutschland für Sharp Flachbildschirme und Einbaugeräte bei einem Anbieter für TV-Liftsysteme. Denn die Freude über den neuen Flachen wird bald abnehmen, wenn ihn auch der Nachbar hat, dann setzt sich die Erkenntnis durch, dass es doch nur ein Fernseher ist, der das Programm nicht verbessern kann und der im ausgeschalteten Zustand ein großes schwarzes Loch im Wohn-, Schlaf- oder Fernsehzimmer markiert. Sharpeinbauvarianten1000Deshalb haben wir zum Beispiel für die Messe Nürnberg ein Büromöbel gebaut, dem man den Bildschirm erst ansieht, wenn er sich aus dem Sideboard pellt. Das Verstecken in einem Möbel, hinter einem Bild, hinter dem Sofa oder schlimmstenfalls sogar im Fussteil eines Bettes wird die Zukunft der im Moment noch gefeierten Technik werden, zu erkaufen natürlich nur mit noch mehr Technik. Aber auch für den "Nur-Einbau" in Wände bietet Sharp eine neue Lösung, nämlich elegante Edelstahlrahmen, die sich für mehrer Modelle eignen. Weil bequemes Sitzen zum Fernsehen dazugehört, machten wir uns auf zu Jori, dem Polstermöbelhersteller, dessen gefeierte Relaxsessel jetzt das 35-jährige Jubiläum begehen. Auf dem Weg dorthin kann man sich vor dem Trend der Möbelmesse 2007 nicht verstecken: Einheitsbrei in Nussbaum wohin das Auge sieht. Nur der fränkische Polstermöbelgestellhersteller Göhring ist bei seiner Möbelkollektion der rotkernigen Buche treu geblieben, logisch, daraus werden ja die Gestelle gefertigt. Auch diesem Trend prophezeien Fachleute nur eine kurze Dauer, das ist gut so, weil wir mit unserem eigenen Holz schon an Grenzen stoßen und bald zukaufen müssen. Deswegen neigen wir dazu, das dunkle Holz am Boden einzusetzen, als willkommenen Kontrast zu hellen Möbeln. Aber bei der Einzelanfertigung kann das der Kunde ganz einfach selbst entscheiden.

Jori feiert den 35-sten Geburtstag des Relax-Sessels

Uterelaxolafwolfgang1000_2Relaxsessel-Probesitzen ist das Standard-Programm der Möbelmesse, denn die Kunden eines Ergonomie Kompetenz-Zentrums erwarten mit Recht, dass ihr Berater nicht nur ergonomisch kompetent ist, sondern auch den Markt kennt. Beim diesjährigen Gewinnspiel verlost jeder Händler einen iPod mit Sound-Dock, die Mitarbeiter finden es traurig, dass der für Relaxsesselkunden reserviert ist. Aber Jori hat sich nicht nur mit funktionalen Sofas und Sesseln einen Namen gemacht. Seit einigen Jahren übernehmen die bequemen Vollpolsterstühle die Vormachtstellung der Holzstühle am Esstisch. Logisch, dass man dann die Sitzplätze im Wohnzimmer auf die Bewohner reduziert, ein Sofa und ein Sessel reichen oft schon, und dafür den Sitzkomfort für einen langen Abend in die Vierbeiner oder Freischwinger am Essplatz einbaut. Auch hier dauerte das Probesitzen, das Bestellen der neuen Sofa- und Stuhlmodelle viel länger als geplant. So konnten wir mit Oliver Borongo-Heinze, den wir zufällig im Gang trafen, nur kurz reden, ihn während der Biofach zum Essen nach Unterkrumbach einladen und die geplante Reise nach Uganda, wo das von uns so geliebte Rindentuch hergestellt wird ankündigen. Am Stand von Ann Idstein, der erst kürzlich in der "Schöner Wohnen" gefeierten Herstellerin von Holzjalousien, Flächenvorhängen und raffinierten Fenstergestaltungen, müssen wir sie nach dem Treffen mit Oliver unbedingt wieder auf Aufnahme des Rindentuchs in ihr Stoffprogramm ansprechen.


Oskar Idstein steigt bei Mutter Ann ins Geschäft ein

Annidsteinsohnoskarute1000Wie alle Veranstaltungen besteht auch die Möbelmesse viel mehr aus Beziehungen zu Menschen und weniger aus Produkten. Klar beschäftigen wir uns mit dem raffinierten schallschluckenden FilzparaventUteannidsteinparavent, aber viel interessanter sind die Neuigkeiten, dass der 26-jährige Sohn (ihr kleiner, wie sie sagt-sieht aber nicht so aus. )  in die Firma einsteigt. Noch hat er den Blick von aussen und wird einige Jahre gemeinsam mit seiner Mutter viele Dinge behutsam verändern. Wir wünschten einen reibungslosen Generationswechsel wie im Business-Bilderbuch und setzten uns dabei auf eine neue Sitzidee des Stoff-, Teppich- und seit neuestem auch Kissenherstellers Kinnasand, der seit einigen Jahren der Stofflieferant von Ann Idstein ist und sich auf der Messe über die Auszeichnung "Best of the Best" freute. Besonders interessant fanden wir die Idee, den Teppich über eine Bank zu ziehen und mit vielen Kissen einen arabisch anmutenden, aber skandinavisch geprägten Sitzplatz zu gestalten.    Kinnasandkissenute1000

In den verbliebenen drei Stunden versuchten wir dann noch so gut es eben geht die restliche Zeit zu nutzen, um möglichst viele Eindrücke und Inspirationen mitzunehmen. Mit Erwin Berghammer, dem ehemaligen Chef des Massivholzmöbelherstellers Team 7, der in der Zwischenzeit auch ganz viel Tischlerplatte verwendet, tauschten wir früher immer unser Jahrbuch gegen seinen neuen Katalog, immer erstaunt, welche Parallelen sich mehr oder weniger zufällig ergaben. Und auch in diesem Jahr ist unsere Miele-Titan-Flagschiffküche aus Ahorn mit beschichteten Glasfronten dem neuen Team7 Modell aus Nussbaum – was sonst – nicht nur in der Verwendung von Glas verwandt. Und natürlich entdecken alle Hersteller die Eckbank wieder. Häufig mit Edelstahl und Lederpolster, aber auch die Holzvarianten fand man an vielen Stellen. Bei diesen Trends freuen wir uns immer, dass der Maßstab der Einzelanfertigung die Bedingungen des Raumes und die Wünsche des Kunden diktieren und nicht die Mode.Lapalmalemneuefarben1000

Im "Vorbeihuschen" entdeckten wir, dass es unsere Tresenhocker "Lem" jetzt auch in den Grundfarben gibt, ziemlich bunt, aber immerhin mehr Auswahl, als das bisherige Braun und Schwarz.

Kurz nach 18.00 Uhr erreichten wir gerade noch die Halle in der wir uns neugierig ein angeblich innovatives Bettsystem ansehen wollten, aber  schon alleine der Schaumstoffanteil und die nur schlecht an den Schläfer anpassbare Grundidee schied das Produkt als potentielle Konkurrenz zu Pro Natura aus. Die letzte Halle war direkt neben dem Parkplatz und um 22:30 saßen wir – den Horizont um ein Hörbuch während der Autofahrt erweitert -schon wieder bei Francesco vor dem verdienten Abendessen.

"Internationale Möbelmesse Köln: Katalogdesaster und Onlineversagen" Warum wir uns 2007 so geärgert haben

"Möbelmesse Köln – imm cologne – Möbelmacher treffen Möbelmacher" Bericht Möbelmesse 2006

"IMM-Die Möbelmesse Köln will besucht sein" Bericht über die Möbelmesse 2006

"Die Zeit als Wert" Bericht über die Möbelmesse von 2005

Unsere neue Essplatzseite 2006

Es kommen neue Sofas, die alten müssen weg: Sonderangebotsseite

Die Taz schreibt über Slow City und die Möbelmacher und verlinkt falsch

Leider ist der gedruckte Link und auch der online erreichbare falsch, weil er zu einem Kollegen führt, der die Ö-Domains über "eins und eins" reservieren ließ, während ich das bei Strato vegeblich versuchte. Zu den richtigen Möbelmachern kommt man leider nur mit oe: www.die-moebelmacher.de.

Tazartikelslowcity07

 

Über den Besuch von Edith Kresta in Hersbruck haben wir in dem Beitrag "Wenn zwei schwule Schreiner aus Köln die Möbelmacher gegründet hätten?" und   "Slow City Hersbruck und Slow Food Nürnberg in der Taz und im Bayerischen Rundfunk …" berichtet, also verlinken wir einfach auf den schönen Artikel in der Taz namens  Heimat auf dem Teller   und auf unsere neuen geschichtsträchtigen Seiten auf der homepage über Slow City und Slow Food. Dort haben wir endlich mal alles zusammengefasst um bei Gesprächen nicht immer bei Adam und Eva anfangen zu müssen.

Durch besonderes Verhandlungsgeschick mit der Taz –Br_taz_intewrviewkche1000_1 Lizensgeberin Corninna Urbach, konnten wir als kleine Entschädigung für den falschen Link und die Tatsache, dass da auch niemand zu erreichen ist (außer eben jener Corinna) die offizielle Genehmigung für den Abdruck des Artikels vom 27.1.07 ergattern. Hier ist er:


www.taz.de

Heimat auf dem Teller

Aus der Slow-Food-Bewegung entstanden die Slow Cities. Hersbruck in der Fränkischen Alb gehört als erste Stadt Deutschlands dazu

AUS HERSBRUCK EDITH KRESTA

"Wenn Sie die Sau Kretzensia hier irgendwo in der Gegend sehen, dann
kann es passieren, dass Sie sie womöglich ein paar Tage später in einem
unserer gastronomischen Betriebe auf Ihrem Teller wiedersehen", erklärt
Wolfgang Plattmeier lebensnah das regionale Direktvermarktungskonzept.
Plattmeier ist SPD-Mitglied und seit zwanzig Jahren Bürgermeister von
Hersbruck in der Fränkischen Alb – ein persönlicher Triumph in dieser
CSU-Hochburg und dem Geburtsort von Günther Beckstein. Die Stadt mit
den mittelalterlichen Fachwerkhäusern, an der alten Handelsroute
zwischen Nürnberg und Prag gelegen, würde indes nicht weiter auffallen,
wäre sie nicht 2001 erste deutsche "Città Slow" geworden.

Die Idee stammt aus Italien – dort gibt es bereits über 60 Städte,
die das Label cittaslow tragen, das sich aus der Slow-Food-Bewegung
entwickelt hat. Das Konzept von der langsamen Stadt – Plattmeier
spricht lieber dynamisch von der lebenswerten Stadt – beschränkt sich
nicht auf Lebensmittel aus der Region wie beispielsweise die Sau
Kretzensia. Es geht um nachhaltige Entwicklung: um Umwelt, regionale
Wirtschaftskreisläufe, die eigene Geschichte und den Erhalt
charakteristischer Architektur. Es geht um "Städte, in denen man
neugierig auf die Geschichte ist. Städte, die reich an Theatern,
Plätzen, Veranstaltungen, Cafés und Restaurants sind. Städte mit
unberührter Landschaft, wo man den Wechsel der Jahreszeiten und ihre
unterschiedlichen Früchte erleben kann", steht im Manifest der Slow
Cities.

Und da fügt sich das fränkische Hersbruck mit seiner traditionell
kleinteiligen, mittelständischen Struktur gut ein. Die Preise in Hotels
und Restaurants sind moderat, die Mittelgebirgslandschaft ist ideal zum
Wandern und das Essen dank neuer Achtsamkeit nicht nur deftig, sondern
auch gut. Das Label der langsamen Stadt ist Marketinginstrument für die
Stadt, aber vor allem auch Anreiz zur Eigeninitiative.

Einige engagierte Gastwirte haben sich zu "Heimat auf’m Teller"
zusammengeschlossen". Auf ihrer Speisekarte weisen sie alle Gerichte,
die aus Produkten von Direktvermarktern bestehen, gesondert aus. Und
damit der Nachwuchs auch weiß, dass Kartoffelknödel aus Kartoffeln vom
Acker und nicht aus der Tüte kommen, können Miniköche zwischen neun und
zwölf Jahren bei diesen Gastronomen erste Einblicke in das Handwerk
gewinnen: Einmal im Monat, zwei Jahre lang erfahren Kinder aus der
Umgebung alles über den Umgang mit Gemüse, von der Aussaat bis zur
Verarbeitung in der Küche, aber auch mit den deftigen Fleischgerichten
der Region. "Das kommt gut an. Wir haben uns auch angesehen, wie eine
Sau verarbeitet wird, und anschließend die frischen Würste verkostet",
erzählt Peter Bauer vom Hotel und Restaurant Bauer, der heute ein
Beuschel vom heimischen Schwein auf der Karte hat. "Solche Aktionen
schärfen den Blick für die Qualität", weiß er.

Der Trend geht zum Regionalen. Nicht
nur in Hersbruck. In Zeiten von industriellem Designerfood,
Gammelfleisch und globaler Ramschproduktion stehen der einheimische
Käse, der Handwerker vor Ort oder auch die Vielfalt der Streuobstwiesen
mit ihren verschiedenen Apfelsorten wieder für Qualität. Bereits drei
weitere deutsche Städte haben sich der Slow-City-Bewegung
angeschlossen: Überlingen am Bodensee, Waldkirch bei Freiburg und das
fränkische Schwarzbruck. Der Agraringenieur Rainer Wölfel vom
Naturschutzzentrum Wengleinpark gehört zu denjenigen, die die
Regionalentwicklung um Hersbruck aktiv vorantreiben. "Der Schlüssel für
die erfolgreiche Entwicklung vieler Regionen ist das eigene
Selbstbewusstsein und das Wissen um die eigene Stärke", sagt er. "Dazu
gehört die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Akteuren und dass man
auf Gleichberechtigung Wert legt." 1998 hatte er mit anderen Aktiven
die Idee zu einem regionalen Aktionstag, an dem Direktvermarkter,
Handwerker und Künstler aus der Region zusammentreffen. Das Konzept
schlug ein: Vergangenes Jahr kamen 90 Aussteller und 10.000 Besucher.
"Meine Zielvorstellung ist", sagt Wölfel, "dass die Region hinter den
Projekten steht, und dass sich vor allem im touristischen Bereich noch
mehr Betriebe anschließen."

Wie der Gastwirt Peter Bauer, der den Umbau und die Neugestaltung
seines Hotels in der Altstadt zumindest teilweise den Möbelmachern vor
Ort überließ. Die Handwerker arbeiten ausschließlich mit Holz aus der
Region. Gut verarbeitete Möbelstücke, modern im Design, individuell
zugeschnitten. "Wir machen keine Möbel für Reiche", sagt der Mitgründer
der Möbelmacher, Herwig Danzer, auf den hohen Preis angesprochen. "Wir
machen Möbel für Leute, die Prioritäten setzen und Wert auf Qualität
legen." 2006 erhielten die-möbelmacher.de den unter anderem von der taz
ausgelobten Preis der Arbeit, der auch soziales Betriebsmanagement
belohnt. Die Möbelmacher sind ein wichtiges Standbein der
Regionalentwicklung, denn diese lebt vom Engagement einzelner Akteure.
Sie sind mit sämtlichen namhaften Initiativen vor Ort vernetzt. Vom
"Initiativkreis Holz aus der Frankenalb" über die "Altstadt Freunde
Hersbruck" bis zum "Verein Dokumentationsstätte KZ Hersbruck".

Die Altstadt von Hersbruck ist schnell erkundet. Die meisten
Fachwerkfassaden sind restauriert, auch dank eines Förderprogramms des
bayerischen Staates: Für Fassadengestaltung gibt es öffentliche
Zuschüsse. Es gibt ein Hirtenmuseum, das die Tradition der Hirten und
ihrer dorfnahen Weideflächen, den Hutanger, beleuchtet; es gibt einen
kleinen Markt, kleine Geschäfte, Cafés. Im Türmchen der noch erhaltenen
Stadtmauer hat die Dokumentationsstelle KZ Hersbruck eine kleine
Ausstellung eingerichtet. Eine alte Fotografie zeigt die Umrisse des
einstigen Lagers. Tausende Menschen starben dort in wenigen Monaten
aufgrund der harten Bedingungen. Es befremdet, dass dieses Gebiet heute
Freizeitzentrum der Stadt mit Tennisplätzen und Thermalbad ist. Nur ein
kleiner Gedenkstein erinnert dort an die Opfer. "Die Stadt tut sich
schwer mit der Vergangenheitsbewältigung", sagt Peter Schön von der
Dokumentationsstelle. "Da wird um jedes Täfelchen gekämpft. Auch um die
Skulptur eines italienischen Künstlers. Aus dem vier Meter hohen
Mahnmal soll nun ein unauffälligeres Kunstwerk werden." Bürgermeister
Plattmeier pflichtet ihm bei: "Hersbruck war eine sehr folgsame Stadt.
Das Thema muss erst noch verinnerlicht werden."

Hersbruck ist eine sehr deutsche Stadt. Auch mit ihrem
Ökoengagement: Die Therme wird mit Hackschnitzeln aus den umliegende
Wäldern beheizt. Und selbstverständlich erreicht man Hersbruck sanft
mobil: Anreise im Viertelstundentakt mit der Bahn ab Nürnberg. Vor Ort
kann man sich im öffentlichen Nahverkehr mit erdgasbetrieben Bussen
weiterbewegen. Langsam, stetig, zukunftsträchtig.

Infos: Naturschutzzentrum Wengleinpark e. V., www.hutanger.de; Regional ist lecker: www.heimat-aufm-teller.de; Fremdenverkehrsamt Hersbruck: www.frankenalb.de; www.die-moebelmacher.de (korrigiert!); Citta-Slow-Verein der lebenswerten Städte: www.cittaslow.info

EDITH KRESTA ist taz-Redakteurin für Reise und Interkulturelles

taz Magazin Nr. 8186 vom 27.1.2007, Seite VII, 201 TAZ-Bericht EDITH KRESTA

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Slow City Hersbruck und die Möbelmacher im Dossier der „Die Zeit“

Artikel im Pegnitztal

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Christian Schüle meldete sich telefonisch bei der Hersbrucker Tourist Info Chefin Petra Hofmann für zwei Tage an. Schüle ist Redakteur des Zeit Dossiers, schreibt Titelgeschichten für "Geo" und arbeitet auch sonst als Journalist auf höchstem Niveau. Er recherchierte für ein Zeit-Dossier mit dem Titel "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" und wählte das Hersbrucker Land als Heimat von Slow City für zwei von acht Etappen. Neben der Stadt selbst interessierte er sich auch für die Initiatoren von Slow City und ob sich in einer Schreinerei ein anderes Gefühl für die Zeit entwickeln kann, als in einem anderen Handwerksbetrieb. Über die Möbelmacher aus Unterkrumbach, schrieb er in seinem Dossier später:

"Aber wer eine McDonald’s-Filiale mit dem Hinweis ablehnt, Fast Food
gehe vielleicht schneller, sei jedoch verlorene Zeit, da Harmonie,
innere Ruhe und seelische Zufriedenheit beim Essen verlustig gingen
(was schließlich einen erheblichen Aufwand an kontemplativem Ausgleich
verlange), der muss geradezu stolz sein auf Bürger wie den
international erfolgreichen Möbelmacher herwig Danzer. Der arbeitet in
der immer hektischer auf Just-in-Time-Produktion sich abrichtenden
Hausbaubranche gezielt mit dem Faktor Entschleunigung.

Für seine Massivholzküchen kauft Danzer ausschließlich Kiefern und
Lärchen von der Forstbetriebsgemeinschaft aus dem heimatlichen Wald
vier Kilometer entfernt. Eingekauft wird nur im Winter, wenn der Frost
das Holz getrocknet hat. Seine Säger brauchen fürs Sägen mindestens
drei Wochen Zeit, seine zinsfressende Lagerhaltung bringt jeden
Steuerberater zur Verzweiflung, weil das Holz so lange Platz belegt,
bis es eben gebraucht wird. Das Ölen, Trocknen und Wiederölen der
Platten mit Naturharz schließlich erfordert viermal so viel Zeit, wie
wenn man es wie üblich spritzte. »Unsere Kunden schätzen den hohen
Aufwand, zahlen mehr und warten länger, fahren dafür aber keine teuren
Autos.« Der Möbelmacher nennt das »Wertverlagerung«. Erst wer Zeit als
solche wahrnimmt, erkennt ihren wahren Wert."

Obwohl Danzer bei den Gesprächen eigentlich die Slow City Historie aufrollen wollte und die Möbelmacher für Küchen nur Harthölzer und weder Kiefer noch Lärche verwenden, kam der Zeitredakteur immer wieder auf das außergewöhnliche Zeitgefühl bei den Möbelmachern, das ihnen selbst eigentlich erst nach der Diskussion deutlich wurde. Das Einkaufen des Holzes im Wald, das Sägen auf dem eigenen Gelände , das Stapeln und jahrelange Warten sind ein Beleg dafür, aber auch die Zeit, die in die gemeinsame Planung von Küchen gesteckt wird. Dazu gehört nicht nur das mehrfache gemeinsame Test-Kochen, sondern auch die vielen Sonderschränke, die bei einzeln angefertigten Massivholzküchen aus Kundenwünschen und individuellen Raumlösungen entstehen. 

Am gleichen Abend noch luden die Möbelmacher Christian Schüle für den 17. August 2007 nach Unterkrumbach ein, um dort aus seinem aktuellen Buch "Deutschlandvermessung" zu lesen und gemeinsam mit dem Publikum den Zusammehang mit der Slow City Philosophie zu diskutieren. Die lange Zeit bis dahin, bietet genug Gelegenheiten, die Veranstaltung sorgfältig vorzubereiten. So hat sich bereits Roland Zimmermann vom Bayerischen Rundfunk als Moderator zur Verfügung gestellt, die Buchhandlung Lösch übernimmt die Organisation mit dem Verlag und im Nachhaltigkeitsweblog der Möbelmacher, soll das Buch schon im Vorfeld zu der Auseinandersetzung mit der Zeit anregen.

Der Artikel im Zeitdossier ist nachzulesen im Nachhaltigkeitsweblog der Möbelmacher am 30.Dezember 06 unter www.die-moebelmacher.de/weblog.

Bildunterschrift: Möbelmacher Geschäftsführer Gunther Münzenberg prüft den Feuchtigkeitsgehalt der heimischen Buchen. Erst wenn die Hölzer bei der Außenlagerung die richtige Feuchtigkeit erreicht haben, kommen sie in die Trockenkammer und werden danach zu edlen Möbeln und Küchen aus Unterkrumbach verarbeitet. Foto:Thomas Geiger

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Der Zeit-Artikel in ganzer Länge

Weblogbeitrag über Zeitdossier mit Link zum Dossier

Stummfilm-Musiktage in Erlangen mit dem Ensemble Kontraste, Miller the Killer und Interzone Perceptile am Samstag

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Immer erst danach erfahren wir von sooo vielen Menschen, die das auch sooo gerne gesehen und gehört hätten. Die genialen Stummfilm-Musiktage in Erlangen sind am Samstag, deswegen jetzt schon im Vorfeld die Einladung für den  27. Januar 2007. Pat und Patachon an der Nordsee würde ich so gerne mal wieder sehen (habe aber Termine mit Kunden), den Rosenkavalier begleitet das Ensemble Kontraste und der Untergang des Hauses Usher wird sicher gruselig.
Alle wichtigen Infos und Karten auf der homepage stummfilmmusiktage.de

Hintergrunderklärung was die Möbelmacher mit dem Ensemble Kontraste zu tun haben.

Deutsch-Jori – Jori-Deutsch: Wettspielurne für iPod + Sound-dock

von Nina Schoproni

Uteolafkubolo1000 Dass es als Jori Partner nicht immer ganz einfach ist, weiß glaub ich jeder Händler der ab und zu mit den Jungs und Mädels des Belgischen Sofaherstellers zu tun hat. Aber wenn Jori seine Übersetzer losschickt um neue Wortkreationen auf uns loszulassen sorgt das bei herwig, Ute und mir immer wieder für viel Gelächter. Das beste Beispiel hierfür sind das Relaxgewinnspiel und der Newsletter der zwei bis drei mal im Jahr erscheint. Aktuell feiert der Relaxsessel seinen 35-sten Geburtstag und Jori verlost am Ende des Jahres bei jedem Händler einen iPod + Sound-Dock.Joriwettspiel Wenn Sie mitspielen möchten, müssen Sie bei uns in Unterkrumbach auf den Teilnahmekarten nur folgenden Satz ergänzen: "Ich erlebe meinen ultimativen Relaxmoment, wenn…"
Diese Teilnahmekarten werfen Sie dann bitte komplett ausgefüllt bis 31.12.2007 in unsere Teilnahme-Box.

WettspielkarteAuf den Jori Teilnahmeformularen, die uns übrigens als "Wettspielformulare" mit "Wettspielurne" geliefert wurden, kann man folgendes lesen:

"Die Frage ist ganz leicht. Ergänzen Sie den folgenden Satz: Ich erlebe meinen ultimativen Relaxmoment, wenn…
Die Einsendungen werden von einer JORI Jury berwertet. Für den originellsten Text vergeben wir einen iPod + Bose SoundDock, die letzte technologische Glanzleistung im Audiobereich. So können Sie sich auf noch eine andere Weise erholen: schön eindämmern in einem Originals Relaxsessel, während Sie eine optimale Tonqualität genießen. … Deponieren Sie dieses Formular vor dem 31.12.07 in die Wettbewerbsurne bei Ihrem Originals-Händler."

Uterelaxolafwolfgang1000_1Über die Neue Homepage kann man folgendes lesen:

"Im vergangen Jahr haben wir unsere Website gründlich erneuert. Um den Verbrauchern die Suche einer spezifischen Marke mit den dazugehörigen Modellen und Informationen zu erleichtern, wurden die Struktur und das Layout tiefgreifend geändert. … Neu ist auch das Sinnbild, das den Kernwert von Jori & Ihren Marken auf eine kreative Weise darstellt, nämlich den ultimativen Sitzkomfort, wobei man beim Liegen/Relaxen in einem JORI Sitzmöbel zur Ruhe kommt. …Profitieren Sie mit vom starken Anstieg unserer Besucherzahlen & sehen Sie einen Link von Ihrer Website zu der unseren vor. Wir sehen dann unsererseits gern einen Link vor."

Gottseidank sind die Jori Polstermöbel besser, als deren Übersetzer, deren Bildsprache haben wir  ja im Beitrag "Jori wirbt geschmacklos" schon ausgiebig diskutiert.

Die Sonderseite für die JoriJubiläumsaktion.

Die Fotosession zum Jubiläumssessel Estilo mit Nina Webse Schoproni

Zu unseren Jori-Ausstellungs-Schnäppchen:
http://www.die-moebelmacher.de/startseite/produkte/sonderangebote/handel.html

Zu unseren Möbelschnäppchen:
http://www.die-moebelmacher.de/startseite/produkte/sonderangebote/moebel0.html

Zu unserer Ausstellung:
http://www.die-moebelmacher.de/startseite/ausstellung1/ausstellung0.html

Zur Jori Homepage:
www.jori.com

Slow City Hersbruck und Slow Food Nürnberg in der Taz und im Bayerischen Rundfunk und endlich auf unserer homepage

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Auf unserer alten homepage gab es mal unter die-moebelmacher.de/slow ein Sammelsurium an Bildern Links und Chaos SlowFoodCity, das sich in den letzten 10 Jahren angesammelt hat. Da ich ständig Presseanfragen bekam, denen ich das Dickicht lichten sollte haben wir jetzt eine Kurzfassung der Infos für

Slow Food Nürnberg

und eine für die Slow City Hersbruck

zusammgestellt und dabei lustige Fotos mit Dr. Edmund Stoiber und seinem halben Kabinett vom Cittaslow Besuch entdeckt.
Auf dem großen wollte Rainer Wölfel Stoiber schon 2001 erklären, wie man alles richtig macht.
Wer lieber das Chaos im Original hat, findet unsere alte homepage sicher noch eine paar Monate unter die-moebelmacher.com, dort funktionieren alle alten Direktlinks einfach durch die Änderung von .de auf .com . Zum Beispiel www.die-moebelmacher.com/slow


Aropos Slow City und Möbelmacher:

Sendetermin einer Sendung über Corporate Social Responsibility auf Bayern 2 von Nikolaus Nützel: Dienstag, 6.Februar – mutmaßlich gegen 10.30

Der Slow City-Taz-Artikel erscheint sicher am Samstag, den 27.1. im taz Magazin

Hannelore Fisgus machte im letzten Jahr einen Radiobeitrag über Slow City, den man hier lesen und anhören kann.

Schöner Artikel über die Zeit und Slow City und Möbelmacher im Zeit Dossier von Christian Schüle.

Internationale Möbelmesse Köln: Katalogdesaster und Onlineversagen

Utejorionglove Die IMM Köln oder die IMM-Cologne, wie sie sich international nennt, ist für alle Möbler ein Pflichttermin, an dem wir zum Beispiel an einem Tag ca. 20 Hersteller mit denen wir zusammenarbeiten besuchen müssen (Jori, Strässle, Jan Kurz, Mai, Pro Natura, Hainke, Potocco, Lapalma und so weiter und so weiter) und bei rund hundert regelmäßig verbeischauen, um zu wissen, was die so machen (Team 7, Stokke, Hüsler, Wasa usw., usw.).  Leider wurde in diesem Jahr die so wichtige Vorbereitung unmöglich gemacht, denn der Katalog kommt aus nicht erklärten Gründen erst am ersten Messetag raus und darf dann an der Kasse abgeholt werden. Wenn ich aber dort bin, kann ich schlecht ein paar Stunden die Vorbereitung einschieben, denn an diesem Tag muss ich von 9 bis 18:00 Uhr die Messe besuchen und davor und danach noch viele Stunden autofahren.

Die einzige Alternative war für uns also das Internet, natürlich in der Hoffnung die rausgesuchten Betriebe abspeichern zu können und dann im nächsten Jahr auf diese Arbeit wieder zurückgreifen zu können. Jetzt kann man zwar das Ergebnis der Suche als pdf-Datei abspeichern, nur ist das sinnlos, weil ich da nichts ergänzen kann, und sie erst recht nicht im nächsten Jahr wiederverwenden kann, um die gleichen Betriebe schon mal automatisch einzutragen zu lassen. 

Dabei wäre es so einfach mit einem Login für den der´s haben will, die Favoriten zu speichern, es darf wirklich nicht wahr sein. Jetzt haben wir uns den Hallenplan auf Papier ausgedruckt und mit Kugelschreiber die zu besuchenden Betriebe eingekringelt. Die Hoffnung, dass der IMM-Messe-Katalog doch wie in den Jahren zuvor doch früher kommt, haben wir in der Zwischenzeit begraben, wir bekommen ihn an der Kasse (für 22 Euro!) und werden ihn danach nie mehr in die Hand nehmen. Kann denn keiner der Webspezialisten den Jungs mal das Laufen im Web beibringen? Oder kennt jemand gute Beispiele, die wir ihnen zeigen könnten? 

Auf dem Foto zeigt Ute Danzer dem Jori Inhaber Juan Jorion (jetzt raten Sie mal, wie die auf den Firmennamen kamen) wie einfach die neue Armlehne mit einer Hand zu bedienen ist.

Beitrag über die Möbelmesse 2006

Wenn zwei schwule Schreiner aus Köln die Möbelmacher gegründet hätten? Interviews über Slow City und CSR für BR und die Taz

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Zwei Interviews in  Folge werfen ganz neue Fragen auf. Nikolaus Nützel vom Bayerischen Rundfunk besuchte uns für einen Beitrag in Bayern Zwei über unternehmerische soziale Verantwortung (Corporate Social Responsibility, CSR) am Beispiel Faber Castell, Hess-Natur und Möbelmacher. Durch Internet und unsere Jahrbücher gut vorbereitet machen wir die "normale" Führungsrunde immer mit dem Mikrofon am alten aber krisensicheren Sony Kasettenrecorder (Br_taz_nikolaussideboardAuf dem Bild mit dem Sideboard nimmr er übrigens gerade das fast lautlose Schließen der Schublade auf, aber aussehen tut es, wie wenn er das Möbel was gefragt hätte und auf Antwort wartet – draufklicken vergrößert). Nikolausgunther1000
Nach den Aufnahmen mit den Mitarbeitern und meinem Kompagnon Gunther beim Kaffeetrinken im Freien(!) diskutieren wir noch die klassischen Nachhaltigkeitsthemen (keine Angst, heute bleiben die Blogleser mal davon verschont), da kommt schon unsere Slow City Tourist Info Chefin Petra Hofmann mit der Taz-Redakteurin Edith Kresta, die sich aufgrund des Zeitartikels von Christan Schüle für die Slow City Hersbruck interessiert. Bei frischen Kartoffelchips vom Tepan Yaki und Fraenzi, dem Frankensecco vom fürstlich Castell-schen Domänenamt (hier nochmal der Dank an Erich Weichlein, dessen köstliche Gewürzmischung für die Consumenta-Entenbrüste die Chips veredelt, solange ich nicht zuviel davon erwische) kommen Fragen auf, über die ich selbst im Leben noch nicht nachgedacht habe.

"Wären die Möbelmacher auch was sie sind, wenn sie von zwei schwulen Schreinern aus Köln gegründet worden wären?"
"Graf von Faber Castell zählt zu den hundert reichsten Menschen Deutschlands. Macht Nachhaltigkeit reich?"

Die Frage nach Reichtum lässt sich ja noch umschiffen: Reich an Erfahrung, reich an Lebensqualität durch einen Arbeitsplatz und Wohnort in Unterkrumbach, reich an regionalem Holz, an Freude an der Arbeit und außerdem mussten wir noch niemand entlassen, können unser Gelände und unsere (CNC-)Maschinen abzahlen und zahlen unseren Mitarbeitern und uns etwas höhere Gehälter als die Durchschnittsschreinerei. Mehr Umsatz wäre sicher wünschenswert, aber die Reichtumstabelle ist auch weiterhin vor unseren Namen ziemlich sicher, auch wenn mein Kompagnon Münzenberg heißt – nomen ist nicht immer omen. Aber im Gegensatz zur Familie Faber-Castell haben wir unsere Arbeit erst vor 18 Jahren mit 17 000 Mark Eigenkapital begonnen, wir haben also noch ein paar Hundert Jahre Zeit.

Br_taz_intewrviewkche1000Auf die schwulen Kölner Schreiner kamen wir nur, weil ein von zwei gleichberechtigten Kompagnons geführter Betrieb im 19. Jahr eher selten ist und weil auch die Ehen der Gesellschafter rein statistisch schon überfällig wären. Hat die Akzeptanz in der Hersbrucker Alb damit zu tun, dass herwig am Gymnasium schon Schülersprecher war und die 18-Jährige Tochter sich die Schauergeschichten der Lehrer über ihren Vater anhören muss? Hätten sich die Zugereisten mit hochwertiger Arbeit und regionalem Engagement das gleiche Vertrauen erarbeiten können?

Br_taz_nikolauspascual
Keine Ahnung, kann schon sein, äh weiß nicht? Ich halte die Wahrscheinlichkeit für gering, denn die Möbelmacher sind abgesehen von den engagierten Mitarbeitern vor allem ein Ergebnis von zwei Familien. Und das sind eben doppelt so viele Menschen, mit den beiden Töchtern sogar drei mal so viele wie das schwule Pärchen. Die Möbelmacher wurden 1988 durch das zwölf bis 15-stündige Freistellen der Männer ermöglicht und durch Familien, die emotionale und Motivationstankstelle gleichzeitig sind. Mal ganz abgesehen davon, dass Ute seit 1997 auch aktiv an der Gestaltung beteiligt ist und viele geschmackliche Dinge wie das regionale Musterhaus und die komplette Ausstellung managed und das beide Frauen als Sportlehrerinnen und Rückenschulleiterinnen die Basis für die Auszeichnung "Ergonomie-Kompetenzzentrum für das Nürnberger Land" bilden. Die korrekte Frage müsste also eher eher heißen: "Hätten zwei schwule Pärchen aus Köln die Möbelmacher machen können. Antwort wie schon einen Absatz weiter oben: "Keine Ahnung."

Leider musste Nikolaus weiter zur fränkischen Verwandschaft, Edith, Erika und ich mussten im Namen von Slow Cirty bei Anita und Hans Peter Eberhard sauere Zipfel (mit viel Zweibeln sauer gargezogene fränkische Bratwürste) essen und Hersbrucker Bier trinken und auch noch einen fränkischen Rotwein namens Domina. Edith hat schon einen Reiseführer (über Djerba) geschrieben und beschäftigt sich ständig mit neuen und nachhaltigen Strategien im sanften Tourismus, (wo wir auch eine Parallele zu den Naturfreunden entdeckten, für die herwig  Danzer  als Kajaklehrwart Sportfreizeiten für Jugendliche mitorganisierte, die erst Jahre später als Vorbild für den neu geprägten Begriff  des "sanfter Tourismus" dienten). 
Nikolaussony600Diese Gemeinsamkeiten sind wohl keine Zufälle, denn idealerweise interessiert sich ein Journalist dann für ein Thema, wenn er dort auch kompetent ist.

So müsste ich jetzt in klassischer Unternehmerjammermanier eigentlich bedauern, dass ich von 14:30 bis rund 22:00 Uhr mit Pressearbeit beschäftigt war, aber das ist Quatsch: ganz davon abgesehen nette Menschen kennengelernt zu haben, was Gutes gegessen und getrunken zu haben, habe ich eine Reihe neuer Denkanstöße erhalten. Für Slow City, für die Möbelmacher und vor allem für schwule Schreinerpärchen.

Übrigens hat auch Nikolaus Nützel einen Reiseführer geschrieben und in kürze kommt ein interessantes germanistisches Jugendbuch raus und eine Erklärung der Gesundheitsreform bei dtv (kann jetzt schon bestellt werden, aber am besten in Ihrer Buchhandlung).

Sendetermin auf Bayern 2:  Dienstag, 6.Februar – mutmaßlich gegen 10.30

Der Slow City-Taz-Artikel erscheint vermutlich am Samstag, den 27.1. im taz Magazin

Zur Nachhaltigkeitsseite der Möbelmacher

Gabriele Pauli und die Angst in der Ausgabe Nr. 3 der Zeit von Patrik Schwarz

Gabrielepaulirottnerhubert1_1Den ganz vielen Gabriele – Pauli – Such – Besuchern unseres an sich nur der Nachhaltigkeit, weniger der Politik gewidmeten Weblogs, empfehlen wir den alles zusammenfassenden Artikel von Patrik Schwarz aus der Zeit Nr. 3.

Als Bildunterschrift wählte Schwarz den Satz "Früher riefen solche Frauen Hexenjäger auf den Plan," wobei das "früher"  vor allem deshalb weit gefehlt ist, weil der erste Kommentar, den ich aus unserem Weblog entfernen musste (mit Nachricht an den Autor) das Wort "Hexe" verwendete.

Patrik Schwarz schiebt Paulo Coelho noch folgende Zeilen scherzhaft in die Schuhe:

Als Edmund Stoiber Bundespräsident werden konnte, ist er davongelaufen.
Als Edmund Stoiber EU-Kommissionspräsident werden konnte, ist er davongelaufen.
Als Edmund Stoiber Superminister werden konnte, ist er davongelaufen.
Nur jetzt, wo er einfach bloß gehen müsste, da kann Edmund Stoiber plötzlich nicht mehr laufen.

Und natürlich empfehlen wir auch unseren eigenen Beitrag über Ihre Auftritte bei der Grünen Lust "Gabriele Pauli und die Verlegenheit der Männer", für den sie sich persönlich per email bei uns bedankt hat. Wir wünschen ihr auch weiterhin viel Kraft und Erfolg, wie immer der auch aussehen mag.

Eine andere Empfehlung eines Zeitartikels, "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" von Christian Schüle nicht zuletzt über Slow City Hersbruck und die Möbelmacher findet man hier im Nachhaltigkeitsweblog.